TECHNISCHES GEBIET
Diese Anmeldung ist eine Teilanmeldung zur Europäischen Patentanmeldung
EP 1 022 830 A1, deren gesamter Offenbarungsgehalt im vollumfänglichen Wortlaut
hiermit durch Bezugnahme als Bestandteil der Beschreibung aufgeführt gilt.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Abschnitt einer elektrischen
Hochspannungsanlage nach dem Oberbegriff von Anspruch 1. Diese Anlage ist zum Übertragen
grosser elektrischer Leistung im Mega- bis Gigawattbereich geeignet. Die hierbei
auftretenden Ströme bzw. Spannungen liegen im kA- bzw. kV-Bereich. Eine typische
Anlage umfasst mehrphasige Generatorableitungen, in denen in den einzelnen Phasen
Betriebsströme zwischen 5 und 30 kA und Betriebsspannungen von beispielsweise 15
oder 21 kV auftreten. Eine solche Hochspannungsanlage weist Abschnitte auf, in denen
infolge von verhältnismässig grossen Stromverlusten eine starke Erwärmung auftritt.
Einer erheblichen Erwärmung sind Abschnitte ausgesetzt, in denen der Strom durch
einen Kontaktübergang, etwa eine Schaltstelle, geführt wird. Solche Schaltstellen
sind im allgemeinen Generatorschalter.
STAND DER TECHNIK
Generatorschalter werden üblicherweise über natürliche Konvektion
und Strahlung gekühlt. Sind solche Schalter ungekapselt ausgeführt, so wird die
Verlustleistung des Stromleiters in Form von Wärme auf einen die Kontaktanordnung
des Schalters enthaltenden Löschkammerisolator mit vertikal geführten Kühlrippen
übertragen. Die vom Löschkammerisolator aufgenommene Wärme wird durch Konvektion
und Strahlung an die Umgebung abgegeben. Solche Generatorschalter werden von der
Firma ABB High Voltage Technologies Ltd. Zürich/Switzerland mit der Typenbezeichnung
HEI 1 ... HEI 5 vertrieben. Darüber hinaus vertreibt die vorgenannte Firma mit der
Typenbezeichnung HEC3/HEC4 auch Generatorschalter, bei denen der Stromleiter und
der Löschkammerisolator in einem mit Isoliergas, insbesondere mit Luft, gefüllten
Gehäuse angeordnet sind. Die im Stromleiter gebildete und überwiegend an den Löschkammerisolator
geführte Wärme wird dann über natürliche Konvektion und Strahlung an das Gehäuse
abgegeben. Die Wärmeabgabe erfolgt dabei durch die sich einstellenden Temperaturunterschiede
zwischen Stromleiter bzw. Löschkammerisolator und Gehäuse. Die vom Gehäuse aufgenommene
Wärme wird über natürliche Konvektion und Strahlung an die Umgebung aufgrund des
Temperaturunterschiedes zwischen Gehäuse und Umgebung abgeführt. Der Wärmefluss
in einem solchen System stellt sich von selbst ein, ist hauptsächlich von geometrischen
Abmessungen, verwendeten Materialien und Oberflächenkonfigurationen abhängig und
wird durch die Mechanismen der Wärmeabgabe limitiert. Ist der Generatorschalter
dreiphasig ausgebildet, wobei die drei Phasen nebeneinander angeordnet sind, so
weist das Gehäuse der in der Mitte angeordneten Phase immer die höchsten Temperaturen
auf, da die Seitenwände keine Strahlungsenergie abgeben können, und muss dann besonders
intensiv gekühlt werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Es stellt sich deshalb die Aufgabe, einen Abschnitt für eine Hochspannungsanlage
der eingangs genannten Art mit Kühlmitteln zu versehen, die möglichst einfach aufgebaut
ist und dennoch eine erhebliche Erhöhung des Anlagenstroms ermöglicht, ohne dass
die geometrischen Abmessungen der Anlage verändert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale der unabhängigen
Ansprüche gelöst.
Die Erfindung besteht in einem Abschnitt einer elektrischen Hochspannungsanlage,
insbesondere eines Generatorschalters, mit mindestens drei jeweils einen Stromleiter
aufnehmenden Gehäusen, welche an Gehäuseseitenwänden nebeneinander angeordnet sind,
wobei die Gehäuse unter Bildung vertikal ausgerichteter Kanäle mit Abstand voneinander
angeordnet sind, wobei ferner in mindestens einem der Kanäle eine parallel zu den
begrenzenden Seitenwänden der benachbarten Gehäuse geführte erste Zwischenwand angeordnet
ist.
Erfindungsgemäss ist also in mindestens einem der Kanäle parallel
zu den begrenzenden Seitenwänden dieses Kanals eine Zwischenwand angeordnet. Diese
Zwischenwand nimmt von den den Kanal begrenzenden Seitenwänden Strahlungsenergie
auf, welche dann infolge der Kaminwirkung aus dem Kanal entfernt werden kann.
Diese Kaminwirkung kann durch eine oder mehrere ausserhalb der Gehäuse
angebrachte Strömungsquelle (n) unterstützt werden.
Die Zwischenwand verringert den Volumenstrom und damit die Leistung
der aussenliegenden Strömungsquellen. Der Kanal sollte eine solche Breite aufweisen,
dass der durch den Kanal geführte Volumenstrom mit oder ohne Zwischenwand nicht
gestört und die ihn bildende Luft nicht zu stark aufgeheizt wird.
Eine besonders gute Wärmeabgabe der Zwischenwand an den infolge Konvektion
und/oder der zusätzlichen Strömungsquellen aufsteigenden Luftstrom wird durch in
die Zwischenwand eingeformte oberflächenvergrössernde Mittel erreicht. Solche Mittel
können vertikal geführte Wellen und/oder Längsrippen umfassen, können aber auch
eine parallel zur Zwischenwand geführte weitere Zwischenwand umfassen, welche in
besonders vorteilhafter Weise mit der Zwischenwand durch vertikal geführte Längsrippen
verbunden sein kann.
Die Erfindung hat auch die mindestens eine Zwischenwand selber und
eine dreiphasig ausgebildete elektrische Hochspannungsanlage umfassend einen Anlagenabschnitt
mit mindestens einer erfindungsgemässen Zwischenwand zum Gegenstand.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Weitere Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus der
nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen
- Fig. 1 und 2
- jeweils eine Aufsicht auf einen quer zu den Stromleitern geführten Schnitt durch
zwei erfindungsgemäss ausgeführte Abschnitte einer dreiphasig ausgebildeten Hochspannungsanlage;
und
- Fig. 3 bis 5
- jeweils eine Draufsicht auf den Anlagenabschnitt nach Fig. 1.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende
Teile.
Typischerweise führt der Stromleiter 3 Betriebsströme von 5 bis 30
kA bei Betriebsspannungen von 10 bis 36 kV. Infolge ohmscher Verluste, welche insbesondere
an Kontaktübergängen beträchtlich sein können, erwärmt sich der Stromleiter 3 erheblich.
Die im Stromleiter gebildete Wärme wird über natürliche Konvektion und Strahlung
an das Gehäuse 1S abgegeben.
In dem in Figuren 1 und 2 dargestellten Anlagenabschnitt sind die
den einzelnen Phasen zugeordneten Gehäuse 1R, 1S und 1T unter Bildung vertikal ausgerichteter
Kanäle RS und ST mit Abstand zueinander angeordnet. Im mittleren der drei Gehäuse
1S können mit Vorteil in den beiden Figuren 1 und 2 nicht dargestellte Gebläse angeordnet
sein. Die an die Gehäuseseitenwände 8 und 9 des Gehäuses 1S geführte Wärme wird
durch die Kaminwirkung der Kanäle RS und ST weggeführt. Zusätzlich kann eine parallel
zu den begrenzenden Seitenwänden 9 und 8 der benachbarten Gehäuse 1R und 1S bzw.
1S und 1T geführte Zwischenwand Z im Kanal RS bzw. ST angeordnet sein. In dieser
Zwischenwand werden keine Verluste erzeugt und kann sich so ein Temperaturunterschied
zwischen der Gehäuseseitenwand 9 bzw. 8 oder 9 bzw. 8 und der Zwischenwand Z einstellen.
Somit kann von den Gehäuseseitenwänden 8 bzw. 9 an die Zwischenwand Z Strahlungsenergie
abgegeben werden. Die durch die Strahlungsenergie erwärmte Zwischenwand wird durch
freie Konvektion der Umgebungsluft gekühlt. Die zusätzliche Wärmeabfuhr beträgt
bis zu ca. 10 % der Gesamtverlustwärme, wenn die Zwischenwand Z - wie Fig. 1 entnommen
werden kann - in der Mitte zwischen beiden Gehäuseseitenwänden 9 und 8 angeordnet
und lediglich glatt ausgebildet ist. Die Zwischenwand ist mit Vorteil thermisch
leitend mit dem Gehäuse, z. B. 1S verbunden oder ist sogar integraler Bestandteil
des Gehäuses.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, kann in einer weiteren Ausführungsform
des Anlagenabschnitts nach der Erfindung parallel zur Zwischenwand Z eine weitere
Zwischenwand Z' angeordnet sein. Bei dieser Ausführungsform wird die Wärmeabgabe
an die Konvektionsströmung zusätzlich erhöht. Um eine noch bessere Wärmeabgabe zu
erzielen, sollten die beiden Zwischenwände durch vertikal geführte Längsrippen verbunden
sein.
In den aus den Figuren 3 bis 5 entnehmbaren Ausführungsformen weist
die Zwischenwand oberflächenvergrössernde Mittel auf, durch welche die Wärmeabgabe
an die natürliche Konvektionsströmung zusätzlich verbessert wird. Solche Mittel
umfassen mit Vorteil eine Zwischenwand Z mit gewellter Struktur. Die Struktur bildet
vertikal geführte Abzugskanäle für die Konvektionsströmung und enthält Wellen, welche
eng (Fig. 3) oder weit (Fig. 4) ausgebildet sein können, oder Längsrippen (Fig.
5). Um die freie Konvektionsströmung nicht zu behindern, sollten die Gehäuse 1R
und 1S bzw. 1S und 1T einen Mindestabstand voneinander aufweisen.
Zusätzlich kann die Wärmeabgabe durch eine durch die Kanäle RS bzw.
ST forciert geführte Strömung verbessert werden. Zu diesem Zweck kann ein oder können
zwei oder auch mehr diese forcierte Strömung erzeugendes Aussengebläse bzw. erzeugende
Aussengebläse vorgesehen sein. Ein solches Aussengebläse ist in Fig. 1 symbolisch
als Pfeil dargestellt und mit dem Bezugszeichen G versehen.
BEZUGSZEICHENLISTE
- 1R, 1S 1T
- Gehäuse
- 3
- Stromleiter
- 8, 9
- Gehäuseseitenwände
- G
- Aussengebläse
- R, S, T
- Phasen
- RS, ST
- Kanäle
- Z, Z'
- Zwischenwände