Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verschluss-System für
Schuhe, insbesondere Sportschuhe nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Ein Verschluss-System dieser Art ist beispielsweise aus der
EP 0 474 708 bekannt, wo mittels Spannelemente
und einem drehbaren Zentralverschluss die sich gegenüberliegenden Schließlappen
des Schuhes geschlossen bzw. geöffnet werden können.
Diese Vorrichtung weist den Nachteil auf, dass trotz kontinuierlicher
Einstellung mittels der Spannelemente und einfacher Bedienung durch den Zentralverschluss
eine aufwendige und teure Konstruktion Verwendung findet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demnach, ein Verschluss-System
für Schuhe, insbesondere Sportschuhe zu schaffen, wo mit einfachen und kostengünstigen
Mitteln ein schnelles Schließen und Öffnen des Schuhes ermöglicht wird, ohne auf
eine kontinuierliche Einstellung des Verschluss-Systems mit dem damit verbunden
Komfort verzichten zu müssen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, dass durch einfaches
Verdrehen des Drehverschlusses das Verschluss-System geöffnet oder verschlossen
werden kann. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann das Öffnen durch das
Betätigen einer Schnellauslösung erfolgen. Des weiteren besteht dieses Verschluss-System
aus wenigen, kostengünstigen Bauteilen, welche bei Bedarf erneuert bzw. ausgetauscht
werden können.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung noch näher erläutert.
Dabei zeigen
1 eine perspektivische Ansicht eines
Schuhes mit dem erfindungsgemäßen Verschluss-System;
2 eine Teilansicht eines ersten Ausführungsbeispiels
des Verschluss-Systems mit einem Spannband;
3 eine Teilansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
des Verschluss-System mit zwei Spannbändern;
4 eine Draufsicht auf das Verschluss-System
mit einem Drehverschluss mit Schnellauslösung;
5 ein Schnitt gemäß Linie V-V in
4
In 1 ist ein Schuh 1 schematisch
dargestellt, welcher in diesem Fall ein Sportschuh ist. Es kann aber auch ein anderer
Schuh sein, wie z.B. Laufschuh, Wanderschuh oder Sprinterschuh. Dieser Schuh
1 ist mit einem Verschluss-System 2 ausgerüstet, welches die beiden
Seitenteile 3, 4 des Schuh-Schaftes 5 miteinander verbindet.
Das Verschluss-System besteht hierbei im Wesentlichen aus einem Drehverschluss
6 sowie einem Spannband 7. Der Drehverschluss ist bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß 1 an dem einen Seitenteil 3 des Schuhes
1 durch geeignete Mittel, wie z.B. Vernieten oder Verschrauben, angeordnet
und besteht aus einem Gehäuse 8 und einem drehbaren Betätigungsknopf
9.
In dem Gehäuse 8 ist ein Zahnrad 10 angeordnet,
welches mit der Verzahnung 11 am Spannband 7 in Eingriff kommt.
Durch Verdrehen des Betätigungsknopfes 9 in Pfeilrichtung „Z" wird
der Drehverschluss 6 in Schließrichtung – siehe Pfeil „S"
– bewegt und somit der eine Seitenteil 3 des Schuhes 1 in
Richtung des gegenüberliegenden Seitenteils 4 bewegt und somit der Schuh
verschlossen.
Dabei kann der Drehverschluss solange verdreht werden, bis die gewünschte
Schließposition erreicht ist. Gegebenenfalls kann durch Vorwärts- oder Rückwärtsdrehen
des Drehverschlusses 6 eine Feinjustierung vorgenommen, bis ein komfortabler
Sitz erreicht ist, ohne dass der Schuh-Schaft im Ristbereich unangenehmen Druck
auf den Fuß des Benutzers ausübt.
Wie in den 1 und 2
dargestellt, kann das Spannband 7 aus einem einteiligen Kunststoffband
12 bestehen, welches seitlich am Schuh-Schaft 5 durch nicht näher
dargestellte Mittel, wie z.B. ein Niet 13 vorzugsweise drehbar angeordnet
ist. Natürlich kann dieses Spannband 7 auch aus anderen Werkstoffen, wie
z.B. Leichtmetall oder Carbon bestehen. Wichtig ist lediglich, dass das Spannband
7 bzw. die Verzahnung 11 gegen vorzeitige Abnutzung resistent
ist. Die Verzahnung 11 kann wie dargestellt innerhalb einer Langlochausnehmung
14 angeordnet sein, was eine geringe Baubreite mit sich bringt. Die Verzahnung
11 könnte jedoch auch am äußeren Rand des Spannbandes 7 vorgesehen
sein.
Eine noch bessere Justierung bzw. Einstellung lässt sich durch die
in 3 dargestellte Ausführungsform erreichen, wo anstelle
eines Spannbandes zwei Spannbänder 7 und 7' vorgesehen sind. Dabei
ist das eine Spannband 7 an einem nicht dargestellten Seitenteil des Schuh-Schaftes
und das andere Spannband 7' am gegenüberliegenden Seitenteil durch nicht
näher dargestellte Mittel, wie z.B. ein Niet 13 angebracht. Der Vorteil
dieser Ausführungsform besteht darin, dass beim Betätigen des Drehverschlusses
6 bzw. des Betätigungsknopfes 9 beide Spannbänder 7 und
7' gegenläufig in Pfeilrichtung „Z 1" und „Z 2" aufeinander
zu bewegt werden. Damit werden beide Seitenteile in gleichem Maße bewegt, was eine
gleichmäßige Druckverteilung im Ristbereich zur Folge hat und somit noch mehr Komfort
bedeutet.
Das Öffnen des Verschluss-System kann anstelle durch Verdrehen des
Betätigungsknopfes 9 auch mittels einer Lasche 15 erfolgen, welche
als Verlängerung des Spannbandes 7 ausgebildet ist. Indem man die nach
oben abgewinkelten Lasche 15 vom Schuh 1 wegzieht, wird ein Druck
auf das Zahnrad 10 im Gehäuse 8 des Drehverschlusses
6 ausgeübt und der Drehverschluss bewegt sich in Öffnungsrichtung.
Die 4 und 5
zeigen eine Variante mit einer Sperre 16 und einer Schnellauslösung mittels
einer Entriegelungstaste 17. Die Sperre 16 besteht hierbei aus
einer innerhalb des Betätigungsknopfes 9 angeordneten Innenverzahnung
18, welche beim Verdrehen des Betätigungsknopfes 9 in Schließrichtung
„S" in einen Riegel 19 eingreift, welcher durch eine nicht dargestellte
Feder in Richtung Innenverzahnung 18 gedrückt wird.
Beim Betätigen dieses Riegels 19 in Richtung des Betätigungsknopfes
9 wie in 5 dargestellt, wird die Verriegelung
aufgehoben und der Drehverschluss kann in Öffnungsrichtung bewegt werden. Um das
Entriegeln der Sperre 16 zu erleichtern Seite ein Anschlag 20
vorgesehen sein, damit sich der Finger des Benutzers beim Öffnen gut abstützen kann.
Somit ist eine einfache und sichere Handhabung des Verschluss-Systems
2 möglich.
Wie außerdem im Schnittbild nach 5 schematisch
dargestellt, kann der Drehverschluss 6 durch einfaches Vernieten oder Verklipsen
von zwei Gehäuseteilen 8' und 8'' ermöglicht werden. Damit wird
eine billige und einfache Bauweise ermöglicht.