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Dokumentenidentifikation EP1325802 29.12.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001325802
Titel Verfahren und Anlage zum Einbringen und Ablegen eines Plastifikats in die Matrize einer Formpresse
Anmelder Dieffenbacher GmbH + Co. KG, 75031 Eppingen, DE
Erfinder Brüssel, Richard, 75056 Sulzfeld, DE
DE-Aktenzeichen 50205019
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 27.12.2002
EP-Aktenzeichen 020289799
EP-Offenlegungsdatum 09.07.2003
EP date of grant 23.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse B29C 31/08
IPC-Nebenklasse B29C 43/34   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Einbringen und Ablegen eines Plastifikats in die Matrize einer Formpresse gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1 und eine Anlage zur Durchführung des Verfahrens gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 6.

Bekannt ist, dass bei dem Plastifizier-Pressverfahren Plastifikate mittels eines Plastifizierextruders zyklisch oder kontinuierlich hergestellt werden. Bei den durch die Industrie geforderten hohen Plastifizierleistungen werden vermehrtauch bei Stäbchengranulaten - der kontinuierliche Plastifizierprozess genutzt, damit die Extruder nicht zu gross ausgeführt werden müssen.

Bei dem Lang-Faserverstärkten-Thermoplast Direktverfahren (LFT-Direktverfahren) nach DE 198.36 787 A1, von dem die Erfindung als Stand der Technik ausgeht, wird meist von einem kontinuierlich erzeugten Plastifikatstrang aus gearbeitet. Das sogenannte Strangablegeverfahren, bei dem der Extruder / Plastifizierer über die offene Kavität fährt, während dem Plastifikatausstoss zurückfährt und dabei das Plastifikat in die Kavität legt, konnte sich in der Praxis aus verschiedenen Gründen für die Langfaserverstärkten Thermoplasten (LFT) nicht durchsetzen. Eine solche Pressenanlage ist bekannt aus DE 197 34 473 A1.

Um kurze Zykluszeiten zu erreichen, werden deshalb die Plastifikate mit Nadelgreifern und schnellen Robotergreifern (bis zu sechs Bewegungsachsen) vom Plastifikat-Abzugsband aufgenommen und in die offene Kavität eingelegt.

Bei den neuen komplexeren Forderungen der Industrie, dass zum Beispiel mehrere Plastifikatstücke zu einem Bild zusammengelegt werden und dann noch für zwei Pressteile gleichzeitig die Plastifikate in die offene Kavität eingelegt werden sollen in Verbindung mit immer kürzeren Zykluszeiten (25 Sekunden und darunter), gibt es bei der Aufnahme der Einzelplastifikate von dem Plastifikat-Abzugsband erhebliche Probleme. Neben der trägen Masse des Plastifikats und der daran gebundenen möglichen Beschleunigungskräfte werden die Greif- und Roboterarme unnötig aufwendig und schwer, so dass die Kosten für das verfahrenstechnische Erreichen der kurzen Zykluszeiten nicht mehr in Relation zum Kostenaufwand stehen oder erst gar nicht möglich ist.

Die Forderung mehrere Plastifikatstücke in einem entsprechenden Bild in die Kavität einzulegen ist damit begründet, dass die Faserorientierung und das Füllverhalten günstig beeinflusst wird und damit verbesserte Pressteile entstehen. Es werden auch Formgeometrien gefordert, welche ein grossflächiges Auslegen mit Plastifikaten erfordert, damit diese Kavitäten mit akzeptabler Presskraft noch ausgefüllt und verpresst werden können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem die Handhabungs- und die Transportgeräte für das Plastifikat vom Plastifizierextruder in die offene Form der Formpresse nicht unverhältnismässig gross wird und mit dem kurze Presszyklen bei der Mehrplastifikattechnologie machbar sind und eine Anlage zu schaffen, mit der das Verfahren durchzuführen ist.

Die Lösung der gestellten Aufgabe für das Verfahren ist durch das Auftrennen des als Plastifikatstrang aus einem Extruder austretenden Plastifikats in mehrere Plastifikatstücke gleicher oder verschiedener Länge, das Auflegen der Plastifikatstücke in programmierter Reihenfolge und Abständen auf mehrere parallel zueinander und umlaufend sowie querverschiebbar zueinander geführten Vorlegebändern, das Vorpositionieren der Plastifikatstücke nebenund hintereinander sowie ggf. übereinander zu einem Vorgelege auf dem mit verschiedenen Geschwindigkeiten antreibbaren Vorlegebändern und das Aufnehmen, Überführen und Einbringen des Vorgeleges in die Matrize der Formpresse mittels einem Robotergreifer möglich.

Die Lösung der Aufgabe für die Anlage besteht darin, dass die Überführungsvorrichtung mit einer Trennvorrichtung und einer Legevorrichtung ausgestattet ist, die den Plastifikatstrang in gleiche oder verschieden lange Plastifikatstücke nach gegebenem Programm trennt und auf mindestens zwei einzelnen angetriebenen Vorlegebändern mit vorgegebenem Abstand auflegt, wobei die Vorlegebänder zum Zusammenführen eines Vorgeleges an einem am Ende der Bezugslinie angeordneten Drehpunkt bzw. auf der Trennseite querverschiebbar und drehbar angeordnet sind und ein Robotergreifer zum Aufnehmen, Überführen und Ablegen des Vorgeleges in der Formpresse vorgesehen sowie angeordnet ist..

Von Vorteil ist dabei, dass der Plastifikatabzug nach dem Schneiden der Plastifikatstücke von einer Spur in mehrere Vorlegebänder (-spuren) erweitert wird, diese Vorlegebänder (-spuren) jeweils einzeln angetrieben und durch Querschieben nach dem Schnitt des gerade fertigen und aufgenommenen Plastifikates von der einen Spur zur nächsten aktuellen Aufnahmespur gebracht werden. Während der Zeit in der die aktuelle Aufnahmespur das oder die Plastifikate aufnimmt, können die Plastifikate auf den anderen Vorlegebändern (-spuren) bereits vorpositioniert werden. Dies ergibt einen weiteren Vorteil, dass die Plastifikatstücke nicht nur hintereinander, sondern auch nebeneinander positioniert werden können. Damit kann der Robotgreifer einfacher und leichter ausgeführt sein, so dass für nahezu alle Vorlegebilder von Mehrfach-Plastifikaten die Plastifikatstärke gleichzeitig und nicht hintereinander aufgenommen werden müssen. Dies ermöglicht damit die kurzen Zykluszeiten der Mehrfach-Plastifikat-Technologie. Bei doppelter Anzahl von Vorlegebändern kann der Robotgreifer die Plastifikatstücke auch im Stillstand greifen.

Weitere Merkmale der Erfindung bestehen darin, dass

  • das Plastifikatabzugssystem nach der Trennvorrichtung des endlosen Plastifikatstranges mit mindestens zwei einzelnen angetriebenen Vorlegebänder ausgerüstet ist, die quer verschiebbar sind,
  • die Vorlegespuren mit einem weitgehend am Bandende angeordneten Drehpunkt auf der Trennseite quer verschiebbar (drehbar) sind,
  • die Vorlegebänder beheizt werden und
  • die Vorlegebänder von unten gegen Wärmeabstrahlung isoliert sind.

Weitere vorteilhafte Massnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit der Zeichnung hervor.

Es zeigen:

Figur 1
die Anlage zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung in schematischer Darstellung in Seitenansicht,
Figur 2
zwei Vorlegebänder nebeneinander beim Abnehmen der Plastifikatstücke im Grundriss,
Figur 3
die Vorlegebänder nach Figur 2 nachdem Querverschieben und Drehen zweier Plastifikatstücke,
Figur 4
die Vorlegebänder mit den Plastifikatstücken nach Figur 3 zu einem Rechteck-Rahmen zusammengeschoben,
Figur 5
drei Vorlegebänder nebeneinander mit vier Plastifikatstücken im Grundriss,
Figur 6
die drei Vorlegebänder nach Figur 5 nach dem Querverschieben und Drehen der Plastifikatstücke zu einem Rechteck-Rahmen und
Figur 7
in Draufsicht eine Anordnung von vier Vorlegebändern mit je einem Einzelantrieb.

Die Figur 1 zeigt die Anlage zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung mit dem Plastifizierextruder 1, der Überführungsvorrichtung 2 bestehend aus der Trennvorrichtung 6, dem Abzugsband mit Plastifikatstück 7, einem Vorlegeband 11 und der Formpresse 3. Der Überführungs-, Bewegungsund Zusammenlegeablauf für die Plastifikatstücke 7, 8, 9 und 10 zu einem Rechteck-Rahmen ist in den Figuren 2 bis 6 beispielhaft veranschaulicht. Dafür zeigen die Figuren 2 bis 4 die Möglichkeit auf wie zwei Vorlegebänder 11 und 12 durch nebeneinanderfahren und querverfahren die Plastifikatstücke 8 und 9 und drehen sowie Verschieben der Plastifikatstücke 7 und 10 ein Rechteck-Rahmen als Vorgelege 20 zusammengestellt wird. Wie das Drehen und Schieben der Plastifikatstücke 7 und 10 erfolgt ist nicht dargestellt. Dafür sind mehrere kinematische Eingriffe, Handhabungswerkzeuge und/oder geeignete Vorrichtungen denkbar, die in der Industrie für derartige Abläufe gebräuchlich sind.

Mit den Figuren 5 und 6 ist das Zusammenführen der Plastifikatstücke 7, 8, 9 und 10 zu einem Vorgelege 20 mittels dreier Vorlegebänder 11, 12 und 13 dargestellt, wobei die Bewegungsabläufe ähnlich der vorbeschriebenen durchführbar sind.

Die Figur 7 zeigt eine Anordnung zum Zusammenführen eines Vorgeleges 20 mit vier Vorlegebändern 11, 12, 13 und 14 und den Bezugslinien I-I, II-II für die Bandantriebe 15, 16, 17 und 18.

Bezugszeichenliste: DP 1274 EP

1.
Plastifizierextruder
2.
Überführungsvorrichtung
3.
Formpresse
4.
Abzugsband
5.
Plastifikatstrang
6.
Trennvorrichtung
7.
Plastifikatstück
8.
Plastifikatstück
9.
Plastifikatstück
10.
Plastifikatstück
11.
Vorlegeband
12.
Vorlegeband
13.
Vorlegeband
14.
Vorlegeband
15.
Bandantrieb für Vorlegeband 11
16.
Bandantrieb für Vorlegeband 12
17.
Bandantrieb für Vorlegeband 13
18.
Bandantrieb für Vorlegeband 14
19.

20.
Vorgelege
I-I
Bezugslinie
II-II
Bezugslinie


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Einbringen und Ablegen eines Plastifikats in die Matrize oder untere Formhälfte einer Formpresse zum Herstellen von Pressteilen aus Kunststoff oder faserverstärktem Kunststoff durch Aushärten und Verpressen des Plastifikats in der heiz- und kühlbaren Form der Formpresse, gekennzeichnet durch das Auftrennen des als Plastifikatstrang aus einem Extruder austretenden Plastifikats in mehrere Plastifikatstücke gleicher oder verschiedener Länge,

    das Auflegen der Plastifikatstücke in programmierter Reihenfolge und Abständen auf mehrere parallel zueinander und umlaufend sowie querverschiebbar zueinander geführten Vorlegebändern,

    das Vorpositionieren der Plastifikatstücke neben- und hintereinander sowie ggf. übereinander zu einem Vorgelege auf dem mit verschiedenen Geschwindigkeiten antreibbaren Vorlegebändern und das Aufnehmen, Überführen und Einbringen des Vorgeleges in die Matrize der Formpresse mittels einem Robotergreifer.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Plastifikatstücke durch Querverschieben, Drehen und/oder Anheben der Vorlegebänder in die vorgegebene Form des gewünschten Vorgeleges überführt werden.
  3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zusammenführen der Plastifikatstücke zu einem Vorgelege die Vorlegebänder durch je einen eigenen Antrieb mit gleicher oder ungleicher Geschwindigkeit angetrieben werden.
  4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Vorgelege zusammengestellt und mit mehreren Robotergreifern in entsprechend viele Matrizen der Formpresse eingelegt werden.
  5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegebänder beheizt und gegen Wärmeabstrahlung nach unten isoliert sind.
  6. Anlage zum Herstellen von Pressteilen aus Kunststoff oder faserverstärkten Kunststoffen, bestehend aus einem Extruder, einer Überführungsvorrichtung für das Plastifikat und einer Formpresse zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Überführungsvorrichtung (2) mit einer Trennvorrichtung (6) und einer Legevorrichtung ausgestattet ist, die den Plastifikatstrang (5) in gleiche oder verschieden lange Plastifikatstücke (7, 8, 9, 10) nach gegebenem Programm trennt und auf mindestens zwei einzelnen angetriebenen Vorlegebändern (11, 12, 13, 14) mit vorgegebenem Abstand auflegt, wobei die Vorlegebänder (11, 12, 13, 14) zum Zusammenführen eines Vorgeleges (20) an einem am Ende der Bezugslinie (I-I) angeordneten Drehpunkt bzw. auf der Trennseite querverschiebbar und drehbar angeordnet sind und ein Robotergreifer zum Aufnehmen, Überführen und Ablegen des Vorgeleges (20) in der Formpresse (3) vorgesehen sowie angeordnet ist.






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