Die vorliegende Erfindung betrifft eine Farbtonkarte mit einem oder
mehreren Farbtonfeldern für Farben, wobei mindestens ein Farbtonfeld eine Farbe
mit einem sichtbaren und/oder fühlbaren Effekt trägt, der durch in und/oder auf
der Farbe befindliche Effektpartikel erzeugt ist. Weiterhin betrifft die Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung der Farbtonkarte.
Für die vorliegende Erfindung stellt sich deshalb die Aufgabe, eine
Farbtonkarte der eingangs genannten Art und ein Verfahren zu deren Herstellung anzugeben,
wobei die vorstehend dargelegten Nachteile vermieden werden und wobei insbesondere
eine Farbtonkarte mit höherer Qualität bei zugleich wirtschaftlicher Herstellbarkeit
und hoher Sicherheit gegen Fehler erreicht wird.
Die Lösung des die Farbtonkarte betreffenden Teils der Aufgabe gelingt
erfindungsgemäß mit einer Farbtonkarte mit der eingangs genannten Art, die dadurch
gekennzeichnet ist, daß die Farbe jeweils in dem durch das/ein Farbtonfeld definierten
Flächenbereich unmittelbar auf die Farbtonkarte aufgebracht ist und daß die Effektpartikel
nach der Farbe auf die Farbtonkarte aufgebracht sind.
Dadurch, daß die Farbe unmittelbar auf die Farbtonkarte aufgebracht
ist, ist es nicht mehr erforderlich, einzelne Zuschnitte mit jeweils einem Farbtonfeld
auf die Farbtonkarte positionsgenau aufzukleben. Verwechslungen von Farbtonfeldern
vor dem Aufkleben sind nun ausgeschlossen und dadurch verursachte Fehlbestellungen
durch Kunden können nicht mehr auftreten. Weiterhin werden auch die beim Aufkleben
häufig auftretenden Positionierungenauigkeiten vermieden, was ein verbessertes optisches
Erscheinungsbild der Farbtonkarte ergibt. Zugleich wird die erfindungsgemäße Farbtonkarte
kostengünstiger, weil die aufwendigen Schritte des Zuschneidens und Aufklebens der
einzelnen Farbtonfelder entfallen. Damit fällt auch der Nachteil weg, daß die Farbtonfelder
auf der Farbtonkarte relativ dick auftragen. Somit erhält die Farbtonkarte insgesamt
ein wesentlich verbessertes Erscheinungsbild, wobei gleichzeitig Herstellungskosten
eingespart werden können. Da erfindungsgemäß weiterhin die Farbe und die Effektpartikel
nacheinander auf die Farbtonkarte aufgebracht werden, wird erreicht, daß der vorherige
Auftrag der Farbe nicht durch Effektpartikel beeinflußt oder beeinträchtigt wird.
Außerdem hat das Auftragverfahren, mit dem die Farbe auf die Farbtonkarte aufgebracht
ist, keinen Einfluß auf die Verteilung der Effektpartikel in der Farbe und innerhalb
des Farbtonfeldes. Vielmehr erlauben die nachfolgend aufgebrachten Effektpartikel
eine gezielte Einstellung eines gewünschten Wiedergabebildes durch eine zweckentsprechende
Verteilung der Effektpartikel über die Fläche der einzelnen Farbtonfelder.
Die in den einzelnen Farbtonfeldern der Farbtonkarte aufgebrachte
Farbe kann beispielsweise eine Farbe auf Wasserbasis sein. Bei dieser Farbe ist
es dann zweckmäßig, die Farbtonkarte selbst wasserfest auszuführen oder mit einer
wassersperrenden Beschichtung auf den mit den Farbtonfeldern zu versehenden Flächen
auszustatten.
Alternativ kann die Farbe auch eine Farbe auf Lösemittelbasis sein.
Diese Farbe schädigt das Material der Farbtonkarte, auch wenn dieses Papier oder
relativ dünner Karton ist, nicht.
Die Farbe kann dabei eine deckende Farbe oder alternativ eine lasierende
Farbe sein.
Zwecks möglichst einfacher Handhabung und Verarbeitung ist weiter
vorgesehen, daß die Effektpartikel zumindest anteilmäßig durch ein Effektpulver
gebildet sind.
In einer ersten bevorzugten Ausgestaltung wird vorgeschlagen, daß
die Effektpartikel Partikel sind, mit denen ein fühl- und sichtbarer Rauheffekt
an der Oberfläche der Farbe erzeugbar ist.
Zur Erzielung eines anderen Effekts oder zur Verbesserung der optischen
Wiedergabe der Farbe mit Rauheffekt schlägt die Erfindung weiter vor, daß die Effektpartikel
Partikel sind, mit denen ein optischer punktueller Schattierungseffekt erzeugbar
ist. Hiermit kann rein optisch oder zusätzlich zu der fühlbaren Rauhigkeit der Oberfläche
des Farbtonfeldes auch ein optischer Eindruck einer Rauhigkeit erzeugt werden, was
eine sehr realistische Wiedergabe von Farben, die beispielsweise auf einer Wand-
oder Putzoberfläche aufgetragen sind, erlaubt.
Zur Erzielung weiterer Effekte ist gemäß weiteren Unteransprüchen
vorgesehen, daß die Effektpartikel Partikel sind, mit denen ein sichtbarer Glanzeffekt
an der Oberfläche der Farbe erzeugbar ist, und/oder daß die Effektpartikel Partikel
sind, mit denen ein sichtbarer Metalleffekt an der Oberfläche der Farbe erzeugbar
ist, und/oder daß die Effektpartikel Partikel sind, mit denen ein sichtbarer Reflexionseffekt
an der Oberfläche der Farbe erzeugbar ist. Dabei können die Effekte je nach Bedarf
und gewünschter Wirkung einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt werden.
Weiter schlägt die Erfindung vor, daß die Effektpartikel zumindest
anteilmäßig durch ein Kunststoffpulver gebildet sind. In dieser Ausführung sind
die Effektpartikel vorteilhaft leicht und es besteht die Möglichkeit, aus einer
großen Zahl von Kunststoffen und damit verbundenen Eigenschaften ein passendes Material
oder Materialgemisch auszuwählen.
Alternativ oder zusätzlich besteht die Möglichkeit, daß die Effektpartikel
zumindest anteilmäßig durch ein Mineralstoffpulver gebildet sind. Hiermit wird die
Materialauswahl für die Effektpartikel noch weiter vergrößert und es können weitere
vorteilhafte Eigenschaften für die Effektpartikel erreicht werden.
Eine weitere alternative oder zusätzliche Möglichkeit besteht darin,
daß die Effektpartikel zumindest anteilmäßig durch ein Metallpulver gebildet sind.
Mit Metallpulver lassen sich in Verbindung mit der Farbe weitere Effekte erzielen,
die mit Partikeln aus Kunststoffen oder Mineralstoffen nicht erreichbar sind. Zwar
ist aus dem Stand der Technik das sogenannte Bronzieren bekannt, jedoch wird dabei
eine dünn mit einem Klebstoff oder mit einer klebrigen Farbe beschichtete Fläche
mit feinstem Bronzestaub zunächst im Überschuß vollflächig dicht und deckend beschichtet,
um z.B. den Eindruck einer Bedruckung mit einer Goldfarbe zu erzielen. Wenn hierbei
eine Farbe eingesetzt wird, dann hat diese einen dem Farbton der Bronze nahekommenden
Farbton, z.B. gelb, um einen besonders satten Goldton zu erzielen. Der Bronzestaubüberschuß
wird nach dem Auftragen abgebürstet, was nur möglich ist, wenn die Klebstoff- oder
Farbschicht relativ dünn ist, da andernfalls der Klebstoff oder die Farbe mit abgebürstet
würde. Bei der erfindungsgemäßen Farbtonkarte geht es im Gegensatz zum deckenden
Bronzieren um die Erzeugung von Farbtonfeldern mit einem Effekt, der die Farbe,
die den Effekt aufweist, aber weiterhin sichtbar bleiben läßt. Die Effektpartikel
nehmen dabei nur einen Teil, meist nur einen geringen Teil der Fläche des Farbtonfeldes
ein.
Eine andere Möglichkeit der Ausführung der Effektpartikel besteht
noch darin, daß die Effektpartikel zumindest anteilmäßig durch ein iriodines Pigment
gebildet sind. Hiermit läßt sich ein Effekt erzielen, der mit einem Perlmuttglanz
vergleichbar ist.
Weiterhin besteht bei der erfindungsgemäßen Farbtonkarte die vorteilhafte
Möglichkeit, daß die Effektpartikel eine maximale Korngröße von bis zu mehreren
Hundert &mgr;m aufweisen. Diese Korngröße ermöglicht besonders deutliche Effekte
und erlaubt beispielsweise eine Wiedergabe einer kräftigen Rauhigkeit, um der realen
Oberfläche, die durch die Farbtonfelder wiedergegeben werden soll, möglichst nahe
zu kommen. Da bei der erfindungsgemäßen Farbtonkarte die Farbe in den einzelnen
Farbtonfeldern unmittelbar auf die Farbtonkarte aufgebracht ist, entfällt die Beschränkung
der maximalen Korngröße durch die Weite des Rakelspalts, der in der Praxis üblicherweise
bei ca. 150 &mgr;m liegt.
Besondere und andere weitere Effekte können dadurch erzielt werden,
daß die Effektpartikel zumindest anteilmäßig durch Fasern gebildet sind.
Bevorzugt sind dabei die Fasern Textilfasern oder Kunststoffasern
oder Mineralstoffasern, womit sich unterschiedliche Effekte erzielen lasen.
Besonders gut ist die erfindungsgemäße Farbtonkarte geeignet für die
Darstellung von Putz- oder Wandfarben, da diese in der Realität nach ihrem Aufbringen
auf eine Putz- oder Wandoberfläche eine in der Oberfläche vorhandene fühl- und sichtbare
Rauhigkeit aufweisen.
In einer anderen vorteilhaften Anwendung sind die dargestellten Farben
für den Automotivebereich verwendbare Farben, insbesondere Fahrzeuglackfarben. Gerade
für die Lackierung von Fahrzeugen werden heute oft Effektlacke verwendet, die mit
der erfindungsgemäßen Farbtonkarte gut wiedergegeben werden können.
In einer dritten vorteilhaften Anwendung sind die dargestellten Farben
für den Verpackungsbereich verwendbare Farben. Auch auf diesem Gebiet werden heute
oft Effektfarben verwendet, die mit der erfindungsgemäßen Farbtonkarte gut wiedergebbar
sind.
Um die Farbtonkarte auch hinsichtlich ihres Grundmaterials kostengünstig
zu halten, ist die Farbtonkarte bevorzugt einen Zuschnitt aus Papier oder Karton
oder aus Kunststoff- oder Metallfolie. Auch Schichtstoffe, wie mit Folie beschichtetes
Papier, sind selbstverständlich verwendbar.
Die Lösung des das Verfahren betreffenden Teils der Aufgabe gelingt
erfindungsgemäß mit einem Verfahren zur Herstellung einer Farbtonkarte, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß die Farbe jeweils in dem/jedem durch ein Farbtonfeld definierten
Flächenbereich unmittelbar auf die Farbtonkarte aufgebracht wird und daß die Effektpartikel
nach der Farbe auf die Farbtonkarte aufgebracht werden.
Mit diesem Verfahren wird die Herstellung der Farbtonkarte vereinfacht
und beschleunigt und dadurch insgesamt kostengünstiger, insbesondere weil das aufwendige
Zuschneiden, Sortieren und Aufkleben der einzelnen Farbtonfelder nun nicht mehr
erforderlich ist. Hierdurch wird die dafür bisher erforderliche teure Handarbeit
oder die alternativ dafür eingesetzte aufwendige Vorrichtung eingespart. Weil gemäß
der Erfindung die Farbe und die Effektpartikel nacheinander auf die Farbtonkarte
aufgebracht werden, wird insbesondere der Vorteil erreicht, daß der Auftrag der
Farbe nicht durch darin enthaltene Effektpartikel beeinflußt oder beeinträchtigt
wird. Außerdem hat dann das Auftragverfahren, mit dem die Farbe auf die Farbtonkarte
aufgebracht wird, keinen Einfluß auf die Verteilung der Effektpartikel in der Farbe
und innerhalb des Farbtonfeldes. Vielmehr erlaubt das nachfolgende Aufbringen der
Effektpartikel eine gezielte und dem gewünschten Wiedergabebild entsprechende Verteilung
der Effektpartikel über die Fläche der einzelnen Farbtonfelder.
Die Farbe kann in unterschiedlicher Art und Weise innerhalb der einzelnen
Farbtonfelder auf die Farbtonkarte aufgebracht werden. Bevorzugt erfolgt das Aufbringen
der Farbe im Lackdruckverfahren.
In weiterer Ausgestaltung wird bevorzugt die Farbe im Schablonendruck-
oder Siebdruck- oder Flexodruck- oder Tiefdruck- oder Offsetdruck- oder Rakelverfahren
aufgebracht. Vorteilhaft besteht hier eine große Freiheit, weil die Farbe bei ihrem
Aufbringen auf die Farbtonkarte noch keine dieses Aufbringen möglicherweise störenden
Effektpartikel enthält.
Zur Erzielung einer besonders schnellen und damit rationellen Herstellung
von Farbtonkarten ist bevorzugt weiter vorgesehen, daß bei der Herstellung einer
Farbtonkarte mit mehreren voneinander beabstandeten Farbtonfeldern verschiedener
Farbtöne die verschiedenen Farben für alle Farbtonfelder gleichzeitig auf die Farbtonkarte
aufgebracht werden. Zur noch weitergehenden Steigerung der Effizienz der Herstellung
können auch mehrere Farbtonkarten gleichzeitig mit den verschiedenen Farbtonfeldern
versehen werden, wobei dann vorzugsweise zunächst mehrere Farbtonkarten noch zu
einem größeren Bogen zusammengefaßt sind, der dann nach dem Aufbringen der Farbtonfelder
in die einzelnen Farbtonkarten zugeschnitten wird.
Wegen des erfindungsgemäß nacheinander erfolgenden Aufbringens von
Farbe und Effektpartikeln besteht auch wieder die Möglichkeit, die Farbe ohne Nachteile
im Rakelverfahren aufzubringen. Störungen im Erscheinungsbild des Farbtonfeldes
treten nicht auf, weil hier die Farbe bei ihrem Aufrakeln noch keine Effektpartikel
enthält.
In weiterer Ausgestaltung ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die
Effektpartikel in oder auf die auf die Farbtonkarte aufgebrachte Farbe vor deren
Trocknung oder Härtung ein- oder aufgebracht werden. Hiermit ist gewährleistet,
daß sich die Effektpartikel dauerhaft und sicher mit der Farbe verbinden, ohne daß
dafür ein besonderes Verbindungsmittel, wie zusätzlicher Klebstoff oder Klarlack,
eingesetzt werden muß.
Zur Erzielung einer möglichst realistischen Widergabe einer mit Farbe
beschichteten rauhen Oberfläche, wie z.B. einer Putz- oder Wandfläche eines Gebäudes,
ist in weiterer Ausgestaltung vorgesehen, daß die Flüssigschichtdicke der Farbe
bei ihrem Auftrag auf die Farbtonkarte und das Material und die Korngröße oder das
Korngrößenspektrum der Effektpartikel so aufeinander abgestimmt werden, daß die
in die Farbe eingebrachten Effektpartikel vollständig von der Farbe
benetzt werden und nach dem Trocknen oder Härten der Farbe fühlbar aus der Oberfläche
des/jedes Farbtonfeldes vorragen. Damit ist gewährleistet, daß dort, wo ein Effektpartikel
im Farbtonfeld liegt, nicht die Eigenfarbe des Effektpartikels sichtbar wird, sondern
auch hier nur die auf die Farbtonkarte aufgetragene Farbe mit dem ihr eigenen Farbton
zu sehen ist. Eine vorherige passende Einfärbung der Effektpartikel ist deshalb
vorteilhaft nicht nötig. Da die Schichtdicke der Farbe nach dem Trocknen oder Härten
deutlich geringer ist als im noch flüssigen Zustand unmittelbar nach dem Auftragen,
treten im trockenen oder gehärteten Zustand der Farbe die dann mit Farbe überzogenen
Effektpartikel deutlich aus der Oberfläche des Farbtonfeldes hervor, wodurch die
gewünschte fühl- und sichtbare Rauhigkeit besonders wirksam erzielt wird.
Um die Rauhigkeit einer natürlichen Oberfläche, die mit Farbe beschichtet
ist, rein optisch oder in Kombination fühlbar und optisch sichtbar deutlich wiederzugeben,
ist in einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens vorgesehen, daß das Material
der Effektpartikel so auf die Farbe abgestimmt wird, daß die Farbe in ihren an den
Effektpartikeln haftenden und/oder die Effektpartikel unmittelbar umgebenden Bereichen
nach dem Trocknen oder Härten einen dunkleren Farbton als in ihren übrigen Bereichen
aufweist. Auf diese Weise wird erreicht, daß bei Betrachtung eines Farbtonfeldes
auf der Farbtonkarte der optische Eindruck einer rauhen, farbig beschichteten Oberfläche
entsteht, bei der infolge der Rauhigkeit durch schrägen oder flachen Lichteinfall
punktuelle Schattierungen auftreten. Hiermit wird eine besonders realistische Wiedergabe
erreicht.
Wenn ein Effekt erzielt werden soll, bei dem die Effektpartikel selbst
sichtbar bleiben müssen, dann ist vorgesehen, daß die Flüssigschichtdicke der Farbe
bei ihrem Auftrag auf die Farbtonkarte und das Material und die Korngröße oder das
Korngrößenspektrum der Effektpartikel so aufeinander abgestimmt werden, daß die
auf die Farbe aufgebrachten Effektpartikel auf der Farbe liegen bleiben und daß
nach dem Trocknen oder Härten der Farbe die Effektpartikel an ihrer Unterseite mit
der Farbe verbunden sind und sichtbar auf der Oberfläche des/jedes Farbtonfeldes
liegen.
Eine weitere Abwandlung des Verfahrens sieht vor, daß die Flüssigschichtdicke
der Farbe bei ihrem Auftrag auf die Farbtonkarte und das Material und die Korngröße
oder das Korngrößenspektrum der Effektpartikel so aufeinander abgestimmt werden,
daß die in die Farbe eingebrachten Effektpartikel nur über einen Teil ihrer Höhe
in die Farbe einsinken und daß nach dem Trocknen oder Härten der Farbe die Effektpartikel
mit ihrem oberen, von der Farbe unbenetzten Teil sichtbar aus der Oberfläche des/jedes
Farbtonfeldes vorragen. Hierbei werden die Effektpartikel besonders sicher in der
Farbe verankert und bleiben zugleich an der Farbtonfeldoberfläche noch mit ihrer
eigenen Färbung und Oberflächenbeschaffenheit sichtbar.
Insbesondere für Farben mit einem nur sichtbaren, aber nicht fühlbaren
Effekt wird vorgeschlagen, daß eine lasierende Farbe eingesetzt wird und daß die
Flüssigschichtdicke der Farbe bei ihrem Auftrag auf die Farbtonkarte und das Material
und die Korngröße oder das Korngrößenspektrum der Effektpartikel so aufeinander
abgestimmt werden, daß die in die Farbe eingebrachten Effektpartikel vollständig
in die Farbe einsinken und daß nach dem Trocknen oder Härten der Farbe die Effektpartikel
vollständig von der Farbe benetzt, jedoch sichtbar, in der Farbe liegen.
Schließlich ist erfindungsgemäß noch vorgesehen, daß die Farbtonkarte
vor oder nach dem Aufbringen der Farbe mit einer informierenden und/der werbenden
Beschriftung und/oder Bebilderung bedruckt wird. Diese vorab oder nachträglich erfolgende
Bedruckung kann mit jedem beliebigen gängigen Druckverfahren erfolgen, weil ein
vorheriges Bedrucken keinen störenden Einfluß auf das anschießende Aufbringen von
Farbe und Effektpartikeln auf die Farbtonkarte hat und weil auch das vorherige Aufbringen
von Farbe und Effektpartikeln auf die Farbtonkarte keinen störenden Einfluß auf
ein anschießendes Bedrucken hat.
Insgesamt besteht bei der erfindungsgemäßen Farbtonkarte und bei dem
Verfahren zu deren Herstellung eine große Freiheit bei der Gestaltung der Farbtonkarte,
was die Herstellung von interessanten und hochwertigen Farbtonkarten erlaubt. Die
wiedergebbaren Effekte sind sehr vielfältig und können z.B. Rauheffekte, Glanzeffekte,
Metalleffekte, Reflexionseffekte oder Schattierungseffekte, jeweils einzeln oder
in Kombinationen miteinander, sein. Die Farbtonkarten können dabei die Form loser
einzelner, glatter oder gefalzter Zuschnitte, die Form von Farbfächern oder Farbbüchern
oder die Form von Farbdisplays oder Farbetiketten haben.
Im folgenden wird die Erfindung beispielhaft anhand einer Zeichnung
erläutert. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine Farbtonkarte mit mehreren
Farbtonfeldern in Draufsicht.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Farbtonkarte
1 aus einem bogenförmigen Zuschnitt 10, z.B. aus einem starken
Papier oder leichten Karton.
Auf die Farbtonkarte 1 sind hier drei Farbtonfelder
2.1, 2.2 und 2.3 unmittelbar aufgebracht, beispielsweise
im Lackdruckverfahren, das das gleichzeitige Aufbringen aller drei Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 mit unterschiedlichen Farbtönen erlaubt. Jedes Farbtonfeld
2.1 bis 2.3 hat hier eine rechteckige Umrißform, wobei die Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 jeweils einen geringen Abstand, z.B. von einigen mm,
voneinander einhalten.
Rechts von dem unteren Farbtonfeld 2.3 liegt ein Bild
4', das hier das gleiche Format hat wie die einzelnen Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 und das von den benachbarten Farbtonfeldern
2.2 und 2.3 den gleichen Abstand aufweist, wie die Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 untereinander.
Das Bild 4' ist, ebenso wie eine informierende und/oder werbende
Beschriftung 4, vorab in einem ersten Herstellungsschritt oder abschließend
in einem letzten Herstellungsschritt auf den Papierzuschnitt 10 in einem
üblichen Druckverfahren aufgedruckt. Für die Herstellung der Beschriftung
4 und des Bildes 4' auf der Farbtonkarte 1 kann jedes
geeignete gängige Druckverfahren eingesetzt werden.
In einem eigenen Verfahrensschritt erfolgt das Aufbringen der Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 auf die Farbtonkarte 1. Das Aufbringen der
Farbe 2 für jedes Farbtonfeld 2.1 bis 2.3 erfolgt hier
mittels eines geeigneten Druckverfahrens, wie Lackdruck, das vorzugsweise eine gleichzeitige
und positionsgenaue Aufbringung aller Farbtonfelder 2.1 bis 2.3
erlaubt. Bei diesem Herstellungsschritt wird zunächst jede Farbe 2 pur,
das heißt noch ohne Effektpartikel 3, in einer vorgebbaren Flüssigschichtdicke
auf den Papierzuschnitt 10 aufgetragen.
In einem weiteren Verfahrensschritt werden der auf den Papierzuschnitt
10 bereits aufgetragenen Farbe 2 in deren noch flüssigem Zustand
Effektpartikel 3 in Form eines Effektpulvers zugegeben. Diese Effektpartikel
3 haben im dargestellten Beispiel die Eigenschaft, daß sie nach dem Aufbringen
auf die Farbe 2 von dieser vollständig benetzt werden.
Nach dem Trocknen oder Härten der Farbe 2, das mit einer
Verkleinerung der Farbschichtdicke verbunden ist, ragen die von der Farbe
2 umhüllten Effektpartikel 3 aus der Oberfläche der Farbtonfelder
2.1 bis 2.3 hervor. Auf diese Weise wird ein fühlbarer Rauheffekt
in den Farbtonfeldern 2.1 bis 2.3 erzeugt, der eine sehr realistische
Wiedergabe von mit Farbe beschichteten rauhen Oberflächen, z.B. Putz- oder Wandflächen
von Gebäuden, erlaubt.
Zusätzlich können hier die Effektpartikel 3 die Eigenschaft
aufweisen, daß sie in ihrer unmittelbaren Umgebung zu einem dunkleren Farbton der
Farbe 2 führen als in den übrigen Bereichen der Farbe 2. Auf diese
Weise wird auch optisch der Effekt einer mit Farbe beschichteten rauhen Oberfläche
mit einem schrägen oder flachen Lichteinfall wiedergegeben.
In der Gesamtwirkung ergibt sich so eine der Realität sehr nahe kommende
Darstellung der mit Farbe beschichteten rauhen Oberfläche in den Farbtonfeldern
2.1 bis 2.3.
Abweichend von dem dargestellten Beispiel kann die Farbtonkarte
1 auch eine kleinere oder größere Anzahl von Farbtonfeldern enthalten.
Auch besteht die Möglichkeit, mehrere Zuschnitte 10 zu einem Farbmusterbuch
zu binden oder den Papierzuschnitt 10 größer zu bemessen und ihn durch
Falzen in Form eines aufklappbaren, mehrseitigen Farbtonprospekts zu gestalten.