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Dokumentenidentifikation EP1300198 10.11.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001300198
Titel Scheibensieb
Anmelder Hammel Recyclingtechnik GmbH, 36433 Bad Salzungen, DE
Erfinder Hammel, Norbert, 36433 Bad Salzungen, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Böck - Tappe - Kirschner, 35390 Gießen
DE-Aktenzeichen 50204450
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 04.09.2002
EP-Aktenzeichen 020196903
EP-Offenlegungsdatum 09.04.2003
EP date of grant 05.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse B07B 1/15

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Scheibensieb mit mindestens zwei im Wesentlichen achsparallelen, motorisch angetriebenen Siebwellen mit auf diesen befindlichen, auf der jeweiligen Siebwelle radial abstehenden Siebscheiben, wobei jede der Siebscheiben einer Siebwelle in eine Lücke zwischen zwei auf einer benachbarten Siebwelle vorgesehenen Siebscheiben eingreift, insbesondere zum Aussieben von Siebgut sehr unterschiedlicher Körnung wie Bauschutt, Müll, Holzabfälle oder dergleichen.

Scheibensiebe dieser Art sind in der Regel großflächig bemessen und vor allem zum Sortieren gröberer Körnungen vorgesehen, wie sie beispielsweise bei der Aufbereitung von Bauschutt jeglicher Art anfallen. Ein solches Scheibensieb besteht zumeist aus mehreren, gegebenenfalls in Gruppen gleicher Drehzahl zusammengefaßten Siebwellen und wird von einer Seite aus mit dem Siebgut beschickt; alle nicht durch das Scheibensieb passierenden, größeren Stücke werden auf der gegenüberliegenden Seite abgeworfen.

Für einen sicheren Betrieb eines solchen Scheibensiebes ist die Ausformung der Siebscheiben von entscheidender Bedeutung, weil angesichts des Siebgutes, mit dem diese Scheibensiebe üblicherweise beschickt werden, stets die Gefahr besteht, dass einzelne Stücke zwischen den Siebscheiben der gleichen oder verschiedener Siebwellen verklemmen, so dass einzelne Siebscheiben teilweise oder ganz abgerissen werden oder jedenfalls zumindest Betriebsstörungen durch Verstopfung der Siebwege eintreten können. Solche den Siebvorgang beeinträchtigende oder völlig unterbrechende Störungen können auch dadurch ausgelöst werden, dass bandförmig-biegsame Stücke, beispielsweise aus Kunststoff, auf die Siebwellen aufgewickelt werden.

Man hat deshalb bereits versucht, Schäden der beschriebenen Art durch spezielle Ausformungen der Siebscheiben entgegenzuwirken, die, als Vieleckscheiben ausgebildet, ein Verklemmen des Siebgutes vermeiden und stattdessen die dazu neigenden Siebstücke entweder brechen oder ihren Einzug in den Siebbereich verhindern sollen. Sie können dazu noch mit an den Siebscheiben seitlich vorgesehenen Räumstücken versehen oder teilweise aufgebogen ausgeführt sein. Auch sternförmige Ausführungen der Siebscheiben dienen dem gleichen Zweck. Gleichwohl konnten damit die oben beschriebenen Nachteile derartiger Scheibensiebe nur begrenzt beseitigt werden.

Die Erfindung hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, ein Scheibensieb der eingangs näher bezeichneten Art so auszubilden, dass diese Mängel möglichst vollständig abgestellt werden und ein kontinuierlicher, über lange Betriebsphasen ungestörter Arbeitsablauf stattfindet und Beschädigungen insbesondere der Siebscheiben weitgehend ausgeschlossen werden können.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Siebscheiben jeweils in Achsrichtung der Siebwellen aus der Scheibenebene, zum Beispiel wellen-, wendel-, fächer- oder schiffsschraubenförmig, ausgestellt und dabei so geformt sind, dass zwischen den ineinandergreifenden, benachbarten Siebscheiben zweier Siebwellen während des Betriebes Taschen vorgegebenen Volumens ausgebildet werden, deren Querschnitt in Siebrichtung die Korngröße des Siebgutes im wesentlichen bestimmt.

Auf diese Weise können das erfindungsgemäße Scheibensieb in Siebrichtung nur solche Partikel passieren, die in den Taschen Platz finden, größere Stücke hingegen verbleiben auf der Oberfläche des Scheibensiebes und werden von den Taschen nicht aufgenommen, so dass die Siebscheiben auch nicht verklemmen und beschädigt oder zerstört werden können.

Die Siebscheiben können so aus der Ebene verformt sein, dass die Scheibenflächen von stetig gekrümmten Flächen höherer Ordnung gebildet werden; zur Vereinfachung ihrer Herstellung ist es dabei vorteilhaft, wenn diese Siebscheiben aus ebenen oder nur leicht gekrümmten Scheibensegmenten zusammengesetzt sind, welche annähernd stetig gekrümmte Flächen höherer Ordnung oder trapez- oder fächerförmige Flächen ausbilden und auf diese Weise eine streng mathematische Fläche annähern. Die hierbei erforderlichen Übergänge zwischen den Scheibensegmenten können gerundet oder kantig ausgebildet sein. Die auf diese Weise ineinander greifenden Siebscheiben können dabei ohne weiteres so gestaltet werden, dass Stücke des Siebgutes, welche die Taschen nicht aufnehmen können, auf der Oberfläche des Scheibensiebes verbleiben.

In der Regel werden die Siebwellen drehzahlsynchron angetrieben, jedoch sind auch Ausführungen möglich, bei denen die Siebwellen mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden. Gleiche Siebwellen und gleiche Siebscheiben vorausgesetzt, kann auf diese Weise die auszusiebende Körnung verändert werden, weil die Aufnahme des Siebgutes in die Taschen auch von dem Gewicht der einfallenden Partikel abhängt. Benachbarte, mit ihren Siebscheiben ineinandergreifende Siebwellen allerdings werden mit gleicher Drehzahl angetrieben; es können aber Gruppen von Siebwellen gebildet werden, deren untereinander gleiche Drehzahlen von Gruppe zu Gruppe differieren. Auf diese Weise ist die gleichzeitige Ausbringung unterschiedlicher Körnungen möglich.

Es ist zweckmäßig, wenn das Scheibensieb eine Aufgabeseite für das Siebgut aufweist und darüber hinaus so orientiert ist, dass durch die Bewegung der Siebwellen das Siebgut über das Scheibensieb hinweg zu einer Abwurfseite für das die gewünschte Korngröße überschreitende, restierende Siebgut bewegt wird. Am besten ist es dann, wenn die Drehzahl der Siebwellen zu der Abwurfseite hin zunimmt, um das Siebgut aufzumischen und kleinere Teile nach unten zu führen und abzutransportieren. Hierdurch wird die Absiebung verbessert.

Insgesamt bietet das erfindungsgemäße Scheibensieb deshalb, über die eigentliche Aufgabenstellung hinausgehend, viele weitere Vorteile, ohne dass dabei eine betriebssichere Arbeitsweise aufgegeben werden und Beschädigungen des Scheibensiebes in Kauf genommen werden müssten. Ein Scheibensieb nach der Erfindung ist einerseits bequem herstellbar, andererseits nicht auf eine Anwendung beim Sortieren und Absieben von Bauschutt beschränkt, sondern auch anderweitig einsetzbar, insbesondere in der Mülltrennung.

Nachfolgend wird an Hand der Zeichnung die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen

  • Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Scheibensieb,
  • Fig. 2 eine Siebwelle entsprechend Fig. 1 und
  • Fig. 3 - 5 verschieden gestaltete Siebscheiben,

Ein Scheibensieb nach der Erfindung besteht gemäß Fig. 1 aus einer Gruppe von mehreren achsparallelen, synchronisiert angetriebenen Siebwellen 1, auf denen jeweils Siebscheiben 2 angeordnet sind. Die Siebwellen 1 sind so voneinander beabstandet, dass die Siebscheiben 2 jeweils in den Bereich der Siebscheiben 2 der unmittelbar benachbarten Siebwellen 1 ragen, jedoch stets in eine Lücke L (Fig. 2) zwischen zwei auf der gleichen Siebwelle 1 benachbarten Siebscheiben 2. Das Scheibensieb bildet auf diese Weise mit den äußeren Rändern 21 seiner Siebscheiben 2 eine mit Unterbrechungen behaftete Oberfläche O aus, auf welcher auf diese aufgebrachtes Siebgut durch die beständig drehenden Siebwellen 1 bewegt, gerüttelt und in verschiedene Körnungen getrennt wird. Alle nicht das Scheibensieb passierenden Partikel des Siebgutes überlaufen das Scheibensieb von dessen der Beladung dienenden Aufgabeseite B bis zu seiner Abwurfseite A. Es können mehrere Gruppen von Siebwellen 1 hintereinander angeordnet sein, um beispielsweise unterschiedliche Körnungen aus dem Siebgut auszusieben.

In der Fig. 2 ist zu erkennen, wie die auf den Siebwellen 1 befindlichen Siebscheiben 2 beschaffen und voneinander beabstandet sind. Sie bilden eine aus einer mittleren, auf der Achse der Siebwelle 1 senkrecht stehenden Ebene herausgefaltete, kontinuierlich-flächige Konfiguration, die so ausgeführt ist, dass die Ränder 21 (Fig. 1) fast bis an die benachbarte Siebwelle 1 heranreichen, und gleichwohl dabei (Fig. 1) Taschen T relativ konstanten Volumens und etwa gleichen 'Strömungs-'Querschnittes ausbilden, welche die Größe der durch das Scheibensieb fallenden Partikel bestimmen. In der Fig. 2 sind die Siebscheiben 2 als kontinuierlich gebogenen Flächenstücke ausgeführt; sie können aber auch, eine solche Fläche annähernd, gestückelt werden.

Eine Siebscheibe 2 dieser Art ist in der Fig. 3 einzeln und vergrößert dargestellt. Deutlich zu erkennen sind hier gerade, radial gerichtete Faltkanten 22, die eine scharfe Begrenzung der Taschen T zur Folge haben. Eine stärker gerundete Ausführung zeigt Fig.4, während eine trapezförmige Abfaltung wie in Fig. 5 einer Stückelung der Siebscheibe 2 aus relativ ebenen Scheibensegmenten 23 entgegenkommt.

Bezugszeichenliste

1
Siebwelle
2
Siebscheibe
21
Rand
22
Faltkante
23
Scheibensegment
A
Abwurfseite
B
Aufgabeseite
L
Lücke
O
Oberfläche
T
Tasche


Anspruch[de]
  1. Scheibensieb mit mindestens zwei im Wesentlichen achsparallelen, motorisch angetriebenen Siebwellen (1) mit auf diesen befindlichen, auf der jeweiligen Siebwelle (1) radial abstehenden Siebscheiben (2), wobei jede der Siebscheiben (2) einer Siebwelle (1) in eine Lücke (L) zwischen zwei auf einer benachbarten Siebwelle (1) vorgesehenen Siebscheiben (2) eingreift, insbesondere zum Aussieben von Siebgut sehr unterschiedlicher Körnung wie Bauschutt, Müll, Holzabfälle oder dergleichen,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Siebscheiben (2) jeweils in Achsrichtung der Siebwellen (1) aus der Scheibenebene, zum Beispiel wellen-, wendel-, fächer- oder schiffsschraubenförmig, ausgestellt und dabei so geformt sind, dass zwischen den ineinandergreifenden, benachbarten Siebscheiben (2) zweier Siebwellen (1) Taschen (T) vorgegebenen Volumens ausgebildet sind, deren Querschnitt in Siebrichtung die Korngröße des Siebgutes im Wesentlichen bestimmt.
  2. Scheibensieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebscheiben (2) so aus der Ebene verformt sind, dass die Scheibenflächen von stetig gekrümmten Flächen höherer Ordnung gebildet werden.
  3. Scheibensieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebscheiben (2) aus ebenen oder nur leicht gekrümmten Scheibensegmenten (23) zusammengesetzt sind, welche annähernd stetig gekrümmte Flächen höherer Ordnung oder trapez- oder fächerförmige Flächen ausbilden.
  4. Scheibensieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergänge zwischen den Scheibensegmenten (23) gerundet oder kantig ausgebildet sind.
  5. Scheibensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebwellen (1) drehzahlsynchron angetrieben werden.
  6. Scheibensieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebwellen (1) mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden.
  7. Scheibensieb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Aufgabeseite (B) für das Siebgut aufweist und darüber hinaus so orientiert ist, dass durch die Bewegung der Siebwellen (1) und/oder die Schwerkraft das Siebgut über das Scheibensieb hinweg zu einer Abwurfseite (A) für das die gewünschte Korngröße überschreitende, restierende Siebgut bewegt wird.
  8. Scheibensieb nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Siebwellen (1) zu der Abwurfseite (A) hin zunimmt.
  9. Scheibensieb nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere benachbarte Siebwellen (1) mit gleicher Drehzahl angetrieben werden.






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