Die Erfindung betrifft einen Zigarrenanschneider zum frischen Anschneiden
eines Zigarrenkopfes vor dem Genuss einer Zigarre, der dazu dient, koaxial zur Längsachse
der Zigarre ein Loch mit kreisrundem Querschnitt in den Zigarrenkopf zu schneiden
und die Tabakreste aus dem Loch zu entfernen.
Bei einer Zigarre sind die zu einer Rolle zusammen gewickelten Tabakblätter
mit einem ebenfalls aus Tabak bestehenden Deckblatt umhüllt. Bei einigen Zigarren
ist das Ende der Zigarre, das dem Raucher als Mundstück dient und als Zigarrenkopf
bezeichnet wird, mit einem Tabakblatt verschlossen. Den höchsten Genuss bietet eine
Zigarre dann, wenn sie unmittelbar vor dem Rauchen angeschnitten wird.
Es sind Zigarrenanschneider bekannt, die mit Hilfe von einer oder
zwei ebenen flachen Klingen den verschlossenen Zigarrenkopf von der Zigarre abtrennen
(z.B. US0000005715602A, DE10007405A1).
Diese Zigarrenanschneider weisen den Nachteil auf, dass sie den Zigarrenkopf
durch den großflächig in Schnittrichtung quer zur Längsachse der Zigarre ausgeübten
Druck der Klinge quetschen und damit oft ein Ausfransen der Tabakblätter hervorrufen.
Dieser Effekt tritt umso mehr auf, je stumpfer die Klinge ist.
Die Fransen an der Schnittkante werden vom Raucher als sehr störend
empfunden, da sie den Genuss mindern, besonders dann, wenn sie sich während des
Rauchens ablösen.
Es sind weiterhin Zigarrenanschneider zum frischen Anschneiden eines
Zigarrenkopfes bekannt, mit deren Anschneidewerkzeug ein Grundloch mit kreisrundem
Querschnitt in den Zigarrenkopf geschnitten wird. Bei diesen Zigarrenschneidern
handelt es sich um ein Handwerkszeug mit einer zylindrischen Hülse, die an einem
Griffgehäuse angebracht oder in diesem versenkbar ist (DE
20020254, US 2003/0045700). An dem freien Ende ist die Hülse wie eine Messerklinge
angeschliffen. Der Anschnitt erfolgt, indem mit der einen Hand die Zigarre gehalten
und mit der anderen Hand der Zigarrenanschneider bzw. die Hülse auf den Zigarrenkopf
aufgesetzt und in eine drehende Schnittbewegung versetzt wird.
Dabei liegt die kreisrunde Schnittfläche beim Anschneiden voll auf
dem Zigarrenkopf auf. Der ausgeübte Druck verteilt sich somit gleichmäßig über die
Schnittfläche auf den Zigarrenkopf. Dieser gleichmäßig großflächig verteilte und
im Wesentlichen axiale Anschneidedruck führt leicht dazu, dass das den Zigarrenkopf
verschließende Deckblatt in nicht gewollter Weise rund um das erzeugte Grundloch
bricht und ausfranst. Dieser Effekt ist umso mehr zu beobachten, je trockener die
Zigarre ist, tritt aber auch bei ideal feuchten Zigarren auf.
Ein ist auch ein Zigarrenanschneider bekannt, der die Probleme der
Fransenbildung beim Anschnitt vermeidet, indem er mit einem Wendelbohrer ein Loch
in die Zigarre bohrt (DE 9044408). Der größte
Teil der Kappe des Zigarrenkopfes bleibt dabei unversehrt, weil vorzugsweise ein
Bohrer mit einem relativ geringen Durchmesser benutzt wird. Dieser Zigarrenanschneider
weist allerdings den Nachteil auf, dass er sich aufgrund seiner Bauweise und Größe
nicht dazu eignet, jederzeit mitgeführt zu werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zigarrenanschneider
zu schaffen, mit dem die Kappe eines Zigarrenkopfes sauber und ohne Fransen angeschnitten
bzw. angebohrt werden kann, und der gleichzeitig so klein ist, dass dieser jederzeit
mit sich geführt werden kann.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass als Anschneidewerkzeug eine
zylindrische Hülse mit mehreren aneinander gereihten zahnartigen Schneidmessern,
die ein umlaufendes Sägezahnprofil bilden, vorgesehen ist, die körperkraftbetrieben
in den Zigarrenkopf eingedreht wird.
Beim Anschneiden liegen nur die Spitzen der scharfen Schneidezähne
der Hülse auf dem Zigarrenkopf auf. Der durch die Rotation der gezahnten Hülse axial
und tangential ausgeübte Druck verteilt sich gleichmäßig auf die Schneidezähne.
Das kreisrunde Loch wird damit langsam über die Eintrittspunkte der Schneidezahnspitzen
in das Deckblatt des Zigarrenkopfes durch die weitere Rotation der Schneidezähne
durch axialen und tangentialen Druck erzeugt. Der immer nur punktuell hohe Druck
führt zum sanften Anschneiden des den Zigarrenkopf verschließenden Deckblattes,
ohne dass dieses bricht oder ausfranst. Die Fläche, auf die gleichzeitig Druck ausgeübt
wird, ist daher um ein Vielfaches geringer als bei bekannten Zigarrenanschneidern
mit zylindrischer Schneidhülse mit einer kreisrunden Schnittfläche entlang des Umfangs
der Hülse.
Die gezahnte Hülse ist in dem Zigarrenanschneider im Ausgangszustand
in einem Gehäuse verborgen und kann bei Bedarf mit einer Dreheinheit körperkraftbetrieben
über eine Achse, die gleichzeitig als Ausstoßer für die Tabakreste dient, aus diesem
herausgedreht werden.
Um die Hülse beim Anschneiden der Zigarre koaxial zur Längsachse der
Zigarre in einer fluchtenden Lage zu halten, weist das Gehäuse einen Zentrierteller
auf, auf den der Zigarrenkopf aufgesetzt wird und der beim Anschneiden
mit der einen Hand fest auf dem Zigarrenkopf gehalten wird. Im Mittelpunkt des Zentriertellers
befindet sich eine Durchtrittsöffnung für die gezahnte Hülse.
Ist die gezahnte Hülse des Zigarrenanschneider in die Zigarre eingedreht,
wird sie durch Herausziehen des Zigarrenanschneiders entfernt. Dabei werden die
in der Hülse vorhandenen Tabakreste mit herausgenommen. Die gezahnte Hülse wird
nun wieder über die Dreheinheit körperkraftbetrieben über die Achse im Gehäuse versenkt.
Dabei werden die in der Hülse enthaltenen Tabakreste ausgestoßen. Da diese sich
im Zentrierteller sammeln, können diese sauber entsorgt werden.
Bei dem beschriebenen Zigarrenanschneider ist es möglich, die gezahnte
Hülse aus dem Gehäuse herauszudrehen und wieder hineinzudrehen, ohne an dem Gehäuse
ansonsten äußerlich etwas zu verändern. Im Ausgangszustand, der auch dem Ruhe- und
Transportzustand entspricht, ist die Hülse im Gehäuse verborgen. Dies hat den Vorteil,
dass zum einen die scharte gezahnte Hülse vor Beschädigung durch äußere Einwirkungen
geschützt wird und zum anderen eine Beschädigung von umliegenden Gegenständen oder
Transportbehältnissen wie beispielsweise Jacken- oder Hosentaschen durch die scharfen
Zähne der Hülse ebenfalls ausgeschlossen ist.
Die Konstruktion des beschriebenen Zigarrenanschneiders ist montage-
und wartungsfreundlich, da sie sich durch lösbare Verbindungen einfach auseinanderschrauben
und wieder zusammensetzen lässt.
Nachstehend ist die Erfindung anhand einer Zeichnung beispielhaft
dargestellt und anhand der einzelnen Figuren detailliert beschrieben. Es zeigen:
1 eine dreidimsionale Explosionsdarstellung
des Zigarrenanschneiders
2 einen Schnitt durch den Zigarrenanschneider
in der Anfangslage
3 einen Schnitt durch den Zigarrenanschneider
in der Endlage
Die Zeichnungen zeigen den Zigarrenanschneider 1 mit einem
Gehäuse 2, in dem eine zylindrische gezahnte Hülse 4 als Anschneidewerkzeug,
eine Achse 5 mit einer Dreheinheit 7 und eine Schraube
6 angeordnet sind.
In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel wird das Gehäuse
2 aus einem zylindrischen Rohrstück, das an der Innenwand ein Gewinde
2a aufweist, und aus einem Zentrierteller 3, der nahtlos mit dem
zylindrischen Rohrstück verbunden ist und mittig eine kreisrunde Durchtrittsöffnung
3a für die gezahnte Hülse 4 aufweist, gebildet.
Die gezahnte Hülse 4 ist in der Ausgangsposition im Gehäuse
2 verborgen. Die gezahnte Hülse 4 besteht aus einem kreiszylindrischen
Rohrstück 4a, das entlang des Umfangs des Rohrstücks mehrere Schneidezähne
bzw. Schneidmesser 4b in Form eines umlaufenden Sägezahnprofils als Schneidwerkzeuge
besitzt, die in den hohlen Kreiszylinder nahtlos übergehen. Die Klingen
4c der Schneidmesser 4b können gerade, konkav oder konvex geformt
sein. Das zylindrische Rohrstück der gezahnten Hülse weist an der Außenseite über
ein kurzes Stück ein Gewinde 4d auf, das ein Gegengewinde zum Gewinde
2a des Gehäuses bildet. Der hohle Kreiszylinder 4a der gezahnten
Hülse 4 hat einen minimal geringeren Außendurchmesser als die Durchtrittsöffnung
3a des Zentriertellers. Durch die Durchtrittsöffnung im Zentrierteller
wird die gezahnte Hülse mit einer Dreheinheit 7 über eine Achse
5 aus dem Gehäuse gedreht. Die gezahnte Hülse 4 hat ihre Endposition
erreicht, wenn das Gewinde 4d der gezahnten Hülse 4 an dem dem
Zentrierteller zugewandten Ende des Gewindes 2a des Gehäuses angekommen
ist. Dies zeigt 2.
Der hohle Kreiszylinder der Hülse 4a weist an dem Ende, an
dem sich keine Schneidwerkzeuge befinden, eine kreisförmige Öffnung auf, die im
Ausführungsbeispiel durch zwei symmetrische gegenüberliegende Segmente verengt ist.
Diese so verengte Öffnung 4e ermöglicht eine Drehung der Hülse
4 über eine Achse 5.
Die Achse 5 besteht aus einem kreiszylindrischen Teil
5a, einem verengten Teil 5b, der im Ausführungsbeispiel aus einem
Kreiszylinder, der den gleichen Durchmesser wie 5a aufweist, durch das Entfernen
zweier identischer gegenüberliegender Kreiszylindersegmente entsteht, und damit
im Querschnitt der Form der verengten Öffnung 4e der gezahnten Hülse entspricht
und einem nochmals verengten Teil 5c, der aus einem, Kreiszylinder mit
einem geringeren Durchmesser als der des kreiszylindrischen Teils 5a durch
das Entfernen zweier identischer gegenüberliegender Kreiszylindersegmente entsteht.
Die Teile 5a, 5b und 5c sind nahtlos miteinander verbunden.
Ein Teil des dem kreiszylindrischen Teils 5a abgewandten Endstücks des
nochmals verengten Teils der Achse 5c ist mit einem Gewinde 5d
versehen. Der Durchmesser des Kreiszylinders 5a der Achse ist geringfügig
kleiner als der Innendurchmesser der gezahnten Hülse 4. Die Querschnitte
und die Längsschnitte des verengten Teils der Achse 5b und des nochmals
verengten Teils der Achse 5c sind ebenfalls geringfügig kleiner als der
Querschnitt und der Längsschnitt der verengten Öffnung 4e der gezahnten
Hülse, damit der verengte Teil der Achse 5b bis zum Beginn
des zylindrischen Teils 5a in die gezahnte Hülse 4 geschoben werden
kann.
Da die gezahnte Hülse über ein Gegengewinde 4d mit dem Gewinde
2a des Gehäuses verbunden ist, führt eine Drehung der Achse 5
zu einer Drehbewegung der gezahnten Hülse 4 innerhalb des Gehäuses und
damit je nach Drehrichtung der Achse zu einem Heraus- oder Hereindrehen der gezahnten
Hülse 4.
Um die gezahnte Hülse 4 durch die Drehung über die Achse
5 nicht in Richtung der dem Zentrierteller 3 abgewandten Seite
aus dem Gehäuse 2 herauszudrehen, wird das Gehäuse mit einer Schraube
6 geschlossen, die einen Anschlag für die den Schneidmessern
4b abgewandte Seite der Hülse 4 bildet. Schlägt die den Schneidmessern
4b abgewandte Seite der Hülse 4 an der Schraube 6 an,
so befindet sich der Zigarrenanschneider in der Anfangsposition, die auch gleichzeitig
die Ruhe- oder Transportposition ist. Die Schraube 6 weist ein Gegengewinde
6a zum Gewinde 2a des Kreiszylinders des Gehäuses auf und kann
somit in das Gehäuse eingedreht werden. Die Schraube besitzt koaxial zur Längsachse
eine kreisrunde Durchtrittsöffnung 6b, die einen Durchmesser aufweist,
der etwas größer ist als der Längsschnitt des nochmals verengten Teils der Achse
5c und etwas kleiner als der Längsschnitt des verengten Teils der Achse
5b, damit nur der nochmals verengte Teil der Achse 5c durch die
Durchtrittsöffnung hindurch treten und sich in diesem ungehindert drehen kann.
Um die Achse 5 im Zigarrenanschneider 1 zu fixieren,
werden als Dreheinheit 7 im Ausführungsbeispiel zwei Kreiszylinder
8 und 9 auf die Achse 5 geschraubt, die den über das
Gehäuse 2 hinaus stehenden Teil der Achse 5 völlig verdecken und
zusammen die Dreheinheit 7 bilden. Um mit der Dreheinheit 7 Drehbewegungen
durchführen zu können, ohne dass sich die Kreiszylinder 8 und
9 bei der Drehbewegung von der Achse 5 lösen, werden diese gegeneinander
gekontert. Alternativ könnte man anstelle der mechanischen Befestigungsmethode des
Konterns auch eine Verleimung vornehmen. Der eine Kreiszylinder 8 ist massiv
und weist im Ausführungsbeispiel einen kegelstumpfförmigen Hohlraum 8b
sowie mittig entlang seiner Achse ein Loch mit einen Gewinde 8a auf, das
ein Gegengewinde zum Gewinde 5d des verengten Teils der Achse darstellt.
Der andere Kreiszylinder 9 ist auch massiv und weist ebenfalls mittig entlang
seiner Achse ein Loch mit einen Gewinde 9a auf, das ein Gegengewinde zum
Gewinde 5d des nochmals verengten Teils der Achse 5c darstellt.
Das Gewinde 9a im Kreiszylinder 9 geht allerdings nicht durch den ganzen
Kreiszylinder 9 hindurch, sondern endet im Kreiszylinder 9.
Die Achse 5 wird durch das Anbringen der Dreheinheit
7 in einer festen Position gehalten.
1- Zigarrenanschneider
2- Gehäuse
2a- Gewinde
3- Zentrierteller
3a- Durchtrittsöffnung für 4
4- Hülse
4a- kreiszylindrisches Rohrstück
4b- Schneidmesser
4c- Klinge
4d- Gegengewinde zu 2a
4e- verengte Öffnung
5- Achse
5a- kreiszylindrischer Teil der Achse
5b- verengter Teil der Achse
5c- nochmals verengter Teil der Achse
5d- Gewinde
6- Schraube
6a- Gegengewinde zu 2a
6b- Durchtrittsöffnung für 5
7- Dreheinheit
8- Kreiszylinder
8a- Gegengewinde zu 5d
8b- Hohlraum
9- Kreiszylinder
9a- Gegengewinde zu 5d