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Dokumentenidentifikation DE102004017126B3 08.12.2005
Titel Sicherheitseinrichtung für begehbare Pressenräume
Anmelder Müller Weingarten AG, 88250 Weingarten, DE
Erfinder Vögel, Gerhard, 88138 Sigmarszell, DE;
Götz, Edwin, 88339 Bad Waldsee, DE
Vertreter Weidner Stern, Patentanwälte, 99084 Erfurt
DE-Anmeldedatum 07.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004017126
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.12.2005
IPC-Hauptklasse B30B 15/00
IPC-Nebenklasse B30B 15/28   B21D 55/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung für begehbare Pressenräume, bei der mittels eines Schiebermechanismus Stanzrestschächte im Pressentisch geöffnet bzw. verschlossen werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verschließen von Stanzrestschächten einer Presse mit Schiebetisch beim Ausfahren des Schiebetisches.

Bei Pressen in der Metall bearbeitenden Industrie ist die Maschinenverfügbarkeit ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Deshalb sind moderne Anlagen mit so genannten Schiebetischen ausgerüstet, die es ermöglichen, das Umrüsten eines Werkzeuges außerhalb der Presse durchzuführen. Die Stillstandszeit der Presse beim Werkzeugwechsel ist im Wesentlichen auf die Zeitdauer des Ausfahrens des Schiebetisches mit dem bereits benutzten Werkzeug und dem Einfahren des Schiebetisches mit dem neuen Werkzeug begrenzt.

Bei Schneid- und Stanzvorgängen in den Pressen entsteht bei der Herstellung der Werkstücke auch Schneidabfall in Form von Blechresten, die aus dem Werkzeugraum abgeführt und später entsorgt werden müssen. Eine häufig angewendete Methode ist das Abführen der Stanzreste durch Stanzrestschächte im Schiebetisch und im Pressentisch. Die Lage der Öffnungen für die Stanzreste im Schiebetisch ist während der Produktion deckungsgleich mit der Lage der Schachtöffnungen für die Stanzreste im Pressentisch, so dass die Stanzreste ungehindert durch den Schiebetisch und den Pressentisch hindurchfallen und einer Entsorgung zugeführt werden können.

Während des Werkzeugwechsels fährt der Schiebetisch aus dem Werkzeugraum der Presse heraus und gibt dadurch die Öffnungen der Stanzrestschächte im Pressentisch frei.

Da während des Werkzeugwechsels auch eine Begehung des Pressenraumes durch das Bedienungspersonal möglich ist, müssen aus Sicherheitsgründen die Öffnungen verschlossen werden. Bevor der Schiebetisch ausfährt, müssen die Öffnungen geschlossen sein und dürfen erst wieder geöffnet werden, wenn ein Schiebetisch eingefahren ist. Dabei ist darauf zu achten, dass eine Trittsicherheit für das Bedien- und Wartungspersonal gewährleistet ist. In der Regel wird dies durch schwenkbare Klappen erreicht, welche ihren Drehpunkt unterhalb der Flurebene haben. In der DE 35 37 797 A1 und in der DE 35 38 258 A1 sind derartige Vorrichtungen offenbart. In beiden Schriften dient ein Klappenmechanismus zum Verschließen der Öffnungen im Pressentisch. Der Drehpunkt liegt unterhalb der Flurebene. Die Bewegung der Klappen wird durch einen Hebelmechanismus in Wirkverbindung mit einem linearen Antrieb erzeugt.

Die beiden oben genannten Ausführungen haben den Nachteil, dass sie aufgrund der Teilevielfalt sehr aufwendig und damit kostenintensiv sind. Sind viele, eng aneinander liegende Öffnungen im Schiebetisch und Pressentisch notwendig, entsteht zusätzlich zu den hohen Kosten das Problem, dass die Hebelmechanismen und die Zylinder nur mit sehr großem Aufwand in dem zur Verfügung stehenden Bauraum unterzubringen sind.

Aufgabe und Vorteil der Erfindung

Ausgehend vom Stand der Technik ist es die Aufgabe der Erfindung eine Abdeckvorrichtung für Stanzrestschächte vorzuschlagen, die kostengünstig und einfach im Aufbau ist, sowie eine hohe Funktionssicherheit gewährleistet.

Diese Aufgabe für eine Abdeckvorrichtung wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Abdeckvorrichtungen angegeben.

Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, mittels horizontal bewegbaren Schiebern, je nach gewünschter Funktion, die Stanzrestschächte zu öffnen oder sicher zu schließen. Diese Funktionen sind mit den Fahr- bzw. Freigabesignalen für die Bewegung des Schiebetisches verknüpft und gewährleisten dadurch eine optimale Sicherheit. In einer Ausführungsvariante kann dabei die Abdeckvorrichtung in Vertiefungen auf der Pressentischoberfläche integriert werden. In diesen Vertiefungen, die sich über die gesamte Breite und über mehrere Stanzrestschachtöffnungen hinweg erstrecken können, sind Führungsleisten befestigt, mit Hilfe derer Schiebebleche die Öffnungen verschließen bzw. freigeben können. Die Schiebebleche werden von linearen Antrieben bewegt. Als Schiebebleche dienen Trittbleche, die den Vertiefungen in der Pressentischoberfläche in der Breite entsprechen. Die Öffnungen im Pressentisch sind in gleicher Weise in den Schiebeblechen vorhanden.

Während des Pressenbetriebes werden die Öffnungen der Schiebebleche und des Pressentisches übereinander geschoben, so dass die Stanzreste ungehindert durch die Schächte des Pressentisches fallen können. Während des Werkzeugwechsels werden die Schiebebleche so verschoben, dass deren Öffnungen nicht mehr deckungsgleich über denen des Pressentisches liegen. Über den Pressentischöffnungen liegen dann die Bereiche der Schiebebleche, an denen die Bleche keine Öffnungen aufweisen. Die Dicke der Bleche ist, abhängig von der Größe der Stanzrestschächte, so bemessen, dass eine Trittsicherheit für das Bedien- und Wartungspersonal gewährleistet ist. Die Oberfläche der Abdeckvorrichtung ist vorzugsweise bündig mit der Pressentischoberfläche ausgestaltet, damit keine Stolperstellen entstehen können.

Durch die vorgeschlagene Erfindung wird in vertikaler Richtung durch die Anordnung der Schiebebleche in den Führungsleisten ein Formschluss erreicht, welcher in Verbindung mit den Endschaltern, die die Position der Bleche überwachen, eine signifikante Verbesserung der Personensicherheit bedeutet. Die im Stand der Technik gewürdigten Ausführungen erreichen lediglich eine kraftschlüssige Abstützung von unten, die durch zusätzliche Verriegelungen ergänzt werden müssen.

Aus Gründen der Personensicherheit beginnt das Ausfahren des Schiebetisches erst, wenn die Stanzrestschächte verschlossen und ein entsprechendes Signal an die Maschinensteuerung gesendet wurde. Das Öffnen der Stanzrestschächte beginnt erst, wenn der Schiebetisch eingefahren und abgesenkt wurde.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der Figuren eines Ausführungsbeispiels.

Die Figuren zeigen:

1 Seitenansicht Pressentisch mit Abdeckvorrichtung

2 Draufsicht Pressentisch mit Abdeckvorrichtung in geschlossener Stellung (Werkzeugwechselposition)

3 Draufsicht Pressentisch mit Abdeckvorrichtung in geöffneter Stellung (Produktionsposition)

4 Seitenansicht Abdeckvorrichtung

Beschreibung eines Ausführungsbeispiels

In 1 ist von einer nicht näher dargestellten und bekannten Schneid- und Umformpresse der Pressentisch 1 dargestellt. Mit 2 ist die erfindungsgemäße Abdeckvorrichtung bezeichnet. An einer begehbaren Abdeckung 4 ist die Kolbenstange 14 eines ortsfest am Pressentisch 1 angebrachten Zylinders 3 befestigt. Die Kolbenstange 14 ist ausgefahren, was der Situation einer Abdeckung der Stanzrestschächte 13 entspricht. Eine Konsole 5 dient zur Abstützung der Abdeckung 4.

In 2 ist der Pressentisch 1 mit der Abdeckvorrichtung 2 in der Draufsicht zu sehen. Die dargestellte Stellung des Zylinders 3 bzw. des Schiebebleches 6 bewirkt, wie in 1, ein Verschließen der Stanzrestschächte 13. In dieser Position befindet sich die Abdeckvorrichtung 2 während des Werkzeugwechsels bei ausgefahrenem Schiebetisch. Durch ein Verschieben des Schiebebleches 6 in Richtung des Pfeils 10 wird die Öffnung 8 im Schiebeblech 6 aus dem Bereich der Öffnung 9 im Deckblech 11 heraus geschoben. Zwischen dem Deckblech 11 und dem Pressentisch 1 befindet sich nun der Teil des Schiebebleches 6, in dem keine Öffnung vorhanden ist.

3 zeigt ebenfalls den Pressentisch 1 mit der Abdeckvorrichtung 2 in der Draufsicht. In der dargestellten Position ist die Abdeckvorrichtung 2 geöffnet. In dieser Position kann die Presse Teile produzieren, d. h., der nicht dargestellte Schiebetisch ist eingefahren und auf dem Pressentisch 1 positioniert. Die geöffnete Stellung der Abdeckvorrichtung 2 wird erreicht durch ein Einfahren der Kolbenstangen 14 aus der in 2 dargestellten Position entgegen der Pfeilrichtung 10. Das Einfahren der Kolbenstange 14 bewirkt ein Verschieben des Schiebebleches 6 in die gleiche Richtung. Die Öffnungen 8 im Schiebeblech 6 werden durch das Einfahren der Kolbenstangen 14 deckungsgleich unter die Öffnungen 9 im Deckblech 11 geschoben. Die bei der Produktion entstehenden Stanzreste können nun ungehindert durch den Schiebetisch, die geöffnete Abdeckvorrichtung 2 und die Stanzrestschächte 13 im Pressentisch 1 fallen.

In 4 ist der Aufbau der Abdeckvorrichtung 2 im Detail zu erkennen. Gemeinsam mit den Führungsleisten 7 wird ein Deckblech 11 mit dem Pressentisch 1 fest verbunden. Zwischen dem Deckblech 11 und der Oberfläche des Pressentisches 1 entsteht ein Hohlraum, in dem das Schiebeblech 6 durch den Zylinder 3 über einen Mitnehmer 12 bewegt werden kann. Die Dicke der Führungsleisten 7 ist so dimensioniert, dass ein Verklemmen des Schiebebleches 6 mit dem Deckblech 11, bzw. mit dem Pressentisch 1 sicher vermieden wird.

Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfasst auch alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen des erfindungsgemäßen Gedankens. So kann auch beispielhaft der Antrieb der Schiebebleche 6 über zwei Zylinder erfolgen, welche an den gegenüberliegenden Seiten des Pressentisches 1 angebaut werden. Ebenso können diese Zylinder auch senkrecht angeordnet werden und die Bewegung mit einem geeigneten Bewegungsübertragungsmittel, wie z. B. Drahtseil, Riemen, Kette oder Druckkette auf das Schiebeblech 6 übertragen werden.

Das Schiebeblech 6 kann ebenso als weitere Variante zwischen zwei Führungsleisten 7 gelagert werden, so dass auch zwischen Schiebeblech 6 und Pressentisch 1 ein definierter Spalt entsteht.

Eine weitere Variante ist das Verbinden mehrerer Abdeckbleche über eine Rahmenkonstruktion. Diese wird dann mit einem gemeinsamen Antrieb über die Stanzrestschächte bewegt.

1Pressentisch 2Abdeckvorrichtung 3Zylinder 4Abdeckung 5Konsole 6Schiebeblech 7Führungsleisten 8Öffnung im Schiebeblech 9Öffnung im Deckblech 10Pfeil 11Deckblech 12Mitnehmer 13Stanzrestschacht 14Kolbenstange

Anspruch[de]
  1. Abdeckvorrichtung zum Öffnen und Verschließen eines Stanzrestschachtes einer Presse mit Schiebetisch, mit einem oberhalb des Stanzrestschachtes (13) im Pressentisch angeordneten Schiebeblech (6), welches von mindestens einem Antrieb über den Stanzrestschacht (13) horizontal bewegbar ist.
  2. Abdeckvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließbewegung des Schiebebleches (6) eine lineare Bewegung ist.
  3. Abdeckvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließbewegung des Schiebebleches (6) eine horizontale Schwenkbewegung ist.
  4. Abdeckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Stanzrestschächte (13) von einem Schiebeblech (6) verschließbar sind.
  5. Abdeckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Schiebebleche (6) über eine Rahmenkonstruktion verbindbar sind und eine gemeinsame Schließbewegung ausführen.
  6. Abdeckvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Positionsabfrage des Schiebebleches (6) eine Freigabe zum Ausfahren des Schiebetisches bzw. zum Produktionsstart erfolgt.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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