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Dokumentenidentifikation DE10393581T5 03.11.2005
Titel Härtbare Schutzlackzusammensetzungen, daraus erhaltene gehärtete Produkte und Verfahren zu ihrer Herstellung
Anmelder World Properties, Inc., Lincolnwood, Ill., US
Erfinder Barton, Carlos L., Brooklyn, Conn., US;
Chun, Seung B., Pomfret Center, Conn., US
Vertreter Bauer-Vorberg-Kayser, 50968 Köln
DE-Aktenzeichen 10393581
Vertragsstaaten AE, AG, AL, AM, AT, AU, AZ, BA, BB, BG, BR, BY, BZ, CA, CH, CN, CO, CR, CU, CZ, DE, DK, DM, DZ, EC, EE, ES, FI, GB, GD, GE, GH, GM, HR, HU, ID, IL, IN, IS, JP, KE, KG, KP, KR, KZ, LC, LK, LR, LS, LT, LU, LV, MA, MD, MG, MK, MN, MW, MX, MZ, NI, NO, NZ, OM, PG, PH, PL, PT, RO, RU, SC, SD, SE, SG, SK, SL, SY, TJ, TM, TN, TR, TT, TZ, UA, UG, UZ, VC, VN, YU, ZA, ZM, ZW, AP, EA, EP, OA
WO-Anmeldetag 25.11.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/US2003/037832
WO-Veröffentlichungsnummer 2004049065
WO-Veröffentlichungsdatum 10.06.2004
Date of publication of WO application in German translation 03.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.11.2005
IPC-Hauptklasse G03F 7/00

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen härtbare Schutzlackzusammensetzungen, daraus erhaltene gehärtete Produkte und Verfahren zu ihrer Herstellung.

In den vergangenen Jahren hat der gestiegene Bedarf an elektronischen Bedarfsgütern und Computern zu einem damit einhergehenden Anstieg der Nachfrage nach photostrukturierbaren Lacken oder Schutzlacken geführt. Diese photostrukturierbaren Lacke oder Schutzlacke sind üblicherweise ultraviolett(UV)- oder wärmegehärtete Zusammensetzungen, die mittels Drucktechniken auf die Platine appliziert und dann unter Verwendung von UV-Strahlung oder Wärme ausgehärtet werden. Beispielsweise offenbart US Patent 5,702,820 von Yokoshima et al. einen photostrukturierbaren Lack, der einen Photopolymerisationskatalysator, einen Härter und ein Polycarbonsäureharz mit einer ungesättigten Gruppe enthält. Das Polycarbonsäureharz wird mit einem Härter umgesetzt, wie z.B. einer Epoxidverbindung, wobei Wärme oder UV-Licht eingesetzt werden, um einen Photolack oder Lötschutzlack für eine gedruckte Leiterplatte zu bilden. US-Patent 5,009,982 von Kamayachi et al. offenbart in ähnlicher Weise einen photohärtenden, warmhärtenden Lack, der einen Initiator, einen Verdünner (Lösungsmittel) und ein polybasisches Säureanhydrid enthält, das das Reaktionsprodukt einer Novolak-Epoxidverbindung mit einer ungesättigten Monocarbonsäure ist.

Während einige der im Handel erhältlichen photostrukturierbaren Schutzlacke bei einer Anzahl elektronischer Anwendungen anwendbar sind, weisen sie eine Reihe von Nachteilen auf, die ihre Anwendbarkeit einschränken. Der größte Nachteil von allen ist die Brüchigkeit der gehärteten Farbe, die die Lebensdauer der Anwendung reduziert und die Verwendung mit flexiblen bedruckten Leiterplatten verbietet. Ein weiterer Nachteil ist die Schrumpfung, die während des Härtens auftreten kann, die die Ebenheit der Oberfläche der Leiterplatten verringert. Dementsprechend besteht ein Bedarf an photostrukturierbaren Lacken, die weniger spröde sind, eine größere Verformbarkeit und eine kleinere Schrumpfung beim Härten aufweisen. Diese Lacke können elektronische Güter und andere Artikel, wie Computer, mit einer längeren nutzbaren Lebensdauer zur Verfügung stellen.

Die oben beschriebenen Nachteile und Unzulänglichkeiten werden durch eine härtbare Schutzlackzusammensetzung überkommen bzw. gemildert, die 5 bis ca. 95 Gew.-% eines veresterten Styrol-Maleinsäureanhydridoligomers, wobei die Estergruppe einen Acrylatrest (Acrylat-Funktionalität), einen Methacrylatrest (Methacrylat-Funktionalität) oder beides enthält, 0,02 bis ca. 16 Gew.-% einer Photoinitiator-Zusammensetzung und ca. 1 bis 50 Gew.-% eines Härters enthält, wobei alle Mengen auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung bezogen sind.

Ein Verfahren zur Darstellung eines gehärteten Schutzlacks umfasst die Beschichtung des Gegenstandes mit der härtbaren Schutzlackzusammensetzung und das Härten des Films unter Verwendung einer Strahlenquelle.

Die härtbare Schutzlackzusammensetzung kann eine Zweikomponenten-Zusammensetzung umfassen, wobei die beiden Komponenten vor der Verwendung vermischt werden. Die beiden Komponenten können getrennt gelagert werden, um eine lange Lagerhaltbarkeit des Produktes sicherzustellen. Ferner können die beiden Komponenten in verschiedenen Verhältnissen vermischt werden, um einen gehärteten Schutzlack zu erhalten, der bei gedruckten Leiterplatten bei einer (großen) Vielzahl kommerzieller Anwendungen verwendet werden kann, bei denen reduzierte Schrumpfung, erhöhte Flexibilität und Lebensdauer gewünscht werden.

Eine härtbare Schutzlackzusammensetzung enthält ein verestertes Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer, einen Photoinitiator und einen Härter. Überraschenderweise wurde festgestellt, daß der Schutzlack nach Härtung eine verbesserte Flexibilität (das ist verminderte Sprödigkeit) und verringerte Schrumpfung, verglichen mit ähnlichen im Handel erhältlichen Schutzlacken, aufweist. Ein weiterer Vorteil ist der, daß aufgrund der relativen Transparenz des Oligomers bei den Wellenlängen, die zur Aktivierung des Photoinitiators verwendet werden, die Oligomere keinen signifikanten Anteil der UV-Strahlung absorbieren. Die Härtungsreaktion ist daher effektiver. Da weniger UV-Energie zur Härtung erforderlich ist, kann eine geringere UV-Strahlendosis verwendet werden. Praktisch bedeutet das, daß mit der geringeren Dosis der UV-Strahlung die Produktion der Schutzlacke mit einer höheren Geschwindigkeit erfolgen kann.

Das in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen verwendete veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer ist ein Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer, das durch Reaktion mit einem Hydroxyacrylat oder Hydroxymethacrylat modifiziert ist, um ein reaktives Oligomer mit einer Carboxylfunktion und einen Acrylat- oder Methacrylatrest zu erhalten. Die Carboxylfunktionen sorgen für die Löslichkeit in wäßrig-alkalischer Lösung, während die Acrylat- oder Methacrylatfunktionen die photochemisch induzierte Vernetzung gestatten. Beide dieser Funktionalitäten sind für die Herstellung von härtbaren Schutzlackzusammensetzungen wünschenswert, die wasserlöslich sind und vor ihrer Verwendung als gehärteter Schutzlack in Form wäßriger Lösungen vorliegen können.

Das unten gezeigte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer nach Formel I kann durch eine Reaktion von Styrol mit Maleinsäureanhydrid erhalten werden:

Hierbei ist n = 2 bis ca. 20, vorzugsweise 8 bis ca. 12, und x ist 1 bis 4. Das in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen verwendete Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer kann ein molares Verhältnis von Styrol zu Maleinsäureanhydrid bei ca. 1 : 4 bis 4 : 1 aufweisen. Vorzugsweise liegt das molare Verhältnis von Styrol zu Maleinsäureanhydrid von ca. 1 : 2 bis 2 : 1, stärker bevorzugt bei ca. 1 : 1,5 bis ca. 1,5 : 1 und besonders bevorzugt bei 1 : 1.

Die Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomere können eine Glasübergangstemperatur von ca. 115°C bis ca. 155°C haben. Zudem ist die Verwendung von Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomeren bevorzugt, die einen geringen Anteil flüchtiger Bestandteile aufweisen, der kleiner oder gleich ca. 5 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 3 Gew.-% und besonders bevorzugt kleiner oder gleich ca. 1 Gew.-% des Gesamtgewichts des Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomers ist.

Wie oben bereits erwähnt, kann das Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer der Formel (I) mit einem Hydroxyacrylat oder einem Hydroxymethacrylat umgesetzt werden, um ein verestertes Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomer mit Carboxylfunktionen und Acrylat- oder Methacrylatresten zu erhalten, wie in Formel (II) dargestellt:

Hierbei ist n = 2 bis ca. 20; x ist 1 bis ca. 4; das molare Verhältnis von x : (y + z) beträgt ca. 4 : 1 bis ca. 1 : 4; vorzugsweise ca. 2 : 1 bis ca. 1 : 2; y ist vorzugsweise ca. 0,1 bis ca. 0,9; z ist vorzugsweise ca. 0,1 bis ca. 0,9, wobei gilt (y + z) = 1, und R ist ein Rest, der einen Acrylatrest, einen Methacrylatrest oder beides enthält, und vorzugsweise ist R ein monovalenter Rest, abgeleitet von einem Acrylat oder Methacrylat mit mindestens einer mit einem Anhydrid reaktiven Gruppe, vorzugsweise ein Hydroxyacrylat oder Hydroxymethacrylat.

Geeignete Beispiele von Hydroxyacrylaten oder Hydroxymethacrylaten, die für die Reaktion mit Styrol-Maleinsäureanhydridoligomeren verwendet werden können, umfassen Hydroxyethylacrylat, Hydroxyethylmethacrylat, Hydroxypropylacrylat, Hydroxypropylmethacrylat, Hydroxybutylacrylat, Hydroxybutylmethacrylat, Polyethylenglycolmonoacrylat, Polyethylenglycolmonomethacrylat, Glycerindiacrylat, Glycerindimethacrylat, Trimethylolpropandiacrylat, Trimethylolpropandimethacrylat, Pentaerythrittriacrylat, Pentaerythrittrimethacrylat, Dipentaerythritpentaacrylat, Dipentaerythritpentamethacrylat, die Acrylate der Phenylglycidylether, die Methacrylate der Phenidylglycidylether, und Mischungen, die mindestens eines der vorhergenannten Acrylate enthalten.

Die veresterten Styrol-Maleinsäureanhydridoligomere der Formel (II) besitzen im allgemeinen eine Glasübergangstemperatur von ca. 60°C bis ca. 125°C und Säurezahlen von ca. 95 meq/kg bis ca. 300 meq/kg. Es ist im Allgemeinen gewünscht, veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomere zu verwenden, die einen Anteil flüchtiger Bestandteile aufweisen, der kleiner oder gleich ca. 8 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 6 Gew.-% und besonders bevorzugt kleiner oder gleich ca. 5 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht des veresterten Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomers ist. Das Molekulargewicht des veresterten Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomers kann größer oder gleich ca. 1000 g/mol, vorzugsweise größer oder gleich ca. 2000 g/mol sein. Es ist im allgemeinen angestrebt, veresterte Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomere mit einem Molekulargewicht kleiner oder gleich ca. 15000 g/mol, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 13000 g/mol und besonders bevorzugt kleiner oder gleich ca. 11000 g/mol, bestimmt durch Gelpermeationschromatographie, zu verwenden. Die am meisten bevorzugten veresterten Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomere sind die, bei denen x ca. 1 bis ca. 2; y ca. 0,1 bis ca. 0,5; z ca. 0,5 bis ca. 0,9, und (y + z) ca. 1 ist; stärker bevorzugt, bei denen x ca. 1 ist und (y + z) ca. 1 ist. Ein besonders geeignetes Oligomer ist das im Handel erhältliche SB®405 (Sarbox 405) von Sartomer.

Die veresterten Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomere können in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen in einem Anteil von größer oder gleich ca. 5 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 7 Gew.-% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 10 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorliegen. Die veresterten Stryrol-Maleinsäureanhydridoligomere können ebenfalls in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 99 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 95 Gew.-%, und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 90 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorliegen.

Die Photoinitiatorzusammensetzung in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung umfaßt einen Photoinitiator, der in der Lage ist, die Polymerisation unter Mitwirkung von Licht zu starten. Geeignete Beispiele solcher Photoinitiatoren schließen ein, sind aber nicht beschränkt auf Benzoine, wie Benzoin, Benzoinmethylether und Benzoinisopropylether; Acetophenone, wie Acetophenon, 2,2-Dimethoxy-2-phenylacetophenon, 2,2-Diethoxy-2-phenylacetophenon, 1,1-Dichloracetophenon, 1-Hydroxycyclohexylphenylketon, und N,N-Dimethylaminoacetophenon; Anthrachinone, wie 2-Methylanthrachinon, 2-Ethylanthrachinon, 2-tert.-Butylanthrachinon, 1-Chloranthrachinon, 2-Amylanthrachinon, und 2-Aminoanthrachinon; Thioxanthone, wie 2,4-Dimethylthioxanthon, 2,4-Diethylthioxanthon, 2-Chlorthioxanthon und 2,4-Diisopropylthioxanthon; Morpholinderivate, wie Methyl-1-[4-(methylthiophenyl)-2-morpholinpropan-1-one; Ketale, wie Acetophenondimethylketal und Benzyldimethylketal; Benzophenone, wie Benzophenon, Methylbenzophenon, 4,4'-Dichlorbenzophenon, 4,4'-bis-Diethylaminobenzophenon, und andere, wie Michler's Keton, 4-Benzoyl-4'-methyldiphenylsulfid; Acylphosphinoxid, 2,4,6-Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid, und Mischungen, die mindestens einen der vorhergenannten Photoinitiatoren enthalten.

Der Photoinitiator kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung in einem Anteil von größer oder gleich 0,01 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich 0,1 Gew.-%, und stärker bevorzugt größer oder gleich 1,0 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorhanden sein. Der Photoinitiator kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich 8 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich 5 Gew.-%, und stärker bevorzugt kleiner oder gleich 3 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorhanden sein.

Zusätzlich zum Photoinitiator kann die Photoinitiatorzusammensetzung auch weitere Komponenten, wie z.B. Photosensitizer (z.B. tertiäre Amine, wie Ethyl-N,N-dimethylaminobenzoat, Isoamyl-N,N-dimethylaminobenzoate, Pentyl-4-dimethylaminobenzoat, Triethylamine und Triethanolamin); UV-Absorber (z.B. Benzophenone, wie 4,4-Bis(diethylamino)benzophenon und Benzotriazole); Stabilisatoren und dergleichen und Mischungen, die mindestens eine der vorhergenannten Komponenten aufweisen, in Mengen enthalten, die wirksam sind, dem gehärteten Schutzlack gewünschte Eigenschaften in Abhängigkeit von der jeweiligen Verwendung zu verleihen. Der Photosensitizer kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen in einem Anteil von größer oder gleich ca. 0,01 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 0,1 Gew.-%, und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 1 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorhanden sein. Der Photosensitizer kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 8 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 5 Gew.-%, und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 3 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung vorhanden sein.

Der Härter der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ist vorzugsweise ein Härter, der unter Anwendung von Wärme oder UV-Strahlung gehärtet werden kann. Der Härter kann verwendet werden, um Eigenschaften des gehärteten Schutzlacks, wie Adhäsion, Wärmebeständigkeit und Abscheidungswiderstand, zu verbessern. Bestimmte nicht einschränkende Beispiele für den Härter umfassen Melaminverbindungen, Harnstoffverbindungen, Bisphenol-A-Verbindungen, Glycolurilverbindungen, Diaminverbindungen; Triazine, wie Benzoguanamine, Oxazolinverbindungen, und Mischungen, die mindestens einen der vorhergenannten Härter enthalten. Wie hier verwendet, schließt eine "Melaminverbindung" z.B. Melamin selbst und Melaminderivate ein, die zur Anwendung als Härter in den erfindungsgemäßen Schutzlackzusammensetzungen geeignet sind. Geeignete Beispiele der Melaminverbindungen umfassen Hexamethoxymelamin (alkyliertes Melamin-Formaldehyd-Harz), hexabutoxyliertes Melamin und kondensierte Hexamethoxymelamine, während ein geeignetes Beispiel einer Harnstoffverbindung Dimethylolharnstoff ist. In gleicher Weise ist ein geeignetes Beispiel einer Bisphenol-A-Verbindung Tetramethylolbisphenol A. Es kann ebenfalls erwünscht sein, eine Kombination verschiedener Härter in der Schutzlackzusammensetzung zu verwenden. Ein bevorzugter Härter ist Hexamethoxymelamin (alkyliertes Melamin-Formaldehyd-Harz), im Handel erhältlich von Cytec unter dem Handelsnamen CYMEL 300 Harz.

In einem Ausführungsbeispiel ist der Härter ein Glycoluril, dargestellt durch Umsetzung von zwei Mol Harnstoff mit einem Mol Glyoxal, wie in den US-Patenten 4,064,191 und 4,105,708 der American Cyanamid beschrieben. Tetramethoxymethylglycoluril kann durch Umsetzung von Glycoluril mit ca. 4 Mol Formaldehyd mit nachfolgender Alkylierung mit Methanol dargestellt werden:

(Anmerkung: Das soll ein Harnstoffderivat sein; daher fehlen hier IMHO ein paar N an den der CO benachbarten Zentren.)

Ein bevorzugter Glycoluril-Härter ist Tetramethoxymethylglycoluril, wie dargestellt in Formel (III) und im Handel erhältlich als POWDERLINK 1174 von Cytec.

Der Härter kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen in einem Anteil von größer oder gleich ca. 1 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 2 Gew.-% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 3 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden. Der Härter kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 50 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 25 Gew.-% und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 20 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden.

Eine Anzahl optionaler Komponenten kann der härtbaren Schutzlackzusammensetzung weiterhin zugesetzt werden, um der gehärteten Schutzlackzusammensetzung bestimmte gewünschte Eigenschaften zu verleihen. Diese optionalen Komponenten umfassen, sind aber nicht beschränkt auf (Reaktions-)Beschleuniger, Lösungsmittel, Trennmittel, anorganische Füllstoffe und dergleichen sowie Mischungen, die mindestens eine der vorhergenannten Komponenten enthalten.

Die Beschleuniger können wahlweise in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen verwendet werden, um eine thermische Härtungsreaktion zu beschleunigen. Bei Verwendung von Beschleunigern wird die Temperatur zur Durchführung der Härtungsreaktion herabgesetzt. Geeignete Beschleuniger sind starke Säuren, wie Flußsäure, Trifluorsulfonsäure, p-Toluolsulfonsäure und Schwefelsäure, die unter Salzbildung mit vorliegenden Aminen reagieren können, aber keine unlöslichen Salze bilden. Geeignete im Handel erhältliche Beschleuniger sind CYCAT 4040, CYCAT 600 und POWDER-LINK MTSI, ein substituierter Acrylamidkatalysator, alle im Handel angeboten von der Cytec Corporation, West Palterson, N.J. (USA).

Ein Beschleuniger, sofern vorhanden, kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen in einem Anteil von bis ca. 5 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 0,2 Gew.-%, stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 0,5 Gew.-% und besonders bevorzugt größer oder gleich ca. 0,8 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden. Der Beschleuniger kann in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 3 Gew.-% und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 2 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, vorhanden sein.

Wahlweise können Lösungsmittel in den härtbaren Schutzlackzusammensetzungen verwendet werden, um die Löslichkeit der verschiedenen Komponenten ineinander zu verbessern, die Haltbarkeit zu verlängern und/oder die Handhabung zu vereinfachen. Viele der üblicherweise verwendeten Lösungsmittel können in den Schutzlackzusammensetzungen angewandt werden, wie z.B. Wasser, Toluol, Aceton, Dimethylformamid, Dimethylacetamid, Methylethylketon, 2-Methoxyethylether (Diglyme), Ethylenglycolmonomethylether, Propylenglycolmonomethylether, Methoxybutanol, Ethoxybutanol, Methoxypropanol, Ethoxypropanol, Methylcellosolveacetat, Ethylcellosolveacetat, Propylenglycolmonomethyletheracetat, zweibasige Ester von Dipropylenglycolmonomethyletheracetat, Propylencarbonat, gamma-Butyrolacton und dergleichen. Mischungen von Lösungsmitteln können ebenfalls verwendet werden. Ein bevorzugtes Lösungsmittel ist Dimethylacetamid.

Ein Lösungsmittel, sofern vorhanden, kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung in einem Anteil größer oder gleich ca. 1 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 2 Gew.-% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 3 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden. Das Lösungsmittel kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 50 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 30 Gew.-% und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 20 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, vorhanden sein.

Trennmittel können der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ebenfalls zugesetzt werden, um eine nicht klebende Oberfläche nach der Verdunstung von Wasser und Lösungsmittel zu erhalten. Trennmittel können sowohl wasserlösliche als auch wasserunlösliche Monomere, Oligomere oder Polymere sein und können allgemein zugesetzt werden, um die Belichtungszeit des Photolacks mit UV-Licht während des Härtens zu verringern und die Vernetzungsdichte zu erhöhen. Die Trennmittel können die Löslichkeit der nicht polymerisierten Anteile des Schutzlacks verbessern und können die Zähigkeit und Vernetzungsdichte der photopolymerisierten Bereiche des gehärteten Schutzlacks verbessern. Geeignete Trennmittel können Mono-, di- und trifunktionelle Acrylate und Methacrylate sein. Geeignete Beispiele wasserlöslicher Monomere sind Polyethylenglycoldiacrylate, erhältlich als SR 344® von der Sartomer Company, und hoch alkoxylierte Triacrylate, erhältlich als SR 9035® von der Sartomer Company. Ein geeignetes Beispiel eines wasserunlöslichen Acrylatmonomers ist 2-Methoxyethylacrylate, erhältlich als SR 244® von Sartomer. Ein geeignetes Beispiel eines wasserunlöslichen trifunktionellen Acrylatmonomers ist Pentaerythrittetraacrylat, im Handel erhältlich als SR 295® von Sartomer. Ein Trennpolymer ist ein Styrol/Maleinsäureanhydrid-Copolymer, im Handel erhältlich als SCRIPSET 550 von Monsanto, das mit einem 1 : 1-Verhältnis von Styrol- und Maleinsäureanhydridmonomeren synthetisiert wird und ein Molekulargewicht von ca. 105000 g/mol besitzt.

Ein Trennmittel, sofern vorhanden, kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung in einem Anteil größer oder gleich ca. 1 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 5 Gew.-% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 10 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden. Das Trennmittel kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 50 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 40 Gew.-% und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 30 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, vorhanden sein.

Die härtbare Schutzlackzusammensetzung kann weiterhin wahlweise einen oder mehrere Füllstoffe enthalten, einschließlich z.B. Füllstoffe mit geringem Seitenlängenverhältnis, Faserfüllstoffe, Polymerfüllstoffe. Beispiele solcher auf dem Gebiet gut bekannter Füllstoffe umfassen die im "Plastic Additives Handbook, 4th Edition" (R. Gachter und H. Muller (eds.); P.P. 5 Klemchuck (assoc. ed.) Hansen Publishers, New York, 1993 beschriebenen. Nicht einschränkende Beispiele von Füllstoffen beinhalten Silica-Pulver, wie Quarzglas, pyrogene Kieselsäuresilica, kristallines Siliciumdioxid, neutraler Quarzsand und verschiedene silanbeschichtete Silicate; Bornitridpulver und Borosilicat-Pulver; Aluminiumoxide und Magnesiumoxid, Wollastonit, einschließlich oberflächenbehandeltem Wollastonit, Calciumsulfat (wie zum Beispiel sein Anhydrid oder Dihydrat oder Trihydrat); Calciumcarbonate, einschließlich Kreide, Kalkstein, Marmor und synthetische, abgeschiedene Carbonate, im allgemeinen in Form gemahlener Teilchen, die oft mehr als 98% CaCO3 enthalten, wobei der Rest andere anorganischen Salze, wie Magnesiumcarbonat, Eisenoxid oder Alumosilicate ausmacht; oberflächenbehandelte Calciumcarbonate; Talkum, einschließlich faserigem, modularem, nadelförmigem oder schichtförmigem Talkum, Glaskugeln, sowohl hohl als auch massiv, und oberflächenbehandelte Glaskugeln, üblicherweise mit Kupplungsreagenzien, wie Silankupplungsreagenzien und oder eine galvanische Beschichtung enthaltend; Kaolin, einschließlich hartem, weichem und calciniertem Kaolin, und Kaolin der verschiedene Beschichtungen enthält; Glimmer, einschließlich metallisiertem Glimmer und oberflächenbehandeltem Glimmer mit Aminosilanen oder Acryloylsilanen; Feldspat und Nephelinsyenit; Silicatkugeln; Cenospheres; Alumosilicate (Armospheres), einschließlich silanisierter und metallisierter Alumosilicate; Quartz; Quartzite; Perlite; Diatomeenerde; Siliciumcarbid; Molybdänsulfid; Zinksulfid; Aluminiumsilicate (Mullit); synthetischem Calciumsilicat; Zirconsilicat; Bariumtitanat; Bariumferrit; Bariumsulfat; Flockenfüllstoffen und Verstärkungsstoffen, wie Glasflocken, geflocktes Siliciumcarbid, Aluminumdiboride, verarbeitete Mineralfasern, wie solche, die aus Mischungen erhalten werden, die mindestens ein Alumosilicat, Aluminiumoxid, Magnesiumoxid und Calciumsulfathalbhydrat und Mischungen, die mindestens einen der vorhergenannten Füllstoffe enthalten. Die am meisten bevorzugten Füllstoffe sind pyrogene Kieselsäuren, wie Aerosil 974 von der Degussa Corporation, und relativ weiche anorganische Teilchenfüllstoffe, wie Bariumsulfate.

Wenn Füllstoffe in die härtbaren Schutzlackzusammensetzungen eingearbeitet werden, ist es bevorzugt, Teilchenfüllstoffe zu verwenden, die eine durchschnittliche Partikelgröße größer oder gleich ca. 0,001 Mikrometern (&mgr;m), vorzugsweise größer oder gleich ca. 0,01 &mgr;m, und besonders bevorzugt größer oder gleich ca. 0,1 &mgr;m aufweisen. Weiterhin ist es bevorzugt, Teilchenfüllstoffe zu verwenden, die eine durchschnittliche Partikelgröße kleiner oder gleich ca. 50 &mgr;m, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 30 &mgr;m und besonders bevorzugt kleiner oder gleich ca. 20 &mgr;m in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung aufweisen. Füllstoffe, sofern vorhanden, können in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung in einem Anteil größer oder gleich ca. 0,01 Gew.-%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 0,02 Gew.-% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 0,05 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, verwendet werden. Der Füllstoff kann in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung ebenfalls in einem Anteil von kleiner oder gleich ca. 40 Gew.-%, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 30 Gew.-% und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 20 Gew.-%, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, vorhanden sein. Werden Füllstoffe in der Zusammensetzung verwendet, kann eine hinreichende Vermahlung in einem 3-Walzen-Kalander oder einer äquivalenten Vorrichtung verwendet werden, um die maximale Partikelgröße auf weniger als etwa 5 &mgr;m zu reduzieren.

Die härtbare Schutzlackzusammensetzung kann ein Zweikomponentensystem umfassen, von dem ein Teil im Allgemeinen als Basis oder Basiskomponente und die andere im Allgemeinen als Härter oder Härterkomponente bezeichnet wird. Die Basis und der Härter werden üblicherweise getrennt hergestellt. Die jeweiligen Bestandteile der Basis und des Härters werden im Allgemeinen in einem Hochgeschwindigkeits-Intensivmischer gemischt. Die Basis enthält vorzugsweise das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer und die Photoinitiatorzusammensetzung. Andere Komponenten, die zur Base zugesetzt werden können, umfassen eines oder mehrere Pigmente, Füllstoffe, Viskositätsmodifikatoren, Entgasungsmittel, Ausgleichsreagenzien, Lösungsmittel und Mischungen, die eines oder mehrere der vorhergenannten Additive enthalten. Der Härter enthält vorzugsweise das Härterreagenz, Katalysatoren, Füllstoffe, Viskositätsmodifikatoren, Lösungsmittel, Trennmittel, und Mischungen, die eines oder mehrere der vorhergenannten Additive enthalten. Wenn Füllstoffe in der härtbaren Schutzlackzusammensetzung verwendet werden, können zusätzliche Dispersions- und Mahlvorgänge ausgeführt werden, um die maximale Teilchengröße zu verringern, was unter Verwendung eines 3-Walzenkalanders oder einer äquivalenten Vorrichtung erfolgen kann. Die Basis und der Härter werden im Allgemeinen getrennt verpackt, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Die Base und der Härter können in verschiedenen Verhältnissen miteinander gemischt werden in Abhängigkeit von der gewünschten Anwendung und den gewünschten Eigenschaften für diese Anwendung. Im Allgemeinen ist anzustreben, die Basis mit dem Härter in einem Verhältnis von etwas ca. 20 : 80, vorzugsweise ca. 50 : 50 und stärker bevorzugt 70 : 30 zu mischen.

Bei einem Ausführungsbeispiel, bei einer Verfahrensweise wird die härtbare Schutzlackzusammensetzung, die das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer, die Photoinitiatorzusammensetzung und den Härter enthält, auf die Oberfläche eines zu bedruckenden Objekts, wie z.B. eine Leiterplatte, aufgebracht. Die härtbare Schutzlackzusammensetzung kann durch Filmdruck, Sprühen, Walzenauftrag oder andere geeignete Verfahren aufgebracht werden. Nach dem Aufbringen der härtbaren Schutzlackzusammensetzung kann das Objekt in einem Ofen verbracht werden, um etwaige Lösungsmittel zu verdampfen. Geeignete Bedingungen zum Entfernen entflammbarer Lösungsmittel sind beispielsweise die Inkubation bei ca. 80°C für ca. 30 bis ca. 50 Minuten. Nach der Entnahme aus dem Ofen wird das Objekt abgekühlt, woraufhin eine strukturierte Maske auf der getrockneten Schutzschicht angeordnet wird. Das Objekt mit der Schutzschicht wird dann der Strahlung einer UV-Lampe für eine Zeitspanne ausgesetzt, die geeignet ist, die Bereiche des Objekts zu vernetzen, die nicht von der Maske bedeckt sind. UV-Quellen, wie diese, die üblicherweise in der Leiterplattendruckindustrie verwendet werden, um Lötstopmasken und Photolacke zu härten, wie Quecksilberdampflampen oder Metallhalogenlampen, können verwendet werden. Eine geeignete Energiemenge sind beispielsweise 75 Millijoule/cm2.

Nachdem die Maske entfernt worden ist, wird das Objekt mit einer Entwicklerlösung in Kontakt gebracht (d.h. besprüht), z.B. eine Natriumcarbonatentwicklerlösung, um das auf dem Objekt aufgelegte Muster zu entwickeln. Ein geeigneter Entwickler ist eine 1-%ige Natriumcarbonatlösung. Die Bereiche des Schutzlacks, die der UV-Strahlung ausgesetzt waren, sind in der Entwicklerlösung unlöslich und bilden einen gehärteten Schutzlack. Die Bereiche, die durch die Maske geschützt waren, bleiben löslich und werden von der Entwicklerlösung entfernt. Nach Spülen mit Wasser und Trocknen wird das Objekt mit dem strukturierten gehärteten Schutzlack in einem Ofen getempert, um den Schutzlack thermisch zu härten und die endgültigen Eigenschaften zu entwickeln.

Der oben beschriebene Schutzlack besitzt eine Reihe von vorteilhaften Eigenschaften über ähnliche handelsübliche Produkte. Der gehärtete Schutzlack hat eine Bruchdehnung von größer oder gleich ca. 10%, vorzugsweise größer oder gleich ca. 20% und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 30%. Weiterhin weist die gehärtete Schutzlackzusammensetzung verringerte Schrumpfung und verbesserte Ebenheit auf. Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Abweichung der Ebenheit kleiner oder gleich ca. 500 Mikrometern, vorzugsweise kleiner oder gleich ca. 50 Mikrometern und stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 0,25 Mikrometern über einen Abstand von 200 Millimetern, wenn der Schutzlack auf eine ebene Oberfläche ausgebracht wird und es ihm gestattet wird, unter Umgebungsbedingungen für einen Zeitraum größer 48 h zu trocknen und sich zu setzen. Der gehärtete Schutzlack zeigt ebenfalls eine höhere Photosensitivität bei äquivalenter Photoinitiatorkonzentration im Vergleich mit Konkurrenzprodukten. Dieses kann darin begründet sein, dass die Styrol-Maleinsäureanhydridoligomere transparenter für UV-Wellenlängen sind, als andere Harze, was einen effizienteren Ablauf der Vernetzungsreaktion unter Verwendung von weniger UV-Energie gestattet. Vorzugsweise ist die zur Härtung verwendete Energie größer oder gleich ca. 75 Millijoule/cm2, vorzugsweise größer als ca. 80 Millijoule/cm2 und stärker bevorzugt größer oder gleich ca. 100 Millijoule/cm2. Vorzugsweise ist die Energie zum Erreichen der Härtung kleiner oder gleich ca. 250 Millijoule/cm2, stärker bevorzugt kleiner oder gleich ca. 225 Millijoule/cm2 und besonders bevorzugt kleiner oder gleich ca. 200 Millijoule/cm2.

Die härtbare Schutzlackzusammensetzung kann daher bei einer Vielzahl kommerzieller Anwendungen eingesetzt werden, wie z.B. gedruckten Leiterplatten, die starr oder flexibel sein können. Diese Zusammensetzung bietet eine nicht haftende Oberfläche, eine im Wesentlichen glatte, lückenlose Beschichtung auf Metallen, wie Kupfer, und ist nach der Photopolymerisation in der Lage, Galvanisierungs- und Ätzlösungen zu widerstehen. Die verschiedenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden durch die folgenden Beispiele detaillierter beschrieben.

Beispiel 1

Härtbare Schutzlackzusammensetzungen, geeignet zur Anwendung durch Sprühen, Walzenauftrag und Schlitzdüsenbeschichtung, wobei eine niedrige Viskosität gewünscht ist (d.h. ca. 500 Centipoise bis etwa 3000 Centipoise), wurden hergestellt, die eine Basis und einen Härter wie unten in Tabelle 1 dargestellt enthalten. Die in Tabelle 1 dargestellten Gew.-% sind auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung einschließlich Basis, Härter und Lösungsmittel bezogen:

Tabelle 1 SARBOX 405 (Sartomer), verwendet wie erhalten CYMEL 300 (Cytec)

Die Basis und der Härter wurden in verschiedenen Verhältnissen, wie in Tabelle 2 gezeigt, miteinander gemischt. Die Zusammensetzung wurde auf eine 1 mil (1/1000 Inch, 25,4 Mikrometer) starke Kupferfolie aufgebracht und in einem Ofen für 30 Minuten bei einer Temperatur von 80°C getrocknet. Anschließend wurde sie unter Verwendung von UV-Licht von einer Metallhalogenlampe als Quelle gehärtet. Die Energiedosis betrug etwa 100 bis 200 Millijoule/cm2. Das Material wurde dann für 30 Minuten bei 150°C in einen Ofen verbracht und zu seinen endgültigen Eigenschaften gehärtet.

Die Kupferfolie wurde unter Verwendung von Kupferchlorid/Ammoniumchlorid-Ätzlösung weggeätzt, um einen freien Schutzlackfilm zu erhalten. Die Temperatur der Ätzlösung wurde bei 50°C und einem pH von 8 gehalten. Der gehärtete, freie Schutzlackfilm wurde anschließend in Probestücke mit einer Breite von 0,5 Inch (12,7 mm) geschnitten. Die Zugeigenschaften wurden unter Verwendung einer Sintech-1/G-Zugfestigkeitstestmaschine, hergestellt von MTS Systems, gemessen. Die Meßstreifenlänge betrug 2 Inch (5,08 cm), und die Testgeschwindigkeit betrug 2 Inch (5,08 cm) pro Minute:

Tabelle 2

Beispiel 2

Eine härtbare Schutzlackzusammensetzung, geeignet zur Anwendung durch Filmdruck, wobei eine hohe Viskosität gewünscht ist (d.h. ca. 100 Poise bis etwa 500 Poise), wurde hergestellt, die eine Basis und einen Härter, wie unten in Tabelle 3 dargestellt, enthält. Die in Tabelle 3 dargestellten Gew.-% sind auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung einschließlich Basis, Härter und Lösungsmittel bezogen:

Tabelle 3 SARBOX 405 (Sartomer), verwendet wie erhalten SARBOX 404 (Sartomer), verwendet wie erhalten DER 661 (Dow Chemical) CN966J75 (Sartomer)

Die Beschichtung dieses Beispiels besitzt die notwendige Rheologie, um leicht durch Filmdruck aufgebracht zu werden. Die Viskosität der Basis, des Härters und der Mischung sind jeweils ungefähr 135 Poise, 420 Poise und 200 Poise.

Die offenbarte härtbare Schutzlackzusammensetzung kann Viskositäten besitzen, die für verschiedene Anwendungsprozesse, einschließlich Sprühen, Walzenauftrag, Schlitzdüsenbeschichtung und Filmdruck, geeignet sind. Ein weiterer Vorteil ist, daß aufgrund der relativen Transparenz des Oligomers bei Wellenlängen, die zur Aktivierung des Photoinitiators verwendet werden, die Oligomere keinen signifikanten Anteil der angewandten UV-Strahlung absorbieren. Die Härtungsreaktion ist daher effizienter. Da weniger UV-Energie zur Härtung erforderlich ist, kann eine geringe Dosis an UV-Strahlung verwendet werden. Für die Praxis bedeutet die geringe Menge an UV-Strahlung, daß die Produktion der Beschichtungen mit einer höheren Geschwindigkeit erfolgen kann. Eine schnellere Beschichtung ist ein signifikanter Vorteil für den Kunden. Ein weiterer Vorteil ist, daß die erfindungsgemäßen Schutzlackzusammensetzungen weniger kostspielig als viele vergleichbare Handelsprodukte sind.

Die gehärteten Beschichtungen zeigen verbesserte Flexibilität und mechanische Eigenschaften, gemessen als Zugfestigkeit, Bruchdehnung und elastischer Modulus, im Vergleich zu ähnlichen Beschichtungen. Die verschiedenen Eigenschaften können eingestellt werden, z.B. durch Anpassung des Verhältnisses der Basis zum Härter in einer Zweikomponentenzusammensetzung. Die verbesserte Flexibilität und verminderte Schrumpfung der gehärteten Beschichtungen sind ein signifikanter Vorteil gegenüber im Stand der Technik bekannter Beschichtung.

Während die Erfindung mit Bezug auf Ausführungsbeispiele beschrieben worden ist, ist es für den Fachmann auf dem Gebiet selbstverständlich, dass zahlreiche Änderungen vorgenommen werden können und Äquivalente für Elemente derselben ausgetauscht werden können, ohne vom Anwendungsbereich der Erfindung abzuweichen. Zusätzlich können zahlreiche Modifikationen vorgenommen werden, um eine bestimmte Gegebenheit oder Material an die Lehren der Erfindung anzupassen, ohne ihren wesentlichen Anwendungsbereich zu verlassen. Daher ist beabsichtigt, dass die Erfindung nicht auf ein bestimmtes offenbartes Ausführungsbeispiel eingeschränkt wird, der als bester Weg angesehen zur Ausführung der Erfindung angesehen wird, sondern dass die Erfindung alle Ausführungsbeispiele einschließt, die in den Bereich der anschließenden Ansprüche fallen.

Zusammenfassung

Die härtbare Schutzlackzusammensetzung enthält, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung:

  • – ca. 5 bis ca. 95 Gew.-% eines veresterten Styrol-Maleinsäureanhydridoligomers, wobei die Estergruppen eine Acrylatfunktionalität (Acrylatrest), eine Methacrylatfunktionalität (Methacrylatrest) oder beides enthalten;
  • – ca. 0,02 bis ca. 16 Gew.-% einer Photoinitiatorzusammensetzung, und
  • – ca. 1 Gew.-% bis ca. 50 Gew.-% eines Härters.


Anspruch[de]
  1. Eine härtbare Schutzlackzusammensetzung, enthaltend, ausgehend vom Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung:

    – ca. 5 bis ca. 95 Gew.-% eines veresterten Styrol-Maleinsäureanhydridoligomers, wobei die Estergruppen eine Acrylatfunktionalität (Acrylatrest), eine Methacrylatfunktionalität (Methacrylatrest) oder beides enthalten;

    – ca. 0,02 bis ca. 16 Gew.-% einer Photoinitiatorzusammensetzung; und

    – ca. 1 Gew.-% bis ca. 50 Gew.-% eines Härters.
  2. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer die Struktur:
    besitzt, wobei:

    n gleich ca. 2 bis ca. 20;

    x gleich ca. 1 bis ca. 4;

    das Molverhältnis von x : (y + z) von ca. 4 : 1 bis ca. 1 : 4;

    y gleich ca. 0,1 bis ca. 0,9; z gleich ca. 0,1 bis ca. 0,9, wobei (y + z) gleich 1 ist, und,

    R ein Rest ist, der einen Acrylatrest, einen Methacrylatrest oder beides enthält.
  3. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer ein Molekulargewicht von ca. 1000 g/mol bis ca. 13000 g/mol besitzt.
  4. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer in einem Anteil von ca. 10 Gew.-% bis ca. 90 Gew.-% vorliegt, bezogen auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung.
  5. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Photoinitiatorzusammensetzung in einem Anteil von ca. 0,1 Gew.-% bis ca. 10 Gew.-% vorliegt, bezogen auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung.
  6. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Härter eine Melaminverbindung, eine Bisphenol-A-Verbindung, eine Glycolurilverbindung, eine Diaminverbindung, eine Triazenverbindung, eine Benzoguanaminverbindung, eine Oxazolinverbindung oder eine Kombination ist, die mindestens einen der vorhergenannten Härter enthält.
  7. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Härter ein alkyliertes Melamin-Formaldehyd-Harz ist.
  8. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Härter ein Glycoluril-Härter mit der Struktur:
    ist.
  9. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Härter in einem Anteil von ca. 3 Gew.-% bis ca. 20 Gew.-% vorliegt, bezogen auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung.
  10. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzlackzusammensetzung, bezogen auf das Gesamtgewicht der härtbaren Schutzlackzusammensetzung, bis zu ca. 50 Gew.-% eines Lösungsmittels, bis zu ca. 50 Gew.-% eines Trennmittels und bis zu ca. 20 Gew.-% eines Füllstoffs oder eine Mischung enthält, die mindestens eines der vorhergenannten Additive enthält.
  11. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die härtbare Schutzlackzusammensetzung, wenn sie mit UV-Licht gehärtet wird, einen gehärteten Schutzlack mit einer Bruchdehnung größer als 10-% erzeugt.
  12. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die härtbare Schutzlackzusammensetzung eine Zweikomponentenzusammensetzung ist, die eine Basiszusammensetzung und eine Härterzusammensetzung enthält, wobei die Basiszusammensetzung das veresterte Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer und die Photoinitiatorzusammensetzung enthält, und die Härterzusammensetzung den Härter enthält.
  13. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Basiszusammensetzung weiterhin ein Pigment, einen Füllstoff, einen Viskositätsmodifikator, ein Entgasungsmittel, ein Ausgleichsreagenz oder eine Mischung eines oder mehrerer der vorhergenannten Additive enthält.
  14. Härtbare Schutzlackzusammensetzung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Härterzusammensetzung weiterhin einen Katalysator, einen Füllstoff, einen Viskositätsmodifikator, ein Lösungsmittel, ein Trennmittel, oder eine Mischung eines oder mehrerer der vorhergenannten Additive enthält.
  15. Verfahren zur Herstellung einer gehärteten Schutzlackzusammensetzung, umfassend:

    – Beschichtung eines Objekts mit einer härtbaren Schutzlackzusammensetzung, die ein verestertes Styrol-Maleinsäureanhydridoligomer, eine Photoinitiatorzusammensetzung und einen Härter enthält, um einen Film zu formen, und

    – Härten des Films unter Verwendung einer UV-Strahlenquelle.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, weiterhin umfassend:

    Anordnung einer Maske auf dem Film vor dem Härten des Films und Schutz von Bereichen des Films vor der Strahlenquelle und

    In-Kontakt-Bringen des Films mit einer Entwicklerlösung nach Härten des Films zur Darstellung eines strukturierten gehärteten Schutzlacks.
  17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlenquelle eine UV-Strahlung ist.
  18. Gegenstand, hergestellt aus der Zusammensetzung nach Anspruch 1.
  19. Gegenstand, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 15.
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