Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Ändern
des Brennstoff/Luft-Verhältnisses in einem Brennstoff-Versorgungssystem für einen
Gasturbinen-Brenner.
In Gasturbinen sind im Allgemeinen mehrere Brenner in einer ringförmigen
Anordnung um die Turbinenachse herum angeordnet, um heiße Verbrennunggase zu erzeugen,
die durch die Turbine strömen. Jeder Brenner hat typischerweise mehrere Düsen, z.B.
fünf oder sechs Düsen, um den gasförmigen Brennstoff in den Brenner strömen zu lassen.
Wie bekannt, müssen die Brenner einer Gasturbine über einen weiten Bereich von Brennstoff/Luft-Verhältnissen
arbeiten. Das Brennstoff/Luft-Verhältnis ist, z.B., während des Startens der Turbine
und dem Betrieb bei geringer Last klein und während des Betriebes bei hoher Last
ist es hoch. Geringe Brennstoff/Luft-Verhältnisse beeinflussen jedoch die Brenner-Flammenstabilität.
Ein Herangehen zum Verbessern der Flammenstabilität besteht darin, die Brennstoffströmung
zu einigen der Brennstoffdüsen in einem Brenner zu regeln und die Brennstoffströmung
zu einer oder mehreren der anderen Düsen vollständig abzustellen. Die Verbrennungsflamme
nahe den Düsen mit erhöhter Brennstoff strömung befindet sich somit bei höheren
Brennstoff/Luft-Verhältnissen und sie ist folglich stabiler.
Die einzelnen Düsen jedes Brenners sind typischerweise mit einem üblichen
Brennstoff stoffzufuhr-Verteiler verbunden. Das Hauptregelventil für Brennstoff
der Turbinen regelt die Brennstoffströmung zum Verteiler. Die Abstufung von Brennstoff
zu verschiedenen Gruppen von Düsen erfordert traditionell separate Brennstoffzufuhr-Verteiler
und Regelventile für jede Gruppe. Weil diese Flexibilität bei der Brennstoffversorgung
jeder Düsengruppe erfordern, haben sie Nachteile. Erstens gibt dies zusätzliche
Kosten und Komplexizität für die Turbine. Zweitens beeinträchtigt die Ansprechzeit
zum Füllen eines großen leeren Verteilers den glatten Turbinenbetrieb. Drittens
erfordert das Spülen von Brennstoff aus zuvor mit Brennstoff versehenen Verteilern
zusätzliche Ventile und Rohre. Schließlich kann das kontinuierliche Spülen nicht
mit Brennstoff versehener Verteiler ein zusätzliches System zum Verhindern eines
Kondensationsaufbaus erfordern.
In einigen Fällen ist die Brennstoff An/Aus-Regelung zu einigen der
Düsen in jedem Brenner angemessen, um die Brenner-Betriebsfähigkeit auszudehnen.
So können, z.B., massive druckbetätigte Ventile, die auf oder nahe dem Brenner angeordnet
sind, geöffnet oder geschlossen werden, wenn ein gewisser Brennstoffdruck erreicht
ist. Passive Ventile liefern jedoch nicht genügend Flexibilität über den Bereich
des Brennerbetriebes und sie bieten keine Ventilbetätigung mit genügender Präzision.
Der passive Ventilbetrieb gestattet somit eine ungleichmäßige Bewegung von Ventilen,
d.h., Tellerventilen, und gestattet das Variieren des Brennstoffdruckes von einer
Düse zur nächsten. Zusätzlich sind passive Ventilfedern unterschiedlich und sie
haben ungleichmäßige Federkräfte. Aus diesen und anderen Gründen lassen sich federbetätigte
passive Ventile nicht gleichmäßig betätigen oder solche Ventile gestatten den Ventilbetrieb
bei mehr als einem Maschinen-Betriebszustand. Indem man fordert, dass die passiven
Ventile bei einem gewissen Maschinenzustand betätigt werden, haben die Ventile nicht
die Fähigkeit, bei anderen Maschinenbedingungen betätigt zu werden.
US-A-4,027,474 offenbart ein Brennstoff-Verteilungsventil, das die
Regelung der Strömung durch Öffnungen in Verbindung mit einer primären Düse und
einer sekundären Düse, als einer Funktion der Turbinenlast, gestattet.
Folglich gibt es einen Bedarf an einem Brennstoff Regelsystem zum
aktiven und selektiven Zuführen von Brennstoff zu einer oder mehreren Düsen in jedem
Brenner und zum Abschalten der Brennstoffzufuhr zu einem oder mehreren anderen Ventilen
des gleichen Brenners und dies bei ausgewählten Betriebs-Paramatern.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Verändern
des Brennstoff/Luft-Verhältnisses in einem Brennstoff-Versorgungssystem für einen
Gasturbinen-Brenner gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.
Die Erfindung wird nun detaillierter beispielhaft unter Bezugnahme
auf die Zeichnung beschrieben, in der zeigen:
1 eine Seitenansicht eines Brenners für
eine Turbine, bei der Teile weggelassen und im Querschnitt dargestellt sind,
2 eine schematische Darstellung eines
Brennstoff-Regelsystems für die Düsen des Brenners von 1
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
3 eine Querschnittsansicht eines geregelten
Brennstoff-Verteilerventils in einer Position, in der Brennstoff einer Gruppe von
ein oder mehreren Düsen zugeführt und Brennstoff von einer anderen Gruppe von ein
oder mehreren Düsen im Brenner abgschnitten wird und
4 eine Ansicht ähnlich 3,
die das Ventil in einer vollständig offenen Position darstellt, bei der Brennstoff
allen Düsen des Brenners zugeführt wird.
In der Zeichnung, insbesondere in 1, ist
ein Brenner 10 mit einem doppelwandigen Übergangskanal 12 dargestellt,
der das Auslassende des Brenners mit dem Einlassende der Turbine verbindet, um heiße
Verbrennungsprodukte zur Turbine zu liefern. Es sollte klar sein, dass eine Gasturbine
mehrere Brenner 10, die im Allgemeinen in einer ringförmigen Anordnung
um die Turbinenachse vorhanden sind, einschließt. Es sollte auch klar sein, dass
der Brenner mehrere Düsen 14 zum Leiten von Brennstoff in die Brennzone
16 des Brenners aufweist. Die Anordnung aus Brenner und Düsen, die in
1 gezeigt ist, ist konventionell mit der Ausnahme des
Brennstoff-Regelsystems zum Zuführen von Brennstoff zu den Düsen gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
In 2 ist ein Brennstoff Regelsystem mit
einer Brennstoffversorgung 20 für gasförmigen oder flüssigen Brennstoff
zum Zuführen des Brennstoffes mittels einer Hauptversorgungsleitung 22
und einem Regelventil 24 zu Brenner-Versorgungsleitungen 26, die
parallel mit einem Verteiler 28 verbunden sind, gezeigt. Es sollte klar
sein, dass jede der Versorgungsleitungen 26 mit einem Brenner
10 verbunden ist. Die Anzahl der Brenner und Versorgungsleitungen
26 kann variie-ren und die dargestellten Versorgungsleitungen des Brenners
10 sind nur beispielhaft. In dem in 2 schematisch
dargestellten Brenner 10 gibt es sechs Düsen 14, die durch eine
Brenner-Versorgungsleitung 26 mit Brennstoff versorgt werden. Die Versorgungsleitung
26 liefert Brennstoff zu einem geregelten Brennstoff-Verteilerventil
30, das seinerseits Brennstoff über sekundäre oder Düsen-Brennstoffversorgungsleitungen
32 zu den einzelnen Düsen 14 liefert.
Es wird ein pneumatisches System zur Zufuhr von Regelluft und Druck
zu dem Ventil 30 benutzt. Insbesondere liefert eine Regelluft-Versorgung
40 Luft unter Druck über eine Luftversorgungs-Leitung 42 und ein
Stufen-Regelventil 44. Die Luft-Versorgungsleitung 42 liefert
Luft unter Druck zu Brenner-Luftversorgungsleitungen 46, die parallel mit
einem Luftversorgungs-Verteiler 48 gekoppelt sind. Es sollte klar sein,
dass bei der vorgenannten Anordnung jedes der geregelten Brennstoff Verteilerventile
für jeden Brenner über eine Brenner-Brennstoffversorgungsleitung 26 und
mit Luft unter Druck über Brenner-Luftversorgungsleitung 46 versorgt ist.
In den 3 und 4
schließt Ventil 30 einen Ventilkörper 50 ein, der einen Brennstoff
Einlass 52, gekoppelt mit Brenner-Brennstoffversorgungsleitung
26, und mehrere Brennstoff Auslassöffnungen 54 aufweist, die jeweils
mit jeder der Düsen 14 des entsprechenden Brenners gekoppelt sind, wie,
z.B., in der in 4 gezeigten Position mit offenem Ventil.
Der Brennstoff Einlass 26 liefert Brennstoff zu einer Kammer
56, die einen zentralen Durchgang 57 aufweist. Mehrere Durchgänge
58 stellen eine Verbindung zwischen der Kammer 56 und den diskreten
Auslassöffnungen 64 zum Liefern von Brennstoff zu diskreten Düsen
14 her. Die Kammer 66 ist teilweise durch das Ende eines bewegbaren
Teils oder Tellers 60 begrenzt, der durch eine Feder 62 in eine
Position mit geschlossenem Ventil gedrückt ist, die in 3
gezeigt ist, wodurch der zentrale Durchgang 57 verschlossen wird. Das Ventilteil
60 ist innerhalb eines Hohlraumes 64 zur und weg von der Brennstoffkammer
56 bewegbar.
Ventil 30 schließt auch eine Lufteinlass-Öffnung
66 in Verbindung mit der Brenner-Luftversorgungsleitung 46 ein.
Die Lufteinlass-Öffnung 66 liefert Luft zu dem Hohlraum 64 auf
einer Seite des Teiles 60 gegenüber der Brennstoffkammer 56. Die
zum Hohlraum 64 gelieferte Druckluft bewegt daher zusammen mit Feder
62 das bewegbare Ventilteil 60 in die geschlossene Position. Um
das Ventilteil 60 aus der geschlossenen Ventilposition zur offenen Ventilposition,
die in der 3 bzw. 4 gezeigt ist, zu bewegen,
überwindet der Brennstoffdruck in Kammer 56 die Vorspannung der Feder
62 und die Kraft, die aus der Druckluft in Hohlraum 64 über den
Lufteinlass 66 resultiert. Übersteigt der Brennstoffdruck die kombinierte
Vorspannung der Feder und des Luftdruckes, dann bewegt sich das Ventilteil
60 aus der geschlossenen Position der 3 in
die offene Positon der 4, was das Strömen von Brennstoff
durch den zentralen Durchgang 57 zu den Öffnungen 54 gestattet.
Durch Variieren des Druckes der Luft, die dem Hohlraum 64 zugeführt wird,
kann das Ventilteil 60 aus der geschlossenen Position zur offenen Position
verschoben werden, was vom Druck der dem Hohlraum 64 zugeführten Luft abhängt.
Ventil 30 kann bei verschiedenen Turbinen-Betriebsbedingungen geöffnet
bzw. geschlossen sein.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist es erwünscht, die Brennstoffströmung zu einem oder mehreren einer Gruppe von
Brennstoffdüsen 14 des dazugehörigen Brenners zu beenden, während die Brennstoffströmung
zu einer Gruppe eines oder mehrerer Düsen des gleichen Brenners aufrechterhalten
wird. Einer oder mehrere der Durchgänge 58, die Brennstoff zwischen Kammer
66 und Brennstoff Auslassdurchgang 54 für jedes Ventil strömen
lassen, kann geschlossen werden. In der Darstellung von 3
ist ein Durchgang 58 bei 70 verstopft. In der geschlossenen Ventilposition
wird Brennstoff daher von der Brennstoffkammer 56 über die Durchgänge
58 und 54 zu einer oder mehreren einer ersten Gruppe von Düsen
geliefert, die mit dem Brenner verbunden sind, und dies über Durchgänge
58, die offen sind. In der geschlossenen Ventilposition wird Brennstoff
von einer zweiten Gruppe von ein oder mehreren Düsen des gleichen Brenners über
Durchgang 58 abgeschnitten, der bzw. die verstopft sind. Es sollte auch
klar sein, dass die gleiche vorbestimmte Menge Brennstoff dem Ventil
30 zugeführt wird zur Verteilung zu den ausgewählten Brennstoffdüsen in
ähnlicher Weise, wie die gleiche Brennstoffmenge allen Brennstoffdüsen in der offenen
Position des Ventils, die in 4 gezeigt ist, zugeführt
wird. Durch Schließen eines oder mehrerer Durchgänge 58, z.B. durch Verstopfen
des bzw. der Durchgänge bei 70 und Schließen des Ventils 30, wird
ein höheres Brennstoff/Luft-Verhältnis für die Düsen bereitgestellt, denen Brennstoff
zugeführt wird, während der Brennstoff von einem oder mehreren der übrigen Düsen
abgeschnitten wird. Das höhere Brennstoff/Luft-Verhältnis verbessert natürlich die
Stabilität der Flamme.
Um das Brennstoff Regelsystem der vorliegenden Erfindung zu benutzen,
z.B. während des Startens oder des Betriebes bei geringer Last, bei denen die Flammen-Instabilität
ein Problem sein kann, wird Luft unter Druck dem Hohlraum 64 zugeführt,
die, zusammen mit der Feder, das Ventilteil 60 in eine geschlossene Ventilposition
verschiebt. In der geschlossenen Ventilposition wird Brennstoff aus Brennstoffkammer
66 über offene Durchgänge 68 und Auslassöffnungen 54
zu der ausgewählten Gruppe von Düsen geliefert. Brennstoff ist volständig abgeschnitten
von der anderen Gruppe von Düsen durch verstopfte Durchgänge 58. Das Brennstoff/Luft-Verhältnis
der ausgewählten Düsen während Niedriglastbetrieb oder Starten ist somit erhöht,
was eine erhöhte Stabilität der Flamme ermöglicht. Während des Betriebes bei höherer
Last oder Volllast wird die Luft unter Druck zur Zufuhr von Luft unter verringertem
Druck geregelt oder die Luftströmung zum Hohlraum 64 wird vollständig beendet.
Der Brennstoff unter Druck in Brennstoffkammer 66 verursacht somit eine
Verschiebung des Ventilteiles 60 weg von der Brennstoffkammer
56, was das Strömen von Brennstoff zu allen Düsen des Brenners über die
Durchgänge 64 durch den zentralen Durchgang 67 gestattet. Durch
Variieren des Luftströmungsdruckes zur Kammer 64 kann das Öffnen und Schließen
des Ventils 30 bei verschiedenen Betriebspunkten des Turbinenbetriebes,
wie erwünscht, bewerkstelligt werden.