Die Erfindung richtet sich auf ein sprengtechnisches Verdämmungssystem
der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Gattung.
Ein derartiges Verdämmungssystem, das wasserfüllbare Plastikschläuche
in Kartonzuschnitten offenbart, zeigt die DE-197 04 193 des Anmelders. Ein etwas
anderes, querschnitt-lich etwa halbzylindrisches System, zeigt die DE-33 41 459,
wobei dort der halbzylindrische Körper als biegesteifer Hohlzylinder ausgebildet
ist und z.B. mit Wasser füllbar ist, wobei eine zentrische, längsverlaufende, kreisförmige
Nut zur Aufnahme des Sprengstoffes dient. Der Körper kann mit längslaufenden Klebebeschichtungen
versehen sein, um so auf eine Tür od. dgl. geklebt werden zu können. Ähnliche Befestigungsmittel
sind auch in der gattungsbildenden Druckschrift des Anmelders beschrieben.
Die gattungsbildende Lösung ist bereits eine Verbesserung gegenüber
den starren, hohlen, halbzylindrischen Körpern nach der DE-33 41 459, da die Kartonzuschnitte
mit den innen befindlichen, im wesentlichen U-förmig gestalteten, zur Wasseraufnahme
dienenden Schläuche vergleichsweise leicht sind und sich, wenigstens in einem gewissen
Maße, zusammenfalten lassen.
Insbesondere die Transportsituation ist Ausgangspunkt der vorliegenden
Erfindung, deren Aufgabe darin besteht, ein sprengtechnisches Verdämmungssystem
zu schaffen, das mit sämtlichen Elementen zu einer kleinen, etwa im Rucksack eines
Benutzers mitzuführenden Einheit zusammenfaltbar ist, und daher einen sehr geringen
Raumbedarf hat und gleichzeitig leicht und damit komfortabel zu transportieren ist.
Mit einem Verdämmungssystem der eingangs bezeichneten Art wird diese
Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß ein U-Schenkel des U-Bogens von
einem zwei parallel angeordnete, in Querrichtung biegestreifen Platten umschließenden
Kunststoffschlauch und der gesamte U-Bogen von einem weiteren Kunststoffschlauch
umschlossen ist, wobei die Schlauchgrößen der Ausdehnung der mit dem Verdämmungsmedium
zu füllenden U-Bögen angepaßt sind.
Die von einem beidseitig offenen Schlauch umschlossenen Platten sorgen
bei der Benutzung des Systems für die Steifigkeit in der Gebrauchslage. Sie dienen
als Art Schacht für einen der U-Schenkel, der sich bei Füllung mit z.B. Wasser im
Inneren vollständig aufbläht und von den Stegplatten und umhüllenden Schlauch formstabil
gehalten wird.
Der andere Schenkel ist dann nach dem U-Bogen wieder parallel zu dem
anderen Schenkel außerhalb der Stegplatten geführt, wobei das Gesamtsystem von einem
Kunststoffschlauch zur Bildung der Systemeinheit geschlossen ist. Der andere U-Schenkel
kann sich somit in dem von dem äußeren Hüllschlauch definierten Freiraum bei Füllung
aufblähen. Erkennbar werden alle wesentlichen Elemente des Verdämmungssystems in
der Nichtbenutzungslage von Kunststoffschläuchen gebildet, die zwangsläufig vergleichsweise
leicht sind, wenig Platz benötigen und faltbar sind.
Um die Faltbarkeit zu verbessern, sieht die Erfindung in Ausgestaltung
vor, daß die Platten quer zu ihrer Längserstreckung faltbar sind, d.h. das Gesamtsystem
läßt sich rollen oder etwa zick-zack- oder spiralförmig zusammenlegen und so als
Transporteinheit benutzen. Wird beispielsweise in der Gebrauchslage der U-Bogen
mit Wasser gefüllt, ergibt sich die dann notwendige Steifigkeit und Handhabbarkeit.
Die Platten können z.B. als Hohlkammerstegplatten, als Kunststoff- oder als Wellpappeplatten,
als mehrlagige Kartonplatten od. dgl. ausgebildet sein.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren
Unteransprüchen. So kann vorgesehen sein, daß die Stegplatten in einem eigenen,
an seinen Stirnseiten geschlossenen Kunststoffschlauch untergebracht sind. Dies
dient der zusätzlichen Fixierung der Platten im System, ohne die Faltbarkeit damit
aufzuheben.
Der äußere Hüllschlauch ist erfindungsgemäß in weiterer Ausgestaltung
mit Befestigungsmitteln, etwa wie den eingangs schon beim Stand der Technik beschriebenen
Klebestreifen versehen, hier können aber Magnetbänder od. dgl. aufgeklebt sein,
um etwa das Verdämmungssystem auf Stahl- bzw. Eisenflächen anbringen zu können.
Wesentlich ist, daß die Befestigungsmittel die Faltbarkeit nicht behindern, was
durch derartige Klebe- oder Magnetstreifen gewährleistet ist.
Die Erfindung sieht auch vor, daß die in der Gebrauchslage dem Befestigungsmittel
zugewandte Stegplatte auf ihrer dem U-Schenkel zugewandten Seite mit einem ersten
Aufnahmeschlauch für einen Sprengstoff, z.B. Sprengschnur, versehen ist, wobei darüber
hinaus vorgesehen sein kann, daß die in der Gebrauchslage dem Befestigungsmittel
abgewandte Außenseite des die beiden Stegplatten umschließenden Schlauches mit einem
zweiten Aufnahmeschlauch für einen Sprengstoff, z.B. Sprengschnur, versehen ist.
Damit lassen sich Sprengschnüre nicht nur in das Innere des durch die Stegplatten
gebildeten Aufnahmeschachtes für den einen U-Schenkel, sondern auch dem anderen
U-Schenkel zugeordnete Sprengschnüre einziehen. Natürlich ist es zur Bildung einer
gesamten Einheit nützlich, den Hüllschlauch auch wenigstens auf
seiner Unterseite zu verschließen, was beispielsweise durch Zusammenschweißen der
den Hüllschlauch bildenden Folie möglich ist.
Um ein leichtes Einziehen der Sprengschnüre zu ermöglichen, ist vorgesehen,
daß im unteren Verschlußbereich des Außenhüllschlauches eine mittige Auslaßöffnung
für den ersten Sprengstoff-Aufnahmeschlauch und im Umlenkbereich des U-Bogens im
Außenhüllschlauch ein seitlicher Auslaß für den zweiten Sprengstoff-Aufnahmeschlauch
vorgesehen ist, wobei, wie dies die Erfindung auch vorsieht, die Sprengstoff-Aufnahmeschläuche,
wie an sich bekannt, mit Einzugsschnüren für den Sprengstoff ausgerüstet sind.
Es versteht sich von selbst, daß ein so ausgestaltetes sprengtechnisches
Verdämmungssystem auch mehrfach über- und nebeneinander benutzbar ist, wobei eine
Mehrzahl von Systemen durch eine zusätzliche Folie zu einer Einheit zusammenfaßbar
ist.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aufgrund der nachfolgenden Beschreibung sowie anhand der Zeichnung. Diese zeigt
in
1 eine vereinfachte, in den Proportionen
aus Darstellungsgründen stark vergrößerte Ansicht des unteren Teiles eines sprengtechnischen
Verdämmungsystemes mit nicht gefülltem Verdämmungsschlauch,
2 eine Darstellung gemäß 1
mit gefülltem, d.h. aufgeblähten Verdämmungsschlauch sowie in
3 eine Aufsicht auf das System, befestigt
an einer zu sprengenden Fläche in vereinfachter Darstellung.
Das allgemein mit 1 bezeichnete sprengtechnische Verdämmungssystem
wird im wesentlichen von einem z.B. mit Wasser füllbaren, im System U-förmig untergebrachten
Kunststoffschlauch gebildet, der in 1 vereinfacht ungefüllt
wiedergegeben ist und in 2 in seiner Ausdehnung im
Füllzustand zeichnerisch angedeutet ist.
Zur leichteren Identifizierung wird ein U-Schenkel des Schlauches
2 mit 2a bezeichnet, der in Schwerkraftrichtung unten liegende
U-Bogen mit 2b und der andere U-Schenkel mit 2c.
Um einen der beiden U-Schenkel 2a bzw. 2c in seinem
Füllzustand zu definieren und in seiner Ausdehnung einzugrenzen ist der eine U-Schenkel,
in 1 mit 2a bezeichnet, in einem schachtartigen
Gebilde untergebracht, welches von zwei zu ihrer Längsrichtung quer faltbaren Stegplatten
3 bereitgestellt wird, die ihrerseits von einem unten offenen Kunststoffschlauch
umgeben sind, dessen Umfangsgröße so bemessen ist, daß der Ausdehnungsraum für den
U-Schenkel 2a den entsprechenden Wünschen gemäß begrenzt ist. Der U-Schenkel
2a geht in den U-Bogen 2b über, der im unteren Bereich die eine
der beiden Stegplatten umgreift, um dann in den U-Schenkel 2c überzugehen.
Das Gesamtsystem wird schließlich von einem äußeren Hüllschlauch,
allgemein mit 5 bezeichnet, umgeben, der wiederum die Ausdehnungsfähigkeit
des U-Schenkels 2c beim Füllen begrenzt, wie sich dies insgesamt etwa aus
2 ergibt.
Der äußere Hüllschlauch kann z.B. mit Klebebändern oder einer Magnetfolie,
in 1 mit 6 bezeichnet, ausgerüstet sein, um
ihn an einer Tür od. dgl. ankleben zu können, wobei der Hüllschlauch 5
wenigstens an seiner Unterseite geschlossen ist, etwa durch eine Schweißnaht
7, wie dies ebenfalls in 1 vereinfacht wiedergegeben
ist.
Um Sprengstoffschnüre richtig positionieren zu können, ist auf der
nach innen weisenden Seite der mit 3a bezeichneten Stegplatte, die Befestigungsmitteln
6 zugewandt ist, ein erster Aufnahmeschlauch 8 angeordnet, der
auf der Vorderseite etwa mittig durch ein im äußeren Hüllschlauch befindliches Loch
9 aus dem System gezogen ist, wobei in diesem Schlauch ein Zugmittel, z.B.
eine Kordel 10, positioniert ist, an die z.B. eine Sprengstoffschnur befestigt
werden kann und somit durch einfaches Ziehen der Kordel oder der Schnur
10 dort in der Gebrauchslage einfädelbar ist.
Außen auf dem die Stegplatten 3a und 3b umgebenden
Schlauch 4 ist dem Schenkel 2c zugewandt ein zweiter Aufnahmeschlauch
11 positioniert, wiederum mit einer hier nicht näher dargestellten Zugkordel
zum Einziehen einer Sprengstoffschnur an einer objektfernen Position im System,
wobei dieser zweite Aufnahmeschlauch 11 seitlich durch eine Öffnung
12 im Bereich des U-Bogens 2b aus dem äußeren Hüllschlauch
5 herausgeführt ist.
In 3 ist vereinfacht dargestellt, wie
das System 1 z.B. auf einer Metalltür 13 mittels beispielsweise
eines Klebebandes 6 befestigt ist. Der U-Schlauch 2 ist mit Wasser
gefüllt und spannt somit den äußeren Hüllschlauch 5 querschnittlich etwa
in der in 3 wiedergegebenen Form. Auch ist dort angedeutet,
daß in die Aufnahmeschläuche 8 bzw. 11 bereits Sprengschnüre
14 eingezogen sind.
Das System kann auch mehrfach neben- oder übereinander angewandt werden,
etwa im Wechsel zwischen Stegplatten geführten U-Schenkeln und
freien U-Schenkeln im Wechsel mit einem Gesamthüllschlauch und einer Mehrzahl dieser
Systeme.