Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Uhr nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
In jeder Musikschule wird der Quintenzirkel (Kreuz-Tonarten) und der
Quartenzirkel (b-Tonarten) gelehrt, und bei enharmonischer Verwechslung können diese
beiden Zirkel sogar zu einem einzigen Zirkel, in der Folge allgemein als Quintenzirkel
bezeichnet, zusammengefaßt werden.
Nun haben Musiklehrer, Chorleiter, Arrangeure, Komponisten etc. das
Problem, zuweilen eine, z.B. im im Handel erhältlichen Notenmaterial, vorgegebene
Tonart in eine andere umwandeln zu müssen, sei es, daß dies übungsweise in der Schule
geschieht oder die Melodie für ein anderes Instrument umgeschrieben (transponiert)
werden muß, die Tonlage der Stimmlage eines Sängers nicht entspricht usw. In all
diesen Fällen ist die Vergegenwärtigung des Quintenzirkels für das angestrebte Werk
von Vorteil. Im allgemeinen sind aber Darstellungen des Quintenzirkels nicht gerade
zur Hand, so daß dieser gegebenenfalls erst mühsam rekonstruiert werden muß.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles.
Es zeigen:
1 Eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäß
ausgebildete Uhr mit einer Darstellung des Quintenzirkels und einer Berechnungseinrichtung
mindestens für die Subdominante und Dominante, aber auch anderer Funktionen zu einer
bestimmten Tonika;
2 einen Schnitt nach der Linie II-II
der 1; und
3 ein bevorzugtes Schaltschema für eine
solche Uhr.
Gemäß den 1 und 2
ist ein Uhrgehäuse 1 mit einer Glasscheibe 2 als oberer Abschluß
vorgesehen. Unter der Glasscheibe 2 ist außer einem Paar von Zeigern
30 ein Anzeigering 3 mit einer Darstellung des Quintenzirkels
(im Uhrzeigersinn) von C bis F (= in enharmonischer Verwechslung "Eis") für die
Kreuz-Tonarten bzw. (im Uhrzeigergegensinn) von C bis G für die B-Tonarten vorgesehen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Ring 3 durch einen sichtbaren
oder gedachten, strichliert dargestellten Kreis 4 in einen radial äußeren
Kreis mit den Dur-Tonarten und einen radial inneren Kreis mit den jeweils parallelen
Moll-Tonarten unterteilt.
Hier sei erwähnt, daß dies nicht die einzige mögliche Darstellungsart
ist. Es wäre nämlich möglich, die Kreuz-Tonarten und die B-Tonarten jeweils in einem
gesonderten, radial getrennten Kreis darzustellen. Ebenso könnten die Tonarten,
die ja in verschiedenen Sprachen unterschiedlich bezeichnet werden, einfach durch
die entsprechenden Noten in einem Notenliniensystem dargestellt werden. Dies hätte
also den Vorteil, daß die Tonartenskala für die verschiedenen Länder nicht ausgewechselt
werden muß, sondern einheitlich hergestellt werden kann.
Ferner könnte auf die Angabe der parallelen Moll-Tonarten verzichtet
werden, da sie ja, wie die Dur-Tonarten, in Quintenschritten aufeinanderfolgt, d.h.
a-e-h etc. ganz wie auch bei den Dur-Tonarten auf das rechts in 1
angezeigte A im Uhrzeigersinne die Tonarten E und H folgen. Dies würde allerdings
Auswirkungen auf eine zweite vorgesehene Anzeigeeinrichtung haben, die nachstehend
erläutert werden soll.
Diese zweite Anzeigeeinrichtung ist als radial äußerer, den Ring
3 umgebender Anzeigering 5 ausgebildet und hat eine Art Rechenschieberfunktion.
Zu diesem Zwecke kann der Ring 5, wie aus 2
ersichtlich ist, mit einem Kranz einer Kegelverzahnung 6 verbunden sein,
in welche ein Kegelrad 7 einer Verstellwelle 8 eingreift. Die
Verstellwelle 8 ist, wie bei Uhren üblich, mit einem außerhalb des Gehäuses
1 gelegenen Kronenrad 9 als Handhabe verbunden und axial in verschiedene
Raststellungen bringbar. Zu diesem Zwecke ist eine Schenkelfeder als Rastfeder vorgesehen,
die am Gehäuse 1 in nicht dargestellter, an sich bekannter Weise befestigt
ist und von der in 2 nur die beiden Schenkel
11 sichtbar sind, welche in entsprechende Umfangsnuten 12 der
Welle 8 einzugreifen vermögen.
In 2 sind nur zwei Umfangsnuten
12 dargestellt, wobei beim Einrasten der Federschenkel 11 in die
eine Nut das Kegelrad 7 in die Verzahnung 6 eingreift (wie dies
in 2 dargestellt ist), wogegen beim Eingriff der Schenkel
11 in die in 2 rechts gezeigte Nut
12 ein auf der Welle 8 sitzendes Stirnrad 13 in ein weiteres
Stirnrad 14 an einer Schaltwelle 15 kämmt. Es ist natürlich auch
möglich eine zwischen den gezeigten Nuten 12 gelegene weitere Rastnut vorzusehen,
wobei beim Eingriff der Schenkel 11 in diese zusätzliche Nut keines der
Zahnräder 7, 13 mit dem entsprechenden anderen 6,
14 im Eingriff steht.
Der so gegenüber dem ersten Anzeigering 3 rundum verschiebbare
zweite Anzeigering 5 besitzt – entsprechend dem Teilungskreis
4 des Ringes 3 – ebenfalls einen Teilungskreis
16, wobei radial außen die Angaben für die am Ring 3 radial außen
gezeigten Dur-Tonarten, und radial innen die Angaben für die am Ring 3
radial innen gezeigten Moll-Tonarten zu sehen sind.
So wird mit "T" die Tonika der Dur-Tonart, mit "Tp" die Tonika der
parallelen Moll-Tonart angezeigt. Stellt man also "T" bzw. "Tp" des Ringes
5 auf die Tonart "C"-Dur des Ringes 3 ein, so wird ersichtlich,
daß die entsprechende Subdominante "S" bei "F" liegt ("Sp" für die parallele Moll-Tonart
bei "d"). Anderseits liegt die entsprechende Dominante "D" bei "G" bzw. liegt die
Dominante "Dp" für die parallele Molltonart bei "e". Ebenso läßt sich die Dominante
der Dominante "DD" und die Subdominante der Subdominante "SS" anzeigen. Während
dabei der obere Bereich (bezogen auf 1) den Funktionen
der Dur-Tonarten gewidmet sein kann, mag der untere Bereich den entsprechenden Funktionen
"t", "tp", "s", "sp" etc. der Moll-Tonarten gewidmet sein. Unter Umständen kann
also der Ring 5 optisch in zwei Halbbereiche geteilt werden, wobei der
Unterteilungskreis 16 entfallen mag.
Es versteht sich, daß bei einer Änderung der Darstellungsweise des
Ringes 3 sich gegebenenfalls auch die Darstellung am Ring 5 ändern
wird. Wenn also etwa die Angabe der Moll-Tonarten am Ring 3 weggelassen
wird, so kann dennoch eine Anzeige von deren Funktionen mittels des Anzeigeringes
4 durchgeführt werden, indem "Tp" nicht am gleichen Einteilungsradius mit
"T" liegt, wie dies in 1 dargestellt ist, sondern um
90° im Uhrzeigersinn verschoben ist, so daß "Tp" des Ringes 5 dem "A"
des Ringes 3 gegenüberliegt.
Auf diese Weise wird es dem Benützer erleichtert, die jeweils gewünschte
Transposition einer Tonart durchzuführen, indem er den Ring 5 gegenüber
dem Ring 3 derart verschiebt, daß von einer vorgegebenen Tonika die zugehörigen
abgeleiteten Funktionen abgelesen werden können. Es versteht sich, daß es dabei
nur um eine Relativbewegung zwischen den Scheiben oder Ringen 3 und
5 geht, und daß etwa der Ring 3 beweglich und gegenüber einem
ortsfesten Ring 5 verschiebbar sein könnte. Auch wäre es denkbar, an Stelle
der Kreisform eine bei Rechenschiebern übliche Stabform vorzusehen, doch erlaubt
gerade die Kreisform eine besonders kompakte Ausbildung und überdies auch die Kombination
mit einer eine Zeigereinrichtung aufweisenden Uhr (eine Kombination mit einer Digitaluhr
wäre auch an einem stabförmigen Rechenschieber möglich), deren 12 Stunden exakt
den 12 Teilungsstrichen des Ringes 3 entsprechen, so daß eine Anzeige der
Ziffern der jeweiligen Stunde, etwa an einer mittleren Scheibe 17 zwar
denkbar, aber nicht unbedingt erforderlich ist. Umgekehrt hat die Kombination einer
Darstellung des Quintenzirkels mit einer Uhr auch ohne den Anzeigering
5 den Vorteil, den Quintenzirkel für einen, etwa mit einer Transpositionsaufgabe
beschäftigten Musiker gegenwärtig zu machen.
Gerade aber die Kombination mit einer Uhr läßt aber eine für den Musiker
besonders zweckmäßige Ausgestaltung zu. Moderne Uhren besitzen statt einer Unruhe
einen elektronischen Taktgenerator cl (3), dessen Ausgang
an eine herkömmliche Schaltung 18 für eine Uhr geführt ist, und die daher
nicht im einzelnen dargestellt zu werden braucht. Unter Umständen besitzt diese
Schaltung 18 aber auch Frequenzteiler, die für die nachstehend beschriebene
Aufgabe herangezogen werden können.
Im Falle der 3 sei davon ausgegangen,
daß im Anschlug an den Taktgenerator cl eine Aufbereitungsschaltung
19 mit eigenen in Serie geschalteten Frequenzteilern 21–22
vorgesehen ist und kein Frequenzteiler der üblichen Schaltung 18 herangezogen
wird. Die Anzahl der Frequenzteiler wird sich natürlich nach der gewünschten Anzahl
von Taktgeschwindigkeiten richten, für die die dargestellte Schaltung nach
3 gedacht ist. Beispielsweise teilt jeder der aufeinanderfolgenden
Frequenzteiler die eingehende Frequenz im Verhältnis 1:2, doch sind heutzutage auch
andere Teilungsverhältnisse möglich.
Jedenfalls läßt sich der Ausgang jedes Frequenzteilers, über einen
Wahlschalter S an einen Tongenerator 23 anschließbar, wo die Taktimpulse
des Taktgenerators cl, entsprechend heruntergeteilt, metronomartig als Takt wiedergebbar
ist. Dieser Takt kann in Taktschlägen pro Minute oder – anschaulicher –
als eine der üblichen Tempobezeichnungen, wie "largo", "adagio" "andante", "allegro"
oder "presto" mittels einer weiteren, aus 1 ersichtlichen
Anzeigeeinrichtung in Form eines Ringes 24 angezeigt werden. Wie ersichtlich,
ist deshalb die Welle 15 des Wahlschalters S die über das Kronenrad bzw.
den Rändelknopf 9 verstellbare Welle nach 2,
die an einer ihrer Seiten zum Schalterarm 25 und an ihrer gegenüberliegenden
Seite zu einer ähnlichen (nicht dargestellten) Getriebeverbindung mit dem Ring
24 führt, wie sie zwischen der Verstellwelle 8 und dem Ring
5 vorgesehen ist. Diese Technik ist im Uhrenbau bekannt und braucht daher
nicht im einzelnen dargestellt und erläutert zu werden.
Anderseits kann der Taktgenerator cl auch dazu ausgenützt werden,
über eine Frequenzgeneratorstufe 26 der Aufbereitungsschaltung
19 einen Bezugston zum Stimmen eines Instrumentes oder für einen Chor,
d.h. im allgemeinen den Kammerton a mit 440 Doppelschwingungen pro Sekunde, zu produzieren
und bei entsprechender Stellung des Armes 25 des Wahlschalters S dem Tongenerator
23 zuzuführen.
Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Modifikationen möglich, wie
etwa nur ein Teil der dargestellten Einrichtungen an einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
verwirklicht sein mögen, ohne den Schutzbereich der nachfolgenden Ansprüche zu verlassen.
So kann etwa die Anordnung nach 3 samt der weiteren
Anzeigeeinrichtung 24 weggelassen oder nur diese realisiert werden. Die
Aufbereitungsschaltung 19 kann nur Frequenzteiler 20–22
oder nur eine oder mehrere Stufen 26 (für verschiedene Bezugstöne) aufweisen.
Auch kann die Verstellung der relativ zueinander einstellbaren Anzeigeeinrichtungen
3, 5 und 24 anders und im Rahmen des Könnens eines Durchschnittsfachmannes
auf dem Gebiete des Uhrenbaues gelöst werden als dies in 2
dargestellt ist. Auch der Einsatz elektronischer Anzeigen ist möglich, wie oben
bereits erwähnt wurde. Auch ist es möglich, den Tongenerator 23 für zusätzliche
Anzeigen heranzuziehen, wenn etwa die Uhr mit einer Weckfunktion ausgestattet ist.
Ferner könnte die Kreisscheibe 17 zur Anzeige dienen und gegebenenfalls
verdrehbar sein.