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Dokumentenidentifikation DE60107323T2 24.11.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001162462
Titel Testverfahren für Hämoglobin unter Verwendung von Lipoproteinen
Anmelder ARKRAY, Inc., Kyoto, JP
Erfinder Okamoto, Masashi, Minami-ku, Kyoto 601-8045, JP;
Nakano, Hajime, Minami-ku, Kyoto 601-8045, JP
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60107323
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 11.06.2001
EP-Aktenzeichen 011135126
EP-Offenlegungsdatum 12.12.2001
EP date of grant 24.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.11.2005
IPC-Hauptklasse G01N 33/72
IPC-Nebenklasse G01N 33/92   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung 1. Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft einen selektiven Komplex eines Lipoproteins mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog, ein Assayverfahren für Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog in einer Probe unter Verwendung des selektiven Komplexes und einen Kit zum Assay auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog unter Verwendung des selektiven Komplexes bei klinischen Untersuchungen.

2. Diskussion des Standes der Technik

Bei klinischen Untersuchungen ist es notwendig, selektiv eine Zielsubstanz aus einer Probe zu überprüfen, die außerdem verschiedene damit zusammen existierende Substanzen enthält. Dementsprechend wurde ein Anzahl von Substanzen verwendet, die spezifisch an Zielsubstanzen binden, um ein Paar zu bilden, wie zum Beispiel ein Schüssel und ein Schlüsselloch, zum Beispiel Antigen (einschließlich Hapten)-Antikörper, Ligand-Rezeptor, Substrat-Enzym, Inhibitor-Enzym oder ähnliche.

Das Sandwichverfahren ist zum Beispiel ein Immunoassayverfahren unter Verwendung von Antikörpern, das häufig verwendet wird. Bei diesem Verfahren wird ein Antigen, das überprüft werden soll, wie bei einem Sandwich zwischen zwei Arten Antikörpern angeordnet. Einer dieser Antikörper ist auf einer festen Phase zum Fangen des Antigens immobilisiert, während der andere Antikörper markiert ist.

Dann läßt man das zu überprüfende Antigen mit den Antikörpern reagieren, um dadurch einen Sandwichkomplex von immobilisierten Antikörper-Antigen-markiertem Antikörper zu bilden. Nach Entfernung des nicht umgesetzten markierten Antikörpers wird die Menge des Antigens durch Messung der Markierung bestimmt.

Ein Verfahren zum Assay auf freies Hämoglobin und einen Reagenskit für einen Assay auf freies Hämoglobin sind aus EP 0 448 072 A2 bekannt. Bei diesem Verfahren wird eine freue Hämoglobin-haltige Probe mit einer Haptoglobinimmobilisierten festen Phase kontaktiert, woran menschliches Haptoglobin an eine feste Phase gebunden ist, um dadurch freies Hämoglobin an das menschliche Haptoglobin auf der festen Phase zu binden. Die Haptoglobin-immobilisierte feste Phase kann zum Beispiel durch Immobilisieren des menschlichen Haptoglobins auf einer festen Phase durch ein bekanntes Verfahren hergestellt werden.

Es benötigt jedoch in der Regel sehr viel Arbeitsaufwand und Kosten, um diese Antikörper, Rezeptoren, Enzyme und ähnliches zu konstruieren. Zusätzlich enthalten einige von ihnen nur schwer erhältliche Materialien.

Bei klinischen Untersuchungen in Bezug auf Hämoglobin oder Hämoglobinanaloga ist die Situation ähnlich. Das heißt, die Substanzen mit einer spezifischen Affinität für Hämoglobin (z.B. Haptoglobin) weisen Probleme im Hinblick auf Kosten und stabile Versorgung auf.

Zusammenfassung der Erfindung

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen selektiven Komplex eines Lipoproteins mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog bereitzustellen unter Verwendung von Materialien, die ökonomisch und stabil zur Verfügung gestellt werden können.

Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und einen Kit für einen Assay auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog bereitzustellen.

Diese und andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung wurden durch einen selektiven Komplex eines Lipoproteins mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog erreicht.

Weiterhin wurden diese und andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung durch ein Assayverfahren auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog erreicht, umfassend die Verwendung des obigen selektiven Komplexes.

Schließlich wurden diese und andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung durch einen Kit für einen Assay auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog erreicht, umfassend ein Lipoprotein, das selektiv einen Komplex mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog bilden kann.

Kurze Erklärung der Zeichnungen

1 ist eine Grafik, die die gemessenen Absorptionen zeigt, unter Verwendung eines blau Latex-markierten anti-A1c-Antikörpers in Reaktionen einer Casein abgeleiteten immobilisierten Lipoproteinfolie mit Glycohämoglobin-Kontrollniveaus I und II und Rinderhämoglobin in gleichzeitiger Gegenwart oder Abwesenheit von menschlichem Serumalbumin bei unterschiedlichen Konzentrationen.

2 ist eine Grafik, die die Korrelation zwischen dem Verfahren der vorliegenden Erfindung unter Verwendung des Lipoproteins und einem HPLC-Verfahren im Hinblick auf menschliches Hämoglobin A1c zeigt.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die Erfinder haben ausgedehnte Studien im Hinblick auf die Bindungseigenschaften von Hämoglobin oder Hämoglobinanaloga durchgeführt und dementsprechend festgestellt, daß ein Lipoprotein selektiv an Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog zur Bildung eines Komplexes bindet. Sie haben weiterhin bestätigt, daß dieser selektive Komplex auf klinische Untersuchungen anwendbar ist und ein Verfahren für einen Assay auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog ohne Verwendung eines Antikörpers, Haptoglobins oder ähnlichem, entwickelt, wodurch die vorliegende Erfindung vervollständigt wurde. Die vorliegende Erfindung wird nun im größeren Detail beschrieben.

Die Bezeichnung "Lipoprotein" zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung umfaßt ein Lipid und ein Protein, wobei mindestens ein Teil des Proteins einen Komplex zusammen mit dem Lipid bildet. Das Lipoprotein involviert natürliche Lipoproteine und solche Lipoproteine, die durch künstliche Kombination eines Lipids mit einem Protein erhalten werden.

Das Lipid in dem Lipoprotein kann entweder ein einzelnes Lipid oder eine Mischung sein und entweder ein von einem natürlichen Produkt abgeleitetes Lipid, ein synthetisches Lipid oder eine Mischung daraus, so lange es in einem wäßrigen System in gleichzeitiger Gegenwart eines Proteins dispergierbar ist. Wenn die Temperaturen (die von der Dispersion bis zur Verwendung hin angetroffen werden) mit in die Betrachtung einbezogen werden, wird es bevorzugt, ein Lipid zu verwenden, das Fettsäureseitenketten enthält, die sich voneinander im Hinblick auf die Kohlenstoffanzahl oder den Nichtsättigungsgrad unterscheiden; dieses Lipid sollte in gleichzeitiger Gegenwart eines Proteins in dem obigen Temperaturbereich dispergierbar sein.

Beispiele für das von einem natürlichen Produkt abstammende Lipid beinhalten pflanzliche Fette, wie z.B. Olivenöl, Leinsamenöl, Kokosöl und ähnliche, und tierische Fette, wie z.B. Lipide, die von Eigelb oder Kuhmilch abstammen. In der vorliegenden Erfindung wird ein Lipid, umfassend ein Triglycerid als Hauptbestandteil, bevorzugt, da es weniger teuer und weit verbreitet erhältlich ist.

Es ist auch möglich, ein Lipid zu verwenden, das von einer Probe, die ein Protein enthält, extrahiert wurde. Beispiele hierfür beinhalten Lipide, die aus Milchprodukten extrahiert wurden, Lipide, die aus Caseinproben extrahiert wurden und ähnliches. Das Lipid kann aus einer solchen Probe, die ein Protein enthält, durch ein konventionell auf dem Gebiet verwendetes Verfahren extrahiert werden.

Der Proteinbestandteil in dem Lipoprotein kann jedes Protein sein, so lange mindestens ein Teil davon einen Komplex mit dem Lipid formen kann um dadurch das Lipid dispergierbar zu machen. Das Protein kann ein natürliches Lipoprotein oder ein Protein sein, das fast in seiner Gesamtheit der Bestandteile oder eines Teils davon einen Komplex mit dem Lipid bilden kann. Es ist auch möglich, eine Mischung daraus zu verwenden.

Unter den Proteinbestandteilen im Lipoprotein beinhalten bevorzugte Beispiele ein Protein, das mit einem Lipid schwach interagiert oder ein Protein, das allgemein als lösliches Protein angesehen wird, jedoch schwach mit einem Lipid interagiert. Beispiele für das letztere Protein beinhalten Casein, Rinderserumalbumin und ähnliche, und sie sind im Hinblick auf Kosten und Versorgung ebenfalls günstig.

Bei der vorliegenden Erfindung kann das Lipoprotein in einem wäßrigen System durch jedes Verfahren dispergiert werden, wie z.B. ein manuelles Dispersionsverfahren, ein mechanisches Dispersionsverfahren, ein Ultraschalldispersionsverfahren oder ähnliche. Es wird auch bevorzugt, das Lipoprotein durch Erhöhung der Temperatur zu dispergieren. Das Verhältnis von Lipid zu Protein im Dispersionsschritt kann abhängig vom Zweck variiert werden. Außerdem kann das Verhältnis abhängig von der Art des Lipids und des Proteins, die verwendet werden, variiert werden. Die so erhaltene Lipoproteindispersion ist in der Regel farblos und transparent oder eine milchige Flüssigkeit.

Die oben hergestellte Lipoproteindispersion kann als solche als ein flüssiges System verwendet werden. Alternativ kann sie an eine Festphase gebunden werden. Eine geeignete Form kann natürlich abhängig vom Zweck gewählt werden. Beispiele für die feste Phase beinhalten eine poröse Folie, wie z.B. eine Nitrocellulosefolie und ähnliches.

Die Lipoproteindispersion kann an die feste Phase entweder über physikalische Adsorption oder chemische Bindung gebunden werden. Das an die feste Phase gebundene Lipoprotein wird hiernach als "das immobilisierte Lipoprotein" bezeichnet.

Das Hämoglobin oder Hämoglobinanalog zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung beinhaltet Hämoglobin oder Hämoglobinderivate, wie z.B. normales Hämoglobin, abnormales Hämoglobin, Glycohämoglobin, Acetylhämoglobin und ähnliche wie auch Myoglobin, das als Monomer von Hämoglobin betrachtet wird, und Derivate davon.

Bei dem Assayverfahren auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog gemäß der vorliegenden Erfindung läßt man zum Beispiel eine zu untersuchende Probe mit einem Lipoprotein reagieren, das selektiv einen Komplex mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog bilden kann.

Der durch die Bindung von Hämoglobin oder dem Hämoglobinanalog an das Lipoprotein oder das immobilisierte Lipoprotein gebildete Komplex kann durch ein Assayverfahren bestätigt oder untersucht werden, das allgemein auf dem Gebiet verwendet wird, z.B. durch ein Verfahren unter Verwendung der physikochemischen Eigenschaften (Absorption usw.) des Hämoglobins oder Hämoglobinanalogs oder ein Verfahren, wobei einer der konstitutiven Bestandteile markiert ist. Bei dem Markierungsverfahren kann das Ziel entweder direkt oder indirekt über einen Antikörper oder ähnliches mit einer Markierung markiert sein. Beispiele für die Markierung beinhalten ein Enzym, einen Farbstoff, ein radioaktives Material und ähnliche.

Das Assayverfahren, wobei ein selektiver Komplex gemäß der vorliegenden Erfindung gebildet wird, ist insbesondere bei klinischen Untersuchungen nützlich. Dieses Verfahren ist auf eine externe Diagnose wie unten beschrieben anwendbar. Andererseits wird auch erwartet, daß dieses Verfahren auf eine innere Diagnose anwendbar ist, wobei zum Beispiel ein mit einem Radioisotop markiertes Hämoglobin in den Körper eingeführt wird und an ein Lipoprotein an der Stelle einer Arteriosklerose für eine Abbildung angebunden wird.

Als wichtiges Beispiel für die Anwendung dieses Assayverfahrens für die externe Diagnose wird ein Assay auf menschliches Hämoglobin A1c beispielhaft dargestellt. Wenn eine Probe, die menschliches Hämoglobin A1c enthalten kann, einem immobilisierten Lipoprotein zugefügt wird, werden Hämoglobin und Hämoglobin A1c, wobei es sich um dessen Derivat handelt, an das immobilisierte Lipoprotein im selben Verhältnis binden. Dann wird ein markierter antimenschlicher Hämoglobin A1c-Antikörper zugefügt und man läßt ihn reagieren. Nach Abwaschen der nicht gebundenen Stoffe wird das menschliche Hämoglobin A1c, das an das immobilisierte Lipoprotein gebunden ist, basierend auf der Menge der markierten Substanz, quantifiziert. Zu diesem Zeitpunkt kann das Gehalt (%) des menschlichen Hämoglobin A1c aus dem Hämoglobin A1c-Gehalt und dem gesamten Hämoglobingehalt bestimmt werden, wenn der gesamte Hämoglobingehalt in der Probe separat bestimmt wird.

Noch bevorzugter kann der menschliche Hämoglobin A1c-Gehalt (%) ohne Messung des gesamten Hämoglobingehalts bei jedem Mal bestimmt werden, wenn die Menge des Gesamthämoglobins, die an das immobilisierte Lipoprotein gebunden ist, konstant ist.

Bei dem Verfahren und Kit der vorliegenden Erfindung können ein Träger, ein Additiv und/oder ein Verdünnungsmittel verwendet werden, so lange sie keinen Einfluß auf den Assay ausüben.

Gemäß der vorliegenden Erfindung kann ein Assay in klinischen Untersuchungen unter Verwendung des selektiven Komplexes eines Lipoproteins mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog durchgeführt werden. Weiterhin kann der Assay unter Verwendung von Materialien durchgeführt werden, die weniger teuer sind und die weit verbreitet zur Verfügung stehen, ohne Verwendung eines teuren Materials, wie z.B. eines Antikörpers oder ähnlichem.

Die vorliegende Erfindung wird im Detail durch Bezugnahme auf die folgenden Beispiele weiter erläutert.

Beispiel 1 Konstruktion von immobilisiertem Lipoprotein

Gemäß dem Verfahren von Evans et al. (R.J. Evans, S.L. Bandemer, J.A. Davison, K. Heinlein, S.S. Vaghefi, Biochim. Biophys. Acta., 164: 566 (1968)) wurde Eigelblipoprotein LDF (niedrig dichte Fraktion) extrahiert. Eine Nitrocellulosefolie (hergestellt von Millipore, Porengröße: 8 &mgr;m) wurde in die resultierende Eigelblipoproteinlösung eingetaucht und das Eigelblipoprotein wurde auf der Folie für eine Blockierung absorbiert, gefolgt von einem Wasch- und Trockenschritt zur Herstellung einer immobilisierten Lipoproteinfolie. Als Kontrolle wurde die Nitrocellulosefolie auf dieselbe Weise behandelt, außer daß eine Eigelblipoprotein-freie Lösung verwendet wurde.

Bindung von 125I-markiertem Hämoglobin an immobilisiertes Lipoprotein

Hämoglobin wurde mit 125I durch das Chloramin-T-Verfahren markiert. Dann ließ man die 125I-markierte Hämoglobinlösung mit der immobilisierten Lipoproteinfolie und der Kontrollfolie reagieren.

3 Minuten später wurde jedes Reaktionssystem gewaschen und das auf der Folie verbleibende 125I-markierte Hämoglobin wurde mit einem Gammazähler (ARC-1000M, hergestellt von Aloka Co., Ltd.) gemessen. Die immobilisierte Lipoproteinfolie zeigte eine Radioaktivität von 10.960 cpm, während die Kontrollfolie eine Radioaktivität von 872 cpm zeigte. Diese Ergebnisse zeigen an, daß eine anscheinend größere Menge des 125I-markierten Hämoglobins an die immobilisierte Lipoproteinfolie band als an die Kontrollfolie.

Beispiel 2 (1) Extraktion eines Lipids aus Casein

Aus 500 g Kuhmilchcasein (hergestellt von Nacalai Tesque, Inc., CP Grade) wurden Lipide mit einer Mischung von 500 ml Methanol mit 1.000 ml Chloroform zum Erhalt von 2,7 g eines Lipidextrakts extrahiert.

(2) Konstruktion einer immobilisierten Lipoproteinfolie

Zu dem Lipidextrakt wurde eine wäßrige Caseinlösung zugefügt und mit einem Ultraschallhomogenisator (UH-50, hergestellt von Iuchi Seieido Co., Ltd.) zum Erhalt einer Lipoproteindispersion mit einer leicht milchigen Farbe dispergiert. Eine Nitrocellulosefolie (hergestellt von Millipore Corporation, Porengröße: 8 &mgr;m) wurde in die Dispersion eingetaucht und das Lipoprotein wurde auf die Folie adsorbiert, gefolgt von einem Wasch- und Trockenschritt zur Herstellung einer immobilisierten Lipoproteinfolie.

(3) Konstruktion eines markierten Antikörpers

Anti-humaner Hämoglobin A1c monoklonaler Antikörper wurden auf einem blauen Latex (hergestellt von Bangs, durchschnittlicher Durchmesser: 0,2 &mgr;m) auf konventionelle Weise adsorbiert, um einen blau Latex-markierten antimenschliches Hämoglobin A1c monoklonalen Antikörper (markierten Antikörper) herzustellen.

(4) Assay

Als Proben, die menschliches Hämoglobin A1c enthalten, wurden Glycohämoglobin-Kontrollniveaus I und II (enthaltend 5,3 bzw. 10,4 % Hämoglobin A1c, beide hergestellt von International Reagents Corporation) verwendet. Als eine menschliche Hämoglobin A1c-freie Probe wurde eine verdünnte Probe durch Verdünnung von bovinem Hämoglobin (hergestellt von Sigma-Aldrich Co.) mit einem Verdünnungsmittel (1,25 mol/l Lithiumthiocyanat, 0,2 mol/l Glycin, 0,25 Kaliumferricyanid, pH=9,0) zum Erhalt einer Hämoglobinkonzentration von 0,5 mg/ml hergestellt.

Die verdünnte Probe wurde mit dem blau Latex-markierten Antikörper vermischt und man ließ sie mit der immobilisierten Lipoproteinfolie reagieren. 4 Minuten später wurde die immobilisierte Lipoproteinfolie gewaschen und die Absorption wurde gemessen. Das menschliche Albumin (hergestellt von Sigma-Aldrich Co.) wurde der verdünnten Probe zum Erhalt einer Konzentration von 0,083 mg/ml oder 0,83 mg/ml (10 mal höher als das Hämoglobinniveau in normalem menschlichen Blut) zugefügt und dieselbe Behandlung wurde durchgeführt.

(5) Ergebnisse

Die Ergebnisse sind in 1 dargestellt. In 1 steht Absorption für die Menge des blauen Latex gebunden an die immobilisierte Lipoproteinfolie, d.h. zeigt das menschliche Hämoglobin A1c an, gebunden an die immobilisierte Lipoproteinfolie. Die Absorption korrespondiert zu dem menschlichen Hämoglobin A1c-Gehalt, was bedeutet, daß das menschliche Hämoglobin A1c hierdurch überprüft werden kann. Außerdem korrespondieren in 1 die Symbole Quadrat, Raute und Dreieck zu den Ergebnissen des Kontrollniveaus I, Kontrollniveaus II bzw. bovinem Hämoglobin. Wie in 1 deutlich dargestellt ist, verbleibt die Absorption unabhängig von der Konzentration des zugefügten menschlichen Albumins konstant.

Beispiel 3

Die Schritte von Beispiel 1 wurden auf dieselbe Weise durchgeführt außer einer Verwendung von Olivenöl, Leinsamenöl oder Kokosöl (jeweils hergestellt von Nacalai Tesque) als Ersatz für den Lipidextrakt in der Konstruktion der immobilisierten Lipoproteinfolie gemäß Beispiel 2(2). Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 unten dargestellt. Wie in Tabelle 1 klar dargestellt ist, wurde die Absorption, korrespondierend zu dem menschlichen Hämoglobin A1c-Gehalt, in jedem Öl erhalten, was bedeutet, daß menschliches Hämoglobin A1c hierdurch überprüft werden kann.

Tabelle 1
Beispiel 4 Korrelationstest

Die Schritte (1) bis (3) von Beispiel 2 wurden auf dieselbe Weise durchgeführt.

(4) Assay

Eine Kalibrierungskurve wurde zunächst unter Verwendung von Hämoglobin A1c-Proben mit bekannten Konzentrationen gemäß dem Assayverfahren von Beispiel 2(4) unter Verwendung von menschlichem Gesamtblut als Probe durchgeführt. Dann wurde die Absorption der menschlichen Gesamtblutprobe in den Hämoglobin A1c-Gehalt (%) umgewandelt und der so erhaltene Wert wurde mit den Daten eines HPLC-Verfahrens (HLC-723G Hämoglobin III Typ, hergestellt von Tosoh Corporation) verglichen.

(5) Ergebnisse

2 zeigt die Korrelation zwischen diesen beiden Verfahren. Korrelationsformel Y (das erfinderische Verfahren) = 0, 940X (HPLC) + 0, 402 Korrelationskoeffizient R = 0,988

N = 50

Dementsprechend wurde eine sehr hohe Korrelation beobachtet.

Diese Anmeldung basiert auf der japanischen Anmeldung Nr. 2000–213481, angemeldet am 9. Juni 2000.

Während die Erfindung im Detail und unter Bezugnahme auf spezifische Ausführungsformen beschrieben wurde, wird dem Fachmann klar sein, daß verschiedene Veränderungen und Modifikationen durchgeführt werden können, ohne daß man vom Umfang der beigefügten Ansprüche abweicht.


Anspruch[de]
  1. Selektiver Komplex eines Lipoproteins mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog, wobei das Hämoglobinanalog abnormales Hämoglobin, Glycohämoglobin, Acetylhämoglobin oder Myoglobin oder ein Derivat davon ist, wobei das Lipoprotein definiert ist als umfassend ein Lipid und ein Protein und worin mindestens ein Teil des Proteins einen Komplex mit dem Lipid bildet.
  2. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipoprotein ein natürliches Lipoprotein ist oder ein Lipoprotein, erhalten durch künstliches Kombinieren eines Lipids mit einem Protein.
  3. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipoprotein ein lösliches Lipoprotein ist.
  4. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipoprotein in einem wäßrigen System dispergiert ist.
  5. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipid ein Lipid ist, extrahiert aus einer Probe, enthaltend ein Protein.
  6. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipid ein Lipid ist, enthaltend Fettsäureseitenketten, die voneinander in der Kohlenstoffzahl oder dem Nichtsättigungsgrad differieren.
  7. Selektiver Komplex gemäß Anspruch 1, wobei das Lipid ein Triglycerid umfaßt.
  8. Assayverfahren für Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog, wobei das Hämoglobinanalog abnormales Hämoglobin, Glycohämoglobin, Acetylhämoglobin oder Myoglobin oder ein Derivat davon ist, umfassend die Verwendung eines Lipoproteins, das in der Lage ist, selektiv einen Komplex mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog zu bilden, wobei das Lipoprotein ein Lipid und ein Protein umfaßt und wobei mindestens ein Teil des Proteins einen Komplex mit dem Lipid bildet.
  9. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipoprotein ein natürliches Lipoprotein oder ein Lipoprotein ist, erhalten durch künstliche Kombination eines Lipids mit einem Protein.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipoprotein ein lösliches Lipoprotein ist.
  11. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipoprotein in einem wäßrigen System dispergiert ist.
  12. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipid ein Lipid ist, das aus einer Probe, die ein Protein enthält, extrahiert wurde.
  13. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipid ein Lipid ist, das Fettsäureseitenketten enthält, die sich voneinander in Kohlenstoffzahl oder Nichtsättigungsgrad unterscheiden.
  14. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das Lipid ein Triglycerid umfaßt.
  15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei das überprüfte Hämoglobin oder Hämoglobinanalog Glycohämoglobin ist.
  16. Kit für einen Assay auf Hämoglobin oder ein Hämoglobinanalog, umfassend ein Lipoprotein, das in der Lage ist, selektiv einen Komplex mit Hämoglobin oder einem Hämoglobinanalog zu bilden, wobei das Hämoglobinanalog abnormales Hämoglobin, Glycohämoglobin, Acetylhämoglobin oder Myoglobin ist oder ein Derivat davon, wobei das Lipoprotein ein Lipid und ein Protein umfaßt und wobei mindestens ein Teil des Proteins einen Komplex zusammen mit dem Lipid bildet.
  17. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipoprotein ein natürliches Lipoprotein oder ein Lipoprotein ist, erhalten durch künstliche Kombination eines Lipids mit einem Protein.
  18. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipoprotein ein lösliches Lipoprotein ist.
  19. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipoprotein in einem wäßrigen System dispergiert ist.
  20. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipid ein Lipid ist, das aus einer Probe, die ein Protein enthält, extrahiert wurde.
  21. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipid ein Lipid ist, das Fettsäureseitenketten enthält, die sich voneinander in Kohlenstoffzahl oder Nichtsättigungsgrad unterscheiden.
  22. Kit gemäß Anspruch 16, wobei das Lipid ein Triglycerid umfaßt.
  23. Kit gemäß einem der Ansprüche 16 bis 22, wobei das überprüfte Hämoglobin oder Hämoglobinanalog Glycohämoglobin ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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