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Dokumentenidentifikation DE202004020646U1 01.12.2005
Titel Beschichtung von Wänden in Form eines Putzes
Anmelder Zimmermann, Jürgen, 68167 Mannheim, DE;
Rehberger, Peter, 68167 Mannheim, DE
Vertreter Zellentin & Partner, 67061 Ludwigshafen
DE-Aktenzeichen 202004020646
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.12.2005
Registration date 27.10.2005
Application date from patent application 30.04.2004
File number of patent application claimed 10 2004 021 506.5
IPC-Hauptklasse E04F 13/02

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen homogen einfärbbaren Antikondensationsputz für Wände und Decken, der nach dem Auftrag keine weitere Überarbeitung der Oberfläche erfordert. Der Putz ist schimmelresistent und kann auf pilzbefallenes Mauerwerk und Bauteile aufgetragen werden, um die Ursachen für die Schimmelpilzbildung zu beseitigen und den Einsatz von Fungiziden überflüssig zu machen. Der Einsatz der Beschichtung ist Schimmelbekämpfung, -prophylaxe und Raumgestaltung zugleich.

Es sind aus dem Stand der Technik Antikondensationsputze bekannt, die Vermiculit in Gegenwart von Quarzsand und gelöschtem Kalk (Sumpfkalk) verwenden. Vermiculit ist ein expandiertes Aluminium-Eisen-Magnesiumsilikat und wird aus Glimmer durch Temperatureinwirkung hergestellt, wobei ein Material mit sehr hoher Wasseraufnahmefähigkeit und Wärmedämmung entsteht.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass ein solches Material kombiniert mit den Eigenschaften reinen Sumpfkalkes eine dauerhafte Wirkung zur Verhinderung der Schimmelbildung an Wänden und Decken z. B. in Feuchträumen oder bei Kondensation von Wasser an Kältebrücken aufweist. Das Produkt aus reinem (Sumpf)kalk und expandiertem Glimmer weist ein Porengefüge auf, das nachfolgende bauphysikalische und chemische Eigenschaften wie kein anderes vereint:

  • – geringster Diffusionswiderstand
  • – extrem schnelle und hohe kapillare Wasseraufnahmefähigkeit
  • – niedrige Wärmeleitfähigkeit
  • – umgehende Rücktrocknung
  • – hohe Alkalität
  • – anorganisches Material

Weiterhin geht die Erfindung von der Tatsache aus, dass herkömmliche Vermiculit enthaltende Mischungen mit Kalk und Sand einen nachträglichen Farbauftrag erfordern, da diese Produkte eine schmutzige, grau-fahle Färbung besitzen. Eine ansprechende Raumgestaltung mittels dieser Mischungen allein ist nicht zu erzielen. Eine Gestaltung der Oberflächen macht die Überarbeitung:

  • – durch einen zusätzlichen Farbauftrag
  • – durch Bekleben mit Tapeten
  • – durch das Aufbringen anderer Wandbeläge
erforderlich.

Das einzige Anstrichmittel, das die gewünschten bauphysikalischen Eigenschaften nicht negativ beeinflusst ist reiner Sumpfkalk mit kalkechten Pigmenten in der Frescotechnik aufgetragen. Diese Anwendung ermöglicht zwar eine akzeptable optische Oberflächengestaltung aber mit geringer mechanischer Beanspruchbarkeit. Was zur Folge hat, dass kleinste Kratzer und Abschürfungen im nur wenige &mgr;m starken Anstrich den Putz wieder hervorschauen lassen und häufig Ausbesserungen erforderlich machen. Diese Arbeiten müssen dann aber in der Seccotechnik ausgeführt werden, welche dann den Einsatz von Hilfsmitteln zur Herabsetzung der Saugfähigkeit notwendig macht und nicht mehr punktuell sondern vollflächig auszuführen sind. Deshalb ist der einfache Sumpfkalkanstrich zur Farbgestaltung normal beanspruchter Räume bei diesem Putzsystem keine dauerhafte Lösung.

Alle anderen Farbaufträge oder Verkleidungen mit Dispersionsfarben, Tapeten, etc. sind insofern nachteilig, als sie die oben beschriebenen bauphysikalischen Eigenschaften des Aufbaus nachteilig beeinflussen, sowie organisches Material einbringen, was die Wirkungsweise des Systems in Frage stellt.

Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, derartige Mischungen dahingehend zu modifizieren, dass ein nachträgliches Überarbeiten überflüssig wird. So soll gewährleistet werden, dass die gewünschten physikalischen und chemischen Eigenschaften des Putzes voll zum Tragen kommen können. Außerdem werden dabei zusätzliche Arbeitsgänge eingespart.

Dazu müssen sich die Mischungen mit Hilfe von Pigmenten homogen einfärben lassen. Färbt man auf dem Markt befindliche Antikondensationsputze, die aus Sand und Vermiculit bestehen, homogen ein, so fehlt den getrockneten Putzen die Brillanz. Schwach eingefärbte Putze bewegen sich immer ins Graue und wirken fahl. Der Anspruch einer ästhetischen Raumgestaltung wird nicht befriedigt.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt, indem der Quarzsand durch weißen Marmorsand ersetzt wird. Mit einer ausgewogenen Sieblinie weißen Marmorkorns, feinteiliger Schlemme aus gelöschtem Kalk, expandiertem Glimmerschiefer und der Zugabe von Wasser lässt sich eine Mischung herstellen, die sich hervorragend einfärben lässt. Selbst bei nur geringen Pigmentbeigaben unter 1 Gew.% lassen sich brillante Farbtöne erzielen.

Da das Weiß des Marmors das gesamte Farbspektrum des Sonnenlichtes beinhaltet, können die Farben der eingesetzten Pigmente auch weitgehend unverfälscht wirken.

Beim Quarzsand hingegen werden Farben „geschluckt", „vergraut" und „verfälscht".

Die Erfindung ermöglicht erstmals den Einsatz eines Sumpfkalk-Vermiculit-Putzes ohne weitere Überarbeitung und nachträgliche, zusätzliche Farbgestaltung. Dies führt dazu, dass die Oberfläche offen bleibt und optimal die Feuchtigkeitsregulierung wahrnehmen kann.

Damit kann sowohl im Mauerwerk anfallende Feuchtigkeit ungehindert über die Putzfläche von innen nach außen austreten als auch anfallende Kondenswasserfeuchte rasch aufgenommen werden und über eine riesige Verdunstungszone schnell wieder rücktrocknen. So wird dem Schimmel das für dessen Wachstum notwendige Wasser dauerhaft entzogen.

Aus bauphysikalischer und baubiologischer Sicht zieht die Erfindung als Kalkkomponente sogenannten Sumpfkalk vor. Dieser weist Sulfat und Phosphat nur in Spuren auf, trägt also zur Schimmelpilzernährung nichts bei. Dabei wird eine wässrige Schlemme mit Calciumhydrat – Teilchengrößen von zwischen 1 – 5&mgr;m verwendet, die eine sehr gleichmäßige Kornverteilung besitzt und daher sehr gut verarbeitbar ist. Der Marmorsand ist weiß und wird vorzugsweise in einer Körnung zwischen 0 und 1 mm eingesetzt.

Die Mischungsverhältnisse zur Herstellung des Putzes sind dabei insbesondere die folgenden:

Festkörperanteil Volumenprozent im gegenseitigen Verhältnis zu 100%

zwischen 10 und 90% weißer Marmorsand

zwischen 10 und 90% Vermiculit

Bindemittel im Verhältnis zum Festkörperanteil

zwischen 10 und 25% Kalk

bis zu 10 Gew.-% Pigment

Mit Wasser wird eine pastöse, spachtelfähige Konsistenz eingestellt.

Eine besonders bevorzugte Mischung besteht aus:

1 Raumteil Marmor

1 Raumteil Vermiculit

0,3 Raumteile Kalk

0,5 Raumteilen Wasser und

bis zu 10 Gew.-% Pigment.


Anspruch[de]
  1. Gegen Schimmelbefall resistente und diesen verhindernde Beschichtung von Mauerwerk, bestehend aus einer Mischung von feinteiliger Schlemme aus gelöschtem Kalk, einem Sand und Vermiculit, dadurch gekennzeichnet, dass der Sand ein Marmorsand ist und die Mischung ein Farbpigment aufweist.
  2. Beschichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Pigment ein kalkechtes Pigment ist.
  3. Beschichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kalk ein Sumpfkalk ist.
  4. Beschichtung nach Anspruch 1 – 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Marmorsand weiß ist und ein Rundkorn mit Korngrößen zwischen 0 und 1 mm aufweist.
  5. Mischung zur Herstellung von Beschichtungen nach Anspruch 1 – 4, bestehend aus

    10 bis 90 Raumteilen weißer Marmor,

    10 bis 90 Raumteilen Vermiculit

    10 bis 25 Raumteilen Kalk

    und bis zu 10 Gew.-% Pigment.
  6. Mischung nach Anspruch 5, bestehend aus etwa

    1 Raumteil Marmor, 1 Raumteil Vermiculit, 0,3 Raumteilen Kalk,

    0,5 Raumteilen Wasser und bis zu 10 Gew.-% Pigment.
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