Die Erfindung betrifft ein insbesondere als ein Diffusor oder eine
Düse ausgeführtes Strömungsleitelement mit einer Eintrittsöffnung und einer Austrittsöffnung,
deren jeweilige Querschnittsflächen voneinander abweichen. Weiterhin betrifft die
Erfindung eine mit einem solchen Strömungsleitelement ausgestattete strömungstechnische
Anlage.
Ein solches als ein Diffusor oder eine Düse ausgeführtes Strömungsleitelement
wird in der Praxis insbesondere bei großtechnischen Anlagen zur Energiegewinnung
sowie bei Brennkraftmaschinen bereits vielfach eingesetzt und zählt daher durch
offenkundige Vorbenutzung zum Stand der Technik.
Der Diffusor dient dabei der Rückgewinnung kinetischer Strömungsenergie,
wobei in Strömungsrichtung eine Zunahme des statischen Drucks erfolgt. Dabei findet
eine Umsetzung von kinetischer Energie in potentielle Energie statt. Diese Energieumsetzung
ist bei vielen technischen Anwendungen erwünscht.
So setzt der Leitapparat (Diffusor) eines Verdichters die hohe kinetische
Energie des strömenden Fluides am Laufradaustritt möglichst vollständig und verlustarm
in statischen Druck um. Im Bereich der Unterschallströmungen hat ein Diffusor die
Form eines Kanals, dessen Querschnitt sich in Strömungsrichtung erweitert. Der in
einer Diffusorströmung erreichbare Druckgewinn hängt von mehreren Parametern ab.
Er wird sowohl vom Diffusoröffnungswinkel als auch von den Strömungsverhältnissen
und der Grenzschichtdecke im Diffusoreintritt beeinflusst.
Aus der Grenzschichttheorie ist bekannt, dass Strömungen mit Druckanstieg
stark ablösungsgefährdet sind. Solche Ablösungen führen jedoch zu großen Strömungsverlusten.
Insbesondere führt eine plötzliche Querschnittserweiterung aufgrund
des großen Druckgradienten zur Ablösung der Strömung. Es werden daher in der Praxis
zumeist Diffusoren eingesetzt, die eine langsame Erweiterung des Strömungsquerschnittes,
meist in konischer Form, aufweisen. Es sind dabei Öffnungswinkel von maximal 10°
üblich.
Als nachteilig erweist sich bei sehr kleinen Erweiterungswinkeln hingegen
die damit verbundene große Baulänge und der große Reibungsverlust infolge der Wandreibung.
Das Auftreten von Ablösungen in Diffusoren hängt überwiegend vom Druckanstieg
ab und ist somit eine Frage der Diffusorgeometrie.
Es ist weiterhin auch bereits eine Bauform eines Diffusors bekannt,
dessen Innenwandflächen mit Querrippen ausgestattet sind, um eine intensive Strömungsablösung
zu erreichen. Hierdurch soll eine Umgestaltung des Geschwindigkeitsprofils entlang
des gesamten Kanals hervorgerufen und der Wirkungsgrad von Diffusorströmungen durch
die intensive Ablösung der Strömung verbessert werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein als ein Diffusor
oder eine Düse ausgeführtes Strömungsleitelement den Wirkungsgrad bei zugleich reduzierter
Baulänge zu verbessern. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, eine entsprechend
ausgeführte strömungstechnische Anlage zu schaffen.
Die erstgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Strömungsleitelement
gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die weitere Ausgestaltung der Erfindung
ist den Unteransprüchen 2 bis 12 zu entnehmen.
Erfindungsgemäß hat also ein Strömungsleitelement eine an einer Innenwandfläche
des Strömungsleitelementes angeordnete, mit Vertiefungen und/oder Erhebungen ausgestattete
Strukturierung, die eine vorbestimmte Neigung, insbesondere also eine Steigung,
gegenüber der Längsachse des Strömungsleitelementes aufweist.
Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass das als Diffusor
oder Düse ausgeführte Strömungsleitelement bei einem großen Öffnungswinkel dann
ohne Verringerung des Wirkungsgrades realisierbar ist, wenn mittels der Strukturierung
ein Drall der Strömung erzeugt wird. Dabei beruht die Verbesserung des Wirkungsgrades
auf der Vergleichmäßigung der Strömung beim Durchtritt des Strömungsleitelementes.
Der Verbesserung des Wirkungsgrades ist dabei umso größer, je ungleichmäßiger die
Zuströmung ist. Eine mögliche Erklärung für diesen überraschenden und für die Fachwelt
unerwarteten Effekt der Wirkungsgradverbesserung ist in der dünneren Grenzschicht
zu suchen, da durch die Drallkomponente der Impulsaustausch mit den äußeren Stromflächen
verbessert wird, wodurch sich ein Ablösen an der Wand erst bei größeren Öffnungswinkeln
einstellt. Die Erhöhung der auftretenden Scherkräfte führt zu einer homogenen Verteilung
des Fluides und der Temperatur innerhalb des Strömungsleitelementes.
Erfindungsgemäß wird hierdurch eine Umfangskomponente der Geschwindigkeit
erzeugt, welche die Turbulenzproduktion an der Innenwandfläche verstärkt und Ablöse-Tendenzen
unterdrückt. Außerdem führt dieser Effekt zu einer homogenen Verteilung der Fluidpartikel,
weil die Scherkraft optimiert wird. Weiterhin führt die Umfangskomponente zu der
homogenen Verteilung der Strömung.
Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung
der vorliegenden Erfindung sind hierzu die Vertiefungen oder Erhebungen wendel-
oder spiralförmig an der Innenwandfläche angeordnet. Hierdurch wird die eintretende
Fluidströmung in die gewünschte Rotation um die Mittellängsachse des Strömungsleitelementes
versetzt, ohne dass dabei zugleich eine Ablösung der Strömung zu befürchten ist.
Die Steigung der Vertiefungen oder Erhebungen ist dabei wesentlich abhängig von
den Parametern der Zuströmung.
Die Vertiefungen oder Erhebungen könnten lediglich abschnittsweise
beispielsweise im Bereich der Eintrittsöffnung angeordnet sein. Besonders praxisgerecht
ist hingegen eine Ausgestaltung, bei der die Vertiefungen oder Erhebungen durchgehend
zwischen der Eintrittsöffnung und der Austrittsöffnung verlaufend angeordnet sind,
so dass die Rationsbewegung besonders effektiv erfolgen kann und eine Strömungsablösung
innerhalb des Strömungsleitelementes ausgeschlossen ist.
Die Vertiefungen oder Erhebungen könnten durch Nuten oder Einfräsungen
in der Innenwandfläche gebildet sein oder in Form von Rippen an der ansonsten glatten
Innenwandfläche angeordnet sein. Besonders effektiv ist hingegen eine Ausgestaltung,
bei der die Vertiefungen oder Erhebungen einen stetigen Verlauf in der Querschnittsebene
des Strömungsleitelementes aufweisen. Hierdurch wird insbesondere eine unerwünschte
Strömungsablösung, die nach den bisherigen Erkenntnissen zu Strömungsverlusten und
damit zu einer Reduzierung des Wirkungsgrades führen.
Dabei weisen nach einer weiteren besonders Erfolg versprechenden Abwandlung
die Vertiefungen oder Erhebungen zwischen der Eintrittsöffnung und einer Austrittsöffnung
ein stetigen Neigungs- bzw. Steigungswinkel auf, um so insbesondere Sprünge oder
Unterbrechungen der Vertiefungen oder Erhebungen und das damit verbundene Auftreffen
der Fluid-Strömung auf Kanten oder Randabschnitte zu verhindern.
Grundsätzlich sind Ausführformen denkbar, bei denen die Vertiefungen
oder Erhebungen zwischen der Eintrittsöffnung und einer Austrittsöffnung eine konstante
Breite sowie Geometrie aufweisen, wobei aufgrund der abweichenden Querschnittsflächen
die Anzahl der Vertiefungen oder Erhebungen ebenfalls unterschiedlich ist. Besonders
einfach ist demgegenüber eine Weiterbildung, bei der die Breite der Vertiefungen
oder Erhebungen von den Eintrittsöffnung und einer Austrittsöffnung stetig zunimmt
oder abnimmt, so dass die abweichende Größe der Eintritts- gegenüber dem Austrittsquerschnitt
durch eine entsprechende Veränderung der Breite oder Geometrie der Vertiefungen
oder Erhebungen erreicht wird.
Dabei erweist es sich zudem als besonders praxisnah, wenn die die
Vertiefungen oder Erhebungen über den Innenumfang der Innwandfläche gleichverteilt
sowie symmetrisch zu Mittellängsachse angeordnet sind und daher eine über den Querschnitt
des Strömungsleitelementes einheitliche Rotationsprofil zu erreichen, welcher zu
eine weiter verbesserten Wirkungsgrad führt.
Ebenso erweist es sich zur Erzielung einer optimalen Angleichung der
Strömung über den Querschnitt des Strömungsleitelementes als besonders zweckmäßig,
wenn die Vertiefungen oder Erhebungen in der Querschnittsebene übereinstimmende
Abmessungen aufweisen und daher insbesondere geometriebedingte Abweichungen ausgeschlossen
sind.
Hierzu kann die Strukturierung auch derart ausgeführt sein, dass die
Vertiefungen oder Erhebungen aufweist, die aus Kreissegmenten zusammengesetzt sind,
wobei insbesondere die Steigungsdifferenzen konstant sind. Örtliche Druckdifferenzen
können so in optimaler Weise ausgeschlossen werden.
Die Vertiefungen oder Erhebungen können bis in die Eintrittsöffnung
oder die Austrittsöffnung fortgeführt werden. Besonders praxisgereicht ist hingegen
eine Ausführungsform, bei der die Eintrittsöffnung oder die Austrittsöffnung eine
kreisförmige Querschnittsfläche aufweisen, um so die Anbildung an bereits vorhandene
Strömungsleitelemente, beispielsweise Rohrstutzen, wesentlich zu vereinfachen. Dabei
schließt die Strukturierung insbesondere unmittelbar an die kreisförmige Querschnittsfläche
der Eintrittsöffnung oder die Austrittsöffnung an.
Das Strömungsleitelement könnte von seiner Grundsform entsprechend
einem Kegeldiffusor oder Kegeldüse ausgeführt werden. Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung
der Erfindung wird jedoch auch erreicht, wenn das Strömungsleitelement als ein Ringdiffusor
ausgeführt ist.
Die zweitgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer strömungstechnischen
Anlage, insbesondere Turbomaschine, mit einem insbesondere als ein Diffusor oder
eine Düse ausgeführten Strömungsleitelement, dessen Eintrittsöffnung und einer Austrittsöffnung
voneinander abweichende Querschnittsflächen aufweisen, wobei eine Innenwandfläche
eine Strukturierung aufweist, die über die Innenwandfläche verteilte Vertiefungen
oder Erhebungen aufweist, die eine Steigung gegenüber der Mittellängsachse aufweisen.
Dabei wird aufgrund des durch die Vertiefungen oder Erhebungen erzeugten Dralls
eine Vergleichmäßigung der Zuströmung erreicht, die insbesondere wesentliche Verbesserungen
der Effektivität im Vergleich zu handelsüblichen Diffusoren ermöglichen. Dabei kann
auf vorhandene Konstruktionen an sich bekannter Anlagen uneingeschränkt
zurückgegriffen werden, so dass sich das Strömungsleitelement auch zum Austausch
bei bereits vorhandenen Anlagen eignet.
Beispielsweise kann die strömungstechnische Anlage als eine Brennkraftmaschine
ausgeführt sein.
Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren
Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und
wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
1 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen
Strömungsleitelementes;
2 einen Querschnitt durch das in
1 gezeigte Strömungsleitelement;
3 eine vergrößerte Darstellung eines
lediglich Ausschnittsweise dargestellten Querschnitts des in 1
gezeigten Strömungsleitelementes.
1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht
ein insbesondere als ein Diffusor ausgeführtes erfindungsgemäßes Strömungsleitelement
1. Das Strömungsleitelement 1 hat eine Eintrittsöffnung
2 und einer Austrittsöffnung 3, deren jeweilige in 2
und 3 näher dargestellte Querschnittsflächen
voneinander abweichen. Außenseitig ist dabei eine sich innenseitig abbildende, an
einer Innenwandfläche 4 des Strömungsleitelementes 1 spiralförmig
angeordnete, mit Vertiefungen 5 und Erhebungen 6 ausgestattete
Strukturierung, die eine vorbestimmte Neigung 7 gegenüber einer Längsachse
8 des Strömungsleitelementes 1 aufweisen. Die Vertiefungen
5 oder Erhebungen 6 verlaufen durchgehend, stetig zwischen der
Eintrittsöffnung 2 und der Austrittsöffnung 3 wobei die Breite
b der Vertiefungen 5 und Erhebungen 6 von der Eintrittsöffnung
2 zu der Austrittsöffnung 3 stetig zunimmt. Hierdurch lässt sich
ein großer Öffnungswinkel ohne Einschränkung des Wirkungsgrades realisieren.
Die 2 und 3
zeigen jeweils einen Querschnitt durch das in 1 gezeigte
Strömungsleitelement 1, wobei die 2 einen
vergrößerten Ausschnitt zeigt. Zu erkennen sind die an der Innenwandfläche
4 des nicht weiter dargestellten Strömungsleitelementes 1 angeordneten
Vertiefungen 5 und Erhebungen 6. Hierbei sind die Vertiefungen
5 und Erhebungen 6 über den Innenumfang der Innenwandfläche
4 gleichverteilt angeordnet und weisen eine einheitliche Breite b auf.
Die Vertiefungen 5 oder Erhebungen 6 sind aus Kreissegmenten zusammengesetzt,
die sich zwischen dem Radius Ra des Außenhüllkreises und dem Radius Ri
des Innenhüllkreises erstrecken. Der Winkel &agr; entspricht dabei dem Verhältnis
von 360° zu der Anzahl der Vertiefungen 5 und Erhebungen
6 während der Winkel &bgr; dem Winkelabstand der Vertiefungssegmente entspricht.