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Dokumentenidentifikation DE102004016507A1 10.11.2005
Titel Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer aufgestreutem Streugut
Anmelder Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG, 47803 Krefeld, DE
Erfinder Schlüpen, Friedhelm, Dipl.-Ing., 47638 Straelen, DE;
Frigger, Jürgen, 59929 Brilon, DE
Vertreter Honke und Kollegen, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 03.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016507
Offenlegungstag 10.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse B27N 3/14
Zusammenfassung Es handelt sich um eine Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer unter Bildung von Streugutmatten aufgestreutem Streugut, insbesondere Holzfasern, Holzspänen oder dergleichen, im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Spanplatten, Faserplatten oder dergleichen, mit einer oder mehreren rotierenden Egalisierwalzen, welche zur Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung um ein vorgegebenes Maß in das Streugut eintauchen und mit einer oder mehreren den Egalisierwalzen in Transportrichtung nachgeordneten rotierenden Glättwalzen. Dabei sind die Egalisierwalzen unabhängig von den Glättwalzen und die Glättwalzen unabhängig von den Egalisierwalzen über Stelltriebe höhenverstellbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer unter Bildung von Streugutmatten aufgestreutem Streugut, insbesondere Holzfasern, Holzspänen oder dgl., im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten, Spanplatten oder dgl. Streugut meint insbesondere beleimtes Streugut. Bei den Holzfasern handelt es sich im Rahmen der Erfindung bevorzugt um MDF-Fasern. Dabei steht MDF für medium density fiber.

Eine Egalisiervorrichtung ist als Bestandteil einer Streugutanlage zum Streuen von z. B. Holzfasern auf einen Streubandförderer unter Bildung von Fasermatten im Zuge der Herstellung von Faserplatten bekannt (vgl. DE 101 22 972 A1). Zur Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung des auf den Streubandförderer aufgestreuten Streugutes weist die Egalisiervorrichtung zwei in vorgegebenem Abstand voneinander angeordnete Walzenduos mit jeweils einer Wurfwalze und einer im Wurfbereich der Wurfwalze dieser Wurfwalze nachgeordneten Verteilerwalze auf. Dem in Streugutmattenförderrichtung letzten Walzenduo sind ein oder mehrere Glättwalzen in vorgegebenen Abständen zu dem letzten Walzenduo nachgeordnet. Durch diese Maßnahmen soll das aufgestreute Streugut egalisiert und gleichmäßig derart verteilt werden, dass zunächst einmal eine gleichmäßige Dichteverteilung des Streugutes erreicht wird, während die nachgeschaltete Glättwalze dann für eine glatte Oberfläche der Streugutmatten sorgen kann, bevor diese in einer nachgeschalteten kontinuierlichen Presse oder Taktpresse zu Holzfaserplatten oder dgl. Holzwerkstoffplatten verpresst werden. Es sollen folglich Streugutmatten erzeugt werden, aus denen sich Faserplatten, Spanplatten oder dgl. Holzwerkstoffplatten herstellen lassen, die sich für eine besonders gleichmäßige und glatte Oberfläche auszeichnen. Die insoweit bekannten Maßnahmen haben sich bewährt. Insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass zum Streuen von Streugutmatten unterschiedlichster Dicke unterschiedliche Egalisiervorrichtungen verwendet werden müssen, ist die bekannte Vorrichtung weiterentwicklungsfähig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer aufgestreutem Streugut zu schaffen, die variabel auch im Zuge der Erzeugung von Streugutmatten unterschiedlichster Dicke einsetzbar ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung eine Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer unter Bildung von Streugutmatten aufgestreutem Streugut, insbesondere Holzfasern, Holzspänen oder dgl., im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten, Spanplatten oder dgl., mit einer oder mehreren rotierenden Egalisierwalzen, welche zur Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung um ein vorgegebenes Maß in das Streugut eintauchen und mit einer oder mehreren den Egalisierwalzen in Transportrichtung nachgeordneten rotierenden Glättwalzen, wobei die Egalisierwalzen unabhängig von den Glättwalzen und die Glättwalzen unabhängig von den Egalisierwalzen über separate Stelltriebe höhenverstellbar sind. Höhenverstellbar meint, dass der Abstand der Walzen von dem Streubandförderer verstellbar ist. Die Stelltriebe sind vorzugsweise als manuell, elektromotorisch, pneumatisch und/oder hydraulisch betätigbare Stelltriebe ausgebildet. Stelltriebe können im Rahmen der Erfindung folglich z. B. Spindelhubeinheiten, Zahnstangentriebe oder Kettentriebe sein, welche manuell betätigbar oder auch motorbetrieben sein können. Die Erfindung umfasst aber auch hydraulische oder pneumatische Zylinderkolbenanordnungen als Stelltriebe.

Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass es zum Egalisieren des Streugutes zunächst einmal erforderlich ist, dass die Egalisierwalzen um ein vorgegebenes Maß verhältnismäßig tief in das auf den Streubandförderer aufgestreute Streugut eintauchen, um eine optimale, ausgeglichene Dichteverteilung des Streugutes zu erreichen. Demgegenüber sollen die Glättwalzen nur minimal und folglich um ein geringeres Maß als die Egalisierwalzen in das verteilte Streugut eintauchen, um eine optimale Glättung der Streugutmatten zu erreichen. Das bedeutet aber, dass im Zuge der Erzeugung dicker Streugutmatten mit einer wesentlich größeren Höhendifferenz zwischen Egalisierwalzen und Glättwalzen gearbeitet werden muss, als bei der Erzeugung dünner Streugutmatten. Die erfindungsgemäße Egalisiervorrichtung lässt sich auf einfache Weise besonders variabel im Zuge der Erzeugung von Streugutmatten unterschiedlichster Dicke einsetzen, da die Egalisierwalzen einerseits und die Glättwalzen andererseits vollkommen unabhängig voneinander über separate Stelltriebe auf einfachste Weise höhenverstellbar sind.

In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung weist die Egalisiervorrichtung zumindest zwei in vorgegebenem Abstand zueinander angeordnete Egalisierwalzen und zumindest zwei in vorgegebenem Abstand zueinander angeordnete und der in Streugutförderrichtung letzten Egalisierwalze nachgeordnete Glättwalzen auf, wobei die Egalisierwalzen und die Glättwalzen jeweils mit zumindest einem separaten Stelltrieb gemeinsam höhenverstellbar sind. Gemeinsam höhenverstellbar meint hier, dass zwei oder mehr Egalisierwalzen mit zumindest einem eigenen Stelltrieb gemeinsam höhenverstellbar sind und dass zwei oder mehr Glättwalzen mit einem anderen Stelltrieb gemeinsam höhenverstellbar sind. Dieses lässt sich in konstruktiv besonders einfacher Weise dadurch realisieren, dass die Egalisierwalzen in einem gemeinsamen, von den Glättwalzen unabhängigen Lagerrahmen gelagert sind, welcher mit zumindest einem Stelltrieb höhenverstellbar ist. Dementsprechend sind die Glättwalzen in einem gemeinsamen, von den Egalisierwalzen unabhängigen Lagerrahmen gelagert, welcher mit zumindest einem Stelltrieb höhenverstellbar ist. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass für mehr als zwei Egalisierwalzen, z. B. vier Egalisierwalzen, zwei getrennt höhenverstellbare Lagerrahmen vorgesehen sind, in denen jeweils zwei Egalisierwalzen gelagert sind. Die Glättwalzen sind dann in einem oder mehreren von diesen beiden Lagerrahmen unabhängigen Lagerrahmen gelagert. Im Rahmen der Erfindung werden folglich zwei oder mehr separat höhenverstellbare Lagerrahmen zur Verfügung gestellt, wobei in dem zumindest einen Lagerrahmen die Egalisierwalzen und in einem anderen Lagerrahmen die Glättwalzen gelagert sind. Dabei besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass die einzelnen Walzen innerhalb eines Lagerrahmens zu Justagezwecken im Zuge der Anlagenmontage singulär höhenverstellbar sind. Die über die jeweiligen Stelltriebe höhenverstellbaren Lagerrahmen können zudem in bzw. an geeigneten Linearführungen geführt sein.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung mit besonderer Bedeutung sind die Egalisierwalzen und/oder die Glättwalzen mit zu dem Streubandförderer entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben. Vorzugsweise sind sowohl die Glättwalzen als auch die Egalisierwalzen mit zu dem Streubandförderer entgegengesetzter Richtung angetrieben. Mit der zu dem Streubandförderer entgegengesetzten Drehrichtung ist gemeint, dass sich die jeweilige Walze mit ihrem dem Streuband zugewandten Umfangsbereich entgegengesetzt zu der Transportrichtung des Streubandes bewegt. Insbesondere die Egalisierwalzen übernehmen dabei eine Rückhaltefunktion für das Streugut, so dass sie gleichsam Rückhaltewalzen bilden. Auf diese Weise lässt sich eine besonders gleichmäßige Verteilung des Streugutes erzielen, und zwar auf besonders einfache Weise. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Egalisierwalzen und/oder die Glättwalzen in Richtung des Streubandförderers rotieren.

Die Egalisierwalzen können als an sich bekannte Stachelwalzen ausgebildet sein. Die Glättwalzen können ebenfalls als Stachelwalzen aber auch als Bürstenwalzen ausgebildet sein.

Stachelwalzen meint im Rahmen der Erfindung solche Walzen, die einen Walzenmantel mit über die Walzenbreite verteilten und über den Walzenumfang zueinander versetzten Stacheln aufweisen. Die Stacheln können als starre Stacheln ausgebildet sein. Es kann sich aber auch um federelastische Stacheln handeln. Auf dem Walzenmantel der Egalisierwalzen und Glättwalzen können Ringscheiben mit radial abstehenden Stacheln befestigt sein, wobei die Ringscheiben mit den vorgegebenen Abständen über die Walzenbreite mit vorgegebenem Drehwinkelversatz der Stachel über den Walzenumfang angeordnet sind. Während bei den Egalisierwalzen die Abstände zwischen den Ringscheiben beispielsweise 20 mm betragen, beläuft sich dieser Abstand bei den Glättwalzen auf lediglich 10 mm. Der Winkelversatz kann in beiden Fällen beispielsweise 15° betragen. Die Stacheln weisen vorzugsweise eine von den Ringscheiben ausgehende konische Verjüngung bis zur Stachelspitze auf, wobei die Spitze als zylindrisch oder rechteckförmige Spitze ausgebildet ist, um ein störungsfreies Eintauchen in das Streugut zu erreichen. Bei den Egalisierwalzen können die Ringscheiben mit den Stacheln paarweise auf dem Walzenmantel angeordnet und die Ringscheiben der Scheibenpaare drehwinkelversetzt zueinander angeordnet sein, beispielsweise auch in diesem Fall um 15°. Die Abstände zwischen den Ringscheiben der Glättwalzen sind im Vergleich mit den Abständen zwischen den Ringscheiben der Egalisierwalzen ebenfalls verhältnismäßig gering und beispielsweise nur halb so groß.

In abgewandelter Ausführungsform schlägt die Erfindung vor, dass die Egalisierwalze(n) als Schneckenwalze(n) bzw. Schneckenwelle(n) ausgebildet ist/sind. Solche Schneckenwalzen können aus einem Walzenkörper bzw. einer Schneckenwelle und einer oder mehreren auf dem Walzenkörper bzw. der Schneckenwelle angeordneten Schneckenwendel bestehen. Dabei besteht bei mehreren Egalisierwalzen die Möglichkeit, dass sämtliche Egalisierwalzen als Schneckenwalzen ausgebildet sind, wobei diesen Schneckenwalzen dann die Glättwalzen nachgeordnet sind. Die Erfindung umfasst aber auch solche Ausführungsformen, bei welchen als Egalisierwalzen sowohl Stachelwalzen als auch Schneckenwalzen vorgesehen sind. So können beispielsweise zunächst eine oder zwei Schneckenwalzen angeordnet sein, denen dann in Arbeitsrichtung die bereits beschriebenen Stachelwalzen als Egalisierwalzen nachgeordnet sind, wobei diesen Stachelwalzen wiederum die Glättwalzen nachgeordnet sind, die ebenfalls als Stachelwalzen ausgebildet sein können. Es besteht umgekehrt aber auch die Möglichkeit, dass die als Schneckenwalzen ausgebildeten Egalisierwalzen den als Stachelwalzen ausgebildeten Egalisierwalzen nachgeordnet sind, so dass die Schneckenwalzen gleichsam zwischen den Stachel-Egalisierwalzen und den Glättwalzen angeordnet sind.

Die Schneckenwalzen können mit einer durchgehenden Wendel vorgegebener Steigung und Ganghöhe ausgerüstet sein, d. h. die Wendel erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Walzenbreite. Dabei können jedoch unterschiedliche Wendelabschnitte mit unterschiedlicher Steigung bzw. Ganghöhe und/oder Orientierung vorgesehen sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass eine oder mehrere der Schneckenwalzen eine unterbrochene Wendel mit zwei oder mehreren getrennten Wendelabschnitten und einem oder mehreren dazwischen angeordneten wendelfreien Abschnitt ausgerüstet sind. Vorzugsweise ist zumindest eine der Schneckenwalzen mit zwei entgegengesetzt orientierten Wendelabschnitten und einem zentralen wendelfreien Abschnitt vorgegebener Breite ausgerüstet. Sofern zwei oder mehr Schneckenwalzen vorgesehen sind, können diese mit gleichen oder aber auch mit unterschiedlichen Drehzahlen betrieben werden. Die Schnecken können zudem gleiche oder auch ungleiche Steigung aufweisen. Drehzahl und/oder Drehrichtung der Schneckenwalzen können dabei mit Drehzahl und/oder Drehrichtung der übrigen Walzen übereinstimmen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Drehzahl und/oder Drehrichtung der Schneckenwalzen sich von Drehzahl und/oder Drehrichtung der übrigen Walzen, z. B. der Glättwalzen oder auch anderer Egalisierwalzen unterscheiden. In diesem Zusammenhang besteht auch die Möglichkeit, dass der Schneckendurchmesser gleich oder ungleich dem Durchmesser der übrigen Walzen, z. B. der Stachelwalzen ist. Bei Ausführungsformen mit mehreren Schneckenwalzen können diese eine gleiche oder eine unterschiedliche Steigung bzw. Ganghöhe aufweisen. Jedenfalls lässt sich mit den als Schneckenwalzen ausgebildeten Egalisierwalzen erreichen, das Faseranhäufungen bzw. Faserberge oder die Spitzen dieser Faserberge abgetragen und das überschüssige Material auf die Fasertäler verteilt wird, so dass insgesamt das Streugut gleichmäßig über die Breite verteilt wird.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung weisen sämtliche Egalisierwalzen denselben Durchmesser auf. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die erste Egalisierwalze einen größeren Durchmesser aufweist, als eine der nachgeordneten Egalisierwalzen, z. B. die zweite Egalisierwalze. Eine solche Ausführungsform mit einer ersten Egalisierwalze mit verhältnismäßig großem Durchmesser kann insbesondere dann zweckmäßig sein, wenn im Zuge des Anfahrens einer Streugutanlage die Bildung von Materialerhöhungen bzw. Materialbergen beobachtet wird. Solche Materialberge und folglich Streugutbereiche mit erhöhter Dicke lassen sich mit Egalisierwalzen großen Durchmessers egalisieren, ohne dass es zu Betriebsstörungen kommt.

Außerdem schlägt die Erfindung vor, dass der oder die Lagerrahmen für die Egalisierwalzen einerseits und der Lagerrahmen für die Glättwalzen andererseits jeweils mit separaten Abdeckungen bzw. Gehäuseabdeckungen versehen sind. Es kann folglich trotz der separaten Höhenverstellbarkeit mit einer im Wesentlichen gekapselten Bauweise gearbeitet werden.

Außerdem ist Gegenstand der Erfindung eine Streugutanlage zum Streuen von Streugut, insbesondere von Holzfasern, Holzspänen oder dgl. auf einen Streubandförderer unter Bildung von Streugutmatten im Zuge der Herstellung von Faserplatten, Spanplatten oder dgl. Holzwerkstoffplatten, mit einem Streugutbunker mit einer Dosiereinheit zum Aufstreuen von Streugut auf eine oberhalb des Streubandes angeordnete Streuwalzenstraße, und mit einer der Streuwalzenstraße nachgeordneten Egalisiervorrichtung der beschriebenen Art. Im Rahmen der Erfindung wird folglich auch eine Streugutanlage mit einer erfindungsgemäßen Egalisiervorrichtung als Komponente unter Schutz gestellt.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Streugutanlage mit einer erfindungsgemäßen Egalisiervorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,

2a, 2b die Egalisiervorrichtung des Gegenstandes nach 1 in vergrößerter Darstellung und in unterschiedlichen Funktionsstellungen,

3 einen Axialschnitt durch eine Egalisierwalze,

4 einen Schnitt B-B durch den Gegenstand nach 3,

5 einen Schnitt C-C durch den Gegenstand nach 3,

6 eine Ansicht in Richtung des Pfeils D auf den Gegenstand nach 3,

7 einen Axialschnitt durch eine Glättwalze,

8 einen Schnitt D-D durch den Gegenstand nach 7,

9 ausschnittsweise eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung.

In 1 ist eine Streugutanlage zum Streuen von beleimtem Streugut 1, nämlich von Holzfasern und insbesondere MDF-Fasern auf einen Streubandförderer 2 unter Bildung von Streugutmatten M im Zuge der Herstellung von Faserplatten dargestellt. Die Streugutanlage weist einen Streugutbunker 3 mit einer Dosiereinheit aus im Wesentlichen einem Dosierband 4 mit zugeordneten Austragswalzen 5 zum Aufstreuen von Streugut unter Zwischenschaltung von Auflösewalzen 6 auf eine oberhalb des Streubandförderers 2 angeordnete Streuwalzenstraße 7 auf, die nach dem Ausführungsbeispiel mit vorgegebenem Anstellwinkel zu dem Streubandförderer angeordnet ist und auch als Streukopf bezeichnet wird und aus ineinandergreifenden Streuwalzen aufgebaut ist.

Der Streuwalzenstraße 7 ist eine Egalisiervorrichtung 8 zum Egalisieren des von der Streuwalzenstraße 7 auf den Streubandförderer 2 aufgestreuten Streugutes unter Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung des Streugutes nachgeordnet. Die Egalisiervorrichtung 8 weist gemäß 1, 2 zwei in vorgegebenem Abstand voneinander angeordnete, rotierende Egalisierwalzen 9 auf, welche zur Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung um ein vorgegebenes Maß in das Streugut eintauchen. Den Egalisierwalzen 9 sind (in Förderrichtung F) zwei in vorgegebenem Abstand zueinander angeordnete, rotierende Glättwalzen 10 nachgeordnet. Zur Anpassung der Egalisiervorrichtung 8 an die Verarbeitung unterschiedlichster Mattendicken D1, D2 sind die Egalisierwalzen 9 unabhängig von den Glättwalzen 10 und die Glättwalzen 10 unabhängig von den Egalisierwalzen 9 über Stelltriebe 11, 12 höhenverstellbar. Dazu wird insbesondere auf eine vergleichende Betrachtung der 2a und 2b hingewiesen, welche die Egalisiervorrichtung 8 in unterschiedlichen Funktionsstellungen zeigt. 2a zeigt die Einstellung der Egalisiervorrichtung für die Verarbeitung verhältnismäßig dicker Streugutmatten (Dicke D1), während 2b die Egalisiervorrichtung im Zuge der Verarbeitung verhältnismäßig dünner Streugutmatten (Dicke D2) darstellt. Eine vergleichende Betrachtung zeigt, dass die Höhendifferenz H1 zwischen den Egalisierwalzen 9 einerseits und den Glättwalzen 10 andererseits gemäß 2a deutlich größer ist als die Höhendifferenz H2 gemäß 2b.

Im Ausführungsbeispiel sind die beiden Egalisierwalzen 9 in einem gemeinsamen Lagerrahmen 13 gelagert, welcher mit den Egalisierstelltrieben 11 höhenverstellbar ist. Die Glättwalzen 10 sind in einem weiteren, von den Egalisierwalzen 9 unabhängigen Lagerrahmen 14 gelagert, welcher über Glättstelltriebe 12 höhenverstellbar ist. In den Figuren ist erkennbar, dass jeder der beiden Lagerrahmen 13 bzw. 14 jeweils über zwei Stelltriebe 11 bzw. 12 höhenverstellbar ist, wobei sämtliche Stelltriebe im Ausführungsbeispiel als Spindelhubeinheiten ausgebildet sind. Dabei sind die Lagerrahmen 13, 14 selbst an Tragprofilen 15, höhenverstellbar abgehängt, wobei die Spindelhubantriebe an den Tragprofilen angreifen und die Lagerrahmen an flexiblen Abhängemitteln 17, wie z. B. Laschenketten, an den Tragprofilen 15, aufgehängt sind. Zudem sind seitliche Linearführungen 18 für die einzelnen Lagerrahmen 13, 14 erkennbar.

Sowohl die Egalisierwalzen 9 als auch die Glättwalzen 10 sind gemäß 2a, 2b mit zu dem Streubandförderer 2 entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben. Sowohl die Egalisierwalzen 9 als auch die Glättwalzen 10 sind in diesem Ausführungsbeispiel als Stachelwalzen ausgebildet. Die Egalisierwalzen 9 und die Glättwalzen 10 weisen einen Walzenmantel 19 mit über die Walzenbreite verteilten und über den Walzenumfang zueinander versetzten Stacheln 20 auf. Im Einzelnen sind auf dem Walzenmantel 19 der Egalisierwalzen und Glättwalzen Ringscheiben 21 mit radial abstehenden Stacheln 20 befestigt, wobei die Ringscheiben 21 in vorgegebenen Abständen über die Walzenbreite in vorgegebenen Abständen über die Walzenbreite und mit vorgegebenem Drehwinkelversatz &agr; der Stachel 20 über den Walzenumfang angeordnet sind. Nach dem Ausführungsbeispiel beträgt der Abstand zwischen den Ringscheiben 21 der Egalisierwalzen 20 mm und der Abstand zwischen den Ringscheiben 21 der Glättwalzen 10 mm. Der Drehwinkelversatz &agr; beträgt in beiden Fällen 15°. Die Stachel 20 weisen eine von den Ringscheiben 21 ausgehende konische Verjüngung bis zur Stachelspitze 22 auf, die als zylindrische oder rechteckförmige Spitze 22 ausgebildet ist. Bei den Egalisierwalzen 9 sind die Ringscheiben 21 mit den Stacheln 20 paarweise auf dem Walzenmantel angeordnet und die Ringscheiben der Scheibenpaare drehwinkelversetzt zueinander angeordnet. Im Ausführungsbeispiel weisen die beiden Egalisierwalzen 9 denselben Durchmesser auf.

Außerdem ist in den Figuren erkennbar, dass der Lagerrahmen 13 für die Egalisierwalzen 9 einerseits und der Lagerrahmen 14 für die Glättwalzen 10 andererseits jeweils mit einer separaten Gehäuseabdeckung 23, 24 versehen ist.

9 zeigt schematisch angedeutet eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung im Bereich der Egalisierwalzen. Dargestellt sind in einer Draufsicht zwei in vorgegebenen Abstand zueinander angeordnete Egalisierwalzen 9', die als Schneckenwalzen bzw. Schneckenwellen 9' ausgebildet sind. Die beiden Schneckenwalzen 9' bestehen jeweils aus einem Walzenkörper 25 bzw. einer Schneckenwelle 25 und auf den Walzenkörpern angeordneten Schneckenwendeln 26 bzw. 26a, 26b. Die Transportrichtung F des unterhalb der Walzen 9' angeordneten Streubandförderers 2 ist in der Fig. ebenfalls angedeutet. Vorteilhaft ist es, wenn die Drehzahlen bzw. die Drehgeschwindigkeiten dieser Schneckenwalzen 9' mit der Geschwindigkeit des Streubandförderers 2 synchronisiert sind. Dabei besteht die Möglichkeit, dass die beiden Schneckenwalzen 9' mit identischen Drehzahlen oder aber auch mit unterschiedlichen Drehzahlen betrieben werden. Im Ausführungsbeispiel rotieren die Schneckenwalzen in derselben Richtung, und zwar in derselben Richtung wie die in den 2a, 2b dargestellten Walzen und entgegengesetzt zu dem Streuband. Dieses ist in den Figuren ebenfalls angedeutet. 9 zeigt nun, dass die in Förderrichtung erste bzw. vordere dieser beiden Schneckenwalzen 9' eine unterbrochene Schneckenwendel mit zwei entgegengesetzt orientierten Wendelabschnitten 26a, 26b aufweist. Zwischen den beiden Wendelabschnitten 26a, 26b befindet sich ein wendelfreier Abschnitt 27 vorgegebener Breite. Demgegenüber ist die dieser ersten Walze nachgeordnete zweite Walze mit einer durchgehenden Wendel 26 ausgerüstet, wobei diese durchgehende Wendel 26 ebenfalls zwei entgegengesetzt orientierte Wendelabschnitte 26a, 26b aufweist, die jedoch in der Walzenmitte miteinander verbunden sind. Es ist erkennbar, dass die Schneckenwendel 26 bzw. 26a, 26b im Ausführungsbeispiel im Wesentlichen dieselbe Ganghöhe bzw. Steigung S aufweisen. Im Übrigen ist sowohl der Durchmesser D beider Schneckenwalzen 9' als auch der jeweilige Walzenkörperdurchmesser d identisch. Im Ausführungsbeispiel beträgt die Walzenbreite in etwa 2000 bis 2500 mm. Die Ganghöhe S entspricht im Wesentlichen dem Schneckendurchmesser D und trägt im Ausführungsbeispiel 300 mm. Der Walzenkörperdurchmesser d beträgt im Ausführungsbeispiel 200 mm. Der wendelfreie Abschnitt 27 hat im Ausführungsbeispiel eine Breite B von ca. 100 mm. Durch die unterschiedlich ausgestalteten Schneckenwalzen wird nun erreicht, dass eine der beiden Schneckenwalzen Fasern zur Streubandmitte transportiert, während die andere der beiden Schneckenwalzen Fasern jeweils zu den Seiten transportiert. In diesem Zusammenhang erfolgt eine gleichmäßige Verteilung des Streugutes über die Streubandbreite.

Es bestehen nun verschiedene Möglichkeiten, die in 9 dargestellten Schneckenwalzen 9' in die in den 1 und 2a bzw. 2b dargestellte Egalisiervorrichtung zu integrieren. Zunächst einmal können auch bei der in 1 dargestellten Ausführungsform die Egalisierwalzen als Schneckenwalzen 9' ausgebildet sein, d. h. die Schneckenwalzen 9' ersetzen die in 1 dargestellten Stachelwalzen 9. Dann sind den Schneckenwalzen 9' die Glättwalzen 10 nachgeordnet. Es besteht in abgewandelter Ausführungsform aber auch die Möglichkeit, die in 9 dargestellten Schneckenwalzen 9' ergänzend in die Ausführungsform nach beispielsweise 1 zu integrieren. Dazu können z. B. die in 9 dargestellten beiden Schneckenwalzen 9' als zusätzliche Egalisierwalzen den Egalisierwalzen 9 vorgeordnet oder auch nachgeordnet sein. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass dann die Egalisierwalzen 9 und die Egalisierwalzen 9' (also z. B. vier Egalisierwalzen) in einem gemeinsamen Lagerrahmen 13 gelagert sind, welcher mit den Egalisierstelltrieben 11 höhenverstellbar ist. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass für die Schneckenwalzen 9' ein separater, nicht dargestellter Lagerrahmen vorgesehen ist, so dass dann die Egalisierwalzen 9' in einem von den Egalisierwalzen 9 unabhängigen zusätzlichen Lagerrahmen gelagert sind, welcher über zusätzliche Stelltriebe höhenverstellbar ist. Dies ist in den Figuren nicht dargestellt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Egalisieren von auf einen Streubandförderer unter Bildung von Streugutmatten aufgestreutem Streugut (1), insbesondere von Holzfasern, Holzspänen oder dgl., im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten, Spanplatten oder dgl.,

    mit einer oder mehreren rotierenden Egalisierwalzen (9, 9'), welche zur Erzeugung einer gleichmäßigen Dichteverteilung um ein vorgegebenes Maß in das Streugut eintauchen und

    mit einer oder mehreren den Egalisierwalzen (9, 9') in Transportrichtung nachgeordneten rotierenden Glättwalzen (10),

    wobei die Egalisierwalzen (9, 9') unabhängig von den Glättwalzen (10) und die Glättwalzen (10) unabhängig von den Egalisierwalzen (9) über Stelltriebe (11, 12) höhenverstellbar sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Stelltriebe (11, 12) als manuell, elektromotorisch, pneumatisch und/oder hydraulisch betätigbare Stelltriebe ausgebildet sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit zumindest zwei in vorgegebenem Abstand zueinander angeordneten Egalisierwalzen (9, 9') und mit zumindest zwei in vorgegebenem Abstand zueinander angeordneten und den letzten Egalisierwalzen (9, 9') nachgeordneten Glättwalzen (10),

    wobei die Egalisierwalzen (9, 9') und die Glättwalzen (10) jeweils mit zumindest einem separaten Stelltrieb (11 bzw. 12) gemeinsam höhenverstellbar sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die Egalisierwalzen (9, 9') in einem gemeinsamen von den Glättwalzen (10) unabhängigen Lagerrahmen (13) gelagert sind, welcher mit zumindest einem Stelltrieb (11) höhenverstellbar ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Glättwalzen (10) in einem gemeinsamen, von den Egalisierwalzen (9, 9') unabhängigen, Lagerrahmen (14) gelagert sind, welcher zumindest über einen Stelltrieb (12) höhenverstellbar ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Egalisierwalzen (9, 9') und/oder die Glättwalzen (10) mit zu dem Streubandförderer (2) entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben sind.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Egalisierwalzen als Stachelwalzen (9) ausgebildet sind.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Egalisierwalzen als Schneckenwalzen (9') ausgebildet sind.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei als Egalisierwalzen einerseits Stachelwalzen (9) und anderseits Schneckenwalzen (9') verwendet werden, wobei die Schneckenwalzen (9') den Stachelwalzen (9) vorgeordnet und/oder nachgeordnet sind.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Glättwalzen (10) als Stachelwalzen oder Bürstenwalzen ausgebildet sind.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei alle Egalisierwalzen (9, 9') denselben Durchmesser aufweisen.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die erste Egalisierwalze (9, 9') einen größeren Durchmesser aufweist als eine der nachgeordneten Egalisierwalzen (9), z. B. als die zweite Egalisierwalze.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Lagerrahmen (13) mit den Egalisierwalzen (9, 9') und der Lagerrahmen (14) mit den Glättwalzen (10) jeweils mit voneinander getrennten Gehäuseabdeckungen (23 bzw. 24) versehen sind.
  14. Streugutanlage zum Streuen von Streugut (1), insbesondere Holzfasern, Holzspänen oder dgl., auf einen Streubandförderer (2) unter Bildung von Streugutmatten (M) im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten, Spanplatten oder dgl.,

    mit einem Streugutbunker (3) mit einer Dosiereinheit zum Aufstreuen von Streugut auf eine oberhalb des Streubandförderers (2) angeordnete Streuwalzenstraße (7),

    und mit einer der Streuwalzenstraße (7) nachgeordneten Egalisiervorrichtung (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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