Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sensor zur Detektion einer
Flüssigkeit, insbesondere von Wassertropfen, auf der Vorderseite eines eine Vorderseite
und eine Rückseite aufweisenden flächigen Objekts. Des Weiteren betrifft die vorliegende
Erfindung eine Verwendung eines Sensors zur Detektion einer Flüssigkeit, insbesondere
von Wassertropfen, auf der Vorderseite eines eine Vorderseite und eine Rückseite
aufweisenden flächigen Objekts.
Sensoren der eingangs genannten Art sind aus der Praxis bekannt und
existieren in unterschiedlichen Ausführungsformen und Größen. Dabei werden derartige
Sensoren beispielsweise als Regensensor in Kraftfahrzeugen eingesetzt. Der Sensor
wird in dem bekannten Fall auf der Innenseite einer Windschutzscheibe angeordnet,
um Regentropfen zu detektieren, die auf die Außenseite der Windschutzscheibe gelangen.
In diesem Fall bildet die Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs ein flächiges Objekt,
auf dessen Vorderseite der Regen auftrifft und auf dessen Rückseite der Sensor angeordnet
ist.
Die bekannten Regensensoren arbeiten überwiegend optisch, wobei ein
von einem Sender ausgesendeter Lichtstrahl durch Wassertropfen auf der Windschutzscheibe
bzw. Glasoberfläche und die entsprechende Brechung an den Kanten umgelenkt wird.
Auf der Empfängerseite trifft dann weniger Licht auf.
Das bekannte Arbeitsprinzip ist jedoch vor allem bei gekrümmten Scheiben
und bei verschmutzter Oberfläche kritisch. Die Detektion des Wassers ist dann häufig
fehlerhaft.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Sensor und eine Verwendung eines Sensors der eingangs genannten Art anzugeben, wonach
eine sichere Detektion einer Flüssigkeit auf der Vorderseite eines flächigen Objekts
mit konstruktiv einfachen Mitteln erreicht ist.
Erfindungsgemäß wird die voranstehende Aufgabe durch einen Sensor
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach ist der Sensor derart ausgestaltet
und weitergebildet, dass er ein kapazitives Sensormodul aufweist, wobei der Sensor
auf die sich durch die Anwesenheit der Flüssigkeit ändernde Dielektrizitätskonstante
reagiert und so die Anwesenheit der Flüssigkeit auf der Vorderseite detektierbar
ist.
In erfindungsgemäßer Weise ist zunächst erkannt worden, dass eine
Detektion einer Flüssigkeit auf der Vorderseite eines flächigen Objekts nicht nur
auf der Basis optisch arbeitender Sensoren erreichbar ist. Hierzu ist dann in weiter
erfindungsgemäßer Weise ein Sensor bereitgestellt, der ein kapazitives Sensormodul
aufweist. Der Sensor reagiert dabei auf die sich durch die Anwesenheit der Flüssigkeit
ändernde Dielektrizitätskonstante, wodurch die Anwesenheit der Flüssigkeit auf der
Vorderseite detektierbar ist. Der erfindungsgemäße Sensor ermöglicht die sichere
Detektion einer Flüssigkeit auch bei gekrümmten Scheiben oder flächigen Objekten
und verschmutzten Oberflächen.
Folglich ist mit dem erfindungsgemäßen Sensor ein Sensor angegeben,
bei dem eine sichere Detektion einer Flüssigkeit auf der Vorderseite eines flächigen
Objekts mit konstruktiv einfachen Mitteln erreicht ist.
Im Hinblick auf eine besonders sichere Detektion einer Flüssigkeit
könnte das Sensormodul einen Streufeldkondensator aufweisen. Das Streufeld könnte
dabei durch das flächige Objekt vorgedämpft werden.
Weiter im Hinblick auf eine sichere und zuverlässige Detektion der
Flüssigkeit könnte das Sensormodul auf der Rückseite des Objekts angeordnet sein.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, das Sensormodul möglichst dicht an der Rückseite
anzubringen, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zwischen Sensormodul und Objekt
zu vermeiden. Hierzu könnte das Sensormodul unmittelbar an der Rückseite angeordnet
sein. Insbesondere könnte das Sensormodul mit der Rückseite verklebt sein.
In einem bevorzugten Anwendungsfall könnte das Objekt eine Glasscheibe
und insbesondere eine Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs sein. In diesem Fall
wird das Sensormodul auf der Innenseite des Kraftfahrzeugs auf der Innenseite der
Windschutzscheibe angebracht. Das Objekt könnte jedoch alternativ aus einer Keramik
oder aus einem Kunststoff bestehen.
Da die Dielektrizitätskonstante von Wasser – etwa 80 –
wesentlich höher als von Glas – etwa 6 – ist, reagiert der Sensor auch
bei einer unterschiedlich dicken Glasscheibe auf Wasser, das sich an der Außenseite
der Scheibe befindet.
Bei einer besonders vorteilhaften Situation könnte das Objekt eine
elektrisch leitende Schicht oder Folie aufweisen. Eine derartige Schicht oder Folie
könnte dann als Bestandteil des Sensors ausgenutzt werden.
Im Konkreten könnte die elektrisch leitende Schicht oder Folie aus
Metall oder einer Metallbedampfung bestehen oder eine Metallbedampfung oder
eine Bedampfung mit einem elektrisch leitenden Material aufweisen. Die elektrisch
leitende Schicht oder Folie könnte beispielsweise eine Zwischenschicht zwischen
zwei Glasscheiben oder Bestandteil einer Verbundglasscheibe sein, wie sie beispielsweise
als Windschutzscheibe von Kraftfahrzeugen verwendet wird.
Die Zwischenschicht könnte auch durch eine Metallbedampfung der Innenfläche
einer der beiden Glasscheiben gebildet sein. Eine Folie ist daher nicht zwingend
erforderlich.
Die Schicht oder Folie oder Metallbedampfung könnte in Teilbereiche
unterteilt sein und die Teilbereiche könnten dann die Flächen des kapazitiven Sensors
bilden. Dies könnte insbesondere im Fall der Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs
realisiert werden, wobei dann beispielsweise eine als Zwischenschicht vorliegende
metallbedampfte Folie der Windschutzscheibe als Teil des Sensors genutzt werden
könnte.
Die Einkopplung des Sensorsignals könnte dabei insbesondere kontaktbehaftet
durchführbar sein. Hierbei könnte die Verbindung zwischen den leitenden Flächen
und der zu dem Sensor zugehörigen Elektronik durch eine direkte Kontaktierung der
Flächen erfolgen. Hierbei könnte eine elektrische Verbindung jedes Teilbereichs
an den Rand geführt und dort kontaktiert werden.
Bei einer besonders eleganten Ausgestaltung könnte die Einkopplung
des Sensorsignals kontaktlos im Sinne einer kapazitiven Kopplung durchführbar sein.
Hierzu könnte auf der Rückseite des Objekts eine spezielle Ansteuerfläche angeordnet
sein.
Insbesondere bei der Anwendung des Sensors als Regensensor im Kraftfahrzeugbereich
wäre es für den Betrieb des Sensors lediglich erforderlich, den Sensor einmalig
auf die Einbausituation zu kalibrieren. Dies könnte in einfacher Weise manuell erfolgen.
Alternativ hierzu könnte dem Sensormodul eine Elektronik zur automatischen Kalibrierung
des Sensors zugeordnet sein. In diesem Fall könnte sich der Sensor quasi automatisch
an durch das Objekt vorgegebene Randbedingungen anpassen.
Der erfindungsgemäße Sensor ist grundsätzlich auch an Dachfenstern
in Kraftfahrzeugen oder ganz allgemein an Fenstern von beispielsweise Häusern einsetzbar.
Dabei könnte beispielsweise ein automatisches Schließen der Fenster bei aufkommendem
Regen durch den Sensor ausgelöst werden. In jedem Fall ist es zur Gewährleistung
einer guten Funktion des Sensors günstig, zwischen Sensormodul und Objekt möglichst
keinen Luftspalt zu erzeugen.
Als Besonderheit könnte der Sensor auch eine mit einem leitfähigen
Material oder Medium beschichtete Folie aufweisen. Bei Durchsichtigkeit der leitfähigen
Schicht könnte in Verbindung mit einer transparenten Trägerfolie ein vollständig
durchsichtiger Sensor hergestellt werden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass
die Folie oder Trägerfolie elektrisch leitfähig ist, so lange nur ein ausreichend
leitfähiges Material oder Medium auf die Folie aufgebracht ist.
Die Messung mit kapazitivem Sensormodul ist im Hinblick auf Verschmutzung
sehr unempfindlich. Im Allgemeinen weist eine trockene Schmutzschicht eine Dielektrizitätskonstante
von 2 bis 7 auf. Salz weist beispielsweise eine Dielektrizitätskonstante von etwa
5,5 und Gummi von etwa 3 auf. Erst bei einer „Befeuchtung" der Schmutzschicht
reagiert der Sensor.
Bei Verwendung einer Glasscheibe als flächiges Objekt ist zu bemerken,
dass je dicker die Glasscheibe ist, desto geringer die Empfindlichkeit ist bzw.
desto größer die Sensorsfläche sein sollte.
Im Besonderen könnte der Sensor bei einer Verwendung an der Windschutzscheibe
eines Kraftfahrzeugs im Wischerbereich platziert werden. Der Wischergummi wird dabei
aufgrund seiner niedrigen Dielektrizitätskonstanten nicht detektiert und beseitigt
aber die Wasserschicht im Bereich des Sensors. Je nach Intensität beispielsweise
des Regens könnte die Geschwindigkeit des Scheibenwischers gesteuert werden.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die zum Sensor zugehörige Auswerteelektronik
auf unterschiedliche Art und Weise realisiert werden kann und funktionieren kann.
Im Hinblick auf die Verwendung eines Sensors zur Detektion einer Flüssigkeit
ist zur Lösung der obigen Aufgabe gemäß Patentanspruch 16 die Verwendung eines ein
kapazitives Sensormodul aufweisenden Sensors zur Detektion einer Flüssigkeit, insbesondere
von Wassertropfen, auf der Vorderseite eines eine Vorderseite und eine Rückseite
aufweisenden flächigen Objekts beansprucht, wobei der Sensor auf die sich durch
die Anwesenheit der Flüssigkeit ändernde Dielektrizitätskonstante reagiert und so
die Anwesenheit der Flüssigkeit auf der Vorderseite detektierbar ist.
Hinsichtlich der Vorteile der beanspruchten Verwendung wird zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die voranstehenden, zur Ausgestaltung des Sensors angegebenen
Vorteile verwiesen.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre
der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden.
Dazu ist einerseits auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Ansprüche, andererseits
auf die nachfolgende Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung
anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung des bevorzugten
Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im Allgemeinen
bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In der Zeichnung
zeigen
1 in einer perspektivischen Darstellung,
schematisch, ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sensors, der
hinter einer Glasscheibe angeordnet ist, und
2 in einer perspektivischen Darstellung,
schematisch, ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sensors, wobei
eine elektrisch leitfähige Folie einer Verbundglasscheibe segmentiert zur Messung
genutzt ist.
1 zeigt in einer perspektivischen und
schematischen Darstellung ein erstes Ausführungsbeispiel eines Sensors zur Detektion
einer Flüssigkeit 1, insbesondere von Wassertropfen, auf der Vorderseite
2 eines eine Vorderseite 2 und eine Rückseite 3 aufweisenden
flächigen Objekts 4. Im Hinblick auf eine sichere Detektion der Flüssigkeit
1 auf der Vorderseite 2 des flächigen Objekts 4 ist der
Sensor durch ein kapazitives Sensormodul 5 gekennzeichnet, wobei der Sensor
auf die sich durch die Anwesenheit der Flüssigkeit 1 ändernde Dielektrizitätskonstante
reagiert und so die Anwesenheit der Flüssigkeit 1 auf der Vorderseite
2 detektierbar ist.
Im Konkreten ist der Sensor hinter einem Objekt 4 angeordnet,
das als Glasscheibe ausgebildet ist. Das Sensormodul 5 weist einen Streufeldkondensator
auf und ist unmittelbar auf der Rückseite 3 der Glasscheibe angeordnet,
wobei die unmittelbare Anordnung durch eine Verklebung realisiert ist.
2 zeigt in einer perspektivischen und
schematischen Darstellung ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Sensors zur Detektion einer Flüssigkeit 1 auf der Vorderseite
2 eines eine Vorderseite 2 und eine Rückseite 3 aufweisenden
flächigen Objekts 4. Der Sensor weist ein kapazitives Sensormodul
5 auf. Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel wird eine elektrisch
leitfähige Folie 6 in segmentierter Form zur Messung genutzt, wobei sich
die Folie 6 zwischen zwei Glasscheiben einer Verbundglasscheibe
7 befindet. Hierdurch ist eine besonders elegante Ausgestaltung des Sensors
gezeigt, da bereits vorhandene Bestandteile des Objekts 4, nämlich die
elektrisch leitfähige Folie 6 der Verbundglasscheibe 7, genutzt
wird. Falls ein Sensor ohne die Nutzung einer elektrisch leitfähigen Folie
6 einer Verbundglasscheibe 7 bei einer Verbundglasscheibe
7 genutzt werden soll, so ist nach Möglichkeit darauf zu achten, die elektrisch
leitfähige Folie 6 oder eine andere elektrisch leitfähige Schicht im Bereich
des Sensors zu vermeiden, da eine derartige elektrisch leitende Schicht oder Folie
6 die Messung durch den Sensor ansonsten stören könnte.
Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der erfindungsgemäßen Lehre wird zur Vermeidung von Wiederholungen einerseits auf
den allgemeinen Teil der Beschreibung und andererseits auf die beigefügten Patentansprüche
verwiesen.
Abschließend sei ganz besonders hervorgehoben, dass die zuvor rein
willkürlich gewählten Ausführungsbeispiele lediglich zur Erörterung der erfindungsgemäßen
Lehre dienen, diese jedoch nicht auf diese Ausführungsbeispiele einschränken.