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Dokumentenidentifikation DE102004004669A1 29.12.2005
Titel Videosensorisches Kfz-Unfall- und Schadenhergangserfassungssystem
Anmelder Geier, Rubin, 42329 Wuppertal, DE
Erfinder Geier, Rubin, 42329 Wuppertal, DE
DE-Anmeldedatum 30.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004004669
Offenlegungstag 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse B60R 1/00
IPC-Nebenklasse B60R 1/10   H04N 7/18   
Zusammenfassung Zwar gehöhren Kfz-Innenüberwachung und Alarmanlagen zur üblichen Ausstattung von Fahrzeugen, aber trotz dieser Maßnahmen bleiben Kfz-Unfallursachen und Sachschäden meistens ungeklärt. Dies gilt insbesondere in Fällen von Fahrerflucht. Die bisher verwendete Technik (z. B. Black Box im Auto) hat erhebliche Nachteile:
1. nur sehr spezifische und beschränkte Verkehrsdaten zu erfassen,
2. Unfallanalyse und Unfallrekonstruktion sind aufwändig und umstritten, weil die "Black Box"-Technik nicht komplexere Verkehrssituationen aufzeichnet,
3. als Datenträger dient ein Band, was nur unterbrochene Aufzeichnung ermöglicht (wegen Rückspulung).
Das Fahrzeug wird mit optischen Erfassungsgeräten ausgerüstet, die eine 360° Rundumsicht ermöglichen. Das Videosignal wird zuerst temporär (ununterbrochen) auf einem digitalen Medium gespeichert, wenn es aber zu einem Ereignis (Kfz-Unfall) kommt, was sensorisch wahrgenommen wird (1), dann übernimmt der permanente Speicher die Videodaten (2). So wird es möglich, den Unfallvorgang (Sachschäden, Personenschäden) zu rekonstruieren und als Beweismittel später vorzulegen (3).
Nutzer des Video-Verkehr-Überwachung-Systems:
1. Besitzer hochwertiger Fahrzeuge,
2. Versicherungsgesellschaften,
3. Polizei, Justiz,
4. Verkehrswissenschaft.

Beschreibung[de]

Mit der jährlich zunehmenden Verkehrsdichte auf den Straßen gehen voraussichtlich steigende Unfallzahlen einher. Häufig ist die zweifelsfreie Aufklärung des Unfallhergangs unmöglich. Dies gilt insbesondere in Fällen von Fahrerflucht. Besonders in Bereich des Internationalen Verkehrs besteht ein großer Bedarf für ein zuverlässiges und kostengünstiges technisches Verfahren, der Kfz-Unfallursachen, Kfz-Unfallfolgen, Sachschäden Videosensorisch zuverlässig erfasst.

In näherer Zukunft wird der Fahrer (durch Einführung von Fahrerassistenzsystemen, Navigationssystemen usw.) mit einer Informationsflut konfrontiert. Es wird dann sehr schwer ermitteln, ob es wirklich ein menschliches Versagen war oder die Folge der Fehler bei einem elektronischen System.

Zwar gehören Kfz-Innenüberwachung, Alarmanlagen und Notfalltaster durchaus zur üblichen Ausstattung von Fahrzeugen, aber trotz dieser Maßnamen bleiben Unfallursachen und Sachschäden meistens ungeklärt.

Zurzeit gibt es keine technische Einrichtung mit deren Hilfe es möglich wäre, Unfallvorgang (Sachschäden, Personenschäden) zu rekonstruieren und als Beweismittel später vorzulegen.

Die bisher verwendete Technik (z.B. Black Box im Auto) hat folgende Nachteile:

  • 1. nur sehr spezifische und beschränkte Verkehrsdaten zu erfassen. Unfallanalyse und Unfallrekonstruktion sind für die zuständige Behörde aufwändig und umstritten
  • 2. „Black Box" Technik zeichnet nicht komplexere Verkehrssituationen auf, sondern nur das technisch-elektronische Geschehen im Auto.
  • 3. als Datenträger dient ein Band, was nur unterbrochene Aufzeichnung ermöglichte (wegen Rückspülung).
  • 4. wegen fehlender Beweise oder widersprüchlicher Zeugenaussagen dauern Ermittlungen, sowohl bei der Polizei als auch zwischen den Versicherungen zu lange.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, um das Verkehrsgeschehen, Kfz-Unfallursachen, Kfz-Unfallfolgen, Sachschäden und deren Täter zu erfassen. Das Ziel des Systems ist, die Aufklärung von Unfällen und Sachschäden zu ermöglichen.

Die Erfindung soll weltweite Aufklärung von Unfällen, Sachschäden mittels optischen Erfassungsgeräten (z.B. Kameras) ermöglichen. Die Erfindung schlägt vor, vier bis sechs Videokameras in das jeweils zu überwachende Fahrzeug zu integrieren, so dass sie eine 360 Grad. Rundumsicht ermöglichen. Die wirtschaftliche Lösung ist eine handelsübliche Webcam einzusetzen.

Das Videosignal wird zuerst (ununterbrochen) und dann, wenn es zu einem Schadensfall kommt, permanent gespeichert. Die Speicherung erfolgt ähnlich dem Prinzip der „Black Box" oder des „Flugschreibers" mit einem Unterschied: Die Aufzeichnung und Löschvorgänge auf temporärem Speicher laufen gleichzeitig mit einem Intervall von einigen Minuten. Um einen ausreichenden Aufzeichnungszeitraum zu gewährleisten, wird auf eine digitale Harddisk, Speicherchips oder ähnlichen geeigneten Speichermedien aufgezeichnet. Datenträger sollte wartungsfrei und unempfindlich gegen Erschütterungen und Temperaturschwankungen sein. Mit digitalem Datenträger es ist möglich ein Sektor des Speichers zu beschreiben und gleichzeitig die restlichen Sektoren zu löschen. Im Falle eines Unfalls, der sensorisch erfasst wird, werden Videodaten mit anderen Kfz-Daten (wie Uhrzeit, Beschleunigung, Geschwindigkeit) in den permanenten Speicher weitergeleitet und für längere Zeit gespeichert.

Ganz wichtig ist, dass das Videoüberwachungssystem mit anderen Systemen z.B. Fahrerassistenzsystem, Navigationssystem, Alarmanlagen (Sensoren die Glasscheibe/Lack/Blech/Reifen-Schäden registrieren) gekoppelt werden kann, so dass bei einem Einbruch ins Auto oder bei einem Unfall relevante, nützliche Informationen (Zeit, Ort, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsreaktion, Lichtverhältnisse usw.) miterfasst werden.

Detektoren bzw. Sensoren die den Autounfall oder Glasscheibe/Lack/Blech/Reifen-Schäden registrieren, sollen an allen wichtigen Teilen des Fahrzeugs platziert werden. Eine Kombination mit bestehenden Systemen, wie die Auslösung des Airbags, Alarmanlage usw. soll möglich sein.

Autoteile die sensorisch erfasst werden sollen:

  • 1. Alle Glasscheiben
  • 2. Beide Rückspiegel
  • 3. Stoßdämpfer
  • 4. Karosserie bzw. Blech/Lack
  • 5. Scheinwerfer vorne und hinten
  • 6. Reifen

Platzierung von Kameras sollte eine 360 Grad. Rundumsicht von Kfz-Fahrzeug ermöglichen. Mögliche Einsatzstellen sind Scheinwerfer, Blinkleuchte, Stoßdämpfer, Rückspiegeln.

Was kann neben Videoaufzeichnung auf einem digitalen Datenträger mitgespeichert werden:

  • 1. Zeit
  • 2. Ort (über GPS-System, Navigationssystem oder ähnliches System)
  • 3. Geschwindigkeit
  • 4. Beschleunigung (Längs/Querbeschleunigung durch Airbag-Sensoren)
  • 5. Bremskraft (Bremskraft, Bremsreaktion vom Fahrer)
  • 6. Bremsweg
  • 7. Lenkwinkel
  • 8. Luftdruck
  • 9. Licht an/aus
  • 10. Blinker an/aus
  • 11. Witterungsverhältnisse (über Licht/Regensensor)

Das Videoüberwachungssystem läuft vollautomatisch in zwei Betriebsarten. Es wird zwischen zwei Aufnahmen unterschieden.

  • 1.Fahrbetrieb.
  • 2.Parkzeitbetrieb.

1. Fahrbetrieb

Im Fahrbetrieb werden die Videosignale alle 5min. in temporärem Speicher erneut überschrieben. Sollte es im Fahrbetrieb zu einem Unfall kommen, so speichert das Außenüberwachungssystem alle verfügbare Video-Fahrzeugdaten in permanentem Speicher und zeichnet (bzw. speichern) weitere Ereignisse auf. Zum Beispiel einige Sachschäden könnten infolge von Hagel auch während der Fahrt auftreten. Das heißt aber längst nicht, dass ein Autounfall passiert, also das System erfasst und sichert erstes Ereignis in permanentem Speicher und protokolliert dann weitere Ereignisse in temporärem Speicher. Anders ausgedrückt nach einer Sensorenmeldung muss es möglich sein Überwachungssystem weiter aufzeichnen zulassen. Sollte es während der Fahrt zu einer Situation kommen, in der eine Person (einige Personen) überfahren wird, obwohl keine Schadensmeldung von der Sensoren Übermittelt wurde, so soll die Möglichkeit bestehen die Videoaufzeichnung bzw. die Videoaufnahmen zu sichern.

2.Parkbetrieb (Standbetrieb)

Im Parkbetrieb ist die Aufnahmedauer bis zu 6 Stunden, denn eine Aufnahme von mehrfachen Ereignissen muss möglich sein. Zu berücksichtigen ist die Zeit der Sensorauslösung und die genauere Angabe von den aufgetretenen Schäden.

Die Umschaltung von Fahrbetrieb auf Parkbetrieb und umgekehrt erfolgt automatisch.

Im Fahrbetrieb wird der Aufzeichnungstakt wenige Minuten dauern. Nach kürzerer Zeit, wenn keine Schäden gemeldet waren, werden alle Informationen gelöscht. Im Parkbetrieb (bzw. Standbetrieb) sollen Videoaufnahmen von mehreren Stunden möglich sein. Bei Dunkelheit oder sonstigen schlechten Lichtverhältnissen wird automatisch Infrarotaufnahme eingesetzt. Das Videoüberwachungssystem enthält eine Betriebssoftware, welches das ganze System (z.B. Schaltung zwischen Park-Fahrbetrieb) steuert und das Auslesen der gespeicherten Daten durch die Verschlüsselung nur für berechtigte Personen ermöglicht. Gleichzeitig sollten Hauptfunktionen, wie „Start" und „Stopp" für Aufzeichnungsprozesse im Innenraum des Fahrzeuges für den Fahrer zugängig sein. Das System wird mit einem Speicher ausgestattet, der langzeitigen Betrieb der Videoüberwachung garantiert.

Nutzer des Video Verkehr Überwachung System.
  • 1.Besitzer hochwertiger Fahrzeuge, besonders unter Beachtung verschiedener internationaler Versicherungssysteme. Man muss berücksichten, dass von Staat zu Staat Versicherungen verschiedene Prinzipien verfolgen und die Anteile der Versicherten variieren.
  • 2.Versicherungsgeselschaften, dadurch sind Einflüsse auf die Prämien zu nutzen
  • 3.Polizei, Justiz.
  • 4.Verkehrwissenschaft.

    Für die Verkehrwissenschaft konnte es besonders interessant sein, da eine mögliche Verwendung in der Unfallanalyse gesehen werden kann.

Das System eignet sich weltweit für folgende Anwendungsbereiche:

  • – Außenvideoüberwachung von privaten Pkw/Lkw.
  • – Außenvideoüberwachung von geschäftlichen Pkw/Lkw.
  • – Außenvideoüberwachung von Straßenbahnen, Stadtbahnen, Eisenbahnen.
  • – Außenvideoüberwachung von Bussen
  • – Unfallermittlung für die Polizei
  • – Sachschadenermittlung für die Polizei
  • – Unfallermittlung für Versicherungen
  • – Sachschadenermittlung für Versicherungen

Präsentation und Auswertung

Um das Verkehrsgeschehen im vollen Maße nachvollziehen zu können, soll ein komplexes System vorhanden sein. Die Bildinformationen und Verkehrsdaten sollen ausgelesen werden können. Die Abläufe sollen von allen Seiten rund um das Fahrzeug (Vorderseite, Linke/Rechtseite und Rückseite) ausgewertet werden können. Um das Verkehrverhalten der Fahrer analysieren zu können, müssen Geschwindigkeit, Beschleunigung (Bremskraft-Reaktion), Lenkung des Fahrzeugs (Lenkwinkel) usw. miterfasst werden.

Dem Inhaber des Systems soll ermöglicht werden selbst entscheiden zu können, wie mit der aus der Video-Überwachung gewonnene Information verfahren werden soll. Zugang zu den Informationen durch Verschlüsselung nur für Polizei ermöglichen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren und Vorrichtung zur Außenraumüberwachung von Fahrzeugen aller Art, mittels digitaler Video-Verkehr- und Fahrzeugsdatenaufzeichnung dadurch gekennzeichnet, dass ein Fahrzeugaußenraum bzw. des Verkehrsgeschehen für eine definierte Zeit überwacht wird.
  2. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass die erzeugten Daten mit Hilfe einer Lese-Auswertungsgerät ausgelesen und analysiert werden können.
  3. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass die erzeugte Daten in Form einer Video-Verkehrsprotokolls als Beweismittel weiter verwendet werden können.
  4. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass eine Infrarotaufnahme Bildfrequenzen bei Dunkelheit ermöglicht.
  5. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass das System unempfindlich gegen Erschütterungen und Temperaturschwankungen ist.
  6. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass das System derartig in das Fahrzeug eingebaut ist, dass ein Ausbau und der Anschluss an weitere Fahrzeugsysteme leicht möglich ist.
  7. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass Videokameras unauffällig in das äußere Erscheinungsbild des Fahrzeugs integriert werden können.
  8. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass es eine Funktion enthält im Falle einer Kfz-Unfall oder bei Entritt von Blech/Reifen/Scheiben/Lackschäden im Standbetrieb das System die Video-Datenüberwachung stoppt und sichert.
  9. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass es eine Funktion enthält im Falle einer Kfz-Unfall oder bei Entritt von Blech/Reifen/Scheiben/Lackschäden im Standbetrieb das System ein Signal an eine ständig besetzte Einsatzstelle sendet.
  10. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem Satellitenortungssystem zusammen arbeiten kann.
  11. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass über die im System eingebauten Hardware-und Softwaresicherscheiteinrichtungen nur befugte Personen Zugriff zu den gespeicherten Daten erhalten und diese dadurch Beweischarakter erhalten.
  12. Verfahren und Vorrichtung gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass es sich als Zubehör schon bei der Herstellung zum fabrikmäßigen Einbau eignet.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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