PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004021188A1 29.12.2005
Titel Bürstenaggregat
Anmelder Monti-Werkzeuge GmbH, 53227 Bonn, DE
Vertreter Andrejewski, Honke & Sozien, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 29.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004021188
Offenlegungstag 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse B24B 29/00
IPC-Nebenklasse A46D 1/05   
Zusammenfassung Es handelt sich um ein Bürstenaggregat mit einem rotativ antreibbaren Bürstenhalter und einer Ringbürste mit einem Bürstenband und von dem Bürstenband nach außen abstehende Borsten. Gegen die Ringbürste ist ein die Borsten auf ihrer in Arbeitsrichtung gesehenen Rückseite hinterschneidender Schleifkörper anstellbar. Der Schleifkörper kann permanent gegen die Borsten der Ringbürste und folglich auch während des Arbeitseinsatzes der Ringbürste bzw. des Bürstenaggregates angedrückt sein, um ein permanentes Hinterschleifen der im Einsatz abstumpfenden Borstenenden zu gewährleisten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bürstenaggregat mit einem rotativ antreibbaren Bürstenhalter und einer Ringbürste mit einem Bürstenband und von dem Bürstenband nach außen abstehenden Borsten.

Derartige Bürstenaggregate dienen zur Oberflächenbehandlung verschiedener Werkstoffe, um eine vorgegebene Rautiefe zu erzeugen. Diese Werkstoffe können beispielsweise eine korrodierte Oberfläche, lackbeschichtete Oberfläche oder anderen Oberflächenbeschichtungen aufweisen, die im Zuge der Oberflächenbearbeitung mittels der rotierenden Ringbürste entfernt werden. Bei der Bearbeitung härterer Werkstoffe sind die Borsten der Ringbürste einem erheblichen Verschleiß unterworfen. Dieser Verschleiß führt zu einer Abstumpfung der Borstenspitzen. Das hat zur Folge, dass die Oberflächenbehandlung auf der Werkstoffoberfläche proportional dem Verschleiß der Borstenspitzen schlechter wird, so dass schließlich die gewünschte Rautiefe nicht eingehalten werden kann. – Hier setzt die Erfindung ein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bürstenaggregat der eingangs beschriebenen Ausführungsform zu schaffen, welches die gewünschten Effekte auf der jeweils zu behandelnden Werkstoffoberfläche sicherstellt, insbesondere die Einhaltung der zu erzeugenden Rautiefe zumindest für eine längere Zeit in gleichbleibender Qualität gewährleistet.

Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Bürstenaggregat dadurch, dass gegen die Ringbürste ein die Borsten auf ihrer in Arbeitsrichtung gesehenen Rückseite hinterschleifender Schleifkörper anstellbar ist oder umgekehrt, um einen vorgegebenen Schleifgrat zur Borstenspitze hin zu erzeugen. Umgekehrt meint im Rahmen der Erfindung, dass auch die Ringbürste gegen einen solchen Schleifkörper angestellt werden kann, zumal es sich bei dem Bürstenaggregat um eine Handmaschine oder eine statische Bearbeitungsmaschine handeln kann. Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass sich die dem Verschleiß unterworfenen Borsten der Ringbürste und insbesondere die abgestumpften Borstenspitzen unschwer im Wege eines Hinterschleifens nachschleifen lassen, so dass die auf der zu bearbeitenden Werkstoffoberfläche zu erzeugenden Effekte und insbesondere die gewünschte Rautiefe stets eingehalten werden können. Der Schleifkörper kann als ortsfester Schleifkörper oder als rotativ gelagerter Schleifkörper ausgebildet sein. In beiden Fällen sieht die Erfindung vor, dass der rotativ angetriebene Bürstenhalter des Bürstenaggregates mit einem Vorlauf und einem Rücklauf für die Ringbürste ausgerüstet ist, wobei der Vorlauf der Oberflächenbearbeitung dient, der Rücklauf dagegen dem Hinterschleifen der Borsten bzw. Borstenspitzen.

Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im Folgenden aufgeführt. So ist vorzugsweise der Schleifkörper am Bürstenaggregat selbst drehfest befestigt oder rotativ gelagert, bildet also eine Baueinheit mit dem Bürstenaggregat. Dabei kann der Schleifkörper mittels eines an das Bürstenaggregat angeschlossenen Anstellhebels gegen die Borsten der Ringbürste, und zwar gegen die Borstenrückseite um ein vorgegebenes Maß anstellbar sein. In verschiedenen Fällen kann schon das Eigengewicht des Schleifkörpers ausreichen, um ein Hinterschleifen der Borsten zu erreichen. – Nach einem Vorschlag der Erfindung, dem selbständige Bedeutung zukommt, ist vorgesehen, dass der Schleifkörper permanent gegen die Borsten der Ringbürste mit einem vorgegebenen Anpressdruck angedrückt ist, also auch während des Arbeitseinsatzes des Bürstenaggregates bzw. der rotativ angetriebenen Ringbürste, so dass folglich ein permanentes Hinterschleifen der Borsten bzw. Borstenspitzen erfolgt. Dadurch wird erreicht, dass die auf der zu bearbeitenden Werkstoffoberfläche angestrebten Effekte und insbesondere die Rautiefe gleichbleibend und ununterbrochen eingehalten werden können. In diesem Zusammenhang kann der Anstellhebel als federbelasteter Hebel ausgebildet sein, um einen vorgegebenen Anpressdruck des Schleifkörpers gegen die Borsten der Ringbürste zu erreichen. Der Anstellhebel kann ferner an einer an dem Bürstenaggregat befestigten Lagerwange um einen Schwenkpunkt gegen die Borsten der Ringbürste verschwenkbar gelagert sein, um den Schleifkörper mehr oder weniger in Einsatz bringen zu können. Dafür weist der Anstellhebel vorzugsweise eine als Handgriff ausgebildete Hebelverlängerung über den Schwenkpunkt hinaus auf oder ist mittels eines besonderen Betätigungshebels verschwenkbar.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung, dem besondere Bedeutung zukommt, ist vorgesehen, dass der rotativ gelagerte Schleifkörper von dem Hauptmotor des Bürstenaggregates gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines Getriebes oder von einem eigenen Antriebsmotor, z. B. Elektro- oder Pneumatikmotor mit einer vorgegebenen Voreilung zur Umlaufgeschwindigkeit und folglich Schleifgeschwindigkeit der Ringbürste bzw. ihrer Borsten in gegenläufiger Umlaufrichtung zu der Ringbürste antreibbar ist. Dadurch wird eine mit der Umlaufrichtung der Ringbürste gleichsinnige Schleifrichtung erreicht, wobei die Drehzahl des Schleifkörpers die Drehzahl und folglich Schleifgeschwindigkeit der Ringbürste um ein vorgegebenes Maß übersteigt, um eben eine Voreilung zu erreichen, aus welcher das Hinterschleifen der Borsten im Bereich der Borstenenden und -spitzen resultiert. Grundsätzlich kann im Rahmen der Erfindung auch noch eine Kupplung zwischen dem Hauptmotor und dem Schleifkörper bzw. dem Elektro- und Pneumatikmotor und dem Schleifkörper vorgesehen sein. Die Motoren können mittels Netzstrom oder Batterien angetrieben werden. Der Schleifkörper ist vorzugsweise als Schleifstein oder Schleifpapierrolle ausgeführt, wenngleich auch andere Ausführungsformen zur Verwirklichung eines gleichsam Rundschleifkörpers denkbar sind. Die Borsten der Ringbürste weisen ein in Umlaufrichtung und folglich Arbeitsrichtung ausgerichtetes, z. B. abgewinkeltes Borstenende auf. Die Borsten können als Drahtborsten oder Kunststoffborsten ausgebildet sein. Um unterschiedlich harte Werkstoffe bearbeiten zu können, müssen unterschiedliche Ringbürsten eingesetzt werden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Borsten in beispielsweise der Stahldrahtqualität, der Drahtstärke, Zahnlänge, Besatzdichte, Zahnform, gehärtet oder ungehärtet oder geschliffen. Wenn beispielsweise eine härtere Werkstoffqualität bearbeitet werden soll, wird eine Ringbürste mit gehärteten und geschliffenen Borsten eingesetzt.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 ein Bürstenaggregat teilweise in schematischer Seitenansicht,

2 ausschnittsweise eine Draufsicht auf den Gegenstand nach 1 mit eigenem Antriebsmotor für einen Rundschleifstein und

3 ausschnittsweise den Gegenstand nach 1 mit durch Pfeile angedeuteten Umlaufrichtungen für die Ringbürste und den Rundschleifstein.

In den Figuren ist ein Bürstenaggregat 1 mit einem rotativ antreibbaren Bürstenhalter 2 und einer von dem Bürstenhalter 2 gehaltenen Ringbürste 3 mit einem biegsamen Bürstenband 4 und von dem Bürstenband 4 nach außen abstehenden Borsten 5 dargestellt. Gegen die Ringbürste 3 ist ein die Borsten 5 auf ihrer in Arbeitsrichtung gesehenen Rückseite hinterschleifender Schleifkörper 6 anstellbar, um einen vorgegebenen Schleifgrat zur Bürstenspitze hin zu erzeugen. Der Schleifkörper 6 ist rotativ gelagert und mittels eines an das Bürstenaggregat 1 angeschlossenen Anstellhebels 7 gegen die Borsten 5 der Ringbürste 3 anstellbar. Nach dem Ausführungsbeispiel ist der Schleifkörper 6 permanent gegen die Borsten 5 der Ringbürste 3 mit einer vorgegebenen Anpresskraft andrückbar, also auch während des Arbeitseinsatzes der Ringbürste bzw. des Bürstenaggregates. Der Anstellhebel 7 ist an einer an dem Bürstenaggregat 1 befestigten Lagerwange 8 um einen Schwenkpunkt 9 gegen die Ringbürste 3 bzw. deren Borsten 5 verschwenkbar, und zwar mittels eines dafür geeigneten Betätigungshebels 10. Der rotativ gelagerte Schleifkörper 6 ist nach dem Ausführungsbeispiel von einem eigenen Antriebsmotor 11, z. B. Elektro- oder Pneumatikmotor mit einer vorgegebenen Voreilung zur Umlaufgeschwindigkeit und folglich Schleifgeschwindigkeit der Ringbürste 3 bzw. ihrer Borsten 5 in gegenläufiger Umlaufrichtung zu der Ringbürste 3 antreibbar, so dass unter Erzeugung einer gleichsinnigen Schleifrichtung ein Hinterschleifen der Borsten 5 bzw. ihrer Borstenenden gewährleistet ist. Nach dem Ausführungsbeispiel ist der Schleifkörper 6 als Schleifstein bzw. Rundschleifstein ausgebildet. Die Borsten 5 weisen ein in Umlaufrichtung und folglich Arbeitsrichtung der Ringbürste abgewinkeltes Borstenende 12 auf und sind als Drahtborsten aus Stahldraht ausgebildet und z. B. als U-förmige Borsten in dem Bürstenband 4 verankert.


Anspruch[de]
  1. Bürstenaggregat mit einem rotativ antreibbaren Bürstenhalter und einer Ringbürste mit einem Bürstenband und von dem Bürstenband nach außen abstehenden Borsten, dadurch gekennzeichnet, dass gegen die Ringbürste (3) ein die Borsten (5) auf ihrer in Arbeitsrichtung gesehenen Rückseite hinterschleifender Schleifkörper (6) anstellbar ist oder umgekehrt.
  2. Bürstenaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) als ortsfester Schleifkörper ausgebildet ist.
  3. Bürstenaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) als rotativ gelagerter Schleifkörper ausgebildet ist.
  4. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der rotativ angetriebene Bürstenhalter (2) mit einem Vorlauf und einem Rücklauf für die Ringbürste (3) betreibbar ist.
  5. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) am Bürstenaggregat (1) drehfest befestigt oder rotativ gelagert ist.
  6. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) mittels eines an das Bürstenaggregat (1) angeschlossenen Anstellhebels (7) gegen die Borsten (5) der Ringbürste (3) anstellbar ist.
  7. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) permanent gegen die Borsten (5) der Ringbürste (3) mit einer vorgegebenen Anpresskraft angedrückt ist.
  8. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstellhebel (7) als federbelasteter Hebel ausgebildet ist.
  9. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstellhebel (7) an einer an dem Bürstenaggregat (1) befestigten Lagerwange (8) um einen Schwenkpunkt (9) gegen die Borsten (5) der Ringbürste (3) verschwenkbar gelagert ist.
  10. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstellhebel (7) eine als Handgriff ausgebildete Hebelverlängerung über den Schwenkpunkt hinaus aufweist oder mittels eines Betätigungshebels (10) verschwenkbar ist.
  11. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der rotativ gelagerte Schleifkörper (6) von dem Hauptmotor des Bürstenaggregates (1) gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines Getriebes oder von einem eigenen Antriebsmotor (11), z. B. Elektro- oder Pneumatikmotor mit einer vorgegebenen Voreilung zur Umlaufgeschwindigkeit der Ringbürste (3) in gegenläufiger Umlaufrichtung zu der Ringbürste (3) antreibbar ist.
  12. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (6) als Schleifstein, Schleifpapierrolle oder dergleichen ausgeführt ist.
  13. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (5) der Ringbürste (3) ein in Umlaufrichtung ausgerichtetes, z. B. abgewinkeltes Borstenende (12) aufweisen.
  14. Bürstenaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten (5) als Drahtborsten oder Kunststoffborsten ausgebildet sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com