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Dokumentenidentifikation DE102004014076B3 22.12.2005
Titel Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur sowie Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., 80686 München, DE;
Inco Ltd., Toronto, Ontario, CA
Erfinder Naumann, Dirk, Dr., Mississauga, Ontario, CA;
Böhm, Alexander, Dr.-Ing., 01728 Hänichen, DE;
Walther, Gunnar, Dipl.-Ing., 01309 Dresden, DE
Vertreter PFENNING MEINIG & PARTNER GbR, 01217 Dresden
DE-Anmeldedatum 19.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004014076
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse C22C 1/08
IPC-Nebenklasse B22F 3/11   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur sowie Verfahren zu seiner Herstellung, wobei gemäß der gestellten Aufgabe solche Metallschaumkörper zur Verfügung gestellt werden sollen, die einen erhöhten Oxidations- und/oder eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit erreichen. Bei den erfindungsgemäßen Metallschaumkörpern mit offenporiger Struktur sind für solche Metallschaumkörper herstellungsbedingt ausgebildete kanalförmige Hohlräume innerhalb von Stegen der offenporigen Struktur vorhanden. Stege und Hohlräume werden dabei mit einer metallischen Schutzschicht aus einem vom metallischen Ausgangswerkstoff des Schaumkörpers abweichenden Werkstoff versehen oder die kanalförmigen Hohlräume mit diesem Werkstoff ausgefüllt. Hierzu wird ein entsprechendes Metallpulver oder eine im Pulver enthaltende Legierungskomponente eingesetzt, das/die bei einer Wärmebehandlung unterhalb einer Temperatur, bei der das Metall des Basisschaumkörpers schmilzt, flüssig wird bzw. eine flüssige Phase bildet, eingesetzt. Infolge Kapillarkraftwirkung kann eine Benetzung der Oberflächen von kanalförmigen Hohlräumen innerhalb von Stegen erreicht werden, so dass sich nach einer Abkühlung eine metallische Schutzschicht bildet oder die kanalförmigen Hohlräume ausgefüllt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur sowie entsprechende Herstellungsverfahren.

Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur können auf unterschiedliche Art und Weise hergestellt werden, wobei eine wirtschaftliche Vorgehensweise prinzipiell auf zwei unterschiedlichen Wegen basiert.

In beiden Fällen wird ein poröses Strukturelement aus einem organischen Werkstoff eingesetzt, dessen jeweiligen Oberflächen mit einer metallischen Beschichtung versehen werden, wobei im Nachgang bei einer Wärmebehandlung die organischen Komponenten des Strukturelementes thermisch ausgetrieben werden.

So kann auf einem Wege z.B. eine galvanische Metallisierung auf den Oberflächen eines solchen offenporigen organischen Strukturelementes durchgeführt werden. Alternativ kann eine Abscheidung von Metallen auf der Oberfläche aus der Gasphase vollzogen werden (z.B. Ni).

Alternativ hierzu kann eine solche Metallschicht aber auch gemäß dem so genannten „Schwarzwalder-Verfahren" hergestellt werden. Dabei wird auf die Oberflächen der organischen Strukturelemente eine ein Metallpulver enthaltende Suspension/Dispersion aufgebracht und nachfolgend ein so vorbereitetes beschichtetes Strukturelement einer Wärmebehandlung unterzogen, bei der, wie bereits angesprochen, die organischen Komponenten ausgetrieben und eine Sinterung durchgeführt wird.

Herstellungsbedingt verbleiben aber kanalförmige Hohlräume in Stegen, die das tragende Gerüst metallischer Schaumkörper bilden, da an dieser Stelle vor der Wärmebehandlung die jeweilige organische Komponente den entsprechenden Raum ausgefüllt hatte.

Die Stege, als tragende Struktur eines entsprechenden Metallschaumkörpers haben aber offene Zugänge zur umgebenden Atmosphäre und die innerhalb der Stege ausgebildeten kanalartigen Hohlräume sind gegenüber den Umgebungsmedien (Atmosphäre) nicht 100%-ig fluiddicht abgeschlossen.

In Abhängigkeit der geeigneten Herstellungsverfahren können aber nicht alle Metalle bzw. Metalllegierungen für die Herstellung solcher offenporiger Metallschaumkörper eingesetzt werden und eine große Anzahl der geeigneten Metalle und Metalllegierungen neigt unter entsprechenden Bedingungen zu einer Oxidation oder es ermangelt ihnen an ausreichend hoher Korrosionsbeständigkeit. So sind entsprechend oxidierte oder auch korrodierte Oberflächen bei vielen Anwendungsfällen von metallischen offenporigen Schaumkörpern ohne einen zusätzlichen Schutz nicht geeignet und erreichen entweder schlechtere Eigenschaften oder es können bis zur Zerstörung führende Beeinträchtigungen auftreten.

Außerdem ist aus SU 1786165 A1 eine Lösung bekannt, bei der eine offenporige Faserstruktur, mit Fasern auf Kupferbasis elektrochemisch mit einer Nickel-Bor-Legierung beschichtet werden soll.

In GB 1289690 ist eine offenzellige Legierungsstruktur beschrieben, bei der die Stege einer solchen porösen Struktur aus einer Legierung gebildet oder mit einer solchen Legierung beschichtet sein sollen.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur zur Verfügung zu stellen, die einen erhöhten Oxidations- und/oder eine Korrosionsbeständigkeit erreichen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit Metallschaumkörpern, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweisen, gelöst. Sie können gemäß Patentanspruch 9 hergestellt werden. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen und Weiterbildungen der Erfindung können mit den in untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen erreicht werden.

Bei den erfindungsgemäßen Metallschaumkörpern mit offenporiger Struktur sind die herstellungsbedingt vorab ausgebildeten kanalförmigen Hohlräume innerhalb der Stege der jeweiligen offenporigen Struktur mit einer Schutzschicht an ihren inneren Oberflächen versehen oder die kanalförmigen Hohlräume können ganz, zumindest jedoch teilweise ausgefüllt sein. Die Schutzschicht bzw. eine Befüllung an/in kanalförmigen Hohlräumen ist dabei aus einem Werkstoff, der vom metallischen Ausgangswerkstoff des Schaumkörpers abweichend ist, gebildet.

Dadurch können nicht nur die im einleitenden Teil der Beschreibung erwähnten Nachteile bei Metallschäumen mit offenporiger Struktur, in denen in Stegen kanalförmige Hohlräume verblieben sind, beseitigt werden, sondern sie können auch entsprechend einfach und relativ kostengünstig hergestellt werden.

So wird bei der Herstellung erfindungsgemäßer Metallschaumkörper so vorgegangen, dass mit einem Binder und einem Metallpulver eine zur Beschichtung eines metallischen Basisschaumkörpers durchgeführt wird. Die Beschichtung soll dabei so erfolgen, dass nicht nur äußere Oberflächen eines jeweiligen Basisschaumkörpers beschichtet werden, sondern die Beschichtung auch in die einzelnen Poren erfolgt und die Mehrzahl der Stege mit dem Beschichtungsmaterial bedeckt ist.

Das eingesetzte Metallpulver wird dabei so ausgewählt, dass es unterhalb der Schmelztemperatur des Basisschaumkörperwerkstoffes, aus dem entsprechend auch die Stege gebildet sind, schmilzt oder zumindest eine im jeweiligen Metallpulver enthaltende Legierungskomponente eine flüssige Phase bildet.

Schmelze bzw. flüssige Phase gelangen dann infolge der Kapillarkraftwirkung durch Öffnungen/Poren der Stegwandungen in die kanalförmigen Hohlräume und benetzen dabei deren innere Oberfläche. Diese wird mit der Schmelze bzw. flüssigen Phase überzogen und daraus eine Schutzschicht auf der inneren Oberfläche kanalförmiger Hohlräume in Stegen ausgebildet oder die kanalförmigen Hohlräume werden damit befüllt.

Nach einer Abkühlung und Erstarren von Schutzschicht bzw. Befüllung liegt ein erfindungsgemäßer metallischer Schaumkörper vor, der nach wie vor eine offenporige Struktur mit verbesserten Eigenschaften, was insbesondere seine Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit betrifft, aufweist.

Bei einer geeigneten Auswahl einer Metallpulverzusammensetzung und entsprechender Paarung zum jeweiligen Metall des Basisschaumkörpers können aber auch innerhalb der kanalförmigen Hohlräume zumindest an Grenzflächen zum Stegwerkstoff intermetallische Phasen oder Mischkristalle oder ein solcher Metallschaumkörper im Ganzen gebildet werden.

Die Erfindung kann bei unterschiedlichen Basisschaumkörpern angewendet werden. So können beispielsweise Metallschaumkörper aus Nickel mit offenporiger Struktur beim erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren in Verbindung mit Metallpulvern einer Nickel-Basislegierung, einer Aluminium-Basislegierung oder einem Aluminiumpulver eingesetzt werden, aus denen dann die Schutzschichten bzw. Befüllungen innerhalb der kanalförmigen Hohlräume gebildet werden können.

Bei Basisschaumkörpern aus Eisen können sowohl Metallpulver von Nickel-Basislegierungen, Aluminium-Basislegierungen oder reines Aluminiumpulver eingesetzt werden.

Es können aber auch Kupfer bzw. Kupferlegierungen für Schutzschichten bzw. die Befüllung eingesetzt werden.

In Nickel- und Aluminium-Basislegierungen sollte der Anteil an Nickel und Aluminium jeweils mindestens 40 Masse-% betragen. Als weitere Legierungselemente können Eisen, Kobalt, Kohlenstoff, Niob, Silizium, Nickel, Kupfer, Titan, Chrom, Magnesium, Vanadium und/oder Zinn enthalten sein.

Bei Basisschaumkörpern aus Kupfer ist ein Metallpulver einer Zinn-Basislegierung zu bevorzugen, bei der der Anteil an Zinn mindestens 50 Masse-% betragen sollte. Als zusätzliche Legierungselemente können in einer Zinn-Basislegierung Blei, Nickel, Titan, Eisen und/oder Mangan enthalten sein.

Es sollte ein metallischer Basisschaumkörper für die Herstellung erfindungsgemäßer Metallschaumkörper eingesetzt werden, bei dem die freien Querschnitte der kanalförmigen Hohlräume innerhalb von Stegen kleiner als 30% der mittleren Porengröße des jeweiligen Basisschaumkörpers aber maximal 1000 &mgr;m im Innendurchmesser sind. Mit einer solchen Dimensionierung der freien Querschnitte von kanalförmigen Hohlräumen können ausreichend große Kapillarkräfte für das Einführen mit Benetzung von Schmelze bzw. flüssiger Phase in die kanalförmigen Hohlräume gesichert werden.

Bei der Herstellung erfindungsgemäßer metallischer Schaumkörper sollte die Beschichtung mit mindestens einem Binder und dem mit dem jeweiligen ausgewählten Metallpulver in dem offenporigen Basisschaumkörper aufgebracht werden, wobei dies durch Pressen und/oder durch Versetzen des Basisschaumkörpers in Schwingungen (Vibration) unterstützt werden kann.

Die Beschichtung kann außerdem innerhalb eines abgeschlossenen Behältnisses durchgeführt werden, in dem der darin herrschende Innendruck reduziert worden ist.

Insbesondere bei einem Basisschaumkörper aus Nickel besteht die Möglichkeit vor der Durchführung der Wärmebehandlung eine Verformung des Basisschaumkörpers vorzunehmen, was bei einem Nickel-Schaumkörper relativ einfach durchgeführt werden kann. Ein beschichteter in die jeweilige Form gebrachter Nickel-Schaumkörper kann dann entsprechend wärmebehandelt werden, um die Schutzschichten innerhalb der kanalförmigen Hohlräume auszubilden bzw. die kanalförmigen Hohlräume zu befüllen.

Eine vorab durchgeführte Formgebung ist insbesondere unter dem Aspekt bedeutsam, dass mittels einer erfindungsgemäß eingesetzten Nickel-Basislegierung auch eine deutlich erhöhte mechanische Festigkeit erreicht werden kann.

Bei der erfindungsgemäßen Herstellung von Metallschaumkörpern mit offenporiger Struktur kann vor Beendigung der Wärmebehandlung auch eine Entfernung überschüssiger noch flüssiger Schmelze bzw. flüssiger Phase durchgeführt werden, so dass die Ausgangsporosität des jeweils eingesetzten Basisschaumkörpers, wenn überhaupt, nur in geringem Maße reduziert wird.

Im Nachgang zur Ausbildung von Schutzschichten bzw. Befüllung kanalförmiger Hohlräume kann eine erneute Beschichtung eines so erhaltenen Metallschaumkörpers mit einem Binder und einem Metallpulver durchgeführt werden, wobei besonders vorteilhaft ein Metallpulver eingesetzt werden kann, das aus einem anderen Metallpulver, als das, welches für die Ausbildung von Schutzschichten oder die Befüllung eingesetzt worden ist. Das hierfür eingesetzte Metallpulver kann ein anderes Metall sein, aber auch eine anders zusammengesetzte Metalllegierung aufweisen.

Durch ein solches Vorgehen kann die verbliebene Oberfläche, insbesondere die inneren Oberflächen der jeweiligen Poren zusätzlich modifiziert bzw. beschichtet werden.

Bei der Wärmebehandlung kann in allen Fällen mit einer Schutzgas- bzw. aber auch mit einer reduzierenden Atmosphäre gearbeitet werden. Eine oxidierende Atmosphäre kann für eine gezielte Voroxidation der Proben zum Ende des Prozesses gewählt werden.

Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft näher erläutert werden.

Beispiel 1

Ein Basisschaumkörper aus Nickel, dessen Porosität im Bereich zwischen 92 und 96 % lag, wurde in eine 1 %-ige wässrige Lösung von Polyviylpyrrolidon eingetaucht. Nach dem Eintauchen erfolgte ein Zusammenpressen gegen eine saugfähige Unterlage, so dass überschüssiger Binder aus Poren entfernt werden konnte und lediglich eine Benetzung der äußeren Oberflächen der Stege der offenporigen Schaumstruktur erreicht wurde. Der so beschichtete Nickel-Basisschaumkörper wurde in Vibration versetzt und mit einem Metallpulver einer Nickel-Basislegierung, mit folgender Zusammensetzung und einer mittleren Partikelgröße von 35 &mgr;m:

56,8 Masse-% Nickel,

0,1 Masse-% Kohlenstoff,

22,4 Masse-% Chrom,

10,0 Masse-% Molybdän,

4,8 Masse-% Eisen,

0,3 Masse-% Kobalt,

3,8 Masse-% Niob und

1,8 Masse-% Silizium

beschichtet, so dass die Metallpulverpartikel an den äußeren Oberflächen der Stege, diese nahezu vollflächig überdeckend, anhaften konnten.

Der so vorbereitete Nickel-Basisschaumkörper wurde einer Verformung unterzogen, so dass auf der Metallschaumstruktur eine zylinderförmige Gestalt erhalten werden konnte.

Im Nachgang der Formgebung, bei dem die Metallpulverpartikel nach wie vor mittels des Binders an den Oberflächen anhaften blieben, wurde eine Wärmebehandlung in einer Wasserstoffatmosphäre durchgeführt. Die Erwärmung erfolgte mit einer Heizrate von 5 K/min. Im Bereich von 300 bis 600 °C wurde der Binder ausgetrieben, wobei hierfür eine Haltezeit von ca. 30 min eingehalten worden ist. Nachfolgend an diese Haltezeit wurden die Temperaturen auf 1220 bis 1380 °C erhöht und eine Haltezeit von 30 min innerhalb dieses Temperaturintervalls eingehalten.

Dabei konnte eine flüssige Phase aus dem eingesetzten Metallpulver gebildet werden. Die flüssige Phase konnte durch Poren oder andere Öffnungen innerhalb der Stegwandungen in die in den Stegen angeordneten kanalförmigen Hohlräume eindringen und durch Kapillarkraftwirkung eine Benetzung der jeweiligen Innenwandungen von kanalförmigen Hohlräumen in den Stegen erreicht werden, was nach der Abkühlung zur Ausbildung einer Schutzschicht auf den inneren Oberflächen kanalförmiger Hohlräume in den Stegen führte.

Der fertige Metallschaumkörper wies im Nachgang noch eine Porosität von ca. 91% auf und erreichte gegenüber dem Ausgangsnickel-Basisschaumkörper eine deutlich erhöhte Oxidationsbeständigkeit an Luft bei Temperaturen bis hin zu 1050 °C. Er verfügte gegenüber einem reinen Nickel-Schaumkörper mit offenporiger Struktur auch über deutlich verbesserte mechanische Eigenschaften, wie beispielsweise Kriechbeständigkeit, Zähigkeit und Festigkeit, was sich insbesondere bei auf diesen wirkenden dynamischen Belastungen günstig auswirkte. Der so hergestellte Metallschaumkörper konnte in bestimmten Grenzen auch noch verformt werden, wobei bestimmte Biegeradien beachtet werden sollten.

Beispiel 2

Ein Basisschaumkörper aus Nickel mit einer Porosität im Bereich zwischen 92 und 96 % wurde an seinen äußeren Oberflächen mechanisch durch Schleifen bearbeitet, so dass zusätzliche Öffnungen an kanalförmigen Hohlräumen von Stegen geschaffen worden sind. Ein so vorbereiteter Schaumkörper wurde im Anschluss daran in eine 1%-ige wässrige Lösung aus Polyvinylpyrrolidon, als Binder eingetaucht und nachfolgend gegen eine saugfähige Unterlage gepresst, um überschüssigen Binder aus den Poren zu entfernen. Dabei sollte eine Benetzung der Stegoberflächen innerhalb von Poren gewährleistet bleiben.

Der so vorbereitete mit Binder beschichtete Nickel-Schaumkörper wurde mit einer Aluminiumpulvermischung beaufschlagt. Das Aluminiumpulver bestand aus 1 Masse-% Aluminiumpulver mit flittriger Partikelform (mit einer mittleren Partikelgröße kleine 20 &mgr;m) und 90 Masse-% Aluminiumpulver mit kugeliger Partikelform (mit einer mittleren Partikelgröße kleiner 100 &mgr;m), die vorab über einen Zeitraum von 10 min in einem Rührwerk trocken vermischt worden sind.

Die Beschichtung der vom Binder benetzten Oberfläche mit dem Aluminiumpulvergemisch erfolgte in einer Vibrationseinrichtung, so dass das Aluminiumpulver gleichmäßig innerhalb der offenporigen Struktur verteilt werden konnte und zumindest die äußeren Oberflächen von Stegen mit Aluminiumpartikeln bedeckt worden sind. Die Offenporigkeit der Struktur wurde im Wesentlichen beibehalten.

Der so vorbereitete Nickel-Basisschaumkörper konnte wiederum vor Durchführung einer Wärmebehandlung in eine entsprechende Form gebracht werden, die dann auch nach der Wärmebehandlung im Wesentlichen beibehalten worden ist.

Die Wärmebehandlung erfolgte in einer Stickstoffatmosphäre, wobei wiederum eine Heizrate von 5 K/min für die Entbinderung bei Temperaturen im Bereich zwischen 300 und 600 °C bei einer Haltezeit von 30 min eingehalten und dann die letztendliche Wärmebehandlung zur Bildung von Nickelaluminid auch in den kanalförmigen Hohlräumen von Stegen innerhalb eines Temperaturfensters zwischen 900 und 1000 °C, bei einer Haltezeit von 30 min durchgeführt wurde.

Der so letztendlich hergestellte metallische Schaumkörper wies eine Porosität von ca. 91% auf, bestand zumindest nahezu vollständig aus Nickelaluminid und die kanalförmigen Hohlräume innerhalb der Stege waren vollständig ausgefüllt.

Der so hergestellte Metallschaumkörper erreicht eine Oxidationsbeständigkeit an Luft bei Temperaturen bis hin zu 1050 °C.

Beispiel 3

Ein Basisschaumkörper aus Eisen mit einer Porosität im Bereich zwischen 92 und 96 % wurde mit einem Binder und Aluminiumpulver gemäß Beispiel 2 vorbereitet und anschließend einer Wärmebehandlung in einer Wasserstoffatmosphäre unterzogen, wobei wiederum eine Heizrate von 5 K/min, bei gleichen Bedingungen für das Austreiben der organischen Komponenten und die letztendliche höhertemperaturige Wärmebehandlung in einem Temperaturbereich zwischen 900 und 1150 °C bei einer Haltezeit von 30 min eingehalten worden sind.

Nach Abkühlung erreichte der so hergestellte Metallschaumkörper eine Porosität von 91 %, bestand nahezu vollständig aus Eisenaluminid und die im Basiseisenschaumkörper vorab herstellungsbedingt vorhandenen kanalförmigen Hohlräume waren vollständig ausgefüllt. Der so hergestellte Metallschaumkörper war bis zu Temperaturen von 900 °C an Luft oxidationsbeständig.

Beispiel 4

Ein Basisschaumkörper aus Kupfer mit einer Porosität im Bereich zwischen 92 und 96 % wurde in eine 1%-ige wässrige Lösung von Polyviylpyrrolidon nach einer mechanischen Vorbehandlung, wie beim Beispiel 3, getaucht und anschließend überschüssiger Binder durch Pressen auf eine saugfähige Unterlage entfernt.

Der zumindest an Oberflächen von Stegen mit Binder benetzte Kupfer-Schaumkörper wurde in eine Vibrationseinrichtung eingesetzt und beidseitig mit einem Zinnpulver (mit einer mittleren Partikelgröße von 50 &mgr;m), das eine kugelige Partikelform aufwies, bestreut, um eine gleichmäßige Verteilung des Zinnpulvers innerhalb der offenporigen Struktur und insbesondere eine nahezu vollständige Bedeckung der äußeren Oberflächen von Stegen zu erreichen.

Im Nachgang hierzu erfolgte wieder eine Wärmebehandlung, bei der eine Entbinderung mit gleicher Heizrate und Haltezeit, wie bei den Beispielen 1 bis 3 und nachfolgend eine Temperaturerhöhung in den Bereich 600 bis 1000 °C mit einer Haltezeit von 1 h durchgeführt werden.

Im Nachgang an die Wärmebehandlung konnte ein Metallschaumkörper, der nahezu vollständig aus Zinnbronze bestand, erhalten werden, bei dem die kanalförmigen Hohlräume nahezu vollständig ausgefüllt waren. Gegenüber dem Ausgangsschaumkörper aus Kupfer konnte eine deutliche Erhöhung der mechanischen Festigkeit erreicht werden. Der fertige Metallschaumkörper erreichte noch eine Porosität von ca. 91 % und war in Grenzen unter Einhaltung bestimmter Biegeradien auch noch mechanisch verformbar.


Anspruch[de]
  1. Metallschaumkörper mit offenporiger Struktur, bei dem herstellungsbedingt ausgebildete kanalförmige Hohlräume innerhalb von Stegen der offenporigen Struktur mit einer metallischen Schutzschicht aus einem vom metallischen Ausgangswerkstoff des Schaumkörpers abweichenden Werkstoff versehen oder kanalförmige Hohlräume ausgefüllt sind.
  2. Metallschaumkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisschaumkörper aus Nickel hergestellt ist.
  3. Metallschaumkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisschaumkörper aus Eisen oder Kupfer hergestellt worden ist.
  4. Metallschaumkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht oder Befüllung mittels einer Nickel-Basislegierung gebildet ist.
  5. Metallschaumkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht oder Befüllung mittels Aluminium, einer Aluminium-Basislegierung oder aus einem Aluminid gebildet ist.
  6. Metallschaumkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht oder Befüllung mittels einer Zinn-Basislegierung gebildet ist.
  7. Metallschaumkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet; dass die Schutzschicht oder Befüllung mittels Kupfer oder einer Kupfer-Basislegierung gebildet ist.
  8. Metallschaumkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Querschnitte der kanalförmigen Höhlräume in den Stegen vor Ausbildung der Schutzschicht kleiner als 30 % der mittleren Porengröße des Basisschaumkörpers sind.
  9. Verfahren zur Herstellung von Metallschaumkörpern mit offenporiger Struktur, bei dem ein metallischer Schaumkörper, bei dem bedingt durch seine Herstellung innerhalb von Stegen kanalförmige Hohlräume vorhanden sind, mit einem Binder und einem Metallpulver beschichtet werden,

    dabei das Metallpulver oder mindestens eine im Metallpulver enthaltende Legierungskomponente bei einer Wärmebehandlung unterhalb einer Temperatur, bei der das Metall des Basisschaumkörpers schmilzt, flüssig wird oder eine flüssige Phase bildet, so dass mittels Kapillarkraftwirkung eine Benetzung der Oberflächen von kanalförmigen Hohlräumen innerhalb von Stegen erfolgt, und

    bei einer Abkühlung Oberflächen kanalförmiger Hohlräume innerhalb von Stegen mit einer metallischen Schutzschicht versehen oder die kanalförmigen Hohlräume ausgefüllt werden.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein offenporiger Basisschaumkörper aus Nickel mit einem Metallpulver einer Nickel- oder Aluminium-Basislegierung, in der Nickel oder Aluminium mit mindestens 40 Masse-% enthalten ist, eingesetzt werden.
  11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein offenporiger Basisschaumkörper aus Eisen mit einem Metallpulver aus Aluminium oder einer Aluminium-Basislegierung, in der Aluminium mit mindestens 50 Masse % enthalten ist, beschichtet wird.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im eingesetzten Metallpulver als weitere Legierungselemente Eisen, Kobalt, Kohlenstoff, Niob, Silizium, Nickel, Kupfer, Titan, Chrom, Magnesium, Vanadium und/oder Zinn enthalten sind.
  13. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein offenporiger Basisschaumkörper aus Kupfer mit einem Metallpulver einer Zinn-Basislegierung, in der Zinn mit mindestens 50 Masse-% enthalten ist, beschichtet wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zinn-Basislegierung in der zusätzlich Blei, Nickel, Titan, Eisen und/oder Mangan als Legierungselemente enthalten sind, eingesetzt werden.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der mit Binder beschichtete Basisschaumkörper vor der Wärmebehandlung gepresst und/oder in Vibration versetzt wird.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der beschichtete Basisschaumkörper vor der Wärmebehandlung einer definierten Formgebung unterzogen wird.
  17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Wärmebehandlung überschüssige Schmelze oder flüssige Phase aus offenen Poren entfernt wird.
  18. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an eine erste Wärmebehandlung, bei der Schutzschichten innerhalb kanalförmiger Hohlräume ausgebildet worden sind, eine weitere Beschichtung mit einem Binder und einem Metallpulver erfolgt und nachfolgend eine zweite Wärmebehandlung durchgeführt wird.
  19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Metallpulver mit vom für die Ausbildung der Schutzschichten oder die Befüllung innerhalb kanalförmiger Hohlräumen eingesetzten Metallpulver abweichender Konsistenz eingesetzt wird.
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