Die vorliegende Erfindung betrifft eine Laufausgleichsvorrichtung
für zusammenlegbare Schusswaffen.
Im Allgemeinen gibt es in dem Bereich der Handschusswaffen, insbesondere
der Gewehre, wobei die Schusswaffe durch eine Drehung des Laufes (oder der Läufe)
mit Bezug zu der Verschlussebene (oder Funktionskörperebene) geöffnet wird, unterschiedliche
Lösungen, welcher in gewisser Weise darauf abzielen, den Lauf oder die Läufe auszugleichen.
Im Folgenden wird speziell Bezug auf Gewehre mit übereinanderliegenden
Läufen zum Jagen oder Schießen genommen, auch wenn das Ergebnis auf alle zusammenlegbaren
Schusswaffen einschließlich Schusswaffen mit nebeneinanderliegenden Läufen, halbautomatische,
gezogene und militärische Schusswaffen usw. angewendet werden kann.
Da vorausgesetzt wird, dass die Erfindung die Experten in dem Bereich
der Schusswaffen betrifft, wird darüber hinaus die detaillierte Beschreibung der
Handhabung eines Gewehrs, insbesondere eines Gewehrs mit übereinanderliegenden Läufen,
wie z. B. das, welches beschrieben wird, ausgelassen. Es wird nur an die Funktionen
der Schusswaffenteile erinnert, welche von dem technischen Problem, welches die
Basis der Erfindung bildet, berührt sind.
Kurz erwähnt werden sollte jedoch ein gewöhnliches Gewehr
20, welches in 1 dargestellt ist, wobei sein
zentraler Teil in einer geschlossenen Position dargestellt ist.
In dieser Fig. ist ein Lauf oder eine Laufgruppe 9 dargestellt,
welche mit einem Funktionskörper 6 durch ein Gelenkstift 7 verbunden
ist. Wenn das Gewehr einmal durch einen oberen Öffnungshebel 13 entriegelt
ist, erlaubt solch ein Gelenkstift die Drehung der Laufgruppe 9 mit Bezug
zu dem Funktionskörper 6. Es ist klar, dass in einer offenen Position eine
Stellung der Laufgruppe vorliegt, so dass der Auswurf der Patronenhülsen und das
Laden von neuen Patronen zum nachfolgenden Schießen durch den Schützen ermöglicht
werden.
Ein Eisenvorderlauf 8, welcher in einen Vorderlauf
12 eingeführt ist, der die Funktion eines Griffes für die Hand des Benutzers
aufweist, besitzt die Aufgabe die Laufgruppe 9, welche mit dem Funktionskörper
8 verriegelt ist, zu halten und ihre mögliche Demontage zu ermöglichen,
wenn einmal ein geeignet vorgesehener Vorderlaufeisenverschluss 11 gelöst
worden ist. Tatsächlich verhält sich der Eisenvorderlauf bei der Handhabung des
Gewehrs wie eine Gegenstange zwischen einem Zapfen der Läufe 10 und dem
Funktionskörper 6. Die Verriegelung, welche durch den Gelenkstift
7 realisiert ist, wird somit sichergestellt, auch wenn die Läufe offen
sind, wobei die zufällige Demontage der Läufe selbst verhindert wird.
Neben dieser Hauptfunktion ist es übliche Praxis, dem Eisenvorderlauf
die Aufgabe zu geben, einen ausreichenden "Zug" zwischen der Laufgruppe und dem
Funktionskörper sicherzustellen, was eine Eigenschaft ist, welche realisiert wird,
indem der Eisenvorderlauf durch eine geeignete Einstellung der Position des vorher
erwähnten Zapfens gedrückt wird.
Diese "Zug"-Eigenschaft wird insbesondere angestrebt, da sie, indem
eine Gegenkraft in dem Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Kontakt realisiert wird,
eine Reibung erzeugt, welche geeignet ist, einen Gleichgewichtszustand der offenen
Läufe zu erzeugen, welche sonst auf Grund ihres Gewichts nicht ausgeglichen wären.
Daher ist es zum Zeitpunkt des Zusammenbaus eine festgelegte Praxis,
eine manuelle Einstellung auf dem Zapfen der Läufe 10 vorzunehmen, um so
ein Drücken des Eisenvorderlaufs zu erzielen. Solch ein Drücken, welches dem Gewehr
die kennzeichnende "schwere" oder mit einem bestimmten Widerstand der Läufe versehene
Drehung gibt, besitzt jedoch Nachteile.
Tatsächlich zwingt dieses Drücken des Eisenvorderlaufs den Benutzer
oder Schützen bei dem Schritt eines Ladens des Gewehrs dazu, auch wenn es das Gewicht
der Läufe optimal ausgleicht, eine wesentliche zusätzliche Kraft aufzubringen, um
die Reibungswiderstände zu überwinden.
Des Weiteren erzeugt eine kleine Änderung der Einstellung der Zapfenposition,
welche manuell ausgeführt wird, wobei die große Steifigkeit des Eisenvorderlaufelements
vorausgesetzt wird, eine große Veränderung der Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Kontaktkraft.
Solch eine Veränderung kann, neben dem Erzeugen einer Reibung und damit einer äußerst
unterschiedlichen Handhabung von Gewehr zu Gewehr, für den Fall eines extremen Ziehens
Probleme von Blockierungen der Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Kontaktoberflächen
verursachen.
Schließlich sollte nicht vergessen werden, wobei der kritische Zustand
der Drückposition vorausgesetzt wird, dass eine kleine Änderung davon, aufgrund
eines normalen Verschleißes durch Handhabung, die idealen Handhabungsbedingungen
früh verschlechtern können. In der Praxis tritt bereits ein Verlust des anfänglichen
Zuges nach ein paar hundert Öffnungen/Schließungen auf.
Bei dem Versuch dieses technischen Problem zu lösen, ist gelehrt worden,
einen selbst ausgleichenden gesteuerten Zustand, welcher gegenüber einem Betriebsverschleiß
nicht empfindlich ist, durch die Einführung eines elastischen Elements zu realisieren.
Die Zugfunktion, welche gewöhnlich durch den Eisenvorderlauf (Franchi-Patent) ausgeführt
wird, wird von diesem elastischen Element übernommen. Solch ein Element, in der
Form einer sehr kräftigen Feder, welche in dem Eisenvorderlauf integriert ist, löst
das durch die Reibung erzeugte Problem jedoch nicht. Da tatsächlich kleine Kontaktkräfte
in der Größenordnung zwischen 200 und 300 kg erzeugt werden müssen, um einen akzeptablen
Ausgleich zu realisieren, wird ein wesentlicher Widerstand gegenüber der Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Drehung
erzeugt.
Daher ist es ein Zweck der vorliegende Erfindung, diese Einschränkungen
des Standes der Technik zu überwinden und zu versuchen, einen ausgeglichenen Zustand
zu erreichen, welcher lange vorhält und zeitlich konstant ist, was ein einfaches
Öffnen und Schließen der Schusswaffe durch den Benutzer ermöglicht.
Ein anderer Zweck der vorliegenden Erfindung ist, dass die möglichst
kleinste Reibung mit einem kleinen Unterschied zwischen einer Schusswaffe und der
nächsten, bei z. B. einem Gewehr, realisiert wird.
Ein Zweck, welcher gegenüber den vorhergehenden elementar ist, ist,
geringe Betätigungskräfte und einen geringen Verschleiß aufzuweisen zu können.
Ein noch anderer Zweck der vorliegenden Erfindung ist, eine gute Kosteneffizienz
der Konstruktion und eine Einfachheit der Montage aufzuweisen zu können.
Erfindungsgemäß werden diese und andere Zwecke erzielt, indem eine
Laufausgleichsvorrichtung für zusammenlegbare Schusswaffen realisiert wird, wie
es in dem beigefügten Anspruch 1 zusammengefasst ist.
Die anderen Ansprüche definieren die zusätzlichen Merkmale der vorliegenden
Erfindung.
Die Merkmale und Vorteile einer erfindungsgemäßen Laufausgleichsvorrichtung
für zusammenlegbare Schusswaffen soll durch die folgende Beschreibung mindestens
einer Ausführungsform mit Bezug auf die beigefügten Figuren verständlicher werden,
wobei sie als ein Beispiel und nicht beschränkend anzusehen ist. Dabei gilt:
1 ist eine Seitenansicht, teilweise im
Querschnitt, eines Stückes eines zentralen Teiles eines geschlossenen Gewehres nach
dem Stand der Technik, wobei der Eisenvorderlauf auf den Funktionskörper gedrückt
ist,
2 ist eine Seitenansicht eines zentralen
Teiles eines erfindungsgemäßen Gewehres, teilweise im Querschnitt und wobei die
Läufe geschlossen sind,
3 ist eine Seitenansicht, welche zu derjenigen
in 1 ähnlich ist, wobei das erfindungsgemäße Gewehr
die Läufe geöffnet hat, und
4 ist eine Draufsicht des Eisenvorderlaufs,
welcher die Vorrichtung trägt.
Zum besseren Verständnis der Erfindung wird Bezug auf die angegebenen
2, 3 und
4 genommen, in welchen eine Laufausgleichsvorrichtung
für zusammenlegbare Schusswaffen dargestellt ist, wobei insbesondere ein Gewehr
mit einem einfachen Kaliber oder mit zwei übereinanderliegenden Läufen dargestellt
ist.
Die Erfindung schlägt vor, dass das Ausgleichsmoment nicht länger
mittels eines Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Drückens und der resultierenden Kontaktreibung
realisiert wird, sondern vielmehr durch die Bewegung einer aktiven Ausgleichskraft,
um so eine gleichwertige und entgegengesetzte Bewegung zu derjenigen der Gewichtskraft
zu erzeugen.
Insbesondere kann die Erfindung deutlich aus den Figuren entnommen
werden, in welchen die Elemente, welche ähnlich zu denjenigen des Standes der Technik
sind oder diesen entsprechen, mit denselben Bezugszeichen wie in der vorhergehenden
1 bezeichnet sind.
Es sollte daher bei dem dargestellten Beispiel angemerkt werden, dass
bei einem zusammenlegbaren Gewehr 20 vorgeschlagen wird, Ausgleichskräfte
zu realisieren, welche geeignet sind, ein Gegenmoment zu erzeugen, um einem Moment
entgegenzuwirken, welches durch die Gewichtskraft erzeugt wird. Insbesondere wird
das bei diesem Beispiel durch eine elastische Gruppe erzielt, welche zwei Ausgleichselemente,
ein rechtes 24 und ein linkes 25, jeweilige Federführungen
22 und Federn 23 vorsieht. Bei dem Beispiel sind verschiedene
Elemente in Paaren vorhanden, aber eine einfache Anordnung mit einer geeigneten
Kraft könnte vorgesehen sein. Als eine Alternative zu der oben beschriebenen elastischen
Gruppe ist es denkbar, irgendein anderes elastisches oder viskoelastisches System
zu verwenden, d. h. ein viskoses Merkmal, welches der fallenden Bewegung des Laufes
entgegenwirkt, und eine Position wiedererlangende elastische Funktion.
Solche Kräfte, welche von der Kompression der Federführungen
22 durch geeignete Schubstangen 21, welche auf dem Funktionskörper
6 angebracht sind, herrühren, wirken direkt auf den Eisenvorderlauf
8 und daher durch den Zapfen 10 auf die Laufgruppe 9
gemäß einer Bewegungslinie, welche geeignet bezüglich der Achse des Gelenksstifts
7 nicht ausgerichtet ist, und wirken folglich der Gewichtskraft entgegen.
Genauer wirken die Schubstangen 21 auf den Nockenoberflächen
26, welche an der Rückseite der rechten 24 und/oder linken
25 Ausgleichselemente ausgebildet sind. Insbesondere weisen die Ausgleichselemente
24 und 25 ein derart optimiertes Profil auf, dass ein perfekter
Ausgleich bezüglich des Öffnungswinkels und eine Stoppfunktion an dem Ende des Öffnungshubs
des Laufs 9 realisiert ist.
Es sollte auch angemerkt sein, dass solche Ausgleichselemente, die
jeweiligen Federn und die Federführung gemäß der in 2,
3 und 4
dargestellten Zeichnung in der Struktur des Vorderlaufes 12 integriert
sind (obwohl dies nicht notwendigerweise so sein muss, da es genauso praktikabel
wäre, sie auf der Seite des Funktionskörpers zu integrieren), um so vollständig
verdeckt zu sein, wenn das Gewehr zusammengebaut ist.
Die Ausgleichselemente 24 und 25 kommen aus dem
Körper des Eisenvorderlaufs 8 durch geeignete Schlitze einer Höhe, welche
proportional zu dem Drehhub des Laufes 9 ist, wobei die drückende Oberfläche
26 den Gegenschubstangen 21 gegenüberliegt.
Die unterschiedlichen Betriebsarten im Vergleich zu dem herkömmlichen
System (aktive Ausgleichskraft gegenüber passiver Reibungskraft) verringert den
Eisenvorderlauf-/Funktionskörper-Kontaktdruck auf ein sehr geringes Niveau. Nur
zur Verdeutlichung kann die Kraft, welche für jede der zwei Federn benötigt wird,
auf ungefähr 20 Kilogramm eingestellt werden, wobei dies in jedem Fall abhängig
von den Hebelarmen und der Masse der Laufgruppe ist.
Folglich baut die erfindungsgemäße Vorrichtung keinen nennenswert
großen passiven Widerstand, d. h. eine Reibung, für das Schließen der Läufe auf.
Tatsächlich kann ein zumindest teilweise selbst schließender Effekt realisiert werden.
Darüber hinaus ist das Problem von möglichen Blockierungen aufgrund übermäßiger
Kontaktkräfte gelöst. Der Verschleiß von einem Kontakt zwischen den Schubstangen
21 und den Ausgleichelementen 24, 25, wenn er vorhanden
ist, hat keinen Einfluss auf die Betriebsbedingungen, welche über die gesamte Lebenszeit
der Schusswaffe konstant bleiben.
Der ausgleichende Effekt wird kaum durch das Scharfmachen der Waffe
beeinflusst, da die Kraft der Federn 23 wesentlich größer als diejenige
der Auswerferhammerfedern (nicht dargestellt) ist. Die Kalibrierung der Vorrichtung
bezüglich des ausgleichenden Effekts wird in dem Zwischenzustand durch einen einfachen
unbelasteten Auswerferhammer realisiert.
Ein geeignetes Kalibrieren der Ausgleichselemente, beispielsweise
eine spezielle Winkelbildung der Kontaktoberfläche mit den Schiebestangen, um so
eine geeignete Fehlausrichtung der Ausgleichskraft bezüglich des Öffnungswinkels
des Laufes zu erzeugen, erlaubt, dass die kennzeichnende Ausgleichskurve optimiert
wird und dass spezielle elastische Elemente, wie z. B. variable Abstandsfedern ("Pitch
Springs"), Progressivfedern, usw. verwendet werden. Zum Beispiel ermöglicht eine
Veränderung in der Steigung in dem letzten Teil des Arbeitshubs der Ausgleichselemente,
dass eine Stoppposition an dem Ende des Öffnungshubs der Läufe selbst erzielt wird,
indem der Arm der Ausgleichskraft bezüglich dem Drehzentrum des Laufes invertiert
wird.
Ein anderer sehr erstrebenswerter Vorteil der Erfindung besteht in
der Einfachheit einer Demontage des Vorderlaufs, wenn der Eisenvorderlaufsverschluss
11 einmal gelöst ist, wobei ein Vorteil als Folge des äußerst geringen
Drückens erzielt wird, welches durch die Kraft begrenzt ist, welche durch die Federn
des Eisenvorderlaufs zwischen dem Laufzapfen und dem Funktionskörper aufgebracht
wird.
Vorteilhafterweise ist es möglich, alternative Materialien, wie z.
B. leicht Legierungen, für den Eisenvorderlauf zu verwenden, indem eine erfindungsgemäße
Vorrichtung vorgesehen wird, um Einsparungen in Bezug auf Bearbeitungskosten und
Gewicht zu erzielen.
Es ist klar, dass eine erfindungsgemäße Vorrichtung auf eine Schusswaffe
mit zusammenlegbarem(n) Lauf (Läufen) montiert werden kann, d. h. wobei das Öffnen
der Schusswaffe durch eine Drehung des Laufs (oder der Läufe) bezüglich der Ebene
des Verschlusses (oder des Funktionskörpers) realisiert wird, ohne dass eine Einschränkung
bezüglich des Typs der Schusswaffe, welcher der Typ sein kann, der zum Sport verwendet
wird (zum Beispiel ein Gewehr mit übereinanderliegenden Läufen, mit nebeneinander
liegenden Läufen oder einem einfachen Kaliber, in diesem Fall sogar mit einem halbautomatischen
Betrieb) mit einem glatten oder einem gezogenen Kaliber vorhanden ist. Es ist auch
klar, dass der Lauf oder die Laufgruppe, welche mit Zielsichtteilen ausgestattet
sein kann, bezüglich einer Drehung mit Bezug auf einen festen Gelenkpunkt, welcher
auf einem Verschluss oder dem Funktionskörper angeordnet ist, bewegbar ist.
Der Lauf oder die Laufgruppe gemäß der Erfindung besitzt seinen/ihren
Schwerpunkt in einer nicht mit dem Gelenkpunkt ausgerichteten Position, um so ein
nicht ausgeglichenes Moment zu erzeugen, welches dazu führt, dass er/sie spontan
fällt, wenn die Verschlussvorrichtung oder der obere Hebel einmal entriegelt wird.
Somit erfüllt eine erfindungsgemäße Vorrichtung alle ihre Zwecke.
Eine erfindungsgemäße Laufausgleichsvorrichtung für Schusswaffen,
welche somit konstruiert ist, ist anfällig für zahlreiche Veränderungen und Varianten,
welche alle durch die Erfindung selbst abgedeckt werden.
Darüber hinaus können in der Praxis die verwendeten Materialien wie
auch ihre Größen und die Komponenten gemäß den technischen Anforderungen ausgelegt
sein.