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Dokumentenidentifikation DE202005013036U1 01.12.2005
Titel Gurtband
Anmelder Westdeutscher Drahtseil-Verkauf Dolezych GmbH & Co., 44147 Dortmund, DE
Vertreter Andrejewski, Honke & Sozien, 45127 Essen
DE-Aktenzeichen 202005013036
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.12.2005
Registration date 27.10.2005
Application date from patent application 18.08.2005
IPC-Hauptklasse D03D 1/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gurtband für insbesondere Zurrgurte, mit einem gewebten Gurtbandträger und wenigstens einer, sein optisches Erscheinungsbild beeinflussenden, Markierung.

Ein Gurtband der eingangs beschriebenen Ausführungsform wird in der DE 92 04 982 U1 beschrieben. Daneben kennt man Gurtbänder aus der Praxis, die mit Markierungen bzw. Markierungsstreifen ausgerüstet sind. Meistens dienen diese Streifen dazu, die Zugkraft des zugehörigen Gurtes zu identifizieren.

Üblicherweise bezeichnen Zurrgurte solche Gurte, die beim Abspannen von Gütern auf Ladeflächen von beispielsweise LKW's oder Zugwaggons eingesetzt werden. Dazu werden die Gurtbänder meistens mit Anschlaghaken und gegebenenfalls Zugratschen zum Spannen kombiniert. Da der einwandfreie Halt solcher Transportgüter unter Sicherheitsaspekten von besonderer Bedeutung ist, kommt der regelmäßigen Kontrolle der Gurtbänder und ihrem Gebrauchszustand eine besondere Bedeutung zu.

Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Gurtband der eingangs beschriebenen Ausgestaltung so weiterzuentwickeln, dass Sicherheitsaspekte eine gesteigerte Berücksichtigung finden.

Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist ein gattungsgemäßes Gurtband für insbesondere Zurrgurte dadurch gekennzeichnet, dass der Gurtbandträger als Markierung zumindest einen längsrandseitigen Ablegestreifen mit wenigstens einem mittigen Zugkraftstreifen kombiniert.

Erfindungsgemäß setzt sich die das optische Erscheinungsbild des Gurtbandes beeinflussende Markierung also aus wenigstens zwei Markierungsstreifen zusammen, nämlich dem Ablegestreifen und dem Zugkraftstreifen. Üblicherweise sind zwei Ablegestreifen längsrandseitig des Gurtbandträgers vorgesehen. Dabei dienen die längsrandseitigen Ablegestreifen zur Identifizierung dahingehend, ob das Gurtband seine Ablegereife erreicht hat. Denn wenn beispielsweise das Gurtband bzw. der Gurtbandträger vom Rand her gesehen einen Einschnitt oder Riss aufweist, so wird der Ablegestreifen unterbrochen, was unmittelbar optisch erfasst werden kann. Denn der Ablegestreifen verläuft im allgemeinen durchgängig.

In diesem Zusammenhang schlägt die Erfindung weiter vor, dass der jeweilige Ablegestreifen in einem Abstand von ca. 5 % bis 20 %, insbesondere 7 % bis 15 %, vorzugsweise in einem Abstand von ca. 10 % der Gurtbandbreite vom Gurtbandrand verläuft. Durch diese Bemessungsregel ist der Ablegestreifen relativ nah im Vergleich zum Gurtbandrand angeordnet, nämlich mit einem Abstand von maximal 20 % der Gurtbandbreite. In der Regel arbeitet man hier mit einem Abstand von ca. 10 % der Gurtbandbreite.

Sobald also ein Einschnitt oder Riss in etwa 10 % der Gurtbandbreite von seiner Länge her erreicht hat, deutet der auf diese Weise durchtrennte Ablegestreifen darauf hin, dass das zugehörige Gurtband unter Sicherheitsaspekten nicht mehr eingesetzt werden kann, folglich seine Ablegereife erreicht hat.

Dagegen wird mit dem oder den regelmäßig unterbrochen ausgebildeten Zugkraftstreifen auf die vom Gurtbandkörper maximal aufgenommene Festigkeit hingewiesen. Beispielsweise mag jeder Zugkraftstreifen für 500 N Festigkeit des Gurtbandkörpers stehen. Sofern der Gurtbandkörper eine Festigkeit von 2 kN besitzt, wird man folglich mit vier Zugkraftstreifen a 500 N Festigkeit arbeiten.

Dadurch wird ein Anwender unmittelbar auf die vom Gurtband maximal aufnehmbaren Zugkräfte bei dessen Anwendung hingewiesen. Eine Überbeanspruchung des zugehörigen Gurtbandes lässt sich hierdurch größtenteils vermeiden.

Die Erfindung kombiniert also den oder die Ablegestreifen mit einem oder mehreren Zugkraftstreifen, so dass der Anwender umfassend über die damit verbundenen Sicherheitsaspekte informiert wird. Dadurch, dass der Gurtbandträger in der Regel in Leinwandbindung in Verbindung mit den hierin eingewebten Markierungsstreifen ausgebildet ist, wird die engste aller erreichbaren Fadenverkreuzungen von zugehörigen Kettfäden und Schussfäden zur Erzielung besonderer Festigkeiten erreicht. Dabei hat es sich ergänzend bewährt, wenn sowohl der Ablegestreifen als auch der Zugkraftstreifen als jeweiliger Kettfaden in den Gurtbandträger eingewebt ist. Auf diese Weise verlaufen der Ablegestreifen und der Zugkraftstreifen jeweils parallel zueinander und in Gurtbandlängsrichtung.

Der Gurtbandträger ist im Wesentlichen in drei Bereiche unterteilt, ausgehend von seiner mittigen Symmetrieebene. Von innen nach außen sind zunächst einmal der oder die Zugkraftstreifen auf oder symmetrisch zu der besagten Symmetrieebene des Gurtbandträgers angeordnet. Dabei können die Zugkraftstreifen einen Bereich mit einer Breite von weniger als 50 % der Gurtbandbreite, insbesondere einem Bereich mit einer Breite ca. 20 % bis 40 % der Breite des Gurtbandes bzw. der Gurtbandbreite abdecken. Im Anschluss an den oder die Zugkraftstreifen finden sich beidseitig der Zugkraftstreifen Leerbereiche, die an die Zugkraftstreifen unmittelbar anschließen. Die Leerbereiche werden von dem oder den Ablegestreifen randseitig gesäumt. Das heißt, von der Mitte nach außen des Gurtbandkörpers folgt auf die Zugkraftstreifen der jeweilige Leerbereich und anschließend der Ablegestreifen.

Im Ergebnis wird ein Gurtband für insbesondere Zurrgurte zur Verfügung gestellt, welches unter Sicherheitsaspekten besonders vorteilhaft gegenüber dem vorbekannten Stand der Technik ausgebildet ist. Dafür sorgen die in den Gurtbandträger eingewebten Markierungsstreifen in Gestalt des Ablegestreifens und des wenigstens einen mittigen Zugkraftstreifens. Beide Markierungsstreifen geben in ihrer Kombination umfassend Auskunft über die wesentlichen Eigenschaften und Charakteristiken des Gurtbandes. So werden etwaige Schnitt- oder Rissbeschädigungen ebenso angezeigt wie die maximale Festigkeit. Dadurch, dass sowohl der Ablegestreifen als auch der Zugkraftstreifen in den Gurtbandträger eingewebt sind und mit den Webfäden des Gurtbandträger optisch kontrastierende Markierungsstreifen bilden, liegen die zugehörigen Informationen dauerhaft vor. Meistens wird man den Gurtbandträger weiß oder auch farbig gestalten, wohingegen die Markierungsstreifen schwarz ausgeführt sind.

Auf diese Weise können beispielsweise Verschmutzungen die Funktion der Markierungsstreifen nicht beeinträchtigen und ist folglich selbst nach langem Gebrauch eine einwandfreie Information über den Zustand des Gurtbandes sichergestellt.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen:

1 das erfindungsgemäße Gurtband in Aufsicht und

2 den Gurtbandträger schematisch in Seitenansicht.

In den Figuren ist ein Gurtband für insbesondere Zurrgurte dargestellt. Dieses setzt sich aus einem gewebten Gurtbandträger 1 und einer sein optisches Erscheinungsbild beeinflussenden Markierung 2, 3 zusammen. Erfindungsgemäß kommen als Markierung 2, 3 mehrere Markierungsstreifen 2, 3 zum Einsatz, welche in den gewebten Gurtbandträger 1 im Rahmen des Ausführungsbeispiels als Kettfäden eingewebt sind, also in Längsrichtung des Gurtbandträgers 1 verlaufen. Demgegenüber sind keine als Markierungsstreifen 2, 3 ausgebildete Schussfäden vorgesehen, wenngleich die Erfindung derartiges ausdrücklich nicht ausschließt.

Von besonderer Bedeutung ist der Umstand, dass der Gurtbandträger 1 als Markierung 2, 3 bzw. als Markierungsstreifen 2, 3 sowohl wenigstens einen längsrandseitigen Ablegestreifen 2 als auch zumindest einen mittigen Zugkraftstreifen 3 aufweist bzw. beide Streifen 2, 3 miteinander kombiniert. Tatsächlich sind entsprechend der Darstellung nach 1 zwei Ablegestreifen 2 längsrandseitig vorgesehen, die parallel zueinander in Gurtbandlängsrichtung verlaufen, und zwar symmetrisch im Vergleich zu einer Symmetrieebene S in Längsrichtung.

Die beiden Ablegestreifen 2 finden sich jeweils in einem Abstand A von einem jeweiligen Gurtbandrand 4, welcher nach der Darstellung ca. 10 % einer Gurtbandbreite B beträgt. Das heißt, es gilt: A ≈ 0,1 × B

Dabei kann der Abstand A maximal 20 % der Gurtbandbreite B betragen, d.h. A ≤ 0,2 × B. Der minimale Abstand liegt bei 5 % der Gurtbandbreite B, d.h. A ≥ 0,05 × B. Folglich insgesamt: 0,05 × B ≤ A ≤ 0,2 × B.

Anhand der 1 erkennt man weiter, dass mehrere Zugkraftstreifen 3 vorgesehen sind. Dabei steht nach dem Beispiel jeder der insgesamt fünf Zugkraftstreifen 3 für eine Festigkeit von 500 N. Die gesamte Festigkeit des Gurtbandträgers 1 bemisst sich also zu 2.500 N. Wie die Ablegestreifen 4, so sind auch die Zugkraftstreifen 3 symmetrisch zu der Symmetrieebene S des Gurtbandkörpers 1 angeordnet bzw. liegen auf der Symmetrieebene S.

Die 1 macht ferner deutlich, dass die Zugkraftstreifen 3 einen Bereich C von weniger als 50 % der Breite des Gurtbandes abdecken. Im Rahmen des Ausführungsbeispiels nimmt der Bereich C ca. 20 % bis 40 % der Breite des Gurtbandes bzw. der Gurtbandbreite B ein. Das heißt, hier gilt: C = 0,2... 0,4B bzw. 0,2 × B ≤ C ≤ 0,4B.

Auf diese Weise schließen beidseitig an die Zugkraftstreifen 3 Leerbereiche 5 an, welche dazu dienen, die Ablegestreifen 2 von den Zugkraftstreifen 3 unterscheiden zu können. Nach dem Ausführungsbeispiel beträgt die Breite D dieser Leerbereiche 5 bzw. Leerstreifen ca. 10 % bis zu 90 % der Gurtbandbreite B. Für die Leerbereiche 5 gilt also: D = 0,1... 0,9B bzw. 0,1 × B ≤ D ≤ 0,9 × B.

Anhand der 2 erkennt man, dass der Gurtbandträger 1 in Leinwandbindung in Verbindung mit den Markierungsstreifen 2, 3 vorliegt. Bei dieser Leinwand- oder auch Tuchbindung wird bekanntermaßen die engste aller erreichbaren Fadenkreuzungen der zugehörigen Kett- und Schussfäden bzw. insgesamt der Webfäden erreicht. Der Rapport enthält jeweils zwei Kett- und zwei Schussfäden.

Im Rahmen der Darstellung und nicht einschränkend liegt der Gurtbandträger 1 in einer sogenannten Ripsbindung vor, die von der Leinwandbindung abgeleitet ist. Diese entsteht bekanntermaßen, indem man die Bindungspunkte der Leinwandbindung in Kett- oder Schussrichtung verdoppelt oder vervielfacht. Erkennungsmerkmal der Ripsbindung sind die auffälligen Rippen, die entsprechend der Darstellung quer verlaufen, so dass man von einer sogenannten Querrippbindung spricht. Dabei flotieren die Kettfäden jeweils über mehrere Schüsse hinweg und fassen diese beim gemeinsamen Umtritt zu quer über die Ware verlaufenden Rippen zusammen. Die meist dicht eingestellten Kettfäden überdecken die Schussfäden, welche letztlich als Füllmaterial dienen, fast ganz und sind praktisch allein sichtbar. Daher resultiert die alte Bezeichnung "Kettrips" für solche Querrips.

Um nun die Ablegestreifen 2 von den Zugkraftstreifen 3 zu unterscheiden, wird entsprechend der Darstellung nach 2 oben mit zwei Kettfäden gearbeitet, die über ein oder mehrere Schüsse hinweg flotieren. Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger Markierungsstreifen bzw. Ablegestreifen 2. Dagegen arbeiten die Zugkraftstreifen 3 mit nur jeweils einem Kettfaden, so dass die Ablegestreifen 3 jeweils Unterbrechungen 6 in ihrem optischen Erscheinungsbild in Aufsicht aufweisen. Dabei sind die jeweiligen Unterbrechungen 6 der Zugkraftstreifen 3 nebeneinander angeordnet, so dass in der 1 jeweils Unterbrechungsstreifen 7 entstehen. Dadurch können die Zugkraftstreifen 3 unmittelbar von den Ablegestreifen 2 dauerhaft unterschieden werden.


Anspruch[de]
  1. Gurtband für insbesondere Zurrgurte, mit einem gewebten Gurtbandträger (1) und wenigstens einer, sein optisches Erscheinungsbild beeinflussenden, Markierung (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass der Gurtbandträger (1) als Markierung (2, 3) zumindest einen längsrandseitigen Ablegestreifen (2) mit wenigstens einem mittigen Zugkraftstreifen (3) kombiniert.
  2. Gurtband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl der Ablegestreifen (2) als auch der Zugkraftstreifen (3) in den Gurtbandträger (1) eingewebt sind und als mit Webfäden des Gurtbandträgers (1) optisch kontrastierende Markierungsfäden (2, 3) ausgebildet sind.
  3. Gurtband nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Ablegestreifen (2) längsrandseitig des Gurtbandträgers (1) vorgesehen sind, die in einem Abstand (A) von ca. 5 % bis 20 %, insbesondere 7 % bis 15 %, vorzugsweise bei ca. 10 % der Gurtbandbreite (B) vom Gurtbandrand (4) verlaufen.
  4. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich sowohl bei dem Ablegestreifen (2) als auch dem Zugkraftstreifen (3) um einen in den Gurtbandträger (1) eingewebten Kettfaden handelt.
  5. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ablegestreifen (2) und der Zugkraftstreifen (3) parallel zueinander in Gurtbandlängsrichtung verlaufen.
  6. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ablegestreifen (2) durchgängig und der Zugkraftstreifen (3) unterbrochen ausgebildet sind.
  7. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Zugkraftstreifen (3) vorgesehen sind, und zwar derart, dass jeder Zugkraftstreifen (3) für eine vom Gurtbandkörper (1) maximal aufgenommene Festigkeit, z.B. 500 N Festigkeit, steht.
  8. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Zugkraftstreifen (3) auf oder symmetrisch zu einer Symmetrieebene (S) des Gurtbandkörpers (1) angeordnet sind.
  9. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Zugkraftstreifen (3) einen Bereich mit einer Breite (C) von weniger als 50 %, insbesondere von ca. 20 % bis 40 %, der Gurtbandbreite (B) abdecken.
  10. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an den oder die Zugkraftstreifen (3) beidseitig Leerbereiche (5) anschließen, die von dem oder den Ablegestreifen (2) randseitig gesäumt werden.
  11. Gurtband nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurtbandträger (1) in Leinwandbindung in Verbindung mit den Markierungsfäden bzw. Markierungsstreifen (2, 3) vorliegt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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