GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
oder halbkontinuierlichen Gießen von Metallen gemäß dem Oberbegriff des beiliegenden
Anspruchs 1.
Elektromagnetische Bremsen umfassen Anordnungen zur Erzeugung eines
statischen durch Gleichstrom erzeugten Magnetfeldes oder eines durch Permanentmagneten
oder ein pulsierendes magnetisches Wechselfeld niedriger Frequenz erzeugten Magnetfeldes
in dem Flüssigmetall in einer Form in einer Vorrichtung zum kontinuierlichen oder
halbkontinuierlichen Gießen von Metallen. Wenn das einströmende Metall das Feld
durchläuft, wird die Bewegung des abfließenden Strahls in den Rest des Flüssigmetalls
hinein durch das Feld verzögert und der abfließende Strahl wird derart aufgeteilt,
dass sein Impuls abgeschwächt wird oder verschwindet. Die Grundprinzipien der Funktion
und die Vorteile solcher elektromagnetischer Bremsen sind von früher gut bekannt.
Das Gebiet der Erfindung umfasst insbesondere Vorrichtungen zum Gießen
von „Platten", wobei die Form einen rechteckigen Querschnitt aufweist und
gegenüberliegende Paare von Magnetkernen entlang der gegenüberliegenden Längsseiten
der Form angeordnet sind und jedes mit einem Joch verbunden ist.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG UND STAND DER TECHNIK
Im Stand der Technik ist bekannt, elektromagnetische Bremsen der eingangs
definierten Art anzuordnen, bei denen jeder Magnetkern in einen vorderen Teil, der
permanent an der Form angeordnet ist, und einen hinteren Teil, der lösbar mit dem
vorderen Teil verbunden ist, aufgeteilt ist. Jeder hintere Kernteil trägt eine Wicklung
und jede der Wicklungen ist im Wesentlichen parallel zu der Formwand um den hinteren
Magnetkernteil herum gewickelt. Der vordere Teil des Magnetkerns kann die Form einer
Platte oder dergleichen aufweisen, ein magnetisches Material umfassen und permanent
mit der Form verbunden sein. Der hintere Teil weist eine Fläche zur Anlage an den
vorderen Teil auf, die einen Bereich und eine Geometrie aufweist, die an den Bereich
und die Geometrie des vorderen Teils, der seinerseits wiederum unter anderem von
der Größe der Form abhängig ist, angepasst sind.
Ein Nachteil von Vorrichtungen nach dem Stand der Technik besteht
darin, dass sie für unterschiedliche Formen unterschiedlicher Größe eine individuelle
Anpassung des Magnetkernteils, um den herum die Wicklungen gewickelt sind, erfordern,
und dass die Form und Größe der verwendeten Magnetkerne sich von Fall zu Fall unterscheiden.
Magnetkerne nach dem Stand der Technik nehmen zusätzlich einen relativ
großen Raum in einer Richtung rechtwinklig aus der Formwand heraus ein.
ZIEL DER ERFINDUNG
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
und halbkontinuierlichen Gießen von Metallen bereitzustellen, mit einer elektromagnetische
Bremse, die derart konstruiert ist, dass sie einfach an unterschiedliche Formgrößen
angepasst werden kann. Zusätzlich sollen das Joch und die Magnetkerne auf eine Art
und Weise angeordnet sein, dass eine kompakte Bremse, die sich so wenig wie möglich
von der Formwand erstreckt, erzielt wird, um einen Zugriff auf Vorrichtungen, die
unter der Bremse angeordnet sind, zum Beispiel Hebevorrichtungen, zu ermöglichen.
Darüber hinaus soll zumindest ein Teil des Jochs an den an der Form
angeordneten Magnetkernen einfach zu befestigen und zu entfernen sein.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Das Ziel der Erfindung wird mit Hilfe einer Vorrichtung gemäß dem
beiliegenden Anspruch 1 erreicht.
Durch permanentes Befestigen der Magnetkerne an der Form, so dass
sie im Wesentlichen die gesamte Breite der Form bedecken, kann eben dieses Joch
mit Wicklung, demgemäß eine so genannte Standard-Bremse, für Vorrichtungen verwendet
werden, die auf Formen mit variierender Breite angewendet werden. Somit wird eine
solche Vorrichtung sehr kostengünstig, da keine spezielle Anpassung des Jochs mit
Wicklung für Formen mit unterschiedlichen Breiten durchgeführt werden muss, sondern
handelsübliche Joche mit Wicklung für verschiedene Anwendungen verwendet werden
können.
Die JP-A-09 057 401 offenbart eine Vorrichtung mit einem Joch, das
sich im Wesentlichen parallel zu der Gussrichtung erstreckt, so dass die magnetischen
Flusslinien längs und nicht quer verlaufen werden, und z. B. ein Ersetzen der Magnetkerne
durch längere oder kürzere dabei nur bedeuten würde, dass die magnetische Bremse
sich hier länger genau in der Gussrichtung erstrecken wird und jegliche Anpassung
davon an eine andere Formgröße nicht erreicht würde. Es wäre nicht genug, diese
Vorrichtung lediglich um 90° zu drehen, um zu der vorliegenden Erfindung zu
gelangen, da weitere Merkmale ebenfalls hinzugefügt werden müssen, um die Möglichkeit
zu erhalten, handelsübliche Joche mit Wicklungen, die unabhängig von der Breite
der jeweiligen Form sind, zu verwenden. Diese Vorrichtung mit der auf zwei Ebenen
wirkenden Bremse ist derart konstruiert, dass ihre Wartung erleichtert ist, was
einem vollständig anderen Zweck als dem Zweck der vorliegenden Erfindung dient.
Demgemäß legt die JP-A-09 057 401 eine „vertikale Bremse" offen,
wohingegen die vorliegende Erfindung und die in 1 gezeigte
Vorrichtung nach dem Stand der Technik in der vorliegenden Anwendung, die im Wesentlichen
der JP-A-01 271 035 entspricht, „horizontale Bremsen" betreffen, und es wäre
für einen Fachmann nicht üblich, beim Versuch, Probleme mit „horizontalen
Bremsen" in Anlagen für kontinuierliches Gießen zu lösen, nach „vertikalen
Bremsen" zu suchen.
Der Grund besteht darin, dass vertikale und horizontale Bremsen für
teilweise unterschiedliche Aufgaben und für teilweise unterschiedliche Anwendungen
verwendet werden.
Vertikale Bremsen werden zum Gießen von dicken Platten verwendet,
wo es erwünscht ist, Magnetfelder in zwei unterschiedlichen vertikalen Lagen zu
haben, um verschiedene Teile des Flusses, z. B. am Meniskus eines Flüssigmetalls
und an der Öffnung des Auslassrohres, zu beeinflussen. Die mechanische Form besteht
aus flachen vertikalen Stützplatten und weist oft verschiedene äußere Rahmen auf.
Die Abmessungen für den Block sind oft vergleichsweise groß, z. B. 220 × 1600
mm, was in einer großen umgebenden mechanischen Tragkonstruktion der Form resultiert.
Horizontale Bremsen werden zum Gießen von dünnen Platten verwendet,
wenn ein Magnetfeld erwünscht ist, das in einer horizontale Ebene wirkt. Die mechanische
Form besteht in den meisten Fällen aus Stützplatten mit einer gebogenen Seite, um
Raum für das Gießrohr bereitzustellen. Die Abmessungen für den Block sind ebenfalls
kleiner, typischerweise 60 × 1100 mm, was in kleineren mechanischen Tragkonstruktionen
resultiert.
Weitere Vorteile und Merkmale der Vorrichtung gemäß der Erfindung
werden aus der folgenden Beschreibung und den beiliegenden Ansprüchen ersichtlich.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Eine bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung
wird im Folgenden beispielhaft in größerem Detail unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen beschrieben, in denen:
1 eine schematische Ansicht von oben
der Vorrichtung gemäß dem Stand der Technik ist,
2 eine schematische Querschnittsansicht
von oben der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist,
3 eine schematische Querschnittsansicht
gemäß III - III in 2 ist, und
4 eine schematische Querschnittsansicht
gemäß IV - IV in 2 ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG EINER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
1 zeigt eine Vorrichtung nach dem Stand
der Technik zum kontinuierlichen und halbkontinuierlichen Gießen von Metallen, wobei
die Vorrichtung eine elektromagnetische Bremse 1 umfasst. Die Vorrichtung
umfasst ferner eine Kupferform 2 einer an sich bekannten Art, an deren
gegenüberliegenden Seiten die elektromagnetische Bremse 1 angeordnet ist.
Die elektromagnetische Bremse 1 umfasst eine Anzahl von Magnetkernen
3, 4, 5, 6, die mit der Formwand verbunden sind.
Die Magnetkerne 3 – 6 sind paarweise an gegenüberliegenden
Seiten der Form entlang ihrer Längsseiten 7, 8 angeordnet und
bedecken im Wesentlichen die gesamte Breite der Form mit Ausnahme eines zentralen
Abschnittes der Form. Die Magnetkerne 3, 4 bzw. 5,
6 eines jeden Magnetkernpaares sind durch ein Joch 9,
10 verbunden.
Die Magnetkerne 3, 4 bzw. 5,
6 sind in Fenster in so genannten Stützplatten 11, 12,
die aus Edelstahl gefertigt sind und Stützwände für die Kupferbleche der Form bilden,
geschweißt.
Jeder Magnetkern 3 – 6 umfasst einen Magnetkernteil
14 – 17, der eine Wicklung 18 –
21 trägt. Die Wicklung tragenden Magnetkernteile 14 –
17 sind vorzugsweise lösbar mit vorderen Magnetkernteilen verbunden, die
in die Fenster der Stützplatten 11, 12 geschweißt sind. Die Joche
9, 10 sind lösbar, z. B. durch Schrauben befestigt, mit den Magnetkernen
3, 4 bzw. 5, 6 verbunden. Die Wicklungen
18, 19, 20, 21 sind im Wesentlichen parallel
zu der Formwand um die hinteren Magnetkernteile 14, 15 bzw.
16, 17 herum gewickelt.
Wenn ein Strom durch die Wicklungen 18, 19,
20, 21 fließt, wird ein Magnetfeld mit einer Richtung, die durch
die Pfeile in 1 angezeigt ist, erhalten.
Die 2 – 4
zeigen eine Ausführungsform der Vorrichtung gemäß der Erfindung, die eine verbesserte
Weiterentwicklung der Vorrichtung gemäß 1 zeigt. Wie
in der Vorrichtung gemäß 1 umfasst
die Vorrichtung gemäß der Erfindung eine elektromagnetische Bremse 24 mit
zwei Paaren von Magnetkernen 25, 26 bzw. 27,
28, die entlang gegenüberliegenden längsseitigen Wänden 29,
30 einer an sich bekannten Kupferform 31 angeordnet sind. Die
Magnetkerne 25 – 28 sind in einer 1
entsprechenden Art und Weise angeordnet und dienen dazu, zu einer Erzeugung eines
Magnetfeldes ähnlich dem für die Vorrichtung gemäß 1
beschriebenen beizutragen. Die Magnetkerne sind jedoch nicht in vordere und hintere
Teile getrennt, wobei die hinteren Teile Wicklungen tragen, was im Falle von
1 zutrifft.
Die Magnetkerne 25, 26 bzw. 27,
28 eines jeden Magnetkernpaares sind durch ein Joch 32,
33 verbunden. Jedes Joch 32, 33 umfasst einen Abschnitt
34, 35, an den eine Wicklung 36, 37 gewickelt
ist, wobei jeder derartige Abschnitt im Wesentlichen genau vor einem Raum zwischen
den beiden Magnetkernen 25, 26 bzw. 27, 28 angeordnet
und durch die Joche 36, 37 verbunden ist. Die Joche sind lösbar
mit den Magnetkernen verbunden.
An gegenüberliegenden Seiten des die Wicklung tragenden Abschnitts
34 35 umfassen die Joche 32, 33 zwei weitere
Teile 38, 39 bzw. 40, 41, die ein Gestell für
den die Wicklung tragenden Abschnitt 34, 35 bilden und Flächen
46 – 49, die gegen die jeweiligen Magnetkerne
25 – 28 angrenzen, aufweisen. Die Wicklung tragenden Abschnitte
34, 35 sind an den weiteren Teilen 38, 39 bzw.
40, 41 lösbar angebracht, hier durch Schrauben von oben befestigt.
Das durch die weiteren Teile 38, 39 bzw. 40,
41 definierte Gestell ist derart, dass es eine Verstellung der Wicklung
tragenden Abschnitte 34, 35 im Wesentlichen vertikal nach oben
ermöglicht. Auf diese Weise können die Wicklungen 36, 37 einfach
entfernt und falls erforderlich ausgetauscht werden. Die Wicklung tragenden Abschnitte
34, 35 können die Form eines kreisrunden oder quadratischen Stabes
aus magnetischem Material aufweisen, um den die Wicklungen 36,
37 herum gewickelt sind.
Die Joche 32, 33 umfassen überdies eine Anzahl von
Schwenkabschnitten 42 – 45, hier derart angeordnet, dass
sie im Wesentlich horizontal geschwenkt sind, um Zugriff auf Teile der Vorrichtung
zu ermöglichen, die unter der elektromagnetischen Bremse 24 angeordnet
sind, und die für einen Austausch oder Wartung zugänglich sein müssen. Die geschwenkten
Teile 42 – 45 bilden einen Teil der oben beschriebenen Teile
38 – 41, die an gegenüberliegenden Seiten der Wicklung tragenden
Abschnitte 34, 35 angeordnet und damit verbunden sind.
Typische in der Vorrichtung umfasste und unter der elektromagnetischen
Bremse 24 angeordnete Teile, die zugänglich gemacht sein müssen, sind z.
B. Hebevorrichtungen zum Heben der Form mit darunter liegenden Segmenten, und Teile,
die Austausch und Wartung erfordern wie z. B. Zylinder, die für die Steuerung des
mit Hilfe der Vorrichtung kontinuierlich gegossenen Metallstranges verwendet werden.
Die Joche 32, 33 könnten weitere Teile oder Abschnitte
umfassen, aber die vorgeschlagene Lösung ist ausreichend, um eine schnelle und einfache
Anpassung der Jochgröße an unterschiedliche Formbreiten, d. h., Magnetkernbreiten
zu ermöglichen. Dementsprechend weisen die Wicklung tragenden Abschnitte
34, 35 eine Standardgröße auf, und die Länge der weiteren Teile
38 – 41 wird im Hinblick auf die Breite der Form bzw. des
Magnetkerns angepasst.
Es ist einzusehen, dass die Vorrichtung gemäß der Erfindung normalerweise
eine große Anzahl von weiteren Komponenten umfasst, die jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht in den beiliegenden Zeichnungen gezeigt wurden. Beispiele für solche Komponenten
sind um die Form herum angeordnete Kühlkreisläufe sowie verschiedene Komponenten,
die um die elektromagnetische Bremse herum angeordnet sind und den Raum begrenzen,
den die elektromagnetische Bremse beanspruchen darf. Eine Idee der Erfindung besteht
darin, dass es möglich sein soll, Joche in der Art gemäß der Erfindung an bereits
bestehende Vorrichtungen zum kontinuierlichen und halbkontinuierlichen Gießen von
Metallen zu liefern und daran zu befestigen, ohne dass bei jeder Gelegenheit irgend
eine komplizierte Anpassung der Bremse, von der das Joch ein Teil ist, notwendig
ist.
Die Joche 32, 33 weisen vorzugsweise die Form von
Stäben oder Platten auf. Die Wicklung tragenden Abschnitte 34,
35 können getrennt an einen Benutzer einer Vorrichtung zum kontinuierlichen
und halbkontinuierlichen Gießen von Metallen geliefert werden, der dann die weiteren
Teile 38 – 41 selbst einfach von einem geeigneten Stabmaterial
schneidet und formt.
Die Joche 32, 33, die Magnetkerne 25 –
28 und die Wicklungen 36, 37 sind derart angeordnet, dass sie
ein statisches Magnetfeld erzeugen, das durch Gleichstrom erzeugt wird, oder ein
Magnetfeld, das durch Permanentmagneten oder ein pulsierendes magnetisches Wechselfeld
niedriger Frequenz in dem Flüssigmetall in der Form der Vorrichtung erzeugt wird.
Eine Vielzahl von Varianten und alternativen Ausführungsformen der
Vorrichtung gemäß der Erfindung wird für den Fachmann selbstverständlich offenkundig,
ohne vom Umfang der Erfindung abzuweichen, wie er in den anliegenden Ansprüchen
mit Unterstützung der Beschreibung und der Zeichnungen definiert ist.
Zum Beispiel können die weiteren seitlich angeordneten Jochteile
38 – 41, ebenso gut als hintere Magnetkernteile betrachtet
werden, die lösbar mit den permanent an der Form befestigten vorderen Magnetkernteilen,
hier die Kerne 25 – 28, verbunden sind. Es ist jedoch von
Bedeutung anzumerken, dass vorhandene Wicklungen 36, 37 nur an
Jochteilen befestigt sind, deren Größe und Form, zumindest über dem Querschnitt,
wo die Wicklung angeordnet ist, im Wesentlichen unabhängig von der Formgröße und
dem Bereich der Magnetkerne gegen die Kupferwand der Form sind.
Joche und Magnetkerne sind alle aus magnetischem Material, vorzugsweise
Eisen, gefertigt.