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Dokumentenidentifikation DE202005005315U1 10.11.2005
Titel Bausatz für Vorstellbalkon
Anmelder Color-Form-Design eK, 64579 Gernsheim, DE
Vertreter Blumbach Zinngrebe, 64283 Darmstadt
DE-Aktenzeichen 202005005315
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.11.2005
Registration date 06.10.2005
Application date from patent application 04.04.2005
IPC-Hauptklasse E04B 2/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung beschäftigt sich mit Vorstellbalkonen für Gebäude.

Vorstellbalkone sind selbstragende Gewerke, die entweder an ein vorgegebenes Gebäude, beispielsweise ein Wohngebäude angestellt oder mit diesem verbunden werden. Sie bestehen aus zwei oder vier, jedenfalls mehreren auf Grund verankerten Ständern gleicher Länge, die sich danach richtet, ob ein oder mehrere Balkone übereinander vorgesehen sein sollen. Die Ständer werden in Höhe je eines Balkons durch parallel zur Gebäudefront angeordnete Querriegel miteinander dauerhaft verbunden, deren Länge gleich ist und sich nach der parallel zur Gebäudefront genommenen Breite der untereinander gleichen Balkone richtet. Ferner gehören zu dem Gewerke pro Balkon mehrere Traversen, die einerseits gegenüberliegende Querriegel verbinden und andererseits eine stabile Unterlage für eine Balkonauflage bieten. Auf die Auflage können entweder bauseits Estrich oder unmittelbar Baukeramik oder Bausteinplatten aufgebracht werden.

Bestehen Ständer, Querriegel und Traversen aus Stahlprofilen, sind wegen des erheblichen Gewichts besondere Gründungsmaßnahmen notwendig; Ferner ist man an vorgegebene Maße und Formen solcher Profile gebunden, die sich mit erheblichem Aufwand verändern und den Gegebenheiten anpassen lassen. Hohlprofile aus Aluminium oder dergleichen Leichtmetall sind zwar leichter zu bearbeiten, erfordern jedoch je nach dem Verwendungszweck Abkantungen, Abschrägen, Abfasen, Ankleben. Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, Mittel zu schaffen, mit denen sich ein Vorstellbalkon leichter, einfacher und damit preiswerter erstellen läßt, ohne dass von den statischen Sicherheitsanforderungen abgewichen wird.

Dazu sieht die Erfindung einen Bausatz für einen Vorstellbalkon vor, der wenigstens zwei Ständer jeweils gleicher, vorgegebener Länge, wenigstens zwei Querriegel von gleicher, vorgegebener Länge und mehrere Traversen gleicher, vorgegebener Länge, sowie mehrere massive Blechwinkel umfasst, wobei die Ständer, Querriegel und Traversen aus Leichtmetall-Hohlprofilen bestehen. Ein derartiger Bausatz ermöglicht einem fremden Bauunternehmer vor Ort, den Vorstellbalkon mit einfachen Hilfskräften nach einer dem Bausatz mitgegebenen Anleitung zu errichten. Damit kann das Erstellen eines Vorstellbalkons wesentlich preiswerter werden als bisher üblich. Ferner müssen die einzelnen Hohlprofile lediglich abgelängt werden, alle weiteren Bearbeitungen können entfallen.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. In der einfachsten Ausführungsform bestehen die Ständer, Querriegel und Traversen aus Einkammer-Hohlprofilen. Hervorzuheben ist ferner eine Variante, gemäß welcher der Querschnitt eines Querriegels an einer inneren, oberen Ecke einen rechteckigen Einsprung besitzt, dessen Höhe der Höhe einer Traverse entspricht. Damit kann das Ende jeder Traverse in den Einsprung eingelegt und dort befestigt werden, was das Einhalten der vorgegebenen Balkonmaße wesentlich erleichtert.

Ferner kann zwischen den gebäudeseitigen Querriegel und den Traversenenden ein Distanzstreifen zwischengelegt werden, sodaß die Traversen zum vorderen Querriegel ein leichtes Gefälle erhalten, was eine zuverlässige Oberflächenwasser-Abführung einer Balkonabdeckung nach vorne, also vom Gebäude weg, sicherstellt. Dieser Distanzstreifen kann daher zusätzlicher Bestandteil des Bausatzes sein. Schließlich kann dem Bausatz ein Stück Regenrinne mit rechteckigem oder runden Querschnitt beigegeben sein, welcher vor dem und an dem vorderen Querriegel zu befestigen ist. Ferner ist zur Regenwasserableitung vorteilhaft, wenn an die vordere Unterkante des vorderen Querriegels eine Wasserabtropfleiste angeformt ist. Schließlich ist es empfehlenswert, wenn die Basis des Einsprungs sich in eine in das Innere des Hohlprofils erstreckende Versteifungswand fortsetzt, was die Steifheit des Profils erhöht oder eine kleiner Wandstärke des Profils erlaubt.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der beigefügten Zeichnung im Einzelnen dargestellt. 1 zeigt wesentliche Teile des erfindungsgemäßen Bausatzes und 2 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein zweckmäßiges Querriegel-Profil.

In 1 ist der erfindungsgemäße Bausatz nicht vollständig wiedergegeben. Sie enthält zur Erläuterung nur Abschnitte von Einzelteilen des Bausatzes, der anspruchsgemäß das jeweils Mehrfache der jeweiligen Einzelteile aufweist. Zu dem Bausatz gehören mindestens zwei, meist jedoch vier gleiche Ständer hier aus einem Aluminium-Einkammer-Hohlprofil mit rechteckigem Querschnitt, von denen nur der Ständer 1 dargestellt ist. Sein nicht dargestelltes unteres Ende ist auf Grund verankert, und seine Länge bestimmt sich danach, wie viele Balkone übereinander an dem Ständer 1 und den weiteren Ständern befestigt werden sollen, sowie gegebenenfalls auch nach ästhetischen Gesichtspunkten.

Zu dem Bausatz gehören ferner wenigstens zwei gleiche Querriegel 2, von denen der gebäudeseitige nicht dargestellte Querriegel für den Fall, dass der Bausatz nur zwei Ständer umfaßt, am Gebäude befestigt werden kann und dazu durch Bohrungen für entsprechende Bolzen vorbereitet ist. Der vordere gebäudeferne Querriegel 2 kann stirnseitig mit einer Seitenwange 3 des Ständers 1 mittels eines Winkels 5 befestigt werden. Der rechtwinklig gebogene Winkel 5 kann mit seinem kürzeren Schenkel an der Seitenwange 3 verschraubt werden, sodaß der Querriegel 2 mit seiner Unterseite auf dem längeren Schenkel 4 des Winkels 5 aufliegt und dort mit diesem ebenfalls verschraubt werden kann. Die Verschraubung des Winkels 5 an der Seitenwange 3 und am Querriegel erfolgt so, dass sich der Querriegel rechtwinklig zum Ständer 1 und im wesentlichen parallel zur Gebäudeaußenwand erstreckt. Zur Erleichterung der Montage können die erforderlichen Bohrlöcher in der Seitenwange wie auch in der Unterseite des Querriegels 2 vorgebohrt sein. Es versteht sich, dass der vordere Querriegel 2 an dem dem Ständer 1 gegenüberstehenden, vorderen Ständer in analoger Weise verankert werden kann. Umfaßt der Bausatz vier Ständer, besteht die Wahl entweder die hinteren Ständer zur Verankerung am Gebäude vorzubereiten und den hinteren Querriegel an den hinteren Ständern wie vorstehend für Querriegel 2 beschrieben zu befestigen, oder die beiden hinteren Ständer an dem hinteren am Gebäude verankerten Querriegel wie erläutert zu befestigen. Alle Querriegel bestehen gemäß 1 jeweils aus einem Aluminium-Einkammer-Hohlprofil, welches im einfachsten Falle einen nicht dargestellten rechteckigen Querschnitt besitzt. Die Länge jedes Querriegels bestimmt sich danach, wie breit der mit dem Bausatz zu errichtende Vorstellbalkon sein soll.

Zu dem Bausatz gehören weiterhin mehrere Traversen gleichen Querschnitts und gleicher Länge, von denen in 1 nur die vorderen Abschnitte von vier Traversen 12, 14, 16, 18 dargestellt sind. Die Traverse 12 wird mit ihrer Unterseite auf die Oberseite 6 des Querriegels 2 so aufgeschraubt, dass sich die Traverse 12 rechtwinklig zum Querriegel 2 erstreckt und über dessen Außenfläche 7 nicht vorsteht. Ferner liegt die Traverse mit ihrer in der Figur nicht zu erkennenden Seitenfläche an der Wange 3 des Ständers 1 an.

Die weiteren Traversen 14, 16, 18 werden in jeweils vorgegebenem gegenseitigem Abstand mit ihrer jeweiligen Unterseite auf der Oberseite 6 des Querriegels 2 so verschraubt, dass sie sich jeweils rechtwinklig und parallel zur Traverse 12 erstrecken und über die äußere Längsseite 7 des Querriegels 2 nicht vorstehen. Jede der Traversen 12, 14, 16, 18 besteht aus einem Aluminium-Einkammer-Hohlprofil von rechteckigem, beispielsweise quadratischem Querschnitt. Alle Traversen 12, 14, 16, 18 haben gleiche Länge, die sich nach der Tiefe des herzustellenden Vorstellbalkons bestimmt. Das nicht dargestellte, jeweilige entfernte Ende der Traversen kann auf dem gebäudeseitigen Querriegel verschraubt werden und zwar in der Weise, wie das anhand der Verschraubung der Traversen auf dem Querriegel 2 beschrieben worden ist.

Durch die genannten Verschraubungen der Traversen mit den Querriegeln sowie der Querriegel mit den Ständern entsteht nach Verankerung der Querriegel oder der hinteren Ständer am Gebäude ein stabiles, selbsttragendes Balkon-Untergerüst. Die Hohlprofile der Ständer, Querriegel und Traversen sind insofern besonders einfach, als sie keinerlei innere Verstärkungsrippen oder Querwände besitzen. Den statischen Anforderungen kann durch entsprechende Wahl der Wandstärken der Profile Rechnung getragen werden.

Auf die Oberseiten der Traversen 12, 14, 16, 18 kann ein gegebenenfalls pulverbeschichtetes Aluminium-Blech 15 aufgelegt und mit den Oberseiten der Traversen verschraubt werden. Die Abmessungen des Bleches 15 entsprechen der Tiefe und der Breite des gewünschten Balkons und damit im wesentlichen der Länge der Traversen und der Länge der Querriegel. Es versteht sich, dass das Blech 15 jedenfalls seitlich und nach vorne nicht über die Enden der Traversen vorsteht. Soll das Blech 15 sich auch zwischen benachbarte Ständer 1 erstrecken, ist eine entsprechende Ausklinkung des Bleches 15 an seinen vorderen Ecken erforderlich.

Auf das mit den Traversen verschraubte Blech 15 kann entweder bauseitig eine Betonschicht aufgebracht werden oder es können alternativ Baufliesen oder Baubetonsteine direkt auf das Blech 15 als fertige Balkonabdeckung aufgelegt werden. Eine derartige Betonsteinplatte ist mit 17 bezeichnet. Ferner kann es sich empfehlen, zwischen die vorderen Ständer einen Regenabweiswinkel 19 an den vorderen Querriegel 2 anzuschrauben. Seine Länge bestimmt sich nach dem Abstand der beiden vorderen Ständer 1. Schließlich kann eine winkerlige oder runde Regenrinne 13 an die Außenseite 7 des Querriegels 2 angeschraubt oder angeklebt werden. Zur Verbesserung des Wasserablaufs über das Blech 15 oder der Balkonabdeckung kann dem Bausatz ein metallischer Distanzstreifen von etwa ein bis etwa zwei Zentimeter Stärke beigegeben werden, der auf die Oberseite des bauseitigen Querriegels und unter die Traversenenden aufgelegt werden kann. Damit wird ein für den Wasserablauf ausreichendes Gefälle nach vorne sichergestellt.

Die Verschraubung der Traversen 12, 14, 16, 18 mit dem Querriegel 12 und insbesondere die Maßhaltigkeit derselben am Querriegel 2 wird verbessert, wenn dessen Querschnitt an der oberen inneren Kante einen winkligen Einsprung 11 aufweist. Dessen Höhe bemisst sich nach der vertikalen Abmessung der Traversen, so dass deren Oberflächen an die Fläche 6 bündig anschließen, und dessen Basistiefe kann so gewählt werden, dass die Traversen auf der Basis 9 des Einsprungs 11 hinreichende Auflage finden. Entsprechend weist der dem Querriegel 2 gegenüberliegende gebäudeseitige Querriegel längs seiner oberen inneren Kante einen dem Einsprung 11 gleichen Einsprung auf, auf dessen Basis gegebenenfalls der Distanzstreifen aufgelegt werden kann.

Für besondere statische Belastungen empfiehlt sich für die Querriegel eine von Vorstehendem abweichende Querschnittsform gemäß 2. Der Querriegel 22 besitzt an seiner oberen inneren Ecke einen rechtwinkeligen Einsprung 23, dessen Basis 24, die sich etwa bis zur Breitenmitte des Profils erstreckt, in das Hohlprofil 25 um eine Wand 26 verlängert ist, die sich im wesentlichen parallel zur Deckseite 27 des Querriegels 22 bis in die dem Einsprung 23 gegenüberliegende Seitenwand 28 erstreckt. Diese Ausgestaltung verstärkt die Steifheit des Querriegels und erhöht damit seine Tragkraft, wobei, wenn es auf eine Erhöhung der Tragkraft nicht so sehr ankommt, die Seitenwandstärken entsprechend reduziert werden können.

Ferner empfiehlt es sich, längs die äußeren Unterkante 30 eine Wasserabtropfleiste 31 an den Querriegel 22 anzuformen. Die Leiste 31 setzt die Seitenwand 28 nach unten fort und bildet eine Positionierhilfe für die Befestigung des Querriegels 22 auf den Winkeln 5 sowie einen Regenschutz für an die Leiste 31 innen zu befestigende Zusatzteile wie etwa eine Glaswand. Schließlich kann auch an die innere Unterkante 32 des Querriegels 22 eine nach unten vorstehende Montageleiste 33 angeformt sein, die beispielsweise als Träger für unter dem Vorstellbalkon anzubringende Ausrüstungsteile wie etwa Lampen, dekorative Abdeckungen oder dergleichen dienen kann.


Anspruch[de]
  1. Bausatz für einen Vorstellbalkon für Gebäude mit wenigstens zwei Hohlprofilständern (1) gleichen Querschnitts und gleicher Länge, wenigstens zwei Hohlprofil-Querriegeln (2) gleicher Länge und gleichen Querschnitts sowie mehreren Traversen (12, 14, 16, 18) aus Hohlprofil und gleicher Länge und gleichen Querschnitts, sowie mehreren massiven Blechwinkeln (5).
  2. Bausatz nach Anspruch 1, gekennzeichnet, durch wenigstens eine Regenrinne (13), deren Länge derjenigen eines Querriegels entspricht.
  3. Bausatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Regenrinne runden oder kastenförmigen Querschnitt hat.
  4. Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet, durch ein gegebenenfalls beschichtetes Blech (15), dessen Länge und Breite im wesentlichen der Länge der Traversen und der Länge des Querriegels entsprechen.
  5. Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Querriegel im wesentlichen rechteckig ist.
  6. Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnitte der Ständer und der Traversen Einkammer-Hohlprofile sind.
  7. Bausatz nach einem oder mehren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnitte der Querriegel Einkammer-Hohlprofile sind.
  8. Bausatz nach einem oder mehren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnitte der Querriegel an einer inneren oberen Ecke einen winkeligen Einsprung (11, 23) aufweisen.
  9. Bausatz nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnitte der Querriegel Zweikammer-Hohlprofile sind, wobei an einer inneren oberen Ecke jedes Querriegels ein winkeliger Einsprung (11, 23) ausgebildet ist, dessen Basis sich in das Hohlprofil als Versteifungswand (28) fortsetzt.
  10. Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an die äußere Unterkante (30) des Querriegelprofils eine nach unten vorstehende Wasserabtropfleiste (31) angeformt ist.
  11. Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an die innere Unterkante (32) der Querriegelprofils eine nach unten vorstehende Montageleiste (33) angeformt ist.
  12. Vorstellbalkon gebildet aus einem Bausatz nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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