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Dokumentenidentifikation DE10016042B4 29.12.2005
Titel Ernte- oder Rodefahrzeug
Anmelder Holmer, Alfons, 84069 Schierling, DE
Erfinder Holmer, Alfons, 84069 Schierling, DE
Vertreter Patentanwälte Wasmeier, Graf, 93055 Regensburg
DE-Anmeldedatum 31.03.2000
DE-Aktenzeichen 10016042
Offenlegungstag 18.10.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse A01D 25/00
IPC-Nebenklasse A01D 33/08   A23N 1/02   A23N 12/02   C13C 1/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Ernte- oder Rodefahrzeug zum Ernten von Wurzelfrüchten, insbesondere Zuckerrüben gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Bekannt ist eine Vorrichtung zum Roden von Wurzelfrüchten (DE 29 38 439 A1), bei der die gerodeten und vom Kraut befreiten Wurzelfrüchte auf einer Reinigungsstrecke mit einem flüssigen Reinigungsmedium gereinigt werden. Das flüssige Reinigungsmedium wird aus dem aus dem Kraut sowie aus den mit dem Kraut abgeschlagenen Köpfen der Wurzelfrüchte gewonnen Saft ergänzt.

Bekannt ist weiterhin ein Ernte- und Verarbeitungsfahrzeug, welches zum Ernten und Verarbeiten von Heilpflanzen und Heilkräutern dient (DE 42 07 730 A1). Bei diesem bekannten Fahrzeug ist auf einem von einer Zugmaschine nachgezogenen Hänger u.a. auch eine Einrichtung vorgesehen, mit der das Erntegut entsaftet und dann als Saft in einem Container eingebracht wird.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Ernte-Fahrzeug aufzuzeigen, durch das zusätzliche Transportwege bei der üblichen Verarbeitung von Zuckerrüben vermieden werden können und bei dem das Transportvolumen vom Ernte- oder Rodeort zur Zuckerfabrik reduziert ist. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Ernte-Fahrzeug entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet.

Das Ernte-Fahrzeug gemäß der Erfindung eignet sich für den Einsatz beim Ernten von Zuckerrüben als Parzellenernter. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figur, die in vereinfachter Darstellung und in Seitenansicht ein selbstfahrendes Ernte- oder Rodefahrzeug für Zuckerrüben (Zuckerrübenerntemaschine) näher erläutert.

Das Ernte- oder Rodefahrzeug, das in der 1 allgemein mit 1 bezeichnet ist, besitzt einen Fahrzeugrahmen 2, der bei der dargestellten Ausführungsform zwei Achsen 3 und 4 mit jeweils zugehörigen Rädern 3' und 4' aufweist. Beide Achsen 3 und 4 sind angetrieben und wenigstens eine Achse ist lenkbar. An der Vorderseite des Rahmens 2 sind in bekannter Weise das Fahrerhaus 5 sowie eine Rodeeinrichtung 6 zum mehrreihigen Roden der Zuckerrüben 7 vorgesehen. Die Vorwärts-Fahrtrichtung des Ernte- oder Rodefahrzeugs 1 ist in der Figur mit dem Pfeil A angegeben.

Entgegen der Vorwärtsfahrtrichtung A schließt sich an die Rodeeinrichtung 6, die die übliche, dem Fachmann bekannte Ausbildung aufweist, und die einen vorauseilenden Schlegler 6' zum Abtrennen der Blätter der Zuckerrüben 7 besitzt, ein von wenigstens einem Siebband gebildeter Transporteur 8 an, mit welchem die gerodeten bzw. geernteten Zuckerrüben 7 unter der vorderen Achse 3 hindurch zu einer am Rahmen 2 vorgesehene Waschstrecke 9 gefördert werden, und zwar in der Förderrichtung B entgegen der Fahrtrichtung A.

An der Waschstrecke 9 erfolgt das Waschen bzw. Reinigen der Zuckerrüben 7 mit Hilfe von Wasser. Die Waschstrecke 9 ist bei der dargestellten Ausführungsform von einem Transporteur in Form einer Vorderschnecke 10 gebildet. Oberhalb des Transporteurs 10 ist entlang der Waschstrecke 9 eine Vielzahl von Wasseraustrittsdüsen 9' vorgesehen, die Wasserstrahlen unter Druck liefern, und zwar zum Reinigen der entlang der Waschstrecke 9 geförderten Zuckerrüben 7. Unterhalb der Waschstrecke 9 bzw. des dortigen Transporteurs 10 befindet sich ein Grobsieb bzw. Grobfilter 11, welches von den Zuckerrüben 7 beim Waschen entfernte grobe Bestandteile zurückhält. Da die Waschstrecke 9 in Förderrichtung B ansteigend angeordnet ist und auch das Grobfilter 11 eine entsprechende Neigung aufweist, gelangen diese groben Bestandteile an einen Auslaß 12, über den sie beispielsweise auf den Ackerboden 13 ausgebracht werden.

Unter dem Grobfilter 11 ist eine Einrichtung 14 zum Sammeln und zum Aufbereiten des Waschwassers vorgesehen. Das aufbereitete Waschwasser wird dann über eine Pumpe 15 und eine Leitung 16 an einen Tank 17 zurückgeführt, aus dem die Düsen 9' der Waschstrecke 9 über eine Druckpumpe 18 gespeist werden.

An die Waschstrecke 9 schließt sich in Förderrichtung B eine Schweidvorrichtung 19 an, in der die gereinigten Zuckerrüben 7 zu Schnitzeln verarbeitet werden, die dann an eine an den Ausgang der Schweidvorrichtung 19 angeschlossene Saftpresse 20 übergeben werden. Der in der Saftpresse 20 anfallende Zuckerrübensaft wird mittels der Pumpe 21 in einen Sammel- oder Saftcontainer 22 gepumpt. Die an der Saftpresse 20 ebenfalls anfallenden, ausgepressten Zuckerrübenrückstände werden entweder zum späteren Unterpflügen direkt auf den Ackerboden 13 ausgeworfen oder aber an ein mitgeführtes, nicht dargestelltes Fahrzeug überladen.

Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Anordnung so getroffen, daß ausgehend von dem Fahrerhaus 5 entgegen der Fahrtrichtung A auf dieses Fahrerhaus zunächst der Wassertank 17 und daran anschließend der Saftcontainer 22 folgen. Unter dem Wassertank 17 und dem Saftcontainer 22 befinden sich die Waschstrecke 9 und die Schneidvorrichtung 19. Zur Fahrzeugrückseite hin folgen dann auf die Schneidvorrichtung 19 sowie auch auf den Saftcontainer 22 die Saftpresse 20, hinter der Saftpresse 20 ist zur Fahrzeugrückseite hin der Antriebsmotor 23 (Dieselmotor) des Ernte-Fahrzeugs 1 vorgesehen.

Mit 24 ist eine Heizeinrichtung bezeichnet, die in der Verbindungsleitung zwischen der Saftpresse 20 und dem Saftcontainer 22 vorgesehen und die bei der dargestellten Ausführungsform als Durchlauferhitzer ausgeführt ist. Mit der Heizeinrichtung wird der Rübensaft auf eine Temperatur gebracht, die ausreicht, um im Rübensaft vorhandenen Keime abzutöten. Die Heizeinrichtung 24 wird beispielsweise zumindest teilweise von der Abwärme des Antriebsmotors 23 betrieben. Anstelle der Heizeinrichtung 24 oder aber zusätzlich zu dieser kann auch eine entsprechende Heizeinrichtung im Saftcontainer 22 vorgesehen sein, wie dies in der Figur mit 25 allgemein angedeutet ist.

Am Saftcontainer 22 ist selbstverständlich ein Auslaß vorgesehen, über den der im Container gesammelte Rübensaft für die weitere Verwendung abgelassen bzw. abgepumpt werden kann, beispielsweise auch durch Überladen an ein nicht dargestelltes Tankfahrzeug usw..

Eine Besonderheit des Ernte-Fahrzeugs 1 besteht auch noch darin, daß der im System befindliche Waschwasservorrat ergänzt wird, um damit die insbesondere durch Verschleppen mit den gewaschenen Zuckerrüben 7 verloren gegangenen Waschwassermengen zu ergänzen. Hierfür ist am Schlegler 6' eine Einrichtung 26, beispielsweise eine Presse oder Zentrifuge vorgesehen, mit der die entfernten Zuckerrübenblätter ausgepreßt werden. Der hierbei anfallende, hauptsächlich aus Wasser bestehende Blätter-Saft wird über eine Pumpe 27 und eine Leitung 28 dem Tank 17 zugeführt.

Das beschriebene Ernte-Fahrzeug 1 hat u.a. den Vorteil, daß an diesem Ernte-Fahrzeug bereits eine erste Stufe der üblichen Verarbeitung geernteter Zuckerrüben 7 durchgeführt wird, nämlich das Waschen, Schnitzeln Schneiden und Pressen, und daß die hierbei anfallenden Zuckerrübenrückstände vor Ort anfallen, d. h. dort, wo geerntet wird und diese Rückstände üblicherweise als Dünger durch Unterpflügen oder als Futtermittel verwertet werden, und somit u.a. auch zusätzliche Transportwege entfallen. Das erfindungsgemäße Ernte-Fahrzeug hat weiterhin u. a. auch den Vorteil, daß das Transportvolumen vom Ernte- oder Rodeort an eine Zuckerfabrik nur noch den Zuckerrübensaft umfaßt und somit wesentlich reduziert wird.

Das beschriebene Ernte-Fahrzeug 1 kann auch als sogenannter Parzellenernter ausgebildet sein, mit dem dann beispielsweise die auf einer bestimmten Fläche oder Parzelle geerntete bzw. gerodete Menge an Zuckerrüben, deren Zuckergehalt sowie Gehalt an weiteren Inhalt-Stoffen erfaßt werden. Hierfür ist das Ernte-Fahrzeug mit einer entsprechenden, in der Figur allgemein mit 29 bezeichneten Meß- und/oder Auswertelektronik 29 verbunden, die ihrerseits beispielsweise mit einer GPS (Global Positioning System)-Einheit 30 zusammenwirkt, um den jeweiligen genauen Standort des Ernte-Fahrzeugs 1 zu erfassen. Weiterhin wirkt die Elektronik 29 mit Sensoren zusammen, die an geeigneten Stellen des vorbeschriebenen Systems vorgesehen sind und u.a. das Gewicht der geernteten Zuckerrüben 7, insbesondere auch bezogen auf die jeweils abgeerntete Fläche, die gewonnene Menge an Zuckerrübensaft, den Zuckergehalt sowie eventuell der Gehalt an weiteren Inhaltsstpoffen der geernteten Zuckerrüben 7 bzw. des Zuckerrübensaftes erfassen.

Das Rübengewicht wird beispielsweise durch eine Wiegeeinrichtung 31 erfaßt, die am Übergang zwischen dem Siebband 8 und der Waschstrecke 9 vorgesehen ist. Die gewonnene Menge an Zuckerrübensaft wird beispielsweise mit einem Sensor 32 in der Verbindungsleitung zwischen der Saftpresse 20 und dem Container 22 erfaßt, wobei der Sensor 32 beispielsweise ein Durchflußmesser ist, z.B. ein induktiv arbeitender Durchflußmesser ohne bewegliche Elemente. Die Erfassung des Gehalts an Zucker sowie an weiteren Bestandteilen erfolgt beispielsweise ebenfalls durch einen Sensor in der Verbindungsleitung zwischen der Saftpresse 20 und dem Container 22, und zwar bezogen auf die der Schneidmaschine zugeführte Menge an Zuckerrüben. Bei der dargestellten Ausführungsform weist die Schneidvorrichtung 19 einen zweiten Ausgang auf, der eine gewisse Menge an sehr fein zerkleinerter Zuckerrübe liefert und der mit einer Sensor- oder Meßeinrichtung 33 verbunden ist, in der dann der Gehalt an Zucker sowie an weiteren Bestandteilen dieser Zuckerrübenmasse unter Berücksichtigung auch des Gewichts dieser Masse gemessen werden. Die Sensoren 3133 wirken selbstverständlich mit der Elektronik 29 zusammen.

Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht sich, daß zahlreiche Änderungen sowie Ergänzungen möglich sind, ohne daß dadurch der der Erfindung zugrunde liegende Erfindungsgedanke verlassen wird. So ist es beispielsweise auch möglich, das Ernte-Fahrzeug so auszubilden, daß der Container zum Sammeln des Rübensaftes austauschbar ist, so daß ein jeweils voller Container vom Ernte-Fahrzeug abgenommen und durch einen leeren Container ersetzt werden kann und damit ein Umladen oder Umpumpen des gesammelten Rübensaftes vor Ort nicht erforderlich ist.

Weiterhin ist es auch möglich, anstelle eines Saftcontainers 22 mehrere Container vorzusehen. Anstelle der Wiege-Einrichtung 31 können auch andere Mittel zum Erfassen des Rübengewichtes vorgesehen sein, beispielsweise durch Messung der von der geförderten Rübenmenge abhängigen Antriebsleistung für den Transporteur 10.

1Ernte-Fahrzeug 2Fahrzeugrahmen 3, 4Achse 3', 4'Rad 5Fahrerhaus 6Rodevorrichtung 6'Schlegler 7Zuckerrübe 8Siebwand 9Waschstrecke 9'Wasseraustrittsdüsen 10Transporteur 11Grobfilter 12Auslaß 13Ackerboden 14Wasseraufbereitungseinrichtung 15Pumpe 16Leitung 17Wassertank 18Pumpe 19Schneidvorrichtung 20Saftpresse 21Saftpumpe 22Saftcontainer 23Antriebsmotor 24, 25Heizeinrichtung 26Blattpresse 27Pumpe 28Leitung 29Elektronik 30GPS-Einrichtung 31Wiege-Einrichtung 32, 33Sensor

Anspruch[de]
  1. Ernte- oder Rodefahrzeug zum Roden von Wurzelfrüchten, insbesondere Zuckerrüben (7), mit einer an der Vorderseite eines Fahrzeugrahmens (2) vorgesehenen Rodeeinrichtung (6) und mit einer an die Rodeeinrichtung (6) anschließenden Förderstrecke (8) für die geernteten Wurzelfrüchte, wobei am Fahrzeugrahmen (2) wenigstens eine Entsaftereinrichtung (19, 20) zum Gewinnen eines Saftes aus Erntegut vorgesehen ist, sowie mit einer Wascheinrichtung (9) zum Reinigen der geernteten Wurzelfrüchte (7) mit wenigstens einem Reinigungsmedium, insbesondere mit Wasser,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Entsaftereinrichtung (19, 20) zum Gewinnen des Wurzelsaftes aus den gerodeten und geköpften Wurzelfrüchten (7) dient,

    daß in Förderrichtung der Wurzelfrüchte (7) vor der Entsaftereinrichtung (19, 20) die Wascheinrichtung (9) vorgesehen ist,

    daß am Fahrzeugrahmen (2) zur Aufnahme des Wurzelfruchtsaftes wenigstens ein Container (22) vorgesehen ist, und

    daß zur Verwendung des Erntefahrzeugs als Parzellenernter Sensoren (31, 32, 33) zur Erfassung des Gewichtes der geernteten Wurzelfrüchte und/oder der Menge an erzeugtem Wurzelfruchtsaft und der Inhaltsstoffe und ggf. deren Menge vorgesehen sind.
  2. Ernte-Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wascheinrichtung eine Waschstrecke (9) ist, die sich unterhalb des Saftcontainers (22) in Fahrzeuglängsrichtung erstreckt.
  3. Ernte-Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch wenigstens eine Heizeinrichtung (24, 25) zum Erhitzen, vorzugsweise zum Sterilisieren des gewonnenen Wurzelfruchtsaftes.
  4. Ernte-Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Gewinnung des Wurzelfruchtsaftes wenigstens eine Schneidvorrichtung (19) zum Zerkleinern oder Zerschneiden der Wurzelfrüchte (7) und/oder wenigstens eine Saftpresse (20) aufweist.
  5. Ernte-Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen geschlossenen Kreislauf für das Reinigungsmedium mit einer Einrichtung (14) zur Aufbereitung des Reinigungsmediums.
  6. Ernte-Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Vorratstank (17), vorzugsweise durch einen in dem Reinigungsmediumkreislauf enthaltenen Vorratstank für das Reinigungsmedium.
  7. Ernte-Fahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (26) zur Ergänzung der Reinigungsflüssigkeit aus der Blattflüssigkeit der beim Roden entfernten Blätter der Wurzelfrüchte (7).
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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