Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung und ein Verfahren
zum Perforieren eines Buches nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs
12.
Bei der Herstellung von Ausweis- und Kreditdokumenten wie z.B. Pässen,
Scheckheften, Sparbüchern u.a. besteht oft die Notwendigkeit, diese - im allgemeinen
als Buch bezeichneten - Dokumente zu perforieren. So kann beispielsweise auf Blätter
von Pässen oder Scheckheften ein alphanumerischer Code aufzubringen sein. Ein solches
Buch weist üblicherweise einen Deckel mit zwei Deckelteilen und eine Vielzahl von
Blättern auf, die in einer Falz miteinander, beispielsweise durch Heften, Nähen,
Kleben oder ähnliche Verbindungen, verbunden sind. Der Deckel deckt im zugeschlagenen
Zustand des Buches die Blätter ab und bildet ein Deckelober- und ein Deckelunterteil
aus, die miteinander verbunden sind.
Zum Perforieren eines Buches mittels Laserstrahlen ist es bekannt,
das Buch durch Umschwenken eines Deckelteils zu öffnen, nicht zu perforierende Blätter
umzublättern und zu perforierende Blätter hintereinanderliegend zusammenzudrücken
und mittels Laserstrahlen zu perforieren. Eine bekannte Einrichtung zum Perforieren
eines Buches umfasst eine Transportvorrichtung für das Buch, eine Lasereinheit zum
perforieren der gewünschten Blätter, eine Anlageplatte für ein Deckelteil des Buches
und eine den Laserstrahlen zugewandte Andruckplatte zum Zusammendrücken der zu perforierenden
Blätter werden. Bei dem bekannten Verfahren und bei der bekannten Einrichtung liegen
die zu perforierenden Blätter auf dem unteren Deckelteil auf, das wiederum auf einer
Anlageplatte liegt. Zum Perforieren wird die Andruckplatte auf die zu perforierenden
Blätter bewegt, um diese unter Einschluss des unteren Deckelteils gegen die Anlageplatte
zusammenzudrücken. Die Andruckplatte ist mit der den Blättern gegenüberliegenden
Seite unmittelbar den Laserstrahlen zugewandt und im allgemeinen mit einer Ausnehmung
versehen, die ein Passieren der Laserstrahlen ermöglicht. Die Andruckplatte ist
quasi zwischen die Laserstrahlen und die zu perforierenden Blätter geschaltet.
Ein Zusammendrücken ist für die Perforation mit Laserstrahlen bedeutsam,
da Streuungen verursachende Zwischenräume zwischen den zu perforierenden Blättern
vermieden werden sollen und die Eindringtiefe der Laserstrahlen genau auf die Schichtdicke
der zu perforierenden Blätter abgestimmt sein soll. Mit dem bekannten Verfahren
und mit der bekannten Einrichtung kann es zu Beschädigungen des unteren Deckelteils
oder zwischen dem unteren Deckelteil und dem letzten zu perforierenden Blatt liegender
Blätter kommen. So können beispielsweise durch das letzte Blatt hindurchtretende
Laserstrahlen unerwünschte Brandspuren auf dem unteren Deckelteil oder Perforationen
eines perforationsfrei zu haltenden Blattes erzeugen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Einrichtung und eine
Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 12 anzugeben,
die bzw. das ein zuverlässiges Perforieren zu perforierender Blätter eines Buches
gewährleistet und Beschädigungen anderer Buchbestandteile vermeidet.
Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
Auf diese Weise ist ein blattgenaues Perforieren ermöglicht und die
Beschädigungsfreiheit anderer Buchbestandteile gewährleistet. Die Laserplatte ist
zweckmäßiger Weise mit einer Laseröffnung zum Durchtritt der Laserstrahlen
versehen. Die Laserplatte kann vorteilhaft von einer Gehäusewandung der Lasereinheit
ausgebildet sein.
Ist die Andruckplatte gegenüber der Anlageplatte um mehr als 45 Grad
geneigt angeordnet, können die Blätter zumindest über einen Teilbereich perforiert
werden. Beträgt die Neigung etwa 90 Grad, können die Blätter in einem beliebigen
Bereich perforiert werden.
Ist die Andruckplatte auf die Laserplatte hin- und herbewegbar vorgesehen,
können die Blätter in ihrer aufgerichteten Stellung zuverlässig zusammengedrückt
werden.
Weist die Transportvorrichtung zwei Spuren A und B mit jeweils einem
Förderer auf und ist die Lasereinheit zwischen den Spuren A und B angeordnet und
mit einem in Richtung der Spur A und Spur B jeweils hin- und herschwenkbaren Spiegel
und zwei einander gegenüberliegenden Laserplatten versehen, können die Bücher der
Spuren A und B mit einer Lasereinheit perforiert werden. Darüber hinaus ist es möglich,
ein Buch der Spur A in eine Perforationsstellung vor die Laserplatte der Spur A
zu transportieren, während ein Buch in der Spur B bzw. dessen zu perforierende Blätter
gerade mit dem Laserstrahl perforiert werden. Hierbei erfährt die Lasereinheit eine
optimale Auslastung.
Zweckmäßiger Weise weist die Transportvorrichtung einen in die
Spuren A und B hin- und herschwenkbaren Greifer auf.
Ist der Greifer mit einer Buchdreheinheit versehen, können die Bücher
der Spuren A und B zueinander optimal für ein Perforieren ausgerichtet werden. Die
Buchdreheinheit ist vorteilhaft so ausgebildet, dass sie eine Drehung der Bücher
um 180 Grad ermöglicht.
Weist der Greifer zwei aufeinander zu und voneinander weg schwenkbare
Arme auf, kann ein aufgerichtetes Buch zuverlässig gegriffen werden. Ist ein Arm
des Greifers an seinem freien Ende seitlich auswärts abgewinkelt ausgebildet, kann
das dem Arm zugewandte Deckelteil zuverlässig an einem Zuschwenken gehindert werden.
Ist der Greifer parallel zu den Spuren A und B verschiebbar angeordnet,
können die Bücher mit den aufgerichteten Blättern zuverlässig in Führungskanäle
der Spuren A und B eingeführt werden.
Werden die Bücher in zwei benachbarten Spuren A und B transportiert
und die zu perforierenden Blätter eines Buches der Spur A und eines Buches der Spur
B durch Umlenkung des Laserstrahls der Lasereinheit spurweise abwechselnd perforiert,
kann die Lasereinheit optimal ausgelastet werden.
Werden die Bücher in der Spur A gegenüber den Büchern der Spur B um 180 Grad gedreht
eingelegt und transportiert, lassen sich die auf den Blättern der Bücher in Spur
A und Spur B zu perforierenden Bereiche einander zugewandt ausrichten.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung entnehmbar.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigefügten Abbildungen
schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels einer Buchperforationsstraße
näher erläutert.
- Fig. 1 zeigt schematisch eine Draufsicht auf eine Buchperforationsstraße,
- Fig. 2 zeigt ausschnittsweise eine Ansicht der Buchperforationsstraße
aus Fig. 1.
Die in Fig. 1 schematisch in einer Draufsicht dargestellte Buchperforationsstraße
umfasst eine Transportvorrichtung 1 mit einer Spur A und einer Spur B und eine zwischen
den Spuren A und B angeordnete Lasereinheit 2 zum Perforieren der Blätter 3. Jeder
Spur A und B ist ein Förderer 4 (in Spur B nicht dargestellt), der eine Anlageplatte
5 für ein Deckelteil 6 eines Buches 7 ausbildet, zugeordnet. In einer Abwandlung
des vorliegenden Ausführungsbeispiels kann der Förderer relativ schmal ausgebildet
sein und an einer mit einer im wesentlichen der Breite des Förderers entsprechenden
Ausnehmung versehenen Anlageplatte vorbeilaufen, so dass das Deckelteil in diesem
Fall auf der Anlageplatte und dem Förderer aufliegen kann. Die im Schnitt rahmenartig
ausgebildete Lasereinheit 2 ist mit zwei einander gegenüberliegenden, jeweils eine
Ausnehmung 8 aufweisenden Laserplatten 9 und einem innenliegend angeordneten Spiegel
10 zur Umlenkung eines Laserstrahls versehen. Die Transportvorrichtung 1 ist ferner
mit sich in Transportrichtung erstreckenden, in jeder Spur A und B vorgesehenen,
kanalartigen Führungen 11 zum Führen der aufgerichteten Blätter 3 versehen. Die
Laserplatten 9 sind in jeder Spur A und B parallel zu den Führungen 11 angeordnet.
Gegenüber jeder Laserplatte 9 ist eine über eine Kolben-/Zylindereinheit 13 verstellbar
vorgesehene Andruckplatte 12 auf Höhe der Ausnehmung 8 angeordnet. Jeder Förderer
4 ist mit Mitnahmenocken 14 für das eine Deckelteil 15 und das andere Deckelteil
6 versehen. Eingangsund ausgangsseitig der Buchperforationsstraße ist jeweils
ein Greifer 16 mit einem hin- und herschwenkbaren Schwenkarm 17 und zwei aufeinander
zu - und voneinander weg schwenkbaren Armen 19 angeordnet. Jeder Schwenkarm 17 trägt
an seinem freien Ende eine Buchdreheinheit 18. Die Buchdreheinheit 18 ist um 180
Grad mittels einer Ritzel/Riemeneinheit verdrehbar ausgebildet und mit der Schwenkachse
der Arme 19 fest verbunden, so dass diese nach einem Griff der aufgerichteten, zu
perforierenden Blätter 3 gedreht werden können. Die Schwenkachse des Greifers 16
ist mittels eines Motors drehantreibbar und parallel zu den Führungen 11 hin- und
herbewegbar vorgesehen.
Die im Ausführungsbeispiel dargestellte Buchperforationsstraße
wird taktweise (in den Figuren von links nach rechts) betrieben. Mittels nicht dargestellter
Arbeitsschritte werden die zu perforierenden Blätter 3 eines Buches 7 aufgeschlagen
und aufgerichtet, so dass diese einen Winkel von etwa 90 Grad mit dem beim Aufrichten
zurückgelassenen anderen Deckelteil 6 einschließen. In der Spur A ankommende
Bücher 7 werden durch den Greifer 16 an den aufgerichteten, zu perforierenden Blättern
3 gegriffen und abwechselnd in eine um 180 Grad gedrehte Lage auf Spur A gebracht
oder in unveränderter Orientierung auf die Spur B übergeben. Beispielsweise wird
das erste Buch 7 von den Armen 19 gegriffen, mittels der Buchdreheinheit 18 gedreht
und in die erste Führung 11 der Spur A eingeführt. Das darauffolgende, zweite Buch
7 wird von den Armen 19 gegriffen und ohne Verdrehung in die erste Führung 11 von
Spur B eingelegt. Das dritte Buch 7 wird dann wieder gedreht und in die erste Führung
11 der Spur A eingefügt, während das vierte Buch 7 wiederum ohne Änderung seiner
Orientierung in die erste Führung 11 der Spur B übergeben wird. Den Weitertransport
der Bücher 7 übernehmen dann wieder die Förderer 4 mit den Mitnahmenocken 14. Die
Bestückung der Spuren A und B auf die vorgenannte Weise hat den Vorteil, dass sie
sehr schnell durchführbar ist. Bleibt ein Buch 7 in seiner Spur A, wird es nur gedreht;
soll es von Spur A nach Spur B übergeben werden, wird es nur übergeben. Die Bearbeitungszeiten
der Übergabe in eine um 180 Grad gegeneinander gedrehte Lage sind also auf beide
Spuren verteilt. Die zu perforierenden Blätter 3 des ersten Buches 7 gelangen schließlich
in noch lose aneinander liegender Stellung vor die Ausnehmung 8 der Laserplatte
9 der Spur A. Dann werden sie über einen Vortrieb der Kolben-/Zylindereinheit 13
mit der Andruckplatte 12 auf die Laserplatte 9 gepresst, so dass die zu perforierenden
Blätter 3 zur Anlage aneinander kommen und Freiräume zwischen den Blättern 3 verschwinden.
Dann erfolgt nach entsprechender Umlenkung des Spiegels 10 die gewünschte Perforation
der Blätter 3. Während der Perforation des ersten Buches 7 in der Spur A ist bereits
das zweite Buch 7 in der Spur B mittels des Förderers 4 in seine Perforationsstellung
vor die Ausnehmung 8 der Laserplatte 9 der Spur B transportiert und ggf. schon die
Andruckplatte 9 auf die zu perforierenden Blätter 3 gepresst worden. Nach Beendigung
der Perforation in Spur A kann der Laserstrahl quasi unmittelbar zur Perforation
des Buches 7 in der Spur B durch Schwenken des Spiegels 10 umgelenkt werden, bevor
er dann wiederum in Spur A für die Perforation des dritten Buches in Spur A gebraucht
wird. Am Ende der Buchperforationsstraße werden die Bücher 7 der beiden Spuren
A und B dann wieder in eine Spur mittels eines zweiten Greifers 16 in eine gleichorientierte
Lage zusammengeführt.