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Dokumentenidentifikation DE102004014328A1 10.11.2005
Titel Hydraulisch dämpfendes Gummilager
Anmelder ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Schäfer, Christof, 53489 Sinzig, DE;
Schmitz, Michael, 53115 Bonn, DE
DE-Anmeldedatum 22.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004014328
Offenlegungstag 10.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse F16F 13/14
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein hydraulisch dämpfendes, auch als Hydrobuchse bezeichnetes Buchsengummilager.
Aufgabe ist es, ein gattungsgemäßes Lager so auszubilden, dass das Lager auch im Bereich der Kammern gegenüber einer aus radialer Richtung auf die Kammern einwirkenden Kraft eine hohe Steifigkeit aufweist und diese Steifigkeit vorzugsweise durch die Dimensionierung und geeignete Wahl des Materials beeinflussbar ist. Bei dem zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagenen Lager erstreckt sich durch den Lagerkörper mindestens eine gegenüber den Kammern auf dem Umfang versetzt angeordnete, in axialer Richtung verlaufende Nut. Gleichzeitig sind der Lagerkörper und die zu seiner Aufnahme dienende Außenhülse so dimensioniert, dass das Verhältnis des radialen Außenmaßes des unmontierten Lagerkörpers zum radialen Innenmaß der Aufnahmehülse im Bereich der Kammern größer ist als im Bereich der Nut. Hierdurch wird der Lagerkörper beim Einbringen in die Aufnahmehülse im Bereich der Nut in radialer Richtung vorgespannt montiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein hydraulisch dämpfendes, auch als Hydrobuchse bezeichnetes Buchsengummilager. Gattungsgemäße Lager dieser Art bestehen aus einem elastomeren Lagerkörper, mit einem darin einvulkanisierten, die Lagerachse konzentrisch oder exzentrisch umgebenden Innenteil aus Metall oder Kunststoff, und einer den Lagerkörper umgebenden Aufnahmehülse. In dem Lagerkörper sind wenigstens zwei Kammern zur Aufnahme eines fluiden Dämpfungsmittels ausgebildet, die durch mindestens einen Kanal miteinander verbunden sind.

Gummilager werden insbesondere im Fahrzeugbau im großen Umfang und in unterschiedlichster Form eingesetzt. Hier dienen sie beispielsweise zur Lagerung des Fahrzeugaggregats oder des Hilfsrahmens oder sie werden im Bereich der Fahrzeugachsen verbaut. Buchsenlager dienen unter anderem der Lagerung der Querlenker des Fahrwerks.

Da jedoch Gummibuchsen herkömmlicher Bauart hohe Schwingungsamplituden bei bestimmten Frequenzen, wie sie beim Betrieb eines Fahrzeugs beispielsweise durch Fahrbahnunebenheiten auftreten, nur unzureichend dämpfen, werden im Bereich des Fahrwerks bereits seit längerem Hydrobuchsen eingesetzt. In dem elastomeren Lagerkörper solcher Hydrobuchsen sind zwei oder mehr mit einem fluiden Dämpfungsmittel gefüllte Kammern angeordnet. Die Kammern sind über einen Kanal oder über ein Kanalsystem strömungsleitend miteinander verbunden. Schwingungen niedriger Frequenz werden bei solchen Lagern hauptsächlich durch den elastomeren Lagerkörper bedämpft. Mit steigender Frequenz wird die Dämpfungswirkung jedoch zunehmend durch das aus den Kammern, dem oder den Kanälen und dem fluiden Dämpfungsmittel gebildete schwingungsfähige System bestimmt. Dabei wird beim Einfedern einer Kammer das darin befindliche Dämpfungsmittel über den Kanal bzw. das Kanalsystem in eine gegenüber liegende Kammer verdrängt.

Ein entsprechendes Lager wird beispielsweise durch die DE 41 17 129 A1 beschrieben. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Buchsenlager mit dem beschriebenen Aufbau insbesondere gegenüber radial von außen auf die Kammern einwirkenden Kräften nur eine begrenzte Steifigkeit aufweisen. Zur Absorption hoher statischer Belastungen und im Hinblick auf die Lebensdauer und Standfähigkeit der Lager ist es aber wünschenswert, dass die Lager auch in diesem Bereich eine hohe Steifigkeit besitzen bzw. dass es möglich ist, diese Steifigkeit durch einfache Maßnahmen gezielt zu beeinflussen. Neben Lagern mit Massedämpfungswirkung sind noch als Drossellager bezeichnete Lager mit einem kurzen die Kammern direkt verbindenden Drosselkanal bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager zu schaffen, bei welchem auch im Bereich der Kammern gegenüber einer aus radialer Richtung auf die Kammern einwirkenden Kraft eine hohe Steifigkeit realisierbar und die Steifigkeit vorzugsweise durch die Dimensionierung und geeignete Wahl des Materials einfach zu beeinflussen ist.

Die Aufgabe wird durch ein Buchsengummilager mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Vorteilhafte Aus- bzw. Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Lagers sind durch die Unteransprüche gegeben.

Die vorgeschlagene Hydrobuchse besteht in an sich bekannter Weise aus einem beispielsweise zylinderförmigen elastomeren Lagerkörper, in welchem wenigstens zwei Kammern ausgebildet sind. Die Kammern dienen der Aufnahme eines fluiden Dämpfungsmittels und sind durch mindestens einen Kanal miteinander verbundenen. Der elastomere Lagerkörper umschließt ein einvulkanisiertes, die Lagerachse konzentrisch oder exzentrisch umgebendes Innenteil aus Metall oder Kunststoff und ist nach der Montage des Lagers von einer ihn aufnehmenden Aufnahmehülse bzw. Außenhülse umgeben. In erfindungswesentlicher Weise erstreckt sich durch den Lagerkörper mindestens eine gegenüber den Kammern auf dem Umfang versetzt angeordnete, in axialer Richtung verlaufende Nut. Gleichzeitig sind der Lagerkörper und die zu seiner Aufnahme dienende Außenhülse so dimensioniert, dass das Verhältnis des radialen Außenmaßes des unmontierten Lagerkörpers zum radialen Innenmaß der Aufnahmehülse im Bereich der Kammern größer ist, als im Bereich der Nut. Hierdurch wird der Lagerkörper beim Einbringen in die Aufnahmehülse im Bereich der Nut in radialer Richtung vorgespannt montiert. Die Steifigkeit des Lagers in der radial über die Kammern verlaufenden Richtung (Y-Richtung) wird dadurch in vorteilhafter Weise erhöht. Darüber hinaus ist es möglich, über diese Vorspannung des Lagerkörpers die axiale Kennlinie des Lagers zu beeinflussen.

Im Hinblick auf die angesprochenen Verhältnisse zwischen den Außenmaßen des Lagerkörpers und den Innenmaßen der Aufnahmehülse ist es beispielsweise denkbar, dass der Lagerkörper einen kreisförmigen und die Aufnahmehülse einen elliptischen Querschnitt besitzt, wobei die kurze Nebenachse des elliptischen Querschnitts der Außenhülse nach der Montage des Lagerkörpers durch dessen Kammern verläuft. Bei der für die Praxis sicherlich relevanteren Ausführungsform besitzt jedoch die Aufnahmehülse einen Kreisquerschnitt, wohingegen der Lagerkörper mit einem elliptischen Querschnitt ausgebildet ist, bei dem die Hauptachse durch die Kammern und die Nebenachse durch die Nut verläuft.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Hydraulikeinheit zwei auf ihrem Umfang einander gegenüberliegende Nuten auf. Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des vorgeschlagenen Buchsenlagers sind die Nuten in dem radial innen liegenden Abschnitt nierenförmig erweitert.

Im Hinblick auf den jeweiligen Einsatzzweck des Lagers kann der Kanal unterschiedlich ausgebildet sein – man unterscheidet hier Buchsenlager mit Massedämpfung und so genannte Drossellager. Zur Realisierung eines erfindungsgemäß gestalteten Buchsenlagers mit Massedämpfung wird dabei der Kanal durch in der Umfangsrichtung umlaufend angeordnete Kanalelemente mit einem nach radial außen geöffneten U-Profil gebildet. Die Kammern, der sie verbindende Kanal und das Dämpfungsmittel bilden ein schwingungsfähiges System aus, bei welchem die Massedämpfung durch das, im Falle auftretender Belastungen, zwischen den Kammern hin und her schwingende Dämpfungsmittel bewirkt wird. Entsprechend einer möglichen Gestaltung ist das zuvor beschriebene Lager mit Massedämpfung so ausgebildet, dass die Nut durch den auf dem Umfang umlaufenden Kanal verläuft. Im unmontierten Zustand, also vor dem Einbringen des Lagerkörpers in die Aufnahmehülse, ist daher der Kanal durch die Nut geteilt. Jedoch werden die Kanalteile durch den Einbau in die Aufnahmehülse und eine entsprechende Verformung des dann im Bereich der Nut unter radialer Vorspannung stehenden Lagerkörpers zusammengeführt. Dabei werden sie durch das vorgespannte Elastomer und eine entsprechende Gestaltung der Kanalteilwandungen nach außen und gegen die gegebenenfalls vorhandene nierenförmige Erweiterung der Nut abgedichtet. Bei einer praxisgerechten Ausbildung sind die Kanalelemente, ebenso wie das Innenteil, vom Lagerkörper eingeschlossen.

Eine weitere Ausgestaltung ist dadurch gegeben, dass die als U-Profil ausgebildeten Kanalelemente im Bereich des Übergangs zwischen dem axial innen liegenden Schenkel und der die Schenkel des U-Profils verbindenden Seite abgerundet sind. Hierdurch werden Beschädigungen des Elastomers oder gar ein Abreißen des Elastomerkörpers vom Kanal im Falle hoher radialer Belastungen oder aufgrund dauerhafter Belastungen des Lagers verhindert.

Im Sinne der Erfindung ist auch eine Ausbildungsform des Lagers mit einem, wenigstens an einem seiner axialen Enden ausgebildeten, vorzugsweise radial, gegebenenfalls aber auch axial wirkenden Anschlag. Dieser wird durch ein hohlzylindrisches, zwischen dem Lagerkörper und den Kanalelementen eingeschobenes Formteil realisiert. Vorzugsweise weist dieses Formteil dazu eine Anschlagschulter auf. Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung dieser Ausbildungsform ist auf der die Schenkel des U-Profils verbindenden Seite der Kanalelemente mindestens eine radial nach innen weisende Noppe angeordnet, die in eine entsprechende Ausnehmung des den Anschlag bildenden Formteils eingreift. Hierdurch wird eine zuverlässige formschlüssige Verbindung zwischen dem Lagerkörper und dem Anschlag erreicht. Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung wird dieser Formschluss noch durch einen nach axial außen verlaufenden Hinterschnitt verbessert, welcher auf der die Schenkel des U-Profils verbindenden Seite ausgebildet ist.

Wie auch von Hydrobuchsen mit einem Massedämpfungssystem aus dem Stand der Technik bekannt, ist bei einer Ausbildung der Erfindung eine den Kanal überbrückende Bypassverbindung zwischen den Kammern ausgebildet, über die das Dämpfungsmittel im Falle plötzlich auftretender hoher Belastungen und eines damit gegebenenfalls in einer Kammer entstehenden Überdrucks unmittelbar in die jeweils andere Kammer strömen kann. Durch eine entsprechende Dimensionierung und/oder gegebenenfalls durch Vorspannung des Bypasses wird eine Art Ventilwirkung erzielt durch die sichergestellt wird, dass das Dämpfungsmittel tatsächlich nur beim Auftreten eines Überdrucks über den Bypass strömt.

Bei einer ebenfalls vorgesehenen Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Lagers ist der Kanal in einem auf den Lagerkörper aufgeschobenen Kanalelement ausgebildet. Das bzw. die entsprechenden Kanalelemente sind also nicht vom Elastomer eingeschlossen, sondern umgeben den Elastomerkörper bezogen auf den Umfang teilweise oder vollständig und zumindest in einem Bereich seiner axialen Erstreckung. Dabei ist es möglich, den Lagerkörper mittels des aufgeschobenen Kanalelementes im Bereich der Nut auch schon vor dessen Montage in der Außenhülse vorzuspannen. Hierdurch sind zusätzliche Möglichkeiten der Einstellung von Steifigkeiten bzw. Kennlinien gegeben.

Im Hinblick auf die schon angesprochene Unterscheidung von Hydrolagern in solche mit Massedämpfung einerseits und Drossellager andererseits sind auch Ausführungsformen der letztgenannten Gruppe von der Erfindung umfasst. Hierbei bilden die Kanalelemente, einen kurzen, die Kammern direkt verbindenden Drosselkanal aus, wobei die Kanalelemente vorzugsweise auf den Lagerkörper aufgeschoben sind.

Unabhängig davon, ob es sich bei dem entsprechend der Erfindung ausgebildeten Lager um ein Lager mit Massedämpfungssystem oder um ein Drossellager handelt, können die Kanalelemente aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

Vorzugsweise bestehen sie aus Aluminiumdruckguss. Jedoch können hierfür auch Blechstanzteile oder entsprechend geformte Einlegeteile aus einem Kunststoff verwendet werden.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels nochmals näher erläutert werden.

In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:

1: Das erfindungsgemäße Lager ohne Aufnahmehülse in einer Schnittdarstellung mit radial geführtem Schnitt,

2: Das Lager nach der 1 nach der Montage in der Außen- bzw. Aufnahmehülse in einer Draufsicht aus der Richtung eines axialen Endes,

3: Das Lager nach 1 in einer axial geschnittenen Darstellung,

4: Die Einzelheit E des Lagers gemäß 3.

Die 1 zeigt beispielhaft eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Lagers in einer radial geschnittenen Darstellung. In der Darstellung ist das Lager ohne Außenhülse gezeigt. Dargestellt sind der elastomere Lagerkörper 1 und das von ihm eingeschlossene, in diesem Falle die Lagerachse X konzentrisch umgebende Innenteil 3.

Von dem elastomeren Lagerkörper 1 sind außerdem Kanalelemente 8, 8 zur Ausbildung eines Kanals 4, 4' (Kanal in der 1 nicht erkennbar – siehe hierzu 3) eingeschlossen. Zwischen den beiden hierdurch gebildeten Stegen sind die Kammern 5, 5' angeordnet, von denen nach der Montage des Lagers in der Außenhülse 2 (siehe 2) das Dämpfungsmittel aufgenommen wird. Über den Kanal 4, 4' der vorzugsweise mittels aus Aluminiumdruckguss bestehenden Kanalelementen 8, 8' mit einem u-förmigen Querschnitt gebildet wird, kann das Dämpfungsmittel zwischen den Kammern 5, 5' hin und her strömen. Die Kammern 5, 5', der Kanal 4, 4' und das später, nach der Montage in der Außenhülse 2 darin eingeschlossene Dämpfungsmittel bilden ein Massedämpfungssystem aus. Abweichend von dem insoweit üblichen Aufbau sind in dem Lagerkörper 1 bei dem erfindungsgemäß ausgebildeten Lager zwei axial verlaufende Nuten 6, 6' vorgesehen. Durch die Nuten 6, 6' ist der Kanal 4, 4' in zwei Teile geteilt. Im radial Inneren des Lagerkörpers 1 sind die durch die Nuten 6, 6' ausgebildeten Ausnehmungen zu einer Niere 7, 7' erweitert. Hinsichtlich seiner äußeren Kontur weist der dargestellte Lagerkörper 1 eine leicht elliptische Form auf. Dabei verläuft die Hauptachse der Ellipse durch die Kammern 5, 5'. Die kürzere Nebenachse verläuft durch die beiden Nuten 6, 6'.

In dieser Ausbildungsform ist der dargestellte Lagerkörper 1 zur Aufnahme bzw. Montage in einer Aufnahmehülse 2 mit einem kreisrunden Querschnitt bestimmt. Folglich ist das zwischen den radialen Außenmaßen des Lagerkörpers 1 und den radialen Innenmaßen der in der 1 nicht gezeigten Außenhülse 2 bestehende Verhältnis im Bereich der Kammern 5, 5' größer als im Bereich der Nuten 6, 6'. Hierdurch wird erreicht, dass der Lagerkörper 1 nach der Montage in der Außenhülse 2 im Bereich der Nuten 5, 5' unter radialer Vorspannung steht. Gleichzeitig werden in diesem Bereich die eigentlich durch die Nut 5, 5' getrennten Kanalteile 4 und 4' bei der Montage zu einem Kanal 4, 4' zusammengeführt. In seiner Eigenschaft als Teil des Massedämpfungssystems ermöglicht der Kanal 4, 4' das Strömen des Dämpfungsmittels von einer Kammer 5, 5' zur jeweils anderen. Zum Abbau, im Falle starker radialer Belastungen, eventuell plötzlich auftretender Überdrücke ist bei der beispielhaft dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Lagers zusätzlich ein Bypass 12 als Direktverbindung zwischen den Kammern 5, 5' vorgesehen.

Die 2 zeigt das Buchsenlager im montierten Zustand, wobei die zuvor anhand der 1 erläuterten Teile von einer vorzugsweise metallischen Außenhülse 2 aufgenommen sind. Das Lager ist in einer Draufsicht aus der Sicht eines seiner axialen Enden dargestellt. Aufgrund der erläuterten Dimensionierungsverhältnisse zwischen dem Lagerkörper 1 und der Außenhülse 2 steht der Lagerkörper 1 im Bereich der Nuten 6, 6', hier zu erkennen durch die Nieren 7, 7', unter radialer Vorspannung. Der ursprünglich geteilte Kanal 4, 4' schließt sich hierbei. Durch die eingebrachte Vorspannung weist das Lager in vorteilhafter Weise in der Y-Richtung eine erhöhte Steifigkeit auf. Gleichzeitig wird die Steifigkeit in Z-Richtung durch die Nieren 7, 7' gesenkt. Die Abdichtung der Kanalteilhälften 4 und 4' nach außen und gegenüber den Nieren 7, 7' erfolgt über das in diesem Bereich vorgespannte Elastomer bzw. den vorgespannten Gummi, unterstützt durch eine geeignete Gestaltung der Kanalteilwandungen 13, 13' (siehe hierzu 1). Durch die aufgrund der konstruktiven Gestaltung erreichte radiale Vorspannung sind die Stege des Lagers in der Konstruktionslage in vorteilhafter Weise zugfrei. Die im Bereich der Nuten 6, 6' ausgeformten Nieren 7, 7' ermöglichen höhere Verdrehungswinkel, ohne dass das Lager hierdurch beschädigt würde. In besonders vorteilhafter Weise kann durch die aufgrund der Radialmaßverhältnisse zwischen Lagerkörper 1 und Außenhülse 2 erreichte Vorspannung die Shore-Härte des für den Lagerkörper 1 verwendeten Gummis reduziert werden, wodurch sich das dynamische Verhalten des Lagers verbessert. Die dargestellte beispielhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Buchsenlagers verfügt außerdem über einen Radialanschlag, welcher durch ein zwischen dem Lagerkörper 1 und den Kanalelementen 8, 8' eingeschobenes hohlzylindrisches Formteil 10 mit einer Anschlagschulter realisiert ist.

Die 3 zeigt das vorstehend beschriebene Lager in einer Schnittdarstellung mit einem axial geführten Schnitt. In der Darstellung ist die Schnittlinie A-A angetragen, durch welche der zur Darstellung nach der 1 führende Schnitt gefuhrt ist. Zu erkennen ist der elastomere Lagerkörper 1 mit dem von ihm eingeschlossenen Innenteil 3, welches die Lagerachse X konzentrisch umgibt. Durch die im radial äußeren Bereich des elastomeren Lagerkörpers 1 eingeschlossenen Kanalelemente 8, 8' wird der Kanal 4, 4' ausgebildet.

In der 4 ist die Einzelheit E gemäß der Darstellung des Lagers in der 3 gezeigt. Die Einzelheit betrifft eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Lagers. Gemäß dieser Weiterbildung ist zwischen den zur Ausbildung des Kanals 4, 4' dienenden Kanalelementen 8, 8' und dem sie umschließenden Lagerkörper 1 nach axial außen verlaufend, ein auf dem Umfang umlaufender Hinterschnitt 9 ausgebildet. An dem Kanalelement 8 ist zudem auf der die Schenkel seines U-Profils verbindenden Seite eine radial nach innen weisende Noppe 11 bzw. ein Aluminiumpin ausgebildet, die bzw. der in eine entsprechende Ausnehmung des hier nicht dargestellten, den Anschlag ausbildenden Formteils 10 eingreift. Durch den Aluminium-Pin 11 und den Hinterschnitt 9 wird später, nach der Montage in der Aufnahmehülse 2, eine gute formschlüssige Verbindung zwischen Kanalelement 8, 8' und dem Anschlag bzw. dem Formteil 10 erreicht. Weiterhin ist zu erkennen, dass das Kanalelement 8 zur axialen Mitte des Lagers auf der radial innen liegenden Seite abgerundet ist. Hierdurch wird eine Beschädigung bzw. ein Abreißen des Lagerkörpers 4 bei Belastungen durch radial eingetragene Kräfte verhindert.

1Lagerkörper 2Aufnahme- bzw. Außenhülse 3Innenteil 4, 4'Kanal 5, 5'Kammer 6, 6'Nut 7, 7'Niere 8, 8'Kanalelement 9Hinterschnitt 10Formteil für Anschlag 11Noppe oder Pin 12Bypass 13, 13'Kanalteilwandung

Anspruch[de]
  1. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager, welches aus einem elastomeren Lagerkörper (1), mit einem darin einvulkanisierten, die Lagerachse konzentrisch oder exzentrisch umgebenden Innenteil (3) aus Metall oder Kunststoff und wenigstens zwei, durch mindestens einen Kanal (4, 4') miteinander verbundenen Kammern (5, 5') zur Aufnahme eines fluiden Dämpfungsmittels, und aus einer den Lagerkörper (1) umgebenden Aufnahmehülse (2) besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkörper (1) mindestens eine gegenüber den Kammern (5, 5') auf dem Umfang versetzt angeordnete, sich in axialer Richtung (X) durch den Lagerkörper (1) erstreckende Nut (6, 6') aufweist, wobei das Verhältnis des radialen Außenmaßes des Lagerkörpers (1) zum radialen Innenmaß der Aufnahmehülse (2) im Bereich der Kammern (5, 5') größer ist als im Bereich der Nut (6, 6'), so dass der Lagerkörper (1) nach der Montage in der Aufnahmehülse (2) im Bereich der Nut (6, 6') radial unter Vorspannung steht.
  2. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkörper (1) eine im Wesentlichen elliptische und die Aufnahmehülse (2) eine im Wesentlichen kreisförmige Querschnittsfläche aufweist, wobei die Hauptachse der elliptischen Querschnittsfläche des Lagerkörpers (1) durch dessen Kammern (5, 5') und die Nebenachse durch die Nut (6, 6') verläuft.
  3. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerkörper (1) zwei auf seinem Umfang einander gegenüberliegende Nuten (6, 6') aufweist.
  4. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut oder die Nuten (6, 6') in dem radial innen liegenden Abschnitt zu einer Niere (7, 7') erweitert sind.
  5. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (4, 4') durch in der Umfangsrichtung umlaufend angeordnete Kanalelemente (8, 8') mit einem nach radial außen geöffneten U-Profil gebildet ist und dass die Kammern (5, 5'), der sie verbindende Kanal (4, 4') sowie das Dämpfungsmittel ein schwingungsfähiges Massedämpfungssystem ausbilden, wobei der Kanal (4, 4') vor der Montage des Lagerkörpers (1) in der Außenhülse (2) durch die Nut (6, 6') geteilt ist und der Lagerkörper (1) nach der Montage in der Aufnahmehülse (2), im Bereich der Nut (6, 6') radial unter Vorspannung stehend, derart verformt ist, dass die ursprünglich getrennten Kanalteile (4) und (4') zusammengeführt sowie durch das in diesem Bereich vorgespannte Elastomer und entsprechend ausgeformte Kanalteilwandungen (13, 13') sowohl nach außen als auch gegen die gegebenenfalls vorhandenen Nieren (7, 7') abgedichtet sind.
  6. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass den Kanal (4, 4') ausbildende Kanalelemente (8, 8') von dem Lagerkörper (1) eingeschlossen sind.
  7. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem die Kanalelemente (8, 8') ausbildenden U-Profil der Übergang zwischen dem axial innen liegenden Schenkel und der die Schenkel verbindenden Seite abgerundet ist.
  8. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5 oder 7, bei welchem mindestens an einem der axialen Enden zwischen dem Lagerkörper (1) und den Kanalelementen (8, 8') ein hohlzylindrisches Formteil (10) zur Ausbildung eines vorzugsweise radial wirkenden Anschlags eingeschoben ist, dadurch gekennzeichnet, dass auf der die Schenkel des U-Profils verbindenden Seite der Kanalelemente (8, 8') mindestens eine radial nach innen weisende Noppe (11) angeordnet ist, die in eine entsprechende Ausnehmung des Formteils (10) eingreift.
  9. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf der die Schenkel des U-Profils verbindenden Seite der Kanalelemente (8, 8') ein nach axial außen verlaufender Hinterschnitt (9) ausgebildet ist.
  10. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dieses einen Bypass (12) zum Kanal (4, 4') aufweist.
  11. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (4) in einem auf den Lagerkörper (1) aufgeschobenen Kanalelement (8) ausgebildet ist, durch welches der Lagerkörper im Bereich der Nut (7, 7') auch schon vor der Montage in der Außenhülse vorgespannt wird.
  12. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des aufgeschobenen Kanalelements ein kurzer, die Kammern (5, 5') direkt verbindender Drosselkanal gebildet ist.
  13. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanalelemente (8, 8') aus Aluminiumdruckguss bestehen.
  14. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanalelemente (8, 8') durch Blechstanzteile ausgebildet sind.
  15. Hydraulisch dämpfendes Buchsengummilager nach Anspruch 5 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die die Kanalelemente (8, 8') aus Kunststoff bestehen.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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