Die Erfindung betrifft eine Sensoreinheit für ein Fahrzeug nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Solche Sensoreinheiten, die nachfolgend auch als Regensensoren bezeichnet
werden, werden in Fahrzeugen zur Erkennung von auf einer Fahrzeugscheibe auftreffenden
Wasser- und/oder Schmutzpartikeln benutzt. In Abhängigkeit von der Menge der erkannten
Wasser- und/oder Schmutzpartikel wird ein Wischermotor angesteuert, so können beispielsweise
die Geschwindigkeit des Scheibenwischermotors und/oder die Pausenzeiten in einem
Interballbetrieb eingestellt werden. Herkömmliche Regensensoren für Kraftfahrzeuge
erkennen in der Regel auf rein optischer Basis die Benetzung bzw. Verschmutzung
der Fahrzeugscheibe. Typischerweise werden die Sensoreinheiten im oberen Bereich
der Fahrzeugscheibe angebracht.
In der DE 198 27 044 C1
wird eine Licht- und/oder Regensensorik für ein Fahrzeug beschrieben, mit der auf
das Fahrzeug einwirkende Licht- und/oder Regenverhältnisse detektiert werden können.
Die Licht- und/oder Regensensorik umfasst einen Lichtsensor und ein Lichtsensorsteuergerät
und/oder einen als optischer Sensor ausgeführten Regensensor und ein Regensensorsteuergerät,
die in einem gemeinsamen Gehäuse am oberen Rand der Frontscheibe angeordnet sind.
In der DE 39 35 807 A1
wird eine Wischanlage für Kraftfahrzeuge beschrieben, die über einen Regensensor
angesteuert wird. Der Regensensor ist im Bereich einer Motorhaube angeordnet und
als elektromechanischer Wandler mit einer Membran ausgeführt, welche die Sensorfläche
bestimmt. Regentropfen die auf der Membran auftreffen versetzen die Membran in Schwingungen,
die durch den elektromechanischen Wandler in ein elektrisches Eingangssignal umgewandelt
werden.
Die Sensorflächen der eingesetzten Regensensoren sind verglichen zur
Gesamtfläche der Fahrzeugscheibe klein, dadurch können Benetzungen und/oder Verschmutzungen
außerhalb der Sensorfläche von solchen herkömmlichen Sensoreinheiten nicht erfasst
werden. Insbesondere kann das Auftreffen von Benetzungen und Verschmutzungen im
unteren und/oder seitlichen Bereich der Fahrzeugscheibe nicht detektiert werden,
was zu einem Wischfehlverhalten führen kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Sensoreinheit für ein Fahrzeug
zur Verfügung zu stellen, mit der Benetzungen und/oder Verschmutzungen auf einer
zugehörigen Fahrzeugscheibe detektiert werden können.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch Bereitstellung einer Sensoreinheit
für ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Erfindungsgemäß ist mindestens ein Körperschallsensor vorgesehen,
der einen an der Fahrzeugscheibe auftretenden Körperschall erfasst und in elektrische
Signale umwandelt, die von einer Auswerte- und Steuereinheit ausgewertet werden.
Durch eine geeignete Signalaufbereitung kann das Auftreffen von großen und kleinen
Wasser- und Schmutzpartikeln auf der gesamten Scheibenfläche detektiert werden.
Insbesondere können partielle Benetzung und/oder Verschmutzungen im unteren und/oder
seitlichen Scheibenbereich ebenfalls detektiert werden, die nicht auf einer vorgegebenen
begrenzten Sensorfläche auftreffen und beispielsweise durch Spritzwasser von anderen
Fahrzeugen hervorgerufen werden.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung umfasst die Sensoreinheit
zusätzlich mindestens einen optischen Sensor, der einen vorgegebenen Bereich der
Fahrzeugscheibe detektiert. Durch die Kombination des mindestens einen körperakustischen
und des mindestens einen optischen Sensors kann die Ansteuerung eines Wischsystems
bzw. eines Wischermotors in vorteilhafter Weise dadurch optimiert werden, dass bei
der Auswertung die Signale des Körperschallsensors mit den Signalen des optischen
Sensors in Zusammenhang gebracht werden.
In weiterer Ausgestaltung umfasst die Sensoreinheit Mittel zur Signalaufbereitung,
die mindestens eine Verstärkerschaltung und/oder mindestens eine Filterschaltung
mit einer festen und/oder einstellbaren Filtercharakteristik umfassen.
Die mindestens eine Filterschaltung umfasst beispielsweise eine Hochpassfilterschaltung
und/oder eine Tiefpassfilterschaltung und/oder eine Bandpassfilterschaltung, die
jeweils ein entsprechend gefiltertes Signal zur Auswertung erzeugen. Durch die mindestens
eine Filterschaltung können beispielsweise Frequenzanteile des Sensorsignals ermittelt
werden, aus denen dann der Umfang der Benetzung und/oder der Verschmutzung der Fahrzeugscheibe
ermittelt und eine passende Wischcharakteristik des Wischersystems bzw. des Wischermotors
in Bezug auf Wischgeschwindigkeit und Wischfrequenz eingestellt werden kann.
In weiterer Ausgestaltung der Sensoreinheit ist zur Ansteuerung des
Wischsystems eine Logikschaltung vorgesehen, welche die von dem optischen Sensor
und dem Körperschallsensor erzeugten Signale zur Erkennung von Wasser- und/oder
Schmutzpartikeln auf der Fahrzeugscheibe verknüpft und entsprechende Ansteuersignale
für den Wischermotor erzeugt.
Der Körperschallsensor und der optische Sensor sind beispielsweise
in einer gemeinsamen Baueinheit integriert, die in einem oberen Bereich der Fahrzeugscheibe
angeordnet ist.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen
dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.
Dabei zeigen:
1 ein Blockschaltbild eines Wischsystems
mit einer erfindungsgemäßen Sensoreinheit; und
2 schematische Darstellung einer Fahrzeugscheibe
mit der erfindungsgemäßen Sensoreinheit aus 1.
Wie aus 1 ersichtlich ist, umfasst ein
Wischersystem 10 für ein Fahrzeug eine strichpunktiert dargestellte Sensoreinheit
20 und einen Wischermotor 30. Die Sensoreinheit 20 umfasst
eine gestrichelt dargestellte Sensorbaugruppe 1 mit einem Körperschallsensor
1.1, der einen an einer Fahrzeugscheibe 7 auftretenden Körperschall
erfasst und mit einem elektromechanischen Wandler, beispielsweise einem Piezoelement,
in elektrische Signale umwandelt, und einen optischen Sensor 1.2, der in
bekannter Weise einen Bereich der Fahrzeugscheibe 7 detektiert und bei
detektierten Wasser- und/oder Schmutzpartikeln entsprechende elektrische Signale
erzeugt. Die erzeugten elektrischen Signale der beiden Sensoren 1.1 und
1.2 werden an eine Auswerte- und Steuereinheit 2 weitergeleitet.
Die Auswerte- und Steuereinheit 2 umfasst zur Signalaufbereitung
eine erste bzw. eine zweite Verstärkerschaltung 3.1 bzw. 3.2 zur
Verstärkung der Ausgabesignale des Körperschallsensors 1.1 bzw. des optischen
Sensors 1.2, eine punktiert dargestellte Filterschaltung 4, die
zur Einstellung der Filtercharakteristik eine Hochpassfilterschaltung
4.1, einen Tiefpassfilterschaltung 4.2 und/oder eine Bandpassfilterschaltung
4.3 umfasst. Die Grenzfrequenzen der einzelnen Filterschaltungen
4.1 bis 4.3 können beispielsweise fest vorgegeben werden oder
beispielsweise von einer Logikschaltung 5 vorgegeben werden, die ebenfalls
Teil der Auswerte- und Steuereinheit 2 ist. Die Auswerte- und Steuereinheit
erzeugt Steuersignale zur Ansteuerung des Wischermotors 30, um beispielsweise
die Wischgeschwindigkeit und/oder die Wischfrequenz des Wischermotors
30 einzustellen.
Zur Ansteuerung des Wischermotors 30 verknüpft die Logikschaltung
5 die aufbereiteten vom Körperschallsensor 1.1 und/oder vom optischen
Sensor 1.2 erzeugten Signale. Durch die Verknüpfung der Sensorsignale können
Wasser- und/oder Schmutzpartikel mit unterschiedlichem Umfang auf der gesamten Fahrzeugscheibe
7 und nicht nur im beschränkten Sensorbereich des optischen Sensors
1.2 erkannt und die entsprechenden Ansteuersignale für den Wischermotor
30 erzeugt werden. Der Körperschallsensor 1.1 wird vorzugsweise
zur Detektierung von partiell auf der Fahrzeugscheibe 7 auftreffenden Wasser-
und/oder Schmutzpartikeln größeren Umfangs benutzt, die beispielsweise durch Spritzwasser
von anderen Fahrzeugen verursacht werden und der optische Sensor wird vorzugsweise
zur Erkennung von einer geringen Benetzung und/oder Verschmutzung der Fahrzeugscheibe
verwendet, da diese vom Körperschallsensor 1.1 aufgrund von störenden Vibrationen,
die beispielsweise vom Fahrzeugmotor und/oder durch die Fahrzeuggeschwindigkeit
verursacht werden, nur schwer zu detektieren sind. Bei Benetzungen und/oder Verschmutzungen
größeren Umfangs auf der gesamten Scheibefläche erzeugt sowohl der Körperschallsensor
1.1 als auch der optische Sensor 1.2 ein entsprechendes elektrisches
Ausgabesignal. Dadurch können verschiedene Benetzungs- und/oder Verschmutzungsarten
der Fahrzeugscheibe 7 von der Steuer- und Auswerteeinheit 2 erkannt
und unterschieden werden und das Wischverhalten des Wischsystems 10 bzw.
des Wischermotors 30 kann durch entsprechende Steuersignale optimal an
die erkannte Benetzungs- und/oder Verschmutzungsart angepasst werden.
Wie aus der 1 weiter ersichtlich ist,
sind die Sensorbaugruppe 1 und die Auswerte- und Steuereinheit
2 in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet, welches wie aus 2
ersichtlich ist im oberen Bereich der Fahrzeugscheibe 7 innerhalb eines
Wischbereichs 8 angeordnet, der von mindestens einer nicht dargestellten
Wischereinheit von Feuchtigkeit und Schmutz freigehalten wird.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung eines Körperschallsensors kann
eine höhere Qualität der Detektierung als bei den herkömmlichen Sensorsystemen erreicht
werden, insbesondere wenn der Körperschallsensor mit einem optischen Sensor kombiniert
wird. So lassen sich durch den Körperschallsensor auch Benetzungen und Verschmutzungen
im Randbereich der Fahrzeugscheibe detektieren und das Wischverhalten entsprechend
einstellen. Dadurch wird eine höhere Kundenzufriedenheit erreicht und die Akzeptanz
solcher Wischersysteme, die automatisch durch eine Sensoreinheit gesteuert werden,
wird erhöht.