Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennstoff-Verbrennungsanlage
mit einem Feuerraum mit zirkulierender Wirbelschicht, wobei mindestens ein Teil
des Feststoffflusses, der aus der Verbrennung des Brennstoffes in dem Feuerraum
entsteht, über einen Wärmetauscher, der mit Wirbelschicht arbeitet, wieder in den
Feuerraum zurückgeführt wird.
In einer Anlage mit zirkulierender Wirbelschicht wird der Brennstoff,
bei dem es sich um zerkleinerte Kohle handeln kann, normalerweise in den unteren
Teil des Feuerraums eingeblasen, in dem eine reduzierende Atmosphäre herrscht.
In dieser Zone wird der Brennstoff einer Pyrolyse unterzogen, wobei
der Brennstoff einerseits in flüchtige Bestandteile, die einen Bruchteil des Stickstoffs
des ursprünglichen Brennstoffes (N-flüchtig) enthalten, und andererseits in Feststoffe,
die den restlichen Stickstoff des ursprünglichen Brennstoffes (N-Koks) enthalten,
getrennt wird. Der Koks kann mehr oder weniger lange im unteren Teil des Feuerraums
verweilen, in dem eine reduzierende Atmosphäre herrscht; unter diesen Bedingungen
findet sich in den Reaktionsprodukten des N-Koks eher molekularer Stickstoff als
der Schadstoff NOx. Die Verweilzeit der Koksperlen in der reduzierenden Zone hängt
im wesentlichen von der Größe jeder Koksperle ab. Die feinsten Partikel verlassen
diese Zone rasch und durchqueren dann den oberen Teil des Feuerraums, in dem die
Reaktionen fortgesetzt werden.
Wie besonders in 1 zu sehen ist, besteht
der Fluss der Feststoffe, die aus dem Feuerraum 1 kommen, und von einer
geeigneten Vorrichtung wie einem Zyklon 3 erfasst werden, nicht nur aus
Mineralasche, sondern auch aus Koks, der aus der unvollständigen Verbrennung des
Brennstoffes in dem Feuerraum resultiert. Dieser Koks enthält die ursprünglichen
Elemente aus dem Brennstoff, insbesondere Kohlenstoff, Schwefel und Stickstoff.
Diese Feststoffe werden durch eine geeignete Einrichtung wie einen
Umwälzkreislauf 4, der mit einem Siphon ausgestattet ist, wieder in Richtung
Feuerraum geführt. In 1 geht ein Teil des Feststoffflusses,
der in Richtung Feuerraum 1 rezirkuliert, in einen Wärmetauscher
7 über, der mit Wirbelschicht arbeitet. Gemäß 2
besteht ein Wärmetauscher 7, der mit Wirbelschicht arbeitet, aus einem
Gehäuse 71, in dessen Innerem Schlangenrohrpakete 72 angeordnet
sind, durch die Wasser oder Dampf fließt. Der Feststofffluss tritt über ein Eintrittsrohr
73 ein und durchquert den Wärmetauscher über ein Fluidisierungssystem,
um dann über ein Austrittsrohr 74 wieder auszutreten. Die Betthöhe der
Feststoffe in dem Wärmetauscher ist mit den Strichen L angegeben. Hier befindet
sich der Wärmetauscher außerhalb des Feuerraumes 1 und wird nur von einem
Teil des Feststoffflusses durchquert, der zum Feuerraum 1 rezirkuliert.
Selbstverständlich gilt das Folgende auch dann, wenn der Wärmetauscher
7 ein Teil des Feuerraumes 1 ist, und den ganzen Feststofffluss
aufnimmt.
In 2 ist das Innere des Gehäuses
71 des Wärmetauschers 7 in mehrere Kammern 75A,
75B, 75C, 75D aufgeteilt ist, welche durch Wände
76 voneinander getrennt sind. In den Kammern 75B und
75C befinden sich die Rohrpakete 72B, 72C, durch die
Wasser oder Dampf fließt. Am Boden 77 des Wärmetauschers befinden sich
Düsen 78, welche das Einführen eines Fluidisierungsgases in die Feststoffe
erlauben. Unterhalb des Bodens 77 ist ein Luftkasten 79 angeordnet,
der das Fluidisierungsgas enthält. Dieser Luftkasten 79 kann selbst –
muss aber nicht – in mindestens so viele Kammern 79A, 79B,
79C, 79D unterteilt sein, wie Kammern in dem Gehäuse vorhanden
sind.
Nachdem die Fluidisierungsgase die Feststoffe vom unteren Bereich
des Bodens 77 bis oberhalb der Höhe L des Bettes der Feststoffpartikel
durchquert haben, treten die Fluidisierungsgase über das Rohr 74 aus und
gelangen wieder in den Feuerraum 1. Während sie den Wärmetauscher
7 durchqueren, sinkt die Temperatur der Feststoffe je nach Anzahl und Fläche
der Rohre 72 in dem Gehäuse 71 um einen Wert, der dem Wert entspricht,
den sie bei Austritt aus dem Zyklon besitzen (ca. 850 – 900 °C), bis auf
eine Temperatur in der Größenordnung von 500 bis 700 °C.
Im gegenwärtigen Stand der Technik handelt es sich bei dem in dem
Wärmetauscher 7 verwendeten Fluidisierungsgas um Luft aus der Atmosphäre
mit einer Temperatur von normalerweise zwischen 20 und 300 °C und einer Druckhöhe,
die ausreicht, um den Fluss der Feststoffe beispielsweise von der Eintrittskammer
75A aus bis zu der Austrittskammer 75D zu ermöglichen. In jeder
Kammer herrscht eine sehr stark oxidierende Atmosphäre oder eine Atmosphäre mit
einem sehr hohen Sauerstoff-Teildruck. Diese Technik hat den Nachteil, dass sich
aufgrund der Reaktion zwischen dem weiter oben genannten N-Koks und der Fluidisierungsluft
des Wärmetauschers 7 Stickstoffoxide bilden. Die Bildung von Stickstoffoxid
ist in den Eintrittskammern 75A, 75B deutlich höher als in den
Austrittskammern 75C, 75D und zwar aufgrund des Verbrauchs von
N-Koks in den Eintrittskammern und vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Temperatur
der Feststoffe in den Eintrittskammern sehr viel höher ist als in den Austrittskammern.
Bei einem Wärmetauscher mit vier Kammern, wie er in 2
dargestellt ist, liegt die Temperatur der Feststoffe in der Kammer 75A
beispielsweise meistens in der Größenordnung von 850 bis 900 °C, in der Kammer
75B in der Größenordnung von 650 bis 800 °C und in
der Kammer 75C in der Größenordnung von 500 bis 650 °C. Die Stickstoffoxide,
die sich in diesen Kammern durch Reaktion des N-Koks mit der Fluidisierungsluft
bilden, werden also in Richtung Feuerraum transportiert, wo sie sich mit den erzeugten
Rauchgasen vermischen, und an der Gesamtschadstoffemission beteiligt sind.
In den Dokumenten US-5054435 und US-5341766 wird eine zirkulierende
Wirbelschichtverbrennungsanlage beschrieben, in der ein Teil des Partikelflusses,
der sich aus der Verbrennung des Brennstoffes in dem Feuerraum ergibt, über einen
Wärmetauscher – der mehrere Kammern oder Zonen besitzt, denen ein Fluidisierungsgas
zugeführt wird, das einen geringeren Sauerstoffgehalt hat als die Luft – in
den Feuerraum zurückgeführt.
Ziel der Erfindung ist es, die Stickstoffoxidemission in einer solchen
Anlage zu reduzieren.
Deshalb hat die Erfindung ein Verfahren zur Reduzierung der Stickstoffoxidemissionen
in einer Brennstoff-Verbrennungsanlage zum Ziel, die einen Feuerraum mit zirkulierender
Wirbelschicht besitzt, in dem mindestens ein Teil des Feststoffflusses, der aus
der Verbrennung des Brennstoffes in dem Feuerraum entsteht, über einen Wärmetauscher,
der mit Wirbelschicht arbeitet, wieder in den Feuerraum zurückgeführt wird. Dem
Wärmetauscher wird ein Fluidisierungsgas zugeführt, das einen geringeren Sauerstoffgehalt
besitzt als die Luft, und einigen Kammern des Wärmetauschers wird das sauerstoffarme
Fluidisierungsgas allein oder mit Luft gemischt zugeführt, und der anderen Kammer
oder den anderen Kammern des Wärmetauschers wird nur Luft zugeführt.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht also darin, den Sauerstoff-Teildruck
in den Kammern des Wärmetauschers zu kontrollieren, um die Bildung von Stickstoffoxiden
so weit wie möglich zu vermeiden. Der Sauerstoff-Teildruck wird kontrolliert und
zwischen 1 und 4 gehalten. Dieses sauerstoffarme Fluidisierungsgas, das meistens
unter 12 % Sauerstoff-Mol enthält, besteht vorzugsweise aus Rauchgasen, die bevorzugt
hinter einem Rauchgasfilter abgezogen werden. Aus diesen Rauchgasen wird nämlich
der Staubgehalt entfernt, durch den die Druckerhöhungsgebläse, mit deren Hilfe das
Fluidisierungsgas unter Druck in den Wärmetauscher geführt wird, infolge Abrieb
oder Verschmutzung beschädigt werden können.
Durch Regelung des Luftverhältnisses in dem Gemisch, das in die Kammern
des Wärmetauschers eingeblasen wird, kann man so eine Verbrennung des Kohlenstoffes
im Wärmetauscher in Gegenwart einer Atmosphäre mit niedrigem Sauerstoffgehalt und
folglich mit einem Minimum an Stickstoffoxidemissionen erhalten.
Um zu vermeiden, dass zu viel Rauchgase im Wärmetauscher rezirkuliert
werden, ist es vorteilhaft, den kältesten Kammern des Wärmetauschers nicht mit den
Rauchgasen vermischte Luft zuzuführen, da die Bildung von Stickstoffoxiden in diesen
Kammern unerheblich ist.
1 veranschaulicht eine Verbrennungsanlage
für die Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung.
2 veranschaulicht mehr im Detail einen
Wärmetauscher mit Wirbelschicht.
Die in 1 gezeigte Verbrennungsanlage wurde
teilweise oben vorgestellt. Die Rauchgase, die oben aus dem Zyklon 3 austreten,
passieren einen E-Filter 6 oder Schlauchfilter, so dass ihnen der Staub
entzogen wird, bevor sie in 8 über einen Schornstein abgezogen werden. Hinter dem
Filter 6 wird ein Teil der Rauchgase abgezogen und dient im Wärmetauscher
7 als Fluidisierungsgas, nachdem es ein Druckerhöhungsgebläse
9 durchlaufen hat. Wie in 2 gezeigt, kann auch
die Luft, die ein Druckerhöhungsgebläse 10 durchlaufen hat, zur Fluidisierung
des Feststoffflusses in dem Wärmetauscher 7 verwendet werden.
Wie in 2 gezeigt, werden die Rauchgase
allein oder mit Luft gemischt den heißesten Kammern 75A und 75B
des Wärmetauschers zugeführt, um den Feststofffluss zu fluidisieren. Den kältesten
Kammern 75C und 75D wird vorzugsweise nur Luft zugeführt. Die
Fluidisierungsgasmenge in jeder Kammer, die über die Luftkästen 79 und
die Düsen 78 führt, und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei nur um
Luft, nur um Rauchgase oder um ein Rauchgas-/Luftgemisch handelt, wird über Schieber
80 geregelt. Die Luftmenge in dem Luft/Rauchgasgemisch wird ebenfalls über
einen Schieber 81 geregelt. Selbstverständlich können die Rauchgase mit
einem geringen Sauerstoffgehalt auch in sämtliche Kammern des Wärmetauschers eingeblasen
werden.