Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kontrolle der Heftung von
Produkten mittels einer Drahtheftvorrichtung, mit Messmitteln zum Prüfen der Heftklammerqualität.
Druckprodukte werden bekanntlich vielfach mit Klammern geheftet, wobei
eine Drahtheftvorrichtung verwendet wird. Drahtheftvorrichtungen weisen jeweils
einen Heftkopf und einen Umbieger auf, mit denen der Heftvorgang durchgeführt wird.
Dieser umfasst das Zuführen eines Drahtes, das Abschneiden eines Rohlings, die Klammerformung,
das Durchstechen des zu heftenden Produktes und das Umbiegen der beiden Klammerschenkel.
Es sind zudem im Stand der Technik Verfahren und Vorrichtungen bekannt,
mit denen das Vorhandensein einer Heftklammer an einem Produkt geprüft werden kann.
Dies soll es ermöglichen, ein Produkt mit einer fehlenden Heftklammer auszuschleusen.
Eine solche Prüfung erfolgt beispielsweise mit einem Metalldetektor, der in Transportrichtung
gesehen nach der Drahtheftvorrichtung angeordnet ist. Jede durchlaufende Heftklammer
löst einen Impuls aus. Ein fehlender Impuls ist ein Hinweis auf ein Produkt mit
einer fehlenden Heftklammer. Weiter ist durch die EP 0 205 144 eine Vorrichtung
bekannt geworden, bei welcher eine fehlende Heftklammer mit einem Sensor ermittelt
wird, der an einem Heftapparat angeordnet ist. Der Sensor besteht aus einem Näherungsschalter
oder ist als optischer Sensor ausgebildet.
Bei den oben erwähnten Verfahren und Vorrichtungen kann jedoch lediglich
die Anwesenheit und nicht die Qualität einer Heftung geprüft werden. Es werden somit
auch Heftklammern als vorhanden angezeigt, die defekt sind und beispielsweise einen
abstehenden Schenkel aufweisen. Solche defekte Heftungen sind sehr unerwünscht,
da sie zu Verletzungen des Benutzers bzw. Lesers eines solchen Druckproduktes führen
können. Es sind im Stand der Technik deshalb bereits zahlreiche Massnahmen vorgeschlagen
worden, mit denen solche defekte Heftungen festgestellt und die entsprechenden Druckprodukte
ausgeschleust werden können. So ist aus der EP 1 029 443 A des Anmelders eine Vorrichtung
zur Kontrolle der Heftung von Produkten bekannt geworden, bei welcher an der Drahtheftvorrichtung
Messmittel angeordnet sind, mit denen Zustandsänderungen eines Umbiegers oder eines
die Klammern durchtreibenden Heftkopfes der Drahtheftvorrichtung ermittelt werden.
Diese Mittel sind beispielsweise als Dehnmessstreifen ausgebildet. Mit diesen wird
die Kraft ermittelt, welche bei der Bildung der Heftklammer am Umbieger auftreten.
Weicht die Kraft von einem vorbestimmten Wert ab, so wird angenommen, dass die Heftung
fehlerhaft ist und entsprechend wird das Produkt über die Maschinensteuerung ausgeschleust.
Geprüft wird hier somit der Heftvorgang in der Drahtheftvorrichtung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, weitere geeignete Massnahmen
zur Prüfung der Heftklammerqualität zur Verfügung zu stellen.
Die Erfindung ist beim gattungsgemässen Verfahren dadurch gelöst,
dass die Messmittel jeweils den Dichteverlauf an einer durchlaufenden Heftklammer
prüfen. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bei defekten Klammern,
bei denen beispielsweise ein Schenkel vorsteht oder fehlt, der Dichteverlauf wesentlich
abweicht von demjenigen einer fehlerfreien Heftklammer. Bei einer solchen fehlerfreien
Heftklammer sind die beiden Schenkel vorhanden und wie vorgesehen umgebogen, sodass
sie üblicherweise keine Gefahr für eine Verletzung bilden. Mit dem erfindungsgemässen
Verfahren können aber auch andere Defekte einer Heftung ermittelt werden. Dies ist
beispielsweise auch dann möglich, wenn die Klammer eine sogenannte Ösenheftklammer
ist und bei dieser die Öse defekt, beispielsweise verbogen ist.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Messmittel
in Transportrichtung gesehen nach einem Heftkopf der Drahtheftvorrichtung angeordnet
sind und die Heftklammern im Durchlauf gemessen werden. Ein solches Verfahren eignet
sich insbesondere für einen Sammelhefter. Die Druckprodukte werden hierbei von einer
Sammelkette gefördert.
Die Messung ist dann besonders zuverlässig und funktionssicher, wenn
gemäss einer Weiterbildung der Erfindung die Messmittel so angeordnet sind, dass
sie sich beim Messvorgang auf der Innenseite des Produktes befinden, wobei das Produkt
geöffnet ist. Die Messmittel können bei dieser Weiterbildung der Erfindung vergleichsweise
nahe an die zu prüfenden Heftklammern gebracht werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Messmittel
einen Sensor aufweisen, der ein Magnetfeld erzeugt, das die zu prüfenden Heftklammern
durchlaufen. Dies ermöglicht eine besonders genaue Prüfung des Dichteverlaufs. Besonders
geeignet ist hierbei gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ein elektrischer Schwingkreis.
Die Erfindung betrifft zudem eine Vorrichtung zur Kontrolle der Heftung
von Produkten mittels einer Drahtheftvorrichtung, mit Messen zum Prüfen der Heftklammerqualität.
Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung sind die genannten Messmittel so ausgebildet,
dass mit ihnen der Dichteverlauf einer durchlaufenden Heftklammer prüfbar ist. Die
Messmittel sind vorzugsweise im Bereich einer Transportkette eines Sammelhefters
so angeordnet, dass die Klammern bei geöffneten Druckprodukten von unten geprüft
werden.
Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch ein Teilschnitt durch einen Sammelhefter mit einer erfindungsgemässen
Vorrichtung,
- Fig. 2
- schematisch eine räumliche Ansicht eines gehefteten Druckproduktes und einer
erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 3
- ein Blockschema eines besonders geeigneten Schwingkreises eines Sensors
- Fig. 4a und 4b
- schematische Darstellungen fehlerfreier Klammern,
- Fig. 5a und 5b
- schematische Darstellungen fehlerhafter Klammern,
- Fig. 6
- schematisch ein Bauelement der erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 7
- Signalverlauf bei einem Produkt mit zwei im Abstand zueinander angeordneten
fehlerfreien Klammern, wobei die horizontale Achse die Zeitachse ist,
- Fig. 8
- der Signalverlauf bei einer Klammer mit einem abgeschnittenen Schenkel, wobei
wiederum die horizontale Achse die Zeit angibt.
Die Figur 1 zeigt ein Druckprodukt 1, das sich auf einem an sich bekannten
Sammelhefter S der druckverarbeitenden Industrie befindet. Das Druckprodukt 1 ist
beispielsweise eine Broschüre und besteht aus mehreren Seiten 2, die an einem Rücken
3, beispielsweise gemäss Figur 2 mit zwei Heftklammern 10 zusammengehalten sind.
Grundsätzlich kann das Produkt 1 auch lediglich mit einer Heftklammer 10 oder mit
mehr als zwei Heftklammern 10 zusammengehalten sein. Die Heftklammer 10 ist eine
übliche Klammer gemäss Figur 4a, die einen im Wesentlichen geraden Heftklammerrücken
10b und zwei um 180 Grad abgebogene Heftklammerschenkel 10a aufweist. Die Heftklammerschenkel
10a bilden Enden der Heftklammern 10 und sind wie ersichtlich nach innen gebogen,
sodass sie an der Innenseite 4 des Druckproduktes 1 anliegen. Die Heftklammern 10
können auch gemäss Figur 4b ausgebildet sein und besitzen in diesem Fall etwa mittig
eine Öse 10c, die am Rücken 3 bzw. an der Aussenseite 5 des Druckproduktes 1 nach
oben vorsteht. Die Heftklammer 10' weist ebenfalls nach innen gebogene Heftklammerschenkel
10a auf. Grundsätzlich sind auch andere Formen von Heftklammern denkbar.
Der Sammelhefter S besitzt einen gestellfesten Sattel 8 mit einem
Sattelfirst 9. Für den Transport der Druckprodukte 1 ist eine Sammelkette 6 vorgesehen,
die eine endlose Gliederkette ist und die in bestimmten Abständen flügelartige Mitnehmer
7 aufweist, welche die Druckprodukte 1 mitnehmen. Der Sammelhefter S und die Sammelkette
6 sind hier aber lediglich Beispiele für Transport- bzw. Sammelvorrichtungen zum
Bilden von Druckprodukten 1, wie beispielsweise Broschüren. Der Transport der Druckprodukte
1 kann somit auch mit anderen Transportmitteln erfolgen.
Zum Bilden der Heftklammern 10 ist eine Heftmaschine 11, insbesondere
eine Drahtheftvorrichtung vorgesehen, die gemäss den Figuren 1 und 2 so angeordnet
ist, dass die Druckprodukte 1 von oben geheftet werden. Beim Heftvorgang befindet
sich das Druckprodukt 1 zwischen einem hier nicht gezeigten Heftkopf und einem Umbieger.
Nach der Bildung der Klammerform wird das zu heftende Druckprodukt 1 durchstochen.
Das Umbiegen der beiden Klammerschenkel erfolgt in bekannter Weise mit hier nicht
gezeigten Schenkelbiegern. Sind gemäss Figur 2 beispielsweise zwei Heftklammern
10 gebildet, so wird das Druckprodukt 1 auf der Sammelkette 6 in Richtung des Pfeiles
22 (Fig. 2) zur weiteren Bearbeitung transportiert. Das Druckprodukt 1 wird beispielsweise
einer Schneidmaschine zugeführt.
Erfolgt der oben genannte Vorgang zur Bildung der Heftklammer 10 nicht
korrekt, so kann beispielsweise die in Figur 5a gezeigte Klammer 10" oder die in
Figur 5b gezeigte Klammer 10''' am Druckprodukt 1 vorhanden sein. Diese Klammern
10" und 10''' sind fehlerhaft. Bei der Klammer 10" gemäss Figur 5a ist ein Klammerschenkel
10a' nicht wie vorgesehen nach innen umgebogen, sondern steht um 90 Grad vom Heftklammerrücken
10b ab. Entsprechend steht dieser Klammerschenkel 10a' an der Innenseite 4 des Druckproduktes
1 vor. Bei der Klammer 10''' ist ebenfalls ein Klammerschenkel 10a''' nicht korrekt
umgebogen. Die beiden Klammern 10" und 10''' bilden ein Risiko für eine Verletzung
für den Benutzer des Druckproduktes 1. Die Verletzungsgefahr besteht insbesondere
bei Kindern. Um solche fehlerhaften Heftklammern 10" und 10''' sowie andere fehlerhafte
Bildungen erkennen und die entsprechenden Druckprodukte 1 ausschleusen zu können,
sind Messmittel 12 vorgesehen, die vorzugsweise so angeordnet sind, dass die Druckprodukte
1 gemäss den Figuren 1 und 2 über diesen Messmitteln 12 transportiert werden. Die
Messmittel 12 befinden sich an der Innenseite 4 des Druckproduktes 1 und unmittelbar
unterhalb jeweils eines Rückens 3 eines Druckproduktes 1. Die Messmittel 12 weisen
gemäss Figur 6 einen Sensor 13 mit einem Sensorkopf 17 auf, in dem eine Spule 18
angeordnet ist. Über eine Signalleitung 14 ist der Sensorkopf 17 zur Signalaufbereitung
mit einem Oszillator 19 verbunden. Eine Auswerteinheit 20 besitzt eine Sensorkarte
21 mit einem Mikroprozessor. Die Messmittel 12 weisen für den Sensor 13 vorzugsweise
einen Schwingkreis K gemäss Figur 3 auf. Der Schwingkreis K weist die oben genannte
Spule 18 auf, die parallel zu einem Kondensator 24 und zu einem Widerstand 25 geschaltet
ist. Weiter sind ein ASIC (Application-Specific Integrated Circuit)-Schaltkreis
26, ein Gleichrichter 27, ein Tiefpass und ein Microcontroller 29 vorgesehen. Die
genannten Bauelemente und die Funktionsweise eines solches Schwingkreises sind dem
Fachmann bekannt. Über dem Messmittel 12, das in der Heftmaschine 11 in Transportrichtung
nach dem Heftkopf und dem Umbieger angeordnet ist, befindet sich eine Bürste 23,
die ortsfest ist und welche den Rücken 3 des durchlaufenden Druckproduktes 1 nach
unten am First 9 anpresst. Damit ist gewährleistet, dass der Abstand zwischen dem
Rücken 3 und dem Sensor 13 im Wesentlichen stets etwa gleich ist. Die gebildeten
Klammern 10 laufen somit über dem Sensor 13 in konstantem Abstand hinweg. Grundsätzlich
könnte der Sensor 13 ebenfalls in gleicher Richtung mitbewegt und nachher wieder
zurückgeführt werden. Wesentlich ist somit die relative Bewegung zwischen Sensor
13 und Druckprodukt 1. Befindet sich eine Heftklammer 10 über dem Sensor 13, so
wird die Induktivität des Schwingkreises durch diese Heftklammer 10 beeinflusst,
wobei die Frequenz geändert wird. Durch den Oszillator 19 und die Auswerteinheit
20 wird diese Frequenzänderung ermittelt. Die Beeinflussung der Induktivität des
Schwingkreises ist abhängig von der Dichte der Klammer 10, somit im Wesentlichen
des Anteils des Metalls der Klammer 10 pro Längeneinheit. Der Signalverlauf entspricht
damit weitgehend der Form der Heftklammer 10. Da sich die Klammern 10" und 10' '
' in ihrer Form wesentlich von der Heftklammer 10 unterscheiden, ist entsprechend
dieser Signalverlauf unterschiedlich. Dies wird nachfolgend anhand der Figuren 7
und 8 illustriert.
Die Figur 7 zeigt den Signalverlauf beim Prüfen eines Druckproduktes
1 mit zwei fehlerlosen Heftklammern 10, die gemäss Figur 2 im Abstand zueinander
angeordnet sind. Der Abstand zwischen den beiden Heftklammern 10 beträgt 27 mm.
Sie sind aus einem Kupfer- oder Stahldraht mit einem Durchmesser von 0,6 mm gebildet.
Die beiden Klammern 10 bilden jeweils gemäss Figur 6 zwei Pulse P1 und P2. Aus diesen
Peaks wird mit einem Algorithmus jeweils ein digitales Signal D1 bzw. D2 generiert.
Nachfolgend wird dieser Algorithmus näher erläutert.
Als Grundlage für den Algorithmus dient ein Ruhesignal, welches den
ungedämpften Zustand des Sensors 13 anzeigt. Dieses Ruhesignal ist temperaturabhängig
und zudem von umliegenden Metallteilen beeinflussbar. Um ein sicheres Arbeiten des
Sensors 13 zu gewährleisten, ist ein von der Maschinensteuerung 16 erzeugtes Referenzsignal
vorgesehen, mit welchem das Ruhesignal laufend angepasst wird. Dieses Signal wird
auch beim Einschalten der Maschine und insbesondere des Sammelhefters erzeugt.
Mit dem Algorithmus werden die digitalen Signale D1 bzw. D2 generiert,
wenn sich eine Heftklammer 10 über dem Sensor 13 befindet. Zudem wird eine Schwelle
30 berechnet, welche unterhalb des Ruhesignals liegt. Sobald ein analoges Signal
unter die Schwelle 30 fällt, wird ein Signal "Heftklammer detektiert" ausgegeben
und zu der Schwelle 30 ein Hysteresewert addiert. Dies verhindert ein Prellen im
Schaltpunkt. Die genannte Schwelle 30wird adaptiv zum eigentlichen Analogsignal
nachgeführt, bis eine Minimum erreicht ist. Ist ein solches Minimum gefunden, wird
die Schwelle 30 nicht mehr verändert. Sobald das Analogsignal die Schwelle 30 überschreitet,
wird das Signal "Heftklammer detektiert" rückgesetzt und die neue Schwelle 30 basierend
auf dem Sensorsignal berechnet und nachgeführt. Die Schwelle 30 wird dem analogen
Signal so lange nachgeführt, bis der maximale Wert erreicht ist. Danach wird die
Schwelle 30 konstant gehalten und auf ein neues Unterschreiten bzw. auf eine neue
Heftklammer 10 gewartet.
Der Grad der Adaption der Schwelle 30 kann über zwei Parameter eingestellt
werden. Der eine bestimmt die Stärke der Adaption im Aus-Zustand und der andere
die Adaption im Ein-Zustand des Signals "Heftklammer detektiert". Befindet sich
das Sensorsignal im Ruhezustand, wird ein fixer Offset zum Ruhesignal substrahiert,
um die Schwelle 30 zu berechnen.
Bei einem Druckprodukt 1 mit zwei einwandfreien Heftklammern 10 oder
10' werden somit gemäss Figur 7 jeweils für jede Heftklammer ein digitales Signal
D1 bzw. D2 erzeugt. Bei einer fehlerhaften Heftklammer 10" oder 10''' werden gemäss
Figur 8 zwei digitale Signale D1' und D2' erzeugt. Der entsprechende Peak P' ist
aufgrund des Dichteverlaufs einer solchen fehlerhaften Heftklammer 10" bzw. 10'''
entsprechend ungleichmässig, was dazu führt, dass hier nicht nur ein digitales Signal,
sondern die zwei Signale D1' und D2' erzeugt werden. Die Steuerung erkennt, dass
für die Heftklammer 10" bzw. 10''' zwei digitale Signale D1' bzw. D2' erzeugt werden
und veranlasst die Ausschleusung dieses fehlerhaften Druckproduktes 1.