TECHNISCHES GEBIET
Bei der Erfindung wird ausgegangen von einem überspannungsableiter
nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
STAND DER TECHNIK
Die Erfindung nimmt dabei auf einen Stand der Technik Bezug, wie
er sich aus EP 0614 198 A2 ergibt. Ein in diesem Stand der Technik beschriebener
Überspannungsableiter enthält mehrere zylinderförmige Widerstandselemente mit Varistorverhalten,
welche säulenförmig übereinandergestapelt zwischen zwei Stromanschlussarmaturen
angeordnet sind. Ein die Varistoren und die beiden Anschlussarmaturen unter Bildung
einer axial wirkenden Kontaktkraft zusammenhaltendes Spannteil weist mindestens
zwei mit ihren Enden auf den Anschlussarmaturen aufliegende Schlaufen auf. Ein
Gussgehäuse aus einem witterungsbeständigen Kunststoff umgibt die Varistoren, die
Schlaufen und den überwiegenden Teil der Anschlussarmaturen.
Die Herstellung eines solchen Überspannungsableiters ist verhältnismässig
aufwendig, da zwei oder sogar mehr Schlaufen zur Fixierung des die Varistoren und
die Anschlussarmaturen enthaltenden säulenförmigen Ableiteraktivteils und zur
Erzeugung von Kontaktkraft benötigt werden.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Der Erfindung, wie sie in Patentanspruch 1 angegeben ist, liegt die
Aufgabe zugrunde, einen Überspannungsableiter der eingangs genannten Art zu schaffen,
welcher sich trotz einfachen Aufbaus durch gute mechanische und elektrische Eigenschaften
auszeichnet und welcher sich zugleich in besonders kostengünstiger Weise herstellen
lässt.
Der Überspannungsableiter nach der Erfindung weist gegenüber einem
Überspannungsableiter nach dem Stand der Technik den Vorteil auf, dass er lediglich
eine einzige Schlaufe zum Fixieren und Verspannen zweier Anschlussarmaturen und
mindestens eines zwischen den Armaturen gehaltenen Varistors benötigt. Daher kann
der Überspannungsableiter in besonders wirtschaftlicher Weise hergestellt werden.
Zu seiner Montage wird lediglich eine vorgefertigte und vorübergehend eine axiale
Führung gewährleistende Schablone benötigt, in der die Anschlussarmaturen und der
mindestens eine Varistor zunächst in Form einer Säule gestapelt und danach durch
Anbringen der Schlaufe unter Bildung einer Vorspannung zum mechanisch stabilen
Aktivteil des Überspannungsableiters verbunden werden. Da hierbei die Achse des
säulenförmig ausgebildeten Aktivteils die Schlaufenenden im wesentlichen symmetrisch
durchdringt, erzeugt die Schlaufe im gesamten Aktivteil eine gleichmässige Kontaktkraft.
Beim Auftreten einer Überspannung ist so eine gleichmässige Stromdichte eines im
Aktivteil geführten Ableiterstroms sichergestellt und wird daher eine unzulässig
hohe lokale Erwärmung von Kontaktübergängen des Aktivteils mit grosser Sicherheit
vermieden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung und die damit erzielbaren
weiteren Vorteile werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Hierbei
zeigt:
- Fig.1
- eine Seitenansicht einer Ausführungsform des Überspannungsableiter nach der
Erfindung, bei der ein gestrichelt angedeutetes Gussgehäuse transparent dargestellt
ist,
- Fig.2
- eine Aufsicht auf einen längs II-II geführten Schnitt durch den nun perspektivisch
dargestellten Überspannungsableiter gemäss Fig.1 nach dem Entfernen des Gussgehäuses,
und
- Fig.3
- eine Explosionsdarstellung des Überspannungsableiters gemäss Fig.1 nach dem
Entfernen des Gussgehäuses.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende
Teile. Der in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Überspannungsableiter weist zwei
vorzugsweise aus Aluminium bestehende und voneinander längs einer Achse z beabstandete
Anschlussarmaturen 1, 2 auf. Die Anschlussarmatur 1 ist mit einer als Schraubbohrung
11 ausgebildeten Befestigungsvorrichtung für einen nicht dargestellten auf Hochspannungspotential
führbaren elektrischen Leiter versehen. Die Anschlussarmatur 2 ist mit einer als
Schraubbohrung 12 ausgebildeten Befestigungsvorrichtung auf Erdpotential führbar.
Sie weist eine axial ausgerichtete Gewindebohrung 3 auf, in der eine Druckschraube
4 in axialer Richtung verschiebbar geführt ist. Das Bezugszeichen 5 bezeichnet
eine Schlaufe aus einem gewickelten, glasfaserverstärkten und in eine Kunststoffmatrix
eingebetteten Band. Die Schlaufe 5 ist mit ihren beiden Enden in schlitzförmig
ausgebildeten Abschnitten von Materialausnehmungen 6, 7 geführt, welche in die
Anschlussarmaturen 1, 2 eingeformt sind.
Zwischen den Anschlussarmaturen 1, 2 ist unter Bildung eines säulenförmigen
Ableiteraktivteils ein zylinderförmiges Varistorelement 8 aus nichtlinearem Widerstandsmaterial,
etwa auf der Basis von Metalloxid, wie insbesondere von ZnO, angeordnet. Alternativ
können statt eines Elementes 8 auch zwei oder mehr säulenförmig übereinandergestapelte
Varistorelemente vorgesehen sein.
In einer in die Anschlussarmatur 1 eingeformten scheibenförmigen
Aussparung sind elektrisch leitende Teile, nämlich zwei kontaktdruckerzeugende
und jeweils als Tellerfeder ausgebildete Federelemente 9 und eine vorzugsweise
aus Aluminium oder Kupfer bzw. einer Aluminium- oder Kupferlegierung bestehende
Druckscheibe 10, in axialer Richtung verschieblich gelagert (Fig.2). In einer scheibenförmigen
Aussparung der Anschlussarmatur 2 ist eine aus dem gleichen Material wie das Teil
10 bestehende Druckscheibe 13 ebenfalls in axialer Richtung verschieblich gelagert
(Fig.2). Zwischen der Druckscheibe 10 und dem Varistorelement 8 und zwischen der
Druckscheibe 13 und dem Varistorelement 8 sind Stromübergangselemente 14 angeordnet,
welche jeweils als Scheibe mit konzentrisch um die Achse geführten und in den beiden
Stirnflächen der Scheibe eingeformten Rillen ausgebildet sind (Fig.3). Die Stromübergangselemente
14 sind mit Vorteil aus weichgeglühtem Aluminium gebildet.
Aus Fig.2 ist zu erkennen, dass jeder der mit den Bezugszeichen 15,
16 gekennzeichneten schlitzförmigen Abschnitte im wesentlichen quer zur Achse z
von den Aussenfläche der Stromanschlussarmatur 1 bzw. 2 bis über die Achse z erstreckt
ist. Jedes der beiden Enden der Schlaufe 5 ist über die Achse z hinaus in den
schlitzförmigen Abschnitt 15 bzw. 16 eingeführt und liegt jeweils auf einer den
schlitzförmigen Abschnitt 15 bzw. 16 begrenzenden Fläche 17 bzw. 18 (Fig.3) auf.
Dadurch ist sichergestellt, dass die Schlaufe 5 im Bereich der Achse z zentral
gehalten ist und einen gleichmässigen Kontaktdruck im Ableiteraktivteil gewährleistet.
Eine gleichmässige Stromdichte des beim Auftreten einer Überspannung im Ableiteraktivteil
geführten Ableiterstroms ist so gewährleistet. Zugleich werden unzulässig hohe
lokale Erwärmungen im Ableiteraktivteil vermieden.
Erhöhte Sicherheit gegen ein Verschieben der Schlaufe quer zur Achse
z ist dann gegeben, wenn die Schlitze 15, 16 gegenüber der Achse um etwas mehr
als 90°, beispielsweise um bis zu 95°, geneigt sind und/oder wenn die Schlitze
15, 16 die Schlaufenenden fixierende Hinterschneidungen aufweisen, welche in die
Auflageflächen 17, 18 eingeformt sein können.
Mit Vorteil weisen die Auflageflächen 17, 18 im wesentlichen kreisbogenförmiges
Oberflächenprofil auf. Die Schlaufenenden liegen dann mit einer gleichmässigen,
relativ geringen Krümmung auf den Anschlussarmaturen 1, 2 auf. Hierdurch werden
unerwünscht grosse Biege- und Scherbeanspruchungen der Schlaufen weitgehend vermieden.
Ein rechteckiges, insbesondere ein quadratisches, Querschnittsprofil
der Schlaufe 5 mit einer verhältnismässig geringen Breite quer zur Achse z ist
besonders vorteilhaft, da dann der schlitzförmig ausgebildete Abschnitt 15 bzw.
16 nur unwesentlich über die Achse z hinaus erstreckt werden muss. Die Anschlussarmatur
1 bzw. 2 weist dann eine hohe mechanische Festigkeit auf.
Die Anschlussarmaturen 1, 2 sind teilweise, das Varistorelemente
8, die Druckplatten 10, 13 und die Schlaufe 5 sind vollständig von einem mit Schirmen
versehenen Gussgehäuse 19 aus Isoliermaterial, vorzugsweise aus einem elastomeren
Silikon, umschlossen (Fig.1).
Zur Herstellung dieses Überspannungsableiters werden der Reihe nach
die Anschlussarmatur 2, die Druckplatte 13, eines der Stromübergangselemente 14,
das Varistorelement 8, ein weiteres Stromübergangselement 14, die Druckplatte 10,
die beiden Federelemente 9 und die Anschlussarmatur 1 in einer Schablone übereinandergestapelt
und mit einer Vorspannkraft beaufschlagt. Die Anschlussarmaturen 1, 2 werden hierbei
so ausgerichtet, dass die beiden schlitzförmigen Abschnitte 15, 16 deckungsgleich
übereinanderliegen (Figuren 2 und 3). Sodann wird eine vorgefertigte Schlaufe 5,
welche vorzugsweise aus einem gewickelten, bandförmigen Prepreg besteht, das nach
dem Wickeln ausgehärtet wurde, so tief in die Schlitze 15, 16 eingeschoben, bis
die Schlaufenenden von der Achse z durchdrungen werden. Die Vorspannkraft wird
dann aufgehoben und das Ableiteraktivteil ist damit fertiggestellt. Durch Verdrehen
der Druckschraube 4 kann zusätzlich Kontakt- und Haltekraft im Ableiteraktivteil
erzeugt werden.
Anstelle einer vorgefertigten Schlaufe kann auch eine Schlaufe verwendet
werden, die während der Herstellung des Überspannungsableiters gebildet wird. Zu
diesem Zweck wird ein mit einer Vorspannkraft beaufschlagtes Band um das Ableiteraktivteil
gewickelt und auf den beiden Auflageflächen 17, 18 abgelegt. Hierbei werden die
beiden Anschlussarmaturen 1, 2 unter Bildung von Kontaktkraft fest miteinander
verspannt und dadurch ein mechanisch stabiler Aktivteil des herzustellenden Überspannungsableiters
gebildet. Für eine gute mechanische Festigkeit des Ableiteraktivteils reicht diese
Verspannung im allgemeinen bereits vollständig aus. Bei der Verwendung eines Bandes
mit ausreichender Elastizität, wie sie etwa ein aus Glasfasern gefertigtes Band
aufweist, können daher gegebenenfalls die Federelemente 9 entfallen.
Vorzugsweise ist ein solches Band ein Prepreg, insbesondere auf der
Basis von Glasfasern und Epoxid. Ein Prepreg weist eine gute Haftwirkung auf. Eine
aus einem vorgespannten Prepreg gewickelte Schlaufe ist daher nach dem Wickeln
auch ohne zusätzliche Befestigungsvorrichtung stabil und kann dann bei erhöhten
Temperaturen ausgehärtet werden. Hierbei bildet sich dann eine aus Glasfasern und
einer die Glasfasern einbettenden, gehärteten Kunststoffmatrix bestehende Schlaufe.
Durch Verspannung der beiden Anschlussarmaturen 1, 2 wird neben einer
guten Kontaktierung der einzelnen im Strompfad zwischen den beiden Anschlussarmaturen
befindlichen Teile zugleich auch ein Anschmiegen der Rillen der Stromübergangselemente
14 an die Stirnflächen des Varistorelements 8 und der Druckscheiben 10, 13 erreicht.
Beim nachfolgenden Umgiessen des Ableiteraktivteils mit Isoliermaterial, vorzugsweise
auf der Basis eines elastomeren Silikons, wird das Eindringen von flüssigem Isolierstoff
zwischen die einzelnen im Strompfad befindlichen Teile so vermieden.
BEZUGSZEICHENLISTE
- 1, 2
- Anschlussarmaturen
- 3
- Gewindebohrung
- 4
- Druckschraube
- 5
- Schlaufe
- 6, 7
- Materialausnehmungen
- 8
- Varistorelement
- 9
- Federelemente
- 10
- Druckscheibe
- 11, 12
- Schraubbohrungen
- 13
- Druckscheibe
- 14
- Stromübergangselemente
- 15, 16
- schlitzförmige Abschnitte
- 17, 18
- Auflageflächen
- 19
- Gussgehäuse
- z
- Achse