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Dokumentenidentifikation DE10048178B4 29.12.2005
Titel Verfahren zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion, und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Kuhne Anlagenbau GmbH, 53757 Sankt Augustin, DE
Erfinder Schlösser, Helmut, 53343 Wachtberg, DE;
Schief, Herman-Josef, 53359 Rheinbach, DE
Vertreter Kuhnen & Wacker Patent- und Rechtsanwaltsbüro, 85354 Freising
DE-Anmeldedatum 28.09.2000
DE-Aktenzeichen 10048178
Offenlegungstag 11.04.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse B29C 47/88
IPC-Nebenklasse B29C 47/90   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion, wonach der Soll-Durchmesser des Schlauches beim Abkühlen in einem Kühlmittel durch Abstützungen entsteht, gegen die sich der Schlauch infolge eines Unterdrucks des Kühlmittels anpreßt.

Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

In der deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 ist eine Vorrichtung zur intensiven Kühlung dünner thermoplastischer Schläuche nach der Extrusion einer Thermoplastschmelze in einem Formwerkzeug beschrieben, bei der die amorphe Struktur des Thermoplasten aus der Schmelz erhalten bleibt.

Weiterhin ist aus der WO 99/64219 A1 ein Verfahren zum Abkühlen dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion bekannt geworden, wobei der Solldurchmesser des Schlauches beim Abkühlen in einem Kühlmittel durch Abstützungen entsteht, gegen die sich der Schlauch infolge eines Unterdrucks des Kühlmittels anpresst und wobei der noch plastische Schlauch in einem Kühlmittelbecken durch einen Führungsring geführt wird.

Derartige Schläuche werden nach einer biaxialen Verstreckung für die Verpakkung von Lebensmitteln, beispielsweise als Wursthüllen, verwendet. Die Abmessungen der Schläuche liegen bei der im Beispiel genannten Anwendung zwischen 8 und 300 mm ∅ bei Wanddicken zwischen 0,1 und 1 mm. Geeignete thermoplastische Werkstoffe hierfür sind u.a. die Thermoplaste Polyamid 6 und 6.6, PP,HDPE, LLDPE aber auch thermoplastische Elastomere.

Für die spätere Weiterverarbeitung ist es wichtig, daß während der Herstellung die maßliche Genauigkeit des Schlauchdurchmessers bis auf zehntel Millimeter genau eingehalten wird.

Nach der Abkühlung werden diese Schläuche üblicherweise zwischen einem Abzugswalzenpaar flachgelegt. Die Einzugsgeschwindigkeit in die Walzen liegt dabei über der Geschwindigkeit der Extrusion. Durch die damit verbundene Verstreckung schnürt sich der Schlauch vor der Kühlvorrichtung ein.

Von dem fertigen Schlauch wird eine Durchmesserkonstanz bis auf zehntel Millimeter gefordert. Die Breite des zusammengelegten Schlauchs muß über die Länge konstant bleiben. Dies ist für die Weiterverarbeitung wichtig Im Gegensatz zu der Kühleinrichtung nach der Erfindung können die bisher bekanntgewordenen Kühleinrichtungen diese Forderung nicht erfüllen. Schwankungen im Durchmesser des Schlauchs verstärken sich beim biaxialen Recken um das Mehrfache. Dies führt dann zwangsläufig zu Störungen bei der Verwendung der Schläuche als Verpackungen z.B. beim Befüllen der Schläuche mit Lebensmitteln, bei denen eine Gewichtskonstanz eingehalten werden muß.

Bei einem Verfahren, Rohre aus thermoplastischen Werkstoffen in einem Extruder zu plastifizieren und mittels eines Formwerkzeugs auszuformen, wird das Rohr horizontal extrudiert und in einem Wasserbad abgekühlt. Ein Beispiel für eine solche Extrudieranlage mit intensiv gekühlter Kalibierhülse ist aus der DE 44 21 664 A1 bekannt. Dort ist ein Verfahren zum Abkühlen eines horizontal extrudierten Kunststoffrohres diskutiert, bei dem das horizontal extrudierte Rohr durch einen Kühlring und anschließend durch eine Kalibrierhülse geführt wird.

Bei dünnen Schläuchen entsprechend der Aufgabenstellung ist eine horizontale Fertigung nicht möglich. Auch bei einer Verwendung von Unterstützungen für den Schlauch im Wasserbad hängen die Schläuche infolge ihrer Wanddicke von nur 0,1 bis 1 mm durch und verformen sich. Nach diesem Verfahren können dünne biaxial verstreckte Schläuche als Verpackung für Lebensmittel in der oben genannten Art nicht verwendet werden.

Nach einem anderen Verfahren werden dünnwandige Schläuche vertikal extrudiert. Der in einem Formwerkzeug extrudierte Schlauch senkt sich zum Abkühlen in einen Behälter mit stillstehendem Wasser durch das der Schlauch hindurchgeführt wird.

Dies führt jedoch dazu, daß der auf dem Schlauch lastende Druck des Kühlwassers den Schlauch deformiert.

Aus diesem Grund wird in einer anderen bekanntgewordenen Ausführung das Innere des Schlauchs bis zur Höhe des Kühlwasserspiegels mit einem mittelviskosen Öl gefüllt. Dieses Öl gibt dann den notwendigen Gegendruck, um eine Verformung des Schlauchs zu verhindern.

Nach dem Abkühlen wird der Schlauch zwischen einem Abzugswalzenpaar zusammengelegt, das gleichzeitig bis auf einen Rest das Öl im Schlauch zurückhält. Der Rest des Öls verbleibt als dünner Film auf der Innenwand des Schlauchs. Das dadurch fehlende Öl muß bis zur Höhe des Kühlwasserspiegels wieder nachgefüllt werden. Dies steuert ein Sensor, der intermittierend eine Pumpe einschaltet. Die damit verbundenen geringen Druckschwankungen reichen aus, um Schwankungen im Durchmesser des Schlauchs zu bewirken. Infolgedessen hat auch der flachgelegte Schlauch eine unterschiedliche Breite.

Diese Schwankungen in der Breite des Schlauchs, die sich bei der folgenden biaxialen Verstreckung noch um ein Mehrfaches vergrößern, schränken den Einsatz des Schlauchs für Verpackungen der oben genannten Art ganz wesentlich ein.

Dazu kommt noch ein weiterer Nachteil. Der auf der Innenseite des Schlauchs haftend bleibende Ölfilm bereitet fertigungsmäßig Schwierigkeiten bei der Ablängung des Schlauchs durch Quernähte. Das Verbinden des Thermoplasten durch Heißversiegeln, bzw. durch HF-Verschweißen stört die Ölreste empfindlich. (Wasser als Gegendruckmittel ist nicht möglich, da es im Schlauch bei der ersten Abkühlung und beim Versiegeln zu einer Dampfbildung kommt.)

Alle diese Nachteile werden durch die Kühlvorrichtung gemäß dem genannten älteren Vorschlag vermieden. Gemäß diesem älteren Vorschlag wandert der im Extrusionsformwerkzeug vertikal extrudierte Schlauch zur Abkühlung in die Kühlvorrichtung zunächst ohne Wandberührung. Danach durchläuft der Schlauch Abstützungen, gegen die er sich infolge eines Differenzdrucks zwischen dem Inneren des Schlauchs und dem Kühlmittel anpreßt. Der Durchmesser der Abstützungen bestimmt den Durchmesser des abzukühlenden Schlauchs. Beispielsweise entsteht ein Überdruck im Schlauch durch eine Verbindung vom Inneren des Schlauchs durch das Formwerkzeug hindurch zur Außenluft, während das Kühlmittel – in der Regel Wasser – in einem Kühlmittelbehälter unter Unterdruck steht. Infolge dieser Druckdifferenz dehnt sich der Schlauch bei der Abkühlung während seiner plastischen Phase aus, bis diese Aufweitung durch die Abstützungen begrenzt wird. Die Abstützungen haben entweder einen rechteckförmigen Querschnitt, wobei die Seite, gegen die sich der Schlauch abstützt, eine Dicke zwischen 1 und 5 mm hat, oder der Querschnitt ist rund mit einem Durchmesser zwischen 3 und 10 mm.

Der Unterdruck im Kühlmittelbehälter beträgt beispielsweise 20 bis 30 mm WS (2 bis 3 mbar) statischer Unterdruck. Bei Wanddicken zwischen 0,5 und 0,7 mm ist dieser Unterdruck ausreichend. Bei anderen Abmessungen oder bei extrem zähplastischen Thermoplasten kann der erforderliche Differenzdruck auch bis 100 mm WS (10 mbar) betragen. Dies gilt auch für Abstützungen, deren Abstände voneinander etwa zwischen 10 und 15 mm liegen. Der Differenzdruck zwischen innerhalb und außerhalb des Schlauchs ist nur so groß, daß der Schlauch zwar gegen die Abstützungen gedrückt wird, aber noch ein Flüssigkeitsfilm zwischen Schlauch und Abstützung erhalten bleibt, der ein Ankleben des Schlauchs an den Abstützungen verhindert.

Die Einführung des nach der Extrusion im Formwerk noch plastischen Schlauchs in die unter Unterdruck stehende Kühlflüssigkeit ist ein wesentlicher Punkt dieses älteren Vorschlags. Er wird dadurch gelöst, indem der Schlauch zunächst ohne Wandberührung in die obere Öffnung des Kühlmittelbehälters hineingezogen wird. In einem flachen Becken mit einer Öffnung für den Schlauch befindet sich Kühlflüssigkeit unter Atmosphärendruck. Unter dem Einfluß des Unterdrucks des Kühlmittels im Kühlmittelbehälter wird das unter Atmosphärendruck stehende Kühlmittel in den Kühlmittelbehälter hineingesaugt. Nach einer ersten Abkühlphase gelangt der Schlauch, von abgerundeten Lippen geführt, zusammen mit der Kühlflüssigkeit in den unteren Teil der Kühlvorrichtung.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erhöhen der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der der Kühlwirkungsgrad wesentlich verbessert ist, um dadurch die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit zu schaffen.

Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 5 gelöst.

Ausgehend von dem Verfahren zum Erhöhen der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion der eingangs genannten Art wird der noch plastische Schlauch in einem Kühlmittelbecken durch einen Führungsring, danach durch eine Führungsbuchse und anschließend durch ein Kühlrohr geführt wird.

In vorteilhafter Weise wird der Schlauch dabei durch ein Kühlrohr geführt, welches eine Anzahl von Bohrungen enthält.

Das Kühlmittel wird zweckmäßigerweise über einen die Führungsbuchse umschließenden ringförmigen Hohlraum zugeführt. Das Kühlmittel wird von diesem ringförmigen Hohlraum aus Bohrungen zugeführt, die umfangsmäßig verteilt in der Führungsbuchse ausgebildet sind.

Es hat sich herausgestellt, daß durch dieses Verfahren eine besonders wirksame effektive Vorkühlung des Schlauches erzielt werden kann, wodurch die Austraggeschwindigkeit des abzukühlenden Schlauches aus der Kühleinrichtung wesentlich erhöht werden kann.

Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß das die ringförmige Nut füllende Kühlmittel laufend über einen Zulaufkanal erneuert wird und die zugeführte Kühlmittelmenge über einen zweiten Kanal wieder abgeführt wird. Dadurch wird sichergestellt, daß das auf den Schlauch wirkende Kühlmittel immer eine möglichst niedrige Temperatur beibehält, so daß der Temperaturgradient zwischen Schlauch und Kühlmittel immer auf einem vergleichsweise hohen Wert gehalten werden kann. Die Wärmeabfuhr aus dem Schlauch wird dadurch wesentlich erhöht.

Das Kühlmittel, in das das Kühlrohr hineinragt, wird unter einen Unterdruck gesetzt, so daß der Schlauch über die genannten Bohrungen des Kühlrohres gegen die innere Kühlrohrwand gesaugt wird.

Auch kann das Kühlmittel im Kühlmittelbecken laufend über einen Zulauf erneuert werden, wobei die zugeführte Kühlmittelmenge per Überlauf abgeführt wird.

Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche nach deren Extrusion, um das zuvor erläuterte erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine vertikale Anordnung mit einem in einem Kühlmittelbecken angeordneten oberen Führungsring zur Einführung des zu kühlenden Schlauches in ein Kühlmittel, einer sich anschließenden Führungsbuchse und einem sich an die Führungsbuchse anschließenden Kühlrohr.

Sowohl die Führungsbuchse als auch das Kühlrohr sind in bevorzugter Weise mit radial verlaufenden Bohrungen ausgestattet, die umfangsmäßig gleichmäßig verteilt sein können.

Eine besonders wirksame Vorkühlung kann dadurch realisiert werden, daß die Führungsbuchse von einem ringförmigen Hohlraum umgeben ist, der mit einem Zuführkanal für das Kühlmittel verbunden ist.

Eine besonders einfache Konstruktion wird dadurch erreicht, daß die Außenwand des ringförmigen Hohlraums durch den Führungsring selbst gebildet ist, in dem der Zuführkanal für das Kühlmittel verläuft.

Ein problemloses Einführen des Schlauches in den Kühlbereich wird ferner dadurch begünstigt, daß die Schlaucheintrittsöffnung in dem Führungsring sich allmählich verjüngend ausgebildet ist.

In vorteilhafter Weise kann zur weiteren Erhöhung des Kühlwirkungsgrades in den sich verjüngenden Schlaucheintrittsbereich ein Kühlmittelzuführkanal einmünden.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann wie bei dem genannten älteren Vorschlag nach der Deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 die hiermit unter Bezugnahme voll mit einbezogen wird, eine Einrichtung zum Erzeugen einer Druckdifferenz zwischen dem Innenraum des Schlauches und dem das Kühlrohr umgebenden Außenraum vorgesehen sein, derart, daß auf den an der Innenwandfläche des Kühlrohres entlanggleitenden Schlauch über die Bohrungen in dem Kühlrohr eine radial nach außen gerichtete Saugkraft ausgeübt wird. Zu diesem Zweck erzeugt die den Differenzdruck bewirkende Einrichtung in dem Kühlmittel einen Unterdruck relativ zu dem im Inneren des Schlauches herrschenden Druck. Der Druck im Inneren des Schlauches kann in bevorzugter Weise auf Atmosphärendruck liegen.

Die vorliegende Erfindung kann mit sämtlichen Ausführungsformen des genannten älteren Vorschlages nach der deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 kombiniert werden.

Daher kann beispielsweise ein Wärmeaustausch in Kammern stattfinden, die unterhalb von dem Kühlrohr angeordnet sind, wobei die Kammern aus Scheiben mit einer dem Soll-Durchmesser des Schlauches entsprechenden Bohrung bestehen, die durch Distanzringe übereinander auf Abstand gehalten werden mit Zuführrohren, die Bohrungen für den Kühlmittelaustritt enthalten und Öffnungen in den Distanzringen für den Rückfluß in den Kühlmittelbehälter enthalten.

Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist ferner dadurch gekennzeichnet, daß sich in einem rohrförmigen Kühlmittelbehälter, der sich an das untere Ende des genannten Kühlrohres anschließt, eine Wendel befindet, deren Innendurchmesser dem Soll-Durchmesser des Schlauches entspricht, in dem rohrförmigen Kühlmittelbehälter das Kühlmittel um den Schlauch kreisförmig längs dem Schlauch fließt, wobei das Kühlmittel an einem Ende des Kühlmittelbehälters zugeführt und am anderen Ende abgeführt wird.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Hinweis auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine im Schnitt dargestellte Kühlvorrichtung mit Merkmalen nach der Erfindung; und

2 eine vergrößerte Schnittdarstellung des oberen Eintrittsendes der in 1 gezeigten Kühlvorrichtung.

Die in 1 im Schnitt gezeigte Kühlvorrichtung besteht aus einem oberen Abschnitt, der mehr in Einzelheiten in 2 dargestellt ist, und einem unteren Abschnitt, welcher einer Ausführungsform der genannten älteren deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 entspricht.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die vorliegende Erfindung nicht auf die in 1 gezeigte Ausführungsform beschränkt ist, sondern auch in Verbindung mit den Ausführungsformen gemäß den 2 bis 8 der genannten älteren deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 realisiert werden kann.

Gemäß der dargestellten Ausführungsform nach 1 erfolgt die Zufuhr und die Abfuhr von Kühlmittel für den unteren Abschnitt der Kühlvorrichtung über die Rohre 1 und 2. Der plastifizierte Schlauch "S" gelangt nach der Einschnürung in einen Kopfabschnitt 35 der Kühlvorrichtung mit einem Führungsring 36 innerhalb des Kühlmittelbeckens 37 mit einem Zulauf 38 (der Ablauf ist nicht dargestellt). Unterhalb des Kühlmittelbeckens (Wasserbeckens) 37 befindet sich ein Schlaucheinlaufbereich 39 (siehe 2), der sich in Richtung der Bewegung des Schlauches allmählich verjüngt. In diesen Schlaucheinlaufbereich 39 mündet der genannte Zulauf 38 seitlich ein. Unterhalb des Schlaucheinlaufbereiches besitzt der Kopfabschnitt 35 eine ringförmige Nut 40, in der eine Führungsbuchse 41 eingesetzt ist. Die Führungsbuchse 41 ist mit radial verlaufenden Bohrungen 42 ausgestattet, durch die das bei 43 zugeführte Kühlmittel hindurchströmen kann und dabei in direkte Berührung mit dem abzukühlenden extrudierten Schlauch gelangt. Unterhalb der Führungsbuchse 41 schließt sich ein Kühlrohr 44 an. Auch das Kühlrohr 44 ist mit radial verlaufenden Bohrungen 45 ausgestattet, die zweckmäßigerweise umfangsmäßig gleichmäßig verteilt angeordnet sind.

Der in 2 im Schnitt gezeigte Kopfabschnitt 35 mit der Führungsbuchse 41 und dem sich darunter anschließenden Kühlrohr 44 ist in eine obere Öffnung eines oberen Blocks 10 der Kühlvorrichtung eingesetzt.

Gemäß der Konstruktion nach 1 liegt der gesamte Kopfabschnitt 35 innerhalb eines Kühlmittelbeckens, mit dem Zulauf 11 und einem Ablauf 12, 13. Der plastifizierte Schlauch "S" gelangt nach der Einschnürung in den trichterförmigen Bereich 39 unter Mitnahme von Kühlmittel, das diesem trichterförmigen Bereich im Überschuß durch die Kühlmittelzufuhrbohrung 11 zufließt. Das überschüssige Kühlmittel fließt bei 12 und 13 wieder ab. Der Schlauch gelangt dann in den Bereich der Führungsbuchse 41, die von einem Ringraum 40 (siehe 2) umgeben ist, in den ein Kühlmittelzufuhrkanal 43 mündet. Die Führungsbuchse 41 ist umfangsmäßig mit radial verlaufenden Bohrungen 42 ausgestattet, so daß der Schlauch direkt in Berührung mit dem Kühlmittel gelangen kann. Nachfolgend gelangt der Schlauch in das Kühlrohr 44, welches ebenfalls umfangsmäßig mit radial verlaufenden Bohrungen 45 ausgestattet ist und dadurch Kühlmittel, welches sich in einem weiteren ringförmigen Raum 44a befindet, in Berührung gelangen kann. Das Kühlmittel in dem Ringraum 44a stammt in bevorzugter Weise aus der über die Leitungen 1, 2 zugeführten Kühlmittelmenge im unteren Bereich K der Kühlvorrichtung.

Durch diese Anordnung aus Kopfabschnitt 35, Führungsbuchse 41 und Kühlrohr 44 und den zugeordneten Kühlmittelkreisläufen kann eine sehr wirksame Vorkühlung des Schlauches erreicht werden, so daß dadurch die Durchlaufgeschwindigkeit des Schlauches durch die Kühlvorrichtung erhöht werden kann und damit letzten Endes die Produktionsgeschwindigkeit erhöht werden kann.

Der Abschnitt K der Kühlvorrichtung nach 1 besteht ferner aus Scheiben 7, zwischen denen sich Distanzringe 8 befinden. Die Scheiben 7 und die Distanzringe 8 werden mittels der Schrauben 22, 23 zusammengehalten und sind an dem Block 10 befestigt. Das Kühlmittel fließt durch Bohrungen 16 in den Zulaufrohren 1 und 2 zwischen die Scheiben 7. Durch Öffnungen 17 in den Distanzringen 8 fließt das Kühlmittel wieder in den Kühlmittelbehälter 14 und von dort über ein Rohr 24 zurück zu einer nicht dargestellten Pumpe. Die Behälterwand 15 mit dem Boden 35a ist mit dem oberen Abschnitt "J" der Kühlvorrichtung verbunden. Der abgekühlte Schlauch tritt aus dem Kühlmittelbehälter 14 durch das im Behälterboden 35a befindliche Mundstück 25 ins Freie. Durch den Unterdruck im Kühlmittelbehälter wird der Schlauch "S" gegen die jeweiligen Abstützungen gedrückt und dichtet dadurch gegen den Kühlmittelaustritt ab.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß anstelle der Scheiben 7 mit den Distanzringen 8 auch eine Wendel vorgesehen sein kann, wie sie der Ausführungsform gemäß 7 der genannten deutschen Patentanmeldung DE 199 16 428 A1 entspricht.

Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigte Ausführungsform beschränkt. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, anstelle der radialen Bohrungen 42 in dem Führungsring 41 und anstelle der radialen Bohrungen 45 in dem Kühlrohr 44 anders gestaltete Öffnungen vorzusehen, beispielsweise schlitzförmige Öffnungen oder langlochförmige Öffnungen, wodurch dann die Berührungsfläche zwischen Kühlmittel und Außenfläche des Schlauches noch erhöht wird.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche mit einer Wandstärke von 0,1 bis 1 mm nach deren Extrusion, wobei die Festlegung des Soll-Durchmessers des Schlauches beim Abkühlen in einem Kühlmittel erfolgt, indem der Schlauch infolge eines Unterdruckes des Kühlmittels gegen Abstützungen angepreßt wird, und

    wobei der noch plastische Schlauch in einem Kühlmittelbecken nacheinander durch einen Führungsring (36), eine Führungsbuchse (41) und ein Kühlrohr (44) geführt wird,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – die Zuführung des Kühlmittels über einen die Führungsbuchse (41) umschließenden ringförmigen Hohlraum (40), und vom ringförmigen Hohlraum (40) durch umfangsmäßig verteilte, in der Führungsbuchse (41) ausgebildete Bohrungen (42) zum plastischen Schlauch erfolgt, und

    – dass die laufende Erneuerung des den ringförmigen Hohlraum (40) füllenden Kühlmittels über einen Zulaufkanal (43) und die Abführung der zugeführten Kühlmittelmenge über einen zweiten Kanal erfolgt.
  2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch durch ein Kühlrohr (44) geführt wird, welches eine Anzahl von radialen Bohrungen (45) enthält.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel, in das das Kühlrohr (44) hineinragt, unter einen Unterdruck gesetzt wird, so dass der Schlauch über die Bohrungen (45) des Kühlrohres (44) gegen die innere Kühlrohrwand gesaugt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel im Kühlmittelbecken laufend über einen Zulauf erneuert wird, wobei die zugeführte Kühlmittelmenge per Überlauf abgeführt wird.
  5. Vorrichtung zur Erhöhung der Abkühlgeschwindigkeit dünner thermoplastischer Schläuche mit einer Wandstärke von 0,1 bis 1 mm nach deren Extrusion zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine vertikale Anordnung mit einem in einem Kühlmittelbecken angeordneten oberen Führungsring (36) zur Einführung des zu kühlenden Schlauches in ein Kühlmittel, einer sich anschließenden Führungsbuchse (41) und einem sich an die Führungsbuchse (41) anschließenden Kühlrohr (44), wobei die Führungsbuchse (41) von einem ringförmigen Hohlraum (40) umgeben ist, der mit einem Zufuhrkanal (11) für das Kühlmittel verbunden ist, und wobei die Außenwand des ringförmigen Hohlraumes (40) durch den Führungsring (36) gebildet ist, in dem der Zuführkanal (11) verläuft.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbuchse (41) und das Kühlrohr (44) umfangsmäßig verteilte Bohrungen (42, 45) aufweisen.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaucheintrittsöffnung (39) in dem Führungsring (36) sich allmählich verjüngend ausgebildet ist.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in den sich verjüngenden Schlaucheintrittsbereich ein Kühlmittelzufuhrkanal (38) einmündet.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlrohr (44) von einem mit Kühlmittel gefüllten Ringraum (44a) umgeben ist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Erzeugen einer Druckdifferenz zwischen dem Innenraum des Schlauches und dem das Kühlrohr (44) umgebenden Außenraum, derart, daß auf den an der Innenwandfläche des Kühlrohres (44) entlanggleitenden Schlauch über die Bohrungen (45) in dem Kühlrohr (44) eine radial nach außen gerichtete Saugkraft ausgeübt wird.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die die Druckdifferenz erzeugende Einrichtung in dem Kühlmittel einen Unterdruck relativ zu dem im Inneren des Schlauchs herrschenden Druck erzeugt.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck im Inneren des Schlauches der Atmosphärendruck ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wärmeaustausch in Kammern stattfindet, die unterhalb von dem Kühlrohr (44) angeordnet sind, wobei die Kammern aus Scheiben (7) mit einer dem Soll-Durchmesser des Schlauchs entsprechenden Bohrung bestehen, die durch Distanzringe (8) übereinander auf Abstand gehalten werden, mit Zuführrohren (1) und (2), die Bohrungen (16) für den Kühlmittelaustritt enthalten und Öffnungen in den Distanzringen (17) für den Rückfluß in den Kühlmittelbehälter.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich in einem rohrförmigen Kühlmittelbehälter (27), der sich an das untere Ende des Kühlrohres (44) anschließt, eine Wendel befindet, deren Innendurchmesser dem Soll-Durchmesser des Schlauches entspricht, und in dem rohrförmigen Kühlmittelbehälter das Kühlmittel um den Schlauch kreisförmig längs dem Schlauch fließt, wobei das Kühlmittel an einem Ende des Kühlmittelbehälters zugeführt und an dem anderen Ende abgeführt wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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