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Dokumentenidentifikation DE202005001717U1 10.11.2005
Titel Gipskartonplatten mit überfassender Stoßkante
Anmelder Hamel, Werner, 27607 Langen, DE;
Tants, Günter, 27607 Langen, DE;
Büchner, Kathrin, 27607 Langen, DE
Vertreter Voigt, W., Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 06108 Halle
DE-Aktenzeichen 202005001717
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.11.2005
Registration date 06.10.2005
Application date from patent application 03.02.2005
IPC-Hauptklasse E04C 2/38
IPC-Nebenklasse E04C 2/26   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante.

Gipskartonplatten sind seit vielen Jahren bekannt. Sie werden vornehmlich im Trockenbau-Wand- und Deckenbereich eingesetzt.

Die bekannten im Stoß verschraubten Gipskartonplatten haben immer gefaste Kanten (1a), kurze halbrunde Stoßkanten (Viertelkreis) (1b) oder große flach abgerundete Kanten (1c).

Alle diese Gipskartonplatten haben erhebliche Nachteile bei ihrer Montage, die zu erheblichen Zeitaufwendungen bei der Verarbeitung führen.

Diese Platten müssen in den Stoßkanten auf Metallständern oder auf Holzunterlagen so verschraubt werden, daß jede Platte an jeder Stoßkante mit einer Reihe von Schrauben versehen ist, so daß im Stoßbereich eine Doppelreihe an Schrauben entsteht (1a/b/c).

Bedingt durch die endliche Breite der Ständer ist fernerhin bei diesen Platten eine genaue Justierung der Ständer (St) auf die Mitte der Stöße (1a) erforderlich, was ebenfalls zeitraubend ist bzw. bei Überschreitung der Toleranzen es zu Platten- und Schraubenausbrüchen mit entsprechendem Nacharbeitungsbedarf kommt.

Zum Schluß der Montage der Platten müssen die Stoßfugen verspachtelt werden. Nachteilig ist infolge der Tiefe bzw. Breite der Stoßfugen und des Einfallverhaltens der Spachtelmasse die Notwendigkeit von 2- bis 3-maligen zeitaufwendigen Spachtelarbeitsgängen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gipskartonplatte mit solchen Stoßkanten bereitzustellen, die eine schnellere Montage der Gipskartonplatten bei gesteigerter bzw. ausreichend fester Plattenverbindung im Stoßbereich und auf dem Untergrund gewährleisten.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante (2a/b), die die folgenden Abmessungen aufweist: S 1/4 bis 3/4 der Plattendicke D 5 bis 30 mm W 1- bis 5-fache der Plattendicke

W kann auch als durchgehende Gerade mit unterschiedlichen Neigungen ausgebildet sein.

Erfindungsgemäß wird damit eine Gipskartonplatte dargestellt, die es gestattet, bei einfacher Verlegungsweise und festem Stoßverbund und fester Verankerung der Platten auf dem Ständerwerk oder anderem Untergrund die Montage der Platten in wesentlich kürzerer Zeit als bisher durch Verringerung des Verschraubungs- und Verspachtelungsaufwandes zu realisieren.

Die überfassende Stoßkante bewirkt eine hohe Stabilität der Stoßverbindungen.

Zwei untereinander verbundene Platten überlappen sich durch die Art der Kantenausbildung. Das hat ferner zur Folge, daß mit einer Schraube (2a/b; Sch) im mittleren Stoßbereich gleichzeitig 2 Gipskartonplatten auf dem Untergrund bzw. Ständer befestigt werden. Die Kombination überfassende Stoßverbindung mit der „Einmal-Verschraubung" bewirkt eine mindest so feste Verankerung der Platten auf dem Untergrund bzw. Ständer wie sie vom Stand der Technik mit der Doppelverschraubung im Stoßbereich (1) her bekannt ist, wodurch komplett eine Reihe Schrauben im Stoßbereich (50%) mit entsprechend großem Zeitgewinn eingespart werden kann.

Die Überfassung der Gipskartonplatten im Stoßbereich hat weiterhin zur Folge, daß die Justierung von Ständern auf die Stöße mit einer Toleranz von maximal ±4cm gehandhabt werden kann (3c/d), während nach dem Stand der Technik mit Verschraubung jeweils jeder Stoßkante auf dem Ständer (Doppelverschraubung) die Toleranz der Ständerjustierung nur maximal ±1,5 cm beträgt (3a).

Nach der erfindungsgemäßen Lösung verbleiben im Stoßbereich nur Fugen von 0 bis 1 mm Breite, währenddessen die Fugen entsprechend dem Stand der Technik mindestens 10 bis 100 mm breit sind (z.Bsp. DE 3218397 A1; DE 35 42 262 C2).

Die erfindungsgemäß resultierenden Fugen erfordern nur noch 10 bis 20 % des herkömmlichen Spachtelaufwandes an Zeit und Material.

Die erfindungsgemäße Lösung kann zusätzlich die Spachtelnuten Spn (2a/b) aufweisen, die die Festigkeit der Plattenverbindungen erheblich erhöhen.

Die Spachtelnuten können entsprechend 2a/b gestaltet sein. Die Maße betragen 2 bis 12mm in Tiefe und Breite. Die Spachtelnuten können im Abstand von 3 bis 40 mm angebracht sein.

Als weiterer Vorteil ergibt sich die Möglichkeit, die Stoßkanten vor der Montage mit einem Kleber zu versehen. Der nach der Verschraubung der Gipskartonplatten eventuell aus den Fugen herausquillende Kleber wird nur noch in einem Arbeitsgang abgeschliffen. womit das sonst für die Montage abschließende zeitaufwendige Spachteln entfällt.

Durch diese ganzflächige Verklebung der Stoßkanten wird eine enorm hohe Festigkeit im Stoßbereich erzielt.

Die Stabilität der Stoßverbindungen wird durch den Haken H (2a) insofern günstig beeinflusst, indem eventuellen Zugkräften in der Plattenebene entgegengewirkt wird bzw./und durch den schrägen Unterschub US (2b), US 1/4 bis 3/4 der Plattendicke, ein Abklappen der außenliegenden Platte erschwert wird.


Anspruch[de]
  1. Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante gekennzeichnet dadurch, daß die Stoßkanten überfassend und stufenförmig ausgebildet sind.
  2. Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante nach Anspruch 1 gekennzeichnet dadurch, daß die Höhen (S) der Stufe im unteren und oberen Stoßkanten-Bereich jeweils 1/4 bis 3/4 der Plattendicke, die Länge der Stufe (W) das 1- bis 5-fache der Plattendicke (D) von 5 bis 30 mm betragen.

    Die Stufenlänge (W) kann als durchgehende Gerade mit Neigungen bis zu 45°, aufsteigend und als Gerade mit einer Gegenstufe (H) von bis zu 1/2 der Plattendicke bei einer Länge der Gegenstufe von dem 0,5- bis 2,5-fachen der Plattendicke und einer Länge der gesamten Stufe (W) von dem 1- bis 5-fachen der Plattendicke ausgebildet sein.
  3. Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante nach Anspruch 1 und Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß ein schräger Unterschub (US) mit 1/4 bis 3/4 der Plattendicke und einem Gegenwinkel zur oberen Höhe (S) der Stufe von bis zu 35° ausgebildet sein kann.
  4. Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich kleine Spachtelnuten (Spn), die Plattenebene an den Stoßkanten senkrecht durchlaufend, von bis zu 12mm Größe in Breite und Tiefe an den Stoßkanten im Abstand von bis zu 40 mm ausgebildet sind.
  5. Die Stoßkante der Gipskartonplatte mit überfassender Stoßkante ist auf Gipskartonplatten anderer Zusammensetzung, Gipsplatten mit Schichtaufbau sowie Gipskartonplatten mit Verbunden übertragbar.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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