| Dokumentenidentifikation |
DE60020385T2 10.11.2005 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001218671 |
| Titel |
VERFAHREN ZUM ZUFÜHREN EINES FESTSTOFFES IN EINEM REAKTIONSRAUM, WOBEI DER FESTSTOFF IM LAUFE DER REAKTION VERBRAUCHT WIRD |
| Anmelder |
Pyrox Oy, Hämeenlinna, FI |
| Erfinder |
HAAVISTO, Ilkka, FIN-13100 Hämeenlinna, FI |
| Vertreter |
Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80336 München |
| DE-Aktenzeichen |
60020385 |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE |
| Sprache des Dokument |
EN |
| EP-Anmeldetag |
24.08.2000 |
| EP-Aktenzeichen |
009565417 |
| WO-Anmeldetag |
24.08.2000 |
| PCT-Aktenzeichen |
PCT/FI00/00718 |
| WO-Veröffentlichungsnummer |
0001014796 |
| WO-Veröffentlichungsdatum |
01.03.2001 |
| EP-Offenlegungsdatum |
03.07.2002 |
| EP date of grant |
25.05.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
10.11.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
F23K 3/00
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| IPC-Nebenklasse |
B01J 4/00
C10J 3/00
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zuführen von Feststoffen
in einen Reaktionsraum, wie es in dem Oberbegriff von Anspruch 1 definiert ist,
wobei die Feststoffe während der Reaktion, die in dem Reaktionsraum stattfindet,
verbraucht werden.
In Prozessen wie beispielsweise jene, die durch US
4856438 und US 3921545 offenbart
sind, bei denen feste Stoffe während der Reaktion in nicht feste Stoffe umgewandelt
werden, basieren die Verfahren zum Zuführen von festen Stoffen stets auf der Verwendung
von Sensoren zum Messen von verschiedenen Variablen. Die Sensoren werden zum Messen
entweder von Prozessparametern oder jeglicher Variable, die in dem Prozess verbraucht
wird, verwendet, und das Zuführen von festen Stoffen in die Reaktion wird auf der
Grundlage von den Signalen gesteuert, die von dem Sensor ausgesendet werden. Solche
Variablen, die gemessen werden sollen, umfassen für gewöhnlich zum Beispiel den
Feststoffgehalt oder den Produktgehalt, die Prozesstemperatur oder den Oberflächenpegel
oder das Gewicht der Feststoffe.
Jedoch umfassen Steuerverfahren auf der Grundlage von Sensoren eine
Anzahl an Nachteilen. Steuerverfahren auf der Grundlage der Verwendung von Sensoren
umfassen immer eine bestimmte Verzögerung, die von dem betreffenden Prozess und
Sensor abhängt und in der Prozesssteuerung eine Schwankung verursacht. Somit liegt
zum Beispiel die Verzögerung von Sauerstoffsensoren zum Beobachten von Verbrennungsgasen
in dem Bereich von mehreren 10 Sekunden bis zu etwa 1 Minute, und es wird fortwährend
einen kleinen Zeitabstand zwischen den Prozessschritten und der Prozesssteuerung
geben. Die praktischen Unannehmlichkeiten, die durch diese Schwankung verursacht
werden, hängen von der Natur des Prozesses ab, der gesteuert werden soll. Bei chemischen
Prozessen neigt die Verwendung von Sensoren dazu, Probleme bei den Zersetzungsprozessen
von festen Stoffen, unter anderem Salz, und den Verbrennungsprozessen von Festbrennstoffen
zu erzeugen. Bei solchen Prozessen führen sogar kleine Zeitabstände zwischen der
Zuführrate der Feststoffe und der Reaktionsrate der festen Stoffe, die in dem Prozess
verbraucht werden, zu schwankenden Prozessparametern wie beispielsweise die Lösungskonzentration,
die Prozessproduktivität oder Emissionen. Insbesondere in dem Fall des Verbrennungsprozesses
von Festbrennstoffen neigt der gesamte Prozess dazu, zu schwanken, da Brennstoffe
in verschiedenen Stadien des Heizens des Brennstoffs auf verschiedene Weisen reagieren.
Das Problem wird insbesondere bei der Vergasung von Festbrennstoffen bei einem Feststoffbettprozess
hervorgehoben, da es in der Praxis unmöglich ist, den Brennstoffverbrauch durch
irgendein anderes Mittel als Sensoren auf der Grundlage der physikalischen Gestalt
der Brennstoffschicht zu messen. Da Festbrennstoffe ihre Gestalt für einige Zeit
ungeachtet den Reaktionen der Substanz beibehalten, neigt die Verwendung von Sensoren
auf der Grundlage der physikalischen Gestalt wie beispielsweise der Oberfläche dazu,
deutliche Zeitabstände zwischen der Brennstoffzuführrate und der Reaktionsrate nach
sich zu ziehen, was zu Schwankungen in dem gesamten Vergasungsprozess führt. Wenn
ein Gas als ein Motorbrennstoff verwendet wird, kann dies im Extremfall zu einem
Stehenbleiben des Motors führen, wenn sich der Wärmegehalt des Gases zu stark ändert.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Nachteile herkömmlicher
Verfahren zu beseitigen, bei denen feste Stoffe einem Reaktor zugeführt werden,
in dem diese Feststoffe während der Reaktion in nicht feste Substanzen umgewandelt
werden. Bei solchen Prozessen beeinträchtigen die Zeitabstände zwischen der Zuführrate
und der Reaktionsrate von Feststoffen in den meisten Fällen das Ergebnis des Prozesses,
und aus diesem Grund ist das Hauptziel der Erfindung, eine Schwankung durch ein
Vorsehen eines Verfahrens zum Zuführen von festen Stoffen zu beseitigen, bei dem
die Zuführrate der Feststoffe dauerhaft im Wesentlichen gleich der Reaktionsrate
der Feststoffe in dem Reaktor ist.
Das oben genannte Ziel wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 und
die Vorrichtung nach Anspruch 6, das in diesem Verfahren verwendet wird, erreicht.
In dem Verfahren der Erfindung werden Feststoffe in einen Reaktionsraum
geführt, wobei ein Verlassen der Feststoffe in Form von festen Substanzen verhindert
wird. Dem Reaktionsraum werden unter konstantem Zuführdruck, d.h. mit einem konstanten
Drehmoment, Feststoffe zugeführt, und somit übt das Zuführen einen konstanten Druck
auf die Wände des Reaktionsraums oder die Wände der Zuführleitung, die zu dem Reaktionsraum
führt, aus. Gleichzeitig wird der Reaktionsraum mit einer Substanz versorgt, die
mit den Feststoffen reagiert und zu der Umwandlung der Feststoffe in ein nicht festes
Reaktionsprodukt führt. Während der Reaktion verringert sich der Gegendruck, der
durch die Wände des Reaktionsraums oder die Wände der Zuführleitung, die zu dem
Reaktionsraum führt, auf die Feststoffe ausgeübt wird, aufgrund des Verbrauchs der
Feststoffe unter den Zuführdruck, und folglich werden die Feststoffe mit der gleichen
Rate in den Reaktionsraum getrieben, mit der sie während der Reaktion verbraucht
werden. Andererseits umfasst die Vorrichtung der Erfindung ein Mittel zum Zuführen
von Feststoffen und auch der Substanz, die mit den Feststoffen in dem Reaktionsraum
reagiert, und der Reaktionsraum umfasst ein Mittel, um zu Verhindern, dass die Feststoffe den
Raum als feste Substanzen verlassen. Die Zuführvorrichtung umfasst andererseits
eine Zuführeinrichtung und ein Mittel zum Konstanthalten des Zuführdrucks der Zuführeinrichtung.
Das Verfahren der Erfindung und die darin verwendete Vorrichtung erlauben
ein Beseitigen einer Schwankung in Prozessen, bei denen dem Reaktor feste Stoffe
zugeführt werden, in welchem die Feststoffe in nicht feste Reaktionsprodukte umgewandelt
werden. Dies wird durch das Verfahren der Erfindung zum Zuführen von Feststoffen
erreicht, bei dem Feststoffe gleichmäßig mit der gleichen Rate dem Reaktionsraum
zugeführt werden, mit der sie bei der Reaktion verbraucht werden. Dem Zuführverfahren
liegt die Tatsache zugrunde, dass, wenn die Feststoffe reagieren und somit verbraucht
werden, der Gegendruck, der durch die Wände des Reaktionsraums oder die Wände der
Zuführleitung auf die Feststoffe ausgeübt wird, fällt, wobei die permanent konstante
Zuführrate somit den Gegendruck überschreitet, so dass die Feststoffe automatisch
in den Reaktionsraum getrieben werden. Wenn die Zuführeinrichtung ein konstantes
Drehmoment aufweist, behält sie somit die konstante Menge an reagierenden Feststoffen
in dem Reaktionsraum bei. Egal, ob die Reaktionsrate hoch oder niedrig ist, der
Kontakt mit den Feststoffen und die Substanzen, die mit diesen reagieren, werden
konstant bleiben, und es wird keine Schwankung bei dem Zeitabstand zwischen der
Feststoffzuführrate und der Reaktionsrate auftreten, die den Reaktionswirkungsgrad
beeinträchtigen würde.
Die Zuführung von Feststoffen wird vorzugsweise mittels einer hydraulischen
Einrichtung durchgeführt, die den Druck einer hydraulischen Flüssigkeit verwendet,
wie beispielsweise ein hydraulischer Motor oder ein hydraulischer Zylinder. Das
Verfahren ist besonders gut auf die Steuerung eines Vergasungsprozesses anwendbar,
in dem die feste Substanz, die verbrannt werden soll, ein Festbrennstoff ist, so
wie beispielsweise Biomasse, und die Substanz, die damit reagiert, Luft oder Sauerstoff
ist.
Die Erfindung wird nachfolgend in Bezug auf die begleitende Zeichnung
detaillierter beschrieben.
1 ist eine schematische Schnittansicht
einer Vorrichtung, die in dem Verbrennungsprozess eines Festbrennstoffs verwendet
wird.
1 zeigt, wie der Verbrennungsprozess
eines Festbrennstoffs unter Verwendung des Zuführverfahrens der Erfindung implementiert
wird. In der erläuterten Vorrichtung 1 zum Verarbeiten von Festbrennstoffen
fällt der Festbrennstoff 8 von dem Feststoffsilo 7 in die Zuführleitung
9, von wo er mit einer Förderschnecke 3 in die Verbrennungskammer
2 gebracht wird. Der Reaktionsraum, d.h. in diesem Fall die Verbrennungskammer,
ist sonst mit Ausnahme der Nebenöffnungen 5 in seinem oberen Teil, durch
die Verbrennungsgase, die bei der Verbrennungsreaktion erzeugt werden, entweichen
können, geschlossen. Diese Öffnungen sollten dann klein genug sein um zu verhindern,
dass Brennstoff ausläuft. Der Brennstoff wird mittels einer Förderschnecke
3 in die Verbrennungskammer eingeführt. Die Förderschnecke wird durch einen
Hydraulikmotor 4 angetrieben, der ein konstantes Drehmoment F1 erzeugt.
Die Verbrennungskammer wird über eine Zuführleitung 9 mittels der Förderschnecke
mit Biomasse versorgt bzw. über die Luftzuführleitung mit Luft 6, so dass
die Feststoffe aus der Verbrennungskammer nur in der Form von Brenngasen durch die
Öffnungen 5 entweichen können. Während der Verbrennung vergast der Festbrennstoff
8, und der Gegendruck F, der durch die Kammerwände auf den Brennstoff ausgeübt
wird, fällt unter das Drehmoment F1 der Förderschnecke, und dann führt die Förderschnecke
der Verbrennungskammer zusätzlichen Brennstoff zu.
Der Verbrennungsprozess von Festbrennstoff wurde oben beschrieben.
Ein ähnliches Verfahren ist auf Reaktionen zwischen Feststoffen und der flüssigen
Phase anwendbar, zum Beispiel auf das Auflösen von Streusalz. Der Reaktionsraum
wird mit Wasser und Calciumchlorid versorgt. Wenn die Calciumchloridkristalle in
dem Reaktionsraum in Wasser aufgelöst werden, treibt die Zuführvorrichtung zusätzliches
Salz in die Reaktionskammer hinein, und es wird keine Änderung der Konzentration
der hergestellten Lösung, die durch einen Mangel an Salz verursacht wird, geben.
Oben wurde nur eine Anzahl an Ausführungsformen der Erfindung beschrieben,
jedoch ist es für Fachleute offensichtlich, dass die Erfindung unter Verwendung
von verschiedenen anderen optionalen Verfahren und Vorrichtungsanordnungen innerhalb
des Schutzumfangs der Ansprüche implementiert werden kann. Somit kann zum Beispiel
eine Schneckenförderung durch einen Kolben ersetzt werden, der mit einem Hydraulikzylinder
bewegt wird.
In seiner einfachsten Ausführungsform kann das Mittel, das verhindert,
dass die Feststoffe den Reaktionsraum verlassen, auf der niedrigen Viskosität des
Brennstoffs basieren, wie in der Ausführungsform von Beispiel 1. Die Feststoffe
können auch durch andere Mittel, wie beispielsweise eine Maschenstruktur, die an
den Wänden des Reaktionsraums vorgesehen ist, daran gehindert werden, den Reaktionsraum
zu verlassen.
Der Druck, der durch die Feststoffe erzeugt wird, kann auf die Wände
des Reaktionsraums ausgeübt werden, wie in dem Beispiel in 1.
Optional kann eine Verengung in der Zuführleitung in der Nähe des Mundes, der zu
dem Reaktionsraum führt, vorgesehen sein, wobei die Feststoffe
nur mit der gleichen Rate, mit der sie während der Reaktion verbraucht werden, durch
die Verengung in den Reaktionsraum geführt werden.
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zum Zuführen von Feststoffen (8) in einen Reaktionsraum,
(2), zum Versorgen des gleichen Reaktionsraums (2) mit einer Substanz
(6) und um die Feststoffe (8) und die Substanz (6) in
dem Reaktionsraum (2) zur Reaktion zu bringen, wobei in dem Verfahren Feststoffe
daran gehindert werden, den Reaktionsraum (2) als feste Substanzen zu verlassen,
und wobei die Feststoffe in nicht feste Reaktionsprodukte verwandelt werden,
dadurch gekennzeichnet,dass
– die Feststoffe (8) unter einem konstanten Zuführdruck dem Reaktionsraum
(2) so zugeführt werden, dass die Zuführung einen konstanten Druck (F1)
auf die Wände des Reaktionsraums (2) ausübt,
– die Substanz (6) angeordnet wird, um mit den zugeführten Feststoffen
(8) so zu reagieren, dass sich der Gegendruck (F), der durch die Wände
des Reaktionsraums (2) auf die zugeführten Feststoffe ausgeübt wird, verringern
wird,
– die Reaktion zwischen den Feststoffen (8) und der Substanz (6)
ein automatisches Hineintreiben der Feststoffe (8) in den Reaktionsraum
verursacht.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine konstante
Menge an reagierenden Feststoffen (8) in dem Reaktionsraum gehalten wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Substanz (6), die mit den Feststoffen reagiert, ein Gas oder eine Flüssigkeit
ist.
- Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststoffe
(8) ein Festbrennstoff sind und die Substanz (6), die mit ihnen
reagiert, Luft, Wasserdampf oder Sauerstoff ist.
- Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststoffe
(8) ein Salz sind und die Substanz (6), die mit ihnen reagiert,
ein Gas oder eine Flüssigkeit ist.
- Feststoffverarbeitungsvorrichtung (1), die in dem Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 5 verwendet wird, wobei die Vorrichtung (1)
aufweist
– einen Reaktionsraum (2), der ein Mittel (5) aufweist,
um zu verhindern, dass die Feststoffe (8) den Reaktionsraum in Form von
festen Substanzen verlassen, und
– ein Mittel zum Zuführen einer Substanz (6) in den Reaktionsraum
(2),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zuführmittel eine Zuführvorrichtung mit einer Zuführeinrichtung (3)
umfasst, die einen konstanten Zuführdruck (F1) erzeugt und ein konstantes Drehmoment
aufweist.
- Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführeinrichtung (3) ein Kolben oder eine Schnecke ist.
- Vorrichtung (1) nach den Ansprüchen 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuführvorrichtung unter dem Druck einer Hydraulikflüssigkeit betrieben
wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen
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