PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004015694A1 10.11.2005
Titel Verbundmatte
Anmelder AGROTEL GmbH, 94152 Neuhaus, DE
Erfinder Laner, Cyrlak, 94152 Neuhaus, DE
Vertreter Pausch, T., Dipl.-Phys. Univ., Pat.-Anw., 82194 Gröbenzell
DE-Anmeldedatum 29.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004015694
Offenlegungstag 10.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse B32B 27/12
IPC-Nebenklasse B32B 27/32   B32B 31/30   E04G 9/10   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Verbundmatte (1) mit einer rauen, strukturierten Oberfläche auf der Oberseite und einer glatten, geschlossenflächigen, wasserundurchlässigen Oberfläche auf der Unterseite, bestehend aus zwei miteinander verbundenen, insbesondere verschweißten, verklebten oder dergleichen zusammengefügten Schichten, nämlich einer Oberschicht aus Gewebematerial (3) und einer Unterschicht aus einem elastischen Kunststoffmaterial (2). Die Oberschicht (3) besteht aus einem Netz- oder Flechtgewebe, in welches schlingenförmig gelegte Kunststoffdrähte oder -fäden (5) eingearbeitet sind. Die Verbundmatte (1) eignet sich insbesondere in einer Schalung (6, 6A) für Betonwände (7), wobei das Gewebe der Oberschicht (3) als Befestigungselement der Verbundmatte (1) im Beton dient.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Verbundmatte, insbesondere aus Kunststoffmaterial, insbesondere zur Anwendung bei der Verschalung von Betonwänden.

Unter anderem in der Agrartechnik stellt sich das Problem der Abdichtung von aus Beton gegossenen Gebäude-, Stallungs- oder Silo- und Güllewänden gegenüber austretenden Gasen, Dämpfen oder Flüssigkeiten, welche die aus Beton gefertigten Wandungen angreifen. Insbesondere organische Medien wie beispielsweise Biogase können in die offenen Poren der Betonwandung eindringen und bei einer länger andauernden Einwirkung eine Zerstörung einer Betonwandung bewirken. Zur Abhilfe dieses Problems sind Isolierplatten bekannt, die bei der Schalung der Betonwände vermittels Befestigungselementen wie beispielsweise Krampen oder ähnliche Halterungen mit der Betonwand verbunden werden, und als Schutz der Betonwand dienen sollen. Ein vollständiger Schutz einer Betonwand insbesondere gegenüber gasförmigen oder flüssigen Angriffsmedien kann mit einer derartigen Maßnahme nicht erreicht werden, da keine geschlossenflächige Isolation gegeben ist; das Medium kann durch nie ganz vermeidbare Ritzen zwischen den Isolierplatten dringen und die Betonporen erreichen. Bei einer anderen Lösung werden die ausgeschalten Betonwände mit einem Bitumenanstrich versehen, welcher zwar eine ausreichende Abdichtung gegen Wasser gewährleistet, aber nicht notwendigerweise gegen aggressive Gasmedien, die insbesondere bei nur dünnen Bitumenschichten diese ohne weiteres durchdringen können. Bei allen bekannten Anstrichen und Beschichtungen besteht grundsätzlich das Problem, dass infolge von Temperaturschwankungen feinste Risse in der Beschichtung entstehen, insbesondere an den Verbindungs- und Stoßstellen, und die Beschichtung aufgrund solcher Mikrorisse wasserdurchlässig und erst recht gasdurchlässig wird.

Der folgenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verbundmatte sowie ein Verfahren zu deren Herstellung zur Verfügung zu stellen, welche den hohen mechanischen und witte rungsbedingten Beanspruchungen in der Agrartechnik genügt, d.h. UV- und witterungsbeständig, absolut wasser- und gasdicht ist, und dabei möglichst einfach und daher kostengünstig hergestellt werden kann, und welche mit einer Betonwand zum Schutz der Wand gegenüber flüssigen und gasförmigen Angriffsmedien dauerhaft und sicher verbindbar ist.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit der im Anspruch 1 angegebenen Verbundmatte, dem in Anspruch 10 angegebenen Verfahren zur Herstellung einer Verbundmatte, sowie der im Anspruch 8 angegebenen Verwendung der Verbundmatte in einer Schalung für Betonwände.

Nach der Erfindung ist eine Verbundmatte vorgesehen mit einer rauen, strukturierten Oberfläche auf der Oberseite und einer glatten, geschlossenflächigen, wasser- und gasundurchlässigen Oberfläche auf der Unterseite, bestehend aus zwei miteinander verbundenen, insbesondere verschweißten, verklebten oder dergleichen zusammengefügten Schichten, nämlich einer Oberschicht aus Gewebematerial, und einer Unterschicht aus einem elastischen Kunststoffmaterial. Dem Prinzip der Erfindung folgend besteht die Oberschicht aus einem Netz- oder Flechtgewebe, in welches schlingenförmig gelegte Kunststoffdrähte oder -fäden eingearbeitet sind. Diese dienen als Befestigungselemente der Verbundmatte im Beton. Bei der Verschalung einer Betonwand dringt der noch nasse Beton zwischen die Schlingen der Kunststoffdrähte oder -fäden des Netz- oder Flechtgewebes der Oberschicht und verankern diese nach der erfolgten Aushärtung im Beton. Die Verbundmatte ist danach dauerhaft und sicher mit der Betonwand verbunden. Die Unterschicht der Verbundmatte ist geschlossenflächig und absolut wasser- und vor allem auch gasdicht, und gewährleistet einen vollständigen Schutz der Betonwand gegenüber jeglichen Angriffsmedien.

Darüber hinaus ist aufgrund der strukturierten Oberfläche auf der Oberseite der Verbundmatte eine thermische Isolationswirkung der Verbundmatte gegeben.

Die aus elastischem Material bestehende Unterschicht dringt sehr gut in das Gewebematerial der Oberschicht ein, so dass eine hervorragende Haftung zwischen Ober- und Unterschicht gewährleistet ist. Dadurch wird eine gute Verbindung der flüssigkeitsundurchlässigen Unterschicht mit der offenen Struktur der Oberschicht erreicht.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung sind die beiden Schichten der Verbundmatte vollflächig miteinander verbunden, insbesondere vollflächig miteinander verschweisst. Eine solche vorgefertigte Verbundmatte kann dann problemlos vor Ort für das gewünschte Einbaumaß zugeschnitten werden.

Weitere vorteilhafte Merkmale sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Verbundmatte mit einer rauen, strukturierten Oberfläche auf der Oberseite und einer glatten, geschlossenflächigen, wasser- und gasundurchlässigen Oberfläche auf der Unterseite, sieht vor, dass die Verbundmatte aus zwei Schichten hergestellt wird, nämlich einer Oberschicht aus Gewebematerial und einer Unterschicht aus einem elastischen Kunststoffmaterial, die miteinander verbunden, insbesondere verschweißt, verklebt oder dergleichen zusammengefügt werden.

In besonders bevorzugter Weiterführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Verbindung von gewebeartiger Oberschicht und folienartiger Unterschicht im Heißverbundverfahren, bei dem die noch warme, zähe Folie der Unterschicht unmittelbar nach der Extrusion auf das Gewebematerial der Oberschicht aufgebracht und in das Gewebematerial eingebracht wird. Auf diese Weise wird besonders vorteilhaft eine sehr innige Verbindung von Oberschicht und Unterschicht erreicht.

Weitere Merkmale, Vorteile und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Es zeigt:

1 eine schematische Schnittansicht der erfindungsgemäßen Verbundmatte bei der Anwendung in einer Betonschalung;

2 eine schematische Draufsicht auf die Oberschicht der erfindungsgemäßen Verbundmatte; und

3 eine schematische Ansicht einer Gebäudewandung aus Beton mit der erfindungsgemäßen Verbundmatte.

Das in 1 dargestellte bevorzugte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verbundmatte 1 besteht aus zwei miteinander verbundenen, insbesondere verschweißten, verklebten oder dergleichen zusammengefügten Schichten, nämlich einer Unterschicht 2 aus einem elastischen Kunststoffmaterial, und einer Oberschicht 3 aus Gewebematerial. Die Unterschicht 2 ist eine geschlossene, wasser- und gasundurchlässige Polypropylenfolie mit einer Stärke von 0,5 mm bis 1,5 mm, vorzugsweise 1,0 mm. Die Oberschicht 3 besteht aus einem Polypropylen- oder Polyethylen-Flechtgewebe 4 mit einer Stärke von 1,5 mm bis 1,9 mm, vorzugsweise 1,7 mm, in welches schlingenförmig gelegte Kunststoffdrähte oder -fäden 5 eingearbeitet sind, wobei die Schlingen der Fäden 5 aus der Ebene des Flechtgewebes 4 um etwa 10 bis 20 mm herausragen, wie am besten aus der 1 ersichtlich ist, welche die Verhältnisse allerdings nur schematisch, nicht maßstabsgerecht zeigt.

Beide Schichten 2 und 3 der Verbundmatte 1 bestehen aus dem selben Kunststoffmaterial, nämlich vorzugsweise Polypropylen oder Polyethylen. Dadurch ermöglicht sich eine über die gesamte Fläche innige und dauerhaft beständige Verbindung von Unterschicht 2 und Oberschicht 3 der Verbundmatte 1. Äußerlich ist nicht wahrnehmbar, dass die Verbundmatte 1 aus zwei Schichten unterschiedlicher Struktur besteht; die Verbundmatte 1 erscheint daher als Matte aus einem einheitlichen Material, wobei die Oberfläche auf der Oberseite der Matte 1 rauh und strukturiert ist, und die Oberfläche auf der Unterseite der Matte 1 glatt, geschlossenflächig und wasser- und gasundurchlässig ist.

1 zeigt die besonders bevorzugte Anwendung der erfindungsgemäßen Verbundmatte 1 bei einer beispielsweise aus Holz bestehenden Verschalung 6, 6A für eine Betonwand 7. Die Verbundmatte 1 wird mit der der Verschalung 6 zugewandten Unterschicht 2 in diese eingelegt, und die Verschalung mit Beton gefüllt. Der noch nasse fließfähige Beton dringt zwischen die Schlingen der Kunststoffdrähte oder -fäden des Netz- oder Flechtgewebes der Oberschicht 3 und verankern diese nach der erfolgten Aushärtung im Beton 7. Die Verbundmatte ist danach dauerhaft und sicher mit der Betonwand verbunden.

3 zeigt die Anwendung der Erfindung bei einem Güllebehälter 8, dessen Betonwände 9 auf der Innenseite vollflächig mit der erfindungagemäßen Verbundmatte 1 versehen sind. Die Unterschicht 2 der Verbundmatte 1 ist geschlossenflächig und absolut wasser- und vor allem auch gasdicht, und gewährleistet einen vollständigen Schutz der Betonwände 9 gegenüber jeglichen aus dem Inhalt 10 des Güllebehälters 8 austretenden Angriffsmedien.


Anspruch[de]
  1. Verbundmatte (1) mit einer rauhen, strukturierten Oberfläche auf der Oberseite und einer glatten, geschlossenflächigen, wasserundurchlässigen Oberfläche auf der Unterseite, bestehend aus zwei miteinander verbundenen, insbesondere verschweißten, verklebten oder dergleichen zusammengefügten Schichten, nämlich einer Oberschicht aus Gewebematerial (3), und einer Unterschicht aus einem elastischen Kunststoffmaterial (2).
  2. Verbundmatte (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschicht (3) aus einem Netz- oder Flechtgewebe besteht, in welches schlingenförmig gelegte Kunststoffdrähte oder -fäden (5) eingearbeitet sind.
  3. Verbundmatte (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewebefasern (4) des Gewebematerials der Oberschicht (3) aus Polypropylen oder Polyethylen bestehen.
  4. Verbundmatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschicht (3) mit den Schlingen insgesamt eine Stärke von 10 mm bis 50 mm, insbesondere 20 mm bis 40 mm, und vorzugsweise 30 mm besitzt.
  5. Verbundmatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschicht (3) eine Flächengewicht von etwa 360 g/m2 bis 940 g/m2, und insbesondere von etwa 500 g/m2 besitzt.
  6. Verbundmatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterschicht (2) eine geschlossene, wasserundurchlässige Polypropylen- oder Polyethylenfolie mit einer Stärke von 0,5 mm bis 1,5 mm, vorzugsweise 1,0 mm ist.
  7. Verbundmatte (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterschicht (2) eine Reißfestigkeit von etwa 17 N/mm2 (nach NEN ISO 527), eine Bruchdehnung von > 800% (nach NEN ISO 527), und eine Weiterreißfestigkeit von mehr als 40 N/mm2 (nach DIN 53515) aufweist.
  8. Verwendung der Verbundmatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche in einer Schalung für Betonwände, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe der Oberschicht als Befestigungselement der Verbundmatte im Beton dient.
  9. Schalung für Betonwände, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalungswände mit einer Verbundmatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgekleidet sind.
  10. Verfahren zur Herstellung einer Verbundmatte (1) mit einer rauen, strukturierten Oberfläche (3) auf der Oberseite und einer glatten, geschlossenflächigen, wasserundurchlässigen Oberfläche (2) auf der Unterseite, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundmatte (1) aus zwei Schichten hergestellt wird, nämlich einer Oberschicht aus Gewebematerial (3) und einer Unterschicht aus einem elastischen Kunststoffmaterial (2), die miteinander verbunden, insbesondere verschweißt, verklebt oder dergleichen zusammengefügt werden.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung von gewebeartiger Oberschicht und folienartiger Unterschicht im Heißverbundverfahren erfolgt, bei dem die noch warme, zähe Unterschicht unmittelbar nach der Extrusion auf das Gewebematerial der Oberschicht aufgebracht und in das Gewebematerial eingebracht wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberschicht (3) aus einem Netz- oder Flechtgewebe gefertigt wird, in welches schlingenförmig gelegte Kunststoffdrähte oder -fäden eingearbeitet werden.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com