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Dokumentenidentifikation DE19858303B4 10.11.2005
Titel Vorbaustruktur für eine selbsttragende Rohbaukarosserie eines Personenkraftwagens
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Lange, Dieter, Dipl.-Ing. (FH), 71069 Sindelfingen, DE;
Guré, Dietmar, Dipl.-Ing., 71120 Grafenau, DE
DE-Anmeldedatum 17.12.1998
DE-Aktenzeichen 19858303
Offenlegungstag 29.06.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse B62D 21/12
IPC-Nebenklasse B62D 21/15   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorbaustruktur für eine selbsttragende Rohbaukarosserie eines Personenkraftwagens mit zwei Vorbaulängsträgern, mit denen ein Funktionsträger an wenigstens vier Befestigungspunkten kraftübertragend verbunden ist, wobei der Funktionsträger aus zwei Querträgerabschnitten und zwei Längsträgerabschnitten aufgebaut ist, wobei der Funktionsträger als wenigstens abschnittsweise deformierbares Bauteil gestaltet ist, und wobei jeder Längsträgerabschnitt mit wenigstens einem geometrisch bedingten Solldeformationsbereich versehen ist, der bei einer Deformation der Vorbaulängsträger in Fahrzeuglängsrichtung plastisch deformierbar ist.

Eine Vorbaustruktur mit einem Funktionsträger ist für Mercedes-Benz-Personenkraftwagen allgemein bekannt. Die Vorbaustruktur weist zwei Vorbaulängsträger auf, an deren Unterseite mit Hilfe von jeweils zwei in Fahrzeuglängsrichtung zueinander beabstandeten Befestigungspunkten ein als Funktionsträger dienender Integralträger festgelegt ist. Der Integralträger trägt ein Antriebsaggregat sowie andere Fahrzeugfunktions-einheiten. Bei einem Frontalaufprall eines mit einem solchen Integralträger versehenen Personenkraftwagens kann es zu einer Blockbildung kommen, die die Energieaufnahmefähigkeit der Vorbaustruktur reduziert.

Um dies zu vermeiden, ist es auch bereits bekannt, die zwei – in normaler Fahrtrichtung gesehen – hinteren Befestigungspunkte des Integralträgers an den Vorbaulängsträgern abscherbar zu gestalten, so dass der Integralträger bei einem entsprechenden Frontalaufprall an diesen Befestigungspunkten von der Vorbaustruktur getrennt wird und somit keine Blockbildung mehr verursachen kann.

Weiterhin ist aus der DE 195 10 763 A1 ein Fahrzeugaufbau mit einem Montagerahmen bekannt, der zwei Längsträger, zwei Querträger und zwei Montagepunkte aufweist. Der Montagerahmen ist einstückig und als deformierbares Bauteil ausgebildet, wobei die Deformierbarkeit mittels Solldeformationsbereichen erzielt wird, die durch entsprechende Formgebung definiert sind. Die Deformation ist plastisch und tritt ab einer bestimmten Belastung ein, beispielsweise in einer Crash-Situation in Fahrzeuglängs richtung.

Es ist außerdem aus der DE 90 02 839 U1 ein Hilfsrahmen bekannt, der zwei Längsarme und zwei Querarme aufweist, wobei der Hilfsrahmen einstückig aus einem Kunststoff geformt ist und einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit Verstärkungsrippen aufweist.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorbaustruktur der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine gegenüber dem Stand der Technik weiter verbesserte Energieaufnahme bei einem Fahrzeugaufprall ermöglicht.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Bauteil als einstückiges Gussbauteil aus einem Metallwerkstoff hergestellt ist, der eine so hohe Duktilität aufweist, dass bei entsprechenden Vorbaubelastungen plastische Deformationen des Gussbauteiles in den Solldeformationsbereichen entstehen, bevor es zu einem Materialbruch kommt, und dass als Solldeformationsbereich jeder Längsträgerabschnitt mit einem Z-förmig vertikal versetzten Abwinklungsbereich versehen ist.

Dadurch wird vorteilhaft gewährleistet, dass zusätzlich zu den Vorbaulängsträgern auch der Funktionsträger noch zur Energieabsorption bei einem entsprechenden Fahrzeugaufprall herangezogen wird. Der Funktionsträger kann insbesondere als Fahrschemel oder als Integralträger gestaltet sein und somit ein Fahrwerk, ein Antriebsaggregat und/oder Vorderachsteile tragen. Dabei genügt es erfindungsgemäß, wenn der Funktionsträger bei einer entsprechenden Vorbaudeformation lediglich über einen Teil des Deformationsweges zur ergänzenden Energieabsorption beiträgt und anschließend bricht, da aufgrund der vorhandenen Deformation am Funktionsträger der aufgetretene Bruch eindeutig auf diese Deformation zurückführbar ist, so dass sich bezüglich Produkthaftungsgründen keine Schwierigkeiten bei der Ursachenforschung ergeben. Die durch die zusätzliche Energieabsorption des Funktionsträgers insgesamt erhöhte Energieabsorbierbarkeit der Vorbaustruktur führt im Bereich einer Fahrgastzelle der Rohbaukarosserie zu einer reduzierten Fußraumintrusion. Vorzugsweise ist der Funktionsträger im Längsträger-Bereich mit einer Z-förmig vertikal versetzten Abwinklung versehen, die den geometrisch bedingten Solldeformationsbereich darstellt. Die Z-Form ist dabei eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung, um gezielte Deformationen des Funktionsträgers zu erzielen. Die Deformierbarkeit entsteht durch die geometrische Gestaltung, die eine Faltung oder Stauchung der Längsträgerabschnitte bei entsprechenden Deformationen bewirkt. Der geometrisch bedingte Solldeformationsbereich zwingt auch einen Funktionsträger aus nicht duktilem Material unter Längskrafteinfluss zu einer Verformung und damit zur Energieabsorption.

In Ausgestaltung der Erfindung sind die Querträgerabschnitte und die Längsträgerabschnitte mit einem – im montierten Zustand – nach unten offenen, U-artigen Schalenprofil versehen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Funktionsträger von einer Unterseite her mit den Vorbaulängsträgern verschraubt, wobei die Seitenträgerabschnitte unterhalb der Vorbaulängsträger positioniert sind.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung, das anhand der Zeichnungen dargestellt ist.

1 zeigt in einer Seitenansicht eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorbaustruktur mit einem anzubindenden Funktionsträger, und

2 in vergrößerter, perspektivischer Darstellung den Funktionsträger nach 1.

Ein Personenkraftwagen weist eine selbsttragende Rohbaukarosserie auf, die gemäß 1 mit einer Vorbaustruktur 1 versehen ist. An die Vorbaustruktur 1 schließt – in normaler Fahrtrichtung gesehen – nach hinten eine Fahrgastzelle 2 an. Der Personenkraftwagen kann offen oder geschlossen gestaltet sein. Die Vorbaustruktur 1 weist zwei in Fahrzeuglängsrichtung erstreckte Vorbaulängsträger 3 auf, die jeweils an ihren Unterseiten mit zwei in Fahrzeuglängsrichtung zueinander beabstandeten Aufnahmebereichen 4, 5 für die Festlegung eines Funktionsträgers 8 versehen sind.

Der Funktionsträger 8 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel sowohl zur Aufnahme eines Antriebsaggregates als auch zur Aufnahme von Fahrwerkfunktionseinheiten ausgestaltet. Er bildet somit zum einen einen Integralträger und zum anderen einen Fahrschemel. Bei nicht dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung kann der Funktionsträger 8 jedoch auch für die Aufnahme von lediglich einer einzelnen, entsprechenden Fahrzeugfunktionseinheit oder für die Aufnahme mehrerer, anders gestalteter Fahrzeugfunktionseinheiten ausgestaltet sein.

Der Funktionsträger 8 ist als einstückiges Metallgußbauteil gestaltet und weist einen vorderen Querträgerabschnitt 11, zwei an den vorderen Querträgerabschnitt 11 anschließende Schenkelabschnitte in Form von seitlichen Längsträgerabschnitten 9 sowie einen weiteren, die Längsträgerabschnitte 9 rückseitig miteinander verbindenden hinteren Querträgerabschnitt 12 auf. Sowohl die beiden Querträgerabschnitte 11, 12 als auch die Längsträgerabschnitte 9 sind als zu einer Seite – im montierten Zustand zu einer Unterseite – offenes Schalenprofil P (gestrichelte Darstellung in 2) gestaltet, wobei die Schalenprofile etwa U-förmig gestaltet sind. An vorderen und hinteren Eckpunkten des Funktionsträgers 8 sind jeweils zwei vordere Befestigungspunkte 6 und zwei hintere Befestigungspunkte 7 vorgesehen, die exakt auf die Lage der Aufnahmebereiche 4, 5 an den Unterseiten der Vorbaulängsträger 3 abgestimmt sind. Mittels dieser Befestigungspunkte 6, 7 ist der Funktionsträger 8 gemäß dem strichpunktierten Linienverlauf in 1 von unten her an den Vorbaulängsträger 3 kraftübertragend anbindbar. Zur kraftübertragenden Festlegung des Funktionsträgers 8 an die beiden Vorbaulängsträger 3 sind stabile Verschraubungen vorgesehen.

Der Gußwerkstoff des einstückigen Funktionsträgers 8 ist mit einer derartigen Duktilität und Zähigkeit versehen, daß er wenigstens in gewissen Grenzen plastisch deformierbar ist. Die plastische Deformierbarkeit des Funktionsträgers 8 muß so groß gewählt sein, daß auf Höhe von Solldeformationsbereichen 10 der Längsträgerabschnitte 9 bei einer Deformation der Vorbaulängsträger 3 wenigstens über einen Teil des Defomationsweges eine ergänzende plastische Deformation des Funktionsträgers 8 im Bereich der Längsträgerabschnitte 9 erfolgt, bevor die Längsträgerabschnitte 9 durch Bruch versagen. Die beiden Solldeformationsbereiche 10 der Längsträgerabschnitte 9 sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel als Z-förmig vertikal versetzte Abwinklungsbereiche vorgesehen. Dabei befinden sich die Längsträgerabschnitte 9 nahezu exakt unterhalb der Vorbaulängsträger 3. Bei einer Deformation der Vorbaulängsträger 3 wird somit aufgrund der Kraftübertragung über die Befestigungspunkte 6 auf die Längsträgerabschnitte 9. eine Z-artige Stauchung oder Faltung der Längsträgerabschnitte 9 erfolgen, bevor diese durch Bruch versagen. Selbstverständlich kann der Funktionsträger 8 auch noch in seinen übrigen Bereichen plastisch deformierbar gestaltet sein.

Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der Funktionsträger als Aufnahmeträger für ein Frontantriebsaggregat gestaltet. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die seitlichen Längsträgerabschnitte derart zu den Unterseiten der Vorbaulängsträger beabstandet, daß sich zwischen den Vorbaulängsträgern und den zugeordneten Längsträgerabschnitten des Funktionsträgers ein ausreichender Zwischenraum ergibt, der die Hindurchführung von jeweils einer vorderen Gelenkwelle des Frontantriebsaggregates für die Aufnahme der Radnaben gewährleistet.


Anspruch[de]
  1. Vorbaustruktur für eine selbsttragende Rohbaukarosserie eines Personenkraftwagens mit zwei Vorbaulängsträgern, mit denen ein Funktionsträger an wenigstens vier Befestigungspunkten kraftübertragend verbunden ist, wobei der Funktionsträger aus zwei Querträgerabschnitten und zwei Längsträgerabschnitten aufgebaut ist, wobei der Funktionsträger (8) als wenigstens abschnittsweise deformierbares Bauteil gestaltet ist, und wobei jeder Längsträgerabschnitt (9) mit wenigstens einem geometrisch bedingten Solldeformationsbereich (10) versehen ist, der bei einer Deformation der Vorbaulängsträger (3) in Fahrzeuglängsrichtung plastisch deformierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil als einstückiges Gußbauteil aus einem Metallwerkstoff hergestellt ist, der eine so hohe Duktilität aufweist, dass bei entsprechenden Vorbaubelastungen plastische Deformationen des Gußbauteiles in den Solldeformationsbereichen (10) entstehen, bevor es zu einem Materialbruch kommt, und dass als Solldeformationsbereich (10) jeder Längsträgerabschnitt (9) mit einem Z-förmig vertikal versetzten Abwinklungsbereich versehen ist.
  2. Vorbaustruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Querträgerabschnitte (12) und die Längsträgerabschnitte (9) mit einem – im montierten Zustand – nach unten offenen, U-artigen Schalenprofil (P) versehen sind.
  3. Vorbaustruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Funktionsträger (8) von einer Unterseite her mit den Vorbaulängsträgern (3) verschraubt ist, wobei die seitlichen Längsträgerabschnitte (9) unterhalb der Vorbaulängsträger (3) positioniert sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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