Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen
von Superlegierungen mit erhöhter Festigkeit und thermischer Stabilität bei Raum-
und erhöhten Temperaturen. Mehr im Besonderen bezieht sich die vorliegende Erfindung
auf ein thermomechanisches Verfahren, das ein Rotationsschmieden einschließt, zum
Herstellen der Superlegierung 909 mit hervorragenden mechanischen und thermischen
Eigenschaften.
Superlegierungen, wie Legierungen auf Nickel-, Eisen-Nickel- und Cobalt-Basis
sind seit langem bekannt und werden bei Hochtemperatur-Anwendungen eingesetzt [bei
Temperaturen allgemein oberhalb von 640°C (1000°F)]. Solche Legierungen
waren wegen der Betriebsanforderungen hinsichtlich Festigkeit und der Fähigkeit,
für lange Zeitdauern bei erhöhten Temperaturen Belastungen zu widerstehen, besonders
brauchbar bei der Konstruktion von Komponenten für Flugzeug-Triebwerke. Diese Legierungen
werden auch in Elektronenstrahl erzeugenden Vorrichtungen, wie Röntgenröhren, eingesetzt,
die auch in Umgebungen hoher Temperatur und hoher mechanischer Spannungen betrieben
werden.
Röntgenröhren sind typischerweise aus gegenüber liegenden Elektroden
aufgebaut, die innerhalb eines zylindrischen Vakuumgefäßes eingeschlossen sind.
Die Elektroden umfassen eine Kathoden-Baueinheit, die Elektronen emittiert und in
einem gewissen Abstand von der Targetspur einer rotierenden, scheibenförmigen Anoden-Baueinheit
angeordnet ist. Die Targetspur oder Aufschlagzone der Anode ist typischerweise aus
einem hochschmelzenden Metall mit hoher Atomzahl und hohem Schmelzpunkt hergestellt,
wie Wolfram oder Wolframlegierung. Die Kathode hat einen Glühfaden, der thermische
Elektronen emittiert. Die Elektronen werden dann über einen Potential-Spannungsunterschied
zwichen der Kathoden- und Anoden-Baueinheit beschleunigt und schlagen mit hoher
Geschwindigkeit auf der Targetspur der Anode auf. Ein geringer Anteil der kinetischen
Energie der Elektronen wird in elektromagnetische Strahlung hoher Energie oder Röntgenstrahlen
umgewandelt, während der Rest in Wärmeenergie umgewandelt wird oder in rückgestreuten
Elektronen enthalten ist. Die Wärmeenergie des heißen Targets wird auf andere Komponenten
innerhalb des Vakuumgefäßes der Röntgenröhre gestrahlt und schließlich durch eine
zirkulierende Kühlflüssigkeit aus dem Gefäß entfernt. Die rückgestreuten Elektronen
schlagen auf andere Komponenten innerhalb des Vakuumgefäßes auf und resultieren
in einem zusätzlichen Erhitzen der Röntgenröhre. Die resultierenden erhöhten Temperaturen,
die durch die Wärmeenergie erzeugt werden, setzen die Komponenten der Röntgenröhre
hohen thermischen Spannungen aus, die beim Betrieb der Röntgenröhre problematisch
sind.
Wegen der sehr hohen Temperaturen an der Targetebene der Anode ist
es wichtig, dass die in enger Nachbarschaft zur Targetebene lokalisierten Legierungen
in einer solchen Weise hergestellt sind, dass sie den erhöhten Temperaturen und
thermischen Spannungen widerstehen. Eine Legierung, die typischerweise bei Komponenten
von Röntgenröhren benutzt wird, ist als Legierung 909 bezeichnet und auch durch
die Handelsnamen Incoloy® 909 (hergestellt durch Inco International,
Huntington, West Virginia) und CTX-909 (hergestellt durch Carpenter Alloys, Reading,
Pennsylvania) bekannt. Obwohl ihre Zusammensetzungen im Wesentlichen gleich sind,
haben Incoloy® 909 und CTX-909 unterschiedliche Gefüge-Charakteristika,
die im Einzelnen im Folgenden diskutiert werden.
Legierung 909 ist eine Legierung mit kontrollierter geringer Wärmeausdehnung,
die typischerweise bei Temperaturen von nicht mehr als 700°C (1292°F) benutzt
wird. Legierung 909 wird in Form eines Barrens unter Anwendung des Vakuum-Induktionsschmelzens
(VIM) und des Vakuum-Bogenreschmelzens (VAR)-Verfahrens hergestellt. Durch ein Heißwalz-Verfahren
wird aus dem Barren ein Knetstab hergestellt. Legierungsstäbe und -Stangen geringen
Durchmessers, die für Befestigungselement-Anwendungen benutzt werden, sind typischerweise
aus kalt gezogenem Draht hergestellt.
Gemäß den Aerospace Material Specification (AMS) Guidelines 5884 sind
die Material-Eigenschaften von Incoloy® 909 recht empfindlich auf
die thermomechanische Behandlung während des Bearbeitens der Legierung. AMS 6884
spezifiziert Korngrößen-Anforderungen für Legierungen, wie Incoloy®
909, in industriellen Anwendungen, und die Nichterfüllung dieser Anforderungen führt
zur Zurückweisung der Legierung. Irgendeine Kaltbearbeitung der Incoloy®
909, z.B. Kaltziehen des Drahtes, erfordert eine Wiederauflösungs- und Ausfällungs-Wärmebehandlung.
Das Wiederauflösungs-Glühen ist eine der kritischen Stufen bei der Kontrolle der
Korngröße und der nachfolgenden Material-Eigenschaften der Legierung. Es ist empfohlen,
dass das Wiederauflösungs-Glühen bei etwa 982°C ± 14°C ausgeführt
wird, um ein zu starkes Kornwachstum zu vermeiden. Übersteigt diese Temperatur die
empfohlenen Grenzen, dann findet ein rasches Kornwachstum statt, was zu einer Verminderung
der Festigkeit der Legierung führt.
Die Zurückweisung von Legierungen aufgrund der Nichteinhaltung der
Korngröße ist unglücklicherweise recht häufig. Das Wiederbearbeiten der Legierung
soll üblicherweise vermieden werden, da eine zusätzliche Kaltziehstufe, die oberhalb
eines kritischen Verformungsniveaus ausgeführt wird, häufig die Endabmessungen des
Legierungsstabes ändert. Außerdem werden Legierungen, wie Incoloy®
909 und CTX-909, gewöhnlich durch ihre einzelnen Hersteller fabriziert. Das konventionelle
Verfahren ist lang, bei einem typischen Lieferzyklus zwischen sechs Monaten und
einem Jahr. Weiter muss der Endverwender typischerweise einen ganzen Walzenlauf
bestellen, selbst wenn nur eine sehr geringe Menge erwünscht ist. Die lange Herstellungszeit
und begrenzte Verfügbarkeit der Legierungen erzeugt aus mehreren Gründen ernste
Probleme für die Endverwender. Erstens muss der Verwender seine/ihre Bedürfnisse
gut vorhersehen, und kann doch zu wenig der benötigten Legierungsmenge haben. Zweitens
gestatten es die derzeitigen Verfahren dem Endverwender nicht, einen großen Legierungsstab
zu einer kleineren Größe zu bearbeiten. Die Modifikation wird im Allgemeinen vom
Legierungs-Hersteller ausgeführt. Es bleibt daher ein Bedarf an einem effizienteren
Verfahren zum Herstellen von hochfesten und thermisch stabilen Legierungen einer
erwünschten Größe zum Einsatz bei Hochtemperatur-Anwendungen.
Die vorliegende Erfindung ist auf ein thermomechanisches Verfahren,
wie in Anspruch 1 definiert, zum Herstellen von Legierungen mit erhöhter Zugfestigkeit
und thermischer Stabilität gerichtet. Das Verfahren der vorliegenden Erfindung liefert
weiter ein Mittel zum Herstellen von Legierungsstäben und -stangen geringerer Größe
mit größerer Flexibilität, als bei nach konventionellen Verfahren hergestellten.
Das Verfahren schließt das Wärmebehandeln und dann Rotationsschmieden des Legierungsmaterials
bei einem genügenden Verformungsniveau und einer genügenden Temperatur ein, um die
Korngrenzenphasen der Legierung zu fragmentieren. Nach der Ausfällung führt ein
Alterungshärten zu einer Legierung mit erhöhter Zugfestigkeit bei Raum- und erhöhten
Temperaturen (etwa 649°C), guter Duktilität und ausgezeichneten Spannungsbruch-Charakteristika.
Die thermomechanisch behandelte Legierung ist durch ein Gefüge charakterisiert,
das eine ultrakleine Korngröße von etwa 7 &mgr;m oder weniger im Durchmesser, Fragmentierung
der Korngrenzenphasen und dispergierte Carbide innerhalb der Körner zeigt.
Bisher wurde das Rotationsschmieden bei der Herstellung von Legierungsstäben
und -stangen geringen Durchmessers nicht angewendet oder in Betracht gezogen, doch
liefert es ein Mittel zum Herstellen von Legierungsmaterialien geringerer Größe
aus größerem Legierungsmaterial. Dieses Merkmal ist besonders nützlich bei der Überwindung
der Herstellungsprobleme, denen Verbraucher typischerweise bei existierenden Herstellungsverfahren
ausgesetzt sind. Bei nur zwei Herstellern von Legierung 909 muss der Verbraucher
typischerweise einen ganzen Walzenlauf bestellen, selbst wenn die erwünschte Menge
gering ist. Weiter ist der Lieferzyklus recht lang (typischerweise 6–12 Monate)
und als ein Resultat ist die Verfügbarkeit der Legierung 909 häufig begrenzt. Das
thermomechanische Verfahren der vorliegenden Erfindung überwindet diese Probleme
durch Bereitstellen eines Mittels für den Verbraucher, Legierungsmaterialien zu
einer erwünschten Größe und Menge zu schmieden. Das vorliegende Verfahren kann zum
Herstellen neuer und verbesserter Legierungen mit vergleichbaren hervorragenden
mechanischen und thermischen Eigenschaften zum Einsatz bei Hochtemperatur-Anwendungen
benutzt werden, die Strahltriebwerke, Röntgenstrahlen erzeugende Vorrichtungen,
Gasturbinen-Komponenten, wie Brennerschaufeln und Laufschaufeln usw., einschließen,
darauf jedoch nicht beschränkt.
Ausführungsformen der Erfindung werden nun beispielhaft unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung beschrieben, in der zeigen:
1 ist eine REM-Mikrofotographie des Gefüges
von CTX-909, einer kommerziell erhältlichen Legierung mit geringer thermischer Ausdehnung,
wie sie von Carpenter Alloys (unbehandelt) (Stand der Technik) zu erhalten ist.
Der Begriff "unbehandelt", wie er hier benutzt wird, bezieht sich auf ein Legierungsmaterial,
das der thermomechanischen Behandlung der vorliegenden Erfindung nicht unterworfen
worden ist. Die mittlere Korgröße beträgt 16,4 &mgr;m und 31,6 &mgr;m im Längsschnitt.
Die intergranulare Ausfällung ist entlang den Korngrenzen ersichtlich. Die Vergrößerung
beträgt 1.650x: Maßstab: 1,65 cm = 10 &mgr;m;
2 eine REM-Mikroaufnahme des Querschnittsgefüges
von unbehandeltem CTX-909 bei einer Vergrößerung von 165x (Stand der Technik). Die
mittlere Korngröße beträgt 15,4 &mgr;m im Querschnitt, Maßstab: 1,65 cm = 100 &mgr;m;
3 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von unbehandeltem CTX-909, speziell der linsenförmigen Niobcarbid-Phase entlang
den Korngrenzen (ersichtlich als große langgestreckte Teilchen) (Stand der Technik).
Die Vergrößerung beträgt 16.500x: Die mittlere Korngröße im Querschnitt ist 15,4
&mgr;m; Maßstab: 1 cm = 1,66 &mgr;m;
4 ist eine REM-Mikroaufnahme des Gefüges
von CTX-909, das der neuen thermomechanischen Behandlung der vorliegenden Erfindung
ausgesetzt wurde. Die mittlere Korngröße im Querschnitt beträgt 5,0 &mgr;m und 9,0
&mgr;m im Längsschnitt, was beträchtlich kleiner ist als die Korngröße des unbehandelten
CTX-909 (vergleiche mit 1). Die intergranulare Ausfällung
ist innerhalb der Körner zu sehen. Die Vergrößerung beträgt 1.650x; Maßstab: 1,65
cm = 10 &mgr;m;
5 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von CTX-909 nach der thermomechanischen Behandlung. Die mittlere Korngröße im Querschnitt
ist 5,0 &mgr;m. Die Vergrößerung ist 165x; Maßstab: 1,65 cm = 100 &mgr;m;
6 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von CTX-909 nach der thermomechanischen Behandlung, insbesondere der fragmentierten
Niobcarbid-Teilchen. Die mittlere Korngröße ist 6,0 &mgr;m. Die Vergrößerung ist
16.500x; Maßstab: 1,65 cm = 1,0 &mgr;m;
7 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von Incoloy® 909, wie von Inco International erhalten (unbehandelt)
(Stand der Technik). Die mittlere Korngröße ist 179 &mgr;m. Die Vergrößerung ist
165x; Maßstab: 1,65 cm = 100 &mgr;m;
8 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von Incoloy® 909, wie von Inco International erhalten (unbehandelt)
(Stand der Technik). Die mittlere Korngröße ist 179 &mgr;m. Die Vergrößerung ist
16.500x; Maßstab: 1,65 cm = 1 &mgr;m;
9 ist eine REM-Mikrofotographie des Querschnittsgefüges
von Incoloy® 909 nach der thermomechanischen Behandlung. Die mittlere
Korngröße ist 6,7 &mgr;m, die beträchtlich geringer ist als die Korngröße des unbehandelten
Incoloy® 909 (vergleiche mit 7). Die
Vergrößerung ist 165x; Maßstab: 1,65 cm = 100 &mgr;m;
10 ist eine REM-Mikrofotographie des
Querschnittsgefüges von Incoloy® 909 nach thermomechanischer Behandlung.
Die Vergrößerung ist 16.500x; Maßstab: 1,65 cm = 1,0 &mgr;m. Die mittlere Korngröße
ist 6,7 &mgr;m und
11 ist eine REM-Mikrofotographie des
Querschnittsgefüges eines Bolzenschaftes im Querschnitt, hergestellt aus einem rotationsgeschmiedeten
Material. Dieser Bolzen wurde hinsichtlich Spannung-Bruch bei 649°C, 74 ksi
für 214,3 Stunden getestet und vor dem Versagen entfernt.
Die vorliegende Erfindung ist auf ein Verfahren zum Herstellen von
Superlegierung 909 mit hervorragenden mechanischen Eigenschaften und verbesserter
thermischer Stabilität sowohl bei Raum- als auch erhöhten Temperaturen gerichtet.
Die vorliegende Erfindung stellt ein neues thermomechanisches Verfahren zum Produzieren
der Superlegierung bereit, das Rotationsschmieden zum Herstellen eines resultierenden
Legierungsmaterials mit einer ultrafeinen, sehr gleichmäßigen Korngröße, hoher Zugfestigkeit
bei Raum- und hohen Temperaturen (etwa 649°C), guter Duktilität und ausgezeichneten
Spannungsbruch-Charakteristika benutzt.
Die mechanischen Eigenschaften der nach dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung hergestellten Superlegierungen sind gegenüber denen des Standes der Technik
deutlich verbessert, wenn Superlegierungs-Material im lösungsgeglühten Zustand rotationsgeschmiedet
wird, wobei ein starkes Reduktionsschema mit Zwischenglühungen bei Temperaturen
unterhalb der Auflösung der Lavesphasen benutzt wird. Die resultierende Superlegierung
zeigt eine ultrafeine, sehr gleichmäßige Korngröße, wie in den 6
und 9 dargestellt. Ein Zusammenfassung der
mechanischen und thermischen Eigenschaften der nach dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung hergestellten Superlegierung ist unten in Tabelle 1 gezeigt. Zusätzlich
zu den hervorragenden Eigenschaften behält die thermomechanisch behandelte Superlegierung
diese Eigenschaften über ein breites Temperaturintervall. Tabelle 2 fasst die Eigenschaften
der rotationsgeschmiedeten Legierung zusammen, die nach verschiedenen Wiederauflösungs-Glühungen
erhalten werden.
Das thermomechanische Verfahren der vorliegenden Erfindung hat zusätzliche
Vorteile für den Verbraucher erzeugt. So gestattet, z.B., das Rotationsschmieden,
ein Verfahren, das bisher bei der Herstellung von (Legierungs)-Stäben und -Stangen
geringen Durchmessers nicht benutzt wurde, dem Verbraucher die Verarbeitung eines
vorausgewählten Legierungsmaterials zu einer erwünschten Größe in der benötigten
Menge. Bisher waren diese Vorteile mit konventionellen Verfahren, wie Heißwalzen
und Drahtziehen, nicht zugänglich. Obwohl die vorliegende Erfindung auf Hochtemperatur-Umgebungen,
wie eine Röntgenstrahlen erzeugende Vorrichtung, anwendbar ist, sollte dem Fachmann
klar sein, das das vorliegende Verfahren für andere Anwendungen
benutzt werden kann, bei denen eine Kombination hoher Festigkeit bei Raumtemperatur
und guter Hochtemperatur-Eigenschaften, wie Kriechbeständigkeit und Spannungsbruch,
erforderlich sind. So werden, z.B., Strahltriebwerke und Gasturbinen-Komponenten,
wie Brennerschaufeln und -laufschaufeln, von solchen verbesserten Legierungs-Eigenschaften
profitieren.
Superlegierungen, wie Incoloy® 909 und CTX-909, sind
sehr empfindlich für thermomechanische Behandlungen, sodass der Fachmann nicht motiviert
werden würde, Legierungsstäbe und -stangen kleineren Durchmessers aus größeren Legierungsstäben
herzustellen. In einem Versuch, die oben im Zusammenhang mit konventionellen Verfahren
festgestellten Probleme beim Herstellen von Superlegierungs-Stangen zu überwinden,
wurde eine hervorragende Superlegierung hergestellt, bei der das Superlegierungs-Material
im lösungsgeglühten Zustand unter Anwendung eines starken Reduktionsschemas mit
Zwischenglühungen bei Temperaturen unterhalb der Auflösung der Laves-Phasen rotationsgeschmiedet
wurde.
Mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wurde ein Stab von Legierungsmaterial
einer definierten Größe auf hohe Temperaturen (–980°C) erhitzt, gefolgt
von einer Rotation mit hoher Geschwindigkeit. Beispiele des Schmiedeverfahrens,
wie es in der vorliegenden Erfindung benutzt wurden, sind unten angegeben. Ausgangsmaterial
mit einem Durchmesser von 2,625 Zoll wurde folgendermaßen bearbeitet:
1. Vorerhitzt auf 982°C (Bereich 950°C bis 1.010°C) und dann auf
1,76 Zoll in acht Durchgängen mit einem Mittel von 3 mm (im Durchmesser) per Durchgang
reduziert. Dies entspricht einem Mittel von 9–12% Verformung pro Durchgang.
2. Vorerhitzt auf 982°C (Bereich 950°C bis 1.010°C) und dann auf
1,5 Zoll in drei Durchgängen mit einem Mittel von 2 mm (im Durchmesser) per Durchgang
reduziert. Dies entspricht einem Mittel von 9–12% Verformung pro Durchgang.
3. Vorerhitzt auf 982°C (Bereich 950°C bis 1010°C) und dann auf
1,0 Zoll in fünf Durchgängen mit einem Mittel von 2,6 mm (im Durchmesser) per Durchgang
reduziert. Dies entspricht einem Mittel von 14–17% Verformung pro Durchgang.
4. Vorerhitzt auf 982° (Bereich 950°C bis 1010°C) und dann auf 0,6
Zoll in fünf Durchgängen mit einem Mittel von 2 mm (im Durchmesser) per Durchgang
reduziert. Dies entspricht einem Mittel von 19–23% Verformung pro Durchgang.
Das Gesamtverfahren des Reduzierens einer Stange von 2,625 Zoll zu einem Stab von
0,5 Zoll Durchmesser bestand aus vier Zyklen mit insgesamt 21 Durchgängen bei einer
mittleren Verformung von 14% pro Durchgang.
Es sollte klar sein, dass die Temperatur während des Schmiedens nicht
weniger als 760°C betragen sollte, um ein Reißen der Legierung zu verhindern.
Die Verformung sollte graduell zunehmend sein, wenn man zu Stäben mit kleinem Durchmesser
geht, bei einer mittleren Verformung von etwa 7% bis etwa 25% pro Durchgang. Dies
erfolgt zum Aufrechterhalten der Temperatur bei einem genügenden Niveau, um das
Reißen zu vermeiden.
Während er mit hoher Geschwindigkeit gedreht wurde, wurde auf den
Stab gleichzeitig auf allen Seiten unter Benutzung von Ambossen oder einem ähnlichen
Instrument eingeschlagen. Durch das Einschlagen wurde die Größe des Stabmaterials
schmaler und länger. Hatte der resultierende Stab nach einem Zyklus des Rotationsschmiedens
die erwünschte Größe, dann erfolgte kein weiteres Rotationsschmieden. War jedoch
ein Legierungsstab einer geringeren Größe erwünscht, dann wurde der Stab/die Stange
wieder erhitzt und durch einen anderen Zyklus des Rotationsschmiedens geschickt,
wobei die Stufen des Vorerhitzens und Rotationsschmiedens wiederholt wurden, bis
die erwünschte Legierungsgröße hergestellt war. So wurde, z.B., Legierungsmaterial
von mehr als 2½ Zoll Durchmesser einem Rotationsschmieden unterworfen und
ergab einen Stab mit ½ Zoll Durchmesser. Es wurde weiter festgestellt, dass
die Eigenschaften des neuen und reduzierten Legierungsmaterials gegenüber dem ursprünglichen
Material (größer) hervorragend waren.
Eigenchaften von kommerziell hergestelltem Standardmaterial sind unten
in Tabelle 1 angegeben. Gemäß den Herstellungs-Leitlinien nach AMS 5884 müssen Minimalanforderungen
eingehalten werden, weil sonst das Material nicht passend und unakzeptabel bei hohen
Temperaturen ist. In dieser Hinsicht muss die mittlere Korngröße 5 oder weniger
betragen. Je höher die Korngrößezahl, um so kleiner das Korn. Streckgrenze bezieht
sich auf Streckgrenze bei 0,2% Verformung. Dieser Wert muss ein Minimum von 140
ksi für Standard-Legierungsmaterial sein. Zugfestigkeit muss ein Minimum von 175
ksi und Dehnung mindestens 8% sein. Die Kombination Spannungsbruch und Dehnung bei
649°C bei 74 ksi beträgt 23 Stunden. Dies ist die minimal zulässige Spannungsbruch-Zeit
bei einem Dehnungsminimum von 4%. Werden diese Minimal-Eigenschaften nicht erzielt,
wird das Legierungsmaterial ausrangiert.
In der zweiten Spalte von Tabelle 1 sind die Eigenschaften für das
Rohmaterial CTS-090 gezeigt, das zum Rotationsschmieden in der
vorliegenden Erfindung eingesetzt wurde. Das Rohmaterial hatte ursprünglich einen
Durchmesser von 67 mm vor der thermomechanischen Behandlung. Die Eigenschaften des
Ausgangsmaterials wurden durch den Hersteller bestimmt. Die mittlere Korngröße des
Ausgangsmaterials betrug 45 &mgr;m. Die Streckgrenze war 154 ksi und die Zugfestigkeit
bei Raumtemperatur wurde zu 192 ksi bestimmt. Die Kombination Spannungsbruch bei
649°C bei 74 ksi betrug 104,3 Stunden und die Dehnung war 26,7%.
Tabelle 1Zusammenfassung mechanischer Eigenschaften der Legierung 909 für verschiedene
Materiallose
Gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wurde Superlegierung
Ansatznummer C-203356 bis zu einem Durchmesser von 14 mm (~ ½ Zoll) rotationsgeschmiedet.
Spannungsbruch wurde bestimmt, indem man das Legierungsmaterial einer konstanten
Spannung, in diesem Falle 74 ksi bei einer Temperatur von 649°C, aussetzte.
Das Legierungsmaterial wurde dann getestet, bis es versagte. Die Zeit des Versagens
ist als die Bruchzeit für das Legierungsmaterial aufgezeichnet.
Beim Bewerten des rotationsgeschmiedeten Legierungsmaterials, das
gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung erhalten wurde, erwies sich die Korngröße
(~ 7 &mgr;m) als beträchtlich kleiner als die Korngröße des unbehandelten Legierungsmaterials.
Die Streckgrenze wurde von 154 ksi zu 187 ksi erhöht. Dies ist eine mehr als 20%-ige
Zunahme in der Streckgrenze des rotationsgeschmiedeten Materials. Die Zugfestigkeit
bei Raumtemperatur wurde ebenfalls von 192 ksi auf 215 ksi erhöht. Die Zugfestigkeit
bei hohen Temperaturen (649°C) ist auch ein sehr wichtiger Parameter. Die Minimal-Anforderungen
von AMS 5884 erfordern ein Minimum von 136 ksi. Das in dem vorliegenden
Verfahren eingesetzte unbehandelte Ausgangs-Legierungsmaterial hatte eine Zugfestigkeit
von 149,5 ksi. Nach dem Rotationsschmieden hatte das verbesserte Legierungsmaterial
eine Zugfestigkeit von 169,5 ksi, war eine Verbesserung um 20 ksi anzeigt.
Das Rotationsschmiede-Material wurde zum Herstellen von Befestigungs-Elementen
benutzt, die bei einer Röntgenröhren-Anwendung eingesetzt wurden. Der an den Bolzen,
die aus der rotationsgeschmiedeten Legierung hergestellt waren (gezeigt in Tabelle
2, Spalte 5), ausgeführte Spannungsbruchtest wurde nach 214,3 Stunden unterbrochen,
zu welchem Zeitpunkt der Bolzen nicht versagt hatte. Diese Resultate sind mit einer
Spannungsbruchzeit bis zum Versagen von 87,5 Stunden (gezeigt in Tabelle 1, Spalte
4) für Bolzen zu vergleichen, die aus einem konventionellen Material hergestellt
waren, das durch Heißwalzen, gefolgt vom Drahtziehen zu 7,7 mm und Kaltziehen zu
einem Stab von 4,75 mm hergestellt war.
Bei der Betrachtung der Gesamtheit der mechanischen und thermischen
Eigenschaften der getesteten Legierungen sollte für den Fachmann klar sein, dass
das behandelte (rotationsgeschmiedete) Legierungsmaterial eine ultrafeine, sehr
gleichmäßige Korngröße, hohe Zugfestigkeit sowohl bei Raum- als auch erhöhten Temperaturen,
gute Duktilität und ausgezeichnete Spannungsbruch-Charakteristika zeigt. Diese Resultate
werden durch eine unkonventionelle thermomechanische Behandlung erzielt, die bisher
bei der Herstellung von Legierungsstäben und -stangen geringerer Größe nicht benutzt
wurde.
Obwohl die Zusammensetzung von Incoloy® 909 und CTX-909
während des vorliegenden Verfahrens im Wesentlichen gleich bleibt, unterliegen die
Gefüge-Charaketeristika jeder Legierung signifikanten Änderungen aufgrund des thermomechanischen
Behandlungverfahrens. Dies ist in den 1 bis
11 gezeigt.
1 ist eine REM-Mikrofotographie des Gefüges
von unbehandeltem CTX-909. Die intergranulare Ausfällung ist entlang den Korngrenzen
sichtbar. Die Ausfällungen ergeben eine Art von Verfestigungs-Mechanismus für die
Legierung sowie eine Phasenstabilität. In 1 können
die Carbide als lange düne weiße Linien gesehen werden. In ähnlicher Weise veranschaulicht
7 die Existenz von intergranularen Ausfällungen entlang
den Korngrenzen in dem Gefüge der unbehandelten Incoloy® 909.
Man vergleiche 1 und 7
mit den 4, 5,
6, 9,
10 und 11,
die die Gefüge-Charakteristika von behandeltem (rotationsgeschmiedetem) Legierungsmaterial
zeigen. Es sollte klar sein, dass das behandelte Material ultrafeine, sehr gleichmäßige
Korngrößen zeigt und die Ausfällungen (oder Teilchen) innerhalb der Körner lokalisiert
sind (intragranulare Ausfällungen). Der Ort der Ausfällungen innerhalb der Körner
ist sehr wichtig für die Stabilisierung des Gefüges der Legierung. Intragranulare
Ausfällung verhindert weiter das Verschieben und Verformen der Körner und Korngrenzen,
was zu einer größeren Zugfestigkeit für die Legierung führt.
Beim Ausführen der thermomechanischen Behandlung der Legierungen wurde
die zweite Phase, die in den Korngrenzen sitzt, wieder in feste Lösung gebracht.
Die feste Lösung wurde dann rotationsgeschmiedet und dann unter Anwendung eines
starken Reduktionsschemas mit Zwischenglühungen bei Temperaturen unterhalb des Auflösung
der Laves-Phasen dispergiert. Dieser Mechanismus wird Dispersoid-Verfestigen genannt.
In anderen Worten, die an den Korngrenzen befindlichen Phasen dispergieren und drücken
die Fragmente in die Körner. Die Fragmentierung trägt zu einem Dispersoid-Verfestigen
der behandelten rotationsgeschmiedeten Legierung bei. Der Mechanismus der Verformung
ist derart, dass, wenn man eine Zuglast auf das Legierungsmaterial anwendet, das
Material Versetzungen auf einem Gefügeniveau zu erzeugen beginnt. Die Versetzungen
bewegen sich dann durch die Körner und erzeugen dadurch Verformungen. Werden die
kleinen Fragmente innerhalb der Körner angeordnet, dann haften die Versetzungen
selbst an den Körnern, was zu einer größeren Verfestigung des Legierungsmaterials
führt.
Die Eigenschaften der nach verschiedenen Wiederauflösungs-Glühschemen
erhaltenen rotationsgeschmiedeten Legierung sind unten in Tabelle 2 zusammengefasst.
Die Resultate zeigen, dass die Legierung nach thermomechanischer Behandlung ihre
hervorragenen mechanischen und thermischen Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich
beibehielt. Tabelle 2Zug- und Spannungsbruch-Eigenschaften eines Stabes aus Legierung 909,
der aus einem rotationsgeschmiedeten Barren erhalten war.Die Eigenschaften nach einer Standard-Ausfällungs-Wärmebehandlung bei
718°C für 8 Stunden, gefolgt von 8 Stunden bei 621°C gemäß AMS 5884Fixpunkt-Daten zeigen Minimaleigenschaften, gefordert nach AMS 6884
VS
= Streckgrenze
TS
= Zugfestigkeit
EL
= Dehnung
RA
= Reduktion
Zusammenfassend sind die hervorragenden mechanischen und thermischen
Eigenschaften der Legierungen der vorliegenden Erfindung Folgende:
1) Ultrafeine Korngröße von etwa 7 &mgr;m oder weniger im mittleren Durchmesser;
2) Zugfestigkeit bei Raumtemperatur 215 ± 10 ksi;
3) Zugfestigkeit bei hohen Temperaturen 170 ± 10 ksi;
4) Kombination von Raumtemperatur- und Hochtemperatur-Zugfestigkeit und Spannungsbruchrate
sind signifikante Eigenschaften für die Legierung und
5) Kombination von hoher Festigkeit und hoher Dehnung (12% ± 2).
Die beobachtete Verbesserung in den Eigenschaften wird zwei Mechanismen
zugeschrieben:
1) Ultrafeinem, sehr gleichmäßigem (über den Querschnitt) Korn, das durch Schmieden
mit hoher Energie und bei hohen Temperaturen unterhalb der Auflösung der Laves-Phasen
erzielt wird, wodurch man das Kornwachstum hemmt, während gleichmäßige Spannung
aufrechterhalten wird. Ein Vergleich zwischen der anfänglichen Korngröße vor und
nach dem Rotationsschmieden ist in Tabelle 1 gezeigt.
2) Die ursprünglich in der Legierung 909 vorhandenen Laves-Phasen, als die "Korngrenzen-Auskleidungs"-Phasen,
werden während des Rotationsschmiedens fragmentiert. Diese Fragmentierung trägt
zu einer Dispersoid-Verfestigung der modifizierten Legierung bei. Die Gefüge sind
am besten in 11 veranschaulicht.
In der ganzen Beschreibung ist 1 ksi = 6,895 × 106
Pa; 1 lb = 0,45 kg; 1 Zoll = 25,4 mm.
Anspruch[de]
Thermochemisches Verfahren zum Vergrössern der Festigkeit und thermischen
Stabilität von Legierungen, enthaltend die Schritte:
a. Vorwärmen eines vorgefertigten Ni-Fe-Co-Legierungsstab- oder -Stangenmaterials
aus Legierung 909 mit einer USN Bezeichnung N19909 mit einer vorgewählten
Grösse bei einer Temperatur von 950 bis 1.010°C, so dass kein Kornwachstum auftritt,
und anschliessend
b. Rotationsschmieden des erwärmten Legierungsstab- oder -Stangenmaterials bei einem
Verformungswert von 7 bis 25% pro Durchlauf und einer Temperatur, die nicht niedriger
als 760°C ist, um so fragmentierte Korngrenzen-Karbidphasen der Legierung, intragranulare
Ausscheidung von Carbiden und eine Korngrösse mit einem durchschnittlichen Durchmesser
von 7 &mgr;m oder weniger zu erzeugen.
Thermochemisches Verfahren nach Anspruch 1, wobei ferner die Schritte
vorgesehen sind, dass die Schritte (a) und (b) wiederholt werden, bis die gewünschte
Grösse der Legierung oder des Stabes erzeugt ist.
Thermochemisches Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Rotationsschmiedeschritt
durch graduelles Erhöhen der Deformationswerte pro Durchlauf ausgeführt wird.