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Dokumentenidentifikation DE102004020221A1 29.12.2005
Titel Selbstfahrendes Transportfahrzeug
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Wilhelm, Karl Peter, Dr., 38442 Wolfsburg, DE
Vertreter Patentanwälte Tergau & Pohl, 30171 Hannover
DE-Anmeldedatum 22.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004020221
Offenlegungstag 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse B62D 65/18
IPC-Nebenklasse B60P 3/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein zum Transport von Kraftfahrzeugkarosserien (1) bestimmtes, nicht spurgebundenes selbstfahrendes Transportfahrzeug (2) mit einer Aufnahme (3) für die Kraftfahrzeugkarosserie (1). Um die Handhabung des Transportfahrzeuges (2) zu vereinfachen, ist die Betätigungseinheit (8) derart an dem Transportfahrzeug (2) angeordnet, dass diese in einen Innenraum (7) der an der Aufnahme (3) angeordneten Kraftfahrzeugkarosserie (1) hineinreicht und von einer Bedienperson in einer üblichen Sitzposition erreichbar ist. Die Betätigungseinheit (8) umfasst dabei zumindest eine Lenkeinrichtung (6) sowie eine Geschwindigkeitssteuerung (9).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein zum Transport von Kraftfahrzeugkarosserien bestimmtes, nicht spurgebundenes selbstfahrendes Transportfahrzeug mit einer Betätigungseinheit, die zumindest eine Lenkeinrichtung sowie eine Geschwindigkeitsteuerung aufweist, und mit einer Aufnahme für die Kraftfahrzeugkarosserie.

Solche motorbetriebenen Transportfahrzeuge oder Flurförderzeuge sind auf Grund ihrer Fähigkeit, eine Vielzahl verschiedenartiger Materialien schnell befördern zu können, weit verbreitete Beförderungs- und Hebemittel. Sie ermöglichen es, Fertigungsflächen planmäßig auszunutzen und erleichtern die Handhabung und den Transport der Last.

Ein wesentliches Kriterium für den Einsatz eines solchen Transportfahrzeuges stellt in der Praxis die Flexibilität der möglichen Einsatzbereiche und die Bedienungseigenschaften dar. Dabei ist die Transportgeschwindigkeit keineswegs gleichzusetzen mit der erzielbaren Fahrgeschwindigkeit des Transportfahrzeuges. Vielmehr sind die Nebenzeiten bedingt durch die Beladung und Fixierung der Last sowie die Verfügbarkeit von entscheidender Bedeutung.

Nach ihrer Konstruktion und ihrem Verwendungszweck werden die Transportfahrzeuge nach Wagen, Schleppern, Flurförderzeugen mit Hubeinrichtung, Gabelstaplern und Hubwagen unterschieden.

Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Transportfahrzeug der eingangs genannten Art derart auszuführen, dass die Flexibilität wesentlich erhöht ist. Insbesondere soll dabei eine Beschränkung auf bestimmte Einsatzzwecke vermieden und die Handhabung des Transportfahrzeuges wesentlich vereinfacht werden.

Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Transportfahrzeug gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.

Erfindungsgemäß ist also ein nicht spurgebundenes selbstfahrendes Transportfahrzeug vorgesehen, bei dem die Betätigungseinheit in einen Innenraum der an der Aufnahme angeordneten Kraftfahrzeugkarosserie in einen Bedienbereich einer Bedienperson hineinreichend an dem Transportfahrzeug angeordnet ist. Hierdurch wird es erfindungsgemäß erreicht, dass komplette Kraftfahrzeugkarosserien ohne Motor und ohne Fahrwerk flexibel transportiert werden können. Dabei wird mittels des Transportfahrzeuges ein mit dem fahrbereiten Kraftfahrzeug vergleichbare Beweglichkeit und Flexibilität erreicht, insbesondere stimmen der Wendekreis, der Radabstand sowie die Bodefreiheit mit dem späteren Kraftfahrzeug weitgehend überein. Ebenso übertreffen die Abmessungen des Transportfahrzeuges die Abmessungen des Kraftfahrzeuges nicht oder nur unwesentlich. Dabei hat die Bedienperson eine mit dem Führen von Kraftfahrzeugen vergleichbare Sitzposition und kann das Transportfahrzeug dadurch in gewohnter Weise bedienen. Insbesondere ist eine spezielle Ausbildung für eine Bedienperson aufgrund der gewohnten Handhabung nicht erforderlich.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird dann erreicht, wenn die Betätigungseinheit im Bereich einer gewöhnlichen Sitzposition der Bedienperson in dem Innenraum der Kraftfahrzeugkarosserie positioniert ist. Die Bedienperson kann dadurch in dem Innenraum der Kraftfahrzeugkarosserie eine dem späteren Gebrauch des Kraftfahrzeuges entsprechende Sitzposition einnehmen, die hinsichtlich der Handhabungs- und Bedieneigenschaften ein Optimum darstellt. Sofern die Kraftfahrzeugkarosserie bereits mit Sitzen ausgestattet ist, können diese benutzt werden. Die Betätigungseinheit ist dabei durch eine im Bereich des Kardantunnels angeordnete Durchbrechung der Bodengruppe in den Innenraum hineingeführt.

Eine besonders praxisgerechte Ausgestaltung der Erfindung wird auch dann realisiert, wenn das Transportfahrzeug eine mit einer mitführbahren elektrischen Energieversorgung verbundene Antriebseinheit aufweist. Hierdurch ist das Transportfahrzeug flexibel und unabhängig von lokalen Energieversorgungsleitungen einsetzbar. Insbesondere ist das Transportfahrzeug dadurch nicht spurgebunden.

Nach einer weiteren ebenfalls besonders zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist an der Betätigungseinheit eine Ruhestellung und eine Gebrauchsstellung, in welcher die Betätigungseinheit in einem Bedienbereich positioniert ist, einstellbar. Hierdurch wird die Fixierung der Kraftfahrzeugkarosserie an der Aufnahme vereinfacht, wenn hierzu die Betätigungseinrichtung beweglich ist oder in der Ruhestellung abschnittsweise von dem Transportfahrzeug getrennt werden kann.

Eine andere besonders vorteilhafte Weiterbildung wird auch dadurch erreicht, dass die Betätigungseinheit eine Einrichtung zum Schutz gegen unbefugte Benutzung aufweist, um so den Gebrauch auf berechtigte Personen beschränken zu können. Hierzu eignen sich alle an sich aus dem Kraftfahrzeugbereich bekannten Kontrollsysteme für die Zugangsberechtigung, die insbesondere auch drahtlos betätigbar sein können.

Weiterhin weist die Betätigungseinheit nach einer weiteren besonders praxisnahen Abwandlung der Erfindung die eine Kontrolleinrichtung, eine insbesondere akustische Warneinrichtung sowie einen Fahrrichtungsanzeiger auf, um so die wesentlichen Funktionselemente im Reichweitenbereich der Bedienperson mit geringem Aufwand anordnen zu können.

Das Transportfahrzeug könnte grundsätzlich durch unterschiedliche Bauformen, beispielsweise als ein Stapler realisiert werden. Besonders praxisgerecht ist es hingegen, wenn das Transportfahrzeug als Transportwagen ausgeführt ist und dadurch die Realisierung geringer äußerer Abmessungen gestattet. Dabei kann auf eine Hubeinrichtung verzichtet werden.

Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt jeweils in einer Prinzipskizze in

1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Transportfahrzeuges mit einer darauf fixierten Kraftfahrzeugkarosserie;

2 eine perspektivische Ansicht des in 1 gezeigten Transportfahrzeuges;

3 eine Ansicht eines Innenraumes der in 1 dargestellten Kraftfahrzeugkarosserie.

1 zeigt ein zum Transport einer Kraftfahrzeugkarosserie 1 bestimmtes, selbstfahrendes Transportfahrzeug 2 in einer Seitenansicht. Das Transportfahrzeug 2 hat eine Aufnahme 3 für die Kraftfahrzeugkarosserie 1. Die äußeren Abmessungen des Transportfahrzeuges 2 entsprechen weitgehend denen der Kraftfahrzeugkarosserie 1. Insbesondere stimmt der Radstand weitgehend überein, so dass sich vergleichbare Fahreigenschaften erreichen lassen.

2 zeigt eine perspektivische Ansicht des in 1 gezeigten Transportfahrzeuges 2. Zu erkennen ist die Aufnahme 3 für die in 1 gezeigte Kraftfahrzeugkarosserie 1, die mit einem Rahmen 4 des Transportfahrzeuges 2 verbunden ist. Der Rahmen 4 trägt weiterhin eine Antriebseinheit 5 sowie eine Lenkeinrichtung 6, die in der nicht gezeigten Gebrauchstellung durch eine Abdeckung vor Umwelteinflüssen geschützt angeordnet sind.

Demgegenüber zeigt 3 eine Ansicht einen Innenraumes 7 des in 1 dargestellten Transportfahrzeuges 2. Zu erkennen ist eine in einen Bedienbereich einer nicht dargestellten Bedienperson hineinreichende Betätigungseinheit 8, die zumindest die wesentlichen Betätigungselemente der Lenkeinrichtung 6 sowie einer Geschwindigkeitsteuerung 9 aufweist. Die Betätigungseinheit 8 ist dabei insbesondere im Bereich einer gewöhnlichen Sitzposition der Bedienperson in dem Innenraum 7 der Kraftfahrzeugkarosserie 1 positioniert.

1Kraftfahrzeugkarosserie 2Transportfahrzeug 3Aufnahme 4Rahmen 5Antriebseinheit 6Lenkeinrichtung 7Innenraum 8Betätigungseinheit 9Geschwindigkeitsteuerung

Anspruch[de]
  1. Ein zum Transport von Kraftfahrzeugkarosserien (1) bestimmtes, nicht spurgebundenes selbstfahrendes Transportfahrzeug (2) mit einer Betätigungseinheit (8), die zumindest eine Lenkeinrichtung (6) sowie eine Geschwindigkeitsteuerung (9) aufweist, und mit einer Aufnahme für die Kraftfahrzeugkarosserie (1), wobei die Betätigungseinheit (8) in einen Innenraum (7) der an der Aufnahme (3) angeordneten Kraftfahrzeugkarosserie (1) in einen Bedienbereich einer Bedienperson hineinreichend an dem Transportfahrzeug (2) angeordnet ist.
  2. Transportfahrzeug (2) nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (8) im Bereich einer gewöhnlichen Sitzposition der Bedienperson in dem Innenraum (7) der Kraftfahrzeugkarosserie (1) positioniert ist.
  3. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportfahrzeug (2) eine mit einer mitführbaren elektrischen Energieversorgung verbundene Antriebseinheit (5) aufweist.
  4. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Betätigungseinheit (8) eine Ruhestellung und eine Gebrauchsstellung, in welcher die Betätigungseinheit (8) in einem Bedienbereich positioniert ist, einstellbar ist.
  5. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (8) eine Einrichtung zum Schutz gegen unbefugte Benutzung aufweist.
  6. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (8) eine Kontrolleinrichtung aufweist.
  7. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (8) eine insbesondere akustische Warneinrichtung aufweist.
  8. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinheit (8) einen Fahrrichtungsanzeiger aufweist.
  9. Transportfahrzeug (2) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportfahrzeug (2) als Transportwagen ausgeführt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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