Die Polierlösung ist zum bevorzugten Entfernen von Barrierematerialien in Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung von dielektrischen Materialien nützlich. Die Polierlösung umfasst 0 bis 20 Gew.-% Oxidationsmittel, mindestens 0,001 Gew.-% Inhibitor zur Senkung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle, 10 ppb bis 4 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 50 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser; und die Lösung weist einen pH-Wert unter 7 auf.
Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Erfindung bezieht sich auf Formulierungen für das chemisch-mechanische
Planarisieren (CMP) zum Entfernen von Barrieremetallen und spezieller auf Polierzusammensetzungen
zum selektiven Entfernen von Barrieremetallen in der Gegenwart von Verbindungsstrukturen
in Vorrichtungen mit integrierten Schaltungen.
In den letzten Jahren beruhte die Halbleiterindustrie in zunehmendem
Maße auf elektrischen Kupferverbindungen bei der Bildung integrierter Schaltungen.
Diese Kupferverbindungen haben einen niedrigen elektrischen Widerstand und eine
hohe Resistenz gegen Elektromigration. Da Kupfer in vielen dielektrischen Materialien,
wie Siliciumdioxid und Versionen von Siliciumdioxid mit niedriger Dielektrizitätskonstante
oder dotierten Versionen von Siliciumdioxid, sehr gut löslich ist, ist eine Diffusionsbarriereschicht
notwendig, um die Diffusion von Kupfer in das darunter liegende dielektrische Material
zu verhindern. Typische Barrierematerialien beinhalten Tantal, Tantalnitrid, Tantal-Siliciumnitride,
Titan, Titannitride, Titan-Siliciumnitride, Titan-Titannitride, Titan-Wolfram, Wolfram,
Wolframnitride und Wolfram-Siliciumnitride.
Als Reaktion auf steigende Anforderungen an hochintegrierte Schaltungen
stellen viele Halbleiterproduzenten nun integrierte Schaltungen her, die viele übereinander
liegende Schichten von Metallverbindungsstrukturen enthalten. Während der Herstellung
der Vorrichtung verbessert ein Planarisieren jeder Verbindungsschicht die Packungsdichte,
die Prozesseinheitlichkeit und die Produktqualität und, was am wichtigsten ist,
ermöglicht dies das Herstellen von vielschichtigen integrierten Schaltungen. Die
Halbleiterproduzenten vertrauen auf chemisch-mechanisches Planarisieren (CMP) als
ein kostengünstiges Mittel zur Erzeugung flacher Substratoberflächen. Das CMP-Verfahren
wird typischerweise in einer zweistufigen Abfolge durchgeführt. Zunächst verwendet
das Polierverfahren eine Aufschlämmung der ersten Stufe, die speziell zur schnellen
Entfernung von Kupfer entwickelt worden ist. Z.B. offenbaren Carpio et al. in "Initial
Study on Copper CMP Slurry Chemistries", Thin Solid Films, 262 (1995), die Verwendung
einer Salpetersäurelösung mit einer Konzentration von 5 Gew.-% zur effizienten Kupferentfernung.
In ähnlicher Weise offenbaren Kondo et al. in der US-Patentschrift Nr. 6 117 775
die Verwendung von Salpetersäure und BTA zur Kupferentfernung.
Nach der anfänglichen Kupferentfernung entfernt eine Aufschlämmung
der zweiten Stufe das Barrierematerial. Typischerweise erfordern die Aufschlämmungen
der zweiten Stufe eine ausgezeichnete Selektivität zur Entfernung des Barrierematerials,
ohne die physikalische Struktur oder die elektrischen Eigenschaften der Verbindungsstruktur
nachteilig zu beeinträchtigen.
Da es traditionell anerkannt war, dass alkalische Polieraufschlämmungen
eine bei weitem höhere Entfernrate für Tantal und Tantalnitrid als saure Aufschlämmungen
aufweisen, haben im Handel erhältliche Aufschlämmungen für die zweite Stufe typischerweise
einen neutralen bis basischen pH-Wert. Ein anderer Gesichtspunkt, der auf die Vorteile
von Barrieremetall-Polieraufschlämmungen mit neutralem bis basischem pH-Wert hindeutet,
betrifft die Notwendigkeit, das über dem Barrieremetall liegende Metall während
des Polierens der zweiten Stufe zu erhalten. Die Metall-Entfernrate sollte sehr
niedrig sein, um das Vertiefen der Metallverbindungen zu verringern.
In sauren Aufschlämmungen, die Oxidationsmittel enthalten, besitzt
Kupfer die Tendenz, sowohl eine hohe Entfernrate als auch eine hohe statische Ätzrate
zu besitzen. Jedoch offenbaren Cote et al. in der US-Patentschrift Nr. 6 375 693
eine saure CMP-Aufschlämmung für Barrierematerialien. Die Aufschlämmung von Cote
et al. arbeitet mit einem Wasserstoffperoxid-Oxidationsmittel, einem Benzotriazol-Inhibitor
und einer sulfatierten Fettsäure bei einem pH-Bereich von 2 bis 7,5. In ähnlicher
Weise offenbaren Wojtczak et al. in der US-Patentschrift Nr. 6 409 781 eine saure
Polieraufschlämmung, die auf einem Kaliumiodat-Oxidationsmittel, Iminodiessigsäure
als Kupferkorrosions-Inhibitor und Salpetersäure als Kupferaktivator zum selektiven
Polieren des Barrierematerials beruht. Unglücklicherweise können saure Polieraufschlämmungen
Stabilitätsprobleme aufweisen, wobei die Aufschlämmung eine Gelbfärbung oder eine
andere Farbänderung erfährt. Diese Gelbfärbung tritt nach der Zugabe von Wasserstoffperoxid
zur sauren Polieraufschlämmung auf. Da Polieraufschlämmungen typischerweise eine
Topfzeit von mehreren Tagen aufweisen, kann dieses Gelbfärbungsphänomen darüber
hinaus zu einer Aufschlämmung führen, die mit der Zeit dunkler wird. Diese Farbänderung
kann ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Polierleistung verändert hat, was zu
erniedrigten Ausbeuten an Halbleiterwafer führen kann.
Zukünftige low-k- und ultra-low-k-Integrationen der IC-Struktur werden
geringe Metallverluste und geringe Verluste an Dielelektrika in der CMP-Stufe erfordern.
Dementsprechend wird eine selektive Aufschlämmung zur Barriereentfernung mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit akzeptiert werden. Während neutrale bis basische Polieraufschlämmungen
dem Fachmann bekannte Vorteile, wie die voranstehend Beschriebenen, aufweisen, neigen
diese Aufschlämmungen auch dazu, niedrige Entfernraten für Tantal zu besitzen. Da
Tantal zusätzlich dazu leicht oxidiert wird, können die Oxidationsmittel in der
Aufschlämmung mit dem Tantal unter Bildung einer Oxidschicht auf der Oberfläche
reagieren. Angesichts des oben Gesagten besteht ein Bedarf nach einer Polieraufschlämmung
für die zweite Stufe, die eine hohe Entfernrate für Barrierematerialien, eine ausgezeichnete
Selektivität bezüglich Verbindungsmetallen und ein kontrolliertes Entfernen dielektrischer
Materialien besitzt. Zusätzlich dazu besteht ein Bedarf nach einer Aufschlämmung
mit einer ausreichenden zeitlichen Stabilität, um die nachteilige Farbänderung zu
vermeiden, die mit sauren Barriereaufschlämmungen in Verbindung steht.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung stellt eine Polierlösung zur Verfügung,
die zur bevorzugten Entfernung von Barrierematerialien in Anwesenheit von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen
mit einer beschränkten Abtragung von Dielektrika geeignet ist, wobei die Polierlösung
Folgendes umfasst: 0 bis 20 Gew.-% Oxidationsmittel, mindestens 0,001 Gew.-% Inhibitor
zur Erniedrigung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle, 10 ppb bis
4 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 50 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser; und
die Lösung einen pH-Wert von weniger als 7 besitzt.
Unter einem anderen Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung
eine Polierlösung zur Verfügung, die zur bevorzugten Entfernung von Barrierematerialien
in der Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung
von Dielektrika geeignet ist, wobei die Polierlösung 0,01 bis 15 Gew.-% Oxidationsmittel,
0,001 bis 10 Gew.-% Inhibitor zur Erniedrigung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle,
100 ppb bis 2 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 10 Gew.-% eines oberflächenaktiven Mittels,
0,1 bis 40 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser umfasst und die Lösung einen
pH-Wert von 5 oder weniger aufweist.
Unter einem anderen Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zum Polieren von Halbleitersubstraten zur Verfügung, das die folgende
Stufe enthält: Polieren des Halbleitersubstrats mit einer Polierlösung und einem
Polierkissen, wobei die Polierlösung, die zur bevorzugten Entfernung von Barrierematerialien
in der Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung
von Dielektrika geeignet ist, 0 bis 20 Gew.-% Oxidationsmittel, mindestens 0,001
Gew.-% Inhibitor zur Erniedrigung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle,
10 ppb bis 4 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 50 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser
umfasst und die Lösung einen pH-Wert von unter 7 besitzt.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
Es ist entdeckt worden, dass Komplexbildner saure Lösungen zur Barriereentfernung
verbessern können, indem sie die Gelbfärbung der Polieraufschlämmungen verringern,
ohne die Gleichförmigkeit des Wafers oder das selektive Entfernen der Barrierefilme
bei gemusterten Wafern nachteilig zu beeinträchtigen. Dies erhöht das Haltbarkeitsverhalten
der sauren Barriereaufschlämmung. Für die Zwecke dieser Beschreibung stellen Komplexbildner
Bestandteile dar, die an Metallionen binden, als Chelatbildner fungieren oder in
sonstiger weise mit freien Metallionen assoziieren, um die Konzentration an freien
Metallionen von mindestens einem Metallion in der Polierlösung zu erniedrigen. Für
die Zwecke der Beschreibung bezieht sich eine Polierlösung auf wässrige Polierlösungen,
die Schleifmittel enthalten können oder nicht. Wenn die Polierlösung ein Schleifmittel
enthält, dann ist die Polierlösung auch eine Polieraufschlämmung. Wahlweise kann
die Polierlösung auch oberflächenaktive Mittel, pH-Puffer, Entschäumungsmittel und
Biozide enthalten.
Für die Zwecke dieser Beschreibung beinhaltet der Begriff "Dielektrikum"
Materialien auf Siliciumdioxid-Basis, wie TEOS, low-k-Materialien (Materialien mit
niedriger Dielektrizitätskonstante) und ultra-low-k-Materialien (einige ultra-low-k-Materialien
sind nicht auf Basis von Siliciumdioxid). Zum Polieren von low-k- und ultra-low-k-Dielektrikamaterialien
ist es wichtig, einen niedrigen Druck aufrecht zu erhalten, um das Delaminieren
und Brechen dieser Materialien zu verringern. Jedoch führt ein niedriger Druck zu
einer niedrigen Entfernrate für Barrierematerialien (Ta/TaN), was für den Durchsatz
an Wafern nicht wünschenswert ist. Glücklicherweise haben saure Polierlösungen mit
einem starken Oxidationsmittel hohe Barriereentfernraten im Vergleich zu
herkömmlichen alkalischen Barriereaufschlämmungen gezeigt, die bei niedrigen Drücken
arbeiten. Das Barrierematerial kann Folgendes beinhalten: Tantal, Tantalnitrid,
Tantal-Siliciumnitride, Titan, Titannitride, Titan-Siliciumnitride, Titan-Titannitride,
Titan-Wolfram, Wolfram, Wolframnitride und Wolfram-Siliciumnitride.
Die Barrieremetall-Polierzusammensetzung enthält wahlweise ein Schleifmittel
zum "mechanischen" Entfernen des Barrierematerials. Die CMP-Zusammensetzung enthält
ein Schleifmittel für "mechanisches" Entfernen von Barriereschichten. Das Schleifmittel
ist vorzugsweise ein kolloidales Schleifmittel. Beispiele für das Schleifmittel
beinhalten die Folgenden: anorganisches Oxid, Metallborid, Metallcarbid, Metallhydroxid,
Metallnitrid oder eine Kombination, die mindestens eines der vorgenannten Schleifmittel
umfasst. Geeignete organische Oxide beinhalten beispielsweise Siliciumdioxid (SiO2),
Aluminiumoxid (Al2O3), Zirconiumdioxid (ZrO2),
Ceroxid (CeO2), Manganoxid (MnO2) und Gemische davon. Aluminiumoxid
ist in vielen Formen, wie alpha-Aluminiumoxid, gamma-Aluminiumoxid, delta-Aluminiumoxid,
und amorphem (nicht-kristallinem) Aluminiumoxid erhältlich. Andere geeignete Beispiele
für Aluminiumoxid sind Boehmit (AlO(OH))-Partikel und Gemische davon. Modifizierte
Formen dieser anorganischen Oxide, wie Polymerbeschichtete anorganische Oxidpartikel,
können ebenfalls verwendet werden, wenn dies gewünscht ist. Geeignete Metallcarbide,
-boride und -nitride beinhalten beispielsweise Siliciumcarbid, Siliciumnitrid, Siliciumcarbonitrid
(SiCN), Borcarbid, Wolframcarbid, Zirconiumcarbid, Aluminiumborid, Tantalcarbid,
Titancarbid und Gemische, die mindestens eines der vorgenannten Metallcarbide, -boride
und -nitride umfassen. Diamant kann ebenfalls als ein Schleifmittel verwendet werden,
wenn dies gewünscht ist. Alternative Schleifmittel beinhalten auch Polymerpartikel
und beschichtete Polymerpartikel. Das bevorzugte Schleifmittel ist Siliciumdioxid.
Das Schleifmittel hat eine Konzentration in der wässrigen Phase der
Polierzusammensetzung von 0 bis 50 Gew.-% -- in dieser Beschreibung beziehen sich
sämtliche Konzentrationsangaben auf Gew.-%, sofern nichts anderes speziell angemerkt
ist. Bei Schleifmittel-freien Lösungen wirkt ein fixiertes Schleifkissen bei der
Entfernung der Barriereschicht mit. Vorzugsweise beträgt die Schleifmittelkonzentration
0,1 bis 40 Gew.-%. Am stärksten bevorzugt beträgt die Schleifmittelkonzentration
0,25 bis 35 Gew.-%. Typischerweise erhöht eine zunehmende Schleifmittelkonzentration
die Entfernrate an dielektrischen Materialien. Insbesondere erhöht dies die Entfernrate
an low-k-Dielektrika-Materialien, wie Kohlenstoff-dotiertes Oxid. Wenn beispielsweise
ein Halbleiterhersteller eine erhöhte Entfernrate für low-k-Dielektrika wünscht,
kann eine Erhöhung des Schleifmittelgehalts die Dielektrika-Entfernrate auf ein
gewünschtes Niveau anheben.
Das Schleifmittel besitzt vorzugsweise eine durchschnittliche Partikelgröße
von weniger als 250 nm zur Verhinderung einer übermäßigen Eintiefung der Metalle
("metal dishing") und einer übermäßigen Abtragung der Dielektrika. Für die Zwecke
dieser Beschreibung bezieht sich der Begriff "Partikelgröße" auf die durchschnittliche
Partikelgröße von kolloidalem Siliciumdioxid. Am stärksten bevorzugt besitzt das
Siliciumdioxid eine durchschnittliche Partikelgröße von weniger als 100 nm, um die
Eintiefung des Metalls und die Abtragung der Dielektrika weiter zu reduzieren. Insbesondere
entfernt eine durchschnittliche Schleifmittelteilchengröße von weniger als 15 nm
das Barrieremetall mit einer annehmbaren Rate, ohne das dielektrische Material übermäßig
zu entfernen. Beispielsweise treten das geringste Abtragen von Dielektrika und die
geringste Eintiefung der Metalle bei kolloidalem Siliciumdioxid mit einer durchschnittlichen
Partikelgröße von 2 bis 15 nm auf. Eine sinkende Größe des kolloidalen Siliciumdioxids
neigt dazu, die Selektivität der Lösung zu verbessern. Jedoch neigt dies ebenfalls
dazu, die Barriere-Entfernrate zu senken. Zusätzlich dazu kann das bevorzugte kolloidale
Siliciumdioxid Additive, wie Dispersionsmittel zur Verbesserung der Stabilität des
Siliciumdioxids in sauren pH-Bereichen, enthalten. Ein derartiges Schleifmittel
ist kolloidales Siliciumdioxid, das von Clariant S.A. aus Puteaux, Frankreich, bezogen
werden kann.
Zusätzlich dazu können auch hochreine Siliciumdioxidpartikel dazu
dienen, die Gelbfärbungsrate der Polierlösungen zu senken. Beispielsweise erhöht
das Halten der Gesamt-Übergangsmetallkonzentration auf weniger als 1 ppm die Fähigkeit
der Lösung weiter, das Gelbfärben zu verringern. Des Weiteren reduziert eine Beschränkung
an Kalium und Natrium auf weniger als 1 ppm die nachteilige Diffusion dieser schädlichen
Komponenten in die dielektrischen Schichten.
Optional wird die Entfernrate der Barriereschichten, wie Tantal, Tantalnitrid,
Titan und Titannitrid, vorzugsweise durch die Verwendung eines Oxidationsmittels
optimiert. Geeignete Oxidationsmittel beinhalten beispielsweise Wasserstoffperoxid,
Monopersulfate, Iodate, Magnesiumperphthalat, Peressigsäure oder andere Persäuren,
Persulfate, Bromate, Periodate, Nitrate, Eisensalze, Cersalze, Mangan(Mn)(III)-,
Mn(IV)- und Mn(VI)-Salze, Silbersalze, Kupfersalze, Chromsalze, Kobaltsalze, Halogene,
Hypochlorite oder Kombinationen, die mindestens eines der voranstehenden Oxidationsmittel
umfassen. Das bevorzugte Oxidationsmittel ist Wasserstoffperoxid. Es soll angemerkt
werden, dass das Oxidationsmittel typischerweise unmittelbar vor der Verwendung
zur Polierzusammensetzung gegeben wird und in diesen Fällen das Oxidationsmittel
in einer getrennten Verpackung enthalten ist.
Es ist wünschenswert, eine Menge an Oxidationsmittel von 0 bis 20
Gew.-% zu verwenden. Vorzugsweise beträgt die Oxidationsmittelmenge 0,001 bis 15
Gew.-%. Am stärksten bevorzugt enthält die Zusammensetzung 0,05 bis 10 Gew.-% Oxidationsmittel.
Ein Einstellen der Menge an Oxidationsmittel, z.B. Peroxid, kann auch die Entfernrate
der Metallverbindung kontrollieren. Beispielsweise erhöht eine Erhöhung der Peroxidkonzentration
die Kupferentfernrate. Übermäßiges Erhöhen der Oxidationsmittelmenge führt jedoch
zu einer nachteiligen Beeinträchtigung der Polierrate.
Zusätzlich dazu enthält die Lösung mindestens 0,001 Gew.-% Inhibitor
zur Kontrolle der Entfernrate von Nicht-Eisen-Verbindungen durch statisches Ätzen
oder andere Entfernungsmechanismen. Das Einstellen der Konzentration eines Inhibitors
regelt die Entfernrate des Nicht-Eisen-Verbindungsmetalls durch Schutz des Metalls
vor statischem Ätzen. Vorzugsweise enthält die Lösung 0,001 bis 10 Gew.-% Inhibitor
zur Verhinderung des statischen Ätzens von Nicht-Eisenmetall, beispielsweise von
Kupferverbindungen. Am stärksten bevorzugt enthält die Lösung 0,05 bis 2 Gew.-%
Inhibitor. Der Inhibitor kann aus einem Gemisch von Inhibitoren bestehen. Azol-Inhibitoren
sind für Kupfer- und Silberverbindungen besonders effektiv. Typische Azol-Inhibitoren
beinhalten Benzotriazol (BTA), Mercaptobenzothiazol (MBT), Tolytriazol und Imidazol.
BTA ist ein besonders effektiver Inhibitor für Kupfer- und Silberverbindungen.
Die Polierzusammensetzung weist einen pH-Wert unter 7 und zum Rest
Wasser auf. Vorzugsweise ist der pH-Wert kleiner als oder gleich 5. Optional enthält
die Polierzusammensetzung ein anorganisches Mittel zur pH-Einstellung, um den pH-Wert
der Polierzusammensetzung auf einen sauren pH-Wert unter 7 mit Wasser zum Rest einzustellen.
Vorzugsweise enthält das Mittel zur pH-Einstellung nur eine Konzentration an Metallionen
auf Verunreinigungsniveau. Zusätzlich dazu basiert die Lösung am stärksten bevorzugt
auf desionisiertem Wasser zum Rest, um zufällige Verunreinigungen zu beschränken.
Das Mittel zur pH-Einstellung kann entweder eine organische oder eine anorganische
Säure sein. Beispiele organischer Säuren beinhalten mindestens eines aus Essigsäure,
Citronensäure, Äpfelsäure, Maleinsäure, Glykolsäure, Phthalsäure, Oxalsäure, Malonsäure,
Milchsäure, Bernsteinsäure, Weinsäure und Gemische davon. Vorzugsweise ist das Mittel
zur pH-Einstellung eine anorganische Säure, wie Salpetersäure, Schwefelsäure, Salzsäure,
Flusssäure und Phosphorsäure. Das vorteilhafteste Mittel zur pH-Einstellung ist
Salpetersäure (HNO3). Typischerweise weist die Lösung einen pH-Wert von
1,5 bis 5 auf. Am stärksten bevorzugt beträgt der pH-Wert 2 bis 4.
Bei einem pH-Wert unter 5 kann die Polierzusammensetzung für eine
hohe Entfernrate des Barrieremetalls sogar mit einer relativ niedrigen Konzentration
an Schleifmittel sorgen. Diese niedrige Konzentration an Schleifmittel kann die
Polierleistung eines CMP-Prozesses verbessern, indem sie unerwünschte, durch das
Schleifmittel hervorgerufene Mängel, z.B. Kratzen, reduziert. Zusätzlich dazu kann
die Polierzusammensetzung bei einem pH-Wert unter 4 mit Schleifmittelpartikeln mit
einer relativ geringen Partikelgröße formuliert werden. Beispielsweise liefert eine
Partikelgröße bei einem so niedrigen Wert wie ungefähr 10 nm immer noch eine annehmbare
Entfernrate für die Ta/TaN. Durch Einsetzen eines Schleifmittels mit einer relativ
geringen Partikelgröße und durch Formulieren der sauren Polierzusammensetzung bei
geringer Konzentration an Schleifmittel werden Poliermängel auf ausgezeichnete Niveaus
reduziert.
Typische Komplexbildner beinhalten Carbonsäuren, mehrwertige Carbonsäuren,
Aminocarbonsäuren, mehrwertige Aminverbindungen und Gemische davon. Spezielle Komplexbildner
beinhalten die Folgenden: Essigsäure, Alanin, Asparaginsäure, Ethylacetoacetat,
Ethylendiamin, Trimethylendiamin, Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Citronensäure,
Milchsäure, Äpfelsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Oxalsäure, Triethylentetramin,
Diethylentriamin, Glycin, Glykolsäure, Glutarsäure, Salicylsäure, Nitrilotriessigsäure,
Ethylendiamin, Hydroxyethylenethylendiamintetraessigsäure, Hydroxychinolin, Weinsäure,
Natriumdiethyldithiocarbamat, Bernsteinsäure, Sulfosalicylsäure, Triglykolsäure,
Thioglykolsäure, 3-Hydroxybuttersäure, Propionsäure, Phthalsäure, Isophthalsäure,
3-Hydroxysalicylsäure, 3,5-Dihydroxysalicylsäure, Gallussäure, Gluconsäure, Pyrocatechol,
Pyrogallol, Gallussäure, Gerbsäure, Salze davon und Gemische davon. Einige organische
Säuren, wie Citronensäure, können sowohl als Komplexbildner als auch als Mittel
zur pH-Einstellung dienen.
Eine Menge von 10 ppb ("parts per billion") bis 4 Gew.-% Komplexbildner
kann die Verfärbung der Polierlösung kontrollieren. Vorzugsweise enthält die Polierlösung
100 ppb bis 2 Gew.-% Komplexbildner. Am stärksten bevorzugt enthält die Polierlösung
1 ppm bis 1 Gew.-% Komplexbildner. Unzureichender Komplexbildner kann zu instabilen
Polieraufschlämmungen führen (Polieraufschlämmungen, die innerhalb einer zu kurzen
Zeitspanne eine Farbänderung erfahren), und übermäßiger Komplexbildner kann die
Polierrate nachteilig beeinträchtigen.
Alternativ dazu können zusätzliche Komplexbildner oder wasserlösliche
Polymere zur weiteren Erhöhung der Entfernrate des Nicht-Eisen-Verbindungsmetalls
dienen. Beispielsweise kann ein Zusatz von 0,01 bis 5 Gew.-% wasserlösliches Polymer
dazu dienen, die Rate eines Nicht-Eisen-Verbindungsmetalls auf ein annehmbares Niveau
zu erhöhen. Beispielsweise ist Polyacrylsäure mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht
von 100 bis 100.000 zur schrittweisen Erhöhung der Kupfer-Entfernrate besonders
wirksam. Vorzugsweise weist die Polyacrylsäure ein gewichtsmittleres Molekulargewicht
von 200 bis 10000 auf.
Man hat gefunden, dass die optionale Zugabe von Ammoniumsalzen eine
kontrollierte Entfernrate von Siliciumoxid-enthaltenden Schichten, wie TEOS-Schichten,
bei sauren pH-Niveaus ermöglicht. Auf diese Weise erlauben sie die Kontrolle der
Entfernrate für Siliciumoxidenthaltendes Material. Die Ammoniumsalze sind organische
Ammoniumsalze, gebildet mit Verbindungen unter Einschluss der folgenden Struktur:
worin R1, R2, R3 und R4 Gruppen sind,
die gleich oder verschieden sein können. Die Zusammensetzung arbeitet bei sauren
pH-Niveaus, bei denen die Ammoniumverbindung ionisiert wird. Beispielhafte Anionen
beinhalten Nitrat, Sulfat, Halogenide (wie Bromid, Chlorid, Fluorid und Iodid),
Citrat, Phosphat, Oxalat, Malat, Gluconat, Hydroxid, Acetat, Borat, Lactat, Thiocyanat,
Cyanat, Sulfonat, Silicat, Perhalogenate (z.B. Perbromat, Perchlorat und Periodat),
Chromat und Gemische davon. Es ist möglich, das Salz der Zusammensetzung direkt
zuzusetzen oder das Salz in situ zu bilden. Beispielsweise bildet die Zugabe von
Tetrabutylammoniumhydroxid (TBAH) zu einer Salpetersäurelösung bei einem pH-Wert
von 2,5 das Tetrabutylammoniumnitrat.
Eine bevorzugte Ammoniumsalzkombination ist diejenige, die durch die
Umsetzung von Tetrabutylammoniumhydroxid mit Fluorwasserstoffsäure gebildet wird.
Diese Kombination bildet bei niedrigen pH-Niveaus ein Tetrabutylammoniumfluoridsalz.
Obwohl der exakte Mechanismus unklar ist (das Fluoridsalz dissoziiert unter Bereitstellung
von Fluoridionen in Lösung), beschleunigt das Vorliegen organischer Ammoniumfluoridsalze
in Lösung die TEOS-Entfernrate weiter.
R1 ist ein organischer Rest, der eine Kohlenstoffkette
mit einer Länge von 2 bis 15 Kohlenstoffatomen aufweist. Stärker bevorzugt weist
R1 eine Kohlenstoffkettenlänge von 2 bis 10 auf. Am stärksten bevorzugt
weist R1 eine Kohlenstoffkettenlänge von 2 bis 5 Kohlenstoffatomen auf.
Der organische Rest R1 kann eine substituierte oder unsubstituierte Aryl-,
Alkyl-, Aralkyl- oder Alkarylgruppe sein.
Vorzugsweise sind R2, R3 und R4 organische
Reste, wie eine substituierte oder unsubstituierte Aryl-, Alkyl-, Aralkyl- oder
Alkarylgruppe; oder Wasserstoff. Wenn R2, R3 oder R4
ein organischer Rest ist, dann weist der organische Rest vorzugsweise eine Kohlenstoffkettenlänge
von 2 bis 15 Kohlenstoffatomen auf; stärker bevorzugt weist er eine Kohlenstoffkettenlänge
von 2 bis 10 Kohlenstoffatomen auf; und am stärksten bevorzugt weist er eine Kohlenstoffkettenlänge
von 2 bis 5 Kohlenstoffatomen auf.
Geeignete Verbindungen zur Bildung von Ammoniumsalzen beinhalten Tetraethylammonium,
Tetrabutylammonium, Benzyltributylammonium, Benzyltrimethylammonium, Benzyltriethylammonium,
Diallyldimethylammonium, Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat,
Methacryloyloxyethyltrimethylammonium, 3-(Methacrylamido)propyltrimethylammonium,
Triethylentetramin, Tetramethylguanidin, Hexylamin und Gemische davon. Spezielle
Ammoniumsalze beinhalten Tetraethylammoniumnitrat, Tetrabutylammoniumfluorid, Tetraethylammoniumnitrat,
Tetraethylammoniumfluorid, Benzyltributylammoniumchlorid, Benzyltrimethylammoniumchlorid,
Benzyltriethylammoniumchlorid, Diallyldimethylammoniumchlorid, Diallyldiethylammoniumchlorid,
Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat, Methacryloyloxyethyltrimethylammoniumsulfat,
Methacryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid, 3-(Methacrylamido)propyltrmethylammoniumchlorid,
Triethylentetramin, Tetramethylguanidin, Hexylamin und Gemische, die mindestens
eines der Vorangehenden umfassen. Die bevorzugten Ammoniumsalze sind Tetraethylammoniumsalze,
Tetrabutylammoniumsalze, Benzyltributylammoniumsalze, Benzyltrimethylammoniumsalze,
Benzyltriethylammoniumsalze und Gemische davon.
Die Ammoniumsalze liegen in einer Menge von 1 ppm bis 4 Gew.-% vor.
Vorzugsweise liegt das Ammoniumsalz in einer Menge von 10 ppm bis 2 Gew.-% vor,
und am stärksten bevorzugt beträgt die Menge des Ammoniumsalzes 25 ppm bis 1 Gew.-%.
Die Lösung ermöglicht es, dass die CMP-Apparatur mit einem geringen
Kissendruck, z.B. bei 7,5 bis 25 kPa, und in bestimmten Fällen sogar unter 7,5 kPa,
betrieben wird. Der geringe CMP-Kissendruck verbessert die Polierleistung, indem
Kratzen und andere unerwünschte Polierdefekte reduziert werden, und verringert einen
Schaden an brüchigen Materialien. Beispielsweise brechen Materialien mit niedriger
Dielektrizitätskonstante und Delaminieren, wenn sie hohen Kompressionskräften ausgesetzt
werden. Des Weiteren ermöglicht die hohe Entfernrate für Barrieremetalle, die durch
die saure Polierlösung erhalten werden, ein effektives Polieren der Barrieremetalle
unter Verwendung einer geringen Schleifmittelkonzentration und einer geringen Teilchengröße.
Für die Zwecke dieser Beschreibung bezieht sich der Ausdruck "nützlich
für ein bevorzugtes Entfernen von Barrierematerialien in der Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen"
auf das Entfernen des Barrierematerials mit einer Rate, ausgedrückt in Angström
pro Minute, die größer ist als die Entfernrate des Verbindungsmetalls. Typischerweise
besitzt die Polierlösung eine Selektivität für Tantalnitrid gegenüber Kupfer von
mindestens 1,5 zu 1, gemessen mit einem Polierkissendruck senkrecht zu einem Wafer
von unter 15 kPa. Vorzugsweise besitzt die Polierlösung eine Selektivität für Tantalnitrid
gegenüber Kupfer von mindestens 2 zu 1, gemessen mit einem Polierkissendruck senkrecht
zu einem Wafer von unter 15 kPa. Am stärksten bevorzugt besitzt die Polierlösung
eine Selektivität für Tantalnitrid gegenüber Kupfer von mindestens 3 zu 1. Ein spezielles
Beispiel zum Testen der Selektivität sind die Bedingungen, einschließlich des Polyurethan-Polierkissens,
aus Beispiel 3. Dieses hohe Niveau an Selektivität gestattet es einem Chip-Hersteller,
das Barrierematerial ohne Entfernen von überschüssigem dielektrischen Material oder
überschüssigem Verbindungsmaterial zu entfernen.
Für die Zwecke dieser Beschreibung bezieht sich der Ausdruck "beschränkte
Abtragung von Dielektrikum" auf einen chemisch-mechanischen Polierprozess, worin
das Dielektrikum nach dem Polieren eine ausreichende Dicke aufweist, um seinen beabsichtigten
Zweck, z.B. ein halbleitendes Material, ein maskierendes Material oder ein Barrierematerial
zu sein, zu erfüllen. Zusätzlich dazu sorgt die Polierlösung für eine flexible Selektivität
für Tantalnitrid gegenüber Dielektrikum. Beispielsweise weist die Polierlösung eine
Selektivität für Tantalnitrid gegenüber TEOS von 1 zu 2 bis zu einem so hohen Wert
wie 10 zu 1 auf, gemessen mit einem Polierkissendruck senkrecht zu einem Wafer von
weniger als 15 kPa. Ein spezielles Beispiel für das Testen der Selektivität sind
die Bedingungen, einschließlich des Polyurethan-Polierkissens, aus Beispiel 3.
Die Polierzusammensetzung kann auch optional Puffer, wie verschiedene
organische und anorganische Säuren und Aminosäuren oder deren Salze mit einem pKa
im pH-Bereich von 1,5 bis unter 3, enthalten. Die Polierzusammensetzung kann des
Weiteren optional Entschäumungsmittel, wie nicht-ionische oberflächenaktive Mittel,
einschließlich Estern, Ethylenoxiden, Alkoholen, Ethoxylat, Siliciumverbindungen,
Fluorverbindungen, Ethern, Glykosiden und deren Derivaten und dergleichen, enthalten.
Das Entschäumungsmittel kann auch ein amphoteres oberflächenaktives Mittel sein.
Die Polierzusammensetzung kann optional Biozide, wie Kathon® ICP
III, das 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on und 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on als
aktive Ingredientien enthält, enthalten (Kathon ist ein eingetragenes Warenzeichen
von Rohm and Haas Company).
Beispiel 1:
Eine Liste von Lösungszusammensetzungen, die in Tabelle 1 gezeigt
ist, wurde zur Beurteilung des Leistungsverhaltens von zwei Anti-Gelbfärbungsadditiven
(EDTA und Citronensäure) bei verschiedenen Konzentrationsniveaus hergestellt. Bei
der Herstellung der Zusammensetzungen wurden die erforderlichen Mengen sämtlicher
erforderlicher Chemikalien, wie in Tabelle 1 gezeigt (mit Ausnahme des Wasserstoffperoxids
und des Schleifmittels), in einem Behälter zu desionisiertem Wasser gegeben. Die
Lösung in dem Behälter wird gerührt, bis sämtliche Ingredientien in Wasser gelöst
sind. Nachfolgend wurde das Schleifmittel in den Behälter gegeben. Der pH-Wert der
Lösung wurde dann auf den Ziel-pH-Wert durch die Zugabe von Salpetersäure eingestellt.
Daraufhin wurde das Wasserstoffperoxid in den Behälter zur Verwendung als eine Polierzusammensetzung
gegeben.
Die Gelbfärbungstests wurden bei Raumtemperatur ohne Rühren durchgeführt.
Die Aufschlämmungen mit verschiedenen Mengen an Anti-Gelbfärbungsadditiven waren
in Kunststoffflaschen enthalten. Diese Flaschen blieben bis zu 18 Tage lang ungestört
an einer Stelle stehen. Die Farbe dieser Aufschlämmungen nach bestimmten Alterungsintervallen,
wie sie durch visuelle Beobachtung bestimmt worden war, wurde aufgezeichnet und
ist in Tabelle 2 gezeigt. Für die Zwecke dieser Beschreibung stehen Buchstaben für
Vergleichsbeispiele, und Zahlen stehen für erfindungsgemäße Beispiele. Die Vergleichsaufschlämmung
A ohne jegliche Anti-Gelbfärbungs-Komplexierungsadditive wurde
als eine Kontrolle verwendet.
Tabelle 1
Anmerkung: Das Siliciumdioxid aus Tabelle 1 war PL150H25 von Clariant
mit einer durchschnittlichen Partikelgröße von 25 nm.
Tabelle 2
Aus den Daten ist ersichtlich, dass beide Addi tive ein Eliminieren
oder Verlangsamen der Gelbfärbungsreaktion ermöglichen. EDTA ist besonders effektiv.
Eine niedrige EDTA-Konzentration, wie 10 ppm, kann die Aufschlämmung 18 Tage lang
vor Gelbfärbung bewahren.
Beispiel 2:
Aus Beispiel 1 wurden die Aufschlämmungen A, 2, 3 und 10 für einen
Poliertest ausgewählt, um zu bestimmen, ob das Vorliegen der Additive die Wafer-Entfernrate
beeinträchtigt. In den Testaufschlämmungen wurden der pH-Wert und die Konzentration
an H2O2 leicht erhöht. Darüber hinaus wurde EDTA in saurer
Form durch das Natriumsalz von EDTA ersetzt, um die Gesamtkonzentration an Alkaliionen
in der Aufschlämmung zu reduzieren. Ähnlich zu Beispiel 1, wiesen die Aufschlämmungen
12 und 13 dieselben effektiven molaren Konzentrationen an EDTA wie die Aufschlämmungen
2 und 3 auf.
Das Polierexperiment wurde unter Verwendung eines Polierwerkzeugs
vom Modell Mirra®, hergestellt von Applied Materials,
durchgeführt. Das Polierkissen war ein poröses Polyurethankissen IC1010TM,
bezogen von Rohm and Haas Electronic Materials CMP Technologies. Das Kissen wurde
vor jedem Durchgang mit einer Diamantschleifplatte, hergestellt von Kinik, mit 180
&mgr;m-Diamanten aufbereitet. Der Polierprozess wurde bei einem Membrandruck von
10,33 kPa (1,5 psi), einer Plattengeschwindigkeit von 93 Umdrehungen pro Minute
(UpM) und einer Trägergeschwindigkeit von 87 UpM durchgeführt. Die Zufuhrrate für
die Polierzusammensetzung betrug 200 ml/min unter Verwendung von 200 mm-Deckwafern.
Die Entfernraten für Cu und TaN wurden auf einer Vier-Punkt-Sonde CDE-Resmap gemessen.
Die Entfernraten für TEOS-Filme und Coral®-Kohlenstoff-dotierte Oxid-(CDO)-Filme
wurden durch ein ThermaWave Optiprobe® 2600-Messgerät gemessen.
Tabelle 3
Anmerkung: Das Siliciumdioxid aus Tabelle 3 war PL150H25 von Clariant
mit einer durchschnittlichen Partikelgröße von 25 nm.
Die Daten der Polierraten (in Å/min) sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Statistisch legen die Daten nahe, dass die Anti-Gelbfärbungsadditive keinen signifikanten
Effekt auf die Film-Entfernraten besitzen.
Beispiel 3:
Dieses Beispiel untersucht den Effekt der Anti-Gelbfärbungsadditive
auf das Vorhandensein von Defekten/Fehlstellen des Wafers ("wafer defectivity").
Das Experiment wurde auf einem Polierwerkzeug, Modell Mirra®
von Applied Materials durchgeführt. Das Polierkissen war ein IC1010TM,
bezogen von Rohm and Haas Electronic Materials CMP Technologies. Das Kissen wurde
vor jedem Durchgang mit einer Diamantschleifplatte, hergestellt von Kinik, mit 180
&mgr;m-Diamanten aufbereitet. Der Polierprozess wurde bei einem Druck von 10,3 kPa
(1,5 psi), einer Plattengeschwindigkeit von 93 Umdrehungen pro Minute (UpM) und
einer Trägergeschwindigkeit von 87 UpM durchgeführt. Die Zufuhrrate der PMC-Zusammensetzung
(Flussrate der Aufschlämmung) betrug 200 Milliliter pro Minute (ml/min). Der 200
mm-Kupferfolienwafer für den Fehlstellentest wurde vorher mit einer im Handel erhältlichen
Aufschlämmung EPL2362 (hergestellt von Eternal Chemical Co., Ltd.) 1 Minute lang
unter Verwendung eines CUP4410-Kissens (bezogen von Rohm and Haas Electronic Materials
CMP Technologies) und der Prozessparameter von 21,7 kPa (3 psi), 93 UpM Plattengeschwindigkeit,
87 UpM Trägergeschwindigkeit und 200 ml/min Flussrate der Aufschlämmung poliert.
Diese Stufe dient zur Bereitung einer frischen Kupferoberfläche. Daraufhin wurde
der vorpolierte Kupferfolienwafer durch die Aufschlämmungszusammensetzungen aus
Tabelle 4 poliert. Nach dem Polieren wurde die Anzahl an Fehlstellen mit einem Orbot®-Fehlstellen-Messgerät,
hergestellt von Applied Materials, gemessen.
Die normierten Fehlstellendaten sind in Tabelle 4 gezeigt. Die Aufschlämmung
A steht für den normierten Fehlstellenstandard und wurde als eine Kontrolle verwendet.
Tabelle 4
Die Daten zeigen, dass der Einschluss von Anti-Gelbfärbungsadditiven
das Fehlstellenverhalten nicht verschlechtert, sondern das Vorhandensein von Defekten/Fehlstellen
am Wafer verbesserte. Es gibt geringe Änderungen im Vorhandensein von Defekten/Fehlstellen
mit der Topfzeit der Aufschlämmung und der Lagerungsalterung,
was zeigt, dass diese Aufschlämmungen mit Anti-Gelbfärbungsadditiven stabil sind.
Beispiel 4:
Dieses Beispiel untersucht den Effekt hochreiner kolloidaler Siliciumdioxidpartikel
auf die Gelbfärbung von Topfzeit-Aufschlämmungsproben. Das Aufschlämmungsherstellungsverfahren
und die Vorgehensweisen des Gelbfärbungstests waren dieselben, wie die in Beispiel
1 beschriebenen. Die Siliciumdioxid-Schleifmittelpartikel Fuso PL-3 von Fuso Chemical
Co., Ltd., die in Vergleichsaufschlämmung B (Tabelle 5) verwendet worden waren,
wiesen eine höhere Reinheit als die Siliciumdioxidpartikel PL150H25 von Clariant
auf. Diese weisen einen sehr niedrigen Gehalt an Metallverunreinigung auf. Insbesondere
beinhalten die Spezifikationen für das ultrahochreine Schleifmittel PL-3 von Fuso
19,5 Gew.-% Siliciumdioxid, eine Primärpartikelgröße von 34,6 ± 4,4 nm, eine
Sekundärpartikelgröße von 70 ± 10 nm, max. 300 ppb Na, max. 200 ppb K, max.
50 ppb Fe, max. 200 ppb Al, max. 200 ppb Ca, max. 100 ppb Mg, max. 100 ppb Ti, max.
100 ppb Ni, max. 100 ppb Cr sowie max. 100 ppb Cu.
Tabelle 5
Die Tabelle 6 zeigt einen Gelbfärbungstest über einen Zeitraum von
7 Tagen bei Raumtemperatur.
Tabelle 6
Es ist klar, dass das hochreine Siliciumdioxid der Aufschlämmung die
Gelbfärbungsreaktion weiter reduziert. Obwohl es nicht notwendig ist, liefert die
Kombination von hochreinem Schleifmittel mit dem Komplexbildner die beste Stabilität
und Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Verfärbung. Aus diesen Tests wird ersichtlich,
dass zu den Schleifmittelpartikeln gehörige, in Spuren vorhandene Übergangsmetallionen
eine Reaktion zwischen Benzotriazol und H2O2 unter Verfärbung
der Aufschlämmung katalysieren und dass das Reaktionsprodukt die Polierlösung verfärbt.
Zusammenfassend liefert die Kombination einer Polierlösung mit niedrigem
pH-Wert ausgezeichnete Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Farbänderung.
Diese verbesserte Stabilität ermöglicht erhöhte Waferausbeuten, indem eine Polierlösung
mit vorhersagbarer Polierleistung mit der Zeit zur Verfügung gestellt wird. Darüber
hinaus besitzt sie sowohl ein schnelles Entfernen der Barrierematerialien, eine
ausgezeichnete Selektivität gegenüber Verbindungsmetallen, ein ausgezeichnetes Fehlstellenverhalten
des Wafers und eine kontrollierte Entfernrate für dielektrische Materialien. Optional
kann ein organische Gruppen enthaltendes Ammoniumsalz die TEOS-Entfernrate erhöhen,
Schleifmittelpartikel die Entfernrate für Materialien mit niedriger Dielektrizitätskonstante
erhöhen und Wasserstoffperoxid die Kupferentfernrate regeln, was Polierlösungen
zur Verfügung stellt, die für mehrere Integrationsschemata angepasst werden können.
Anspruch[de]
Polierlösung, die zum bevorzugten Entfernen von Barrierematerialien
in Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung von
dielektrischen Materialien nützlich ist, umfassend: 0 bis 20 Gew.-% Oxidationsmittel,
mindestens 0,001 Gew.-% Inhibitor zur Senkung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle,
10 ppb bis 4 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 50 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser;
und wobei die Lösung einen pH-Wert unter 7 aufweist.
Polierlösung nach Anspruch 1, die 1 ppm bis 4 Gew.-% eines organische
Reste-enthaltenden Ammoniumsalzes enthält, gebildet mit
worin R1, R2, R3 und R4 Reste sind und
R1 eine Kohlenstoffkettenlänge von 2 bis 15 Kohlenstoffatomen aufweist.
Polierlösung nach Anspruch 2, wobei das Ammoniumsalz mit einer Verbindung
gebildet wird, die mindestens eines aus Tetraethylammonium, Tetrabutylammonium,
Benzyltributylammonium, Benzyltrimethylammonium, Benzyltriethylammonium, Diallyldimethylammonium,
Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat, Methacryloyloxyethyltrimethylammonium,
3-(Methacrylamido)propyltrimethylammonium, Triethylentetramin, Tetramethylguanidin,
Hexylamin und Gemischen davon umfasst.
Polierlösung nach Anspruch 1, wobei die Lösung Salpetersäure enthält
und das pH-Niveau der Polierlösung 1,5 bis 5 beträgt.
Polierlösung, die zum bevorzugten Entfernen von Barrierematerialien
in Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung dielektrischer
Materialien nützlich ist, umfassend 0,01 bis 15 Gew.-% Oxidationsmittel, 0,001 bis
10 Gew.-% Inhibitor zur Verringerung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle,
100 ppb bis 2 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 10 Gew.-% oberflächenaktives Mittel,
0,1 bis 40 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser; und wobei die Lösung einen
pH-Wert von 5 oder niedriger aufweist.
Polierlösung nach Anspruch 1, die 10 ppm bis 2 Gew.-% eines organische
Reste-enthaltenden Ammoniumsalzes enthält, gebildet mit
worin R1, R2, R3 und R4 Reste sind und
R1 eine Kohlenstoffkettenlänge von 2 bis 15 Kohlenstoffatomen aufweist.
Polierlösung nach Anspruch 6, wobei das Ammoniumsalz mit einer Verbindung
gebildet wird, die mindestens eines aus Tetraethylammonium, Tetrabutylammonium,
Benzyltributylammonium, Benzyltrimethylammonium, Benzyltriethylammonium, Diallyldimethylammonium,
Diethylaminoethylmethacrylat, Dimethylaminoethylmethacrylat, Methacryloyloxyethyltrimethylammonium,
3-(Methacrylamido)propyltrimethylammonium, Triethylentetramin, Tetramethylguanidin,
Hexylamin und Gemischen davon umfasst.
Polierlösung nach Anspruch 5, wobei die Lösung Salpetersäure enthält,
das pH-Niveau der Polierlösung 1,5 bis 4 beträgt und der Komplexbildner mindestens
einen enthält, der aus der Gruppe, umfassend Essigsäure, Alanin, Asparaginsäure,
Ethylacetoacetat, Ethylendiamin, Trimethylendiamin, Ethylendiamintetraessigsäure
(EDTA), Citronensäure, Milchsäure, Äpfelsäure, Maleinsäure, Malonsäure, Oxalsäure,
Triethylentetramin, Diethylentriamin, Glycin, Glykolsäure, Glutarsäure, Salicylsäure,
Nitrilotriessigsäure, Ethylendiamin, Hydroxyethylenethylendiamintetraessigsäure,
Hydroxychinolin, Weinsäure, Natriumdiethyldithiocarbamat, Bernsteinsäure, Sulfosalicylsäure,
Triglykolsäure, Thioglykolsäure, 3-Hydroxybuttersäure, Propionsäure, Phthalsäure,
Isophthalsäure, 3-Hydroxysalicylsäure, 3,5-Dihydroxysalicylsäure, Gallussäure, Gluconsäure,
Pyrocatechol, Pyrogallol, Gallussäure, Gerbsäure, Salze davon und Gemische davon,
ausgewählt ist.
Polierzusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Komplexbildner aus
der Gruppe, umfassend Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) und Citronensäure, ausgewählt
ist.
Verfahren zum Polieren von Halbleitersubstraten, das die folgenden
Stufen enthält:
Polieren des Halbleitersubstrats mit einer Polierlösung und einem Polierkissen,
wobei die Polierlösung, die zum bevorzugten Entfernen von Barrierematerialien in
Gegenwart von Nicht-Eisen-Verbindungsmetallen mit beschränkter Abtragung von dielektrischen
Materialien nützlich ist, 0 bis 20 Gew.-% Oxidationsmittel, mindestens
0,001 Gew.-% Inhibitor zur Senkung der Entfernrate der Nicht-Eisen-Verbindungsmetalle,
10 ppb bis 4 Gew.-% Komplexbildner, 0 bis 50 Gew.-% Schleifmittel und zum Rest Wasser
umfasst;
und die Lösung einen pH-Wert unter 7 aufweist.