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Dokumentenidentifikation DE20221398U1 17.11.2005
Titel Keilzinkanlage
Anmelder NKT Neue-Keilzink-Technologie Maschinenbau oHG, 75031 Eppingen, DE
Vertreter Mayer, Frank und Schön, 75173 Pforzheim
DE-Aktenzeichen 20221398
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.11.2005
Registration date 13.10.2005
Application date from patent application 24.12.2002
File number of patent application claimed 102 60 970.5
IPC-Hauptklasse B27F 1/14

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Keilzinkanlage nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Keilzinkanlagen sind in der Technik wohl bekannt. Sie dienen dazu, aus Schnitthölzern große und mechanische stabile Balken, Platten und dergleichen herzustellen. In einem ersten Verfahrensschritt werden hierbei aus einem Strom von Brettern oder Kanthölzern mittels Sägen die unbrauchbaren Abschnitte, insbesondere solche, die Astlöcher oder dergleichen beinhalten, entfernt. Hierdurch erhält man fehlerstellenfreie Schnitthölzer. Diese Schnitthölzer werden nun paketweise zusammengefasst oder einzeln einer Fräsvorrichtung zugeführt. Im weiteren wird jeweils von Schnittholzpaketen gesprochen, wobei die beschriebenen Vorrichtung ebenso mit einzelnen Schnitthölzern betrieben werden können.

Mittels der Fräsvorrichtung werden jeweils Keilzinken in die Stirnseiten der Schnitthölzer gefräst. Hierzu legen die Schnittholzpakete auf einem Frästisch auf und werden durch eine Relativbewegung zwischen Frästisch und den Werkzeugeinheiten der Fräsvorrichtung an einem oder mehreren Fräsköpfen vorbeigeführt.

Der Frästisch fährt entlang einer ersten Richtung aus der Fräsvorrichtung heraus, oder die Fräsvorrichtung bzw. deren Werkzeugeinheiten, wird entlang einer ersten Richtung vom Frästisch weggefahren, um das bearbeitete Schnittholzpaket entlang einer zweiten Richtung, die im allgemeinen von der ersten Richtung verschieden und meist senkrecht zur ersten Bewegungsrichtung ist, an einen Puffertisch zu übergeben. Hierzu weist der Puffertisch zumeist jeweils einen Bandförderer auf, der sich in die zweite Bewegungsrichtung erstreckt.

Vom Puffertisch werden die Schnittholzpakete an eine Vereinzelungs- und Übergabestation übergeben, von der aus die Schnitthölzer einem Förderer übergeben werden, der sie einer Presse zuführt. Dort werden die zuvor beleimten Schnitthölzer an ihren Stirnseiten zusammengepresst, so dass die gewünschte größere Struktur entsteht.

In vielen Fällen ist die Fräsvorrichtung im Vergleich zu den nachgeordneten Bearbeitungsstationen die schnellste Komponente der Gesamtanlage, so dass es bekannt ist, mittels einer Fräsvorrichtung zwei oder mehr Vereinzelungs- und Übergabestationen mit jeweils einer nachgeordneten Presse zu versorgen. Hierzu weist jede Übergabestation einen vorgeordneten Puffertisch auf, der vom Frästisch angefahren und mit Schnittholzpaketen versorgt wird. Die beiden Puffertische müssen naturgemäß einen gewissen Abstand voneinander haben, so dass der Frästisch zum Erreichen des von der Fräsvorrichtung weiter entfernten Puffertisches einen relativ weiten Weg zurücklegen muss. Während der Zurücklegung dieses Weges steht der Frästisch für den nächsten Fräsvorgang nicht zur Verfügung, so dass ein Teil der eigentlich sehr hohen Leistungsfähigkeit der Fräsvorrichtung wieder eingebüßt wird. Das heißt, durch die Verdopplung der Anzahl der Pressen kann bei Beibehaltung derselben Fräsvorrichtung nicht unbedingt die Gesamtleistung der Keilzinkanlage verdoppelt werden.

Es treten jedoch auch Fälle auf, bei denen der limitierende Faktor in der Gesamtleistung der Keilzinkanlage die Fräsvorrichtung ist, so dass eine Erhöhung der Gesamtleistung der Keilzinkanlage nur durch eine Erhöhung der Leistung der Fräsvorrichtung oder einer Erhöhung Ihrer Ausnutzung erreicht werden kann.

Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Keilzinkanlage, bei der eine oder mehrere Pressen von einer oder mehreren Fräsvorrichtung versorgt werden, dahingehend zu verbessern, dass die Gesamtleistung der Anlage erhöht werden kann, ohne die Einzelleistungen der Press(en) oder der Fräsvorrichtung(en) erhöhen zu müssen.

Diese Aufgabe wird mit einer Keilzinkanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Keilzinkvorrichtung weist einen zwischen wenigstens einem Pufferband und wenigstens einer Vereinzelungs- und Übergabestation verfahrbaren Verteilertisch auf. Dadurch kann erreicht werden, dass die Transportbewegung der Schnitthölzer von der Fräsvorrichtung zu der oder den Vereinzelungs- und Übergabestationen teilweise von der Bewegung des Frästisches bzw. der Fräsen entkoppelt wird, sodass die mittlere Taktzeit der Fräsvorrichtung verkürzt wird, was gleichbedeutend mit einer Erhöhung der Ausnutzung ist. Besonders vorteilhaft ist, dass diese Erhöhung der Ausnutzung im Wesentlichen unabhängig von relativen Position zwischen Fräsvorrichtung und Vereinzelungs- und Übergabestation ist.

Insbesondere bei Anlagen, die zwei oder mehr Vereinzelungs- und Übergabestationen und nachgeordnete Pressen aufweisen, kann durch Einsatz eines Verteilertisches die Leistung der Gesamtanlage wesentlich erhöht werden, da hier aus Platzgründen notwendigerweise wenigstens eine Vereinzelungs- und Übergabestation relativ weit von der Fräsvorrichtung entfernt sein muss, siehe hierzu Anspruch 2.

Es sind auch Ausführungsformen mit zwei oder mehr Puffertischen möglich, die jedoch aufgrund des Vorhandenseins des Verteilertisches unmittelbar benachbart sein können, so dass auch hier eine Verkürzung des mittleren Laufweges des Frästisches erreicht wird.

Ausführungsformen, die die weiteren Merkmale der Ansprüche 5 und 6 aufweisen, sind bevorzugt, da hier die Orientierung der Schnitthölzpakete während des Transports von der Fräsvorrichtung bis zu der oder den Vereinzelungs- und Übergabestationen erhalten bleibt. Hierdurch benötigt man keine Drehtische oder ähnliches.

Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus den nun mit Bezug auf die Zeichnungen erläuterten Ausführungsbeispielen.

Es zeigen:

1 eine Prinzipdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der Erfindung,

1af die Funktionsweise der in 1 dargestellten Vorrichtung,

2 eine Prinzipdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der Erfindung,

3 die Prinzipdarstellung eines Puffertisches in der Seitenansicht,

4 eine Keilzinkanlage nach dem Stand der Technik,

5 eine weitere Keilzinkanlage nach dem Stand der Technik.

Im folgenden werden zwei Ausführungsbeispiele beschrieben, bei denen jeweils zwei Pressen von einer Fräsvorrichtung versorgt werden:

Die 1 und 1af zeigen einen Teil einer Teilzinkanlage. Auf dem Zuführband 2 werden Schnittholzpakete P zugeführt. Diese werden zunächst auf den Frästisch 8 übergeben (siehe 1a). Nach Übergabe des Schnittholzpaketes P auf den Frästisch 8 wird dieser in der ersten Richtung A durch die Fräsvorrichtung bewegt, die hier aus einer ersten Fräse 4 und einer zweiten Fräse 6 besteht. Während des Vorbeiführens des Schnittholzpaketes an den Fräsköpfen 4a und 6a wird dieser jeweils in Richtung der Fräsköpfe gedrückt, so dass an den Stirnseiten der Schnitthölzer die gewünschte Keilzinkung entsteht.

Hier ist zwar ein Ausführungsbeispiel mit zwei Fräsen dargestellt, es sind jedoch auch Vorrichtungen bekannt, die mit nur einer Fräse auskommen, hier ist der Frästisch 8 um eine Vertikalachse drehbar, so dass auch hier beide Stirnseiten der Schnitthölzer bearbeitet werden. Auch eine solche Fräsvorrichtung ist in einer Anlage, wie sie nun weiter beschrieben wird, einsetzbar.

Als nächstes wird das Schnittholzpaket P entlang der zweiten Richtung B vom Frästisch 8 auf den Puffertisch 10 übergeben (1c). Der Puffertisch 10 weist an seiner Oberfläche ein Laufband 11 auf. Art der Stirnseite des Puffertisches ist eine Anschlagklappe 15 angeordnet, die so lange geschlossen bleibt, bis das betreffende Schnittholzpaket an den Verteilertisch 17 weitergegeben werden soll.

Der Verteilertisch 17 ist, wie der Frästisch 8 auch, entlang der Richtung A verfahrbar. Somit können über den Puffertisch 10 sowohl die erste Vereinzelungs- und Übergabestation 20, als auch die zweite Vereinzelungs- und Übergabestation 20' erreicht werden. In 1d ist dargestellt, wie das Schnittholzpaket P in Richtung der zweiten Vereinzelungs- und Übergabestation 20' verfahren wird. Während dies geschieht, fährt der Frästisch 8 bereits zurück, um ein neues Schnittholzpaket vom Zuführband 2 aufnehmen zu können.

Im nächsten Schritt (1e) wird das Schnittholzpaket dem Zuführtisch 22' der zweiten Vereinzelungs- und Übergabestation 20' entlang der zweiten Richtung B zugeführt. Von dort aus werden die Schnitthölzer in bekannter Weise vereinzelt und dem Zuführband 30' übergeben. Hierzu wird das Schnittholzpaket mittels des Schiebers 24' über die Kante 22A' geschoben, so dass die einzelnen Schnitthölzer auf den Längsförderer 26' fallen und von diesem beschleunigt und dem Zuführband 30' übergeben werden.

Das Zuführband 30 transportiert die Schnitthölzer in Richtung der hier nicht dargestellten Presse. Während dies geschieht, wird bereits ein weiteres Schnittholzpaket gefräst, welches anschließend der ersten Vereinzelungs- und Übergabestation 20 übergeben wird (s. hierzu 1f). Hierfür muss in diesem Ausführungsbeispiel der Verteilertisch 17 nicht bewegt werden, sondern der Verteilertisch 17 verbindet den Puffertisch 10 unmittelbar mit dem Zuführtisch 22 der ersten Vereinzelungs- und Übergabestation.

Wie man sieht, kann dadurch, dass der Weg, den die Schnittholzpakete in der ersten Richtung A zurücklegen müssen, nur teilweise vom Frästisch 8 übernommen werden muss, die Auslastung der Fräsvorrichtung deutlich erhöht werden.

2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel sind hier zwei Puffertische vorhanden, nämlich der erste Puffertisch 10 und der weitere Puffertisch 12. Der erste Puffertisch 10 ist hier ortsfest und dient ausschließlich dem Zuführen von Schnittholzpaketen zur ersten Vereinzelungs- und Übergabestation 20. Der weitere Puffertisch 12 ist unmittelbar neben dem ersten Puffertisch 10 angeordnet. Somit muss der Frästisch 8 zum Erreichen des weiteren Puffertisches 12 einen geringfügig weiteren Weg zurücklegen. Dieser weitere Weg ist jedoch immer noch wesentlich kürzer als derjenige, der nötig ist, wenn die zweite Vereinzelungs- und Übergabestation 20' direkt vom Frästisch angefahren werden muss (siehe hierzu 5). Der Verteilertisch 17 dient in diesem Ausführungsbeispiel ausschließlich der Versorgung der zweiten Vereinzelungs- und Übergabestation 20'. Die erste Übergabestation 20 wird direkt vom Puffertisch 10 versorgt.

Zu den oben dargestellten Ausführungsbeispielen gibt es zahlreiche Variationsmöglichkeiten. Wesentlich ist ausschließlich, dass ein Teil des Weges in der ersten Richtung A von einem Verteilertisch 17 übernommen wird und somit der Frästisch 8 einen kompletten Zyklus in einer entsprechend kürzeren Zeit abarbeiten kann.

In Variation zum ersten Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, Frästisch 8, Puffertisch 10 und Verteilertisch 17 als Doppel- oder Mehrfachtische auszuführen. Weiterhin kann ein Verteilertisch auch bei Anlagen mit mehreren Fräsvorrichtungen eingesetzt werden.

2Zuführband 4erste Fräse 6zweite Fräse 8Frästisch 10Puffertisch 11Laufband 12weiterer Puffertisch 15Anschlagklappe 17Verteilertisch 20, 20'Vereinzelungs- und Übergabestation 22, 22'Zuführtisch 22a, 22a'Kante 24, 24'Schieber 26, 26'Längsförderer 30, 30'Zuführband

Anspruch[de]
  1. Keilzinkanlage zur Bearbeitung von Schnitthölzern mit:

    – wenigstens einer Fräsvorrichtung (4, 6) mit wenigstens einem Fräswerkzeug (4a, 6a),

    – wenigstens einem Frästisch (8), auf dem die Schnitthölzer in einer Relativbewegung an dem Fräswerkzeug vorbeigeführt werden und von dem aus die Schnitthölzer auf wenigstens einen Puffertisch (10) übergeben werden,

    – wenigstens eine dem Puffertisch (10) nachgeordnete Vereinzelungs- und Übergabestationen (20, 20'), mittels der die Schnitthölzer jeweils über einen Förderer jeweils einer Presse zugeführt werden,

    dadurch gekennzeichnet, dass zwischen wenigstens einem Puffertisch (10) und wenigstens einer Übergabestationen wenigstens ein verfahrbarer Verteilertisch (17) angeordnet ist.
  2. Keilzinkanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Vereinzelungs- und Übergabestationen vorhanden sind.
  3. Keilzinkanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Puffertische (10, 12) vorhanden sind, wobei einer der Puffertische (10) eine Vereinzelungs- und Übergabestation (20) direkt versorgt.
  4. Keilzinkanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass alle Vereinzelungs- und Übergabestationen (20, 20') von dem Verteilertisch (17) versorgt werden.
  5. Keilzinkanlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Frästisch in einer ersten Richtung A aus der Fräsvorrichtung herausgefahren wird, oder die Fräsvorrichtung in einer ersten Richtung A vom Frästisch weggefahren wird, und wobei der Verteilertisch ebenfalls in der ersten Richtung A verfahren wird.
  6. Keilzinkanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergabe der Schnitthölzer vom Frästisch auf das Pufferband und vom Pufferband auf den Frästisch in einer zweiten Richtung B erfolgt, die im wesentlichen senkrecht zur ersten Richtung ist.
Es folgen 11 Blatt Zeichnungen






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