Die vorliegende Erfindung betrifft ein Entschwefelungsverfahren zur
Entfernung einer Schwefelkomponente aus einer geschmolzenen Eisenlegierung.
2. Beschreibung des Standes der Technik
Der Bedarf an Stahl hoher Qualität erzeugte Bedarf an schwefelarmem
Stahl. Es gibt zwei Arten von Verfahren zur Entfernung von Schwefel (im folgenden
als Entschwefelung bezeichnet); eines, das während des Stadiums von geschmolzenem
(Roh)eisen in einer Torpedopfanne oder einer Roheisenpfanne durchgeführt wird, und
das andere, das im Stadium von geschmolzenem Stahl an einer dioxidierten Stahlschmelze
stromabwärts eines Konverters durchgeführt wird. Das erstere ist das heute überwiegende
Entschwefelungsverfahren aufgrund verbesserter Vorbehandlungstechniken einer Eisenschmelze.
Die Entschwefelung im Stadium von geschmolzenem Eisen verwendet ein
Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis, ein Entschwefelungsmittel auf Na2O-Basis,
ein Entschwefelungsmittel auf Mg-Basis oder ein ähnliches geeignetes Mittel. Das
Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis ist wegen der Kosten und der einfachen Schlackenbehandlung
nach der Entschwefelung bevorzugt. Zu diesem Zweck wird ein verbessertes Verfahren
zur Entschwefelung von geschmolzenem Eisen mit einem Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis
gewünscht.
Ein bekanntes Verfahren zur Entschwefelung von geschmolzenem Eisen
mit einem Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis verwendet einen rotierenden Rührer,
um das Entschwefelungsmittel in die Eisenschmelze zu ziehen.
Die ungeprüfte veröffentlichte japanische Patentanmeldung Nr. 55-76005
offenbart ein Verfahren zur Beschleunigung der Entschwefelungsreaktion, wobei ein
Kohlenwasserstoffgas über den Rührer in die Eisenschmelze geblasen wird. Jedoch
ermittelten die Erfinder infolge einer detaillierten Untersuchung des offenbarten
Verfahrens, dass das durch den Rührer in die Eisenschmelze geblasene Kohlenwasserstoffgas
aufgrund des Dichteunterschieds zwischen der Eisenschmelze und dem Gas im Zentrum
der Rotation konzentriert wird.
Diese Technik erhöhte auch die Kosten des Verfahrens, da in dem Rührer
eine Passage für das Kohlenwasserstoffgas bereitgestellt werden muss und spezielle
Leitungen und Verbindungen erforderlich sind, um das Gas dem Rührer zuzuführen,
der ein rotierendes Element ist.
Die ungeprüfte veröffentlichte japanische Patentanmeldung Nr. 8-337807
offenbart ein Verfahren zur Beschleunigung der Entschwefelungsreaktion durch gleichzeitiges
Blasen eines pulverförmigen Entschwefelungsmittels in eine Eisenschmelze und Blasen
eines reduzierenden Gases auf die Badoberfläche der Eisenschmelze. Jedoch ist die
Oberfläche, auf der sich das Entschwefelungsmittel verbreitet, aufgrund der Abtragung
einer Lanze, die zum Aufblasen des Entschwefelungsmittels verwendet wird, oder einer
Ablagerung des Metalls oder von Schlacke variabel. Dies ergibt das Problem des präzisen
Blasens des reduzierenden Gases auf den Bereich, auf dem sich das Entschwefelungsmittel
verbreitet.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines hocheffizienten
Entschwefelungsverfahrens zur Entschwefelung einer geschmolzenen Eisenlegierung,
wie geschmolzenem Roheisen, das die im Vorhergehenden genannten Probleme vermeidet.
Um dieses Ziel zu erreichen, stellt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zur Entschwefelung einer geschmolzenen Eisenlegierung bereit, wobei ein
Entschwefelungsmittel von oberhalb einer Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
auf die geschmolzene Eisenlegierung appliziert wird, die geschmolzene Eisenlegierung
gerührt wird und, während die geschmolzene Eisenlegierung gerührt wird, ein ein
Kohlenwasserstoffgas enthaltendes Gas auf die Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
geblasen oder eine ein Kohlenwasserstoffgas erzeugende Substanz auf die Badoberfläche
der geschmolzenen Eisenlegierung gegeben wird.
Vorzugsweise wird das das Kohlenwasserstoffgas enthaltende Gas so
geblasen, dass das Kohlenwasserstoffgas mit einer Rate von nicht weniger als 3 Nl/min
pro Tonne der geschmolzenen Eisenlegierung eingeführt wird. Das Kohlenwasserstoffgas
ist vorzugsweise ein Kokereigas.
Die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende Substanz ist vorzugsweise
Schweröl oder Kohle oder eine Substanz, die durch eine Wärmebehandlung oder Trockendestillationsbehandlung
erzeugt wird, und sie enthält Kohlenstoff als Hauptkomponente. Die das Kohlenwasserstoffgas
erzeugende Substanz wird so zugegeben, dass bei Berechnung der Menge des Kohlenwasserstoffgases
pro Tonne der geschmolzenen Eisenlegierung nicht weniger als 3 Nl/min des Kohlenwasserstoffgases
erzeugt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine Schnittdarstellung, die den
Hauptteil einer Vorrichtung zur Implementierung des Entschwefelungsverfahrens der
vorliegenden Erfindung zeigt.
2 ist ein Diagramm, das die Beziehung
zwischen der Menge des Kohlenwasserstoffgases pro Tonne geschmolzenem Eisen und
der Entschwefelungsrate zeigt.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Unter Bezug auf 1 wird ein Entschwefelungsmittel
4 von oberhalb der Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
6 in einem Behälter 5 auf eine geschmolzene Eisenlegierung
6 appliziert und gleichzeitig die geschmolzene Eisenlegierung
6 durch einen in diese getauchten Rührer 1 gerührt. Unter Rühren
der geschmolzenen Eisenlegierung 6 wird ein ein Kohlenwasserstoffgas enthaltendes
Gas 7 über eine Lanze 2 auf die Badoberfläche der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 geblasen.
Obwohl ein Rotationsrührer als der Rührer 1 in
1 gezeigt ist, ist die vorliegende Erfindung nicht
auf einen Rotationsrührer beschränkt und es kann jeder Typ eines Rührers, der die
geschmolzene Eisenlegierung 6 in geeigneter Weise rühren kann, verwendet
werden.
Das von oberhalb der Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
6 applizierte Entschwefelungsmittel 4 wird unter Rühren durch
den Rührer 1 in die geschmolzene Eisenlegierung 6 gezogen. Die
Reaktionsgrenzfläche zwischen der geschmolzenen Eisenlegierung 6 und dem
Entschwefelungsmittel 4 ist daher erhöht, wobei die Effizienz des Entschwefelungsverfahrens
verbessert wird.
Ein Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis, ein Entschwefelungsmittel
auf Na2O-Basis, ein Entschwefelungsmittel auf Mg-Basis oder ein anderes
geeignetes Mittel können als das Entschwefelungsmittel 4 verwendet werden.
Das Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis ist aufgrund der Kosten und der einfachen
Schlakkenbehandlung nach einer Entschwefelung bevorzugt.
Allgemein wird die durch ein Entschwefelungsmittel auf CaO-Basis bewirkte
Entschwefelungsreaktion durch die Gleichung (1) ausgedrückt. In der Gleichung (1)
bezeichnen [S] und [O] S bzw. O in der geschmolzenen Eisenlegierung 6.
Ferner bezeichnet (CaS) in der Gleichung (1) das mit der Schlacke entfernte CaS.
Die Entschwefelungsreaktion der Gleichung (1) ist eine Reduktionsreaktion und sie
wird durch Aufrechterhalten einer reduzierenden Atmosphäre an der Reaktionsgrenzfläche
beschleunigt.
[S] + CaO → (CaS) + [O] (1)
Ein Kohlenwasserstoffgas zersetzt sich bei etwa 300 °C vollständig,
wobei Wasserstoffgas produziert wird. Die Zersetzungsreaktion eines Wasserstoffgases
wird durch die Gleichung (2) ausgedrückt:
CnHm → nC + m/2 H2(2)
Bei der Zersetzung eines Kohlenwasserstoffgases erzeugtes Wasserstoffgas
reagiert mit Sauerstoff in der Gasatmosphäre oder Sauerstoff in der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 und erzeugt in dem System eine reduzierende Atmosphäre,
wobei die Entschwefelungsreaktion beschleunigt wird. Die Reaktion zwischen Wasserstoffgas
und Sauerstoff wird durch die Gleichungen (3) und (4) ausgedrückt:
1/2 O2 + H2 → H2O (3)[O] + H2 → H2O (4)
Die durch einen Kohlenwasserstoff bewirkte Desoxidationsreaktion wird
durch die Gleichung (5) ausgedrückt. Bei Vergleich der Gleichungen (4) und (5) ist
die Gleichgewichts-[O]-Konzentration in Gleichung (5) niedriger. Dies bedeutet,
dass CnHm eine höhere freie Energie zur Erzeugung als H2
benötigt; d.h. die Energie der kovalenten Bindung von C-H ist größer als die von
H-H. Durch Verwendung eines Kohlenwasserstoffs wird daher ein stärkeres Reduktionsvermögen
realisiert, was zur Beschleunigung der Entschwefelungsreaktion vorteilhaft ist.
[O] + CnHm → nC + m/2 H2O (5)
Wenn die geschmolzene Eisenlegierung 6 durch den Rührer
1 mechanisch gerührt wird, fließt die geschmolzene Eisenlegierung
6 wie durch die Pfeile in 1 angegeben. Wenn
die geschmolzene Eisenlegierung 6 auf diese Weise fließt, wird das von
oberhalb der Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung 6 applizierte
Entschwefelungsmittel 4 in die geschmolzene Eisenlegierung 6 gezogen
und gezwungen, darin zu zirkulieren. Infolgedessen ist die Reaktionseffizienz höher
als die durch einfaches Blasen auf das Entschwefelungsmittel erreichte.
Ferner wird die Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
6 infolge des Blasens eines ein Kohlenwasserstoff enthaltenden Gases auf
die Badoberfläche oder durch Zugabe einer ein Kohlenwasserstoffgas erzeugenden Substanz
mit dem Kohlenwasserstoffgas im wesentlichen bedeckt. Da sich die Badoberfläche
der geschmolzenen Eisenlegierung 6 immer ändert, wenn die Legierung gerührt
wird, wird die durch einen Kohlenwasserstoff an der Badoberfläche der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 bewirkte Reduktionswirkung beschleunigt und die Reaktionseffizienz
des Entschwefelungsmittels verbessert.
Verschiedene Arten eines Gases können auf die Badoberfläche der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 geblasen werden. Beispielsweise können ein Gas, das Propangas,
Methangas oder dergleichen enthält, verwendet werden, obwohl ein Kokereigas, das
beim Verkoken von Kohle in einer Kokerei eines Stahlwerks erzeugt wird, bevorzugt
ist, da das Kokereigas als Hauptkomponenten große Mengen von H2 und CH4
enthält.
Verschiedene Arten von Substanzen können zur Erzeugung des Kohlenwasserstoffgases,
das der Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung 6 zugesetzt wird,
verwendet werden. Jede Art einer Substanz, die bei der Temperatur der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 ein Kohlenwasserstoffgas erzeugen kann, ist verwendbar,
obwohl Kohle bevorzugt ist, da Kohle 10 – 40 Gew.-% an flüchtigem Material,
das C und H umfasst, enthält. Dieses flüchtige Material wird bei etwa 800 °C
vollständig verflüchtigt. Durch Zugabe von Kohle zu der Badoberfläche der geschmolzenen
Eisenlegierung 6 wird daher das flüchtige Material verflüchtigt, wobei
ein Gas mit denen des Kokereigases ähnlichen Komponenten erzeugt wird. Daher wird
durch Zugabe von Kohle zu der Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung
6 ein ähnlicher Vorteil erreicht, wie er bei Blasen des Kokereigases auf
die Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung 6 erhalten wird.
Im Hinblick auf Umweltschutz kann die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende
Substanz eine Substanz sein, die aus Allgemeinmüll, Industrieabfällen, wie Chemieproduktabfällen,
Stadtmüll und dergleichen durch eine Wärmebehandlung oder Verkokungsbehandlung erhalten
wird und Kohlenstoff als Hauptkomponente enthält. Die auf diese Weise produzierte
Substanz hat einen Kohlenstoffgehalt von etwa 50 Gew.-% und enthält flüchtiges Material,
das dem in Kohle gefundenem ähnlich ist, und kann daher einen ähnlichen Vorteil
ergeben.
Da Schweröl bei hohen Temperaturen ein Kohlenwasserstoffgas erzeugt,
kann es ebenfalls als die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende Substanz verwendet
werden.
Ferner ist die in der vorliegenden Erfindung verwendete geschmolzene
Eisenlegierung 6 nicht auf geschmolzenes Roheisen beschränkt und sie kann
eine kohlenstoffreiche Ferrolegierung, wie geschmolzenes Ferrochrom, geschmolzener
Stahl, geschmolzenes Reineisen, und dergleichen sein.
Beispiel 1
Destillations- und Trockendestillationsexperimente wurden an den in
Tabelle 1 aufgelisteten Substanzen durchgeführt, um die aus jeder Substanz erzeugte
Kohlenwasserstoffgasmenge zu untersuchen.
Das Verfahren zur Entschwefelung von geschmolzenem Eisen wurde unter
Verwendung einer Roheisenpfanne mit einem Fassungsvermögen von
300 Tonnen als dem Behälter 5 implementiert. Ein Rotationsrührer war in
der Mitte der Roheisenpfanne angebracht. Die Bedingungen des Entschwefelungsverfahrens
sind in Tabelle 2 aufgelistet. Unter Berücksichtigung der in Tabelle 1 angegebenen
Menge an erzeugtem Kohlenwasserstoffgas wurde die Rate, mit der jede Substanz zugesetzt
wurde, so gewählt, dass 10 Nl/min Kohlenwasserstoffgas pro Tonne des geschmolzenen
Eisens zugesetzt wurden.
Im Falle des Blasens eines Kokereigases auf die Badoberfläche betrugen
beispielsweise die Blasrate 4300 Nl/min, die Menge des erzeugten Kohlenwasserstoffgases
70 Vol.-% und der Durchsatz (Menge des behandelten gechmolzenen Eisens) 300 Tonnen.
Die pro Tonne des geschmolzenen Eisens geblasene Kohlenwasserstoffgasmenge
war gegeben durch:
4300 Nl/min × 0,7 ÷ 300 = 10 Nl/min.
Wenn das das Kohlenwasserstoffgas enthaltende Gas 7 zur Badoberfläche
des geschmolzenen Eisens geblasen wurde, war das Vorderende der Lanze
2 an jeweils vier Positionen, die horizontal 150 mm und 1500 mm von der
Mitte der Roheisenpfanne beabstandet und 150 mm und 2000 mm über der Badoberfläche
erhöht waren, in einem statischen Zustand positioniert.
Die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende Substanz wurde zu der Badoberfläche
des geschmolzenen Eisens an jeweils zwei Positionen, die horizontal 150 mm und 1500
mm von der Mitte der Roheisenpfanne beabstandet waren, gegeben. Diese Positionen
sind in Tabelle 3 aufgelistet.
Das Entschwefelungsverfahren des geschmolzenen Eisens wurde unter
den in Tabelle 2 aufgelisteten Bedingungen durchgeführt, und der Schwefelgehalt
des geschmolzenen Eisens vor und nach der Entschwefelung wurde ermittelt. Im Falle
des Blasens eines Kokereigases oder Propangases auf die Badoberfläche war das Vorderende
der Lanze 2 an jeweils vier Positionen (A-D), die in Tabelle 3 angegeben
sind, positioniert. Im Falle der Zugabe von Schweröl, Kohle und carbonisiertem Stadtmüll
zu der Badoberfläche wurde die Substanz an jeweils zwei Positionen (E und F), die
in Tabelle 3 angegeben sind, zugesetzt.
Als Vergleichsbeispiel wurde das Entschwefelungsverfahren des geschmolzenen
Eisens ohne die Zugabe des Kohlenwasserstoffgases durchgeführt, und die Schwefelgehalte
des geschmolzenen Eisens vor und nach der Entschwefelung wurden ermittelt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 4 aufgelistet.
Im Falle des Blasens des Kokereigases oder Propangases auf die Badoberfläche
ist die Entschwefelungswirkung erhöht, wenn die Blaseposition näher an der Mitte
der Roheisenpfanne und näher zur Badoberfläche ist. Im Falle der Zugabe einer Flüssigkeit,
wie Schweröl, oder eines Feststoffs, wie Kohle, zu der Badoberfläche ist die Entschwefelungswirkung
erhöht, wenn die Zugabeposition näher an der Mitte der Roheisenpfanne ist.
Genauer gesagt, wird das geschmolzene Eisen durch das Rotieren der
Flügel des Rührers 1 dazu gezwungen, an der Badoberfläche zur Mitte des
Behälters 5 zu fließen und dann nach dem Erreichen der Mitte des Behälters
5 in das Innere des Bades zu fließen. Durch Blasen des das Kohlenwasserstoffgas
enthaltenden Gases 7 auf die Badoberfläche an einer der Mitte des Behälters
5 nahen Position oder durch Zugabe der das Kohlenwasserstoffgas erzeugenden
Substanz zur Badoberfläche an einer zur Mitte des Behälters 5 nahen Position
wird die Badoberfläche mit dem Kohlenwasserstoffgas im wesentlichen bedeckt. Infolgedessen
wird die Entschwefelungsreaktion beschleunigt.
Als nächstes wurde die Beziehung zwischen der Menge des zugesetzten
Kohlenwasserstoffgases und der Entschwefelungsgeschwindigkeitskonstante K durch
Ändern der Kohlenwasserstoffgasmenge, die an den Positionen A und E, wo sich die
größte Entschwefelungswirkung entwickelte, aufgeblasen oder zugesetzt wurde, geprüft.
Die Ergebnisse sind in 2 aufgetragen. Die horizontale
Achse von 2 stellt die Kohlenwasserstoffgasmenge pro
Tonne des geschmolzenen Eisens dar.
Insbesondere wurden Werte, die durch die horizontale Achse von
2 dargestellt werden, wie folgt bestimmt. Im Falle
des Aufblasens des das Kohlenwasserstoffgas enthaltenden Gases wurde die Kohlenwasserstoffgasmenge
pro Tonne des geschmolzenen Eisens aus der in dem aufgeblasenen Gas enthaltenen
Kohlenwasserstoffgasmenge berechnet. Im Falle der Zugabe der das Kohlenwasserstoffgas
erzeugenden Substanz wurde die Kohlenwasserstoffgasmenge pro Tonne des geschmolzenen
Eisens aus der aus der zugesetzten Substanz erzeugten Kohlenwasserstoffgasmenge
berechnet.
Die vertikale Achse stellt die Entschwefelungsgeschwindigkeitskonstante
K dar, die durch die Gleichung (6) ausgedrückt wird:
K(min–1) = –ln ([S]f/[S]i)/tf(6)
worin
[S]f der S-Gehalt (Gew.-%) nach der Entschwefelung ist,
[S]i der S-Gehalt (Gew.-%) vor der Entschwefelung ist, und
tf die Behandlungsdauer (min) ist.
Wie aus 2 ersichtlich ist, ist die Entschwefelungsgeschwindigkeit
verbessert, wenn die Kohlenwasserstoffgasmenge pro Tonne des geschmolzenen Eisens
nicht weniger als 3 Nl/min beträgt, ungeachtet der Art des das Kohlenwasserstoffgas
enthaltenden Gases und der das Kohlenwasserstoffgas erzeugenden Substanz. Daher
beträgt die Kohlenwasserstoffgasmenge pro Tonne des geschmolzenen Eisens vorzugsweise
nicht weniger als 3 Nl/min.
Ferner wurden für die Fälle des Blasens des Kokereigases auf die Badoberfläche
des geschmolzenen Eisens und der Zugabe von Kohle zur Badoberfläche des geschmolzenen
Eisens die Sauerstoffkonzentration in der Gasatmosphäre und der Sauerstoffpartialdruck
in dem geschmolzenen Eisen unter Verwendung eines Sauerstofffühlers ermittelt. Die
Messergebnisse sind in Tabelle 5 aufgelistet.
Wie aus Tabelle 5 ersichtlich ist, sind die Sauerstoffkonzentration
in der Gasatmosphäre und der Sauerstoffpartialdruck in dem geschmolzenen Eisen im
Vergleich zum Vergleichsbeispiel sowohl durch Blasen des Kokereigases auf die Badoberfläche
als auch die Zugabe von Kohle zur Badoberfläche verringert. Mit anderen Worten wird
durch die Verwendung des Kohlenwasserstoffgases eine Verbesserung der Entschwefelungseffizienz
und eine Verringerung von in dem geschmolzenen Eisen verbleibendem Schwefel ermöglicht.
Der Grund hierfür liegt darin, dass der Sauerstoffpartialdruck an der Reaktionsgrenzfläche
zwischen dem geschmolzenen Eisen und dem Entschwefelungsmittel verringert und daher
die Entschwefelungsreaktion beschleunigt ist.
Probleme wie ein Verstreuen oder Verspritzen des geschmolzenen Eisens
während des Entschwefelungsverfahrens treten nicht auf.
Zwar wurde das Entschwefelungsverfahren des geschmolzenen Eisens in
Beispiel 1 speziell beschrieben, doch ist die vorliegende Erfindung auch für eine
kohlenstoffreiche Ferroalloy, wie geschmolzenes Ferrochrom, geschmolzener Stahl,
geschmolzenes Reineisen und dergleichen, verwendbar.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es möglich, bei dem Entschwefelungsverfahren
einer geschmolzenen Eisenlegierung die Entschwefelungseffizienz zu verbessern, die
Produktivität von Eisenlegierungen mit niedrigem Schwefelgehalt zu erhöhen, die
Menge von erzeugter Schlacke zu verringern und die Kosten des Entschwefelungsverfahrens
zu verringern.
Zwar wurde die Erfindung in Verbindung mit bestimmten bevorzugten
Ausführungsformen beschrieben, doch ist klar, dass die Erfindung durch die beigefügten
Ansprüche, wenn diese im Lichte der Beschreibung einschließlich der Zeichnungen
gelesen werden, und Äquivalente derselben definiert ist.
TABELLE 1TABELLE 2TABELLE 3TABELLE 4TABELLE 5
Anspruch[de]
Verfahren zur Entschwefelung einer geschmolzenen Eisenlegierung, das
die Stufen:
Applizieren eines Entschwefelungsmittels auf die Badoberfläche einer geschmolzenen
Eisenlegierung in einem Behälter, Rühren der geschmolzenen Eisenlegierung in dem
Behälter, und Blasen eines ein Kohlenwasserstoffgas enthaltenden Gases auf die Badoberfläche
der geschmolzenen Eisenlegierung, während die geschmolzene Eisenlegierung gerührt
wird, umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das das Kohlenwasserstoffgas enthaltende
Gas so geblasen wird, dass die Strömungsrate des Kohlenwasserstoffgases nicht weniger
als 3 Nl/min pro Tonne der geschmolzenen Eisenlegierung beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das das Kohlenwasserstoffgas enthaltende
Gas ein Kokereigas ist.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Gas unmittelbar benachbart der
Mitte der Badoberfläche auf die Badoberfläche geblasen wird.
Verfahren nach Anspruch 4, wobei die geschmolzene Eisenlegierung dadurch
gerührt wird, dass die geschmolzene Eisenlegierung dazu gezwungen wird, an der Badoberfläche
in Richtung der Mitte der Badoberfläche zu fließen und dann in das Innere der geschmolzenen
Eisenlegierung in dem Behälter hinabzufließen.
Verfahren zur Entschwefelung einer geschmolzenen Eisenlegierung, das
die Stufen:
Applizieren eines Entschwefelungsmittels auf die Badoberfläche einer geschmolzenen
Eisenlegierung in einem Behälter, Rühren der geschmolzenen Eisenlegierung in dem
Behälter, und Zugabe einer ein Kohlenwasserstoffgas erzeugenden Substanz auf die
Badoberfläche der geschmolzenen Eisenlegierung, während die geschmolzene Eisenlegierung
gerührt wird, umfasst.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende
Substanz Schweröl oder Kohle ist.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende
Substanz eine Substanz ist, die durch eine Wärmebehandlung oder Trockendestillationsbehandlung
erzeugt wird und Kohlenstoff als Hauptkomponte enthält.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die das Kohlenwasserstoffgas erzeugende
Substanz so zugegeben wird, dass nicht weniger als 3 Nl/min des Kohlenwasserstoffgases
pro Tonne der geschmolzenen Eisenlegierung erzeugt werden.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Substanz unmittelbar benachbart
der Mitte der Badoberfläche auf die Badoberfläche gegeben wird.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die geschmolzene Eisenlegierung dadurch
gerührt wird, dass die geschmolzene Eisenlegierung gezwungen wird, an der Badoberfläche
in Richtung der Mitte der Badoberfläche zu fließen und dann in das Innere der geschmolzenen
Eisenlegierung in dem Behälter hinabzufließen.