Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Haarergänzung mit einem
Trägerband, an dem eine Vielzahl von Haaren befestigt ist, und mit einem Klebeband,
um die Vorrichtung zu befestigen.
STAND DER TECHNIK
Als Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art ist ein Produkt der
Firma HairContrast bekannt, das als "Tape ON and OFF-System" bezeichnet wird. Die
bekannte Vorrichtung weist ein Trägerband aus Polyurethan mit Gewebeeinlage auf,
an das Echthaare angeknüpft sind, welche sich an einer Seite des Trägerbands von
diesem weg erstrecken. Auf der anderen Seite wird ein doppelseitiges Klebeband auf
das Trägerband aufgeklebt. Mit dem doppelseitigen Klebeband kann die bekannte Vorrichtung
an vorhandene Haare angeklebt werden. Hierzu wird vorzugsweise eine dünne Haarsträhne
zwischen den Klebebändern von zwei Vorrichtungen oder zwischen zwei Abschnitten
derselben Vorrichtung angeordnet, so dass die Klebebänder unter Zwischenordnung
der Haarsträhne aneinander geklebt werden. Durch das Aneinanderkleben der beiden
Klebebänder unter Einbettung der Haarsträhne wird ein guter Halt der bekannten Vorrichtung
an der Haarsträhne erreicht. Die bekannte Vorrichtung ist jedoch mit verschiedenen
Nachteilen verbunden. Durch das Anknüpfen von Echthaar an das Trägerband stehen
von dem Trägerband auf derselben Seite nicht nur die gewünschten langen Abschnitte
der Haare sondern auch gegenläufige kurze Haarabschnitte ab. Die gegenläufigen kurzen
Abschnitte, deren Schuppen eine gegenläufige Orientierung zu den Schuppen der gewünschten
langen Haarabschnitte und den natürlichen vorhandenen Haaren eines Trägers der Vorrichtung
haben, resultieren in eine Tendenz zum Verfilzen der Haare im Ansatz an das Trägerband.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die bekannte Vorrichtung beim Tragen im
Bereich ihrer Befestigung relativ stark aufträgt. Sie besteht bei zwei gegeneinander
geklebten Vorrichtungen aus zwei Trägerbändern mit angeknüpften Haaren, zwei Klebebändern
und der dazwischen angeordneten Haarsträhne. Ein weiterer Nachteil ist, dass es
nicht möglich ist, das Klebeband unter Beibehaltung der Anzahl der ergänzten Haare
pro Längeneinheit der Vorrichtung in seiner Breite zuzuschneiden, um es beispielsweise
unauffällig an relativ kurzen vorhandenen Haaren zu befestigen. Letztlich ist die
bekannte Vorrichtung auch extrem arbeitsintensiv in ihrer Herstellung und entsprechend
teuer.
AUFGABE DER ERFINDUNG
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile der bekannten
Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art möglichst weitgehend zu beseitigen.
LÖSUNG
Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des unabhängigen Schutzanspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der neuen
Vorrichtung sind in den Unteransprüchen 2 bis 10 beschrieben.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Bei der neuen Vorrichtung sind die Haare direkt an die Rückseite des
Klebebands angeklebt, so dass das Klebeband zugleich das Trägerband bildet. Durch
den Verzicht auf ein separates Trägerband neben dem Klebeband trägt die neue Vorrichtung
bei ihrer Verwendung deutlich weniger im Bereich ihrer Befestigung auf, als die
bekannte Vorrichtung. Dabei ist es überraschend, dass der einfache Aufbau der neuen
Vorrichtung überhaupt für eine dauerhafte Verankerung der Haare an dem Klebeband
ausreichend ist. Tatsächlich ist aber eine solche dauerhafte Verankerung erreichbar,
wenn den hier gemachten Vorgaben gefolgt wird.
Bevorzugt ist es, wenn die Haare parallel nebeneinander an die Rückseite
des Klebebands angeklebt sind, wobei sie sich senkrecht zu der Haupterstreckung
des Bandes erstrecken. Die Haare der neuen Vorrichtung verlaufen also im Bereich
ihrer Befestigung an dem Klebeband völlig geradlinig. Dies entspricht einer minimalen
mechanischen Beanspruchung der Haare, und entsprechend einer vernachlässigbaren
Neigung der Haare, zu brechen. Überdies werden die parallel nebeneinander an die
Rückseite des Klebebands angeklebten Haare vorzugsweise über die gesamte Breite
des Klebebands von dem Klebeband gehalten, um ihnen eine maximale Verankerung an
dem Klebeband zu bieten. Darüber hinaus bedeutet diese Anordnung der Haare, dass
das Klebeband in seiner Breite zugeschnitten werden kann, ohne dass die Anzahl der
Haare pro Länge des Klebebands bei der Vorrichtung reduziert wird. Die Verankerung
der Haare verliert dabei zwar entsprechend der reduzierten Abstützlänge an dem Klebeband
an Sicherheit, dies ist jedoch in vielen Fällen unkritisch. Auch in der Länge kann
bei dem Klebeband der neuen Vorrichtung ein problemloses Zuschneiden erfolgen. Wenn
parallel zu den Haaren geschnitten wird, geht im Idealfall kein einziges Haar im
Randbereich der einzelnen Abschnitte verloren.
Das Klebeband kann ein doppelseitiges Klebeband sein, dessen eine
Seite direkt für das Ankleben der Haare an die Rückseite des Klebebands genutzt
werden kann, während die andere Seite zum Befestigen der Vorrichtung dient. Die
Befestigung der neuen Vorrichtung an vorhandenen Haaren eines Trägers kann grundsätzlich
genauso wie die Befestigung der bekannten Vorrichtung erfolgen.
Es versteht sich, dass das Klebeband möglichst weitere bevorzugte
Eigenschaften aufweist. Hierzu gehört, dass das Klebeband in seiner Haupterstreckungsebene
begrenzt verformbar sein sollte, um sich der jeweiligen dreidimensionalen Kopfform
anpassen zu können. Sinnvoll ist dabei, wenn die Verformbarkeit begrenzt ist, damit
nicht die Verklebung der Haare mit dem Klebeband überbeansprucht wird. Eine solche
begrenzte Verformbarkeit ist aber auch ausreichend.
Weiterhin ist es bevorzugt, wenn das Klebeband transparent ist, um
nicht aufgrund seiner Farbe in den Haaren aufzufallen. Dies heißt nicht, dass die
Haare der neuen Vorrichtung nicht eine bewusst auffällige Farbe haben können.
Besonders bevorzugt ist es bei der neuen Vorrichtung, wenn die Haare
in ihrem Bereich, in dem sie an die Rückseite des Klebebands angeklebt sind, versiegelt
sind. Eine solche Versiegelung sorgt beispielsweise bei Haaren aus Echthaar dafür,
dass ihre hygroskopischen Eigenschaften unterdrückt werden. Es kommt damit in dem
Bereich, in dem die Haare an die Rückseite des Klebebands angeklebt sind, nicht
zu den sowohl in Längen- als auch in Durchmesserrichtung üblichen Schwankungen der
Abmessungen der Haare mit der Luftfeuchtigkeit, die ihrer einfachen Verklebung normalerweise
entgegenstehen.
Auch bei Haaren aus Kunsthaar sind mit der Versieglung in dem Bereich,
in dem die Haare an die Rückseite des Klebebands angeklebt sind, Vorteile verbunden,
weil hierdurch beispielsweise eine Beschädigung des Kunsthaars durch Lösungsmitte
in den eingesetzten Klebstoffen verhindert werden kann.
Die neue Vorrichtung kann auf der Rückseite des Klebebands mit einer
die Haare überziehenden Abdeckschicht enden. D. h., die neue Vorrichtung weist nur
das Klebeband als in dessen Haupterstreckungsrichtung durchgängige tragende Struktur
auf. Alle weiteren Bestandteile der Vorrichtung sind entweder nicht durchgängig
oder wie die Klebemittelschichten oder auch die genannte Abdeckschicht aufgrund
ihrer geringen Dicke bzw. ihrer Zusammensetzung nicht tragend.
Vorzugsweise ist die Abdeckschicht der neuen Vorrichtung matt, d.
h. nicht glänzend, was wie die Transparenz des Klebebands für eine unauffällige
Befestigung der neuen Vorrichtung von Vorteil ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Schutzansprüchen und der gesamten Beschreibung. Weitere Merkmale sind den Zeichnungen
– insbesondere den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen
mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung
– zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen
der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Schutzansprüche abweichend von
den gewählten Rückbeziehungen ist ebenfalls möglich und wird hiermit angeregt. Dies
betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungsfiguren dargestellt sind
oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen
unterschiedlicher Schutzansprüche kombiniert werden.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in den Figuren dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiels weiter erläutert und beschrieben.
1 zeigt eine Ansicht der neuen Vorrichtung
von außen.
2 zeigt eine Ansicht der neuen Vorrichtung
von innen; und
3 zeigt einen Querschnitt durch die neue
Vorrichtung im Bereich ihres Klebebands.
FIGURENBESCHREIBUNG
Die Figuren zeigen eine Vorrichtung zur Haarergänzung. Dabei kann
die Vorrichtung sowohl zur unauffälligen Ergänzung vorhandener Haare in einer gleichen
Farbe als auch zur Bereitstellung farbiger Effekte genutzt werden. Dabei wird die
in den Figuren dargestellte Vorrichtung typischerweise an vorhandene Haare angeklebt,
wobei zwei solcher Vorrichtungen oder Abschnitte derselben Vorrichtung von zwei
Seiten gegen eine Haarsträhne des bei einem zukünftigen Träger der Vorrichtung vorhandenen
Haars geklebt werden, so dass sich die Klebstoffschichten über die Strähne des vorhandenen
Haars hinweg miteinander verbinden. Dies sorgt für eine dauerhafte Verankerung der
Vorrichtung an den vorhandenen Haaren.
Um die in den 1 bis 3
gezeigte Vorrichtung durch Kleben befestigen zu können, weist sie ein Klebeband
1 auf, an das auf seiner dem Betrachter gemäß 1
zugewandten Rückseite 2 eine Vielzahl von Haaren 3 angeklebt ist.
Die Haare 3 verlaufen parallel zueinander über die Breite des Klebebands
2 und sind über diese gesamte Breite an das Klebeband 2 angeklebt.
Diese Art der Befestigung der Haare 3 an dem Klebeband 1, die
im Zusammenhang mit 3 noch näher erläutert werden wird,
erlaubt es, dass das Klebeband 1 sowohl seiner Länge nach, was in
1 durch eine Linie 4 angedeutet ist, als auch
seiner Breite nach, was in 1 durch eine Linie
5 angedeutet ist, zuzuschneiden, ohne dass sich hierdurch die Anzahl der
Haare 3 pro Längeneinheit des Klebebands 1 reduziert.
Zur anklebenden Befestigung der Vorrichtung gemäß den 1
bis 3 ist die Vorderseite 6 des
Klebebands 1 vorgesehen, die dem Betrachter in 2
zugewandt ist. Genau genommen blickt der Betrachter in 2
entweder auf ein abziehbares Abdeckband 7 oder eine darunter befindliche
Klebstoffschicht 8 des Klebebands 1, wie dies näher aus
3 hervorgeht, auf die jetzt weiter Bezug genommen wird.
Das Klebeband 1 ist ein doppelseitiges Klebeband, das neben der Klebeschicht
3 an seiner Vorderseite, die von dem Abdeckband 7 abgedeckt wird,
bis dieses zur Benutzung der Vorrichtung abgezogen wird, eine weitere Klebeschicht
9 an seiner Rückseite 2 aufweist. Auf dieser Klebeschicht
9 sind die Haare 3 angeordnet, wobei die Haare 3 in dem
Bereich, in dem sie an das Klebeband 1 angeklebt sind, mit einer Versiegelung
10 versehen sind. Diese Versiegelung unterdrückt bei den aus Echthaar bestehenden
Haaren 3 die hygroskopischen Eigenschaften und damit jede wesentliche Abmessungsänderung
der Haare 3 in allen drei Dimensionen bei Änderungen der Luft- bzw. Umgebungsfeuchtigkeit.
Derartige, ohne die Versiegelung 10 auftretende Abmessungsänderungen der
Haare führen sonst regelmäßig dazu, dass sich Haare bei den üblicherweise auftretenden
Schwankungen der Luft- bzw. Umgebungsfeuchtigkeit aus einer Verklebung lösen. Zusätzlich
zu der Klebstoffschicht 9 und der Versiegelung 10 können die Haare
in eine in 3 nicht dargestellte Klebstoffmatrix eingebettet
sein, um sie an das Klebeband 1 anzukleben. Aber auch die Versiegelung
10 kann eine die Haare 3 einbettende durchgängige Matrix ausbilden.
Auf den Haaren 3 bzw. deren Versiegelung oder einer zusätzlichen Klebstoffmatrix
ist eine matte Abdeckschicht 11 vorgesehen, die den Aufbau gemäß
3 auf der Rückseite 2 des Klebebands
1 abschließt. Die matte Abdeckschicht dient ebenso wie eine transparente
Ausbildung des Klebebands 1 einschließlich der Klebstoffschichten
8 und 9 und auch einer etwaigen zusätzlichen Klebstoffmatrix dazu,
die optische Wirkung der Vorrichtung gemäß den 1 bis
3 vollständig auf die Haare 3 zu
konzentrieren. Die Klebstoffschicht 3 des Klebebands 1 einschließlich
des Abdeckbands 7 kann erneuerbar sein, um die Vorrichtung gemäß den
1 bis 3 wieder
verwenden zu können. Überdies ist das Klebeband 1 einschließlich der Klebstoffschichten
8 und 9, einer etwaigen zusätzlichen Klebstoffmatrix und der Abdeckschicht
11 wassertest und zumindest bei Verwendung geeigneter Spezialwaschmittel
waschbeständig, so dass auch um die Vorrichtung gemäß den 1
bis 3 ergänzte Haare von dem Träger der Vorrichtung
gewaschen oder der Träger mit der Vorrichtung schwimmen kann. Es versteht sich,
dass die Laufrichtung der Haare bezüglich der Orientierung ihrer Schuppen bei der
Vorrichtung gemäß den 1 bis von dem Klebeband
1 aus gesehen dieselbe ist wie bei Echthaar, das von der Wurzel aus betrachtet
wird.
1- Klebeband
2- Rückseite
3- Haar
4- Linie
5- Linie
6- Vorderseite
7- Abdeckband
8- Klebeschicht
9- Klebeschicht
10- Versiegelung
11- Abdeckschicht