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Dokumentenidentifikation DE202004008485U1 10.11.2005
Titel Vorrichtung zum Herstellen von bogen- und kurvenförmigen Werkstückkanten, insbesondere aus Holz
Anmelder Söder, Dierk, 29664 Walsrode, DE
DE-Aktenzeichen 202004008485
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.11.2005
Registration date 06.10.2005
Application date from patent application 25.05.2004
IPC-Hauptklasse B27H 1/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen von bogen- und kurvenförmigen Werkstückkanten.

Für diverse Holzwerkstücke werden sauber gefräste bogen- und kurvenförmige Werkstückkanten benötigt, wie Sie z. B. im Türen- und Treppenbau erforderlich sind.

Die am meisten verbreitete Methode zur Herstellung dieser Werkstückkanten ist die Herstellung von Schablonen oder das Aufschrauben von biegsamen Holzleisten, die dem gewünschten Verlauf des zu fertigenden Werkstückes möglichst genau entsprechen. Die Schablone wird ober- oder unterhalb des Werkstückes gespannt, wobei die Holzleiste oben drauf geschraubt oder genagelt wird, dabei ist das Werkstück grob vorgesägt und steht noch etwas über den zu fräsenden Verlauf hinaus. Nun wird das Werkstück (z.B. eine Treppenwange) auf einem Maschinentisch aufliegend vorbeibewegt, wobei ein Fräswerkzeug mit einem kombinierten Kopierring (ein kugelgelagerter Anlaufring) auf einer meist vertikalen Achse an der Schablonen- oder Holzleistenkante entlang fährt und das überstehende Werkstückmaterial zerspant.

Die Herstellung der Schablonen geht mit erheblichem Zeitaufwand einher. Es ist erforderlich die Schablonenkante gemäß des gewünschten Verlaufes möglichst genau, zeitsparend und kostengünstig herzustellen. Wird eine Holzleiste aufgebracht, so stören die Löcher der Schrauben oder Nägel, da diese mit Füllstoff gekittet werden müssen.

Eine weitere Praktik ist die Herstellung auf CNC- gesteuerten Maschinen. Hier werden die Schablonenkanten direkt gefräst. Die Bearbeitung mit CNC- gesteuerten Maschinen ist aufgrund der Anschaffungskosten und der Programmierzeit sehr kostenintensiv.

Gemäß dem Stand der Technik sind flexible Leisten bekannt, die nahezu jede Werkstückkante nachbilden können, da diese aber auch angeschraubt werden müssen, wird das Werkstück durch die Löcher der Schrauben beschädigt, und die Vielzahl der Schrauben bringt bei langen Werkstücken einen Zeitaufwand mit sich.

Aus dem Stand der Technik ist eine weitere Vorrichtung zum Herstellen von Kurven an Werkstücken, insbesondere aus Holz, bekannt, die durch kettenförmig verbundene Spannmodule eine flexible Leiste festhält, an der ebenfalls ein mit einem Fräskopf kombinierter Kopierring anläuft. Da diese Vorrichtung durch die Vielzahl der Spannmodule eher enge Kurven nachbildet, dauert die Einstellzeit bei langen Werkstücken wie z. B bei Treppenwangen die bis zu 5 Meter lang sind, viel zu lange.

Aufgabe der Erfindung ist es nun gegenüber dem Stand der Technik eine gattungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, dass auch an langen Werkstückkanten insbesondere bei Wangen im Treppenbau entsprechende Radien und Kurven schnell und einfach nachgebildet werden können, so dass einwandfreie Fräsungen entstehen, wodurch die Fertigungszeit erheblich verkürzt wird, und der Anschaffungspreis gegenüber einer CNC für den Anwender kein Hindernis darstellt.

Das wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein flexibles Lineal eine im wesentlichen vertikale Anfahrkante besitzt, und in Längsrichtung des flexiblen Lineals im wesentlichen vertikale Bohrungen angeordnet sind, in denen vertikale, drehbare und feststellbare Bolzen gelagert sind, wobei die Bolzen an Laschen befestigt sind, wobei die Unterseiten der Laschen eine gemäß der Werkstückebene parallelen Ebene, horizontale Ebene besitzen, und das Elemente vorgesehen sind, die eine vorübergehend feste Verbindung mit dem Werkstück bereitstellen.

Das flexible Lineal ist dehnbar, lässt sich durch Handkraft verbiegen und passt sich durch Verbiegen nahezu jeder bei Treppenwangen vorkommenden Bogen- oder Kurvenform an.

Die vorgesehenen Elemente in der Laschen sind Senkschrauben, die durch Durchgangsbohrungen geschraubt werden. Dadurch dass die Laschen mittels der Bolzen drehbar ausgebildet sind, kann in den Bereichen festgeschraubt werden, wo die späteren Treppenstufen angeordnet sind, so dass am fertigen Werkstück keine störenden Löcher vorhanden sind.

Die Bearbeitung erfolgt meist an einer stationären Tischfräsmaschine. So wird also das flexible Lineal mit der vertikalen Anfahrkante an der Treppenwangenaußenkante ( an einer Linie ) mit Hilfe der Laschen angeschraubt, die Klemmhebel werden dabei festgezogen und die Treppenwange wird mit dem fixierten Lineal auf dem Maschinentisch aufliegend vorbeibewegt, wobei ein auf einer rotierenden Welle aufgespannter Kopierring die Anfahrkante abfährt und das Fräswerkzeug das überstehende Werkstückmaterial der Treppenwangenkante zerspant.

Für die sichere Handhaltung sind auf den Laschen Kugelgriffe vorgesehen, im weiteren erfolgt die Handhaltung auch an den festgestellten Klemmhebeln.

Im folgenden wir die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert:

Die 1 zeigt die Draufsicht auf die auf das Werkstück ( 7 ) angeschraubte Vorrichtung. Deutlich zu sehen sind hier das flexible Lineal ( 1 ) mit der Anfahrkante ( 2 ), die Laschen ( 5 ), die Klemmhebel ( 9 ) , sowie die Haltegriffe ( 11 ) ( Kugelgriffe ). Die Inlets ( 8 ) sind hier vereinfacht durch je eine gestrichelte Linie dargestellt.

Die 2 zeigt die Draufsicht auf einen vergrößerten Ausschnitt der 1, sowie den Kopierring der an der Anfahrkante ( 2 ) anläuft. Links vom Kopiering ist die Treppenwangenkante bereits gefräst, rechts davon steht noch Werkstückmaterial über die zu fräsende Kante hinaus. Hier sieht man sehr deutlich, dass die Laschen ( 5 ) drehbar gelagert sind, und sich in den Bereich der späteren Treppenstufen drehen und anschrauben lassen. Der Klemmhebel ( 9 ) spannt das flexible Lineal ( 1 ). Der Verlauf der Inlets ( 8 ) ist hier durch gestrichelte Linien gezeichnet.

Die 3 zeigt den in der 2 angegebenen Schnitt. Hier sieht man die Befestigung der Laschen ( 5 ) durch Anschrauben im Bereich der späteren Treppenwangen. Sehr schön ist auch die endliche Ausdehnung des Haltegriffes ( 11 ) ( Kugelgriffes ) zu sehen. Im Querschnitt des flexiblen Lineals ( 1 ) sind die Inlets ( 8 ) zu sehen, die von der horizontalen plattenförmigen Form der Laschen ( 5 ) auf Position gehalten werden. Der Klemmhebel ( 9 ) sitzt auf dem Gewinde des Bolzens ( 4 ) der in der vertikalen Bohrung ( 3 ) des flexiblen Lineals ( 1 ) gehalten wird. Das Werkstück ( 7 ) ( Treppenwange ) liegt auf einem Maschinentisch auf, und dass mit einem Kopiering kombinierte Fräswerkzeug fräst die Kante des Werkstückes ( 7 ), wobei der Kopiering an der Anfahrkante ( 2 ) des flexiblen Lineals ( 1 ) anfährt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Herstellen von bogen- und kurvenförmigen Werkstückkanten, dadurch gekennzeichnet, dass ein flexibles Lineal (1) eine im wesentlichen vertikale Anfahrkante ( 2 ) besitzt, und in Längsrichtung des flexiblen Lineals (1) im wesentlichen vertikale Bohrungen ( 3 ) angeordnet sind, in denen vertikale, drehbare und feststellbare Bolzen ( 4 ) gelagert sind, und die Bolzen ( 4 ) an Laschen ( 5 ) befestigt sind, wobei die Unterseiten der Laschen ( 5 ) eine gemäß der Werkstückebene parallelen Ebene, horizontale Ebene besitzen und das Elemente ( 6 ) vorgesehen sind, die eine vorübergehend feste Verbindung mit dem Werkstück ( 7 ) bereitstellen.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Lineal ( 1 ) aus mindestens zwei verschiedenen Materialien besteht, wobei das Lineal ( 1 ) selbst, aus einem fließenden flexiblen Material besteht, und mindestens ein weiteres festeres Material als Inlet ( 8 ) in das flexible Lineal ( 1 ) eingearbeitet ist, so dass beide Materialien zusammen das flexible Lineal ( 1 ) bilden.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 – 2 , dadurch gekennzeichnet, dass die Inlets ( 8 ) in das Lineal ( 1 ) eingelassene Metallstangen sind, und gegen herausfallen gesichert sind, indem die Laschen ( 5 ) durch ihre Form die Inlets ( 8 ) auf Position halten.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1 – 3 , dadurch gekennzeichnet, dass die Laschen ( 5 ) im wesentlichen plattenförmig ausgebildet sind, so dass eine horizontale Ober- und Unterseite gebildet wird, und dass die Bolzen ( 4 ) vertikal dazu im 90 ° Winkel angeordnet sind und mit der Lasche ( 5 ) fest verbunden sind.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 1 – 4 , dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende des jeweiligen Bolzens ( 4 ) ein Gewinde angeordnet ist, dass einen ein- und ausrastbaren Klemmhebel ( 9 ) aufnimmt.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 1 – 5 , dadurch gekennzeichnet, dass in der horizontalen Ober- und Unterseite der Laschen ( 5 ) Durchgangsbohrungen ( 10 ) vorgesehen sind, die von der Oberseite her gesenkt sind und Senkschrauben aufnehmen.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 1 – 6 , dadurch gekennzeichnet, dass auf der horizontalen Oberseite der Laschen ( 5 ) mindestens je ein Haltegriff ( 11 ) in Form eines Kugelgriffes angeordnet ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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