Es ist bekannt, dass in vielen Bereichen des sportlichen und jagdlichen
Schießens Monte Carlo Schäfte verwendet werden. Diese Schäfte zeichnen sich durch
eine gesenkte Kante oberhalb der Schaftanschlagsfläche aus. Dies ermöglicht es dem
Schützen den Schaft höher einzusetzen, ohne dabei mit der oberen Kante der Schaftauflagefläche
über und damit auf das Schlüsselbein des Schützen zu kommen, da dies bei der Treffpunktlage
einen Tiefschuß zur Folge hätte. Dieser wird hervorgerufen durch die an der Kontaktstelle
zwischen Schaft und Körper entstehende einseitige Druckverlagerung auf das Schlüsselbein
und der damit verbundenen Senkung der Mündung, was zudem auch die exakte Bewegung
der Läufe erschwert. Bei der Schussabgabe erhöht sich zusätzlich dieser Druck, was
dann auch oft zu schmerzhaften Begleiterscheinungen führen kann. Dies wird bei Monte
Carlo Schäften, die von vornherein als solche geplant sind, durch das Herausschneiden
der Holzecke (Kunststoffecke bei Kunststoffschäften) oberhalb der Schaftkappe und
einer Verlängerung der unteren Kante erreicht (allerdings über die gesamte Länge
des Schaftes), so dass die Schaftauflagefläche nicht verkürzt wird.
Es ist bisher nicht möglich an einem normalen Schaft die vorteilhafte
Wirkung von Monte Carlo Schäften zu integrieren und gleichzeitig den hohen Ansprüchen
des modernen Schießens gerecht zu werden. Ebenfalls ist es unmöglich die originale
Schaftform zu erhalten, um jederzeit zur ursprünglichen Schaftvariante zurückzukehren.
Die gleiche Problematik verhindert es, bei einem bestehenden Monte Carlo Schaft
die Monte Carlo Eigenschaft zu erhöhen. Umgekehrt ist es allerdings auch nicht möglich
einen Monte Carlo Schaft in einen handelsüblichen Normalschaft abzuändern, da das
Stück Holz (Kunststoff bei Kunststoffschäften) aus der oberen Ecke des Schaftendes
fehlen würde.
Diese Probleme werden durch die im Patentanspruch aufgeführten Merkmale
einer Schaftkappe, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die obere Kante der am Körper
aufliegenden Anschlagsfläche auf die bei Monte Carlo Schäfte übliche Weise nach
unten versetzt ist, ohne jedoch den Schaftkörper als solchen zu verändern, erreicht.
Die mit der Erfindung erreichten Vorteile bestehen insbesondere darin,
dass es möglich ist, die vorteilhaften Eigenschaften eines Monte Carlo Schaftes
mit jedem handelsüblichen Schaft zu vereinen, ohne die eigentliche Schaftform dauerhaft
zu schädigen. Genauso ist es nun möglich eine zu schwach ausgeprägte Monte Carlo
Eigenschaft eines echten Monte Carlo Schaftes zu verbessern. Sollte jedoch ein Monte
Carlo Schaft von vornherein seine Monte Carlo Eigenschaft durch eine Schaftkappe,
wie im Patentanspruch erwähnt, erhalten, könnte man ihn jederzeit in einen normalen
Schaft wandeln. Bei dieser Variante wäre die Schaftanschlagsfläche der Monte Carlo
Kappe von üblicher Größe, während die nachträglich zu installierende Normalkappe
etwas größer als handelsüblich sein müsste, da das bei der Monte Carlo Kappe fehlende
Eckstück ebenfalls bedeckt werden müsste. Umgekehrt verhält es sich bei der vorher
erwähnten Umrüstung eines Schaftes auf das Monte Carlo Schaftsystem. Hier wird die
Anschlagfläche bei Umbau durch die im Patentanspruch erwähnte Schaftkappe verkleinert,
um die Monte Carlo Eigenschaften zu erhalten.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden im folgenden näher beschrieben:
1: Ein Monte Carlo Schaft aus Holz oder
Kunststoff (1), an den nachträglich eine wie im Patentanspruch beschriebene
Schaftkappe (2 + 3) angebracht wurde. Der mit der Ziffer
2 markierte Bereich zeigt die üblicherweise verwendete Kunststoffschiene
mittels derer das vorzugsweise aus Gummi bestehende Endstück (3) angebracht
wird. Zusammen ergeben die in Klammern gesetzten Bereiche 2 und
3 die eigentliche Schaftkappe. Somit wurde die für Monte Carlo Schäfte
übliche Eigenschaft (4) des Schaftes (Erhöhung der Senkung ohne die Treffpunklage
zu verändern) nochmals gesteigert (5).
2: Ein standartisierter Holz- oder Kunstoffschaft
(1), an den nachträglich eine wie im Patentanspruch beschriebene Schaftkappe
(2 + 3) angebracht wurde. Der mit der Ziffer 2 markierte
Bereich zeigt die üblicherweise verwendete Kunststoffschiene mittels derer das vorzugsweise
aus Gummi bestehende Endstück (3) angebracht wird. Zusammen ergeben die
in Klammern gesetzten Bereiche 2 und 3 die eigentliche Schaftkappe.
Somit entsteht ein Monte Carlo Schaft, der allerdings eine etwas verkleinerte Anschlagsfläche
(4) hat.
Das gleiche Bild könnte allerdings auch einen echten Monte Carlo Schaft
darstellen, bei dem die für Monte Carlo Schäfte übliche Eigenschaft (5)
des Schaftes (Erhöhung der Senkung ohne die Treffpunklage zu verändern) durch eine
wie im Patentanspruch beschriebene Schaftkappe geschaffen wurde. Hier wäre dann
der Wechsel zu einem Standardschaft möglich, indem man einfach eine große, normale
Schaftkappe anbringt, nach dem man die andere entfernt hat.