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Dokumentenidentifikation EP1376809 10.11.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001376809
Titel Abschnitt einer Hochspannungsanlage mit Kühlmitteln
Anmelder ABB Schweiz AG, Baden, CH
Erfinder Kuebler, Guenter, 8125 Zollikerberg, CH;
Parneix, Sacha, 68100 Mulhouse, FR;
Malfa, Enrico, 24050 Zanica (BG), IT;
Wilfert, Günter, 83626 Valley, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59813093
Vertragsstaaten CH, DE, FR, LI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 24.12.1998
EP-Aktenzeichen 030198287
EP-Offenlegungsdatum 02.01.2004
EP date of grant 05.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.2005
IPC-Hauptklasse H02G 5/10

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Diese Anmeldung ist eine Teilanmeldung zur Europäischen Patentanmeldung EP 1 022 830 A1, deren gesamter Offenbarungsgehalt im vollumfänglichen Wortlaut hiermit durch Bezugnahme als Bestandteil der Beschreibung aufgeführt gilt.

Die Erfindung bezieht sich auf einen Abschnitt einer elektrischen Hochspannungsanlage nach dem Oberbegriff von Anspruch 1. Diese Anlage ist zum Übertragen grosser elektrischer Leistung im Mega- bis Gigawattbereich geeignet. Die hierbei auftretenden Ströme bzw. Spannungen liegen im kA- bzw. kV-Bereich. Eine typische Anlage umfasst mehrphasige Generatorableitungen, in denen in den einzelnen Phasen Betriebsströme zwischen 5 und 30 kA und Betriebsspannungen von beispielsweise 15 oder 21 kV auftreten. Eine solche Hochspannungsanlage weist Abschnitte auf, in denen infolge von verhältnismässig grossen Stromverlusten eine starke Erwärmung auftritt. Einer erheblichen Erwärmung sind Abschnitte ausgesetzt, in denen der Strom durch einen Kontaktübergang, etwa eine Schaltstelle, geführt wird. Solche Schaltstellen sind im allgemeinen Generatorschalter.

STAND DER TECHNIK

Generatorschalter werden üblicherweise über natürliche Konvektion und Strahlung gekühlt. Sind solche Schalter ungekapselt ausgeführt, so wird die Verlustleistung des Stromleiters in Form von Wärme auf einen die Kontaktanordnung des Schalters enthaltenden Löschkammerisolator mit vertikal geführten Kühlrippen übertragen. Die vom Löschkammerisolator aufgenommene Wärme wird durch Konvektion und Strahlung an die Umgebung abgegeben. Solche Generatorschalter werden von der Firma ABB High Voltage Technologies Ltd. Zürich/Switzerland mit der Typenbezeichnung HEI 1 ... HEI 5 vertrieben. Darüber hinaus vertreibt die vorgenannte Firma mit der Typenbezeichnung HEC3/HEC4 auch Generatorschalter, bei denen der Stromleiter und der Löschkammerisolator in einem mit Isoliergas, insbesondere mit Luft, gefüllten Gehäuse angeordnet sind. Die im Stromleiter gebildete und überwiegend an den Löschkammerisolator geführte Wärme wird dann über natürliche Konvektion und Strahlung an das Gehäuse abgegeben. Die Wärmeabgabe erfolgt dabei durch die sich einstellenden Temperaturunterschiede zwischen Stromleiter bzw. Löschkammerisolator und Gehäuse. Die vom Gehäuse aufgenommene Wärme wird über natürliche Konvektion und Strahlung an die Umgebung aufgrund des Temperaturunterschiedes zwischen Gehäuse und Umgebung abgeführt. Der Wärmefluss in einem solchen System stellt sich von selbst ein, ist hauptsächlich von geometrischen Abmessungen, verwendeten Materialien und Oberflächenkonfigurationen abhängig und wird durch die Mechanismen der Wärmeabgabe limitiert. Ist der Generatorschalter dreiphasig ausgebildet, wobei die drei Phasen nebeneinander angeordnet sind, so weist das Gehäuse der in der Mitte angeordneten Phase immer die höchsten Temperaturen auf, da die Seitenwände keine Strahlungsenergie abgeben können, und muss dann besonders intensiv gekühlt werden.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Es stellt sich deshalb die Aufgabe, einen Abschnitt für eine Hochspannungsanlage der eingangs genannten Art mit Kühlmitteln zu versehen, die möglichst einfach aufgebaut ist und dennoch eine erhebliche Erhöhung des Anlagenstroms ermöglicht, ohne dass die geometrischen Abmessungen der Anlage verändert werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.

Die Erfindung besteht in einem Abschnitt einer elektrischen Hochspannungsanlage, insbesondere eines Generatorschalters, mit mindestens drei jeweils einen Stromleiter aufnehmenden Gehäusen, welche an Gehäuseseitenwänden nebeneinander angeordnet sind, wobei die Gehäuse unter Bildung vertikal ausgerichteter Kanäle mit Abstand voneinander angeordnet sind, wobei ferner in mindestens einem der Kanäle eine parallel zu den begrenzenden Seitenwänden der benachbarten Gehäuse geführte erste Zwischenwand angeordnet ist.

Erfindungsgemäss ist also in mindestens einem der Kanäle parallel zu den begrenzenden Seitenwänden dieses Kanals eine Zwischenwand angeordnet. Diese Zwischenwand nimmt von den den Kanal begrenzenden Seitenwänden Strahlungsenergie auf, welche dann infolge der Kaminwirkung aus dem Kanal entfernt werden kann.

Diese Kaminwirkung kann durch eine oder mehrere ausserhalb der Gehäuse angebrachte Strömungsquelle (n) unterstützt werden.

Die Zwischenwand verringert den Volumenstrom und damit die Leistung der aussenliegenden Strömungsquellen. Der Kanal sollte eine solche Breite aufweisen, dass der durch den Kanal geführte Volumenstrom mit oder ohne Zwischenwand nicht gestört und die ihn bildende Luft nicht zu stark aufgeheizt wird.

Eine besonders gute Wärmeabgabe der Zwischenwand an den infolge Konvektion und/oder der zusätzlichen Strömungsquellen aufsteigenden Luftstrom wird durch in die Zwischenwand eingeformte oberflächenvergrössernde Mittel erreicht. Solche Mittel können vertikal geführte Wellen und/oder Längsrippen umfassen, können aber auch eine parallel zur Zwischenwand geführte weitere Zwischenwand umfassen, welche in besonders vorteilhafter Weise mit der Zwischenwand durch vertikal geführte Längsrippen verbunden sein kann.

Die Erfindung hat auch die mindestens eine Zwischenwand selber und eine dreiphasig ausgebildete elektrische Hochspannungsanlage umfassend einen Anlagenabschnitt mit mindestens einer erfindungsgemässen Zwischenwand zum Gegenstand.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Weitere Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen

Fig. 1 und 2
jeweils eine Aufsicht auf einen quer zu den Stromleitern geführten Schnitt durch zwei erfindungsgemäss ausgeführte Abschnitte einer dreiphasig ausgebildeten Hochspannungsanlage; und
Fig. 3 bis 5
jeweils eine Draufsicht auf den Anlagenabschnitt nach Fig. 1.

WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG

In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende Teile.

Typischerweise führt der Stromleiter 3 Betriebsströme von 5 bis 30 kA bei Betriebsspannungen von 10 bis 36 kV. Infolge ohmscher Verluste, welche insbesondere an Kontaktübergängen beträchtlich sein können, erwärmt sich der Stromleiter 3 erheblich. Die im Stromleiter gebildete Wärme wird über natürliche Konvektion und Strahlung an das Gehäuse 1S abgegeben.

In dem in Figuren 1 und 2 dargestellten Anlagenabschnitt sind die den einzelnen Phasen zugeordneten Gehäuse 1R, 1S und 1T unter Bildung vertikal ausgerichteter Kanäle RS und ST mit Abstand zueinander angeordnet. Im mittleren der drei Gehäuse 1S können mit Vorteil in den beiden Figuren 1 und 2 nicht dargestellte Gebläse angeordnet sein. Die an die Gehäuseseitenwände 8 und 9 des Gehäuses 1S geführte Wärme wird durch die Kaminwirkung der Kanäle RS und ST weggeführt. Zusätzlich kann eine parallel zu den begrenzenden Seitenwänden 9 und 8 der benachbarten Gehäuse 1R und 1S bzw. 1S und 1T geführte Zwischenwand Z im Kanal RS bzw. ST angeordnet sein. In dieser Zwischenwand werden keine Verluste erzeugt und kann sich so ein Temperaturunterschied zwischen der Gehäuseseitenwand 9 bzw. 8 oder 9 bzw. 8 und der Zwischenwand Z einstellen. Somit kann von den Gehäuseseitenwänden 8 bzw. 9 an die Zwischenwand Z Strahlungsenergie abgegeben werden. Die durch die Strahlungsenergie erwärmte Zwischenwand wird durch freie Konvektion der Umgebungsluft gekühlt. Die zusätzliche Wärmeabfuhr beträgt bis zu ca. 10 % der Gesamtverlustwärme, wenn die Zwischenwand Z - wie Fig. 1 entnommen werden kann - in der Mitte zwischen beiden Gehäuseseitenwänden 9 und 8 angeordnet und lediglich glatt ausgebildet ist. Die Zwischenwand ist mit Vorteil thermisch leitend mit dem Gehäuse, z. B. 1S verbunden oder ist sogar integraler Bestandteil des Gehäuses.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, kann in einer weiteren Ausführungsform des Anlagenabschnitts nach der Erfindung parallel zur Zwischenwand Z eine weitere Zwischenwand Z' angeordnet sein. Bei dieser Ausführungsform wird die Wärmeabgabe an die Konvektionsströmung zusätzlich erhöht. Um eine noch bessere Wärmeabgabe zu erzielen, sollten die beiden Zwischenwände durch vertikal geführte Längsrippen verbunden sein.

In den aus den Figuren 3 bis 5 entnehmbaren Ausführungsformen weist die Zwischenwand oberflächenvergrössernde Mittel auf, durch welche die Wärmeabgabe an die natürliche Konvektionsströmung zusätzlich verbessert wird. Solche Mittel umfassen mit Vorteil eine Zwischenwand Z mit gewellter Struktur. Die Struktur bildet vertikal geführte Abzugskanäle für die Konvektionsströmung und enthält Wellen, welche eng (Fig. 3) oder weit (Fig. 4) ausgebildet sein können, oder Längsrippen (Fig. 5). Um die freie Konvektionsströmung nicht zu behindern, sollten die Gehäuse 1R und 1S bzw. 1S und 1T einen Mindestabstand voneinander aufweisen.

Zusätzlich kann die Wärmeabgabe durch eine durch die Kanäle RS bzw. ST forciert geführte Strömung verbessert werden. Zu diesem Zweck kann ein oder können zwei oder auch mehr diese forcierte Strömung erzeugendes Aussengebläse bzw. erzeugende Aussengebläse vorgesehen sein. Ein solches Aussengebläse ist in Fig. 1 symbolisch als Pfeil dargestellt und mit dem Bezugszeichen G versehen.

BEZUGSZEICHENLISTE

1R, 1S 1T
Gehäuse
3
Stromleiter
8, 9
Gehäuseseitenwände
G
Aussengebläse
R, S, T
Phasen
RS, ST
Kanäle
Z, Z'
Zwischenwände


Anspruch[de]
  1. Abschnitt einer elektrischen Hochspannungsanlage, insbesondere eines Generatorschalters, mit mindestens drei jeweils einen Stromleiter (3) aufnehmenden Gehäusen (1R, 1S 1T), welche an Gehäuseseitenwänden (8, 9) nebeneinander angeordnet sind, wobei die Gehäuse (1R, 1S 1T) unter Bildung vertikal ausgerichteter Kanäle (RS, ST) mit Abstand voneinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem der Kanäle (RS, ST) eine parallel zu den begrenzenden Seitenwänden (9, 8) der benachbarten Gehäuse (1R, 1S) geführte erste Zwischenwand (Z) angeordnet ist.
  2. Anlagenabschnitt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Zwischenwand (Z) oberflächenvergrössernde Mittel aufweist.
  3. Anlagenabschnitt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die oberflächenvergrössernden Mittel vertikal geführte Wellen und/oder Längsrippen umfassen.
  4. Anlagenabschnitt nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem mindestens einen Kanal (RS, ST) eine parallel zur ersten Zwischenwand (Z) geführte zweite Zwischenwand (Z') angeordnet ist.
  5. Anlagenabschnitt nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Zwischenwand (Z, Z') durch vertikal geführte Längsrippen verbunden sind.
  6. Anlagenabschnitt nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Erzeugung einer Gasströmung in den Kanälen (RS, ST) dienende Strömungsquelle (G) vorgesehen ist.
  7. Anlagenabschnitt nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (RS, ST) eine solche Breite aufweist, dass der durch den Kanal (RS, ST) geführte Volumenstrom mit der Zwischenwand (Z, Z') nicht gestört und die ihn bildende Luft nicht zu stark aufgeheizt wird.
  8. Anlagenabschnitt nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zwischenwand (Z) keine Verluste erzeugt werden, so dass sich ein Temperaturunterschied zwischen der Gehäuseseitenwand (8, 9) und der Zwischenwand (Z) einstellt.
  9. Zwischenwand (Z, Z') für einen Anlagenabschnitt gemäss einem der vorangehenden Ansprüche.
  10. Dreiphasig ausgebildete elektrische Hochspannungsanlage,gekennzeichnet durch einen Anlagenabschnitt gemäss einem der Ansprüche 1-8.






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