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Dokumentenidentifikation DE102004016738B3 10.11.2005
Titel Kompensationsvorrichtung zur Vermeidung von schädlichen Lagerströmen in einer elektrischen Maschine und entsprechendes Kompensationsverfahren
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Schrepfer, Armin, 91091 Großenseebach, DE
DE-Anmeldedatum 05.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016738
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse H02P 19/00
Zusammenfassung Die Lebensdauer von Lagern (WL) einer elektrischen Maschine (DM) soll erhöht werden. Dazu werden die Lagerströme an den Lagern (WL) des Rotors (RO) reduziert, indem mit Hilfe einer Kompensationseinrichtung (KS1) an den Rotor (RO) eine entsprechende Gegenspannung angelegt wird. Durch die Reduzierung der Lagerströme wird eine Riffelbildung im Lager und eine erhöhte Fettalterung vermieden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kompensationsvorrichtung zur Kompensation von Lagerströmen in einer elektrischen maschine sowie eine elektrische Maschine, die mit einer derartigen Kompensationsvorrichtung ausgestattet ist. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein entsprechendes Verfahren zum Kompensieren von Lagerströmen.

Drehzahlveränderbare Motoren werden heute überwiegend von Spannungszwischenkreisumrichtern gespeist. Die Speisung durch den Spannungszwischenkreisumrichter führt zu Lagerströmen in den Lagern des Motors. Diese Lagerströme können je nach Ausführung des Motors zu einem vorzeitigen Ausfall der Lager führen. Der Ausfall ist auf eine Riffelbildung an den Laufflächen des Lagers (Vibrationen, Geräusche) bzw. eine Zersetzung des Lagerfetts zurückzuführen.

Um Lagerströme zu unterbinden wurden daher vielfach stromisolierte Lager, z. B. Lager mit Keramikisolierung am Außenring, verwendet. Alternativ wurden Hybridlager mit Stahlringen und Keramik-Walzkörpern zur Vermeidung der Lagerströme eingesetzt. Diese Lager sind jedoch sehr teuer und werden daher soweit wie möglich vermieden. Darüber hinaus sind zur Vermeidung von Lagerströmen Lösungen bekannt, bei denen der Rotor mit Erdungsbürsten geerdet wird. Die Erdungsbürste unterliegt jedoch Verschleiß und die Kontaktsicherheit ist nicht gegeben, speziell unter schwieringen Umgebungsbedingungen. Weiterhin wird von der Firma Rockwell Automation in einem „Industry White Paper" mit dem Titel „Inverter-Driven Induction Motors Shaft and Bearing Current Solutions" (03/11/02, s.24–25, 2002) vorgeschlagen, zwischen Rotor und Stator eine spezielle Schirmung vorzunehmen. Des Weiteren sind in diesem Zusammenhang auch Umrichter mit speziellem Pulsmuster zur Reduzierung der Lagerströme bekannt. All diesen Lösungen ist gemeinsam, dass sie verhältnismäßig teuer bzw. aufwändig sind.

In dem Artikel von R. F. Schieferl, M. J. Melfi und J. S. Wang, „Inverter Driven Inducation Motor Bearing Current Solutions", in: Petroleum an Chemical Industry Conference 2002, Applications Society 49th Annual, Seite 67 bis 75, 2002, ist ausführlich beschrieben, wie schädliche Lagerströme entstehen können. Der Artikel zeigt die Strompfade auf, über die die Lagerströme fließen und nennt mehrere Möglichkeiten, diese Ströme zu unterdrücken, zum Beispiel eine umfangreiche Verschaltung der betreffenden elektrischen Maschine mit einem Massenanschluss.

Die WO 2004/001927 A2 offenbart einen aktiven Filter zum Reduzieren von elektromagnetischer Interferenz. Es wird eine Spannung gemessen, die für einen entsprechenden Strom repräsentativ ist, und diese Spannung wird in einem differenziellen Signal mit einer Common-Mode-Spannung verglichen. Bei einer Feedbacksteuerung wird das differenzielle Signal als Fehlersignal verwendet um den Unterschied zwischen der Common-Mode-Spannung und der gemessenen Massenspannung auf Null zusetzen. Es wird also ein hochfrequenter Massenstrom erfasst, in dem eine von diesem induzierte Spannung gemessen und kompensiert wird.

In der EP 0 271 678 B1 ist eine Anordnung zum Reduzieren der Wellenspannungen an dynamoelektrischen Maschinen beschrieben, bei der auf der Nicht-Antriebsseite parallel zu einer Kapazität ein ohmscher Widerstandswert von zwischen 100 und 10.000 Ohm geschaltet ist.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, eine elektrische Maschine vorzuschlagen, bei der die Problematik der Lagerströme auf vereinfachte Weise gelöst ist. Darüber hinaus soll ein entsprechendes Verfahren angegeben werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Kompensationsvorrichtung zur Kompensation von Lagerströmen in einer elektrischen Maschine mit einer Anschlusseinrichtung zum Anschließen an mindestens eine Wicklung, an das Gehäuse und an den Rotor der elektrischen Maschine und einer Spannungserzeugungseinrichtung zum Erzeugen einer Kompensationsspannung für den Rotor der elektrischen Maschine in Abhängigkeit von der an der mindestens einen Wicklung anliegenden Betriebsspannung der elektrischen Maschine.

Darüber hinaus ist entsprechend der vorliegenden Erfindung vorgesehen ein Verfahren zum Kompensieren von Lagerströmen in einer elektrischen Maschine durch Erzeugen einer Kompensationsspannung für den Rotor der elektrischen Maschine in Abhängigkeit von einer Betriebsspannung der elektrischen Maschine und Anlegen der Kompensationsspannung an den Rotor der elektrischen Maschine.

Mit der einfach aufgebauten, erfindungsgemäßen Kompensationsvorrichtung wird an das Lager eine entsprechende Gegenspannung angelegt, so dass die durch die übliche Betriebsspannung an der elektrischen Maschine hervorgerufene elektrische Spannung an den Lagern kompensiert wird. Damit fließen keine Ströme mehr über die Lager und die Lebensdauer der elektrischen Maschine kann entsprechend erhöht werden.

Vorzugsweise umfasst die Spannungserzeugungseinrichtung der erfindungsgemäßen Kompensationsvorrichtung einen Transformator, dessen Primärwicklung zwischen die mindestens eine Wicklung und das Gehäuse der elektrischen Maschine und dessen Sekundärwicklung zwischen den Rotor und das Gehäuse der elektrischen Maschine geschaltet ist. Der Transformator stellt ein kostengünstiges passives Element für die Realisierung der Kompensation dar.

Der Transformator kann mit Netzwerken, z. B. RC-Kombinationen, Varistoren, beschaltet sein, um die Kompensationsspannung individuell für die Maschine einzustellen.

Alternativ zu dem Transformator kann die Spannungserzeugungseinrichtung einen Aktivschaltkreis umfassen, mit dem aus der an der elektrischen Maschine anliegenden Betriebsspannung die Kompensationsspannung erzeugbar ist. Mit einer derartigen Aktivschaltung kann eine noch exaktere Kompensation durchgeführt werden.

Die Betriebsspannung der elektrischen Maschine enthält häufig eine Gleichtaktspannung, welche eine wesentliche Ursache für Lagerströme ist. Daher ist es günstig, die Gleichtaktspannung als Eingangsgröße für die Spannungserzeugungseinrichtung zu verwenden. Die Lagerspannungen sind in der Regel nur über ein motorspezifisches Übersetzungsverhältnis von der Gleichtaktspannung abhängig.

In einer besonderen Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Kompensationsvorrichtung eine Sternschaltung auf, mit der die Phasen der elektrischen Maschine in einem Sternpunkt verschaltet sind, wobei die Spannung an dem Sternpunkt als Eingangsspannung für die Spannungserzeugungseinrichtung dient. Mit diesem künstlich geschaffenen Sternpunkt ist man nicht darauf angewiesen, dass die Wicklungen der Maschine in einem Sternpunkt verschaltet sind oder der Sternpunkt in der Maschine zugänglich ist.

Vorzugsweise ist eine dreiphasige elektrische Maschine mit der Kompensationsvorrichtung ausgestattet. Dabei ist es, wie bereits erwähnt, besonders günstig, wenn in der Maschine ein Sternpunkt vorhanden ist und die Spannung an dem Sternpunkt als Eingangsspannung für die Spannungserzeugungseinrichtung abgreifbar ist. Damit bedarf es keines künstlichen Sternpunkts für die Erzeugung der Kompensationsspannung.

Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigen:

1 ein Schaltbild eines mit einem Spannungszwischenkreisumrichter in Zweipunkt-Schaltung versorgten Motors;

2 eine Schnittzeichnung durch einen Motor;

3 ein einphasiges Ersatzschaltbild des Motors von 2;

4 eine Darstellung eines Zirkularflusses und Lagerstroms;

5 ein elektrisches Ersatzschaltbild zur Erklärung des Lagerstroms durch Zirkularfluss;

6 den Motor von 2 mit elektrischer Beschaltung;

7 das der Beschaltung von 6 entsprechende Ersatzschaltbild mit Lagerstromsignalformen;

8 eine erfindungsgemäße Beschaltung eines Motors mit einer Kompensationsvorrichtung, die am Sternpunkt der Motorwicklung angeschlossen ist;

9 eine Beschaltung eines Motors mit einer Kompensationsvorrichtung, wobei der Sternpunkt des Motors nicht zugänglich ist;

10 ein Schaltungsdiagramm einer Kompensationsvorrichtung mit aktiven Bauteilen; und

11 ein Beispiel für eine Koppeleinrichtung zur Kopplung der Kompensationsspannung an den Rotor.

Die nachfolgend näher beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dar.

Die Ursache für umrichterbedingte Lagerströme ist die sogenannte „Gleichtaktspannung" oder Common Mode Spannung im Pulsmuster des Spannungszwischenkreisumrichters UR, der in 1 dargestellt ist. Die am Motor DM anliegende Gleichtaktspannung Uo kann man z. B. bei einer Sternschaltung der Motorwicklungen zwischen Sternpunkt und Motorgehäuse unmittelbar messen. Die elektronischen Schaltelemente SE des Spannungszwischenkreisumrichters UR schalten die Spannung Ud des Zwischenkreises ZK nach einem Steuerverfahren auf die Motorwicklungen MW. Man unterscheidet zwischen sogenannten Online- und Offline-Steuerverfahren. Unabhängig vom eingesetzten Steuerverfahren ergibt sich ein prinzipieller Spannungsverlauf Uo am Sternpunkt SP gemäß 1. Dieser Spannungsverlauf resultiert aus den ebenfalls in 1 eingezeichneten Spannungen ULL zwischen den Phasen.

Das Ein- und Ausschalten der elektronischen Schaltelemente SE führt zu einer Spannungsänderung an den parasitären Kapazitäten im Motor und damit zu einem Stromfluss. 2 zeigt diese parasitären Kapazitäten in einem Drehstrommotor DM, der einen Stator ST und einen Rotor RO umfasst. Die Welle WE des Rotors RO ist z. B. über Wälzlager WL am Stator ST gelagert. An den Wicklungen WI des Stators ST liegt die Spannung U an.

Dieser Motoraufbau (vgl. auch 3) führt zu einer Kapazität Cwh zwischen Motorwicklung und Motorgehäuse, eine Kapazität Cwr zwischen Motorwicklung und Rotor, einer Kapazität Crh zwischen Rotor und Motorgehäuse, einer wirksamen Kapazität Cb zwischen Wälzkörpern und Lagerringen, einem nichtlinearen Widerstand Zn des Schmierfilms und einem wirksamen Widerstand Rb des Lagers bestehend aus Lagerringen und Wälzkörper.

Aus diesen elektrischen Größen resultiert das in 3 wiedergegebene einphasige Ersatzschaltbild eines Drehstrommotors einschließlich des elektrischen Ersatzschaltbilds für die Impedanz Zb des Wälzlagers WL. Demnach liegt die Kapazität Cwh zwischen der Phase U und der Erde PE. Parallel zu dieser Kapazität Cwh ist eine Serienschaltung der Kapazitäten Cwr und Crh angeordnet. Wiederum parallel zu der Kapazität Crh befindet sich die Lagerimpedanz Zb. Diese Lagerimpedanz Zb besteht aus einer Parallelschaltung der Kapazität Cb und des Schmierfilmwiderstands Zn, die mit dem Lagerwiderstand Rb in Serie geschaltet ist.

Eine Änderung der Gleichtaktspannung Uo erzeugt einen Stromfluss durch die Kapazität Cwh. Aus diesem Strom resultiert ein Zirkularlfuss ZF in den Motorwicklungen MW, der zu einem schädlichen Lagerstrom ILager führen kann, wie dies in 4 angedeutet ist. Der Lagerstrom ILager führt durch das Statorblechpaket des Stators ST, durch die Wälzlager WL, durch den Rotor RO und an der anderen Stirnseite des Drehmomentmotors DM zurück durch die Wälzlager WL zum Stator ST.

Der in 5 dargestellte Strom Ie durch die Kapazität Cwh ist die Quelle für die Wellenspannung Us. Die Wellenspannung Us und der Strom Ie sind transformatorisch über die Konstruktion des Motors verknüpft. Die Wellenspannung US teilt sich auf die beiden Motorlager auf. Die Ersatzschaltbilder für die Wälzlager an der Antriebsseite DE und Nichtantriebsseite NDE des Motors sind in 5 entsprechend eingezeichnet.

Der Schmierfilm im Wälzlager kann nur eine bestimmte Spannung isolieren, dann bricht er durch. Jetzt kann sich ein schädlicher Lagerstrom ausbilden. Die Durchbruchspannung ist abhängig von der Schmierfilmdicke und damit von der Drehzahl, Temperatur und Belastung des Lagers. Die Durchbruchspannung liegt im Bereich 0,3 ... 35 V. Derartige Lagerströme sind in dem Aufsatz von S. Chen, T. A. Lipo, D. Fitzgerald, „Modelling of bearing currents in inverter drives", IEEE Transactions on Industry Applications, Band 32, S. 21 – 31, 1996 beschrieben.

Durch eine geeignete Gegenspannung Uk kann erfindungsgemäß die Spannung über den Wälzlagern auf Werte unterhalb der Durchbruchspannung gehalten werden. Damit wird der beschriebene Lagerstrom durch den Zirkularfluss verhindert. Ein durch den Zirkularfluss verursachter Strom fließt jetzt über die Kompensationsvorrichtungen (5).

Schädliche Lagerströme können auch durch Entladungseffekte entstehen. Dabei wird (vgl. 6 und 7) die Kapazität des Wälzlagers Cb über den kapazitiven Spannungsteiler bestehend aus Cwr, Crh und Cb aufgeladen, solange der Schmierfilm diese Spannung isolieren kann. Beim Erreichen der Durchbruchspannung wird die Kapazität Cb lagerintern kurzgeschlossen und die Kapazität Crh entlädt sich in diesen Kurzschluss. Solange der Schmierfilm isoliert, ist die Spannung über dem Lager ein Abbild der Gleichtaktspannung entsprechend dem durch die Motorkonstruktion vorgegebenen Übersetzungsverhältnis BVR (bearing voltage ratio).

Das Übersetzungsverhältnis BVR ist gegeben durch das Verhältnis der Spannung UZb an der Lagerimpedanz Zb und der Spannung UCwh an der Kapazität Cwh. Dieses Verhältnis liegt typischerweise zwischen 0,02 und 0,2. In 7 ist die Spannung UZb für einen kleinen Wert von BVR und einen großen Wert von BVR in ihrem Verlauf angedeutet. Dabei wird die Schaltung bzw. die Motorwicklung über eine Impedanz Z mit der halben Zwischenkreisspannung 0,5 Ud versorgt, die den gleichen Signalverlauf hat wie die Spannung UZb. Auch in diesem Fall kann das Aufladen des Lagers durch eine geeignete Gegenspannung Uk verhindert werden.

Mit einer erfindungsgemäßen Schaltung KS1 bzw. KS2 (vgl. 8 und 9) erfolgt eine Kompensation der durch die Gleichtaktspannung Uo erzeugten Lagerspannung UZb. Dazu wird die auf die Motorklemmen geschaltete Gleichtaktspannung Uo entweder direkt verwendet (8) oder nachgebildet (9). Die Kompensationsschaltung KS1 bzw. KS2 erzeugt mit Hilfe der Gleichtaktspannung Uo eine Gegenspannung zur Minimierung der Lagerströme. Sie kann mit passiven oder aktiven Bauelementen ausgeführt sein. Entsprechend der Konstruktion des Motors DM erfolgt die Einkopplung auf der Antriebsseite (DE) oder der Nicht-Antriebsseite (NDE), damit sich die gewünschte Kompensation ergibt. Die Einkopplung der Kompensations- bzw. Gegenspannung kann auch kapazitiv durch einen Kondensator CKR erfolgen (9).

Die Kompensationseinrichtung KS1 bzw. KS2 besteht in der einfachsten Ausführung aus einem Impulsübertrager bzw. Transformator T, der die Gleichtaktspannung Uo entsprechend dem BVR des Motors mit entsprechendem Vorzeichen als Gegenspannung auf den Rotor RO koppelt. Die Gleichtaktspannung Uo erreicht bei üblichen Spannungszwischenkreisumrichtern Werte bis zur halben Zwischenkreisspannung Ud. Bei einem BVR von z. B. 5 und einer Gleichtaktspannung Uo von 300 V muss eine Gegenspannung von 15 V erzeugt werden. Die Gegenspannung kann über einen Schleifkontakt oder über eine kapazitive Koppeleinrichtung auf den Rotor RO gelegt werden.

Zur Anpassung der Spannungsform der Gegenspannung ist der Impulsübertrager T mit Beschaltungsnetzwerken ZT1, ZT2 versehen. Diese Beschaltung ZT1, ZT2 kann z. B. eine RC-Kombination und/oder ein Varistor sein.

Der Impulsübertrager T wird über einen oder mehrere Koppelkondensatoren gespeist. Steht die Gleichtaktspannung Uo am Sternpunkt SP zur Verfügung (vgl. 8), ist nur ein Koppelkondensator CKO erforderlich, der am Sternpunkt SP der Motorwicklung MW angeschlossen wird. Ist dieser Sternpunkt SP nicht verfügbar (vgl. 9), z. B. bei einer Dreieckwicklung, schaltet man die Koppelkondensatoren CK1, CK2, CK3 auf die Motorklemmen U, V, W. Die drei Koppelkondensatoren CK1, CK2, CK3 bilden einen Sternpunkt SP', an dem sich die Gleichtaktspannung Uo ausbildet.

Entsprechend 10 kann die Kompensationsvorrichtung KS3 auch mit aktiven Bauelementen ggf. digital ausgeführt sein. Die Hilfsenergie Uh zur Versorgung des aktiven Schaltkreises AS kann aus der Motorspannung gewonnen oder von extern bereitgestellt werden. Die Gleichtaktspannung Uo wird entweder unmittelbar erfasst oder über ein Netzwerk NW oder aus den Ansteuersignalen des Spannungszwischenkreisumrichters UR gewonnen. Aus der Gleichtaktspannung Uo und den Motordaten wird eine Gegenspannung ermittelt und über einen Verstärker AMP und die Koppeleinrichtung CKR auf den Rotor gegeben.

Der aktive Schaltkreis (AS) kann auch so ausgeführt sein, dass die Kompensationsvorrichtung KS3 den Rotor HF-mäßig erdet, unabhängig von der Gleichtaktspannung Uo.

Um die Gegenspannung zuverlässig und verschleißfrei auf den Rotor zu schalten, wird man einen Schleifkontakt vermeiden. 11 zeigt eine Realisierungsmöglichkeit für die Koppeleinrichtung CKR. Dabei wird eine Buchse BU über die Rotorwelle WE gesteckt und mit einem Isolierteil IT zentriert. Die Buchse BU bildet mit der Rotorwelle WE einen Zylinderkondensator.

Die Buchse BU und das Isolierteil IT können z. B. auch als ein Bauteil ausgeführt sein, welches wie ein Lager montiert wird.

Bei Einsatz der erfindungsgemäßen Kompensationsvorrichtung KS1 bis KS3 sind keine teuren stromisolierten Lager oder Hybridlager zur Vermeidung von schädlichen Lagerströmen erforderlich. In vorteilhafter Weise erhöht sich dann ohne die Lagerströme die Lebensdauer des Lagers aufgrund der nicht entstehenden Riffelung oder der geringeren Fettalterung.


Anspruch[de]
  1. Kompensationsvorrichtung zur Vermeidung von schädlichen Lagerströmen in einer elektrischen Maschine (DM) mit

    – einer Anschlusseinrichtung zum Anschließen an mindestens eine Wicklung (MW), an das Gehäuse und an den Rotor (RO) der elektrischen Maschine (DM) und

    – einer Spannungserzeugungseinrichtung zum Erzeugen einer Kompensationsspannung (Uk) für den Rotor (RO) der elektrischen Maschine in Abhängigkeit von der an der mindestens einen Wicklung (MW) anliegenden Betriebsspannung (Ud) der elektrischen Maschine.
  2. Kompensationsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die an der Wicklung (MW) anliegende Betriebsspannung aus den Ansteuersignalen eines Spannungszwischenkreisumrichters (UR) gewonnen ist.
  3. Kompensationsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Spannungserzeugungseinrichtung einen Transformator (T) umfasst, dessen Primärwicklung zwischen die mindestens eine Wicklung (MW) und das Gehäuse der elektrischen Maschine (DM) und dessen Sekundärwicklung zwischen den Rotor (RO) und das Gehäuse der elektrischen Maschine (DM) geschaltet ist.
  4. Kompensationsvorrichtung nach Anspruch 3, wobei parallel zu der Primär- oder Sekundärwicklung ein Netzwerk (ZT1, ZT2) zur Anpassung der Kompensationsspannung geschaltet ist.
  5. Kompensationsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Spannungserzeugungseinrichtung einen Aktivschaltkreis (AS) umfasst, mit dem aus der an der elektrischen Maschine anliegenden Betriebsspannung (Ud) die Kompensationsspannung (Uk) erzeugbar ist.
  6. Kompensationsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die eine Sternschaltung aufweist, mit der die Phasen der elektrischen Maschine in einem Sternpunkt (SP) verschaltet sind, wobei die Spannung (Uo) an dem Sternpunkt (SP) als Eingangsspannung für die Spannungserzeugungseinrichtung dient.
  7. Elektrische Maschine mit einer Kompensationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
  8. Elektrische Maschine nach Anspruch 7, die dreiphasig ist.
  9. Elektrische Maschine nach Anspruch 7 oder 8 mit einer Kompensationsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Wicklungen (MW) der elektrischen Maschine (DM) in einem Sternpunkt (SP) verschaltet sind und die Spannung (Uo) an dem Sternpunkt (SP) als Eingangsspannung für die Spannungserzeugungseinrichtung dient.
  10. Verfahren zum Kompensieren von Lagerströmen in einer elektrischen Maschine (DM) durch

    – Erzeugen einer Kompensationsspannung (Uk) für den Rotor (RO) der elektrischen Maschine (DM) in Abhängigkeit von einer Betriebsspannung (Ud) der elektrischen Maschine und

    – Anlegen der Kompensationsspannung (Uk) an den Rotor (RO) der elektrischen Maschine.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Kompensationsspannung (Uk) mit einem Transformator (T) erzeugt wird, der die an mindestens einer der Wicklungen (MW) der elektrischen Maschine (DM) anliegenden Primärspannung für die Kompensationsspannung (Uk) transformiert.
  12. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Kompensationsspannung (Uk) durch einen Aktivschaltkreis (AS) erzeugt wird.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die elektrische Maschine dreiphasig betrieben wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Wicklungen (MW) der elektrischen Maschine (DM) in einem Sternpunkt (SP, SP') zusammengeschaltet sind und die Spannung an dem Sternpunkt (SP, SP') zur Erzeugung der Kompensationsspannung (Uk) verwendet wird.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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