Die Erfindung betrifft einen Druckaustauscher gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
Durch die US-A-3 431 747 ist das allgemeine Wirkprinzip dieser rotierenden
Druckaustauscher bekannt, deren Rotor mit Durchgängen nach Art von Zylinderbohrungen
versehen ist und wobei in jedem Durchgang eine Kugel angeordnet ist. Diese als Dichtelemente
wirkenden Kugeln bedingen Energieverluste und erfordern einen hohen mechanischen
Herstellungsaufwand. Zusätzlich treten durch das schlagartige Auftreffen der Kugeln
auf ihren Kugelsitzen nachteilige Kavitationsschäden auf. Dies versucht ein durch
die DE-A-37 81 148 bekannter Druckaustauscher ohne Kugelventilfunktion in den Durchgängen
des Rotors zu vermeiden.
Der Gegenstand der DE 695
12 089 T2 setzt sich mit dem hydrostatischen Lagerprinzip für den rotierenden
Rotor auseinander. Diese Lösung vermeidet zwar die Anordnung einer den Rotor tragenden
Welle sowie deren Lagerung innerhalb des Gehäuses, jedoch bedingt die wellenlose
Ausbildung des Rotors einen erheblichen Fertigungsaufwand. Und die Herstellungskosten
für solch eine genaue Fertigung von keramischen Rotor und zugehöriger keramischen
Lagerschale sind erheblich.
Mit der US 6 540 487 wird
bei derartigen Druckaustauschern das Problem zu lösen versucht, die durch das wechselweise
Öffnen und Schließen der Durchgänge verursachten Geräuschbelastung und die dabei
auftretende Kavitation zu vermeiden. An den Gehäusestirnseiten befinden sich gegenüberliegend
zu den Stirnseiten eines Rotors und zwischen einer gehäuseseitigen Einlass- und
Auslassöffnung jeweils zwei Dichtungszonen. Diese Dichtungszonen gewährleisten während
den jeweiligen Druck-Austauschvorgängen, die in den Durchgängen des Rotors ablaufen,
eine äußere Absperrung der Durchgänge. Zudem unterbinden sie eine Kurzschlußströmung
zwischen Einlass- und Auslassöffnung des Gehäuses. Beim Überfahren der Dichtungszonen
durch die Öffnungen der Durchgänge erzeugt das abwechselnde Öffnen und Schließen
der Durchgänge erheblichen Lärm und es treten zerstörerische Kavitationserscheinungen
auf. Letzteres wird zu vermeiden versucht durch in die Dichtungszonen eingearbeitete
Verbindungskanäle, mit deren Hilfe ein Druckausgleich zwischen zwei Zonen unterschiedlicher
Drücke erfolgt. Diese Maßnahme reduziert jedoch den Wirkungsgrad eines solchen Druckaustauschers
und zeigt nur eine begrenzte Wirkung.
Der Erfindung liegt das Problem zu Grunde, für gattungsgemäße Druckaustauscher
mit einem innerhalb eines Gehäuses angeordneten und mit mehreren Durchgängen versehenen
Rotor einen Betrieb mit einer gravierend verminderten Kräftebelastung des Rotors
zu ermöglichen, der bei verbesserten Kavitationseigenschaften auch einen verringerten
Geräuschpegel aufweist.
Die Lösung dieses Problems sieht vor, dass im Übergang zwischen einer
gehäuseseitigen Einlassöffnung und der gehäuseseitigen Dichtungszone und/oder im
Übergang zwischen den stirnseitigen Öffnungen der im Rotor angeordneten Durchgänge
und den dazwischen angeordneten Dichtungsstegen des Rotors eine druckstoßreduzierende
Nachströmzone angeordnet ist.
Die stoßartige Belastung eines Rotors erfolgt primär durch ein plötzliches
Abschneiden einer in einen Durchgang einströmenden Flüssigkeitssäule. Ein plötzliches
Abschneiden einer in einen Durchgang einströmenden Flüssigkeitssäule hat erhebliche
Druckstöße zur Folge. Dadurch kommt es zu Materialüberlastungen des gewöhnlich aus
Keramik bestehenden Rotors bis hin zu Brüchen der Wandflächen eines Rotors. Auch
bedingt dies Kavitationserscheinungen in der strömenden Flüssigkeitssäule mit den
bekannt nachteiligen Folgen. Diese Lösung ist unabhängig davon, auf welche Art und
Weise ein solcher Rotor angetrieben wird, sie funktioniert sowohl bei Rotoren deren
Drehbewegung durch einen Impuls der einströmenden Flüssigkeit erzeugt wird, als
auch bei Rotoren, die mit Hilfe eines Fremdantriebes über eine Welle in Rotation
versetzt werden.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass während einer Versperrung
einer Durchgangsöffnung durch die Dichtungszone und bei beginnender Überdeckung
von Dichtungszone und nacheilendem Dichtungssteg die Nachströmzone den in den Durchgang
einfließenden Volumenstrom zeitlich verzögert absperrt. Damit wird eine abrupte
Absperrung des Volumenstromes und die dadurch bedingten Nachteile vermieden.
Ein Schließvorgang eines Durchganges wird eingeleitet, wenn in Drehrichtung
betrachtet, ein erster oder voreilender Dichtungssteg einer Durchgangsöffnung die
Kante einer Dichtungszone erreicht. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt eine Reduzierung
des Querschnitts einer Öffnung durch die abdeckend wirkende Dichtungszone. Mit andauernder
Drehbewegung des Rotors nähert sich ein zweiter oder nacheilender Dichtungssteg
dieser Öffnung der Kante der Dichtungszone an. Jeweils ein voreilender und ein nacheilender,
gewöhnlich radial verlaufender Dichtungssteg, schließen zwischen sich eine stirnseitige
Öffnung eines Durchganges ein. Gelangt der nacheilende Dichtungssteg an die Kante
der Dichtungszone, dann erfolgt in Anbetracht der Rotor-Umfangsgeschwindigkeit eine
schlagartige Absperrung der strömenden Flüssigkeitssäule mit den nachteiligen
Auswirkungen. Dies verhindert die Anordnung der Nachströmzone im Bereich der Überschneidung
von nacheilendem Dichtungssteg und dem Anfang oder der Kante der Dichtungszone.
Durch die Nachströmzone tritt, über der Zeit betrachtet, eine allmähliche Reduzierung
der strömenden Flüssigkeitssäule ein.
Nach weiteren Ausgestaltungen weist eine am Gehäuse im Übergang zwischen
Einlassöffnung und Dichtungszone angeordnete Nachströmzone in Rotor-Drehrichtung
einen zur Dichtungszone hin abnehmenden Querschnitt auf. Und eine am Rotor im Übergang
zwischen benachbarten Öffnungen von Durchgängen und Dichtungssteg angeordnete Nachströmzone
weist in Rotor-Drehrichtung einen zunehmenden Querschnitt auf. Auch bei dieser Lösung
sperren an den Dichtungsstegen des Rotors angeordnete Nachströmzonen die in die
Durchgänge einfließenden Volumenströme jeweils zeitlich verzögert ab. Damit wird
eine abrupte Absperrung des Volumenstromes in Form einer strömenden Fluidsäule und
die dadurch bedingten Nachteile vermieden.
In Abhängigkeit von den baulichen Abmessungen eines Druckaustauschers,
der Breite einer Dichtungszone an einer Gehäusestirnseite, der Breite der Dichtungsstege
an der Rotorstirnseite zwischen einander benachbarten Öffnungen der im Rotor angeordneten
Durchgängen und der Querschnittsform der Durchgänge, kann die Nachströmzone sowohl
stationär im Gehäuse, rotierend im Rotor und/oder an beiden Bauteilen angeordnet
sein. Bei Kombinationen von solchen rotierend angeordneten Nachströmzonen kann eine
am Gehäuse feststehend ausgebildete Nachströmzone Verwendung finden. Am Gehäuse
ist in Abhängigkeit von der Anzahl der Einlassöffnungen auch eine entsprechende
Anzahl von Nachströmzonen angeordnet.
Wesentlich ist die Ausbildung, wonach in Drehrichtung des Rotors betrachtet
eine Nachströmzone an demjenigen Ort des Druckaustauschers angeordnet ist, der zum
spätmöglichsten Zeitpunkt eines Einström- oder Füllvorganges einer Flüssigkeitssäule
in den Rotor hinein von der jeweiligen Öffnungskante eines Durchganges abgesperrt
wird.
Der Vorteil der Gestaltung der Nachströmzone ist ein dadurch bedingtes
sanftes Abbremsen der in einen Durchgang des Rotors einströmenden Flüssigkeitssäule.
Dadurch wird in einfachster Weise eine durch Druckstöße und Druckpulsationen bedingte
Materialüberlastung der Durchgänge im Rotor vermieden. Da solche Rotoren überwiegend
als Keramikbauteile gestaltet sind, ergibt sich somit eine wesentliche Verbesserung
von deren Betriebsfestigkeit.
Und nach einer anderen Ausgestaltung entspricht die zwischen einem
Ende der Nachströmzone und einem Anfang einer Auslassöffnung meßbare Breite einer
Dichtungszone mindestens der Breite einer stirnseitigen Öffnung eines Durchganges
und der Breite eines Dichtungssteges. Mit dieser Lösung wird sichergestellt, dass
in jedem Fall an der Dichtungszone mit mindestens einer halben Dichtungsstegbreite
eine zuverlässige Abdichtung eines Durchganges erfolgt und damit eine Art von ständiger
Kurzschlussleitung zwischen Einlassöffnung und Auslassöffnung verhindert wird.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigt
1 eine räumliche Ansicht auf einen Übergangsbereich
zwischen einer Einlassöffnung und den Durchgängen eines Rotors;
2 und 3
Diagramme mit Darstellungen der Druckverläufe bei einem Füllvorgang eines Durchganges;
4a–c verschiedene Querschnittsformen
der Nachströmzone im Stator;
5a–c verschiedene Gestaltungen
der Dichtungsstege.
1 zeigt von einem Druckaustauscher eine
perspektivische Ansicht auf die Stirnseite eines Rotors mit darin angeordneten Durchgängen
und diesen gegenüber liegenden, gehäuseseitigen Einlass- und Auslassöffnungen. Diejenigen
Flächen, die an einer Stirnseite des Rotors und um dessen Drehachse auf einer die
Drehachse einhüllenden Ringebene gleichmäßig verteilt zwischen den Öffnungen von
Durchgängen angeordnet sind, sind aufgrund ihrer Form als Dichtungssteg benannt.
Tatsächlich sind sie jedoch nur ein Bestandteil der gesamten stirnseitigen Dichtungsfläche
des Rotors, welcher unter Bildung eines minimalen Dichtspaltes an einer gegenüberliegenden
Gehäusefläche anliegt.
Das in der Fig. punktiert dargestellte Volumen des Spaltes entspricht
nicht der Realität, sondern wurde aus rechentechnischen Gründen in der dargestellten
Form gewählt.
Die Gehäusefläche verfügt über jeweils eine Einlass- und Auslassöffnung.
Durch die Einlassöffnung strömt druckreiches Fluid in Form eine Flüssigkeitssäule
in die Durchgänge ein. Innerhalb der Durchgänge erfolgt eine Druckübertragung auf
die Flüssigkeit und im Anschluss daran findet eine Abströmung aus den Durchgängen
in eine Auslassöffnung des Gehäuses statt. Dies erfolgt wechselweise im Bereich
der beiden Stirnseiten des Druckaustauschers.
Ein solcher Rotor und auch die gegenüberliegenden Gehäuseflächen bestehen
aus Keramik, ein gegen wechselnde Druckbelastungen empfindliches Material. Eine
hier an der Gehäuseseite dargestellte Nachströmzone vermeidet ein abruptes Abschneiden
einer in einem Durchgang einströmenden Flüssigkeitssäule. Erfindungsgemäß wurde
erkannt, dass ein abruptes Abschneiden einer strömenden Flüssigkeitssäule ursächlich
für die Entstehung von Druckspitzen und damit von materialzerstörenden Spannungsspitzen
sind. Mit Hilfe der Nachströmzone ergibt sich die Möglichkeit für die Beendigung
eines Absperrvorganges eines abzudichtenden Durchganges, während dem eine allmähliche
Reduzierung des in einen Durchgang einströmenden Volumenstromes erreicht wird. Bezogen
auf die mittlere Strömungsgeschwindigkeit am Ort der Absperrung ergibt sich eine
Charakteristik, die sich in ihrem zeitlichen Fortschritt an die Nulllinie anschmiegt.
Im Diagramm der 2 sind auf einer Zeitachse
t mit gestrichelter Linie ein Druckverlauf p und mit durchgezogener Linie eine Strömungsgeschwindigkeit
v von einem Druckaustauscher gemäß dem Stand der Technik im Moment des Absperrens
eines Durchganges in einem Rotor dargestellt. Beide Linien zeigen, wie eine Fluidsäule
mit konstanter Geschwindigkeit v und konstantem Druck p in einen Durchgang eines
Rotors einströmt. Im Zeitpunkt tZ wird die Öffnung des Durchganges durch
die Dichtungszone abrupt versperrt und die Strömungsgeschwindigkeit v sinkt nahezu
schlagartig auf Null ab. Durch diesen nachteiligen Absperr- oder Schließvorgang
wird ein Druckstoß erzeugt, wodurch in dem abgesperrten Durchgang des Rotors eine
Druckwellenfront ausgelöst wird. Diese schwingt auf einem sehr hohen Druckniveau
in dem abgesperrten Durchgang und belastet dadurch in unzulässiger Weise das Rotormaterial.
In ungünstigen Fällen führt dies zur Rotorzerstörung.
3 zeigt bei gleichem Diagrammaufbau die
Wirkung einer Nachströmzone. Mit Erreichen der Nachströmzone zum Zeitpunkt tN1
erfolgt eine allmähliche Reduzierung der Strömungsgeschwindigkeit v, die über den
Zeitraum tNZ und im Zeitpunkt tN2 abgeschlossen ist. Kurz
vor Erreichung des Zeitpunktes tN2 weist die durchgezogen dargestellte
Kurve der Strömungsgeschwindigkeit v in ihrem Verlauf einen Wendepunkt auf. Dies
hat zur Folge, dass eine in einen Durchgang einströmende Fluidsäule sanft abgebremst
wird. Als Folge davon stellt sich beim vollständigen Abschluss eines Durchganges
in diesem zwar auch eine Druckschwankung ein, die jedoch wesentlich geringer ausfällt
als der zuvor genannte Druckstoß. Dadurch ergibt sich innerhalb eines Durchganges
nur noch eine erheblich abgeschwächte Druckwellenfront, wie anhand der gestrichelten
Linie deutlich erkennbar ist. Infolgedessen wird die Dauerbelastung eines Rotors
entscheidend reduziert und dessen Betriebssicherheit um ein Vielfaches gesteigert.
In den 4a bis c sind verschiedene Längsschnitte
durch in Strömungsrichtung verlaufend geschnittene Nachströmzonen gezeigt. Den hier
stillstehend ausgebildeten Nachströmzonen NZ ist das Merkmal zu eigen, dass sie
zwischen der Einlassöffnung 1 und der senkrecht auf der Zeichnungsebene
stehenden Dichtungszone 2 des Gehäuses einen Querschnittsverlauf aufweisen,
wodurch eine allmählich verzögerte Abbremsung einer strömenden Fluidsäule erreicht
wird. Dieser Verlauf kann keilförmig, abgesetzt, abgerundet oder analog gestaltet
sein. Wesentlich ist die dadurch bedingte, über einen Zeitraum tNZ ablaufende,
allmähliche Versperrung einen Durchganges.
Und die 5a bis c zeigen verschiedene
Längsschnitte durch in Strömungsrichtung verlaufend geschnittene Nachströmzonen
NZ, die in diesem Beispiel an den Dichtungsstegen 3 zwischen den einzelnen
Durchgängen 4 eines Rotors 5 angeordnet sind. Der Pfeil zeigt
die Drehrichtung des Rotors an, der mit seinen Stirnflächen dichtend am Gehäuse
und dessen Dichtungszonen 2 anliegt. Auch diese rotierend angeordneten
Nachströmzonen NZ weisen das Merkmal auf, dass sie zwischen der Einlassöffnung
1 und der senkrecht auf der Zeichnungsebene stehenden Dichtungszone
2 einen Querschnittsverlauf bedingen, wodurch eine allmählich verzögerte
Abbremsung einer strömenden Fluidsäule erreicht wird. Dieser Verlauf kann keilförmig,
abgesetzt, abgerundet oder analog gestaltet sein. Wesentlich ist die dadurch bedingte,
über einen Zeitraum tNZ ablaufende, allmähliche Versperrung der zu füllenden
Durchgänge.
In Abhängigkeit von den zu verarbeitenden Strömungsmengen und der
Baugröße eines Drucktauschers können die Nachströmzonen nur am Gehäuse, nur am Rotor
oder in Kombination angeordnet sein.