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Dokumentenidentifikation DE69827809T2 15.12.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001008243
Titel VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM ERFASSEN VON ZUSCHAUERREAKTIONEN ZU AUDIOVISUELLEN STIMULI
Anmelder Verify International N.V., Willemstad, Curacao, AN
Erfinder CLAESSENS, Paul, Dominique, 1207 Genève, CH
Vertreter Reitstötter, Kinzebach & Partner GbR, 67059 Ludwigshafen
DE-Aktenzeichen 69827809
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 12.05.1998
EP-Aktenzeichen 989232053
WO-Anmeldetag 12.05.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/NL98/00267
WO-Veröffentlichungsnummer 0098052310
WO-Veröffentlichungsdatum 19.11.1998
EP-Offenlegungsdatum 14.06.2000
EP date of grant 24.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.12.2005
IPC-Hauptklasse H04H 9/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Untersuchung audiovisueller Stimuli, wie Fernsehserien, Fernsehwerbung etc., aus einem Komplex von Interaktionen zwischen Stimuli, Konsumenten und Umweltfaktoren, wobei das System

  • – wenigstens eine Quelle audiovisueller Stimuli;
  • – Mittel zur Präsentation der Stimuli für Testpersonen, die mit dieser wenigstens einen Quelle verbunden sind;
  • – Schaltmittel, die von den Testpersonen bedient werden, um Befehle zu geben, wie z. B. einen Befehl zum Beenden der Präsentation eines Stimulus;
  • – Mittel zum Aufzeichnen der Zeitpunkte, zu denen die Schaltmittel bedient werden
umfasst.

Ein derartiges System ist aus dem amerikanischen Patent US 4,647,964 bekannt. Dieses System des Standes der Technik betrifft die Untersuchung von Werbespots gemäß einem Verfahren, bei dem der untersuchte Werbespot Teil eines Fernsehprogramms bildet, das von einer Testperson aus einer angebotenen Anzahl verschiedener Programme ausgewählt werden kann. Beispielsweise können die Tests an Sequenzeffekten mit anderen Werbespots durchgeführt werden. Einem zu untersuchenden Werbespot gehen eine oder mehrere "Füll"-Werbespots voraus oder folgen diesem. Das momentan ausgewählte Programm wird mittels Videorecorder als Messdatensatz registriert. Ausserdem werden die Zeitpunkte gemessen, zu denen Auswahl- oder Umschalt-Handlungen ausgeführt werden. Das Verfahren strebt die Nachahmung einer realistischen Situation an, wobei ein Fernsehprogramm aus einer angebotenen Anzahl unterschiedlicher Stimuli ausgewählt werden kann, vergleichbar mit der Auswahl eines Kanals bei einem Fernsehgerät.

Im Unterschied zu diesem Patent besteht ein größerer Bedarf für interessierte Kreise, wie Produzenten, Programmgestalter, Kampagnenleiter, Umfrageinstitute und Werbefachleuten für genaue Informationen zum Sehverhalten von Konsumenten. Beispielsweise ist es für Werbefachleute wichtig zu wissen, ob die Konsumenten der Ausstrahlung während einer Werbeunterbrechung folgen. Oder gehen sie weg? Wird auf ein anderes Fernsehprogramm umgeschaltet? Zu welchem Zeitpunkt verliert man die Aufmerksamkeit des Publikums beispielsweise für einen Werbespot gänzlich oder zumindest teilweise und wann entscheidet man sich, umzuschalten oder seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuzuwenden? Welche Gründe gibt es für das Umschalten? Ist die Werbung zu bekannt oder schaltet man aus anderen Gründen um? Unterscheidet sich das Verhalten von Männern zu dem von Frauen oder das von jüngeren Menschen von dem Verhalten von älteren Menschen etc.? Welche Untergruppen beispielsweise der niederländischen Bevölkerung zeigen wann, unter welchen Umständen und in welchem Maße ein spezifisches Verhalten? Das Problem des Werbefachmanns besteht nicht ausschließlich in der Übertragungsreichweite des TV-Senders, sondern eher in der Aufnahme durch das Publikum.

Eine Reihe von Umweltfaktoren kann Einfluss auf die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit der Testpersonen haben, gleichgültig, ob gleichzeitig oder nicht. Daneben gibt es eine Reihe von Faktoren, die in Bezug zu den Werbespots als solche stehen: Ist das in einem Werbespot präsentierte Produkt relevant? Ist der Werbespot irritierend, veraltet oder enthält er unangenehme Szenen?

Unter normalen Umständen sind alle Konsumenten in der Lage, allen Werbesendungen vollständig wenigstens einmal in einem Zeitraum folgen (ansehen, beachten). Ein Teil der Zuschauer wird verschwinden, sobald das angebotene Produkt für sie nicht relevant zu sein scheint. Das ist ein unvermeidliches Phänomen. Eine aus anderen Gründen, wie unattraktive Szenen in einem Werbespot für ein für die Testperson relevantes Produkt, verursachte Umschalthandlung könnte jedoch vermieden werden, wenn der Grund für die Umschalthandlung bekannt ist und man, um bei diesem Beispiel zu bleiben, die unattraktiven Szenen identifizieren kann.

Es ist vielmehr die Aufgabe des Werbefachmanns, die Aufmerksamkeit auf eine Marke, ein Produkt und eine Botschaft zu lenken und darüber mittels eines Werbespots zu kommunizieren. Vorzeitiges Umschalten könnte implizieren, dass die Marke, das Produkt und/oder die Botschaft nicht ins Bewußtsein gebracht werden und dass somit das Erreichen des Kommunikationsziels ausgeschlossen ist.

Aus dem vorher Gesagten folgt, dass die Bedürfnisse der oben genannten interessierten Kreise unter anderem insbesondere die Fähigkeit betreffen, die kommunikative Performanz audiovisueller Stimuli, wie Spielfilme, Musikfilme, Oper, Theater, Musik, Orchester, und weiterer audiovisueller Stimuli, wie Videoprogramme, TV-Serien, Werbespots, Nachrichtensendungen und Werbeveranstaltungen und darüber hinaus Reden, Vorträge, Ansagen und Debatten, beispielsweise zur Bestimmung und zum Nachvollziehen der Meinungen in Bezug auf Politiker, oder beim Theater beispielsweise zur Auswahl der Schauspieler für Rollen etc., zu bestimmen und zu spezifizieren.

Die kommunikative Performanz audiovisueller Stimuli lässt sich nur durch das Messen, Registrieren und Analysieren eines Komplexes von Interaktionen zwischen anderen Stimuli, Konsumenten und Umweltfaktoren bestimmen. Das Sehverhalten von Konsumenten kann dabei als einer der Interaktionsaspekte betrachtet werden.

Das Registrieren von durch Testpersonen ausgewählten Programmen führt zusammen mit den Umschaltzeitpunkten in Übereinstimmung mit den Verfahren gemäß Stand der Technik zu Daten, die als solche nicht ausreichend sind und nicht genügend verfeinert sind, um daraus in zuverlässiger und genauer Weise die Performanzfähigkeiten audiovisueller Stimuli zu bestimmen. Insbesondere ist das Verfahren nicht adäquat, da

  • – es lediglich auf den registrierten Daten einiger Testpersonen und einiger Stimuli basiert;
  • – abgesehen vom Messen in Bezug auf die Einflüsse der Sequenz der Werbespots keine Registrierung der Bedingungen und der Umweltfaktoren, die alle gemeinsam einen separaten Einfluss auf die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit von Testpersonen auf einen Stimulus und im Ergebnis davon auf das Verhalten der Testperson, stattfindet;
  • – hauptsächlich Rohdaten erzeugt werden, die nur nach Analyse und Verarbeitung zu Ergebnissen führen können, die für die Performanzfähigkeiten relevant und interpretierbar sind und zu anderen Stimuli in Bezug stehen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein anderes Verfahren und System zur Bestimmung und zuverlässiger und genauer Spezifizierung der kommunikativen Performanz von audiovisuellen Stimuli zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe wird mittels eines Systems gelöst, das in den beigefügten Patentansprüchen spezifiziert ist.

Das erfindungsgemäße Verfahren, welches das in den Patentansprüchen beschriebene System verwendet, ist dadurch gekennzeichnet, dass man Ergebnisse erhält, die Einblick in Bezug auf die Performanzfähigkeiten von audiovisuellen Stimuli liefern, indem

  • – eine Antwort auf die Frage geliefert wird, ob jemand einen audiovisuellen Stimulus weiter ansehen möchte oder nicht, und falls nicht:
  • – der genaue Zeitpunkt, beispielsweise während einer Werbeunterbrechung, bestimmt wird, bei dem der Zuschauerverlust beobachtet wird;
  • – genau die Stellen oder Szenen angezeigt werden, beispielsweise während eines Werbespots, bei denen vorzeitiges Umschalten beobachtet wird;
  • – man in der Lage ist, die Gründe für die vorzeitige Umschalthandlung zu bezeichnen;
  • – man bezüglich dieser Gründe in der Lage ist, zwischen einem Umschalten zu unterscheiden, das erfolgte, weil der Werbespot bereits bekannt war, ob der Werbespot beispielsweise zu bekannt war oder ob das Umschalten von einem noch unbekannten Werbespot aus anderen Gründen erfolgte;
  • – genau die Einflüsse von Umweltfaktoren bei der Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit von Testpersonen auf einen Stimulus bestimmt werden;
  • – automatisch eine große Anzahl von Daten, die man von einer großen Anzahl von Testpersonen erhält, zu einfachen und für jedermann interpretierbaren Ergebnissen pro Stimulus und/oder pro Stimulusgruppe verarbeitet werden, wie die Verarbeitung von vielen hunderten oder mehr Stimuli und vielen hunderten Testpersonen;
  • – man in der Lage ist, die Ergebnisse pro Stimulus oder pro Stimulusgruppe z. B. aus einer zufälligen Umfrage, wie zum Beispiel eine zufällige Umfrage, die für die ganze Bevölkerung oder für eine Auswahl von Subgruppen, z. B. alle Männer, alle Frauen etc. repräsentativ ist, vorzustellen;
  • – man in der Lage ist, die Ergebnisse von Stimuli und Stimuligruppen, z. B. von Stimuli in Bezug auf dieselbe Marke, dasselbe Produkt oder dieselbe Produktkategorie, innerhalb derselben Werbeunterbrechung oder auf demselben Fernsehsender übertragene Stimuli etc., gegenseitig in Beziehung zu setzen und somit zu beurteilen;
  • – man in der Lage ist, die Ergebnisse von Testpersonengruppen und darin ausgewählten Subgruppen gegenseitig in Beziehung zu setzen und somit zu beurteilen.

Auf der Basis der mittels der Erfindung erzeugten Daten kann der Werbefachmann Informationen erhalten, die Erkenntnisse über seinen Werbespot liefern. Wenn ein Werbespot nachweislich ungenügend abschneidet, wird der Werbefachmann den Werbespot vor dem Start oder der weiteren Ausstrahlung korrigieren, um den Werbespot zu verbessern und schließlich einen größeren Teil der Zuschauer zu behalten.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass das individuelle Programmarrangement pro Testperson personalisiert werden kann, beispielsweise basierend auf demographischen Daten, wie Personenvariablen, wie Geschlecht, Alter und gesellschaftliche Stellung, aber auch basierend auf Interessengebieten, Präferenzen und Gewohnheiten. Im Voraus bestimmbare Daten können mit Hilfe einer Chipkarte registriert werden und darauf basierend können die Programmteile automatisch angeordnet werden, nachdem die Daten eingelesen und das System zur Durchführung des Verfahrens initialisiert worden ist.

Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die Testpersonen selbst in der Lage sind zu bestimmen, auf welche Stimuli sie ihre Aufmerksamkeit richten und für wie lange. In dem Moment, in dem eine Testperson einen Programmteil nicht mehr anschauen möchte, kann er diesen Programmteil mit dem Schaltmittel beenden.

Enthält ein Programm, das gesehen werden soll, Werbespots, kann jeder Testperson eine Reihe unterschiedlicher Werbespots präsentiert werden, die für jede Testperson auch nicht in der gleichen Abfolge erfolgen müssen. In dem Moment, in dem eine Testperson entscheidet, dass sie genug von einem Werbespot gesehen hat, kann sie umschalten und damit die Präsentation des Werbespots beenden. Durch das Beenden der Präsentation kann eine Reihe unterschiedlicher Aktivitäten in der jeweiligen Präsentationseinheit initiiert werden, wie zum Beispiel:

  • – die Präsentation eines neuen Stimulus, z. B. eines weiteren Werbespots. Dieser weitere Werbespot kann aus einer Datei ausgewählt werden, die eine große Zahl an Stimuli, beispielsweise nach Rubriken geordnet und auf einem Datenträger gespeichert, enthält. Die Auswahl kann beispielsweise auf den persönlichen Daten der Testpersonen basieren.
  • – die Präsentation eines Programmteils, der eine Verbindung mit dem gerade beendeten Stimulus hat und beispielsweise eine Reihe von Texten umfasst, aus denen einer oder mehrere unter Verwendung von Antwortmitteln, wie einem Touchscreen, ausgewählt werden können. Die Texte können zu einer Reihe von unterschiedlichen Themen in Beziehung stehen, wie z. B.
  • – den möglichen Gründen, warum der Stimulus vorzeitig abschaltet wurde und warum man die Präsentation nicht weiter betrachtet hat;
  • – Fragen über den zuletzt präsentierten Stimulus, gleich ob vollständig oder nicht in Gänze gesehen. Im Falle von TV-Werbespots kann beispielsweise nach der Marke, dem Namen des Werbenden, dem präsentierten Produkt und der mit dem Produkt oder der Dienstleistung verbundenen Botschaft gefragt werden;
  • – Instruktionen, z. B. bezüglich der von den Testpersonen auszuführenden Aufgaben;
  • – Kommentare.

Für jede der Möglichkeiten kann z. B. eine Reihe unterschiedlicher Textgruppen ausgewählt werden, wobei die Auswahl beispielsweise auf Basis

  • – der Länge des Stimulus, beispielsweise eines Werbespots;
  • – dem Thema des Spots;
  • – der beworbenen Marke, des Produkts oder der Botschaft;
  • – des genauen Zeitpunkts des Umschaltens;
  • – aller denkbarer anderer Charakteristika, Qualitäten und Daten von
  • – audiovisuellen Stimuli;
  • – Testpersonen;
  • – Reaktionen der Testpersonen auf audiovisuelle Stimuli
durchgeführt werden kann.

Darüber hinaus wird bestimmt, ob ein abgeschalteter Stimulus der Testperson bekannt ist oder nicht. Somit ist es möglich, beispielsweise zwischen einem Umschalten von einem zu bekannten Werbespot und einem noch nicht bekannten Werbespot, wobei das Umschalten aus anderen Gründen erfolgt sein kann, zu unterscheiden. Zur Bestimmung, ob die Charakteristika audiovisueller Stimuli einer Person bekannt sind oder nicht, wird ein Verfahren eingesetzt wie es in der niederländischen Patentanmeldung 1004598 beschrieben ist.

Die Erfindung ist darüber hinaus durch eine offensichtliche Echtzeit-Interaktion gekennzeichnet. Man ist in der Lage, auf die Stimulus-Präsentationen zu reagieren, die Präsentation laufender Programme zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu beenden und andere Programme zu starten. Sobald man einen Programmteil wegschaltet, wird ein anderer Teil ausgewählt, der fast sofort zur Präsentation bereit ist. Auf diese Weise wird das laufende Programm scheinbar in Echtzeit durch das nächste Programm ersetzt.

Im Allgemeinen ist man beim "Zappen" an einem Fernsehgerät lediglich in der Lage zu einer spezifischen Szene in ein anderes Programm auf einem anderen Kanal zum Zeitpunkt des Umschaltens zu springen. Die vorhergehenden Aktivitäten auf dem Kanal gehen verloren. Das System zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bietet die Möglichkeit, das nachfolgende Programm bei jeder gewünschten Szene zu starten, beispielsweise am Beginn, so dass jeder Testperson Programmabschnitte in identischer Weise präsentiert werden können. Der Beginn kann auch mit einer willkürlichen Szene erfolgen, so dass jeder Testperson Programmabschnitte in unterschiedlicher Weise präsentiert werden können.

Mit Hilfe einer oder mehrerer Zeitachsen pro Testperson wird mit großer Genauigkeit nach Sekundenbruchteilen, beispielsweise mittels Videovollbild-Auflösung, gemessen und registriert, wie lange Stimuli und Programmabschnitte präsentiert werden und zu welchem Zeitpunkt Programmabschnitte vorzeitig weggeschaltet werden. Darüber hinaus wird registriert, welche Gründe für das Wegschalten der Stimuli angegeben werden und welche Reaktionen auf präsentierte Fragen, Aufgaben und Instruktionen erfolgten.

Indem man genau, beispielsweise mittels Videovollbild-Auflösung, die Zeitachsen und die individuell für alle Testpersonen und alle Stimuli erhaltenen Messwerte in Beziehung setzt, beispielsweise durch Synchronisieren und anschließende Kumulieren, erhält man einen Überblick über das allgemeine Verhalten beispielsweise einer vollkommen zufälligen Probe oder eines Teils davon. Die allgemeinen Verhaltensmuster ermöglichen z. B. Einblick in die Verhaltensübereinstimmungen und die Verhaltensunterschiede für Gruppen von Testpersonen. Beispielsweise können Präsentationen der Zeitpunkte erstellt werden, zu denen Stimuli abgeschaltet wurden, oder für die von den Testpersonengruppen angegebenen Gründe für das Abschalten individueller Stimuli. Die Präsentation kann jedoch auch erstellt werden für die Zeit, die vergeht, bevor ein Grund angegeben wird, bevor Fragen beantwortet werden und die notwendig ist, um Instruktionen auszuführen.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist darüber hinaus dadurch gekennzeichnet, dass riesige Messdatenmengen und große Testpersonenzahlen, darunter auch die Reaktionen auf die präsentierten Stimuli, automatisch in Ergebnisse umgerechnet werden. Die Ergebnisse können gegenseitig in vielerlei Hinsicht in Beziehung gesetzt werden und daher auf mehrfache Weise beurteilt werden. Die Ergebnisse können mit Hilfe von Software-Programmen zu Informationen spezifiziert werden, die Einblicke liefern, und können anschließend als Messprotokolle präsentiert werden.

Die Messprotokolle können Informationen über die kommunikative Performanz eines der den Testpersonen präsentierten Stimulus aber auch über eine ausgewählte Anzahl von Stimuli liefern. Die Messprotokolle können in Beziehung gesetzt werden zu den Daten einer vollständig zufälligen Probe oder auch zu Subgruppen davon, beispielsweise die Reaktionen auf Programmabschnitte von Männern, von Frauen, von Männern über 30 etc., etc. Die Messprotokolle können in Beziehung gesetzt werden zu jeder erdenklichen Kombination von Datensätzen.

Das System für das erfindungsgemäße Verfahren ist in einer seiner möglichen Ausführungsformen und lediglich zur Illustration in 1 schematisch dargestellt und ist durch eine oder mehrere der nachfolgenden Komponenten gekennzeichnet:

  • – Quellen für audiovisuelle Stimuli (1);
  • – Mittel, die mit diesen Quellen verbunden sind, zur Präsentation der Stimuli für die Testpersonen (2);
  • – Schaltmittel, die von den Testpersonen bedient werden, um Instruktionen zu geben, wie z. B. Instruktionen zum Beenden der Präsentation eines Stimulus (3);
  • – Mittel zur Aufzeichnung der Zeitpunkte, zu denen die Schaltmittel bedient werden (4);
  • – Mittel zum Erzeugen weiterer Stimuli, wie Texte, darunter Fragen, Nachrichten, Kommentare und Instruktionen (5);
  • – Mittel, die von den Testpersonen bedient werden, um auf die weiteren Stimuli zu reagieren, wie das Antworten auf Fragen und beispielsweise das Begründen des Beendens der Präsentation eines Stimulus (6);
  • – Mittel zum Aufzeichnen der Reaktionen der Testpersonen (7);
  • – in Abhängigkeit von den Bedingungen, Mittel zum Ändern der Präsentationscharakteristika oder der Reihenfolge der Stimuli (8);
  • – Mittel zur Bestimmung und zum Aufzeichnen, ob, wann und wie lange den Testpersonen individuelle Stimuli präsentiert wurden (4);
  • – Mittel zur automatischen Verarbeitung von großen Datensätzen von großen Mengen von Testpersonen zu Ergebnissen (9);
  • – Mittel zur Präsentation der Ergebnisse pro Stimulus oder pro Stimulusgruppe (10);
  • – Mittel zur Präsentation der Ergebnisse pro Probe oder pro Teil davon (11);
  • – Mittel, um Ergebnissen von einem oder mehreren Stimuli, Stimuligruppen, Proben und Teilgruppen von Testpersonen zueinander in Beziehung zu bringen (12).

Lediglich für illustrative Zwecke ist in 2 die typische Kurve für Zuschauer dargestellt, die in diesem Fall das Interesse während eines Werbespots von 30 Sekunden Dauer verloren haben.

Die Kurve zeigt, dass ungefähr 35% der Zuschauer schon nach 10 Sekunden das Interesse verloren. Nach 20 Sekunden blieben nur noch etwa 20% der ursprünglichen Zahl der Zuschauer übrig. Nur eine geringe Prozentzahl der ursprünglichen Zuschauer schaltete von dem Werbespot nicht vorzeitig weg.


Anspruch[de]
  1. System zur Untersuchung audiovisueller Stimuli und Sequenzen audiovisueller Stimuli, wobei das System umfasst:

    – wenigstens eine Quelle (1) audiovisueller Stimuli,

    – Mittel (2), die mit dieser wenigstens einen Quelle verbunden sind, zur Präsentation der Stimuli für wenigstens zwei Testpersonen,

    – Mittel für die Zeitnahme der Start- und Stoppzeitpunkte der Präsentationen der Stimuli,

    – Schaltmittel (3), die von den Testpersonen bedient werden, um die Präsentationen des momentan präsentierten Stimulus oder der Stimulisequenz zu stoppen,

    – Mittel (4) zur Aufzeichnung der Zeitpunkte, zu denen die Schaltmittel bedient werden,

    dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus umfasst:

    – einen Generator (5) zum Erzeugen von Fragen, Nachrichten, Befehlen und Instruktionen;

    – weitere Mittel (6), die von den Testpersonen bedient werden sollen, um Antworten auf die Fragen, Nachrichten, Befehle und Instruktionen zu geben; und

    – Mittel (7) zum Aufzeichnen der Antworten.
  2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Stimulus das Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt des Beginns des Stimulus und dem Zeitpunkt der Bedienung der Schaltmittel gemessen und mittels geeigneter Mittel aufgezeichnet wird.
  3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Mal das Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt der Präsentation der Fragen, Nachrichten, Befehle und Instruktionen und dem Zeitpunkt, zu dem die entsprechende Antwort gegeben wird, gemessen und durch geeignete Mittel aufgezeichnet wird.
  4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den Fall, dass die Stimuli Videostimuli beinhalten, die Zeitnahme und die Messungen mit einer Auflösung, Genauigkeit und Wiederholbarkeit durchgeführt werden, die besser als ein einziges Videovollbild sind.
  5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus Mittel zur Aufzeichnung persönlicher Daten der einzelnen Testpersonen umfasst.
  6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus Mittel zum Messen und Aufzeichnen von während der Präsentation der Stimuli vorherrschenden Bedingungen und äußeren Faktoren umfasst.
  7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Quelle in der Lage ist, aus einer Anzahl von Stimuli auszuwählen, wobei die Auswahl des als nächstes einer Testperson zu präsentierenden Stimulus abhängig ist von den durch die Testperson gegebenen Antworten.
  8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Quelle in der Lage ist, aus einer Anzahl von Stimuli auszuwählen, wobei die Auswahl des als nächstes einer Testperson zu präsentierenden Stimulus abhängig ist von den persönlichen Daten der Testperson.
  9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Quelle in der Lage ist, aus einer Anzahl von Stimuli auszuwählen, wobei die Auswahl des als nächstes einer Testperson zu präsentierenden Stimulus abhängig ist von den während der Präsentation der Stimuli vorherrschenden Bedingungen und äußeren Faktoren.
  10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Quelle in der Lage ist, aus einer Anzahl von Stimuli auszuwählen, wobei die Auswahl des als nächstes einer Testperson zu präsentierenden Stimulus abhängig ist von den Zeitpunkten, zu denen die Schaltmittel und die weiteren Mittel von der Testperson bedient werden.
  11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Quelle in der Lage ist, aus einer Anzahl von Stimuli auszuwählen, wobei die Auswahl, welcher Stimulus als nächster einer Testperson präsentiert wird, auf statistischen Testbedingungen basiert.
  12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus Mittel zur Beziehung, Akkumulation und Normalisierung aller verschiedenen Antworten, Zeitwerte und Zeitintervallen bezüglich der Stimuli umfasst.
  13. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus Mittel zur Beziehung, Akkumulation und Normalisierung aller verschiedenen Antworten, Zeitwerte und Zeitintervallen bezüglich der Testpersonen, die charakterisierende Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Gruppen umfasst.
  14. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das System darüber hinaus Mittel zur numerischen oder graphischen Darstellung der Beziehungen einerseits zwischen den normalisierten Ergebnissen aus den Ansprüchen 12 und 13 betreffend die Zeitwerte, Zeitintervalle und Antworten und andererseits den individuellen Stimuli, Gruppen von Stimuli, Testpersonen, Testgruppen von Testpersonen und Untergruppen davon umfasst.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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