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Dokumentenidentifikation DE102004029646A1 01.12.2005
Titel Druckmaschinensteuerungssystem
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Wiedekind-Klein, Alexander, 61449 Steinbach, DE
DE-Anmeldedatum 10.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004029646
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B41F 33/14
IPC-Nebenklasse B41F 33/12   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Druckmaschinensteuerungssystem mit mindestens zwei hierarchischen Steuerungsebenen, wobei jede Steuerungsebene mindestens eine Steuerungssystemkomponente aufweist. Erfindungsgemäß überprüft jede Steuerungssystemkomponente einer Steuerungsebene den Status aller mit dieser Steuerungssystemkomponente kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten einer untergeordneten Steuerungsebene, wobei das Ergebnis dieser Überprüfung einer Steuerungssystemkomponente einer übergeordneten Steuerungsebene übermittelt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Druckmaschinensteuerungssystem gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei Druckmaschinensteuerungssystemen zur Steuerung bzw. Regelung der Funktionsweise bzw. Arbeitsweise einer Druckmaschine handelt es sich um hierarchisch aufgebaute Steuerungssysteme aus mehreren Steuerungsebenen, wobei jede Steuerungsebene mindestens eine Steuerungssystemkomponente aufweist. Bei den einzelnen Steuerungssystemkomponenten handelt es sich um rechnergestützte bzw. computergestützte Komponenten, die einerseits einen speziellen Status bzw. eine spezielle Spezifikation hinsichtlich ihrer Hardware sowie andererseits hinsichtlicht ihrer Software aufweisen. Da bei derartig hierarchisch aufgebauten Druckmaschinensteuerungssystemen übergeordnete Steuerungssystemkomponenten, die auch als Masterkomponenten bezeichnet werden, mit untergeordneten Steuerungssystemkomponenten, die auch als Slavekomponenten bezeichnet werden, kommunizieren müssen, ist es für die Funktionsweise des Druckmaschinensteuerungssystems von entscheidender Bedeutung, dass eine wechselseitige Kompatibilität zwischen den übergeordneten Steuerungssystemkomponenten und den untergeordneten Steuerungssystemkomponenten gegeben ist. Liegt hinsichtlich der Hardware und/oder Software eine Inkompatibilität zwischen übergeordneten Steuerungssystemkomponenten und untergeordneten Steuerungssystemkomponenten vor, so kann dies dazu führen, dass das Druckmaschinensteuerungssystem bzw. die ganze Druckmaschine in einen undefinierten Zustand gelangt. Dies muss vermieden werden.

Aus dem Stand der Technik ist es bereits bekannt, dass jede Steuerungssystemkomponente ihren eigenen Hardwarestatus sowie Softwarestatus überprüft und diesen Status protokolliert. Hiermit ist jedoch keine Kompatibilitätsprüfung zwischen den Steuerungssystemkomponenten eines hierarchisch aufgebauten Druckmaschinensteuerungssystems möglich.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein neuartiges Druckmaschinensteuerungssystem zu schaffen.

Dieses Problem wird durch ein Druckmaschinensteuerungssystem gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß überprüft jede Steuerungssystemkomponente einer Steuerungsebene den Status aller mit dieser Steuerungssystemkomponente kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten einer unmittelbar untergeordneten Steuerungsebene, wobei der Status sowie das Ergebnis dieser Überprüfung einer Steuerungssystemkomponente einer unmittelbar übergeordneten Steuerungsebene übermittelt wird.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass nicht wie im Stand der Technik jede Steuerungssystemkomponente für sich den eigenen Hardwarestatus bzw. Softwarestatus überprüft, sondern dass diese Überprüfung vielmehr durch eine unmittelbar übergeordnete, unabhängige Steuerungssystemkomponente vorgenommen wird, die den Status sowie das Ergebnis dieser Überprüfung einer Steuerungssystemkomponente einer unmittelbar übergeordneten Steuerungsebene übermittelt. Hierdurch kann die Kompatibilität innerhalb des gesamten, hierarchisch aufgebauten Druckmaschinensteuerungssystems iterativ überprüft werden. Soll zum Beispiel eine Steuerungssystemkomponente wegen eines Schadens ersetzt werden, so wird von der unmittelbar übergeordneten Steuerungssystemkomponente die Kompatibilität derselben überprüft und automatisch erkannt. Insofern kann verhindert werden, dass die Druckmaschine bzw. das Druckmaschinensteuerungssystem in einen undefinierten Zustand gelangt. Weiterhin ist mit einer derartigen Druckmaschinensteuerungssystem auch dann eine effektive Kompatibilitätsprüfung möglich, wenn am Druckmaschinensteuerungssystem durch z.B. Hinzufügen oder Entfernen einer Steuerungsebene strukturelle Änderungen vorgenommen werden.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bilden Steuerungssystemkomponenten einer Steuerungsebene Masterkomponenten für Steuerungssystemkomponente einer unmittelbar untergeordneten Steuerungsebene, wobei jede Masterkomponente den Status aller seiner jeweiligen unmittelbar untergeordneten Slavekomponenten überprüft und das Ergebnis dieser Überprüfung an seine Masterkomponente der unmittelbar übergeordneten Steuerungsebene übermittelt, wobei diese Überprüfung und Übermittlung der Ergebnisse über alle hierarchischen Steuerungsebenen hinweg iterativ durchgeführt wird.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1: ein Blockschaltbild des erfindungsgemäßen Druckmaschinensteuerungssystems.

Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf 1 in größerem Detail beschrieben.

1 zeigt exemplarisch den Aufbau eines Druckmaschinensteuerungssystems 10 mit insgesamt fünf hierarchischen Steuerungsebenen 11, 12, 13, 14 und 15. Im Ausführungsbeispiel der 1 umfasst jede Steuerungsebene 11 bis 15 mindestens eine Steuerungssystemkomponente 16 bis 29.

Bei der Steuerungssystemkomponente 16 der obersten Steuerungsebene 11 handelt es sich um einen sogenannten Master für die Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12, wobei die Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12 den Master für die Steuerungssystemkomponenten 18 und 19 der dritten Steuerungsebene 13 bildet. Bei den Steuerungssystemkomponenten 20 und 21 handelt es sich um die sogenannten Slaves für die Steuerungssystemkomponente 18 der dritten Steuerungsebene 13, bei den Steuerungssystemkomponenten 22 bis 26 der vierten Steuerungsebene 14 handelt es sich um die Slaves für die Steuerungssystemkomponente 19 der dritten Steuerungsebene 13. Die Steuerungssystemkomponente 23 der vierten Steuerungsebene 14 bildet wiederum einen Master für die auch als Slaves bezeichneten Steuerungssystemkomponenten 27, 28 und 29 der fünften Steuerungsebene 15.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird nun vorgeschlagen, dass zum Beispiel die Steuerungssystemkomponente 16 der ersten Steuerungsebene 11 den Status, nämlich den Hardwarestatus sowie Softwarestatus, der mit dieser Steuerungssystemkomponente 16 kommunizierenden Steuerungssystemkomponente 17 der unmittelbar untergeordneten, zweiten Steuerungsebene 12 überprüft. Hierzu fragt die Steuerungssystemkomponente 16 der ersten Steuerungsebenen 11 den Hardwarestatus sowie Softwarestatus der untergeordneten Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12 ab und führt einen Vergleich mit vorgegebenen Sollzuständen aus. Aus diesem Vergleich wird auf die Kompatibilität der miteinander kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten 16 und 17 geschlossen.

Ebenso überprüft die Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12 den Status, nämlich den Hardwarestatus sowie Softwarestatus, der mit dieser Steuerungssystemkomponente 17 kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten 18 und 19 der unmittelbar untergeordneten, dritten Steuerungsebene 13. Die Steuerungssystemkomponente 18 der dritten Steuerungsebene 13 überprüft den Hardwarestatus sowie Softwarestatus der unmittelbar untergeordneten Steuerungssystemkomponenten 20 und 21 der vierten Steuerungsebene 14, die Steuerungssystemkomponente 19 der dritten Steuerungsebene 13 hingegen überprüft den Hardwarestatus sowie Softwarestatus aller mit dieser kommunizierenden, unmittelbar untergeordneten Steuerungssystemkomponenten 22, 23, 24, 25 und 26 der vierten Steuerungsebene 14. Letztendlich überprüft im Ausführungsbeispiel der 1 die Steuerungssystemkomponente 23 der vierten Steuerungsebene 14 den Status, nämlich den Hardwarestatus sowie Softwarestatus, der mit dieser Steuerungssystemkomponente 23 kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten 27, 28 und 29 der unmittelbar untergeordneten, fünften Steuerungsebene 15.

Es liegt demnach im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass der Status der Steuerungssystemkomponenten von der unmittelbar übergeordneten, unabhängigen Steuerungssystemkomponente durchgeführt wird, die mit den zu überprüfenden Steuerungssystemkomponenten kommuniziert.

Weiterhin liegt es im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass eine Steuerungssystemkomponente, die den Status unmittelbar untergeordneter Steuerungssystemkomponenten überprüft, das Ergebnis dieser Überprüfung an eine Steuerungssystemkomponente übermittelt, die der Steuerungssystemkomponente unmittelbar übergeordnet ist, welche die Überprüfung durchführt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel der 1 bedeutet dies, dass zum Beispiel die Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12 den Hardwarestatus sowie den Softwarestatus der Steuerungssystemkomponenten 18 und 19 der dritten Steuerungsebene 13 auf Kompatibilität hin überprüft, und dass die Steuerungssystemkomponente 17 der zweiten Steuerungsebene 12 das Ergebnis dieser Überprüfung an die Steuerungssystemkomponente 16 der ersten Steuerungsebene 11 übermittelt.

Mit anderen Worten ausgedrückt, bedeutet dies demnach, dass in dem erfindungsgemäßen, hierarchischen Druckmaschinensteuerungssystem, welches mehrere Steuerungsebenen aufweist, jede Masterkomponente ihre eigenen, untergeordneten Slavekomponenten überprüft und das Ergebnis dieser Überprüfung an die eigene Masterkomponente meldet. Die Iterationstiefe des erfindungsgemäßen Druckmaschinensteuerungssystems ist dabei prinzipiell unendlich. Da jede Steuerungssystemkomponente den Status ihrer eigenen, untergeordneten Steuerungssystemkomponenten überprüft, braucht keine Steuerungssystemkomponente eine Übersicht des gesamten Druckmaschinensteuerungssystems. Da jede Masterkomponente ihre eigenen untergeordneten Slavekomponenten überprüft und das Ergebnis dieser Überprüfung an die eigene Masterkomponente übermittelt, ist eine Überprüfung über mehrere Hierarchieebenen hinweg realisierbar.

Nach dem Einschalten bzw. Starten einer Druckmaschine führt das erfindungsgemäße Druckmaschinensteuerungssystem die oben beschriebene Kompatibilitätsprüfung bzw. Statusabfrage automatisch aus. Somit wird vor jedem Anlaufen der Druckmaschine überprüft, ob alle Komponenten des Druckmaschinensteuerungssystems kompatibel sind. Es wird demnach ein Anlaufen der Druckmaschine in einen undefinierten Zustand sicher vermieden.

10Druckmaschinensteuerungssystem 11Steuerungsebene 12Steuerungsebene 13Steuerungsebene 14Steuerungsebene 15Steuerungsebene 16Steuerungssystemkomponente 17Steuerungssystemkomponente 18Steuerungssystemkomponente 19Steuerungssystemkomponente 20Steuerungssystemkomponente 21Steuerungssystemkomponente 22Steuerungssystemkomponente 23Steuerungssystemkomponente 24Steuerungssystemkomponente 25Steuerungssystemkomponente 26Steuerungssystemkomponente 27Steuerungssystemkomponente 28Steuerungssystemkomponente 29Steuerungssystemkomponente

Anspruch[de]
  1. Druckmaschinensteuerungssystem, mit mehreren hierarchischen Steuerungsebenen, wobei jede Steuerungsebene mindestens eine Steuerungssystemkomponente aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass jede Steuerungssystemkomponente einer Steuerungsebene den Status aller mit dieser Steuerungssystemkomponente kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten einer untergeordneten Steuerungsebene überprüft und den Status sowie das Ergebnis dieser Überprüfung einer Steuerungssystemkomponente einer übergeordneten Steuerungsebene übermittelt.
  2. Druckmaschinensteuerungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Steuerungssystemkomponente einer Steuerungsebene den Hardwarestatus und/oder Softwarestatus aller mit dieser Steuerungssystemkomponente kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten einer unmittelbar untergeordneten Steuerungsebene erfasst und mit vorgegebenen Sollzuständen vergleicht.
  3. Druckmaschinensteuerungssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungssystemkomponenten aus diesem Vergleich auf die Kompatibilität der mit derselben kommunizierenden Steuerungssystemkomponenten der untergeordneten Steuerungsebene schließen.
  4. Druckmaschinensteuerungssystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Steuerungssystemkomponenten einer Steuerungsebene Masterkomponenten für Steuerungssystemkomponente einer unmittelbar untergeordneten Steuerungsebene bilden, wobei jede Masterkomponente den Status aller seiner jeweiligen unmittelbar untergeordneten Slavekomponenten überprüft und den Status sowie das Ergebnis dieser Überprüfung an seine Masterkomponente der unmittelbar übergeordneten Steuerungsebene übermittelt.
  5. Druckmaschinensteuerungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass diese Überprüfung und Übermittlung der Ergebnisse über alle hierarchischen Steuerungsebenen hinweg iterativ durchgeführt wird.
  6. Druckmaschinensteuerungssystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe die Statusüberprüfung bei jedem Einschalten bzw. Starten einer Druckmaschine durchführt.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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