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Dokumentenidentifikation DE10120200B4 22.12.2005
Titel Schnupfpulver als Schnupftabakersatz
Anmelder InFood GmbH, 95326 Kulmbach, DE
Erfinder Palzer, Stefan, Dr., Fehraltorf, CH;
Palzer, Gabriele, Fehraltorf, CH;
Horn, Christine, 95326 Kulmbach, DE
Vertreter Maryniok und Kollegen, 96317 Kronach
DE-Anmeldedatum 24.04.2001
DE-Aktenzeichen 10120200
Offenlegungstag 07.11.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse A24B 15/16

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schnupfpulver als Schnupftabakersatz frei von Tabak und Nikotin für die Verabreichung direkt in die Nase.

Aus der DE 34 01 763 A1 ist ein Schnupfpulver für die Anwendung direkt in die Nase bekannt, das hauptsächlich aus einer wäßrigen Nikotinlösung oder einer physiologisch unbedenklichen Lösung eines Säureadditionssalzes von Nikotin mit einem pH-Wert von 2 – 6 und einem Gehalt von 10 – 0,5 Gew.-Prozente Nikotin, berechnet als freie Base, einem Gehalt von einem bei nasaler Verabreichung unbedenklichen Verdickungsmittel und mit einer Viskosität von weniger als 100 cP besteht. Diesem Schnupfpulver kann ein weiterer Bestandteil, ausgewählt aus der Gruppe der für die nasale Verabreichung unbedenklichen Puffern, Emulgiermitteln, Konservierungsmitteln, Aromastoffen und Antioxidationsmitteln, zugesetzt werden.

Aus der DE 43 09 165 C2 ist ein spezielles Stabilisierungsverfahren zum Herstellen eines Schnupftabakproduktes bekannt, das vorsieht, dass die fermentierten Tabaksausgangsprodukte pasteurisiert werden und Aromazusätze erst danach beigemischt werden. Dieses Stabilisierungsverfahren findet Anwendung auf Tabake, die einer langsamen Fermentation unterzogen worden sind. Nach dem Schneiden, Zerreiben oder Zermahlen dieser Tabake werden sodann Additive, wie die Schleimhäute anregende Mittel, Farbstoffe, eine Nachfermentation anregende Mittel oder Konservierungsmittel zugesetzt.

Es ist darüber hinaus aus Römpp „Chemielexikon", 9. Auflage, Seite 4046, bekannt, Schnupfpulver als Schnupftabakersatz herzustellen, die statt Tabakpulver z. B. Pulver der Roßkastanie, Zichorie, Rübe, Veilchenwurzel, Gewürznelken, Zimt oder Menthol enthalten. Auch dieses Schnupfpulver wird wie Schnupftabak durch „Schnupfen", d. h. durch saugendes Aufziehen auf die Nasenschleimhaut, genossen.

Aus der DE 197 19 859 A1 ist ein anregendes Schnupfmittel bekannt, das weder Tabak noch Nikotin umfasst, jedoch mindestens ein anregendes Mittel enthält, nämlich Sympathomimetika, Analeptika, Tee, Kaffee, Guarana, Schizandra, Mate, gegebenenfalls deren Extrakte, Methylxanthine, Nicotinsäurediethylamid und/oder Campher. Die Schrift gibt weiterhin an, dass die anregenden Mittel in einer Konzentration von 0,5 bis 15 Gew.-% vorliegen, wobei der Rest jeweils vorzugsweise mindestens einen Zusatzstoff enthält. Als Zusatzstoffe sind angegeben Kohlehydrate, insbesondere Zucker, wie Maltodextrin, Glucose (Dextro Energen), Glucorono-&ggr;-lacton, Saccharose, Melasse, Stärke und zuckerähnliche Stoffe, wie Inosite. Diese Zusatzstoffe sollen das Aroma verbessern und als Energielieferant dienen. Als weitere Zusatzstoffe sind auch Menthol, Natriumsalze, wie Natriumchlorid, Catriumcitrat und Natriumnitrat genannt, wobei der Gewichtsanteil nicht angegeben ist. Dies gilt gleichermaßen auch für das zugesetzte Feuchthaltemittel Paraffin.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schnupfpulver als Schnupftabakersatz für die Verabreichung direkt in die Nase zu entwickeln, das besonders verträglich ist und keine anregenden Mittel wie Sympathomimetika und/oder Analeptika enthält.

Gemäß der Erfindung besteht ein Schnupfpulver aus der in Anspruch 1 angegebenen Zusammensetzung. Die Cellulose dabei primär als Träger für die Aromastoffe oder ätherischen Öle und beinhalten derartige Stoffe nicht. Dies hat den Vorteil, dass die Trägerstoffe keine Anregungsmittel enthalten, die über die Nasenschleimhäute vom Körper aufgenommen werden können. Wenn dabei ein weißes Pulver aus Cellulose als Basisstoff verwendet wird, ist es möglich, dieses in jeder gewünschten Farbe mittels für Lebensmittel zugelassener Farbstoffe oder auch farbigen Aromastoffen oder Pflanzenextrakten leicht einzufärben. Andererseits ist das Genußgefühl beim Schnupfen des Schnupfpulvers in gleicher Weise gegeben wie beim Schnupftabak oder sonstigen Schnupfpulvern, deren Grundbestandteile bereits die Aromastoffe beinhalten und diese freisetzen und über die Nasenschleimhäute an den Körper abgeben.

Es hat sich gezeigt, dass das Schnupfpulver besonders verträglich ist und nicht süchtig macht, da es kein Nikotin enthält, wodurch auch keine Gefahr besteht, an Krebs durch Nikotingenuss zu erkranken. Ferner besteht keine Verpflichtung zur Anbringung eines entsprechenden Warnhinweises auf der Packung. Es findet bei Verwendung von weißem Ausgangspulver auch kein dunkles Verfärben der Nasenschleimhaut wie beim Schnupftabakgenuss statt. Der Genuss des Pulvers erfrisch und belebt, darüber hinaus enthält das Schnupfpulver keine Pflanzenschutzmittel, die im Tabak zweifellos vorhanden sind. Der Feuchtigkeitsgehalt des Schnupfpulvers sollte ca. 30 % nicht übersteigen.

Vorteilhafte Mischungen und Zusätze sind in den Unteransprüchen im einzelnen angegeben.

Nachfolgend sind einige Rezepturen beispielhaft angegeben:

Die Erfindung ist nicht auf diese Rezepturen beschränkt; dem Fachmann eröffnen sich nach der Lehre der Erfindung verschiedenste Zusammensetzungen des Schnupfpulvers.


Anspruch[de]
  1. Schnupfpulver als Schnupftabakersatz frei von Tabak und Nikotin für die Verabreichung direkt in die Nase, mindestens enthaltend – zerriebene oder gemahlene, hochreine als Lebensmittelzusatz geeignete Cellulose 15 bis 65 Gew.-%; – Paraffine 10 bis 25 Gew.-%; – gesättigte Kochsalzlösung bis 20 Gew.-%; – einen färbenden Pflanzenextrakt; – Aromastoffe und/oder – ätherische Öle,
    wobei der Feuchtigkeitsgehalt auf 10 bis 30 Gew.-% eingestellt ist.
  2. Schnupfpulver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es einen färbenden Pflanzenextrakt in einem Anteil von 0,5 bis 4 Gew.-% enthält.
  3. Schnupfpulver nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es eine färbende Ingredienz, insbesondere einen mit Zitronensäure oder Vitamin C stabilisierten Rote Bete-Extrakt in einem Anteil von 0,1 bis 4 Gew.-% und/oder einen Kurkuma-Extrakt in einem Anteil von bis zu 5 Gew.-% und/oder eine Chlorophyllverbindung und/oder einen grünen Pflanzenauszug, enthält.
  4. Schnupfpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Aromastoff, insbesondere Erdbeeraroma, in einem Anteil von 0,1 bis 1,5 Gew.-% enthält und/oder ein Zitronenöl in einem Anteil von 0,3 bis 4 Gew.-% enthält.
  5. Schnupfpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es natürliches oder künstliches Menthol in einem Anteil von 0,5 bis 4 Gew.-% enthält.
  6. Schnupfpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein ätherisches Öl, insbesondere Eukalyptusöl, in einem Anteil von bis zu 0,75 Gew.-% enthält.
  7. Schnupfpulver nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es Ammoniumchlorid in einem Anteil von bis zu 1 Gew.-% enthält.
  8. Schnupfpulver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Emulgator in einem Anteil von 0,5 bis 4 Gew.-%, vorzugsweise 1,5 Gew.-%, enthält.
  9. Schnupfpulver nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es als Emulgator Polysorbat 80 enthält.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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