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Dokumentenidentifikation DE10060087C5 17.11.2005
Titel Einspritzaggregat für eine Spritzgießmaschine
Anmelder Battenfeld GmbH, 58540 Meinerzhagen, DE
Erfinder Bleier, Harald, Ing., Wiener Neustadt, AT;
Schaffer, Werner, Ing., Loipersbach, AT
DE-Anmeldedatum 02.12.2000
DE-Aktenzeichen 10060087
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.05.2002
Date of publication of amended patent 17.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.11.2005
IPC-Hauptklasse B29C 45/47
IPC-Nebenklasse B29C 45/58   B29C 45/76   H02K 7/10   H02P 7/67   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Einspritzaggregat für eine Spritzgießmaschine zur Verarbeitung von vorzugsweise thermoplastischem Material mit einem Schneckenzylinder, einer Schnecke und einem aus zwei Elektromotoren bestehenden Schneckenantrieb, wobei beide Motore zum Durchführen des Einspritz- und Dosiervorganges in elektrischer Regelverbindung stehen, wobei die beiden Motore gleichzeitig in der selben oder einer gegenläufigen Drehrichtung betrieben werden können.

Vorrichtungen der gattungsgemäßen Art sind allgemein bekannt. Zum Erzeugen eines Teiles aus thermoplastischem Material wird in einer Spritzgießmaschine granulierter Kunststoff plastifiziert, in einen Schneckenvorraum dosiert und ein Staudruck in der Schmelze aufgebaut. Im allgemeinen wird durch axiale Verschiebung der Schnecke die Schmelze in eine Werkzeugkavität eingespritzt und der Schmelzedruck gehalten, also ein Nachdruck aufgebaut, um die naturgemäße Materialschwindung auszugleichen. In der EP 0 662 382 A1 wird zum Beispiel ein Einspritzaggregat beschrieben, das über Elektromotore betrieben wird und ebenfalls den oben beschriebenen Spritzgießvorgang ermöglicht. Hier wird jedoch der Staudruck in der Schmelze über eine zusätzliche hydraulische Vorrichtung erzeugt. Nachteilig bei der bekannten Vorrichtung dieser elektrischen Spritzgießmaschinen ist, daß für die Erzeugung und Regelung des Staudruckes unter anderem ein eigenständiges hydraulisches System verwendet wird, welches durch seine Komplexität zwangsläufig mit hohen Kosten verbunden ist. Durch die Verwendung des elektrischen Direktantriebs, wo die Mutter integraler Bestandteil eines Motors ist, ist in Bezug auf die Kühlung, Wartung (Schmierung) sowie Servicearbeiten dieses System als nachteilig anzusehen.

Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe eine Vorrichtung zum Betreiben eines Einspritzaggregates bereitzustellen, das über die beiden Elektromotore alle erforderlichen Spritzgießvorgänge ermöglicht und keine zusätzliche hydraulische Vorrichtung erfordert, wobei eine wartungsfreundliche Konstruktion gewählt wird.

Die Lösung der Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Raum (A) durch mindestens zwei zueinander beweglich angeordnete Hülsen (14, 15) und einer jeweils angrenzenden Traverse (17) gebildet wird, um Schmieröl aufzunehmen, wobei die Hülsen (14, 15) axial ineinander gleitbar sind und die Verbindungen der den Raum (A) bildenden Teile (14, 15, 17) zur Umgebung mindestens schmiermitteldicht ausgeführt sind. Bei axialer Bewegung der Schnecke schieben sich die Hülsen (14, 15) ineinander und verkleinern bzw. vergrößern den Raum (A). Da dieser mit Schmiermittel gefüllt ist, wird durch axiale Relativbewegung der Hülsen (14, 15), also einer Art Pumpbewegung, das Schmiermittel zu den Lagerstellen (16) gefördert.

Vorteilhafterweise sitzen die beiden Motore (6, 7) versetzt nebeneinander, so daß sie problemlos auf die Achse der Schnecke (13) wirken können. Es sind somit. keine Umlenkungen erforderlich.

Weiterbildungsgemäß ist vorgesehen, daß eine Kupplung (11) zwischen Schnecke (13) und Spindeleinheit vorgesehen ist, die während der Axialbewegung der Spindel (4) ein Rotieren der Schnecke (13) verhindert. Die Kupplung (11) kann elektrisch aber auch hydraulisch angesteuert werden.

In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.

1 zeigt eine perspektivische Darstellung des Einspritzaggregates, und in

2 ist schematisch ein Schnitt durch die Spindeleinheit gezeigt.

In 1 sind in perspektivischer Anordnung die wesentlichen Bestandteile des Einspritzaggregates 1 dargestellt. Die beiden Motore 6 und 7 für den Antrieb der beiden Riemenscheiben 2 und 3 sind in einer Ebene mit der Schnecke 13 angeordnet. Durch gegengleiches Drehen oder Drehen mit unterschiedlicher Drehzahl der Motore 6 und 7 wird die Spindel 4 in bzw. aus der Spindelmutter 5 bewegt und folglich die Schnecke 13 axial verschoben. Der Raum A bzw. die den Raum A bildenden Teile sind in 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht gezeigt. Dieser erfindungswesentliche Teil ist in 2 detaillierter dargestellt.

2 zeigt ebenfalls das Einspritzaggregat 1. Die beiden Riemenscheiben 2 und 3 sowie die Schnecke 13 liegen ebenso wie die Spindel 4 und die Spindelmutter 5 auf einer Achse und können somit direkt zusammen wirken. Ist die Drehrichtung und die Drehzahl der Riemenscheiben (2, 3) gleich, findet keine axiale Verschiebung der Schnecke 13 statt. Bei Drehrichtungs- bzw. Drehzahlunterschied wird die Spindel 4 in bzw. aus der Spindelmutter 5 gedreht. Das Riemenrad 3 sowie die diesseitige Traverse 17 mit Motor 7 und die mit dem Riemenrad 3 verbundene Schnecke 13 wird in Pfeilrichtung 10 verschoben. Ein Führen der gesamten Einheit ist über eine entsprechend ausgeführte Schiene 8 gewährleistet.

Bei dieser Verschiebung wird die Hülse 15 in bzw. aus der Hülse 14 bewegt. Durch diese teleskopartige Bewegung wird der Raum A, der über die Hülsen 14 und 15 und die angrenzenden Traversen 17 gebildet wird, verkleinert. oder vergrößert. Hierdurch wird das im Raum A befindliche Schmiermittel, z. B. Öl, bewegt, quasi umgepumpt, und sorgt so für eine ausreichende Schmierung der Lagerstellen 16. Der Raum A ist über Dichtmittel 9, vorzugsweise O-Ringdichtungen, mindestens schmiermitteldicht ausgeführt.

Die Ist-Kenngrößen wie Position der Schnecke 13 oder Lage der Riemenscheibe 3 etc. kann über geeignete handelsübliche Meßaufnehmer ermittelt werden und über die Maschinensteuerung 12 ausgewertet werden und beispielsweise als Eingangsgröße für die Drehzahlregelung der Motore 7 und 6 weiterverarbeitet werden.

Über die schematisch dargestellte Kupplung 11 kann das Drehmoment auf die Schnecke 13 unterbunden werden und somit trotz laufender Motoren 6 und 7 bei einem ausgeübten Axialhub der Schnecke 13 deren Drehen wirksam verhindert werden.

1Einspritzaggregat 2erstes Riemenrad 3zweites Riemenrad 4Spindel 5Spindelmutter 6Motor für erstes Riemenrad 2 7Motor für zweites Riemenrad 3 8Führung für zweites Riemenrad 3 und Motor 7 9Dichtmittel 10Verschieberichtung der Spindel 4 11Kupplung 12Maschinensteuerung 13Schnecke 14erste Hülse 15zweite Hülse 16Lagerstellen 17Traverse Aöldurchzogener Raum

Anspruch[de]
  1. Einspritzaggregat für eine Spritzgießmaschine zur Verarbeitung von vorzugsweise thermoplastischem Material mit einem Schneckenzylinder, einer Schnecke (13) und einem aus zwei Elektromotoren (6, 7) bestehenden Schneckenantrieb,

    wobei beide Motore (6, 7) zum Durchführen des Einspritz- und Dosiervorganges in elektrischer Regelverbindung stehen,

    wobei die beiden Motore (6, 7) gleichzeitig in der selben oder einer gegenläufigen Drehrichtung betrieben werden können,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß ein Raum (A) durch mindestens zwei zueinander beweglich angeordnete Hülsen (14, 15) und einer jeweils angrenzenden Traverse (17) gebildet wird, um Schmieröl aufzunehmen,

    wobei die Hülsen (14, 15) axial ineinander gleitbar sind und

    die Verbindungen der den Raum (A) bildenden Teile (14, 15, 17) zur Umgebung mindestens schmiermitteldicht ausgeführt sind, wobei durch die axiale Relativbewegung der Hülsen (14, 15) Schmiermittel zu den Lagerstellen (16) gefördert wird.
  2. Einspritzaggregat nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Motore (6, 7) für die Riemenräder (2, 3) so angeordnet sind, daß sie ohne Umlenkung auf die Achse der Schnecke (13) wirken können.
  3. Einspritzaggregat nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kupplung (11) zwischen Schnecke (13) und Spindeleinheit vorgesehen ist, die während der Axialbewegung der Spindel (4) ein Rotieren der Schnecke (13) verhindert.
  4. Einspritzaggregat nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Kombination aus Riemenrad (3) und Motor (7) beim Verschieben in Verschieberichtung (10) in einer Führung (8) geführt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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