Die Erfindung bezieht sich auf einen Kipphebelzünder, z. B. für Irritationskörper,
aber auch Handgranaten, Rauch- und Nebelkörper.
Solche Körper weisen ein Gehäuse auf, das zumindest eine, in der Regel
mehrere pyrotechnische Ladungen, z. B. Irritationsladungen aufnimmt, die nach dem
Zünden einen Knall und einen Lichtblitz erzeugen. Der Irritationskörper ist mit
einem Kipphebelzünder versehen, der einen durch eine Federanordnung stark vorgespanntes
Schlagstück aufweist, das durch den Kipphebel in dieser Lage gehalten wird. Der
Kipphebel wird durch eine mechanische Sicherung, meist einen Splint mit einem Abzugsring,
in seiner Position gehalten.
Beim Einsatz des Irritationskörpers wird dieser von einer Person umfasst,
sodass der Kipphebel in der an dem Gehäuse anliegenden Lage gehalten wird. Nach
Lösen der mechanischen Sicherung und anschließendem Fortschleudern des Irritationskörpers
wird der Kipphebel durch die starke Federvorspannung des Schlagstücks verschwenkt,
bis das Schlagstück auf ein Zündhütchen zum Zünden der Irritationsladung oder der
Irritationsladungen auftrifft.
Ein Beispiel für einen Irritationskörper ist in der DE
19944486 beschrieben. Die bei der Funktion des Irritationskörpers entstehende
Druckwelle kann zu schweren Verletzungen führen, wenn der Irritationskörper bei
seiner Funktion in der Hand gehalten wird.
Die üblichen Sicherungssplinte (um den Kipphebel in seiner Position
zu halten) haben Ausziehkräfte von ca. 40 N bis 80 N.
Die Sicherungssplinte sind mit einem Ring ausgestattet, an dem der
Anwender den Splint aus dem Gehäuse zieht.
In unübersichtlichen Situation kann es vorkommen, dass sich der Abzugsring
an einem Gegenstand verhakt und der Anwenden durch Ziehen am Irritationskörper versehentlich
den Sicherungssplint herauszieht und den Irritationskörper auslöst.
Aus diesem Grund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Sicherheit
eines solchen Irritationskörpers zu erhöhen und eine Konstruktion anzugeben, bei
er eine versehentliche Entsicherung des Irritationskörpers durch bloßes Ziehen in
eine Richtung nicht möglich ist.
Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruches
1 gelöst, das heißt, dass eine zweite mechanische Sicherung zum Verhindern der Verschwenkung
des Kipphebels vorgesehen ist.
Üblicherweise ist die zweite mechanische Sicherung unabhängig von
der ersten mechanischen Sicherung, sodass die Reihenfolge zum Entfernen der beiden
Sicherungen im Grunde beliebig ist. Es sind natürlich Konstruktionen denkbar, in
denen die mechanische Konstruktion der beiden mechanischen Sicherungen so ausgestaltet
ist, dass die Reihenfolge der Entfernung der Sicherungen zwangsweise vorgegeben
ist.
Durch die zweite mechanische Sicherung wird die Sicherheit gegen ungewolltes
Auslösen erheblich erhöht. Sollte er Anwendern versehentlich die erste Sicherung
entfernen ohne dass der Irritationskörper sicher umfasst ist, so wird trotzdem eine
Auslösung durch die zweite Sicherung verhindert. Kipphebelzünder nicht in Funktion
tritt. Der Anwender wird daraufhin den Irritationskörper sicher mit der Hand umfassen
und erst anschließend die zweite Sicherung entfernen. Nach dem Fortschleudern des
Irritationskörpers verschwenkt dann, durch die Federanordnung unterstützt, der Kipphebel,
sodass der Schlagbolzen auf das Zündhütchen aufschlägt und dieses zündet. Gegebenenfalls
wird durch das Zündhütchen eine Verzögerungsladung gezündet, die dann die Irritationsladung
beziehungsweise die Irritationsladungen vorzugsweise sequentiell zündet.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die zweite
mechanische Sicherung radial gegenüber dem am Gehäuse anliegenden Kipphebel, sodass
eine gute räumliche Trennung zwischen den beiden Sicherungen gegeben ist. Die Auszugsrichtungen
der beiden Sicherungseinrichtungen sind dabei von einander abweichend. Die zweite
Sicherung ist vorzugsweise als Steckteil etwa in Form einer Klammer ausgebildet,
die auf einen Flügel eines Ansatzes auf der Oberseite des Gehäuses aufgesteckt werden
kann, wobei dieser Ansatz auch den Kipphebelzünder trägt.
Ein Schenkel der Klammer ist vorzugsweise mit einem Rastvorsprung,
zum Beispiel einer kleinen Noppe versehen, die in ein entsprechendes Rastloch des
Flügels eingreift. Hierdurch wird verhindert, dass die Klammer versehentlich, etwa
beim Verladen des Irritationskörpers von dem Ansatz entfernt wird; andererseits
ist die Noppe so ausgebildet, dass die Gabel bei kräftigem Ziehen mit ihrer Noppe
aus dem Rastloch herausgezogen werden kann.
Die zweite mechanische Sicherung ist bevorzugt aus Kunststoff hergestellt,
sodass sie eine gewisse Elastizität erhält.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser stellen dar:
1 eine Seitenansicht eines Irritationskörpers
mit zwei mechanischen Sicherungen gemäß der Erfindung;
2 eine perspektivische Ansicht des Irritationskörpers
gemäß 1, wobei beide mechanischen Sicherungen entfernt
sind; und
3 einen Querschnitt durch den oberen Bereich
des Irritationskörpers gemäß 1 zur Erläuterung der zweiten
mechanischen Sicherung.
Ein Irritationskörper 1 gemäß 1
weist ein Gehäuse 2 auf, in dem mehrere pyrotechnische Irritationsladungen,
zum Beispiel Knall- oder Blitzladungen aufgenommen sind, wie dieses aus dem oben
beschriebenen Stand der Technik hervorgeht. Auf der Oberseite des Gehäuses
2 ist ein Ansatz vorgesehen, der vorzugsweise in den Deckel des Gehäuses
3 eingeschraubt ist. Dieser Ansatz 3 weist, wie aus
3 hervorgeht, einen Schraubbolzen 4 auf, der
zentral in den Gehäusedeckel des Gehäuses 2 eingeschraubt ist. Am oberen
Ende des Schraubbolzens 4 ist ein Zündhütchen 5 vorgesehen, das
über einen Kanal 6 eine Verzögerungsladung 7 für die pyrotechnischen
Ladungen in dem Gehäuse 2 anzünden kann.
Auf dem oberen Teil des Schraubbolzens 4 ist ein Kipphebelzünder
11 aufgeschraubt, der ein Schlagstück 15 aufweist, das in der
gesicherten Stellung, wie aus 1 zu ersehen, durch einen
Kipphebel 12 gehalten wird, der praktisch an dem Gehäuse 2 anliegt.
Das Schlagstück 15 ist um eine Schwenkachse 13 mit Hilfe einer
Schraubenfeder 14 verschwenkbar. Wenn der Kipphebel verschwenkt wird, schlägt
der Schlagstück 15 auf das Zündhütchen 5 des Irritationskörpers
auf und löst damit die Zündung der einzelnen pyrotechnischen Irritationsladungen
aus.
Der Kipphebel 12 des Kipphebelzünders 11 wird in
einer sicheren Stellung gemäß 1 durch einen Splint
16 gehalten, der durch ein Loch 17 des Kipphebels und ein entsprechendes
Loch 18 in dem Ansatz 3 gesteckt ist. Der Splint 16 ist
mit einem abklappbaren Zugring 19 versehen. Der Splint 16 mit
dem Zugring 19 ist eine erste bekannte mechanische Sicherung, die vor dem
Einsatz des Irritationskörpers entfernt werden muss.
Als zweite mechanische Sicherung ist eine Klammer 20 in Form
einer zweizinkigen Gabel vorgesehen, die an ihrem oberen Ende mit einem ebenfalls
abklappbaren Zugring 21 verbunden ist. Die Klammer 20 wird auf
den Flügel 10 des Zünerbopfes 8 aufgesteckt und weist an ihrem
einen Zinken eine Rastnoppe 22 auf, die in ein Rastloch 23 in
dem Flügel 10 eingreift. Die Klammer 20 legt sich hierbei an den
den Ansatz 3 umgreifenden vorderen Rand des Kipphebels 12 an,
und verhindert somit ein Verschwenken des Kipphebels 12 durch die Feder
14 auch dann, wenn die erste mechanische Sicherung aus Splint
16 und Zugring 19 bereits entfernt ist.
Die Klammer 20 ist etwa radial gegenüber dem Kipphebel
12 angeordnet.
Zum Einsatz des Irritationskörpers umfasst eine Person das Gehäuse
2 mit dem Kipphebel 12 und entfernt nacheinander die zwei mechanischen
Sicherungen und zieht den Splint 16 mit Hilfe des Zugringes 19
und die Klammer 20 mit Hilfe des Zugringes 21 aus ihren Halterungen.
Der Kipphebel wird durch die Hand der Person immer noch nahe an dem Gehäuse gehalten;
erst wenn der Irritationskörper fortgeschleudert wird, schwenkt der Kipphebel
12 durch die Feder 14 des Schlagstückes 15, sodass der
Schlagbolzen 15 auf das Zündhütchen 5 auftrifft.
Da zwei mechanische Sicherungen vor dem Einsatz des Irritationskörpers
entsichert werden müssen, führt das versehentliche Lösen von nur einer Sicherung
nicht zur Funktion.